Verteidigungshaushalt soll 2027 um fast ein Drittel steigen
Über den Entwurf des Bundeshaushalts für das kommende Jahr, den das Bundeskabinett am kommenden Montag beschließen will, wurde in den Grundzügen schon umfassend berichtet. Aus dem mehr als 1.600 Seiten starken Entwurf, der Augen geradeaus! vorliegt, deshalb hier nur ein gezielter Blick auf das Thema Verteidigungsausgaben: Die sollen im kommenden Jahr im Vergleich zu 2026 um ein Drittel steigen – überwiegend durch Schulden finanziert.
Der am (gestrigen) Freitag vom Finanzministerium an die anderen Ressorts übersandte Entwurf sieht vor, den Einzelplan 14, den Haushalt des Bundesministeriums der Verteidigung, im kommenden Jahr von den geplant 82,7 Milliarden auf dann gut 109,7 Millliarden Euro aufzustocken. Diese Erhöhung um 32,7 Prozent ist der höchste Anstieg in allen Bereichen des geplanten Bundeshaushalts 2027:
Die Erläuterungen des Ministeriums von Ressortchef Lars Klingbeil dazu:
Die für den Verteidigungshaushalt vorgesehenen Ausgaben im Regierungsentwurf zum Haushalt 2027 steigen gegenüber dem Finanzplan um rund 16,4 Mrd. Euro auf rund 109,8 Mrd. Euro. Hierbei sind weitere verteidigungsrelevante Verkehrsinvestitionen in Höhe von rund 4 Mrd. Euro neu aufgenommen worden, die bisher im SVIK [Sondervermögen Infrastruktur und Kimaneutralität] veranschlagt waren. Mit dem Sondervermögen Bundeswehr wurden insgesamt Mittel in Höhe von 100 Mrd. Euro bereitgestellt, von denen rund 30,0 Mrd. Euro im Jahr 2027 vorgesehen sind. Die Mittel sollen zur Finanzierung von Ausrüstungsvorhaben unter anderem für Rüstungsinvestitionen nebst mit
diesen zusammenhängender Forschung, Munitionsausgaben, Infrastrukturprojekte sowie Projekte auf den Gebieten der Informationstechnologie, zum Schutz von und zur Sicherstellung des Zugangs zu Schlüsseltechnologie und Logistik für die Bundeswehr eingesetzt werden. Damit sollen Fähigkeitslücken reduziert und die Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr gestärkt werden. Es ist vorgesehen, das Sondervermögen Bundeswehr bis Ende 2027 vollständig zu verausgaben.
Nach der Grundgesetzänderung im März 2025, mit der die Möglichkeit der Bereichsausnahme von der „Schuldenregel“ insbesondere für Verteidigungsausgaben geschaffen wurde, plant die Bundesregierung mit dem Haushalt 2027 und dem Finanzplan 2028 bis 2030 im Einzelplan 14,
der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung sowie mit verteidigungsbezogenen Ausgaben weiterer Einzelpläne beginnend im Jahr 2027 den Aufwuchspfad fortzusetzen.
Die Ukraine soll weiterhin gemeinsam mit den europäischen und internationalen Partnern unterstützt werden. Dafür sind im Jahr 2027 rund 11,6 Mrd. Euro im Einzelplan 60 eingeplant. Darüber hinaus bekennt sich die Bundesregierung zu ihren internationalen Verpflichtungen aus
der Bündnisfähigkeit in der NATO sowie innerhalb der Europäischen Union. Die NATO-Quote wird bis 2029 ansteigen und dann die Zielquote von 3,5 % des BIP erreichen.
Die da bereits angesprochene Steigerung der so genannten NATO-Quote, die bereits 2029 auf die im Bündnis vereinbarten 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen soll, zeigt sich auch in dem Finanzplan für die kommenden Jahre (aus Gründen der Übersichtlichkeit hier nicht mit allen Ressorts):
Das zusätzliche Geld für die Streitkräfte soll sich nicht nur bei den Ausgaben fürs Material auswirken:
Zur Stärkung der Landes- und Bündnisverteidigung werden im militärischen Bereich des BMVg 6 000 zusätzliche Stellen für Soldatinnen und Soldaten sowie 2 100 zusätzliche Stellen im zivilen Bereich ausgebracht.
heißt es in dem Entwurf.
Mehr Detail-Debatten wird es sicherlich nächste Woche nach der Beschlussfassung des Kabinetts geben. Und sicherlich auch eine grundsätzliche politische Diskussion, denn es wird schon auffallen, wenn die Ressorts Verteidigung mit plus einem Drittel und Gesundheit mit minus 34 Prozent direkt untereinander aufgeführt werden.


„…denn es wird schon auffallen, wenn die Ressorts Verteidigung mit plus einem Drittel und Gesundheit mit minus 34 Prozent direkt untereinander aufgeführt werden.“
In der Tat…
Man darf auf die Podiumsdiskussionen im Bundestag gespannt sein.
Vor allem welche Partei dann wie argumentiert…
Und eines wird sicherlich auch der Hausherr T.W. weiter im Auge behalten:
Wie „effizient“ in Zukunft mit den Mitteln des Verteidigungsministeriums umgegangen wird.
Nachtrag:
Und kaum hab ich hier was geschrieben lese ich von den nächsten Preissteigerungen:
( Neuer Helikopter CH47 )
„…werden die 60 in den USA bestellten Transporthubschrauber vom Typ CH47 um 631 Millionen Euro teurer als ursprünglich geplant. Insgesamt steigt der Preis für die 2023 bestellten Helikopter damit auf rund 7,187 Millionen Euro…“
„Laut dem ersten Vorvertrag für die Helikopter ist Deutschland verpflichtet, die höheren Preise zu akzeptieren.“
Dieser Unterschied zwischen zivilen und militärischen Verträgen wird leider in erheblichem Maß ausgenutzt.
