Sicherheitshalber der Podcast #110: Wirtschaft, Wissenschaft, Waffen: KI bedeutet Macht! | Schraubt Putin am Risiko?
Sicherheitshalber ist der Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt. In Folge 110 diskutieren Ulrike Franke, Frank Sauer, Carlo Masala und ich über den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI)– und zwar nicht nur im Militär, wofür das Verteidigungsministerium in Berlin gerade eine (gut gelungene) neue Leitlinie erlassen hat. Sondern auch mit Blick auf Abhängigkeiten, Macht und Einfluss in der internationalen Politik und damit verbunden die Frage, wie wir in Europa uns eigentlich zu dem KI-Wettlauf zwischen den USA und China stellen sollten.
Im zweiten Teil nehmen wir den Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig zum Anlass, um über hybride Kriegsführung und den Umgang mit dem wahrscheinlichen Urheber – Russland – zu sprechen. Es mehren sich die Warnungen vor einem Test der westlichen Bündnissolidarität. Außerdem könnte Russland ab Oktober eine Mobilisierung vornehmen. Geht Putin das Risiko einer direkten Konfrontation mit Europa ein?
Abschließend dann wie immer der Sicherheitshinweis, der kurze Fingerzeig auf aktuelle, sicherheitspolitisch einschlägige Themen und Entwicklungen – diesmal mit dem Sicherheitshalber-Filmservice, einem USA-losen Verteidigungsabkommen, desaströsen Zuständen auf einem US-Flugzeugträger und Trumps neuestem Tritt vors Schienbein eines Verbündeten.
KI: 00:01:32
Sicherheit in Europa: 00:55:48
Fazit: 01:26:00
Sicherheitshinweise: 01:28:07
Anlässlich der 100. regulären Folge Sicherheitspod gibt es im Shop jetzt das irre originell benannte “Sicherheitshalber 100 Folgen Shirt”:
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Thema 1: KI
Künstliche Intelligenz, K-9000/102, Bundesministerium der Verteidigung.
Frank Sauer und Vanessa Vohs: Bye bye, human in the loop: (Endlich) neue Regeln für Waffenautonomie, Internationale Politik, 16.07.2026.
Frank Sauer: Mensch, Maschine, Macht: Zur Ethik von KI und Militär, Atlantik Brücke, 21.07.2026.
Frank Sauer: Technologie und Kriegsführung: Zur Tödlichkeit von Waffen, Zeitschrift für Politik 73 (2):149-162.
David E. Sanger, Dustin Volz, Ana Swanson and Julian E. Barnes: The U.S. Military Wants A.I. Dominance. Feuds and China May Thwart It, NYT, 16.08.2026.
Interview mit Thomas Metzinger: “Unser Geist verändert sich”, SZ, 31.07.2026.
Ulrike Franke, Flash Wars: Where could an autonomous weapons revolution lead us? – European Council on Foreign Relations, 22.11.2018.
Thema 2: Sicherheit in Europa
Illia Kabachynskyi: Putin Is Dragging Russia Into Years of War With Its Biggest Mobilization Since 2022, United24Media, 12.08.2026.
Lara Seligman and Yoko Kubota: U.S. Intel Finds Putin Could Test NATO’s Resolve With Limited Incursion, WSJ, 06.08.2026.
Charlie Edwards and Nate Seidenstein: The Scale of Russian Sabotage Operations Against Europe’s Critical Infrastructure, IISS, 19.08.2025
Ulrike Franke: Europe Can No Longer Ignore That It’s Under Russian Attack | WPR, 01.10.2025.
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP): Aufklären, Abschrecken, Verteidigen – Ein Konzept zur Abwehr des hybriden Krieges gegen Deutschland, 07.07.2026.
Interview mit Frank: «Wir werden den heutigen Herausforderungen nicht gerecht», NZZ, 07.08.2026.
Der Spiegel: KNDS: Explosion in Munitionsfabrik von deutsch-französischem Rüstungskonzern bei Rom, 13.08.2026.
Frank Stier: Investigation following an explosion at Bulgarian arms factory EMCO, Security.Table, 12.08.2026
Ulrike Franke: Buzzkill: How to defend Europe against drones, 17.08.2026.
Sicherheitshinweise
Frank: Die 3 Filme sind: Oblivion, Edge of Tomorrow, Project Hail Mary (erst Buch, dann Film!)
