Strandtag in Putlos: Mal gucken, was geht

Der Truppenübungsplatz Putlos, an der Ostsee so etwa auf halbem Weg zwischen Kiel und Lübeck gelegen, ist nicht der Ort, wo so schrecklich viel passiert*. Geschossen wird hier, in der Hohwachter Bucht, meist von Land in Richtung See, und Aktivitäten am Strand bekommen die Urlauber in der direkt benachbarten riesigen Ferienanlage Weißenhäuser Strand auch nur gelegentlich zu sehen.

Am vergangenen Donnerstag sah das mal deutlich anders aus, und es war auch ein kleines Vorfühlen, was so gehen könnte in dieser Ecke der Ostsee. Im Rahmen der multinationalen Ostsee-Übung BALTOPS (eigentlich eine Veranstaltung der U.S. Navy mit ihren Verbündeten, aber faktisch durchgeführt von STRIKFORNATO, NATO Naval Striking and Support Forces) landeten U.S. Marines mit Luftkissenbooten und amphibischen Angriffsfahrzeugen von der USS Arlington, einem amphibischen Transport- und Angrifsschiff der San-Antonio-Klasse, am weißen Stand von Putlos.

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Test bei den U.S. Marines: Kampftruppen mit Frauen weniger effektiv

U.S. Marine drill instructors with 4th Recruit Training Battalion, Recruit Training Regiment, Marine Corps Recruit Depot Parris Island stand at parade rest as they wait to give a demonstration of what recruits encounter during pick-up week, the first week of recruit training, during the 70th anniversary of women in the Marine Corps aboard Marine Corps Recruit Depot Parris Island, S.C., March 1, 2013. The celebration was in acknowledgement of the seventy years of continuous service by women in the Marine Corps. (U.S. Marine Corps photo by Cpl Aneshea S. Yee/Released)

Dem U.S. Marine Corps, der vierten, meist für Interventionen eingesetzten Teilstreitkraft der USA gehören seit mehr als 70 Jahren Frauen an – allerdings nicht in den Kampftruppen an vorderster Front. Ob sich daran etwas ändert, scheint nach einer am (heutigen) Donnerstag bekanntgewordenen Untersuchungsreihe der Marines fraglich: Gemischte Kampfeinheiten aus Männern und Frauen, so das Ergebnis der Untersuchung, sind weniger effektiv als rein männliche Einheiten.

Für diese Untersuchungsreihe hatten die Marines eigens eine Einheit zusammengestellt, in der beide Geschlechter vertreten sind. Die Studie wurde durch Berichte der Washington Post und des Christian Science Monitor bekannt. Aus der Zusammenfassung der Untersuchung:

Combat Effectiveness
• Overall: All-male squads, teams and crews demonstrated higher performance levels on 69% of tasks evaluated (93 of 134) as compared to gender-integrated squads, teams and crews. Gender-integrated teams performed better than their all-male counterparts on (2) events. weiterlesen

Was die U.S. Marines so vorhaben

Marines_30cot2013

Die Geschichte, die der Kollege Dan Lamothe von Foreign Policy ausgegraben hat, ist leider hinter einer Paywall verborgen. Die Powerpoint-Präsentation, die er von der Expeditionary Warfare Conference der U.S. Marines am 30. Oktober irgendwo besorgt hat, steht dagegen offen zugänglich im Netz (daraus ist auch die obige Grafik).

Vielleicht für die Kenner ganz interessant, was die Marines so für die nächste Zeit als wichtigste Herausforderungen ansehen. Wenn auch nicht so ganz überraschend angesichts der ohnehin großen Bedeutung der Seewege für den internationalen Handel und die Urbanisierung der Weltbevölkerung in küstennahen Städten: At the Geo-Strategic level, it’s all about the littorals.

Übrigens spielt dabei auch etwas eine Rolle, was in den deutschen Betrachtungen zur Bedeutung der See meistens nicht erwähnt wird, obwohl es auf der Hand liegt: 95% of international communications travels via underwater cables.

Für die Marines die schlimmsten Flugzeug-Verluste seit Vietnam

Der Angriff von Taliban auf das britisch-amerikanische Camp Bastion in Südafghanistan am 14. September hat hier schon mehrfach eine Rolle gespielt – und in den Kommentaren klang es auch schon an: Neben dem psychologischen Schock, dass Aufständische so weit in eine schwer gesicherte ISAF-Basis vordringen konnten, müssen vor allem die U.S. Marines außer dem Tod des Geschwaderkommodores Staffelchefs die schlimmsten Verluste an Fluggerät seit Vietnam hinnehmen.

Defense Media Network hat die verfügbaren Details des Angriffs nachgezeichnet:
Attack on Camp Bastion: The Destruction of VMA-211

Whatever the organizational outcome, the Sept. 14, 2012 attack on Camp Bastion is arguably the worst day in USMC aviation history since the Tet Offensive of 1968. The last time VMA-211 was combat ineffective was in December 1941, when the squadron was wiped out during the 13-day defense of Wake Island against the Japanese. Eight irreplaceable aircraft (the AV-8B has been out of production since 1999) have been destroyed or put out of action – approximately 7 percent of the total flying USMC Harrier fleet. Worse yet, the aircraft involved were the AV-B+ variant equipped with the APG-65 radar and AAQ-28 Litening II targeting pods – the most capable in the force.

Nachtrag: Der italienische Bloggerkollege und Luftwaffenspezialist David Cenciotti zu den Auswirkungen auf den Harrier-Betrieb der Marines: Camp Bastion attack could be U.S. Marine Corps Harrier fleet’s ground zero

Statt Aprilscherz: Musikvideo

Heute erspare ich meinen Lesern den obligatorischen Aprilscherz – und verlinke lieber auf ein Musikvideo (der Grund erschließt sich relativ schnell):

Katy Perry, Part of Me

(Danke für den Leserhinweis!)

Nachtrag: Ein Leser weist mich auf diesen Bericht dazu hin: Marines say Katy Perry video is good publicity

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