Und selbst wenn schon alles festzustehen scheint wird trotzdem was geändert. Siehe Patriot-Systeme / Schweiz.
Da sitzen die Produzenten am längeren Hebel, gerade in Zeiten von “ will ich schnell haben „…
Preissteigerungen wie bei der CH-47 müssen wir zwangsweise hinnehmen.
Man hat auch beim damals anvisierten, europäischen Nachfolger (HTH) für die CH-53 viel von europ. Zusammenarbeit geredet – und am Ende bestellt jedes EU-Mitglied eigene Ausstattungsvarianten in den USA.
Hätte man das Projekt damals richtig durchgezogen, würde wohl jetzt gerade die Block III – Version aus der Fertigung in, beispielsweise Polen, rollen.
Und man könnte auf dem Exportmarkt als Alternative zu Washington auftreten und sich somit ein wenig Einfluss verschaffen.
Und statt „will ich schnell haben“ reden wir hier eher von „muss ich vorgestern haben“. Und das ist ebenso zu 100% selbstverschuldet. Wenn ein Hersteller weiß, dass die einzigen Alternativen Moskau und längere Wartezeit heißen, müssen wir uns nicht wundern.
Wohl auch kein Zufall, dass die Entscheidung in der Woche vom NATO-Gipfel getroffen wird.
Gerade der FinPlan bis 2030 ist wohl eher Schaufensterpolitik als echter Plan.
Zu CH-47 :
10% Preissteigerungen in 4-5 Jahren Ist heutzutage für große Militär Projekte im Westen ein Sonderangebot.
Was mich stört, ist die enorme Anzahl an Zivilisten Stellen Steigerung.
Brucht niemand, wenn Bund fähig wäre, wirtschaftlich effizient zu agieren.
Und…. 6200 zusätzliche Generale braucht auch keiner… ;-)..
(Aber genau darauf läuft das “ da oben“ hinaus)
In der Regierung macht man den gleichen Fehler wie sie die USA begehen. Man glaubt sich mit viel Geld einen militärischen Sieg (wo auch immer) garantieren zu können und setzt dabei auf high-tech Lösungen mit Goldrand.
So klappt das nicht.
Der_Picard sagt am 04.07.2026 um 20:30 Uhr:
„ … Und…. 6200 zusätzliche Generale braucht auch keiner… ;-)..
(Aber genau darauf läuft das “ da oben“ hinaus)“
Wenn Sie sich den Satz in Klammern gespart hätten, wär dem Gezwinker ja sogar noch was abzugewinnen – damit meine ich volle Zustimmung. Aber ernsthaft: Bei der Ari und erst recht bei der Fla für’s Heer „brennt der Kittel“. Leider ist es aber auch so, dass ein erweiterter Stellenplan allein kein Personal generiert.
Die zivilen Stellen schluckt die Neuaufstellung der ebenfalls zerschlagenen Wehrersatzorganisation – die braucht es eben auch (wieder).
Ich finde es schon erstaunlich, dass nach jahrelangen Beschwerden, dass nicht genug Geld in die Hand genommen wird, es jetzt gleich wieder Kritik hagelt. Ich halte diesen Anstieg zunächst einmal für historisch. Natürlich geht dies auch mit der wahrlich nicht leichten Aufgabe einher, verantwortungsvoll mit dem Geld umzugehen. Schwierig weil enormer Nachholbedarf auf viele Monopole beziehungsweise Lieferschwierigkeiten bei den Rüstungsgütern trifft.. Ich habe allerdings auch Hoffnung, dass die neuen Player den Markt aufmischen und von vornherein mit kostengünstigeren Alternativen antreten. Manche Wirkung lässt sich halt durch unterschiedliche Herangehensweise (Masse statt Klasse) erzielen. Wenn die dringendsten Lückenbeschaffungen unter Vertrag sind, arbeitet man hoffentlich daran, systematischer und vorausschauender zu beschaffen. Wenn man es richtig anstellt, sollte es nicht mehr dazu kommen, dass man Beschaffungslücken über mehr als ein Jahrzehnt bei welchem Waffensystem auch immer generiert.
@Der_Picard:
bei uns werden auch mehr zivile Stellen geschaffen, und es überprüft auch einfach keiner ob die wirklich nötig sind, oder die vorhandenen Kräfte einfach mal den ganzen Tag arbeiten… Sind schon prekäre Zustände.
Aber wir können auch ein großes Fragezeichen daran machen warum Unteroffiziere mit Portopee mit Mitte 50 in Pension gehen um dann im nächsten Monat wieder für Jahre als Reservist auf den gleichen Dienstposten gehe. Quais doppelt alimentiert.
Das fliegt uns alles um die Ohren.
Also Süd Korea schafft seine um ein vielfaches größeren und schlagkräftigeren Streitkräfte zu unterhalten mit lediglich ~47 Milliarden Euro Verteidigungsbudget… und die haben als feindlichen Nachbarn eine der größten Armeen der Welt mit Atombomben und die eigene Hauptstadt in Artillerie Reichweite des Feindes. Und jetzt soll mal jemand behaupten das die ROKA / ROKN / ROKAF nicht auf aller modernstem technischem Stand sind…
Wir können uns das nicht leisten. Auch ein „Sondervermögen“ aka Extra-Schulden ändert nicht die Regeln der Mathematik und er Finanzwissenschaft.
Auf Kredite werden Zinsen fällig. Und die kommen aus dem Bundeshaushalt, dem ganz regulären. Getijgt müssen die Kredite auch noch (übrigens auch die „Wumms“ Kredite …. auch die werden wir zurückzahlen müssen. Und die Kreditermächtigungen, die die Regierungen Merkel / Scholz der EU zugestanden haben … ein hoher Teil davon wird von Deutschland garantiert.