Rike: Verteidigungsabkommen zwischen Türkei, Pakistan und Saudi Arabien
Thomas: Die Probleme der U.S. Navy mit einem Flugzeugträger zeigen die Achillesferse der power projection
Carlo: R.I.P. Pivot to Asia?
BlueSky:
Sicherheitspod: @sicherheitspod.de
Rike: @rikefranke.bsky.social
Frank: @drfranksauer.bsky.social
Carlo: @carlomasala1.bsky.social
Thomas: @wiegold.de
Zu Thema 2.
Rike Franke, herzlichen Dank für den rechtzeitigen Hinweis auf https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2026/08/DrohnenCochstedt.html alles andere als ein operatives Drohnenabwehrzentrum.
„Das Technologiezentrum bündelt Kompetenzen und Forschungsinfrastrukturen des DLR und verbindet diese eng mit den praktischen Anforderungen von Sicherheitsbehörden und Industrie“.
Dennoch ist die Anmahnung von „doch endlich mal ins Handeln kommen“ (Frank Sauer?) unbedingt richtig.
Im erweiterten Zusammenhang beachtenswert ist ein Interview im DLF „Informationen am Morgen“ mit der DGAP/Jan Stöckmann https://www.deutschlandfunk.de/hybride-abschreckung-wo-stehen-wir-und-europa-interv-mit-jan-stoeckmann-dgap-100.html
„Hybride Abschreckung – Wo stehen wir in Europa“.
Also nicht weiterhin „nur“ reaktiv über hybride Abschreckung, vielmehr aktiv über hybride Verteidigung, hybride Gegenmaßnahmen (sic!) und Aufwuchsbefähigung des BND handeln.
Die Bundesregierung muss tätig sein noch bevor wieder ein Drohneneinflug (zu Leipzig sind offenbar erneut U.S. Dienste dankenswerterweise die Hinweisgeber), eine Cyberaktion gegen Kritis Wirkung zeigt, und Politik um Handeln nicht mehr herum kommt.
Drohnenverteidigung muss sozusagen tagtäglich einer SOP in Bund und Land folgen.
Zu den Sicherheitshinweisen.
Die Erwähnung des Mekka-Bündnisses (Rike Franke), der Mekka- Vertridigungspakt, ist richtig. Es haben sich dort angesichts erkennbarer Trump-Schwäche (nicht U.S. Schwäche) drei sunnitisch-muslimische Staaten zusammengefunden, gegen den jüdischen Staat, gegen den schiitisch-muslimischen Staat Iran, mit Ägypten offenbar im Türeingang.
Eine künftige Podcast-Ausgabe dazu ist sicher sehr willkommen.
Zur Einordnung dieser „Arabischen Liga mit Truppentransporter als ständigem Sitzungssaal“. Es ist vor allem ein aussenwirtschaftliches Forum Pekings.
Three ways China benefits from Saudi-Turkey-Pakistan pact: What to know
The pact points to a more multipolar Middle Eastern security order, one in which Washington is no longer the unquestioned center of Gulf security.
https://www.al-monitor.com/originals/2026/08/three-ways-china-benefits-saudi-turkey-pakistan-pact-what-know
Der Mekka-Verteidigungspakt zur Regelung gegenseitiger Beistandspflicht der drei Staaten im Falle eines militärischen Angriffs hat anscheinend Katalysator-Qualität, die im WH Reaktionen provoziert.
Offenbar wird die Streitkräftepräsenz und damit die sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit den Staaten im „Gulf Co-Operation Council“ hinterfragt. Die UAE, der Oman, Qatar, Kuwait aber auch Saudi Arabien als nunmehr Mitglied im Mekka Pakt wären bei Änderung der U.S Truppenpräsenz betroffen. Vordergründiger Anlass zur wahrscheinlichen Reduzierung der Streitkräfte am Golf sind die Verluste auf den exponierten Stützpunkte infolge iranischer Luftangriffe seit Februar 2026.
Mit Bezug auf die „Washington Post“ @visionergo dazu:
„The lesson for Washington extends beyond Iran. Massive, concentrated bases are increasingly becoming expensive targets in an era of cheap drones, ballistic missiles and precision strike systems. A more dispersed U.S. posture could make American forces harder to target while preserving their ability to rapidly project power across the Middle East. If implemented, the shift would represent one of the most consequential lessons the Pentagon has drawn from the Iran war: regional dominance increasingly depends not just on how much firepower America deploys, but on how difficult that firepower is for an adversary to find and destroy“.
