Zwei deutsche Soldaten bei Kundus verwundet

Das kam mitten in der Nacht und hat deshalb wohl die Nachrichten noch nicht erreicht: Angriff auf eine deutsche Patrouille südlich von Kundus, eine halbe Stunde (!) Feuerkampf, zwei verwundete deutsche Soldaten. Die Bundeswehr-Meldung:

Am 4. Juli gegen 19.45 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (22.15 Uhr Ortszeit) wurden deutsche ISAF-Kräfte bei einer Patrouillenfahrt circa 10 Kilometer südlich der Stadt Kundus mit Handwaffen und Panzerabwehrwaffen angegriffen.
Die deutschen Kräfte haben das Feuer erwidert. Der Feuerkampf war nach einer halben Stunde beendet.
Bei dem Angriff wurden zwei deutsche Soldaten verwundet und erhielten erste medizinische Versorgung unmittelbar vor Ort. Die Soldaten wurden zur weiteren medizinischen Behandlung in das Rettungszentrum im Regionalen Wiederaufbauteam Kundus gebracht. Ein Fahrzeug vom Typ Dingo 2 wurde beschädigt und ist fahruntüchtig.

31 Kommentare zu „Zwei deutsche Soldaten bei Kundus verwundet“

  • Bang50   |   05. Juli 2012 - 7:48

    Verdammte IED`s!

  • T.Wiegold   |   05. Juli 2012 - 7:55

    @Bang50

    Nix IED, ein Angriff/Hinterhalt (?). Jedenfalls direkter Beschuss, so wie die Meldung klingt. Nach meiner Erinnerung ist das in jüngster Zeit so nicht vorgekommen, kann mich aber irren.

  • Bang50   |   05. Juli 2012 - 8:13

    @ T.W

    Patrouillenfahrt (Soldaten halten ja nicht freiwillig in einem Hinterhalt an und steigen aus dem Fahrzeug aus) , Dingo fahruntüchtig, 2 Mann verletzt –> klingt nach IED

    Das dabei heftig geschossen wurde, ist sicher (wieder) eine neue Qualität.
    Der Sachverhalt wird sich bestimmt bald aufklären.

  • Memoria   |   05. Juli 2012 - 8:14

    Soviel zur forlaufenden Verbesserung der Lage. Zumal der Hinterhalt wohl bei Nacht statt fand.

  • Christian   |   05. Juli 2012 - 8:38

    Naja, sowas passiert viel öfter als man das in DEU mitbekommt. Es wird nicht jedesmal jemand verletzt und es wird auch nicht jedesmal berichtet.

  • dallisfaction   |   05. Juli 2012 - 8:43

    Wird hoffentlich nicht dazu führen, dass man nun des Nachts wieder im Lager bleibt.

  • Elahan   |   05. Juli 2012 - 9:42

    Und auch unsere Verbündete haben ständig Verluste, die in den EU Medien nicht erwähnt werden.
    Z.B. 04.07.2012
    Sergeant Diddams was killed in Afghanistan on Monday morning local time after his patrol was dropped by helicopter in pursuit of an

    http://news.theage.com.au/breaking-news-national/aussie-father-of-two-died-in-afghanistan-20120704-21hek.html

  • Martin Eilers   |   05. Juli 2012 - 9:58

    Unseren Kameraden wünsche ich eine baldige Genesung an Körper und Geist. Für Frieden, Recht und Freiheit….. die Berichterstattung in der Presse hält sich bedeckt…ohja, da ist ein C-Promi im Bordell erwischt worden, oh, ein Fussballer hat Schnupfen,…

  • Tiefflieger   |   05. Juli 2012 - 9:59

    War kein IED, war direkter Beschuss. Und ohne Details nennen zu wollen/können hatten die Jungs echt Glück gehabt.
    Sind inzwischen 3 Verwundete und alle Gott sei Dank nur leicht verletzt. Bleiben alle in KDZ.