Das böse Erwachen … ein ausgesprochen böses Erwachen … kommt ab 2029.
@ Patrick S., 04.07.2026, 17:34 Uhr:
„..Hätte man das Projekt damals richtig durchgezogen, würde wohl jetzt gerade die Block III – Version aus der Fertigung in, beispielsweise Polen, rollen. …“
Naja, die letzten europäischen „Flugrüstungsprojekte“ mit prominenter Beteiligung eines Deutsch-Französischen Rüstungsunternehmens waren ja nun nicht gerade Aushängeschilder effizienter/effektiver Arbeit. Und schnell waren sie auch nicht. Weder der TIGER noch der NH 90 haben in den ersten 10 Jahren überzeugt.
@ Hans Schommer, 04.07.2026, 21:44 Uhr:
„…Die zivilen Stellen schluckt die Neuaufstellung der ebenfalls zerschlagenen Wehrersatzorganisation – die braucht es eben auch (wieder)…“
Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu bzgl. der zerschlagenen Wehrersatzorganisation, hier braucht es sicher neues Personal – aber soviel? Wenn ich diese Org sowieso neu aufbauen muß (weil zerschlagen), dann sollte ich auch die Chance nutzen es so effizient wie möglich machen. Soviel digital, automatisiert und KI, wie möglich.
Aus der Betrachtung heraus sehe ich die Zahl 2100 schon hinterfragenswürdig.
@ ht., 05.07.2026, 7:27 Uhr:
„…Aber wir können auch ein großes Fragezeichen daran machen warum Unteroffiziere mit Portopee mit Mitte 50 in Pension gehen um dann im nächsten Monat wieder für Jahre als Reservist auf den gleichen Dienstposten gehe. Quais doppelt alimentiert….“
Grundsätzlich sehr guter Gedanke. Daran sollte man arbeiten. Aber bitte richtig.
Einfach „nur“ dafür sorgen, dass die UmP statt mit Mitte 50, erst mit Ende 50 oder Anfang 60 gehen, bedeutet, da es sich ja zumeist um StFw bzw. OStFw handelt, dass diese die Stellen länger „blockieren“ und somit Beförderungschancen für HptFw zumachen. Das finden die aktuellen HptFw bestimmt total „attraktiv“.
Aus dieser Betrachtung heraus ist der aktuelle Weg schon der einfachere, wenngleich nicht der beste Weg.
@Nachhaltig
Das Problem ist ganz einfach beschrieben:
Panikkäufe sind teuer, gerade jetzt.
Eine Strategie lässt sich oft auch nicht erkennen.
Wir geben Geld aus, ohne das Fundament zu verbessern.
Und wir sehen, dass bei bestimmten Fähigkeitslücken weiter geschlafen wurde und man jetzt einfach irgendwas kaufen will. Da wird die goldene Brechstange angesetzt.
Bei Marschflugkörpern ist das besonders irre, weil wir das ja selbst könnten.
Die USA und GB haben Programme aufgelegt, um günstige Marschflugkörper und ballistische Raketen bestellen zu können.
Und wir haben uns Schlaftabletten in den Morgenkaffee gerührt.
Es fällt allerdings etwas auf: Wir haben zwar ein eigenes Programm verschlafen, bekommen aber gerade ein Angebot auf dem Silbertablett präsentiert.
Rheinmetall will die Ruta 2 und 3 in Deutschland bauen und durch den Zertifizierungsprozess bringen.
Die Produktion der 2er soll noch vor Jahresende starten. Rheinmetall ist da umgeschwenkt von Anduril aus den USA, zu Destinus aus Europa (Hauptsitz Niederlande). Dass da irgendein Interesse bestünde, hab ich bisher noch nirgendwo vernommen.
Wir wollen unbedingt Tomahawks kaufen, obwohl diese teuer, völlig veraltet und quasi nicht lieferbar sind. Und dass die nicht lieferbar sind, war schon vor dem Angriff auf den Iran so.
In Frankreich und GB bestehen schon Zweifel, wie durchsetzungsfähig SCALP/Storm Shadow noch sind – und der Tomahawk ist bei weitem nicht so durchsetzungsfähig wie diese. Dazu wären wir weiter von den USA abhängig. Man sieht in der Ukraine sehr gut, welche Marschflugkörper sich noch irgendwie durchsetzen können und welche nicht. Man sieht aber auch schön: Die Masse ist eine Herausforderung, genauso wie ballistische Raketen.
Tomahawks bieten weder Masse, noch sind sie besonders schwer abzuschießen.
Laut einem Pressebericht ist die Verzweiflung schon so groß, dass man alles kaufen will, was irgendwie lieferbar wäre und etwas weiter fliegt als ein Taurus. Wir hätten den Taurus ja weiterentwickeln können, wollten wir aber nicht. Und auch bei dem Taurus NEO wird man sich wahrscheinlich genau so bescheuert anstellen und keine vergrößerte Version mit mehr Reichweite entwickeln. Keine Version, die von LKW und Schiffen aus gestartet werden könnte. Dafür machen wir ja bei ELSA mit, oder so…
Nun wird auch schon davon geredet, Tomahawks in Deutschland zu bauen… bis diese Produktion angelaufen wäre, sind Jahre ins Land gezogen. Europäische Autonomie sieht auch irgendwie anders aus.
Viele andere Unternehmen schließen Kooperationsvereinbarungen mit Unternehmen aus den USA oder Israel ab, was unsere Souveränität massiv untergräbt und letztendlich nur viel Geld für Firmen im Ausland bedeutet.
Die ganzen Startups werden auch nicht lange niedrige Preise anbieten.
Quantum Systems hat einen „Unternehmenswert“ von 7 Mrd. Euro erreicht.
Die Investoren wollen irgendwann ihr Geld sehen.