Bei Umsetzung der Planungen bedeutete dies eine umfassende Änderung der sicherheitspolitischen Lage im Nahen/Mittleren Osten, zum Nutzen für den Iran in seinem Streben als Hegemon am Golf und folgend auch für Peking, das die offenbare Schwäche Washingtons sicher unmittelbar ausnutzen wird; zum Nachteil allerdings für Israel.
Die Relevanz vom Mekka-Pakt als regionale Sicherheitsorganisation steigt ohne eigenes Zutun.
Was passiert, wenn Washington die Abhängigkeit der EU vom Silicon Valley als Waffe einsetzt und den „Kill-Switch“ für die Technologie betätigt?
US-Exportkontrollen zwangen im Juni das Unternehmen Anthropic dazu, ausländischen Staatsangehörigen den Zugang zu zwei seiner fortschrittlichsten KI-Modelle zu verwehren – ein Vorgeschmack darauf, wie staatliche Zugangsverbote für Spitzentechnologie aussehen können.
Die Risiken wachsen, dass die Trump-Regierung die übermäßige Abhängigkeit Europas von US-Technologie als Druckmittel nutzen könnte.
Eine Studie von Proton zeigt, dass das Risiko “US-Kill-Switch” mittlerweile als ebenso hoch eingeschätzt wird, wie durch Cyberattacken. (https://proton.me/business/blog/business-continuity-survey)
@Silicon Implantate:
Proton hat natürlich ein ureigenstes Interesse daran, dass diese Studie ihr zentrales Geschäftsmodell untermauert, auch wenn ich den Laden sehr schätze.
Die USA müssen sich genau überlegen, wann sie so ein Instrument einsetzen, denn die chinesischen Modelle sind nur wenig schlechter, dafür um Größenordnungen billiger und oft open weight. Das gefährdet extrem die Geschäftsgrundlage der Techkonzerne, die den Kram nicht querfinanzieren können (Open AI, Anthrophic).
Nur haben die USA halt gerade keine Führung, die sich durch überlegtes Handeln auszeichnet.
Guter Podcast wie immer.
Wer aus Insiderkreisen mehr zu den Zuständen auf diesem Flugzeugträger-des-Grauens wissen will:
https://youtu.be/XPNwCkzsSIM?is=vcqXjajjd9wb992i
( Ward Carrol ist ehemalier US-Navy-Pilot, war auf Flugzeugträgern als Waffensystemoffizier hinten im Cockpit, sehr reichweitenstarker youtube-Kanal ).
Gruselige Situation. Die Betroffenen und ihre Verwandten sind entsetzt, das Pentagon wiegelt ab. Wie immer halt…
Zur Drohnensituation:
Gut zusammengefasst, auch den Kasus Knacksus. Zum ersten Mal in der konkreten Situation ist militärischer Sprengstoff nachweisbar im Land da wo er nicht hingehört… Flughafen war gestern, was wird morgen sein ?
Bahnstrecke, Konzert ? Und am Wochenende ist Fussball-DfB-Pokal…
Zum Mekka-Pakt:
Höchst bedenklich. Und den rosa Elefanten im Raum will keiner sehen.
Ein Land mit Atomwaffen paktiert mit einem Land mit extrem viel Geld. Was könnte da wohl passieren… ?
@Apollo 11: Das Land mit viel Geld hat von Beginn an das Atomprogramm finanziert.
Weissman, Steve R.; Krosney, Herbert (1981). The Islamic Bomb. Times Books. p. 45. „Bhutto sought financial backing from several Arab states, including Libya and Saudi Arabia, to help finance Pakistan’s nuclear weapons program.“
vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Pakistan_and_weapons_of_mass_destruction#cite_note-Weissman_1981_45-11
#AoR sagt:
@Apollo 11: Das Land mit viel Geld hat von Beginn an das Atomprogramm finanziert.