  • Etienne Rheindahlen   |   05. Juli 2012 - 10:29

    @ Elahan

    Danke für den – traurigen – Link. Was mir auffiel: (Zitat “The Age”)

    “He was shot in the chest and died at a medical facility in Tarin Kowt, despite wearing combat body armour.”

    Deutet das auf schlechtes Equipment oder auf “dirty ammunition” seitens der INS hin…? Natürlich ist “body armour” kein persönlicher Rundum-Sorglos-Schutz – fällt mir trotzdem auf.

    Und zum TIC der letzten Nacht: ich denke, die INS sind nicht sonderlich nachtkampffähig. In welchem Umfang sind eigentlich die ANA-Kräfte durch ISAF bzw. westliche Aufrüstungsprogramme mit Nightvision-Equipment ausgerüstet…? Oder war in AFG gerade Vollmond…?

  • Fred   |   05. Juli 2012 - 10:56

    @etienne
    Soweit mir bekannt sind INS eher besser als die ANA ausgerüstet.
    Und doof sind die auch nicht wenn der Angriff von seiten INS geplant war und sich nicht zufällig ergeben hat, können sie davon ausgehen das die INS wussten was sie taten und entsprechende Ausrüstung hatten.

    Keiner geht mit nem Messer zu ner Schießerei auch INS nicht ;-)

    Gute Besserung den 3.

  • Michael   |   05. Juli 2012 - 10:58

    @Etienne: Auch mit Schutzweste können unglückliche Treffer zu einer tödlichen Verletzung führen. Ansonsten ist auch in Afganistan gerade Vollmond, ja.

  • Henner   |   05. Juli 2012 - 11:01

    Vor ein paar Tagen hatte ein BW-Offizier in einem Interview noch gesagt, die BW werde nicht mehr beschossen. Das wagten die INS nicht mehr, aufgrund der hervorragenden Ausrüstung der BW. Man müsse jetzt nur noch IED fürchten. Ob das die Reaktion darauf war?

  • DIPOL   |   05. Juli 2012 - 11:03

    Vielleicht liegt es daran, dass gerade wieder Ktgtwechsel sein duerfte und die INS ‘den new kids on the block’ erst Mal Angst machen wollen, um sie von Patroillien abzuhalten und sie aus Respekt in den Lagern bleiben. Dieses Muster haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder sehen müssen.

  • Bang50   |   05. Juli 2012 - 11:36

    @Tiefflieger – Danke für die Information! Gute Genesung für die 3 Soldaten!

    @Etienne Rheindahlen
    Kann auch sein das die Platte verfehlt wurde und knapp darüber eingeschlagen ist. –> Weste so einstellen das die Platte fast bis zum Ansatz Schlüsselbein reicht. Das “fatal T” muss unbedingt von der Platte abgedeckt sein.

    Ansonsten kann es auch eine Hartkern 7.62x54mmR (PKM) gewesen sein.–> Level 5 Borcarbidplatten können solche Munition halten, sind aber noch zu exotisch und sehr teuer.

  • MK   |   05. Juli 2012 - 11:47

    Henner, Sie haben nicht zufällig eine Idee wo ich mir dieses Interview mit dem Offizier anschauen/durchlesen kann, ohne gegen die Linkpolicy des Blogs zu verstoßen?

  • Stefan H.   |   05. Juli 2012 - 11:55

    @Etienne

    “Normale” ANA ist nicht mit technischem Nachtsichgerät ausgerüstet. Dies würde auch die die rudimentäre Logistik überfordern (ständiger immenser Batteriebedarf, Ersatzteile).

    Lediglich ein Elite-Btl pro Corps ist Nachtsicht und eingeschränkt Nachtkampffähig (und eng US-gepartnert).