Ich kann beim besten Willen keine ordentliche Strategie erkennen, die unsere Industrie und Souveränität stärken würde. Und bei den Summen sollte es möglich sein, das eine oder andere anzuschieben.
Und an den Stellen, wo da etwas auf europäischer Ebene passieren soll, werden seit 2 Jahren Kaffeekränzchen abgehalten.
Und das ist nur ein Anriss aus der Beschaffung.
Wir lassen die Wartung immer noch von den Rüstungsunternehmen erledigen, was uns Unsummen kostet und den Klarstand extrem nach unten zieht.
Wir haben immer noch eine wasserkopflastige Personalstruktur mit großen Lücken an den Stellen, wo die eigentliche Arbeit erledigt wird.
Der Minister ist seit 3,5 Jahren im Amt.
Ab dem kommenden Jahr sollen neue Gebäude in den Kasernen in Modulbauweise in Rekordzeit fertiggestellt werden. Das gibt es nicht zum Nulltarif. Die bestellten Waffensysteme kommen so langsam und wollen repariert, betankt und aufmunitioniert werden.
Die Entwicklung im Verteidigungshaushalt ist gigantisch und wird die gesamte Finanzpolitik des Bundes in den Abgrund ziehen.
Das Problem ist immer noch: not sufficient bang for the buck sowie die aus meiner Sicht teilweise überzogenen Alimentierungen in Dotierung (DG) und Besoldung sowie indirekte Nebenleistungen.
@Hans Schommer
Die vermisste Wehr Organisation hat 1985 500.000(!) w15 pro Jahr verwaltet.!!!
Mit weniger Personal!
Jetzt betrifft das, höchstens 50.000 – 100.000 Wehr DIENST leistende… Ohne Wehrpflicht.
Ubd 1985 gab es keine EDV Vernetzung… Und es flutschte dennoch!
Zu Korea:
Korea lebt 80 Jahren im Kriegs Zustand… Was glauben sie, wie effektiv Verteidigung hier in Deutschland wäre, wenn es auf uns so zu träfe (bis 1990 tat es, das ja.. Fast!)
Korea hat eine 18-22 Monate Wehrpflicht… Mit anschließend Wehr übungs Pflicht
Was, glauben sie, kostet deren Personal , bei realer Besoldung als Beruf oder Zeit Soldat?
Zudem ist Arbeit in der Industrie um 70% billiger. Und deren persönlicher Lebensstandard um 100% von unserem entfernt!!!
Jetzt rechnen Sie mal hoch, was Korea deren Rüstung mit Berufs Armee und unserem Lebensstandard (und damit meine ich nicht Internet Anschluss Geschwindigkeit, sondern WOHNFLÄCHE PRO PERSON in Großstädten zB.) kosten würde.
Von der unterwürfigen asiatischen Mentalität, die sie zu asketischem Leben kulturell zwingt, ganz abgesehen.
Sie vergleichen zwei Völker, die nicht zu vergleichen sind!
Vergleichen müssen sie uns mit Frankreich.
Und die Franzosen sind extrem effizient… Aber auch, weil die keinen Föderalismus kennen, der hier enorm an Geld und Leistung verbrennt… Da entscheidet EIN PRÄSIDENT, ob mal eben in der Provence ein wald platt gemacht wird für ne neue Kaserne!..
Hier drei Konkurrenten Mammut Institutionen (Bund, länder, Gemeinde) mit dutzenden Jahren Verwaltungs Verschleppung, Instanzen Wirrwarr und Gerichts Prozesse… etc.
Nein…Dieses Deutschland verwaltet und föderalisiert sich zu Tode!.. Verteidigungs unfähig!!!
Was ist eigentlich das Ziel?
Die AfD durch kaputtsparen der sozialen Infrastruktur auf +35% bundesweit zu heben und dann mit absoluter Mehrheit in 2029 eine hochgerüstete Bundeswehr schlüsselfertig zu übergeben?
Sind wir noch alle bei Trost?
… was ich in meinem Post nicht erwähnt hatte – es gehört aber zum Gesamtbild dazu:
1. Die Demographie und die ausgesprochen grosszügigen Regelungen für Renten und Pensionen (nicht ganz so großzügig wie u. a. in F, aber dafür hat F auch das Demographieproblem 20 Jahre nach uns) sorgen für eine implizite Staatsverschuldung, die uns zuusammen mit der expliziten Staatsverschuldung HEUTE BEREITS in die Region von etwa 400% des BIP führt. Nicht tragbar.
2. Die Politik der letzten 20 Jahre hat die Grundlagen für den Erfolg der deutschen Industrie nachhaltig erodiert. Nun sollte man wissen, dass die gut verdienende Industrie durch maßgeblich 2 Faktoren die Sozialkassen und die staatlichen Haushalte gefüllt hat: Hohe Gehaltszahlungen und Gewerbesteuereinnahmen. Beide Faktoren verschwinden schnell, und dieser Trend wird weitergehen. Das bedeutet für die Defizite von Sozialkassen und insbes. Kommunen eine Katastrophe
3. Wir leisten uns seit 2015 eine Masseneinwanderung, die entgegen der schönen Versprechungen von Qualitätsmedien und Politik über 30 Jahre einen negativen Zahlungssaldo von etwa 2 Billionen Euro bedeutet (da gibt es unschöne volkwirtschaftliche Studien, die aber nicht gerne zitiert werden …. man mag zu diesem Thema politisch stehen wie man will – es entstehen aber dauerhafte Zahlungsverpflichtungen der öffentlichen Haushalte gegenüber den Eingewanderten)
Eine nicht mehr wachsende Volkswirtschaft (der Befund ist leider ziemlich unstrittig, es gibt eine neue Studie der BCG zu den Nettoinvestitionen im privaten Sektor – niederschmetternd) kann das nicht leisten.