Man hofft das dieses Land mit viel Geld jetzt nicht der Meinung ist:
* ZAHLTAG *
Zum Thema autonome Waffensysteme:
„und so ein bisschen drauf zu achten, dass wir den Krieg nicht komplett entmenschlichen“
Dieser Satz von Frank Sauer fasst den aktuellen Stand wohl ganz gut und ehrlich zusammen.
Der Rest dazu hat mich weniger überzeugt und war wohl eher Beschwichtigungsrhetorik, dass Autonome Waffen ja im Prinzip nichts neues sind.
Es stimmt schon, dass die BW auch vorher schon „autonome“ Waffensysteme hatte, aber Panzerminen sind nicht geächtet, weil sie eine „Entscheidung treffen“ – die trifft eine Antipersonenmine auch, ihr Trigger zum auslösen ist nur niedriger und sie betrifft viel mehr zivile Menschen, nicht nur Bauern mit Traktor („Kontext“).
Ansonsten würde nach dieser Logik auch eine primitive Fallgrube eine „Entscheidung“ treffen, wo eine Maus darüber huschen kann, aber ein Mensch würde hineinfallen weil er das Gewichtslimit überschreitet (im Vietnamkrieg wurde so etwas ja noch durchaus militärisch erfolgreich eingesetzt). Aber da haben Menschen entschieden ein Gebiet zur Todeszone zu erklären.
Anders ist der Vergleich zu Zielsuchraketen mit Infrarotsuchkopf, die suchen sich einmal abgefeuert in der Tat selbstständig ein Ziel und das kann dann auch ein Ziviles Flugzeug anstelle eines Kampfjets sein, wie ja schon vorgekommen.
Aber auch hier entscheidet ein Mensch sie zu starten, aber der Zeitraum ist überschaubar – kontrollierbar. Sie trifft nicht ein Ziel erst morgen, sondern jetzt gleich oder gar nicht.
Der fundamentale Unterschied ist, das autonome Waffensysteme ganz andere Möglichkeiten haben.
Insbesondere wenn sie viele Sensoren und Waffensysteme vernetzen und 24/7 aktiv sind – und vom Prinzip vollautomatisch laufen können. Es ist eine Entscheidung sie durch menschliche Operatoren zu beschränken, keine technische Limitierung.
Man sollte sich schon bewusst machen, dass die Möglichkeiten hier potentiell sehr dystopisch sind. Computersystem lassen sich übrigens auch hacken. Auch Terroristen haben manchmal einen schlauen Kopf in ihren Reihen.
Also grundlegend, ja klar, wenn man nicht hoffnungslos militärisch zurückfallen will, kommt man um autonome Waffensysteme aller Art nicht herum. Aber es sollte nie vergessen werden, wo die Reise aktuell hingeht. Wenn das wirklich alle Wissen – quer durch die Bevölkerung – und nicht nur ein paar Spezialisten, dann gibt es vielleicht auch Chancen, dass hier erfolgreich autonome Rüstungsbeschränkung betrieben werden kann. Idealerweise noch, bevor die nuklearen Waffensysteme in die autonome Killchain eingebaut werden.
Aber aktuell sieht es eher so aus, dass bald Nuklearwaffen im Weltraum stationiert werden und jegliche Normen Schritt für Schritt verschwinden.
@Apollo 11 Den Eindruck habe ich seit 2020.
https://www.iiss.org/online-analysis/missile-dialogue-initiative/2025/02/riyadhs-silent-ballistic-missile-surge/
Und:
https://mei.edu/ar/publication/saudi-arabias-nuclear-program-and-china/
Analog zum letzten Link gab es nen guten Artikel bei Al-Monitor den ich auf die Schnelle nicht finde.
Die Hintergründe hier können auch erklären warum Trump sich genötigt fühlt die Saudis beim Anreichern zu unterstützen. Alternative könnte sein dass die Saudis sich einfach mit Sprengköpfen beliefern lassen.
Ob der Killswitch nun in Peking oder Washington betätigt wird, ist im Ergebnis irrelevant.
Wichtig ist vor allem, sich bei Technologiekäufen dagegen zu wappnen, dass einem der Teppich unter den Füßen weggezogen wird. Dazu gehört auch, Abhängigkeiten hinsichtlich der Firmware zu lösen.
