Stationierungs-Irritationen? Für Glücksburg nicht.
Diese soeben verbreitete Pressemitteilung der Marine spricht für sich:
Glücksburg – Mit Blick auf die Berichterstattung nach der Veröffentlichung der Entscheidung zur künftigen Stationierung in verschiedenen “Nordmedien” und vereinzelten Nachfragen teilt das Presse- und Informationszentrum Marine mit:
Weder arbeitet der Inspekteur der Marine mit einer anderen Standortliste noch stellt die Marineführung die getroffenen Entscheidungen in Frage.
Das neue Marinekommando, das in Rostock entstehen wird, ist in der Ausplanung. In diesem Zusammenhang hat der Inspekteur der Marine darauf hingewiesen, dass der Aufbau einer neuen MHQ/MOC-Kapazität an anderer Stelle im Übergang einer gewissen Zeit bedarf.
Dies bedingt vorerst den Weiterbetrieb des MOC in Glücksburg. Zeitlinien und Dienstpostenzahlen, die im Zusammenhang mit dieser Überbrückungslösung stehen, sind Gegenstand der Feinausplanung und der Umsetzungsplanung und können erst zu einem späteren Zeitpunkt konkretisiert werden.
Dem Inspekteur der Marine liegt am Herzen, dass nicht durch Spekulationen und Gerüchte die betroffenen Menschen verunsichert und falsche Hoffnungen geweckt werden.
Insofern ist ihm daran gelegen, dass nun die weiteren Ausplanungsschritte in Ruhe vorangebracht werden können.
Eben: Auf die Feinplanung kommt es an…
Zur Ergänzung die Passage aus dem Informationsbrief des Inspekteurs der Marine zur Neuausrichtung, die wohl die Fehlinterpretation ausgelöst haben dürfte: weiterlesen
Sonstige Nachrichten: Afrika
Zwei Nachrichten vom heutigen Tag aus Afrika, die trotz (besser: ungeachtet) aller sicherheitspolitischen Bedeutung hier zu Lande vermutlich kaum zur Kenntnis genommen werden:
Im weltgrößten Flüchtlingslager Dadaab in Kenia nahe der somalischen Grenze sind zwei spanische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen (Medecins sans Frontieres, MSF) entführt worden. MSF hat daraufhin seine Arbeit in dem Camp eingestellt, die Vereinten Nationen haben ihre Aktivitäten heruntergefahren. Entführer waren vermutlich kriminelle Banden aus dem benachbarten Somalia – die auch hinter den jüngsten Überfällen auf Touristen-Hotels in Kenia und die Entführung einer Britin und einer Französin stecken. Die Kriminalität aus Somalia, in Form der Piraterie vor der Küste kaum in den Griff zu bekommen, kehrt nun auch wieder zurück an Land.
Nachtrag am Sonntag: Kenyan army readies for Somalia ground attack
(Ein direkter Zusammenhang zwischen den Piraten und den islamistischen Milizen in Somalia ist trotz aller Behauptungen bislang nicht belegt. Auffällig ist allerdings, dass in einem Flüchtlingslager südlich von Mogadischu jetzt Al-Qaeda offen als Unterstützer auftritt.)
In einem anderen Land Afrikas, gar nicht so weit weg, treten die USA jetzt offen militärisch auf: 100 für Kampfeinsätze ausgerüstete US-Soldaten, wenn auch offiziell in einer Berater-Rolle, sollen in Uganda beim Kampf gegen die Lord’s Resistance Army (LRA) helfen.
Dazu ein wenig Hintergrund und eine Einschätzung von David Axe im Danger Room.
Zurück im Funkkreis – und was sonst noch so war….
Nach einer recht entspannten Woche versuche ich mal wieder aufzuschalten… und bedanke mich zunächst mal ganz herzlich bei den neuen Unterstützern von Augen geradeaus!, die in den vergangenen Tagen hinzugekommen sind – ob über einen Dauerauftrag oder über PayPal als EinzelUnterstüzer oder Abonnenten. Es bleibt noch ein langer Weg, bis dieses Blog irgendwie in den Bereich der Selbstfinanzierung vorstößt, aber jeder Schritt ist hilfreich!
Schon aus Eigeninteresse, quasi als Merkzettel, ein paar Dinge aus der zurückliegenden Woche, die von Bedeutung waren und vermutlich auch demnächst noch zum Nachschauen wichtig sind (wenn auch vermutlich unvollständig): weiterlesen
RC North-Kommandeur Kneip auf dem Rückweg nach Afghanistan
Der deutsche Kommandeur des ISAF-Regionalkommandos Nord, Generalmajor Markus Kneip, ist fast genau zwei Monate nach seiner schweren Verwundung auf dem Rückweg nach Afghanistan. Kneip war bei einem Anschlag im Gouverneurspalast von Taloqan in der Provinz Takhar am 28. Mai verwundet worden – die Bombe galt offensichtlich vor allem dem Polizeichef für Nordafghanistan, General Daoud Daoud, der bei dem Attentat ums Leben kam. Zwei enge Mitarbeiter von Kneip, ein Adjutant und ein Personenschützer, fielen dabei ebenfalls.
Die offizielle Meldung der Bundeswehr dazu hier.
Ursprünglich hatte der General schon deutlich eher auf seinen Posten zurückkehren wollen. Die Verwundungen, vor allem Brandverletzungen, waren jedoch offenschtlich schwerer als zunächst gedacht.
Archivbild: CAMP MARMAL, Afghanistan – An American Soldier holds the rare distinction of wearing a German Silver Cross of Honor for his actions in coordinating medical evacuation of casualties a February terrorist attack in northern Afghanistan. German Maj. Gen. Markus Kneip, commander of Regional Command – North, Afghanistan, presented U.S. Army Maj. Robert Federigan, medical operations officer, Headquarters Headquarters Company, 4th Combat Aviation Brigade, 4th Infantry Division., International Security Assistance Force, with the Silver Bundeswehr (German military) Cross of Honor for outstanding meritorious service April 25. (Foto: ISAFmedia via flickr unter CC-Lizenz)
Vernetzte mediale Operationsführung mit Pixelpark
Ob sich die Agentur Pixelpark nun zum Dienst meldet oder zum 20. Geburtstag einen neuen Großkunden schenkt - der gesamte digitale Auftritt von Bundeswehr und Verteidigungsministerium steht offenbar vor einer tiefgreifenden Umgestaltung:
Die Konzeption beinhaltet neben den Portalen auch die Social Media-Präsenzen und Mobile-Lösungen sowie die komplette Neugestaltung sämtlicher digitalen Kanäle beider Institutionen. Mit der Neuausrichtung wollen sich das BMVg und die Bundeswehr für die kommunikativen Herausforderungen vor allem im Hinblick auf die anstehenden Reformen optimal aufstellen.
Da ist man doch gespannt. Das ist ‘ne Chance, die hoffentlich nicht auf die Nachwuchswerbung reduziert wird… Vor allem die Social Media-Präsenzen – bislang ja eigentlich nur YouTube und flickr – machen mich neugierig. Und leider hab’ ich noch keine Angaben zum Geschäftsvolumen gefunden.
(Danke für den Leserhinweis!)
(Entschuldigung: Durch ein technisches Versehen waren die Kommentre gesperrt)

Thomas Wiegold schreibt über die Bundeswehr, über Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Die Truppe hat er schon lange im Blick: 1993 berichtete er aus Somalia und seitdem aus fast allen Einsatzgebieten der Bundeswehr.