Die Verteilungskämpfe in der nächsten Dekade werden bitter. Wird der Hausherr nicht gerne lesen, ist aber leider so.
[Sie haben vermutlich einfach vergessen zu erwähnen, dass das, was Sie als „Masseneinwanderung“ geißeln, auch dazu führt, dass davon die meisten auch Steuern und Sozialabgaben zahlen und nicht, wie Sie behaupten, allein „dauerhafte Zahlungsverpflichtungen der öffentlichen Haushalte gegenüber den Eingewanderten“ entstehen. Und schon ist dieser OT hier beendet. T.W.]
Dass der CH-47F nach einem
Unterzeichnen der Verträge im Jahr 2023 teurer wird, war irgendwie fast zwangsläufig zu erwarten. Sollte das Muster aber auch 40-50 Jahre seinen Dienst wie sein Vorgänger versehen, wird niemand je ein Wort darüber verlieren. Schade, dass wir das erst dann erfahren.
Wenn man sieht wie in der Schlammzone, also den Verbänden, das Material nutzlos umher steht – kein Wunder. UTF in Massen die keiner mehr bewegen kann, weil einfach kein Personal da ist. Schleppdächer aber auch nicht, deswegen gammeln nagelneue LKw einfach unter freiem Himmel. Werden aber natürlich brav von Frist zu Frist gefahren. UTF 4 Jahre alt, 1500km auf dem Tach – alle Öle neu, 15.000€ für eine große Inspektion. Für was?
Starre Soll-Org Strukturen mit Material was keiner braucht. Bei uns werden jetzt wieder nagelneue Canon EOS 90D und 80D ausgesondert und durch neue ersetzt, weil Nutzungsende erreicht und die neuen Sätze stehen schon auf dem Hof. Wozu? Diese starre Beschaffung ist einfach Geldverschwendung! Wenn ich nur 4 Fotografen habe, warum soll ich dann das Material für 12 erhalten? Ich kann es nicht verwenden – steht mir aber zu und ich kann es auch nicht zurück senden, StanMat kommt immer wieder.
Beim Handgeld Kommandeur rätselt man in etlichen Dienststellen wie man nun die 100.000 pro Jahr ausgibt. Und perspektivisch wird es mehr. Wir werfen das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus. Nachweispflicht für Artikel unter 250€ Wert – abgeschafft. Kaufen wir halt in nem Jahr neue Bierbänke… Und bei Gesundheit und Bildung wird gespart.
Die nutzlosesten Dienstposten halten wir uns. BGM Berater mit A11, Karrierecenter voller Halbtagsbeschäftigten, zivile Ärzte die null Ahnung von der Truppe haben mit horrenden Stundensätzen. Ein aufgeblähter Apparat der einfach immer fetter und ineffizienter wird.
Es gibt Meldungen Admiral Kaack soll In dieser Woche eine Erklärung für den Kurs der Marine abgeben, bevor gestopptes Geld (25 Millionen Vorlagen F128) freigegeben werden.
Ich sehe es sehr kritisch, den Verteidigungs-Haushalt immer weiter zu erhöhen, während an anderer Stelle ein ungerechtfertigtes Sparpaket nach dem anderen für die Bürger geschürt wird, anstatt eine faire Besteuerung einzuführen.
Wir haben die letzten Jahre gesehen, dass die Beschaffungspreise sofort stiegen, wenn mehr Geld frei wurde. Genützt hat das nicht der Bundeswehr, sondern den Großaktionären der Verteidigungsunternehmen.
Und damit sind wir wieder bei den Sparpaketen angekommen, da auch diese nur den oberen 10 Prozent zugute kommen.
Mit den Sparpaketen auf der einen Seite und der Erhöhung des Verteidigungshaushalts und damit einer weiteren Vermögens-Umverteilung wird einer Regierung durch die AfD Tür und Tor geöffnet.
@TPz1A8 05.07.2026 um 22:52 Uhr
Was ist Ihre eigentliche Absicht?
Kennen Sie den internen Beschwerdeweg nicht oder war der erfolglos?
Wenn es um systematische Fehlallokation geht, wären Abgeordnete und Journalisten gute Zuhörer.
Aber hier in Kommentaren nur den eigenen Frust abladen, wem bitte nützt das denn?
@TW
Sind Sie eigentlich auch journalistisch investigativ unterwegs?
[Verstehe Ihre Frage nicht. Natürlich recherchiere ich als Journalist. T.W.]
@TPz1A8:
Ich denke, Sie haben Recht. Manchmal habe ich ketzerisch gedacht, am besten hätte man die Bundeswehr inklusive aller angeschlossener ziviler Dienststellen aufgelöst und bei Null wieder angefangen, ich glaube keine Sekunde an die Reformierbarkeit dieses Apparats. Dass es für die umfangreichen Gerätebeschaffungen nicht annäherungsweise Personal (nicht ein Kopf pro Stelle, sondern qualifiziertes Personal) gibt, sehe ich genauso.
@ Einwinker, 06.07.2026, 11:24 Uhr:
„…Aber hier in Kommentaren nur den eigenen Frust abladen, wem bitte nützt das denn?“
Ich kann den Ansatz von @TPz1A8 sehr gut nachvollziehen. Der von Ihnen skizzierte Beschwerdeweg funktionierte (zumindest zu meiner aktiven Zeit) dann, wenn der Beschwerdeführer auch selbst beschwert war. Wodurch ist @TPz1A8 beschwert, wenn er deutlich mehr Material bekommt, als er Personal hat (also eigentlich benötigt), das dann auch noch „zu früh“ getauscht wird? – Richtig, durch nichts.
Wodurch ist er beschwert, wenn UTF 4 Jahre alt, 1500km auf dem Tacho – alle Öle neu, 15.000€ für eine große Inspektion bekommen und sich kaputtstehen? – Richtig durch nichts.
