Abschlussbericht zu Hitzschlag-Kollaps von Offizieranwärtern bis Ende August

Für die Ursache des Zusammenbruchs von vier Offizieranwärtern bei einem Marsch in Munster, nach dem ein Soldat starb, gibt es nach Angaben von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen weiterhin keine heiße Spur. Die Ministerin bestätigte zwar, dass alle vier kollabierten Soldaten einen Hitzschlag erlitten haben. Gemeinsame Ursachen dafür seien aber noch nicht ermittelt worden, sagte die Ministerin am Rande eines Besuchs bei der Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf.

Bislang gibt es auch kein Ergebnis der Obduktion des gestorbenen Soldaten. Von der Leyen kündigte allerdings an, dass bis Ende August, also in zwei Wochen, ein Abschlussbericht zu dem Vorfall am 19. Juli vorliegen solle, der dann dem Bundestag zugehen werde.

Der O-Ton der Ministerin aus dem vom BMVg veröffentlichen Audio:

 

vdL_OA-Vorfall_Munster_16aug2017     

 

(Ich hatte das zunächst als Nachtrag in den vorgangangenen Eintrag zu diesem Thema gesetzt; als Merkposten für den genannten Termin aber noch mal gesondert.)

(Archivbild 2011: Abschluss der Grundausbildung beim Panzergrenadierbataillon 371 in Marienberg – Bundeswehr/Sebastian Wilke)

Militärische Personalstärke der Bundeswehr: Leichte Steigerung im Juli

Mit dem Beginn des zweiten Halbjahres 2017 hat sich die militärische Stärke der Bundeswehr leicht erhöht – und die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten lag Ende Juli knapp unter den – vorerst – angestrebten 170.000. Insgesamt hatten die deutschen Streitkräfte zum Ende des vergangenen Monats 178.823 aktive Soldatinnen und Soldaten, fast 1.000 mehr als im Juni. Die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten stieg von 168.446 auf 169.856, während die Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL) von 9.454 im Juni auf 8.967 im vergangenen Monat fiel.

Das Verteidigungsministerium wertete die neuen Zahlen als Beleg dafür, dass die Trendwende Personal greife. So gebe es inzwischen mehr als 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten (mehr dazu unten).

Die Statistik, die die Bundeswehr am (heutigen) Dienstag – wie üblich unter dem immer gleichen Link – veröffentlichte:

178.823 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt: weiterlesen

Cyber Cyber und die Bundeswehr: Ein bisschen Lesestoff

Ein bisschen Lesestoff zum Thema Cyberwar (in Ermangelung eines besseren Begriffs..):

• Die Stiftung Wissenschaft und Politik hat sich mit dem Thema Digitale Gegenangriffe befasst:

Digitale Gegenangriffe – Eine Analyse der technischen und politischen Implikationen von „hack backs“

• Und, schon einen Monat alt: Vice hat sich mal unter jungen IT-Spezialisten umgehört:

Wir haben junge Hacker gefragt, ob sie Deutschland im Cyberkrieg dienen würden

• Das gehört da auch noch rein:

Government ‚Cyber Troops‘ Manipulate Facebook and Twitter

(Foto: Screenshot aus einem Video der Bundeswehr zum Projekt digitale Kräfte)

Soldaten brachen mit Hitzschlag zusammen – Ursache unklar (Nachtrag)

Die vier Offizieranwärter, die am 19. Juli bei einem Marsch in Munster kollabierten, hatten alle einen Hitzschlag erlitten. Das geht aus einem Bericht zu den bisherigen internen Untersuchungen hervor, die Augen geradeaus! teilweise einsehen konnte. Was ursächlich für diesen Hitzschlag war, ist allerdings noch ungeklärt. Bei den aufputschenden Mitteln, die die Soldaten vor dem Marsch eingenommen haben, handelte es sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums um einen so genannten Energy Drink.

Als Folge des Zusammenbruchs war ein Soldat im Krankenhaus gestorben, ein weiterer befindet sich noch in stationärer Behandlung.

Zu dem Hitzschlag heißt es im internen Bundeswehr-Bericht:

Einschränkungen der Dienstfähigkeit für den OA-Lehrgang bzw. die Ausbildung bestanden bei keinem der vier betroffenen Soldaten.
Bei allen vier Soldaten wurden Körperkerntemperaturen von > 40° C gemessen, sodass von einem Hitzschlag (Hyperthermie-Syndrom) ausgegangen wird.
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Zusammenbruch von Soldaten bei Marsch: Angeblich Aufputschmittel im Spiel

Beim Zusammenbruch von vier Offizieranwärtern während eines Marschs in Munster am 19. Juli, als dessen Folge ein Soldat starb und drei im Krankenhaus behandelt werden mussten, sollen Aufputschmittel eine Rolle gespielt haben. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ; Link aus bekannten Gründen nicht) am (heutigen) Sonntag unter Berufung auf einen internen Bundeswehrbericht:

Einer der Soldaten, die am 19. Juli bei einer Übung in Munster kollabiert waren, sagte nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einer internen Untersuchung aus, er habe gemeinsam mit einigen Kameraden vor dem Marsch Aufputschmittel genommen.

Eine Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. weiterlesen

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