Personalstärke Juli 2026: Höchster Stand seit 2013, Ministerium sieht sich im Zielkorridor
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr ist im Juli auf 186.705 gestiegen – rund 1.500 mehr als im Monat zuvor und der höchste Stand seit 2013. Interessanterweise kam der Anstieg trotz eines Rückgangs der Freiwillig Wehrdienstleistenden (FWDL) um rund 600 bei gleichzeitiger Zunahme der Zahl der Soldaten auf Zeit (SaZ) zustande. Damit liegt die personelle Stärke des militärischen Personals zur Jahresmitte im Zielkorridor für den personellen Aufwuchs für das Jahr 2026, betonte das Verteidigungsministerium.
Die Statistik für Juli 2026, am (heutigen) Montag wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlich; die Einschätzung des Ministeriums dazu unten.
(Der Vergleichbarkeit wegen bleibt die Darstellung der Zahlen auf Augen geradeaus! weiterhin bei dem seit Jahren verwendeten Schema):
Insgesamt leisten 186.705 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.066
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.898
Heer 65.199
Luftwaffe 28.605
Marine 15.844
Cyber- und Informationsraum 13.782
Unterstützungsbereich 47.955
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.122
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.929
Bereich Personal 7.305
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldat*innen 61.552
Soldat*innen auf Zeit lang (ab 2 Jahren Dienstzeit) 113.103
Soldat*innen auf Zeit kurz (12 bis 23 Monate) 5.407
Freiwillig Wehrdienstleistende (6 bis 11 Monate) 6.643
Dienstgradgruppen (gerundet)
Generale/Admirale 220
Stabsoffiziere 15.680
Offiziere 23.900
Unteroffiziere mit Portepee 62.610
Unteroffiziere ohne Portepee 28.960
Mannschaften 55.340
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
25.475 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Verteidigungsministerium 73
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 477
Heer 5.067
Luftwaffe 2.987
Marine 1.788
Cyber- und Informationsraum 1.432
Unterstützungsbereich 11.818
Personal 1.559
Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen 142
Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung 132
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.345
Unteroffizierinnen mit Portepee 9.170
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.402
Mannschaften 5.558
Status
Berufssoldatin 6.318
Zeitsoldatin lang 17.272
Zeitsoldatin kurz 790
Freiwilligen Wehrdienstleistende 1.095
Die wie immer von einem Leser, vielen Dank!, zusammengestellte tabellarische Übersicht:
Juli_2026_BWPers
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.048 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.858
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.597
Heer 2.453
Luftwaffe 4.660
Marine 1.809
Cyber- und Informationsraum 1.847
Unterstützungsbereich 11.125
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 32.680
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.515
Bereich Personal 10.924
Militärseelsorge 488
Rechtspflege 92
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.048 zivilen Beschäftigten sind 32.089 Frauen (rund 40 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 11.116
im höheren Dienst 2.324
im gehobenen Dienst 4.660
im mittleren Dienst 4.117
im einfachen Dienst 15
Arbeitnehmerinnen 19.246
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 1.727
(Stand 31. Juli 2026)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 10. August 2026:
Insgesamt sind circa 750 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
Aus der Mitteilung des Ministeriums dazu:
Zum Stichtag 31.07.2026 wächst die Bundeswehr auf rund 186.700 Soldatinnen und Soldaten auf. Damit liegt die personelle Stärke des militärischen Personals zur Jahresmitte im Zielkorridor für den personellen Aufwuchs für das Jahr 2026 (186.000 – 190.000). Zugleich wird ein neuer Höchststand seit rund 13 Jahren erreicht. Bei den Bewerbungen und Einstellungen verzeichnet die Bundeswehr ebenfalls neue Höchststände und zweistellige Aufwuchsraten im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bis zum Jahresende kann, abgesehen von saisonalen Schwankungen, erfahrungsgemäß mit weiter steigenden Zahlen gerechnet werden.
Parallel konnten über den Fragebogen zur Wehrerfassung die Assessments für Interessierte und die folgenden Einplanungen zusätzlich erhöht werden. (…)
Bewerbungen militärische Laufbahn:
Mit rund 47.300 Bewerbungen verzeichnen wir ein Plus von 26 % im Vergleich zum Vorjahresmonat (07/2025) sowie ein Plus von 6.800 zum Vormonat.
