Werbepanne: Bundeswehr stoppt Kampagne für Frauen bei der Truppe

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Nur einen Tag nach dem Start hat die Bundeswehr eine neue Werbekampagne für Frauen in den Streitkräften gestoppt. Die Kampagne wurde hier im Blog wie auch in anderen Medien heftig kritisiert, aber das war nach Darstellung des Verteidigungsministeriums nicht der Auslöser: Grund für das abrupte Ende des Werbefeldzugs, zu dem Anzeigen in frauenaffinen Print- und Online-Medien und eine Webseite gehörten, sei eine fehlende Absprache zwischen dem zuständigen Personalamt  und Ministerium gewesen – und ein offenkundiger Programmierfehler: Seit dem Start der Webseite am (gestrigen) 1. Oktober bis zum (heutigen) Donnerstagvormittag war dort ein Vorschaubild gespeichert, das bei Weiterleitung des Links im sozialen Netzwerk Facebook angezeigt wurde. Das Motiv allerdings hatte wenig mit der Bundeswehr zu tun: es zeigte ‚wisch&weg‘-Haushaltstücher (Facebook-Screenshot oben).

Die offizielle Mitteilung des Verteidigungsministeriums vom Donnerstagabend dazu:

Diese Kampagne wurde als Fortsetzung eines bereits seit drei Jahren laufenden Werbekonzeptes vom Bundesamt für das Personalwesen der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit einer externen Agentur eigenständig konzipiert und umgesetzt. Inhalt und Gestaltung der aktuellen Veröffentlichung sind nicht mit dem Ministerium abgestimmt.
Sollten sich erste Angaben erhärten, dass ein Programmierfehler der vom Bundesamt beauftragten Agentur Ursache für die irrtümliche Verbreitung des „Zewa-Bildes“ und die sich anschließende rufschädigende Diskussion war, behält sich das Ministerium rechtliche Schritte vor.
Die aktuelle Neuauflage der Kampagne wurde vorerst angehalten.
Als weitere Konsequenz wurde organisatorisch dafür Sorge getragen, dass künftig sämtliche werblichen Maßnahmen mit übergeordnetem Bundeswehrbezug im nachgeordneten Bereich des Ministeriums durch eine dem Presse- und Informationsstab des Bundesministeriums der Verteidigung angegliederte zentrale Einheit geprüft und freigegeben werden.

Vollständig wird dieser Stopp allerdings nicht sein können – die Anzeigen in frauenaffinen Printmedien sind bereits in Auftrag und vermutlich schon gedruckt.

Und vermutlich werden wir nie erfahren, ob und wie sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen über diese Kampagne geärgert hat und das die Einstellung ausgelöst hat…

Nachtrag: Der Bendler-Blogger hat mal aus Sicht eines berufsmäßigen PR-Mannes näher hingeguckt: Einmal mit Profis

 

43 Kommentare zu „Werbepanne: Bundeswehr stoppt Kampagne für Frauen bei der Truppe“

  • Thomas Melber   |   02. Oktober 2014 - 22:00

    @TW
    Die Kampagne „als solche“ wurde hier nicht kritisiert, nur die Werbebotschaft; wobei hier auf AG die Zielgruppe eher nicht präsent ist.

  • Viva   |   02. Oktober 2014 - 22:08

    Eine Panne nach der anderen. Ist schon spannend.

    @ T.W.: schon vom Positionspapier der AGSV (Arnold) zum Thema Rüstung und Beschaffung gehört? Scheinbar muckt die SPD im VtdgA wieder vor und lässt die CDU/CSU alt aussehen.

  • Closius   |   02. Oktober 2014 - 22:09

    Ich falle gleich vor Lachen vom Stuhl! Haben die denn keinen Humor? Nur weil bei AG über die Zewa-Werbung gelästert wurde(was Spon aber übersehen hatte, jedenfalls nicht im Spiegel Artikel erwähnt, also das Ministerium muss AG gelesen haben) mit rechtlichen Schritten drohen und von rufschädigender Diskussion sprechen, ist doch einfach peinlich!

    Da sollte man ein bisschen Humor zeigen und nicht nur Bierernst reagieren!

    Jetzt ist also das Bundesamt für das Personalwesen nicht mehr kompetent genug für eine Werbemaßnahme und das Ministerium muss jede Werbung abzeichnen(vermutlich nicht das Presseamt sondern VDL persönlich, wenn es um Frauenwerbung geht), dies ist doch nur zum Kopfschütteln und da wird klar, warum VDL nie Zeit hat für die Rüstungs- und Materialprobleme der BW, wenn sie nicht delegieren kann und alles alleine machen will!