Meines Erachtens ist ohnehin in den USA gerade ein Trend beobachtbar, der selbst den Endverbraucher in eklatanter Weise um die von ihm „gekaufte“ Technik betrügt, indem immer mehr Anbieter ihre Produkte auf Abomodelle umstellen und Möglichkeiten einbauen, die es ihnen ermöglicht, unliebsame Kunden abzuschalten wie Peter Lustig am Ende von „Löwenzahn“.
Die Legislative ist diesen Bestrebungen um Längen hinterher, bzw. tut im Falle der USA ohnehin nichts Substanzielles dagegen.
Worauf man gespannt sein darf: Welche Reaktionen wird es geben wenn ein fünftes Land ( welches auch immer ) inoffizielle Nuklearmacht wird.
Die Reaktionen bisher:
– Massive Sanktionen gegen Nordkorea. Immer noch.
– Indien und Pakistan wurden ebenso sanktioniert. Bis man sie geopolitisch brauchte. Aufhebung nach 20+ Jahren, Da muss man eben durch…
– Am geschicktesten hat es Israel gespielt. Kein offizieller A-Bomben-Test. Es wird zu diesem Thema weder kommentiert noch dementiert. Die einzig relevante Sanktionsmacht ( die USA ) ist mit Israel so stark verflochten das es selbst Sanktions-Überlegungungen wohl nie gab.
Nach Lektüre dieser Liste wird klar wo die verstrahlte Reise hingehen könnte. “ you can get away with it wenn you play it right „… Auch die Golfstaaten sind stark mit den USA verflochten. Und mit Sicherheit extrem pikiert bzgl. der Iran-Situation die ja gleich mehrere deren Geschäftsmodelle grundsätzlich in Frage stellt.
Der Druck etwas in die eigenen Hände zu nehmen ist also stark gestiegen.
Oder um es mit den Worten eines berüchtigten Politikers aus Ostdeutschland zu sagen:
*** „Niemand hat die Absicht eine Bombe zu bauen“ ***
Schaun mer mal…
Die Drohungen von Lawrow und die Drohne in Leipzig könnte man auch als Verzweiflungstat Russlands betrachten. Sie wissen sich nicht mehr anders zu helfen. Eigentlich müsste doch das unbesiegbare Russland den Zwerg Ukraine längst besiegt haben. Warum nicht? Weil UKR u.a. mit viel Material, Geld, Know-How und Infos am Leben erhalten wird. So hat die UKR sichere Häfen und Produktionsstandorte, wärend UKR Drohnen die Öl- und Rüstungsindustrie in RUS frei ins Ziel nehmen können. RUS kann uns nicht offen angreifen.
Also verwenden sie Low-Budget/Profile-Lösungen (Drohnen, Hacking, Wegwerf-Agenten) um uns beschäftigt zu halten, damit wir z.B. unsere Patriot-Missiles für uns selbst aufheben. Ich denke, wir brauchen weder zu eskalieren noch zu deeskalieren, allerdings sollte die UKR so ausgestattet werden, dass sie endlich aus eigener Kraft das Ende der Kampfhandlungen erzwingen kann.
Diese hybride Kriegsführung ufert in den letzten Jahren aus. Man hat den Eindruck bei Russland verdeckt, bei China eher offen.
„Friedens-Dividende“ – Entwicklung nach dem kalten Krieg:
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– 1989 Mauerfall
– 1994 Abzug des russischen Militärs aus Ostdeutschland.
– 1994 / 1995 wird oft als der Höhepunkt der Entspannung beschrieben.
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– Putin kam an die Macht im Jahre 2000, allerspätestens da ging es wieder deutlich bergab mit diversen Scharmützeln.
– China erhob 2009 mit der 9-Striche-Linie erstmals unverholen Gebietsansprüche im südchinesischen Meer. Untermauert mit Errichtung von Militärstützpunken ebendort und Aktionen seiner „Küstenwache“.
– 2014 zog Russland nach mit der Annektierung der Krim. Weitere Scharmützel zeitgleich Richtung Donbass.
– 2022 dann Ausbruch eines klassischen Krieges mit Vollinvasion der Ukraine.
Russland konzentriert sich heute ( nolens volens ) auf die Ukraine. Geld wird u.a. durch eine grosse Schattenflotte generiert. Teils mit Militär-Eskorte. Wohl auch deshalb Abzug im grossen Stil von Kriegsschiffen aus dem Mittelmeer wie aktuell berichtet wird.