    Früher musste man nur auf die Mondphasenluxtabelle achten, wie die Gefährdung bei Dunkelheit aussieht. Allerdings haben viele Afghanen aktuelle Handytypen. Die Masse der Hersteller baut inzwischen einen Restlichtverstärkermodus in die Kamera ein. Ist zwar nur für <100 m gut, reicht aber halt doch für einen IED-Triggerman…

  • dallisfaction   |   05. Juli 2012 - 11:58

    @MK

    Diese Meinung wurde auch in der ARD-Doku “So nah am Tod” (http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=U7StNP0_w_I) vertreten.

    Dort wird gesagt, man werde nicht mehr beschossen, weil die INS ob der Deutschen Hochtechnologie den Feuerkampf scheuten.

  • Martin   |   05. Juli 2012 - 12:07

    @dallisfaction, der Film ist aus 2011. Das Zitat ist daher leicht aus dem Zusammenhang. Der Film kann übrigens auch in der SWR-Mediathek gesehen und mit entsprechender Software gespeichert werden.

  • Henner   |   05. Juli 2012 - 12:25

    @MK: dallisfaction hat ja schon einen Link benannt. Ob ich diese Aussage dorther habe, oder aus einer dritten Quelle, kann ich leider nicht mehr sagen. Ich weiß nur, dass ich

    a) verwundert war, weil ich bisher davon ausgegangen war, dass Feuerüberfälle auf die BW regelmäßig stattfinden

    b) durch diese Aussage versucht war zu glauben, dass die Sicherheitslage in Afghanistan durch die BW vielleicht doch wesentlich beeinflusst wird.

    Deshalb kann ich die Filmszene tatsächlich vor meinem geistigen Auge ablaufen sehen. Leider hat dieses geistige Auge keinen Videotext.

  • dallisfaction   |   05. Juli 2012 - 12:29

    Ich meines es war Oberst von Sandrart, der diese Aussage getätigt hat.

  • Christian   |   05. Juli 2012 - 13:13

    Der Link auf bw.org wurde aktualisiert:
    Die zwei bereits gemeldeten Soldaten werden im Rettungszentrum des PRT Kundus medizinisch behandelt. Ein weiterer Soldat wurde nach seiner Rückkehr im Distrikt-Hauptquartier Chahar Darreh (DHQ) medizinisch versorgt.

    Alle drei Soldaten sind als leicht verwundet eingestuft und befinden sich in stabiler gesundheitlicher Verfassung. Sie haben ihre Angehörigen selber informiert. Das beschädigte Fahrzeug Dingo 2 wurde geborgen.

  • Alarich   |   05. Juli 2012 - 15:06

    Dingo ist schon ein tollen Fahrzeug ohne dieses Hätte es anders ausgesehen
    Aber warum beschaft BW nicht die DINGO Minenräumer und so weiter die auf der Hompage von KMW zu Finden sind
    http://www.kmweg.de/de/home/radfahrzeuge/dingo-familie-teil-2/dingo-2-minenroller/produktinformation.html

    http://www.kmweg.de/de/home/radfahrzeuge/dingo-familie-teil-1/dingo-2-eod/produktinformation.html

  • markus   |   05. Juli 2012 - 18:43

    http://www.youtube.com/watch?v=HUrcHrxZKpA

    weil wir jetzte die “hochmobilen” roboters haben. wie wir alle wissen, sind sprengfallen auch nur in den seltensten fällen von trupps der INS bewacht oder als hinterhalt gelegt und man hat im fall der Fälle immer Zeit genug das ganze gerödel auf und abzuladen und auf suche zu schicken.

  • Wladimir   |   05. Juli 2012 - 19:23

    Gibts mittlerweile etwas genauere Angaben, wie der DINGO “aufgemacht” wurde?

  • Frank   |   05. Juli 2012 - 19:36

    Es wäre interessant zu wissen ob die INS einen Treffer mit ner RPG gelandet hätten, dann hätte der DINGO sich echt bewährt.