Neueinstellungen:
Mit rund 15.400 Neueinstellungen haben wir ein Plus von 12 % im Vergleich zum Vorjahresmonat (07/2025) sowie ein Plus von 4.500 zum Vormonat.
Freiwillig Wehrdienstleistende / „SaZ kurz“:
Derzeit dienen rund 12.100 Freiwillig Wehrdienstleistende und kurzdienende Zeitsoldatinnen und -soldaten im Rahmen des Neuen Wehrdienstes in der Bundeswehr. Das sind rund 6 % mehr als im Vergleich zum Vorjahr.
Mit dem einstellungsstarken Monat Juli ist die Gesamtstärke im Vergleich zum Vormonat (06/2026) erwartungsgemäß gestiegen: in absoluten Zahlen um rund 1.500 Soldatinnen und Soldaten. Ein Grund dafür ist beispielsweise, dass der 1. Juli einer der Haupteinstellungstermine für die Laufbahn der Offizierinnen und Offiziere in allen Teilstreitkräften und im Unterstützungsbereich ist.
Die komplette Pressemitteilung:
PM48 – Personalzahlen der Bundeswehr auf neuem Höchststand
(Archivbild 15. Juli 2026: Ein Soldat der Heimatschutzdivision überwacht den Himmel zur Drohnenabwehr bei einer Vorführung in Berlin – Juliane Sonntag/photothek.de)
Erst mal erfreulich und großen Respekt an alle die dienen. Allerdings glaube ich nicht daran, dass auf freiwilliger Basis die erforderlichen Werte erreicht werden. Und was noch schlimmer ist: Das dauert alles viel zu lange! Putin müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn der in Ruhe zuschaut wie wir freiwillig eine Armee aufbauen und das ganze bestellte Material geliefert wurde.
Die Veröffentlichung der neuen Truppenzahlen der Bundeswehr ist im Moment tatsächlich planbar und erfolgt immer am ersten Werktag von Montag bis Freitag ab dem 15. des Folgemonats.
Im Vergleich zum Vorjahr hat die Bundeswehr 100 Soldaten mehr Hinzugewinnrn können. Diesmal 1.500 SOLDATEN anstatt 1.400 Soldaten im letzten Juli. Damit erreicht die Bundeswehr ihre größte Stärke seit 2013. Aber soweit die Bundeswehr behauptet im Zielkorridor zu sein, so wurde dieser im Vergleich zumAufwuchsplsn von AKK reduziert. Vom Ziel 190.000 Soldaten bzw 20.000 FWDL dieses Jahr ist die BW noch weit entfernt. Soweit die Bundeswehr behauptet, dass bis zum Jahresende mit weiter steigenden Zahlen erfahrungsgemäß zu rechnen sei, ist dies nicht korrekt. Bisher waren die Juli Zahlen immer der Jahreshöhepunkt und danach ging es GS immer abwärts! Aber wir können jetzt die neue Wehrpflicht daran messen, dass die BW steigende Truppenzahlen jetzt erwartet bis zum Jahresende entgegen der bisherigen Statistik!
Die Bundeswehr verfügt nunmehr über ca. 5000 Soldatinnen und Soldaten mehr als noch vor einiger Zeit. Es sind aber – soweit mir bekannt – keine neuen Bataillone oder andere Einheiten aufgestellt. Wo „landen“ also diese zusätzlichen 5000 Mann/Frau? In Einheiten, die bislang zu wenig Personal hatten? Falls ja, um wie viele zusätzliche Soldaten muss die Bundeswehr erst einmal anwachsen, damit die zurzeit aufgestellten Einheiten, Verbände etc. genügend Personal haben? Anders gefragt: wenn man die jetzige Struktur der Bundeswehr nimmt, wieviel Personal bräuchte es, um alle Einheiten, Verbände, Schiffe etc. mit annähernd 100 % Personal auszustatten? 190.000? 200.000?
