Neues Drohnen-Aufklärungssystem: PEGASUS als historisch unbelasteter Name

Bundeswehr und Verteidigungsministerium haben bei der Namensgebung für ein geplantes neues Aufklärungssystem der Truppe den Strudel zwischen Scylla und Charibdis, äh, zwischen martialischer Benennung und technisch-kryptischer Bezeichnung, erfolreich umschifft. Für die hoch fliegende Aufklärungsdrohne Triton aus US-Produktion (Foto oben) mit der deutschen Aufklärungstechnik namens ISIS im System SLWÜA (Signalerfassende Luftgestützte Weiträumige Überwachung und Aufklärung) wurde mit Entscheidung von Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder der Name Pegasus festgelegt.

Natürlich ist, wie beim Militär üblich, Pegasus ein Akronym (oder wurde zumindest nachträglich als solches deklariert): PErsistent German Airborne SUrveillance System – Dauerhaftes deutsches luftgestütztes Überwachungssystem. weiterlesen

DroneWatch: Der EuroHawk fliegt nicht mehr (m. Nachtrag)

Die Bundeswehr will als hochfliegende Aufklärungsdrohne die Triton des US-Herstellers Northrop Grumman (Foto oben) beschaffen – diese Entscheidung von Generalinspekteur Volker Wieker, die am (heutigen) Dienstag den Fachpolitikern der Koalitionsfraktionen im Bundestag mitgeteilt wurde, ist nicht überraschend: Schon im Oktober 2014 hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen öffentlich verkündet, dass die Triton dem missglückten Versuch EuroHawk folgen soll, dessen Erprobung und Nutzung von ihrem Vorgänger Thomas de Maiziére 2013 gestoppt worden war.

Neu ist allerdings, dass für die Erprobung des deutschen Aufklärungssystems in dieser Drohne, das so genannte ISIS (Integrated Signal Intelligence System), keine Flüge mit dem eingemotteten EuroHawk mehr nötig sind: Inzwischen, so ließ das Ministerium die Abgeordneten wissen, gebe es bessere Möglichkeiten der Auswertung bereits vorhandener Daten von früheren Flügen, die weitere Flugtests nicht mehr erforderlich machten. Zu dem Gesamtsystem, bei der Bundeswehr als SLWÜA (Signalverarbeitende Luftgestützte Weitreichende Überwachung und Aufklärung) bezeichnet, gehören ja die Aufklärungstechnik – und ein funktionierendes und vor allem zugelassenes Flugzeug.

weiterlesen

Demnächst am Himmel über Kundus

Als die Bundeswehr vor sieben Jahren ihr erstes Camp in Kundus bezog, damals noch mitten in der Stadt gelegen, nahmen die Soldaten Rücksicht auf ihre Nachbarn. Auf dem Wachtturm mitten im Feldlager bauten sie eine blaue Bretterwand auf, die den Blick in den Garten des Wohnhauses neben dem PRT versperrte: Die Damen des Hauses sollten sich dort geschützt vor den Blicken fremder Männer aufhalten können.

Wie die heute undenkbare Lage eines Camps mitten in der nordafghanischen Stadt ist auch so viel Rücksichtnahme längst Geschichte. Rundbeobachtungsanlagen, die das Umfeld auf Kilometer überwachen können, gehören mittlerweile zur Standardausstattung jeder Truppenbasis in Afghanistan, und selbst diese Technik schützt nicht vor Angriffen. In der Hauptstadt Kabul und in einigen anderen Orten hat ISAF daraus Konsequenzen gezogen – und eine neue Technik installiert: Ein starres Luftschiff in einigen hundert Metern Höhe, ausgestattet mit modernsten Kameras für Tag- und Nachtsicht, liefert permanent Überwachungsbilder in die angeschlossene Zentrale.

100914-A-5891V-040

A new Persistent Surveillance System is launched at Camp Julien, Sept. 14 2010, to provide the Afghan National Security Forces and International Security Assistance Force officials with an extra level of surveillance capability for security operations to protect polling centers around Kabul, Afghanistan, for the parliamentary elections. The PSS, a floating aerostat (or blimp), has high-tech camera equipment able to provide 360 degree views of the city. (U.S. Army photo by Master Sgt. Travis Vallery via ISAFmedia on flickr)

Und diese Technik kommt bald auch in den Norden Afghanistans. weiterlesen

Vollzugsmeldung: Die deutschen Tornados werden abgezogen

Bin heute unterwegs, deshalb nur der Hinweis auf die Vollzugsmeldung: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat entschieden, dass die deutschen Aufklärungs-Tornados aus Afghanistan abgezogen werden. Damit folgt er, wie das Ministerium so nett formuliert, einer Empfehlung des ISAF-Kommandeurs David Petraeus.

Ein Wort noch zu der scheinbaren Diskrepanz, dass damit nur rund 90 Dienstposten frei werden, während doch im Mandat für die Jets bis zu 500 Soldatinnen und Soldaten genannt sind: Zum einen ist diese Obergrenze für die sechs Flugzeuge nicht ausgeschöpft worden. Zum anderen ziehen mit den Tornados nur die Piloten und das auf diesen Flugzeugtyp spezialisierte technische Personal ab. Die Luftbildauswerter hingegen bleiben – und kümmern sich jetzt um die Bilder, die zum Beispiel die Heron-Drohnen liefern.

MAZAR-E-SHARIF, AFGHANISTAN - MARCH 8:  German ISAF soldiers work on the flight line as German Tornado reconnaissance jets get ready for a mission at Camp Marmal March 8, 2008 in Mazar-e- Sharif, Afghanistan. German Chancellor Angela Merkel reaffirmed the need for public support of Germany's military mission in Afghanistan. The German led Camp Marmal is the forward support base for Regional Command North, which consists of the 9 northern provinces of Afghanistan. Germany has deployed around 3,500 soldiers in northern Afghanistan and Kabul as part of the NATO-led International Security Assistance Force (ISAF). The Germans are also employed with the various Provincial Reconstruction teams ( PRT's ) located in Mazar-e-Sharif, Kunduz, Faisabad. The German government has also faced huge pressure by the US and Britain to dispatch troops to the front lines of southern Afghanistan where NATO forces are battling the Taliban and al-Qaeda insurgents.  (Photo by Paula Bronstein/Getty Images)

MAZAR-E-SHARIF, AFGHANISTAN – MARCH 8: German ISAF soldiers work on the flight line as German Tornado reconnaissance jets get ready for a mission at Camp Marmal March 8, 2008 in Mazar-e- Sharif, Afghanistan. (Photo by Paula Bronstein/Getty Images via picapp)

weiter »