China baut seine Atommacht aus. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten steigt die Anzahl der Sprengköpfe deutlich. Das könnte auf eine gewünschte Abschreckungswirkung bzgl. der Situation der 9-Striche-Linie hindeuten.
Ähnlich versucht dies auch Russland. Aber eher lawrowmässig verbal, Sprengköpfe hat man ja reichlich.
Ein echtes Problem sind die vielen Attacken, ich nenne es mal Terrorakte, auch hierzulande. Sollte es sich um Staatsterrorismus handeln ist der Urheber im Grunde nicht sicher feststellbar.
Das aktuell grösste Problem, auch für das Sicherheitsgefühl im Lande, ist das erstmalige Auftauchen von militärischem Sprengstoff in Deutschland gesteuert wohl von einem staatlichen Akteur. Und mit der heutigen Drohnentechnik kann da im Grunde alles passieren. Das können hochpräzise auch die vielzitierten „Wegwerf-Agenten“.
Auch möglich ist das so etwas nicht wieder geschieht, „Panik“ hat man ja schon verbreitet.
Aber sicher ist heute nichts mehr. Da waren wir vor 30 Jahren schon mal weiter…
Nachtrag:
Es gibt neue Erkenntnisse zum Leipziger Drohnen-Zwischenfall.
Oder sollte man eher sagen neue Infos wurden durchgestochen:
https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/drohne-leipzig-110.html
Eine dritte Drohne war involviert und kolportiert 50 gr. Hexogen wurden gefunden.
Zitat:
„…nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte…“
( Anmerkung: Hexogen wird zwar vom Militär benutzt, es gibt aber auch zivile Verwendungen wie in Schneidladungen beim Abbruch-Sprengen von Brücken und Hochhäusern. Im Gegensatz zu bspw. SEMTEX, das wird rein militärisch verwendet, ist also tendenziell besser bewacht )
Das Vorhandensein gleich zweier Sprengstoffsorten an die sehr schwer heranzukommen ist deutet auf einen staatlichen Akteur hin. Zumindest im Hintergrund…
Vor allem bei SEMTEX könnte man anhand von Markern auch Rückschlüsse auf die Herkunft ziehen.
Im Luftverkehr waren solche Sprengstoffe schon immer ein Problem ( Bsp. Lockerbie-Absturz einer 747. Das waren 300 gr. SEMTEX ).
Deshalb hatte man sich entschlossen immer Marker beizufügen. Bspw. Metallpulver. Denn nicht jeder Flughafen hat genügend schweineteure CT-Scanner die das auch ohne erkennen. Normale Röntgengeräte aber schon…
Bei der möglichen Sprengstoffherkunft schweigen sich die Behörden aus, ist aber verständlich…
@WielanddS:
Diese Situation hat Russland ja selbst herbeigeführt. Putin dachte ja offenbar, es sei nach drei Tagen, bzw. immerhin wenigen Wochen vorbei, wie 2014 nach der Besetzung der Krim. Die Korruption und (relative) Unfähigkeit in den russischen Streitkräften hat ihn eines Schlechteren belehrt. Hinzu kam das Motivations- und Informationsproblem der Russen. Die ukrainischen Verteidiger wussten von den russischen Plänen aufgrund geheimdienstlicher Informationen und Abhörerfolgen scheinbar mehr über den Aufmarsch- und Invasionsplan als die Soldaten, die ihn letztlich ausführen sollten.
Zudem hatte die Ukraine auch nicht mehr so viel von der starren und hierarchischen Armeestruktur, wie noch 2014 und bis heute in den russischen Streitkräften, was die Performance im Feld deutlich erhöht hat.
Dass die Ukraine trotzdem anfänglich durchaus arg gebeutelt wurde, lag an der schieren Übermacht der russischen Materialansätze in den Battaillonskampfgruppen mit absoluter Artillerieüberlegenheit. Ziel der Ukrainer war daher von Beginn an, hauptsächlich immer die Logistik. Depots, Lager, Bahnknoten… Seit die Ukraine in der Lage ist, auch nach Russland hinein effektive Schläge gegen die russische Logistikkette zu führen, ist die Effizienz der russischen Kräfte erheblich eingeschränkt.