Die üblichen Statistikspiele… 😉
Die Zahl der BS steigt stetig an…seit Dez 2025 um 2.100…
Die Zahl der SaZ-lang kann nicht mal ansatzweise wie benötigt gesteigert werden…im Juli 2025 hatten wir ca. 500 mehr (!) … wird wollen aber wachsen…
Bei den FWDL+SaZ-kurz fehlen noch 8.000 zum Soll 2026 und es sind nur noch 4 1/2 Monate… (nächstes Jahr sollen es dann 23.000 sein…)
Aber alles wird gut… weil wir ja 186.000 Köpfe zählen können… und nur DIESE zahlt zählt… Altersstruktur… konkrete Verwendungsbedarfe… etc. … nicht!
„Früher“ undenkbar, wenn ich da z.B. an so manche Besprechung z.B. im Hause BAPersBw denke, wenn es um die Ausschöpfung der Quoten BS ging.
Da war immer das „Mantra“: Qualität vor Quantität. Da blieben auch Quoten ungenutzt. Heute: Alle Quoten müssen genutzt werden. Bedarf schafft halt schon immer Eignung… 😉
Wobei wir ja eigentlich, nach den alten Planungszielen, schon längst bei mindestens 198.000 sein sollten…
Mal sehen ab wir das nun bis 2029 schaffen… denn dann ist diese Zahl ja das zu erreichende Minimum gem. § 91 SG… und in 2029 sollen wir ja auch „kriegstüchtig“ sein…
Wie jeden Monat… es kommt halt darauf an wie man die Welt interpretiert… 😉
Erfreuliche Zahlen für Juli. Von maßgeblicher Bedeutung wird jedoch sein, das dieser Anstieg kein Strohfeuer ist, sondern sich mittel- bis langfristig verstetigt. Dann kann man von einer positiven Entwicklung sprechen.
Die ganze Euphorie des Ministeriums ist ja ganz nett. Mal abwarten, ob es nicht ein Strohfeuer ist. Die Schule ist vorbei, viele möchten vielleicht ein bißchen (mehr) Geld verdienen, um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken. Alles zulässig, aber an der Nachhaltigkeit zweifel ich.
Am Ende zählt sowieso nur eine Frage: „Wieviele einsatzfähige Manöverelemenete kann die Bundeswehr bereitstellen?“
Daran muss sich die Führung messen lassen. Alles andere sind nette Zahlenspielchen.
Ich möchte nicht zu kritisch sein.
Ja, es geht mir zu langsam, ja, ich würde die Aussage des BmvG mit Vorsicht genießen, das alles im Zielkoridor ist.
Aber, die Zahl steigt, langsam aber Sie steigt.
Ich hoffe inständig, sie steigt weiter
Trotzdem können seit Monaten Boote in Kiel nicht mehr zu See fahren, weil kein Personal da ist…
Es sind nur Bewerbungen, das würde ich nicht feiern.
Erfreuliche Quantität. Und wieviel Prozent sind Kriegstüchtig und kaltstartfähig?
Und braucht man so eine Armee überhaupt noch, wo doch deutlich wird wie Kriege der Zukunft aussehen werden?
„Höchste Personalzahl seit 2013“, oder so ähnlich, klingt zuerst einmal sehr gut – bis man die „nackten“ Zahlen sieht.
Ein sehr überschaubarer Aufwuchs, der politisch vorgegeben wird, um die ungeliebte „Wehrpflicht“ nicht (re)aktivieren zu müssen. Das zumindest scheint zu gelingen. Die ambitionierten Personalplanungen sind rechnerisch so aber nicht zu erreichen.
Auch bei der Reaktivierung alter Standorte, um eine solidere Infrastruktur für den Aufwuchs zu schaffen, scheint man keine wirkliche Eile an den Tag zu legen. Ganze 5 Standorte, von fast 200, deren „Konversion“ man gestoppt hatte, sind in der „immer konkreteren“ Betrachtung, aber nicht bei einem einzigen habe ich bisher den Satz gelesen: Am …. wird die Bundeswehr den Standort … offiziell wieder in Dienst stellen.
@ORR
„Wieviele einsatzfähige Manöverelemenete kann die Bundeswehr bereitstellen?“
Das hängt davon ab, wie sie „Manöverelement“ definieren.
Für den taktischen Gebrauch im Heer gibt die Vorschriftenlage dazu Verbindliches nicht her.
