Pistorius kündigt viertes Flottendienstboot an
Die Deutsche Marine und der Cyber- und Informationsraum (CIR) sollen ein viertes neues Flottendienstboot erhalten. Das kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius bei der Kiellegung des dritten Bootes der neuen Schiffsklasse 424 auf der Peene-Werft in Wolgast an. Hintergrund ist auch die Auslastung der Werft nach der Absage an den Bau der Fregatten F126. Der Bundestag muss das Vorhaben noch billigen.
Die Aussage von Pistorius bei der Kiellegung am (heutigen) Montag war erwartet worden: Ausschlaggebend dafür dürfte nicht allein gewesen sein, dass nach den Worten des Ministers das neue Fähigkeitsprofil der Bundeswehr vier solcher Boote vorsieht. Auch der Inspekteur der jüngsten Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum, Vizeadmiral Thomas Daum, hatte seinen Bedarf für ein zusätzliches Boot über die bislang drei geplanten hinaus deutlich gemacht.
Nicht zuletzt aber dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass das Ende der Fregattenklasse F126 für die Werften eben auch in Mecklenburg-Vorpommern eine Gefährdung von Arbeitsplätzen bedeutet hätte – und in dem Küstenland wird am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt.
Die Aussage des Ministers bei der Zeremonie zum Nachhören:
Der Bundestag hatte die Mittel für den Bau von drei neuen Flottendienstbooten bereits 2021 freigegeben – damals übrigens mit dem Ziel des Zulaufs der ersten Boote ab 2027; bei der heutigen Zeremonie sprach Pistorius von einem schrittweisen Zulauf ab 2029.
Die Vergabe an die Lürssen-Werft, heute eine Tochterfirma des Rüstungskonzerns Rheinmetall, war damals auch mit dem Preisschild von 2,1 Milliarden Euro für drei Boote verbunden worden. Inzwischen liegt der Preis pro Boot eher bei einer Milliarde Euro.
Zum Nachhören noch die ganze Rede des Ministers in Wolgast:
(wird ggf. ergänzt)
(Foto: Verteidigungsminister Boris Pistorius bei der Kiellegung des dritten Flottendienstbootes auf der Peene-Werft in Wolgast; neben ihm die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig/SPD – Foto Oliver-Lucca Stamm/Bundeswehr)
Tja da kauft man sich wohl aus Schadensersatzklagen heraus. Zu keinem Zeitpunkt wurde in den letzten Jahrzehnten die Forderung einer Vierten Einheit aufgemacht… und hoppla hop fast beiläufig reicht man Rheinmetall einen Auftrag über fast eine Milliarde über die Theke, wahrscheinlich wird dann noch der dritte Flottentanker bestellt und Rheinmetall lässt Klagen dafür unter den Tisch fallen… ob die Haushälter da mit machen wenn gleichzeitig für alles andere keine ausreichenden Finanzmittel mehr da sind… oder kürzt man dafür das 2. Los F-128 ein¿? Gibt’s dann nur zwei weitere und zwei kampfwertgesteigerte F-123’er?
Na ja. Dann sollte man sofort mit der zusätzlichen Personalgewinnung beginnen, damit in acht Jahren die nötigen Besatzungen an Bord sein werden…
Würde es nicht mehr Sinn machen wenn man endlich mal MUSE mit 6 Schiffen auf den Weg bringt?!
Als Multifunktionaler Nachfolger der Tender mit zusätzlichem Fokus auf den Einsatz von unbemannten Systemen (USV, UAV, usw)
Oder endlich mal die Kampfboote für das seebataillion??
Ah, und von wem kommt das Personal?!
Wollen wir mal hoffen, dass es uns dann nicht so geht, wie den Kameraden der Royal Navy.
Die stellen gerade zwei Schiffe deutlich verfrüht außer Dienst, weil sie die Einheiten personell nicht mehr gefüllt bekommen….
Es lässt sich nur schwer leugnen, dass die Kommentarspalte fest in deutscher Hand ist.
Anstatt es wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen, dass hier eine weitere Einheit einer absoluten Engpassressource beschafft wird, kommen sofort wieder die Bedenkenträger ans Tageslicht um allen zu erklären warum das bestimmt ne schlechte Idee ist und was man nicht alles hätte besser machen können.
irgendwie ermüdend.