  • KeLaBe   |   02. Oktober 2014 - 22:11

    Typischer Aktionismus: Ein Programmierfehler einer externen Agentur als Auslöser für eine weitere Zentralisierung ins Ministerium hinein. Vertrauen zum nachgeordneten Bereich sieht anders aus. Auch so kann man Motivation, Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein untergraben.

  • Viva   |   02. Oktober 2014 - 22:17

    VdL bindet nichtmal die Parlis ein. Zugriff auf den BM – Kalender aus den Kernbereich wurde gestoppt. VdL fährt einen Diktatorkurs im Haus. Das kann nicht lange gut gehen.

  • axel_f   |   02. Oktober 2014 - 22:19

    Perspektiven gestalten: Abteilung Personal mit neuer Leitung
    Der neue Abteilungsleiter Personal, Vizeadmiral Joachim Rühle, stellt seine Zielvorstellungen und Prioritäten vor. Professionelle Arbeit – auch unter Druck – erwartet der erfahrene „Personaler“ von seiner Abteilung.

    „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Organisationsbereichs Personal verfügen über viel Kreativität und sind flexibel,“ sagt Rühle, „und genau das ist es auch, was ich von ihnen erwarte“.

    Am 11. September übernommen und schon setzen die Mitarbeiter die Ziele zeitnah um, Respekt.

  • Viva   |   02. Oktober 2014 - 22:25

    Oha. Interessant! Der Deutschlandtrend bei den Tagesthemen!

  • Closius   |   02. Oktober 2014 - 22:31

    Wer im Ministerium, außer der Ministerin selbst, soll einen Frauenwerbung gestoppt haben? Nachher hätte die Werbung VDL gefalllen und der Staatssekretär der sie gestoppt hätte, ist seinen Job los.

    Die nächste Pleite kommt ja am Montag, wenn der KPMG Bericht vorliegen soll. Ich kann mir nicht vorstellen, daß da was sinnvolles rauskommt. Wahrscheinlich ist die Industrie böse, das Ministerium gut, aber schlecht organisiert, und am Ende wird die Zahl der Hubschrauber und EF weiter zusammengestrichen, daß wir dann unsere Verpflichtungen gegenüber der Nato schon jetzt nicht erfüllen, wird dann keine Rolle mehr spielen.

    Und die zentrale Frage bleibt, ob Experten von außerhalb der BW überhaupt die militärischen Bedürfnisse und Notwendigkeiten verstehen können oder wollen? Mit dem Rechenschieber kann ich zwar Verschwendung und Missmanagement aufdecken, aber kein Land verteidigen!

  • Thomas Melber   |   02. Oktober 2014 - 22:36

    Klar, die Option für ein Anschlußmandat muß auf der Hand liegen. Berater sind ja auch Verkäufer.

    Zur Kampagne:
    Das BMVg muß einfach ‚mal entspannter an die Sache angehen.

  • Memoria   |   02. Oktober 2014 - 23:03

    reaktiv.unattraktiv.anders.

  • Vtg-Amtmann   |   02. Oktober 2014 - 23:16

    Schlichtweg nur noch blamabel. Und das ist ein erster und bleibt mein letzter Kommentar zu diesem Thema.

  • Loki   |   02. Oktober 2014 - 23:46

    Irgendwie habe ich das Gefühl das im BMVg nur noch reagiert wird. Steht da eigentlich noch irgendjemand hinter/zu seinen Entscheidungen? Wenn ja kann es der Urheber der Kampagne ja wohl nicht sein. Sonst würde er sie verteidigen. Aber das kann man wohl von einem VERTEIDIGUNGSMINISTERIUM nicht erwarten.

    Wann gibt es endlich einen Kulturwechsel???

  • wacaffe   |   02. Oktober 2014 - 23:52

    „Wann gibt es endlich einen Kulturwechsel???“

    gar nicht.

    angesichts der gegenwärtigen Sozialisation in der „modernisierten“ Ausbildung werden sich die Defizite im Bereich Mentalität eher noch verschärfen.
    OA und Unteroffiziersbataillone wurden ja schon thematisiert.