Üblicherweise wird unter Verwendung des Begriffs die Bataillonsebene der Kampftruppen verstanden. Allerdings in kaum einer Lage, heute noch mehr als ehedem, werden Pz/PzGren/Jg/FSchJgBtl reinrassig nach Grundgliederung eingesetzt, sondern +/-, also verstärkt/vermindert.
Damit nähern wir uns begrifflich und nach wechselnder, nicht festgelegter Bedarfsstruktur dem „Gefechtsverband“, der wiederum je nach Zweckbestimmung zwar bis zu RgtStärke aufwachsen kann, allerdings kein strukturbestimmendes Element innerhalb einer SollOrg ist.
@ Uwe Die europäischen NATO-Staaten ohne die Türkei haben in etwa so viele Soldaten wie Russland und stehen z.B. bei der Luftwaffe nicht so schlecht da. Putin hat sich in der Ukraine verhoben aber uns überrollt er? Wenn es konventionell bleibt, steht die NATO nicht so schlecht da, wenn alle mitziehen.
Was machen die ganzen BS, wenn die Wehwechen anfangen?
@ Lehrer
Sehr guter Punkt.
Und wenn ich mir meinen Beorderungstruppenteil anschaue… Da kann man laut den Aussagen der dort eingesetzten Soldaten ohne Probleme 20% ersatzlos streichen ohne irgendeinen Quantitäts- oder Qualitätsverlust…
Ich befürchte dass immer noch eine sehr hohe Anzahl in ZAW, Weiterbildung und Truppenschulen landet…
@Y-998201, auf dem Papier mag das ja alles stimmen.
Nur wie sieht das in der Praxis aus? Mit Naturschutzbeauftragten für Truppenübungsplätzen, Sprachwissenschaftlern für gendergerechtes Arabisch, einem Einkaufsstab für Torpedos und Munitionsvorräten für 24 Stunden dürfte man gegen Russland das konsequent auf Angriff hinarbeitet erst an der Oder eine Chance haben weil die Russen da 3 Wochen ohne Nachschub fest saßen.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK), 17.08.2026, 21:05 Uhr:
Da werden Sie Recht haben. Meine Taktikausbildung ist schon ein paar Jahre her und daher eingerostet. In diesem Fall verstehe ich unter Manöverelemente die operativ sinnvoll einsetzbaren Truppenteile. Also der Kompaniechef hat „seine“ Züge, der BtlKdr „seine“ Kompanien usw.
Sprachlich taktisch sicher nicht richtig, aber im Endeffekt kommt es doch darauf an, dass der/die Soldaten ihr Waffensystem lageangepaßt bestmöglich einsetzen können, um im Verbund mit dem Nachbarn den bestmöglichen Einsatzwert (so hieß es damals) zu erreichen.
Das bedeutet halt nicht nur Personal und Material in ausreichender Anzahl, sonder die entsprechende Individualausbildung auf dem Dienstposten mit dem Gerät, sondern auch im Team mit entsprechendem taktischen Verständnis und ganz viel Übung.
Und bis dahin ist es noch ein weiter Weg, glaube ich.
Eigentlich brauchen wir keinen Aufwuchs. Wir haben ausreichend Soldaten (m/w/d) im BAPersBw, BAIUDBw und BAAINBw. Das Heer könnte problemlos und in kürzester Zeit um eine Division vergrößert werden.
ein weiterer Grund für die Zahl dürfte die Tatsache sein,dass auslaufende SaZ immer noch quartalsweise ausscheiden.. so sind im Betrachtungszeitraum keine größere Anzahl an Soldaten ausgeschieden.
Die Zahlen sind zunächst positiv zu interpretieren, auch wenn ich nicht so euphorisch bin wie das BMVg.
Jedoch gebe ich zu bedenken: Wir befanden uns in eine Rezession und die aktuelle Wirtschaftslage ist eingetrübt. Da hat der ÖD, und natürlich die Bw mit ihren formalen Einstellungshürden („Schule überlebt“ für Mannschafter), hochkonjunktur. Sobald die Wirtschaft wieder anzieht, werden die Zahlen, so denke ich, nicht zu halten sein (u.a. wegen der Demographie). Zudem bezweifel ich, dass die Zielmarken bis 2029 erreicht werden. Es werden aktuell die letzten freiwilligen Potentiale (v.a. wegen den monetären Vorteilen) mobilisiert. Dies sind dann aber auch in 1-2 Jahren abgeschöpft.
