EU plant 200 Soldaten für Ausbildungsunterstützung in Mali

In der Diskussion um eine europäische Unterstützung mit Soldaten für das westafrikanische Mali werden jetzt in Brüssel konkrete Zahlen genannt – und die scheinen recht niedrig, wie Reuters berichtet:

The European Union is considering sending about 200 troops to train Mali’s army to retake the Islamist-held north, but is not willing to deploy them in battle, EU officials said on Tuesday.

Allerdings, und das konterkariert die Überschrift, scheint die gleiche Zahl noch mal als Protection Force vorgesehen:

Instead, EU member states had decided that a combination of training and restructuring was the best option. Roughly 200 trainers, protected by a security force of a similar size, might be involved, said another EU official.

Mit anderen Worten: Das scheint alles noch recht vage. Klar scheint  nur, dass die Europäer sich auf Ausbildung und Hilfe bei der Restrukturierung der malischen Armee konzentrieren. Alles andere wäre eine Überraschung – auch bei den Deutschen, die ja grundsätzlich ihre Bereitschaft zur Beteiligung signalisiert haben.

61 Kommentare zu „EU plant 200 Soldaten für Ausbildungsunterstützung in Mali“

  • Memoria   |   01. November 2012 - 17:06

    Auch interessant – die malische Armee möchte in Rußland „shoppen“ gehen:
    http://de.ria.ru/business/20121101/264854837.html

  • Elahan   |   01. November 2012 - 17:11

    „Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte am Montag die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands, sich an einer Ausbildungs- und Unterstützungsmission der EU für den Kampf der malischen Regierung gegen radikale Islamisten zu beteiligen.“

    „Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat die deutsche Hilfe für einen möglichen europäische Militäreinsatz im westafrikanischen Mali verteidigt und mit deutschen Sicherheitsinteressen begründet. „Mali ist ein Land am Abgrund. Wenn wir es verlieren, dann droht uns ein neues Afghanistan, in der Frühform von Afghanistan – nicht in der jetzigen“, sagte er im ARD-Morgenmagazin.“

    „Verteidigungsminister de Maiziere hat bei Anne Will deutlich gemacht, dass der für Ende 2014 beschlossen Abzug der Truppen nicht vollständig sein soll. Schon länger war klar, dass weiterhin Soldaten und Polizisten ausgebildet werden sollen. Um aber die Ausbilder zu schützen, müssen auch Kampftruppen vor Ort sein.“

    „Nach zehn Jahren ist es offenkundig, dass es in Afghanistan keine militärische, sondern nur eine politische Lösung geben kann.” De Maizière sagte dazu: “Es geht hier nicht darum, einen Krieg zu gewinnen. Es geht vielmehr darum, die Sicherheit für Afghanistan in afghanische Hände zu legen. Das wird keine perfekte Sicherheit sein, aber eine ausreichende.”

    Warum soll das in Mali anders sein, benötigen wir denn da auch 10 Jahre?

  • T.Wiegold   |   01. November 2012 - 17:18

    Ich mach mal einen neuen Thread mit Westerwelle auf…

  • Elahan   |   01. November 2012 - 17:43

    Ist nicht auch für die Tuareg völkerrechtlich das Selbstbestimmungsrecht der Völker garantiert.?

    Wird der angestrebte Staat der Tuareg Azawad, der zwei Drittel des Territoriums von Mali einnimmt, durch die BRD unterstützt?

    Wer wird durch die BRD unterstützt, eine Regierung in Mali, welche die Rechte der Minderheiten nicht respektiert?

    Wer stellt die Regierung in Mali? Die Bambara, die fast ein Drittel der Einwohner stellen, die Malinké, die Senufo, die Sarakolé, die Songhai, die Dogon oder die als Nomaden oder Halbnomaden lebenden in Fulani, die Tuareg und Mauren, die Minianka, die Bozo, die Khassonké, die Bobo oder die Dioula.

    Wäre ein islamischer stabiler Tuareg Staat im Norden von Mali gegen unser Interesse?

    war es nicht die rgierung in Niger welche durch Vertragsbruch, den Konflikt durch einen Aufstand Anfang 2007 privozierte und so die Tuareg im benachbarten Mali über mit hineinzog. (Hintergrund der Konflikts war wohl Forderung der Tuareg, ihre traditionellen Weideflächen in den Gebieten nutzen zu können, die die Regierung Nigers ausländischen Firmen für den Uranabbau überlassen hat.)

    Waren die Tuareg im Unrecht? Müsste man nicht die Tuareg unterstützen?

    waren es nicht die europäer, welche die Grenzen zogen und den Nationalstaat einführten?

    Widerspricht ein zentralistischer künstlicher Staat nicht eher der Afrikanischen Kultur und ist somit der Konflikt für die Zukunft nicht schon vorprogrammiert?

    Was ist das deutsche Interesse in Mali?

  • zog   |   01. November 2012 - 18:55

    @T.Wiegold | 01. November 2012 – 16:56:

    Zumindest für mich funktioniert der Link nicht, da steht nur blauer Text, warum auch immer.
    Meinten Sie diesen Artikel?
    http://thewasat.wordpress.com/2012/10/30/what-to-make-of-foreign-fighters-in-mali/

  • T.Wiegold   |   01. November 2012 - 19:21

    @zog

    Yep, Entschuldigung, der Link war defekt…

  • J.R.   |   01. November 2012 - 19:46

    kurzes OT @ Soenke Marahrens
    JR, welches Buch denn von ihm?
    „The Origins of Political Order“
    Ich finds bisher sachlich, zugänglich und fächerübergreifend geschrieben, und würde dem Ideologie-Vorwurf nicht zustimmen.

  • Arne   |   01. November 2012 - 20:23

    Westerwelle ist bald zurück. Bis dahin hat man das französisch dominierte Konzept sicherlich weiter geschliffen. Parallel wird man die militärischen Einsatzoptionen durchplanen. Hoffentlich bleibt es vorerst bei der Prüfung von Fähigkeiten und dann bei der Ableitung zu Personal und Mandatsobergrenzen. Sonst wäre das Chaos vorprogramiert.

    Ob man wirklich die Auswirkungen eines Einsatzes für die Sahelzone im Auge hat? Da habe ich meine Zweifel. Man muss rechtzeitig medial die richtigen Fragen aufwerfen. Und dann dürfen AA, BMZ und BMVg ihr Konzept im EU-Rahmen erklären, samt Ziel und wann man die Regieon wieder verlassen will. Hoffnung ja, aber daran glauben?

    Ist eigentlich etwas an dem Gerücht dran, dass die DF-Brig vororientiert ist? Oder wie sehen die Planungen für die einzelnen Pakete aus?

  • Soenke Marahrens   |   01. November 2012 - 20:36

    @Jr die Kritik die ich gesehen hatte, war zu end of History

    Danke einstweilen!

  • Elahan   |   02. November 2012 - 14:27

    An der Marginalisierung der Tuareg in den Staaten Mali und Niger und der Miss- bzw. Nichtachtung bis hin zur Unterdrückung der Interessen der Tuareg in den Staaten Mali und Niger sollte sich die BRD nicht beteiligen! Es könnte sein, dass man die falsche Seite unterstützt.

    Noch haben wir bei ihen einen guten Ruf und die Kolonialzeit war in diesem Teil der Welt für uns kein Thema!

  • Hans   |   02. November 2012 - 14:35

    @Elahan

    Zustimmung!
    Ich bin aber pessimistisch, wir haben mittlerweile „Erfahrung“ darin einen guten Ruf zu verspielen!