    Die Probleme diesbezüglich sind seit JAhren bekannt.trotzdem hat man die unteroffiziersausbildung ebenso wie die der Offiziere durch Praxisferne und verhinderung der truppensozialisation endgültig ruiniert

    Die produkte dieser pipeline werden alle probleme die momentan offensichtlich sind noch intensivieren.

    ist jedem klar. wird reagiert? njet.

  • Invisible   |   03. Oktober 2014 - 0:10

    Kann nur die Sicht von Viva bestätigen.

    Es ist inzwischen ein roter Faden der sich durch die Pannen zieht. VdL hat sich das ganze einfach nicht realitätsnah vorstellen können als sie noch entscheiden konnte welches Ressort sie bekommt.
    Einfach kurz aufräumen und dann einen neuen Kurs fahren und nach dem ersten Jahr einfach nur noch aussitzen, um vor den Wahlen die positive Entwicklung herauszuheben, ist eben im BMVg nicht drin.

    1. Sie schmeisst die StS raus. Alle übriggebliebenen haben nicht nur Respekt vor ihr, sondern sogar Angst.
    2. Sie stellt jemanden ein, der überhaupt keine Ahnung vom politischen Parket hat und durch ihre bisherige Fahrt auf der Überholspur ebenso naive Vorstellungen vom BMVg hat, wie VdL beim Amtsantritt. Beschaffung von Ausrüstung und Erhöhung der Effektivität sind nicht einfach nur blanke, ökonomische Zahlenkonstrukte. Das beweisen u.a. die Ausfälle von Fahrzeugen seit Wochen medienwirksam. Die StS wird sich rasch an ein völlig neues Umfeld anpassen müssen – wer behauptet, dass sie schon so weit ist, der hat falsche Vorstellungen.
    3. Punkt 1 wird sich auf Punkt 2 in meiner Vorstellung auf die Zukunft nicht gut auswirken. Dieses Werbemalheur aktuell wird das nicht besser machen, wenn demnächst alle grundsätzlich die Unterschrift vom eigenen Vorgesetzten erstmal haben wollen, bevor sie was entscheiden – einfach nur um sicherzugehen, dass sie im Falle, dass es 2 Stufen weiter oben (oder ganz oben) niemandem gefällt, nicht alleine verantwortlich sind.
    4. Durch Punkt 3 werden die Fototermine weniger werden, wenn alles über ihren Schreibtisch muss. Das wird sich dann auf ihre eigentlichen Pläne unerfreulicherweise nicht positiv auswirken, womit ihr eigentliches Ziel eher in die Ferne rückt, als näher zu kommen. Das wird ihr garnicht gefallen, was aber besser nicht Auswirkungen auf ihre Führung haben sollte.
    5. Das nicht so intelligente was VdL da auch noch gemacht hat, ist Dinge wie „einsatzfähig“ und „für die internationalen Partner unverzichtbar“ in den Raum zu werfen. Die Messlatte hat sie sich damit meiner Meinung nach unerfüllbar hoch gelegt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie jetzt schon Unterstützung der Kanzlerin braucht – nichtmal ein Jahr im Amt.

    Bei all dem hat sich die Presse aber noch nicht wirklich auf sie gestürzt. Grund hätte es schon gegeben. Hätte ja gereicht einfach nur dieses Blog zu lesen und 1+1 zusammenzuzählen. Wer behauptet, dass VdL keine Verantwortung an der jetzigen Lage trägt (und damit ist eindeutig nicht die Ausfallquote der Flieger gemeint), der steckt einfach nicht drin. Wenn Soldaten nicht jammern, heisst es nicht, dass sie damit einverstanden sind was von oben kommt, sondern einfach nur dass sie von Natur aus wenig Fragen stellen und einfach ihren Auftrag erledigen.

    Was sie machen sollte wäre die Uhr auf 0 zu stellen. Und zwar richtig. Kommende Woche wird es heissen, dass die Bundeswehr Probleme hat, die man so von Anfang an nicht erkannt hatte. Diese sind aber lösbar und werden auch gelöst werden. Der fleißige Journalist wird dann von einem Arbeitsplan für die Legislaturperiode reden. Die Reform der Reform wird also kommen.
    Das wäre aber nicht die Uhr auf 0 stellen, sondern lediglich die jetzige Uhr beiseite zu legen und anstelle von ihr einfach eine andere von 0 beginnen zu lassen.
    Das kann gut gehen. Es ist aber wirklich risikoreich. Es reicht innerhalb der nächsten 3 Jahre auch nur irgendwas zu passieren, was angesichts der politischen Lage anders verläuft als noch in diesem Jahr. Das ist sowohl international gemeint, als auch innenpolitisch. Die Medien waren jetzt noch auf ihrer Seite. Aber für die Reform der Reform trägt sie dann ganz persönlich die Verantwortung. Auf die Vorgänger abschieben ist dann nicht mehr. Der Stuhl hat jetzt schon gewackelt, war ja merklich.