@DrStOffz, 20.08.2026, 15:23 Uhr:
Volle Zustimmung, da nützt auch das Ködern mit noch mehr Geld nix, mal abgesehen davon, dass nicht die geschicktesten Hände und klügsten Köpfe kommen (mal abgesehen von den Idealisten).
Heute gelesen, daß Anfang September die BW über die Personalzwangsrekrutierung für die Litauen Brigade beraten will. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln, weil wenn man sich die Zahlen ansieht, ist offensichtlich daß die gezahlten Zuschläge für Mannschaften mit und ohne Familie ein Hungerlohn sind. Zumal die Zuschläge versteuert werden müssen. Wenn die BW jetzt Mannschaftssoldaten & Unteroffiziere zwangsverpflichtet für Litauen, weil sie zu geizig ist, wird die BW in Zukunft noch mehr Schwierigkeiten haben, vor allem Mannschaftssoldaten zu gewinnen. Weil diese keine Lust haben werden, für wenig Geld für 2 – 3 Jahre nach Litauen zu gehen, in ein Land, dessen Sprach kaum ein Deutscher können wird. Mangels Sprachkenntnisse werden die Ehepartner auch kaum Arbeit in Litauen finden können, was den finanziellen Verlust weiter vergrößern wird. Ganz anderes bei den Offizieren, dort lohen sich die Zuschläge und gleichen auch eine fehlenden Arbeitsplatz des Partners aus. Warum ist die BW nicht so klug, allen Soldaten die gleichen Zuschläge zu bezahlen? Die Offiziere dagegen müssen ja aus Karrieregründen sowieso nach Litauen gehen, denn in den letzten 12 Jahren habe ich keinen Lebenslauf eines Obristen aufwärts gesehen, der nicht mindestens einen Auslandsaufenthalt im Lebenslauf hatte. Da wir nicht mehr in Afghanistan oder Mali sind, werden die Einsätze dort in den nächsten Jahren durch Litauenaufenthalt ersetzt werden. Selbst die Blöd-Zeitung hatte vor 1-2 Wochen vorgerechnet, daß sich die Dienst für Mannschaften in Litauen finanziell nicht lohnt. Warum ist die BW nicht so klug, schnell die ungerechten Auslandszuschläge für Mannschaften/Unteroffiziere nach Litauen zu erhöhen? Aus meiner Sicht sind die Nachteile in Litauen für jeden Soldaten gleich, egal ob Offizier oder Gefreiter, denn man ist von einem Teil seiner Familie getrennt, von Freunden & Vereinen getrennt über Jahre, selbst wenn man Ehepartner & Kinder mitnimmt. Und die BW kümmert sich leider auch nicht wirklich um Arbeitsplätze für den Partner. Bei der US Armee oder der Britischen Rheinarmee musste man sich bei Auslandsstationierung in keiner Weise integrieren, weil die Stützpunkte kleinen Städten gleichen oder glichen, in denen jede Art von Geschäften aus der Heimat vorhanden sind und vor allem, werden z.B. bei den US Streitkräften die Angehörigen der Soldaten bevorzugt, in diesen zivilen Geschäften beschäftigt! Unsere westlichen Verbündeten sorgen damit auch gleich für Arbeitsplätze der Ehepartner! Einmal Googeln dagegen bei der BW führt zum Ergebnis, daß die BW keine bevorzugte Beschäftigung von Ehepartnern & Angehörigen der deutschen Soldaten in Litauen plant! Die BW ist einfach zu doof! Aber dann schreien, daß es zu wenig Freiwillige für Litauen gibt. Wir haben alle gehört, es wird dt. Schulen und Kindergärten geben. Was ich nicht weiß ist, wird es in Litauen deutsche Geschäfte, Kneipen & Kinos geben, wie bei der US Armee & den Briten oder hat die BW dies auch vergessen?