@apollo 11
„Verstecken wir den Speck und bringen nur noch Gemüse auf den Tisch, sonntags vielleicht ein Stückchen Mettwurst oder ein Krebslein aus der Pleiße dazu. Und wer kommt und etwas will, der bekommt statt Fleisch ein Schälchen Gemüsebrühe und all die Bettler und Steuereintreiber werden sich nach Halle oder Dresden orientieren.“ (Malthus Hempel, Leipzig)
Zwei Jahrhunderte später sind die Zutaten und der Zweck freilich andere, das Instrument der Täuschung aber ist aktueller und wirksamer denn je. Mensch heute fragt sich „Was kann ich noch glauben“, damals vielleicht eher noch „was kann ich wissen“. Früher verdarb man sich den Magen, heute eher die kognitive Redlichkeit. Das Leipziger Allerlei von damals jedenfalls wird heute eingedost und ist zum Verzehr geeignet.
Doch Vorsicht bei Nitopenta (aka RDX „Research Department Explosive“) in Blechdosen, welches nicht gezündet wurde. Oh nein, da besteht keinerlei Gefahr für Leib und Leben, wohl aber für die kognitive Unversehrtheit, denn die Zündung soll in den Köpfen relevanter Entscheider stattfinden. Voraussetzung allerdings ist, dass die medial taugliche Ladung auch „gefunden“ wird.
Wie zuverlässig Nitropenta gezündet werden kann (wenn man es denn auch will), kann anhand der „Hezbollah-Pager“ beispielhaft errechnet werden. Aber bei den Leipziger Event-Tagen ging es um das zuverlässige Auffinden, ganz ohne Schaden anzurichten – auch wenn das als eine unglaubliche Reihe von Pleiten, Pech & Pannen wahrgenommen werden kann. Der Auftrag könnte gewesen sein: Zeigt mal was ihr könnt, aber der Erfolg liegt im Scheitern!
Es stellen sich nun ganz zentral die Fragen, wem nützt das, und warum gerade mit diesem exzellenten(!) Timing?
Überwältigend war die Freude über die Ereignisse in relevanten politischen Kreisen. „Zum Glück ist nichts passiert …, aber wir brauchen dringend … !“ Großartiges Empörungspotential mit maximaler Emotionalisierung, ganz ohne Kosten (mal ausgenommen Einsatzkosten, Forensik, juristische Folgekosten). Eine Alarmübung unter fast(!) realen Bedingungen? Ganz großer Applaus gilt dem Drohnenpiloten, der es schaffte, dass seine Drohne von einem mutig und beherzten Busfahrer bemerkt und sogar eingefangen werden konnte. Konfrontiert man Drohnenpiloten mit dieser Story, die solche Einsätze täglich und wirkungsvollendet ausführen, können diese ein breites Grinsen kaum unterdrücken.
War das die beabsichtigte Wirkung, just-in-time für ein zeitenwendiges Gesetz (frei nach Dobrindt), das noch ein wenig Entscheidungshilfe und aktuellen Realitätsbezug braucht, den es dafür im benötigten Ausmaß noch nicht gab? Um etwaige „Nebenwirkungen“ kümmern sich begleitend im journalistisch-edukativem Einsatz sog. Terror- und Geheimdienstexperten, damit das Wahlvolk sich dabei nicht gar zu unwohl fühlt.
[Danke für Ihren ersten Kommentar hier. Wirkt schon ein bisschen, als hätten Sie geübt. Lohnt es sich, im Verschwörungsgeschäft unterwegs zu sein? T.W.]
Thema 2.
Dem Kanzlerwort von „das wird einen Preis haben“ zur misslungenen Drohnenattacke in Leipzig folgen jetzt Taten?
Im Zusammenhang, das neue BND Gesetz wird schnell verabschiedet werden, als Teil von Reselienz des Staates, weg vom Beobachter-Dienst, hin zum offensiven Operateur, der Dienst darf dann also mehr als nur beobachten und anschließend die CIA informieren?
„Berlin steht vor einer drastischen Verschärfung seiner Beziehungen zu Moskau: Bereits in den kommenden Tagen plant die Bundesregierung, Russland für den versuchten Sprengstoffdrohnen-Anschlag in Leipzig verantwortlich zu machen und „umfangreiche“ Maßnahmen anzukündigen, wie drei mit dem Vorgang vertraute Personen WELT AM SONNTAG und „Politico“ ( Artikel in English bei Politico ohne Paywal) berichteten“.