    Ehrlicher, richtiger und auch profesioneller wäre es selbst Fehler einzuräumen.
    Bei diesem Satz habe ich nun alle Manager verärgert. Politiker ebenfalls, weil sie sagen, dass sie bei so einem Eingeständnis gleich die Koffer packen können.
    Falsch.
    Will VdL wirklich aus dem Schatten von Merkel herausspringen für die nächste Wahl, dann muss sie die Menschen von sich überzeugen. Von sich als Menschen. Nicht als Verteidigungspolitikerin.
    Merkel sitzt im Amt aufgrund ihres unerschütterlichen Images in der Bevölkerung. Die Mutti von nebenan, die die Zügel fest in der Hand hält und diese riesige Wirtschaftsfamilie anständig führt. VdL hat sowas noch überhaupt nicht. Ihre Zustimmungswerte sind im Keller. Wischiwaschi geht nicht mehr. Jetzt muss sie so richtig aus der Deckung heraus und mit ihrem Charakter überzeugen.
    Fehler passieren. Das ist das Kredo. Ehrlich und medienwirksam vorgetragen wird das auch verstanden werden. Jeder macht Fehler und solange sie keine drastischen Folgen haben, sind sie verzeihbar. Das weiß jeder. Außerdem weiß auch jeder, dass man Fehler besser von sich aus zugibt, anstatt bis zum letzten Moment zu warten und es zu spät ist. Stichwort: Lernfähigkeit.
    Der extreme Vorteil, der sich noch bietet, ist dass die Medien noch nicht eingeschossen sind. Wenn ein Herr Jung oder de Maiziere (der ist ja gerade so noch vor dem Euro Hawk und dem jetzigen Ergebnis des Mismanagements ins Innenministerium geflüchtet) Fehler einräumen müssen, dann ist das bereits zu spät und dient lediglich der CDU-Umfragewerte.

    VdLs Eingeständnis kann ihren eigenen noch dienen. Außerdem hat sie dann endlich den vollen Rückhalt des Ministeriums, der ihr bislang ja seit dem Kahlschlag mit den Ruheständen gefehlt hat. Ehrlich gesagt ist jetzt kurzfristig zu erkennen wie schlau sie wirklich ist. Bislang war sie es jedenfalls bis sie ins BMVg kopfüber reingestürzt ist.

    Legt sie keinen neuen Weg ein, dann ist das alles andere als risikoavers.
    Persönlich würde ich mich über letzteres freuen, weil es dann spannender wird.

    So oder so wird es demnächst richtig „lustig“ :D

    -Invisible

  • Gustav Struve   |   03. Oktober 2014 - 1:01

    „für die irrtümliche Verbreitung des “Zewa-Bildes” und die sich anschließende rufschädigende Diskussion war, behält sich das Ministerium rechtliche Schritte vor.“
    Ach was – ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert.

    Der Posten des BMVg war immer schon ein riskanter. Daß das Ungemach aber so schnell, so heftig und so umfassend kommen würde, damit konnte die tapfere und erfolgsverwöhnte v.d.L. wohl doch nicht rechnen. Wenn das alles nicht so schrecklich wäre, könnte man kübelweise Häme ausschütten.

  • ThoDan   |   03. Oktober 2014 - 1:27

    Wenigstens scheint sie zu versuchen den Augiasstall auszuülen

  • CRM-Moderator   |   03. Oktober 2014 - 1:52

    Über den Inhalt kann und haben wir ja im vorherigen Thread diskutiert. Da gibts verschiedene Meinungen und das ist auch gut so.

    Warum man aber nun wegen eines Programmierfehlers und des Zewa-Bildes alles stoppt und auch noch mit rechtlichen Schritten hausieren geht?
    D_a_s macht es doch erst zum Kommunikationsdesaster!

    Sehen die im BMVg vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr? Ist die Drehzahl bereits zu weit und lange im roten Bereich?