@Closius
Ihre Wortwahl „Personalzwangsrekrutierung“ und „Obrist“ darf ich mißbilligen. Davon ab: die Entsendedauer wurde auf schlanke 12 Monate herabgesetzt, freiwillig natürlich länger möglich.
Wenn das schon unzumutbar sein soll können wir die Bw gleich auflösen. Und eine intrinsische Motivation wäre für den Dienst in unseren Streitkräften sicher nicht verkehrt.
Und wenn sich das für die Litauer rechnet wird es auch Geschäfte mit deutschem Warenangebot und deutsche Kneipen geben, wobei der Charme einer Auslandsverwendung eben auch darin liegt, einmal etwas Neues kennenzulernen und seinen Horizont zu erweitern.
Mit diesem „Ziekorridor“ kann man sich nur schämen. Zwischen 1933 und 1939 hat Deutschland von 10 auf 51 Heeresdivisionen aufgebaut. Daneneben noch die MAlso wie auch immer das Endziel aussehen wird, es
gibt deutlich Luft nach oben. Ohne Wehrpflicht kann es nicht funktionieren. Wo bleibt Deutschlands Ambition? Wir müssen größer denken.
Wo bleibt die Ambition? Können wir nicht mal versuchen größer zu denken und nicht immer nur in Minimalschritten? In der Vergangenheit war Deutschland in der Lage Tempo zu entwickeln im Gegensatz zu dem Kriechgang, der hier als „im Zielkorridor“ gefeiert wird. Lächerlich. Wenn die Ukraine sich soviel Zeit gelassen hätte, stünde Russland vermutlich vor Berlin. Das will keiner, also vorwärts und nicht immer wieder dieses bräsige Gehabe der Selbstbestätigung.
@Christian-Jürgen BÜHRING:
Wesentlicher Unterschied zu der Zeit 1933 – 1939 und heute ist die politische Führung.
Danmals wurde Deutschland von einem Diktator regiert, der so etwas einfach verordnet hat. Fertig.
In einer Demokratie muß man halt nunmal Mehrheiten für seine politischen Ziele gewinnen.
Das ist mitunter mühsam und langwierig, aber immer noch um Längen besser, als eine Diktatur.
Und solange wir weder Spannungs- noch Verteidigungsfall haben (gottlob), ist die Hürde, die individuelle Freiheit einzuschränken (den Müttern und Vätern des GG sei Dank), sehr hoch.
@Closius sagt:
26.08.2026 um 10:44 Uhr
“ Zumal die Zuschläge versteuert werden müssen. “
Das stimmt so pauschal nicht…
Insbesondere der Auslandszuschlag gem. § 53 BBesG wird steuerfrei gewährt.
Bsp.:
StGefr, ES 2, ledig, SteuerKl I, Zonenstufe 9, Beträge gerundet:
Netto-Inlandsgehalt 2613 €
Auslandszuschlag 1899 €
Summe Netto 4512 €
StGefr, ES 2, verheiratet, SteuerKl III, Zonenstufe 9, Beträge gerundet:
Netto-Inlandsgehalt 3097 €
Auslandszuschlag 1899 € plus 760 € für Ehefrau/mann = 2659 €
Summe Netto 5756 €
Dazu kommen dann noch weitere Zuschüsse wie Mietzuschuss, Reisebeihilfen,
Ausstattungspauschale, Rentenzuschuss für Soldat und Ehefrau/mann, etc. …
Hier so zu formulieren…
„ist offensichtlich daß die gezahlten Zuschläge für Mannschaften mit und ohne Familie ein Hungerlohn sind. “
… ist deutlich überzogen …
z.B. die o.g. 4512 € entsprechen einem Stundenlohn von ca. 28 € / Netto… für das Tätigkeitslevel Mannschaftssoldat …
@Felix2: Sie haben Recht, dass die Auslandszuschläge Steuerfrei sind. Ich hätte mich dabei nicht auf gegenteilige Presseberichte verlassen dürfen, ohne diese nachzuprüfen. Beim Auslandszuschläge ist aber auch zu berücksichtigen, dass dieser um jeweils 15 % gekürzt wird bei Gemeinschaftsunterbringung oder Gemeinschaftsverpflegung. Es ist kein Hungerlohn da Steuerfrei, aber für Gefreiten ist der Auslandszuschläge viel niedriger als für Offiziere. Ich würde allen den gleichen Auslandszuschlag bezahlen bzw für Mannschaften & Unteroffiziere erhöhen, bevor ich zwangsversetzten würde nach Litauen.