Die im Beschwerdeverfahren juristisch vollkommen korrekte Antwort wäre:“Werter TPz1A8 wir sind nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass die von Ihnen vorgebrachten Fakten KEIN Beschwer für sie darstellen und somit kein Beschwerdegrund vorliegt. Daher ist die Beschwerde zurückzuweisen. Selbstverständlich werden wir den Fakten außerhalb eines Beschwerdeverfahrens nachgehen. Bla,bla,bla“ So, oder so ähnlich. Ändern wird sich – richtig nichts.
Daher ist der Ansatz es hier zu platzieren, wo neben dem Hausherrn noch andere interessierte Journalisten mitlesen, bzw. wo vielleicht der ein oder andere Gehilfe eines Politikers sich informiert durchaus angebracht.
Ja, Schlammzone vs. Kästchenkunde und STAN-Spielchen…
Ich kann@TPz1A8 sehr gut verstehn.
Ich komme noch aus einer Zeit, in der quantitativ – nach Papierlage – genug Material da war.
Als Fernmelder hatten wir genug HF- und VHF-Trupps. Leider hätten die meisten Fahrzeuge in meinem Geburtsjahr bereits ausgemustert sein sollen und die von den vorhandenen Trupps konnten 30% funken und 30% fahren. Die Überlappung war heher gering…
In den letzen Jahren habe ich die flächendeckende Einführung der HX-Serie in die Bw sehr begrüßt, wunderte mich aber in den letzten Monaten schon über die Mengen, die aus etwaigen Rahmenverträgen abgerufen wurden und finde meinen Verdacht bestätigt, dass die Fahrzeuge die Anzahl der Fahrenden mittlerweile deutlich übersteigt.
Vorteil: So ein HX von Rheinmetall/MAN ist vergleichsweise (!) günstig und in hohen Stückzahlen schnell lieferbar. So kann man „Zeitenwende“ naturlich gut verkaufen.
Andererseits: Mit der Rückkehr zu BB/LV frage ich mich, wann das „Aufwuchsprinzip“ wieder greift und riesige Mengen Neugeräts in Nordeutschen Wäldern unterirdisch eingelagert wird/werden kann, die der OTL im V-Fall, nach Übergabe seines Heimatbataillons an den S3, dann materiell übernimmt.
Fair enought: Ein simultaner Aufwuchs ist natürlich illusorisch, denn die Ari wartet dringendst auf Material und hat entsprechendes Personal zum fahren, aber weder RCH155 noch PzH2000 in adäquater Menge „auf dem Hof“.
Andererseits zeigt es doch, dass es noch „Bürger in Uniform“ gibt, die, trotz der eventuellen Feude über neues Gerät aus der Sicht des Soldaten, die Brille des steuerzahlenden Bürgers nicht ablegt.
Heute liest man dann wie dieser Aufwuchs im EP 14 „gegenfinanziert“ werden soll. Ich gebe den Vorkommentierenden an dieser Stelle recht. Bei der nächsten Sonntagsfrage sehe ich die AFD bei stabilen 30%….
@ Thomas Becker 05.07.2026 um 19:58 Uhr:
Erster Punkt: Problem Überalterung. Dritter Punkt: Problem Migration. Genau mein Humor.
@ Der Realist 06.07.2026 um 11:11 Uhr:
Alles gut beobachtet, aber in den Köpfen vieler EntscheiderInnen ist der Glaube an Voodoo-Ökonomie erstaunlich lebendig geblieben, siehe Kanzler und Vizekanzler: Steuern und Sozialstandards runter, Verschuldung und Umverteilung nach oben, schon haddu Wachstum, und damit gute Politik. Das vielgenannte starke Deutschland ist demnach kein sozial stabiles und militärisch glaubhaft abwehrfähiges, sondern eines, wo der Euro in die Taschen der eh schon Wohlhabenden rollt und die Aktienkurse steigen. Wachstum wird anhand monetarisierten Indizes dargestellt, von daher machen die erwähnten UTF ohne viele Kilometer oder gar Schleppdach, aber hohem Wartungsaufwand und entsprechenden Rechnungen an die Bw ökonomisch Sinn, denn sie werden dadurch im BIP wirksam. Ob das volkswirtschaftlich oder gar militärisch sinnvoll ist, zählt nicht, denn die Logik der Betriebswirte triumphiert, die Kennzahlen sollten stimmen und die „Richtigen und Wichtigen“ verdienen. Was das in Realitas an Resilienz und Einsatzbereitschaft generiert? Kann man an dem (Selbst-)Respekt oder am Mangel dessen sehen, den Deutschland innen wie außen erfährt. Im Februar 2022 aufgewacht, aber auf Snooze gedrückt und wieder eingepennt, denn wir wollen partout die impliziten strategischen Grundlagen der deutschen „End-of-History“-Politik, wonach Deutschland kein Land oder gar Nation, sondern primär ein „Standort“ ist, der sich, koste es an Glaubwürdigkeit als Staat was es wolle, Investoren anzudienen hat, was sich dann ggf anhand irgendwelcher lustigen Luftbuchungen als politischer Erfolg verkaufen lässt. An wen, erschließt sich mir nicht, aber es scheint immer noch genug Durchgepeitschte zu geben.
[Zu Ihrem ersten Punkt: Ich wäre wirklich dankbar, wenn dieser OT jetzt durch sein könnte. T.W.]
Um einen hohen Verteidigungshaushalt kommen wir nicht herum, weil die Sicherheitslage in Europa sich weiter verschlechtert. Trump hat heute in Ankara, vor NATO Gipfel, erneut der NATO vorgeworfen, ihm Grönland nicht gegeben zu haben & mit einem Abzug aller US Truppen aus Europa gedroht. Ukraine ist nur am Katzentisch eingeladen. Die NATO ist damit weiterhin Gehirn tot & schwache Regierungschefs, wie Merz, werden damit noch vor dem Gipfel eingeschüchtert, anstatt Trump contra zu geben.
