ExerciseWatch: Die NATO übt deutlich weniger als Russland

In Russland und Weißrussland steht in den nächsten Wochen die militärische Großübung Zapad 2017 an, und sie wird von der NATO und vor allem von den baltischen Staaten sehr genau und mit Argwohn beobachtet: Die offiziell gemeldete Zahl von unter 13.000 beteiligten Soldaten liegt unterhalb der Schwelle, die nach den OSZE-Vereinbarungen die Entsendung von Beobachtern anderer europäischer Länder erlaubt – vor allem die osteuropäischen NATO-Mitglieder bezweifeln jedoch, dass es unterhalb dieser Schwelle bleibt.

Vor Zapad 17 gibt es bereits einzelne Vorübungen, zum Beispiel eine gemeinsame Logistik-Übung des russischen Westlichen Militärdistrikts und Weißrusslands mit 3.000 Soldaten (Foto oben).

Die Übungsserie wird uns hier sicherlich noch beschäftigen; aktuell aber erst mal eine dazu passende Übersicht der Kollegen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung*. Die haben sich die öffentlichen Mitteilungen zu Militärübungen der NATO und Russlands in den vergangenen Jahren mal genauer angeschaut:

Nach Recherchen von FAZ.NET hat Russland seit 2015 deutlich mehr Militärübungen abgehalten als die Nato und ihre Mitgliedsstaaten in Europa. Die Ergebnisse sind für den Westen alarmierend. weiterlesen

Deutsche Reaktion auf Trump-Rede: Verhaltener Optimismus

Außenminister Sigmar Gabriel, das Auswärtige Amt und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen haben mit verhaltenem Optimismus auf die Rede von US-Präsident Donald Trump zum weiteren Vorgehen in Afghanistan reagiert. Gabriel mahnt die USA, nun müsse gemeinsam besprochen werden, wie das Land friedlicher und sicherer werden könne; ein Sprecher seines Ministeriums begrüßte, dass Washington seinen Einsatz am Hindukusch substantiell fortsetze. Von der Leyen lobte die Absicht der USA, in Afghanistan dem vernetzten Ansatz mehr Beachtung zu schenken. Ein stärkeres militärische Engagement der Bundeswehr schloss sie ebenso aus wie eine deutsche Beteiligung an Trumps erklärtem Ziel, Terroristen zu töten. weiterlesen

„We are not nation building again, we are killing terrorists“

Die USA werden sich aus dem Krieg in Afghanistan nicht zurückziehen, sondern ihn härter als bisher weiter führen und dabei das Ziel verfolgen, das Land nicht wieder zu einer Ausgangsbasis für Terrorgruppen werden zu lassen. We are not nation building again, we are killing terrorists, sagte US-Präsident Donald Trump am Montagabend (Ortszeit) in einer Rede zu einer veränderten Afghanistan-Strategie. Trump kündigte zwar an, das US-Militär solle mehr als bisher freie Hand in seinem Vorgehen bekommen, außerdem werde es mehr Druck auf Pakistan geben und die Anforderung an die Regionalmacht Indien wie auch die NATO-Partner, mehr zu tun am Hindukusch. In Details blieb Trump allerdings vage: Er eröffnete den Weg für eine Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan, lehnte es aber ab, konkrete Zahlen zu nennen. weiterlesen

Kommende Nacht: Trumps Kurs für den Krieg in Afghanistan

US-Präsident Donald Trump wird in der kommenden Nacht (03.00 Uhr deutscher Zeit am 22. August) eine (bislang) seltene Rede an die Nation halten, in der es auch um die künftige Strategie der USA in Afghanistan gehen soll. Die Rede selbst – hier im Livestream – wird uns am morgigen Dienstag vermutlich länger beschäftigen, im Hinblick darauf ein kurzer Überblick, was es bislang so an Informationen dazu gibt.

Die ersten Hinweise auf das weitere Vorgehen in Afghanistan, das Trump mit engen Beratern am vergangenen Wochenende im präsidialen Urlaubssitz Camp David (Foto oben) besprochen hatte, kamen von Verteidigungsminister James Mattis am Sonntag, wie AP berichtete:

U.S. Defense Secretary Jim Mattis said Sunday he is satisfied with how the administration formulated its new Afghanistan war strategy. But he refused to talk about the new policy until it was disclosed by President Donald Trump.
weiterlesen

Dokumentation: Bundeswehr-Interview mit Merkel

In diesen Wochen kurz vor der Bundestagswahl ist die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel eine gefragte Interviewpartnerin. Auch die Bundeswehr-Wochenzeitung Bundeswehr aktuell hat die Kanzlerin interviewt. Zur Dokumentation stelle ich das Interview hier ein, nach Angaben der Redaktion* wurde es schriftlich geführt – deshalb gibt es zu den Aussagen der Kanzlerin auch keine Nachfragen.

(Die Fragen sind kursiv, die Antworten Merkels in normaler Schrift):

Welche persönlichen Erfah­rungen haben Sie im Kontakt mit den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr bislang gemacht?

Es ist mir sehr wichtig, mit den Soldatinnen und Soldaten, aber auch zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sprechen. Aus den vergangenen Monaten sind mir Besuche bei Marine und Luftwaffe in bester Erinnerung. Besonders beeindrucken mich aber auch die Begegnungen im Ausland, wenn ich Bundeswehr-Angehörige bei ihren Einsätzen treffen und sprechen kann. Ich bin tief beeindruckt von dem, was da geleistet wird. Besonders wichtig sind mir auch die jährlichen Treffen mit Angehörigen von Einsatzkräften der Bundeswehr und der Polizei. Es ist großartig, mit wie viel Motivation und Leidenschaft, aber auch hoher Professionalität der oft schwierige Dienst geleistet wird. weiterlesen

weiter »