Nachdem ein Leser hier die Zahlen so schön tabellarisch zusammenfasst, lassen sich daraus ein paar klare Fakten ziehen. Ich habe mir erlaubt, die kleinste BW von Juni 2016 mit 176.000 Soldaten mit der größten BW von Juli 2026 186.000 Soldaten zu vergleichen. Demnach hat das Heer seit 2016, in 10 Jahren, 6.000 Soldaten dazu gewinnen können, also ca 60 % des Zuwachses erhalten. Die Luftwaffe hat nur 500 Soldaten dazu gewonnen seit dem historischen Tiefststand = 5 %. Das CIR hat 1.500 Soldaten = 15 % des Zuwachses erhalten, aber die Marine hat aktuell 40 Soldaten weniger, als beim Tiefststand von 2016! Der Aufwuchs geht an der Marine demnach vollkommen vorbei! Die Marine muss sich also große Sorgen um ihre Zukunft machen. Oder anders ausgedrückt, wenn die freiwillige BW scheitert & die Wehrpflicht zurück kommen muss, könnte dies die Schuld der Marine sein!
@Closius:
Sprachbarriere: viele junge Litauer können Englisch. Einige haben auch in D gearbeitet oder studiert. Im Laden/Alltag kann auch google translate helfen.
Jobs: Bürojobs können als Telearbeit funktionieren. Ob ich Steuerbelege in München oder in Vilnius erfasse, ist Datev egal. Bei höher qualifizierten Jobs wird die Präsenz mit dem wöchentlichen Flug sichergestellt.
Generell sollte die Bundeswehr einen festen Gesamtbetrag für „Vergünstigungen“ haben und über Befragung der Soldaten und einen Beirat (besetzt mit Mannschaftern, UO, Off.) in Jahreszyklen nachsteuern. Wenn sich was gewünscht wird, was nicht angenommen wird, entweder Bedingungen ändern oder andere Vergünstigung etablieren. So wird sich mit der Zeit herauskristallisieren, ob der monatliche Heimflug oder das Schulgeld für die internationale Schule in Vilnius dem Personal vor Ort wichtiger ist.
Da braucht man keinen Beirat installieren, gibt es schon und nennt sich Vertrauenspersonenversammlung des Verbandes und die kümmern sich um genau solche Probleme. Wennˋ s vor Ort nicht klappt können die zur Gesamtvertrauenspersonenversammlung die beim BMVg installiert ist eskalieren und sind damit auf der Ebene in der entschieden wird tätig.
Ich lese hier ganz viel von „mehr Geld (-> Hungerlohn), zusätzlichen Vergünstigungen,…“.
Das ist ja alles „nett“, als kurzfristige Maßnahme, damit das Personal doch noch in ausreichendem Maß „überredet/überzeugt“ wird, nach Litauen zu gehen und der BM nicht in die unangenehme Situation gebracht wird, dies anzuweisen. Denn dies würde durch ganz viele Betroffene als Wortbruch wahrgenommen werden (Freiwilligkeit vs. Anordnung).
Bei dieser Strategie / Taktik (alles potenziell Unangenehme wird solange mit mehr Geld oder Vergünstigungen „versüßt“, bis ausreichend Freiwillige gefunden sind), stellt sich natürlich die Frage nach dem Wert der besonderen Treuepflicht (Eid) des Soldaten gegenüber der Bundesrepublik und dem deutschen Volk (neben der Frage Qualität vs. Quantität).
Wir finden nicht genug Freiwillige für die Bw, dann erhöhen wir die „Einsteigerbezahlung“ (Vergleich: 1990 zu 2025 niedrigste Stufe rund um das 4,6 fache // zum Vergleich UmP A9 höchste Stufe rund 3,1 fache Grundgehalt brutto).
Wir finden nicht genug Freiwillige für Litauen, dann erhöhen wir die Zulagen und Vergünstigungen.