Der Fehler ist nur, dass die Zeitenwende nur mit Schulden bezahlt wird, anstatt auch Steuern zu erhöhen oder wieder einzuführen. Ein Wehrsoli oder eine Vermögenssteuer für den Bund wäre richtig, um die Nachrüstung nicht nur mit Schulden zu bezahlen.
Der Vizekanzler und Finanzminister „bedient“ sich mit Bereichsausnahmen bei der Verteidigung zur Aufstellung des kommenden Haushalts?
Er erklärt die Sanierung von Straßen & Brücken zu Militärausgaben, um diese mit Schulden im Haushalt (Bereichsausnahme von der Schuldenbremse, Art 109/115 GG) bezahlen zu können.
(Welt). Mit Anleihen beim Drehscheiben-Gedanken hätte er sogar recht.
Sicherheitsbezogene Ausgaben oberhalb von 1% des nominalen BiP können kreditfinanziert werden, ohne auf die Schuldenbremse anzurechnen.
Das Ifo-Institut spricht allerdings von Trickserei.
Ich fasse es kurz: Finanzpolitischer Selbstmord einer Regierung.
Aber hey, vielleicht finden wir ja genug Freiwillige Ü60-jährige die später mit den ganzen Fahrzeugen Bewegungsfahrten und Wartung machen, falls wir dafür dann noch genug Geld haben.
Die Bundeswehr hat beispielsweise vor, insgesamt 60.000 geschützte und ungeschützte LKWs vorzuhalten. Chapeau!
Führerscheine, Wartung und Instandsetzung….etc? Wo soll das Geld dafür herkommen?
Nur ein Krieg mit einer anschließenden Währungsreform erscheint mir plausibel. Die Schulden können nicht mehr zurückgezahlt werden. Ausgeschlossen.
Ich bin ja als Beamter in der Bundeswehr Nutznießer dieser Aufrüstung. Die Dimension ist jedoch gigantisch.
@Insider
Der HSch ist voll auszustatten, dazu gehört der Anteil Mobilität / Eigenbeweglichkeit mit dazu. Ob die beschfften Fzg. bzw. die, die im Zulauf sind, dafür geeignet sind, weiß ich nicht, allerdings wurden z.B. bereits VW AMAROK auf die HSchDiv gebucht und sind dort im Bestand.
Für die VKdo der TerrVbdgOrg könnte man auch Fzg. vorsehen wobei die im Grundbetrieb auch eher wenig bewegt würden.
Ich bin ausdrücklich für das Ausstatten der BW. Aufrüstung kann ich gar nicht wahrnehmen, es wird nur endlich das bestellt was seid 20 Jahren offen war. Deshalb bin ich auch wenig überrascht dass die Zahl der Soldaten wenig steigt. Viel Gerät ist gut, dann können die (wenigen?) Soldaten die wir haben wenigstens immer ordentlich trainieren, bei einem Krieg gibt es genug bis die Produktion hochgefahren ist und die BW sieht bei Manövern mit Verbündeten nicht doof aus. Dazu sind Geld, Technologie und Produktionskapazitäten genauso abschreckend wie die schiere Zahl an Waffen und Munition.
Gefühlt übertreibt unsere Regierung aber zur Zeit. 82 -> 109 -> 153 Mrd € Anstieg in 3 Jahren sieht nicht gesund aus für mich.
@KPK
Die Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 5 % des BSP setzt sich zusammen aus:
– 3,5 % direkt für Pers / Mat / Infra (Geschäftsbereich BMVg)
– 1,5 % zur Ertüchtigung ziviler aber militärisch notwendiger Infrastruktur
Daneben gibt es noch die Maßnahmen zur Ertüchtigung / Erhöhung der zivilen Resilienz (z.B. Zivilschutz), das läuft, soweit ich weiß, haushalterisch separat.
@WielanddS:
Das ist die Rückforderung der seit 1991 gezogenen „Friedensdividende“ und dient letztlich dazu, die Bundeswehr wieder einigermaßen materiell fit zu machen. Personell schleicht man ja immer noch um den heißen Brei „Wehrpflicht“ herum.
Wie schon bei der Beorderung für die Brigade in Litauen sollte man sich auch in Puncto Wehrpflicht keinen Illusionen hingeben: Sie wird (wieder) kommen. In welcher Form, darauf könnte man jetzt noch Einfluss nehmen, wenn man sich politisch ehrlich machte.
Demnächst pinseln sich die Vollkaskoversorgten in Tarnfarbe hier nach dem Ausstempeln Freitags um 12 wieder Tapferkeit und Pflichtbewusstsein auf den Bierbauch und maulen über Anspruchsdenken in der Bevölkerung. Vorerst wird sich aber noch am „Zurückgeforderten“ ergötzt. Jetzt aber schnell in den SanBereich zur Zahnreinigung und dann zum Sport, mit Mittags-/Kaffeepause ist ja fast schon Dienstschluss!
@ 12345ABCDE
Volltreffer. Versenkt.
Es fehlen jedoch noch: 5-tägige PolBil-Fahrt nach Frankreich, Sonderurlaub für die Motorrad-Rüstzeit….. Zu viele haben es sich gemütlich gemacht und pimmeln weitestgehend rum.
Kann man alles machen, wenn man körperlich in Höchstform ist und IGF/KLF vollumfänglich erfüllt sind.
Aus meiner Sicht wird sehr viel Geld in die Bundeswehr gesteckt. Am Mindset der Soldaten ändert sich m.E. nicht viel.