  • Sascha Stoltenow   |   03. Oktober 2014 - 2:01

    Ich sage mal so: Traumresultat und ein Indiz, dass die Prinzipien der „neuen Kriege“, insbesondere der Asymmetrie auch im Kommunikationsraum wirksam sind. Ein reichweitenstarker Blogger, Thomas Wiegold, berichtet über die Kampagne. Ein anderer, weniger reichweitenstarker, ich, teilt die Webseite via Facebook und wundert sich über ein Vorschaubild, was wiederum der erste aufgreift. Außerdem springen u.a. SPON und Meedia auf und bringen Aufmerksamkeit. Im Sinne einer ausgelagerten Qualitätssicherung erreichen wir damit in 24 Stunden, wozu die Verantwortlichen im Bundesamt für das Personalwesen nicht fähig waren, und außerdem schaffen wir ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Führung nicht geht. Konkret:

    – Dem Bundesamt ist nicht aufgefallen, dass die beauftragte Agentur einfach eine bestehende Seite geklont hat. Das ist nicht unüblich, aber in einer solche miserablen Qualität würde das nicht mal mit einem Homepagebaukasten passieren. Entscheidend ist – und hier wäre ich auch sauer -, ob die Agentur das dem Auftraggeber vorab gesagt hat, oder ob sie den Preis für eine Neuentwicklung aufgerufen hat.

    – Das BMVg (oder die Ministerin) entblöden sich nicht, das Prinzip der Auftragstaktik ad absurdum zu führen, sondern stornieren öffentlich einen kompletten Bereich. Nicht, dass ich die Verantwortlichen im Bundesaamt für fähig halte, im Gegenteil, aber ich bin ja nur ein unbedeutender Blogger, aber von Seiten des BMVg da somzu spielen stoppt jegliche Eigeninitiative.

    Was mam hätte stattdessen machen können?

    Auf Seiten des Bundesamtes:
    – Denken, und nicht so einen Mist produzieren. Also Führen.
    – Wenn, dann ordentlich Qualität sichern (insbesondere bei der Agentur) und mt den anderen relevanten Teilen abstimmen. Also,Führen.
    – Schneller reagieren und den Fehler beseitigen lassen. Man ahnt es: Also Führen.

    Auf Seiten den Ministeriums:
    – Ruhe bewahren, mit den Verantwortlichen des Bundesamtes hinter den Kulissen sprechen und beschließen: 1. So was nicht mehr ohne uns. 2. Plan B entwickeln und die Kampagnenwebseite schleunigst um Geschichten aus der Truppe über echte Soldatinnen erweitern.,Also Führen.

    Ab jetzt hat Ursula von der Leyen wirklich jedem letzten Furz an der Backe. Herzlichen Glückwunsch.

  • that's me   |   03. Oktober 2014 - 7:16

    Da hat wohl Einer vergessen die Gleichstellungsbeauftragte mit einzubeziehen ;-)

  • Thomas Melber   |   03. Oktober 2014 - 8:32

    Daß so eine Kampagne gelauncht wird ohne von der Ministerin persönlich vorgestellt zu werden, ist nun doch ungewöhnlich, zumal ja „Frauen und Bw“ einer ihrer Schwerpunkte ist.

    Zudem hätte das dann auch das nötige (positive) Medienecho gebracht.

    Für mich sah die Seite eher wie eine Beta-Version aus, die irrtümlich scharf geschaltet wurde.

  • TomCat   |   03. Oktober 2014 - 8:49

    Die Peinlichkeiten bei dieser Werbekampagne sind eine Sache, aber Bild hin oder her, was bringt denn so eine Werbung?

    Aus dem dem Bericht der Jugendoffiziere 2013:
    „Nach Aussagen der Jugendlichen wird eine Intensivierungder Maßnahmen des Personalmarketings beobachtet und gelegentlich als „aggressive Werbung“ betrachtet, wie der Jugendoffizier Bremen schildert.“

    Wenn ich dann noch sehe, dass genau 12 weibliche Jugendoffiziere bundesweit unterwegs sind, dann wäre es wohl effektiver deren Anzahl zu verdoppeln, als bundesweit Bildchen zu schalten. Es lohnt sich übrigens diesen Bericht zu lesen, wenn man etwas über Gründe erfahren will, warum es mit dem Personal so nicht klappen wird.