    Zu dem German Rout Clearency Packet, es ist da wo man es braucht:
    in Hauptlager des RC Noth in MeS damit TW und Co. schnell und unkompliziert Fotos davon machen können.
    http://www.flickr.com/photos/75569625@N00/7500209158/in/photostream/lightbox/

  • T.Wiegold   |   05. Juli 2012 - 19:42

    @Frank

    ;-)

    Allerdings war das der Link zum falschen Foto, der Mini Mine Wolf ist hier, aufgenommen in Kundus:

    http://www.flickr.com/photos/75569625@N00/7500184292/in/photostream/lightbox/

  • MK   |   06. Juli 2012 - 10:34

    Danke für den Link, dallisfaction.

    Dann möchte ich mich auch gleich einmal als Kritiker des GRCP outen:

    Viel zu kompliziert, scheint mir! Das GRCP ist an sich ja schon ein kleiner Konvoi nicht unerheblichen Ausmaßes und Personalaufwandes. Da hat man folgende Fahrzeuge: TPz 1 KAI, TPz 1 Bedienerfhrzg., Wiesel 1 Detektor, Mini MineWolf, und zwei gepanzerte Transport-LKW; sechs Fahrzeuge alles in allem, plus die dazugehörigen Besatzungsmitglieder und logistischen als auch ausbildungsrelevanten Konsequenzen.

    Hätte man das nicht auf zwei spezialisierte Fuchs 1A8 herunterbrechen können? Der auf dem KAI montierte Kampfmittelbeseitigungsarm sollte von der Länge doch ausreichen, um der Besatzung im Fuchs ausreichend Abstand zu gewähren, oder täusche ich mich da? Aufbauend auf diesem Fahrzeug wäre auch eine Detektorvariante wünschenswert gewesen, bspw. an einem KAI-ähnlichen aber verstärkten Arm (Frage nach dem Gewicht des Detektorsystems) um auch hier Reichweite aufzubauen, die der Besatzung im Notfall zu Gute kommt.

  • Horst   |   06. Juli 2012 - 15:21

    @Frank:
    Der Dingo wurde gem. Bundeswehr-Pressemeldung mit Handwaffen und PANZERABWEHRHANDWAFFEN beschossen. Nach dem Angriff musste das Fahrzeug geborgen werden (fahruntüchtig) und drei Soldaten wurden leicht verwundet.
    Ich vermute, dass Fahrzeug ist nicht durch Handwaffen fahruntüchtig geschossen worden (Art und Dauer des TIC’s), näheres wird wahrscheinlich der zuständige Presseoffizier/Pressestelle bekanntgeben…

    Ich würe den Dingo aber als bewährtes Fahrzeug ansehen; auch aufgrund anderer Vorfälle. Wobei auch immer Glück im Spiel ist.
    Ist nicht irgendwann mal beim Fennek eine RPG durch den Radkasten rein und mit der Tür wieder rausgeflogen?

  • Dante   |   06. Juli 2012 - 17:05

    Horst
    Genau dass. der Fahrer hat mit den beinen auf dem amaturenbrett geruht, die Rpg ist links rein unter den füssen durch und hat rechts die tür rausgerissen. lg

  • Commander   |   08. Juli 2012 - 20:48

    @ Horst: RIchtig, der DINGO ist ein bewährtes Fahrzeug, aber eben ein Patrouillenfahrzeug, kein Gefechtsfahrzeug.
    Und ja, manchmal muss man Glück haben, z.B. wenn eine RPG zwar das KFz trifft, aber nicht umsetzt. Der Flurfunk flüstert soetwas auch in diesem Falle. Die Verletzungen könnten dann z.B. von Glassplittern herrühren.
    Um es mit den Worten von Tiefflieger zu sagen, die Jungs hatten verdammt viel Glück!
    Eigentlich ist es eine Schande, dass sich niemand von offizieller Seite dazu hinreißen läst soetwas kundzutun. Manche Menschen denken immer wir fahren da spazieren…