Kurzfristig sind das -wie gesagt- sicherlich Mittel, um den BM nicht schlecht aussehen zu lassen, aber
wo ist die Grenze zum Sölnertum?
Wir als Gesellschaft sollten wieder verstehen, dass unsere Freiheit in allen Bereichen von ganz vielen Seiten in Gefahr ist. Eine wirksame Abschreckung ist hier ganz wichtig, um zu verhindern, dass uns nicht doch irgendwer mal „antestet“.
Das wurde in den 30 Jahren nach 1990 zwar mehr oder weniger „aberzogen“ (-> „Friedensdividende“, „Wir sind von Freunden umgeben“, „Soldaten sind Mörder“, etc.) aber es ist unbedingt notwendig da wieder hinzukommen. Dieser Wandel im „Mindset“ ist zweifelsohne eine strategische Herkulesaufgabe, aber aus meiner Sicht zwingend erforderlich.
@ ORR
In vielen Punkten haben Sie recht. Vielleicht resultiert die geringe Zahl an Freiwilligen auch daraus, dass nicht die gesamte deutsche Bevölkerung glaubt, Russland wird 2029 den dritten Weltkrieg anzetteln. Um diesen auch zu verhindern brauchen wir die PzBrig 45.
Nach „letzter Sommer in Frieden“ etc. gibt es vielleicht auch noch Menschen, die die russischen Fähigkeiten und politischen Ambitionen weder über- noch unterschätzen. Solche Menschen werden sich möglicherweise sagen, dass ein Beitrag in Deutschland besser ist als kein Beitrag. Alles andere regelt dann ein Befehl (Versetzungsverfügung nach Litauen).
Ich fange an, mir ernsthafte Sorgen zu machen, wenn Polen die allgemeine Wehrpflicht einführt. Alles andere ist purer Aktionismus.
P.S.: Bitte keine Kommentare mehr, ich wäre Putin-Versteher, Russland-Propagandist etc. Das langweilt nur.
Wer glaubt die PzBrg 45 hindert die russische Expansion, glaubt wahrscheinlich auch, dass die Erde eine Scheibe ist.
@Christian Bühring sagt: 30.08.2026 um 20:10 Uhr
„Wer glaubt die PzBrg 45 hindert die russische Expansion, glaubt wahrscheinlich auch, dass die Erde eine Scheibe ist.“
Naja, bei der Performance der russischen Streitkräfte in der Ukraine ist eine voll ausgerüstete deutsche Panzerbrigade mit multinationalen Anteilen schon mehr als ein Stolperdraht. Und physisch hätte RUS die Streitkräfte mehrerer NATO-Staaten gleichzeitig angegriffen.
Möglich ist das natürlich, auch und gerade als Verzweiflungstat aus innenpolitischen Gründen heraus.
Und die Frage ist auch, ob und wie glaubwürdig die USA in Europa noch auf Abschreckung setzen. Oder ob Trump und Putin ihre Claims in Europa schon abgesteckt haben. So oder so ähnlich ist doch die Denke in der US-Administration. Lukrativ muss es sein, der Rest ist egal.
@Christian Bühring: Die Panzerbrigade 45 ist ein Mittel der Abschreckung, dass den Preis für Putin für den Fall eines Angriffs erhöht. Keine Brigade reicht aus einen Angriff zu verhindern, wenn Putin das Risiko einen Krieges mit der Nato eingehen will. Selbst eine neue Kurland Armee wäre keine Garantie! Aber ohne Wehrpflicht oder allgemeine Dienstpflicht sind wir nicht in der Lage eine deutsche Armee(300.000 Heeressoldaten für die Front) wieder aufzustellen! Solange sich nur begrenzte russische Einheiten über die Grenze „verlaufen“ könnten die Balten, efp Bataillone & Panzerbrigade 45 einen solchen Angriff abschlagen, bei einer richtigen Vollinvasion sind die direkt im Baltikum stationierten Kräfte zu schwach. Aber auch die Polen rüsten auf, so dass das Risiko für Putin. Solange die Ukraine weiter kämpft fehlen Putin die Truppen für eine Vollinvasion gegen die Nato. Deshalb ist es ärgerlich, dass wir die Ukraine zu wenig unterstützen & Trump diese verraten hat.