Ein halbes Jahr für eine Vorlage? „In meinem früheren Berufsleben undenkbar“

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Die Rüstungs-Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, die ehemalige McKinsey-Direktorin Katrin Suder, äußert sich extrem selten in Interviews. Vor zwei Wochen hat sie den Kollegen von der Zeit Auskunft darüber gegeben, wie es sich in einem Ministerium so arbeitet, wenn man aus dem Beratungsgeschäft kommt. Das Interview haben die meisten übersehen, weil es weder im Politik- noch im Wirtschaftsteil erschien, sondern weit hinten im Chancen-Teil; und da es jetzt online steht, hier der Hinweis* darauf:

„Der Druck ist viel höher“

Gemeinsam mit Levin Holle, der ebenfalls aus einem Beratungsunternehmen in die Bundesregierung wechselte (ins Finanzministerium), erläutert Suder, wo die Hauptunterschiede zwischen Wirtschaft- und Regierungshandeln liegen. Bis hin zu ganz praktischen Differenzen: weiterlesen

Neue Ausrüstung für die Truppe! (Was wir gekauft haben, bleibt geheim.)

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Ach, was waren Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder stolz. Im vergangenen Jahr mussten sie nicht, wie in den Vorjahren, viele viele Millionen Euro ungebraucht an den Finanzminister zurückgeben. Nein, das betonte Suder mehrfach: Im Haushalt vorgesehene Mittel, die nicht für den vorgesehenen Zweck genutzt werden konnten (zum Beispiel weil Flugzeuge wie der A400M verspätet geliefert wurden), wurden umgeleitet. Um Dinge zu beschaffen, die die Truppe zwar dringend braucht, die aber eben nicht ganz oben auf der Liste standen:

Dass wir es geschafft haben, im letzten Jahr alle Haushaltsmittel zu verausgaben und ein Volumen von fast einer Milliarde zwischen den Rüstungsprojekten umzuverteilen, wäre ohne besseres Risikomanagement, besseres Projektmanagement, mehr Transparenz und schnellere Prozesse nicht möglich gewesen. Das ist ein Beispiel, um zu zeigen, dass die Agenda Rüstung wirkt.

sagte die Staatssekretärin auch noch mal im Januar.

Na, das scheinen doch gute Nachrichten. Deshalb habe ich mal nachgefragt, wofür denn diese fast eine Milliarde Euro denn nun ausgegeben wurde. weiterlesen

Ein neuer Anlauf für den effizienten ‚Staatskonzern Bundeswehr‘

Die Bundeswehr, so der Originalton aus dem Verteidigungsministerium, muss unternehmerische Erfahrung nutzen und wirtschaftliche Ziele verfolgen. Die Zukunft heißt: Schnelle Innovation nutzen, Beschaffungszeiten anpassen, auf den neuesten Stand kommen und da bleiben, lautet die Forderung, mit der die Truppe aus ihren Dauerproblemen vor allem bei der Beschaffung von neuem Gerät und neuer Ausrüstung herauskommen will.

Wer glaubt, diese Zitate stammten von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen oder ihrer Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder, liegt kräftig daneben. Die Orientierung der Bundeswehr auf effizientes, wirtschaftliches Handeln diktierte mir der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping bei einem Interview im Juni 2001 in den Block. So schrecklich viel scheint sich in den fast 14 Jahren seither nicht geändert zu haben: Im Bendlerblock ist in diesen Tagen vom Aufbau eines Kennzahlensystems für den Ausrüstungsstand, die Fähigkeiten und die Einsatzbereitschaft der Truppe die Rede. Von Checklisten für Projekte, aus denen die jeweils aktuellen Zeitlinien, der Finanzbedarf, aber auch Veränderungen in den Anforderungen an neues Gerät beschrieben werden sollen. Von einer Veränderung einer gewachsenen (Un)Kultur, bei der Probleme auf jeder Hierarchiestufe ein bisschen geglättet wurden, bis an der Spitze nur Positiv-Meldungen ankamen. weiterlesen

Was macht eigentlich… Katrin Suder? (2)

Was die für Rüstung zuständige Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Katrin Suder, am (heutigen) Mittwochmittag macht, ist kein Geheimnis: Sie hält einen Vortrag bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).  Zu einem recht interessanten Thema: Rüstungspolitik & Sicherheitspolitik – Anmerkungen zu einem besonderen Verhältnis.

Das klingt so, als müsste man sich das anhören. Leider ist diese Veranstaltung nur für geladene Gäste, und auf meine Anfrage wurde mir mitgeteilt, dass Medienvertreter ausdrücklich nicht zu dem Kreis der Geladenen gehören.

Schade eigentlich. Wäre doch im Sinne von Transparenz und so, die Anmerkungen der zuständigen Staatssekretärin zum Verhältnis von Rüstungs- und Sicherheitspolitik zu verfolgen. Zumal Suder ja nicht ganz so häufig (halb)öffentlich redet. Aber vielleicht, Wünsche darf man in der Vorweihnachtszeit ja äußern, stellt das BMVg hinterher den Redetext auf seine Webseite.

McKinsey-Frau tritt Amt als Staatssekretärin im BMVg an, Umgliederung an der Spitze

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Als neue beamtete Staatssekretärin im Verteidigungsministerium hat die 42-jährige McKinsey-Direktorin Katrin Suder (Foto oben re.) am (heutigen) Freitag ihren Dienst angetreten. Nach Angaben des Ministeriums erhielt sie von ihrem Staatssekretärskollegen Gerd Hoofe (in Vertretung von Ministerin Ursula von der Leyen) ihre Ernennungsurkunde; zugleich wurde auch ihr Aufgabenbereich festgelegt:

Frau Dr. Suder wird die Abteilung Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung unmittelbar unterstellt. Zudem obliegt ihr die Zuständigkeit für Rüstungspolitik und die Angelegenheiten der Abteilung Planung.

Damit wird Suder ausdrücklich auf den Bereich der Rüstungsbeschaffung und -politik festgelegt. Im Unterschied zu ihrem im Februar gefeuerten Vorgänger Stephane Beemelmans gehören Bereiche außerhalb dieses eng gefassten Bereiches nicht zu ihren Zuständigkeiten. Beemelmanns waren die Abteilung Politik, der Generalinspekteur der Bundeswehr mit den ihm unterstellten Abteilungen, die Abteilung Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung (AIN) und der Stab Organisation und Revision unterstellt gewesen. weiterlesen

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