    Wenn man dann noch lesen muss, dass in einigen Bundesländern Jugendoffiziere an Schulen gar nicht erwünscht sind, dann muss sich die ganze Berliner Politikerriege mal an den Kopf fassen und sich fragen was eigentlich los ist in diesem Staat, wenn man dessen Armee schon als Peinlichkeit empfindet.

  • Hanseat   |   03. Oktober 2014 - 9:39

    Witzig, aber haben hier nicht alle immer beklagt, dass die organisatorische Trennung von Pr-/InfoStab und Personalmarketing schlecht ist? Und wurde nicht immer wieder v.a. auf die Nachwuchswerbekampagnen eingedroschen? Und wo stand denn eigentlich, dass UvdL künftig alle Kampagnen absegnen wird?

  • dragonstattoo   |   03. Oktober 2014 - 11:05

    hab die Werbung nicht gesehen, von FB halte ich mich fern, ansonsten hab ich es auch nirgends gesehen.
    meine Meinung als Frau und Soldat dazu: Frauen die wirklich zur Bw wollen informieren sich selber und benötigen keine Aufforderung durch Werbung.
    das sind die, die dann auch besser bei der Bw aufgehoben sind.
    die, die sich durch Werbung (und Karriereberater) haben blenden lassen, sind immer diejenigen, die hinterher ob des truppenalltags ach so enttäuscht sind.

  • Thomas Melber   |   03. Oktober 2014 - 11:33

    @dragonstattoo
    Es geht aber auch darum, die Bw als ernsthafte Berufsalternative bekannt zu machen. Da die Bw aus dem Stadt- und Landschaftsbild und aus den Bekannten- und Freundeskreisen aufgrund der Aussetzung der Wehrpflicht weggefallen ist, muß jetzt eben auf andere Weise Interesse geweckt werden.

  • CRM-Moderator   |   03. Oktober 2014 - 12:03

    @Sascha Stotlenow:

    Danke.

  • Sascha Stoltenow   |   03. Oktober 2014 - 12:06

    @CRM-Moderator. Berlin ist nervös, weil zwei Blogger ein bisschen rumbohren. Was machen die erst, wenn es wirklich hart auf hart geht?

  • CRM-Moderator   |   03. Oktober 2014 - 12:17

    Das denke ich mir auch.

    Muss wohl an der Gesamtstimmung und den letzten Hiobsbotschaften liegen.

    Vielleicht ist es auch einigen mittlerweile alles nur noch egal und sie lassen es treiben ohne rechtzeitig die Stoppkelle hochzuhalten und mal einen Time-out zu beantragen?
    Hilft bei zerfahrenen Handballspielen, um wieder Linie reinzubringen.

    Und vielleicht fragt mal einer: Was machen wir hier eigentlich?

    Vorschlag:
    Alle 3 Tage frei .So wie es in Köln (Lw) zum Karneval üblich ist. Hat noch keinem geschadet. Der Tanker hält auch so Kurs ;o)

  • Thomas Melber   |   03. Oktober 2014 - 12:27

    „Der Tanker hält auch so Kurs“ – und das Riff bewegt sich auch nicht weg …^^

  • CRM-Moderator   |   03. Oktober 2014 - 12:36

    :o))))

    Wenn da wirklich ein Riff in Sichtweite ist, dann hilft auch voller Ruderausschlag nicht mehr.
    Spielt die Kapelle schon?

    Im Ernst: Macht mal Pause.

  • ThoDan   |   03. Oktober 2014 - 13:13

    Haben wir denn eine Kapelle die beim Birkenhead Drill Nearer my God to Thee spielen könnte und würde?

  • KlausK   |   03. Oktober 2014 - 13:28

    @CRM-Moderator:“ Der Tanker hält auch so Kurs ;o) “
    Bei dem allseits beliebten Spiel „Schiffe versenken“ würde man sagen, „dieser Tanker“ hat schon ein bis zwei Treffer – oder schon vergessen, was zur Einsatzbereitschaft erst kürzlich geschrieben wurde??

    @TW: schon mal sorry, für etwas OT!
    @CRM-Moderator : „Vorschlag: Alle 3 Tage frei .So wie es in Köln (Lw) zum Karneval üblich ist. Hat noch keinem geschadet.“
    Ach tatsächlich? Die Realität sah aber so aus: bevor man zu Weiberfasching anfing mit den Feierlichkeiten, hat man noch die Mails mit Aufträgen an die (doofen) ustl Kdos rausgeschickt – Termin Aschermittwoch!!!!!!