Gem @BrennpunktUA auf X.
Passend dazu Prof Neitzel bei Streitkräfte&Strategien über Ratcliffe, Putin, Merz.
https://ndr.de/nachrichten/info/streitkraefte-und-strategien,podcast2998.html
🇷🇺Verhalten von Leipzig hat einen Preis: Dann los Kanzler.
🇩🇪BND schützt unsere Demokratie, lasst ihn von der Kette.
🇩🇪Bw, grundlegende Strukturreform. Brig sind zu groß, ➡️ Führungsspanne zu breit, ➡️nicht führbar.
Thema 2
@Christian Bühring hatte im inzwischen geschlossenen Faden gefragt, inwieweit die „PzBrig 45 die RUS Expansion hindern“ könne.
Ich hab mir durchaus länger überlegt, ob überhaupt, wenn ja wie auf eine derart operativ unbedarfte Frage zu antworten wäre.
Kurze Antwort: Nein, das kann x45 nicht, sie wird aber einen wesentlichen Beitrag erbringen.
Die Litauen-Brigade ist für den Einsatz gemeinsam unmittelbar mit der „NATO Battlegroup LTU“ sowie der „1. LTU Div“ (2 MechBrig, 1 InfBrig), 1 InfBrig FreiwilligenSK in der Grundgliederung verfügbar. Gerundet stehen damit in Litauen Kräfte von 2 MechDiv.
Dass die linken/rechten Nachbarn in LVA, EST etwa gleich stark aufgestellt sind, POL mit präsenten U.S. Kräften in Brigadegröße ebenfalls operativ wirken kann, erwähne ich nur zur Sicherheit, denn das ist Ihnen entgangen?
Ihre Anmerkung zu x45 wäre vergleichbar mit einer evtl Frage zum KK, ob eine DEU Brig die sowjetischen Kräfte in der ex „DDR“ hätte „hindern“ können.
Nein.
Aber im Verbund der NATO SK.
Nochmal PzBrig 45.
Positives zur Infrastruktur.
@loyalmagazin
Bei der #Litauenbrigade geht es voran, das zeigt unsere Recherche vor Ort: Die Litauer legen ein beachtliches Tempo beim Bau der neuen Kaserne in #Rudninkai vor, wo ein Großteil der #Panzerbrigade 45 „#Litauen“ ab nächstem Jahr stationiert werden soll. Laut Angaben des litauischen Verteidigungsministeriums wird der neue Standort für die deutsche Panzerbrigade zehn Monate früher fertig als ursprünglich geplant, also schon Ende dieses Jahres.
https://www.reservistenverband.de/magazin-loyal/baustelle-die-neue-litauenbrigade/
Litauischer Enthusiasmus funktioniert. Die Einsatzbereitschaft von x45 zu Ende 2027 ist infrastrukturell zumindest vor dem Plan.
@KPK:
Die Bundeswehr ist m.E. vor allem deshalb nicht agil führbar, weil sie sich mit internen Verwaltungsvorschriften massiv selbst im Weg steht. Reisekosten müssen auf einem Formular aus der Hölle beantragt und von BwDLZ Pusemuckel an der Knatter genehmigt werden. Und wenn man ein nicht mehr aktuelles Formblatt verwendet, heißt es „sorry, bitte alles nochmal mit dem richtigen Formblatt“. Vorausgefüllte Online-Vorlagen sind nicht drin, die Daten bei SAP werden gepflegt (oder auch nicht)… Man kriegt überall irgendwelche Bekleidungs- und Ausrüstungsnachweise, aber irgendwie steht im Computer doch nicht alles drin.
Wir können im zivilen Leben inzwischen ChatGPT benutzen um Konfigurationen für Computerprogramme zu bauen, Bash-Skripte zu erstellen, die einen Lüfter steuern und Hardware überwachen, aber in der Verwaltung wird zeitweise immer noch mechanisch gedacht, selbst wenn die IT klaglos funktionieren würde, nutzt man sie immer nur mit angezogener Handbremse, damit der Personalrat keine Angst bekommt.
Die Bundeswehr ist da bei weitem nicht allein, aber in Teilen schon führend. Verantwortungsdiffusion und Zuständigkeitswirrwarr mit einbegriffen.