  • Sönke Marahrens   |   03. Oktober 2014 - 13:32

    @Thomas Melber +1

  • Kommentator   |   03. Oktober 2014 - 13:57

    Eines finde ich bei der Einstellung dieser „vergrützten“ Kampagne beruhigend:

    Wir sehen, dass das Ministerium – wenn auch nur in äußerst „homöopathischen“ Dosen – zu vernünftigen Entscheidungen fähig ist.

  • S.P.Hauser   |   03. Oktober 2014 - 14:04

    Die Kampagne ist von der Überseewarte (North Carolina) ist wie so vieles in der Bundeswehr zwar sehr „befremdlich“ (um einen zu starken Ausdruck zu vermeiden), aber warum wird deshalb so ein Zirkus veranstaltet? Gibt es wirklich keine anderen Probleme?

    Abgesehen von einer Tier 1-Einheit, welche hier im militarisierten North Carolina einen EXTREM guten Stand hat, muss man sich über den Rest der Truppe leider immer stärker schämen.

    Das ist keine! Kritik an den Soldaten, sondern an der inkompetenten politischen und militärischen Führung der oberen Ränge.

  • Peter   |   03. Oktober 2014 - 14:34

    „eine dem Presse- und Informationsstab des Bundesministeriums der Verteidigung angegliederte zentrale Einheit geprüft und freigegeben“

    …damit ist wohl Flinten-Uschis Schreibtisch gemeint. Mit toller Technik kann die BW momentan auch nicht werben, ohne sich lächerlich zu machen.
    Kitas in Kasernen ist wohl doch etwas zu wenig Dauerthema der überforderten Ministerin. Und jeder im Ministerium wird sich verzweifelt an seinem Stuhl festklammern…

  • CRM-Moderator   |   03. Oktober 2014 - 15:03

    @KlausK:

    Vergessen hab ich das alles nicht. Aber es nützt jetzt nichts in eine Art hyperventilierendes Echtzeit-Mikromanagement zu rutschen.

    Und die Realität zwischen Weiberfasching und Aschermittwoch ist mir leider auch sehr wohl bekannt. Auf der Empfängerseite. Trotzdem der Vorschlag.

  • Hanseat   |   03. Oktober 2014 - 15:25

    Sascha Stoltenow fühlt sich in einer Reihe mit Watergate-Journalisten….
    Mir wird es warm um’s Herz.
    Schönen 3. Oktober und ruhiges Wochenende.

  • Sascha Stoltenow   |   03. Oktober 2014 - 15:59

    @Hanseat: Nö, denn ich hoffe, dass ich mir einen realistischen Blick bewahrt habe. Das, was wir hier diskutieren ist kein Skandal sondern Werbung. Und wenn mein Geschreibsel eine Wirkung (von Bedeutung will ich gar nicht sprechen) hat, dann deshalb, weil jemand im Ministerium die Nerven verloren hat. Leitungslösung wäre gewesen, dass Ganze einfach laufen zu lassen und hinter den Kulissen zu klären.

  • Einmal mit Profis | Bendler-Blog   |   03. Oktober 2014 - 16:15

    […] Die Umstände und Hintergründe dazu hat Thomas Wiegold in zwei Blogbeiträgen hier und hier ausführlich […]

  • Boondock   |   03. Oktober 2014 - 19:47

    Meiner Meinung nach sollte man so etwas nicht überbewerten bzw. mit der Kritik gegen die Ministerin sachlich bleiben. Viel schlimmer finde ich, dass es Frauen ausgesprochen schwer gemacht wird, weil einige Köpfe sich nicht weiterentwickeln wollen/können. Ein aktuelles Beispiel erlebe ich z.Z. in Stadum. Solange sich dahingehend nichts tut wird auch die beste Werbung keine Aussicht auf Erfolg haben.
    My 2 cents
    Boon

  • tjx5   |   03. Oktober 2014 - 21:59

    Vielleicht ist die „Panne“ eine bewusst platzierte Nachricht mit dem Ziel von den noch größeren Pannen der Vortage abzulenken.

  • Barbara Hampf   |   05. Oktober 2014 - 0:56

    Warum regen sich nur alle so auf? Diese Werbung zeigt nur, was VdL und die Bundeswehrführung wirklich von Frauen denken. Und DAS macht sie höchst gefährlich!