Verrückt, manche Kommentare. Bei allem Respekt, „Vollkaskoversorgte in Tarnfarben“ über die eigenen Soldaten/Kameraden und Mitbürger zu urteilen ist unterirdisch. Außerdem wird hier teilweise VWL auf Hinterhofniveau betrieben. Zur Meinung der int. Gemeinschaft gerne im Economist nachlesen, da ist man dankbar das wir in Europa für Deutschland, Verantwortung übernehmen.
„Es bringt nichts, Milliarden in ein verkrustetes, altes System zu pumpen“
Wir müssen einen Neufang wagen, weg mit den ganzen Firmen wie HIL, BWI, BW-Fuhrpark usw, die uns das Geld sofort wieder absaugen. Wieder mehr Eigenleistung der BW bei der Wartung/Pflege des Geräts/der Fahrzeuge, wofür haben wir die ganzen Soldaten als Spezialisten!!! Die Kasernen müssen wieder in den festen Bestand der Bundeswehr, will nicht wissen wieviel Miete an die BIMA geht und das ohne Gegenleistung (der Zustand der Standorte hat sich dadurch nicht verbessert). Alle Dienstposten konsequent, vor allem in den ganzen Führungsetagen, hinterfragen. Denn ohne, dass haben schon viele Vorredner beschrieben, geht die Bundesrepublik Deutschland an den Kosten kaputt und das ohne nennenswerte Verbesserung der Kampfkraft.
[Hm ja, die Bundeswehr-eigenen Gesellschaften abschaffen, damit Soldaten statt für den Kampf zu trainieren lieber an Autos schrauben… auf das Diskussionsniveau sollten wir bitte nicht fallen. T.W.]
@ TW
Was ist daran falsch, das die Soldaten im Ernstfall in der Lage sein sollten ihre Fahrzeuge bis zu einem gewissen Level selber zu warten und instandzusetzen? Wofür bildet die Bw denn z.B. Kfz Meister oder Lfz Mechaniker aus?
Ich kann mich an Material erinnern, das ich seinerzeit aus dem Kosovo Einsatz nach Deutschland zu Reparatur schicken musste, weil die Firma keinen Monteur nach Suva Reka schicken wollte. Ist das zielführend?
[Lesen hilft. Was daran falsch ist, HIL, BWI und alle anderen Inhouse-Gesellschaften aufzugeben, können Sie selbst überlegen. Was Sie mir unterstellen, habe ich nie behauptet, und an der Stelle achte ich schon sehr genau drauf was man mir unterstellt. T.W.]
Werter Herr Wiegold,
Sie schrieben aber unter Alf’s Beitrag “ … Hm ja, die Bundeswehr-eigenen Gesellschaften abschaffen, damit Soldaten statt für den Kampf zu trainieren lieber an Autos schrauben… „. Und das wiederum hat aber der Alf so auch nicht geschrieben. Vielleicht hätte er deutlich machen sollen, dass „schrauben können“ im Einsatz eine Voraussetzung zum „kämpfen können“ ist. Und da braucht man dann Frauen und Männer, die das beherrschen, also schrauben können, dem SG unterliegen und den Kombattantenstatus haben. Und wie man so schön sagt „von nix, kommt nix“, oder „was nicht geübt wird, klappt nicht“.
Ein Beispiel aus dem kalten Krieg bis zu Mitte der 1990er:
Wir hatten in der ehemaligen Gfz-Kaserne Mainz ( heute alles verkauft, und u.a. Hauptsitz von Biontech ) eine wirklich gute Werkstatt., Zeitsoldaten plus Wehrpflichtige. Alles Kfz-Meister.
Die machten im Grunde alles. Bis auf die Wartung der Hinterachse der damals verwendeten Funk-Unimogs.
Dafür fuhren wir die immer zur Mercedes-Vertretung in Mainz Kastel.
Sorgte schon damals für Verwunderung.
Wenn man heute die ganze Elektronik auch in modernen Militärfahrzeugen betrachtet wird das in Krieg und Frieden bestimmt noch heftiger sein.
Von Schiffen und vor allem den Eurofightern nicht zu reden.
Das ist dann so hochkomplex das es ohne Werft bzw. Flugzeughersteller nicht geht.
Im Frieden problemlos. Im V-Fall wird das dann wahrscheinlich kompliziert, denn die externe, dann gebrauchte Expertise ist ja rein zivil…
@Hans Schommer: Alf hatte aber schon geschrieben: „Wir müssen einen Neufang wagen, weg mit den ganzen Firmen wie HIL, BWI, BW-Fuhrpark usw, die uns das Geld sofort wieder absaugen.“
„Weg mit X. Y. Z.“ kann man jetzt unschwer fehlinterpretieren. Diese Akteure soll es also künftig nicht mehr geben. Und stattdessen sollen die maximal 370.000 Soldaten, die Deutschland nach dem 2+4-Vertrag in Friedenszeiten haben dürfen soll, das wieder selbst machen.
Ich gehe davon aus, dass diese Gesellschaften einen großen Anteil an der geforderten fachlichen Ausbildung bei Wehrpflichtigen mittragen können, sollen und werden. Denn um einen Instandsetzer am Gerät sachgerecht auszubilden, muss man nicht unbedingt selbst Soldat sein.
Wie gesagt, halte ich den zügigen Anstieg der Verteidigungsaufgaben auf 3,5% des BIP für ein Gebot der Stunde. Allerdings laufen wir bald Gefahr, diese Mittel so mit Großbeschaffungen zu blockieren, dass wir in fünf Jahren wieder handlungsunfähig sind. Was meine ich damit?
Man sollte sich anschauen, was wir uns dauerhaft mit 3,5% an Material leisten können. Das könnte beispielsweise bedeuten, dass wir alle 10 Jahre 6 neue Fregatten bestellen – was zu einer Flotte von 18 Fregatten passt. Natürlich könnte man auch alle 5 Jahre jeweils 3 bestellen. Wenn man dies bedenkt, so können wir uns nicht die Bestellung von 16 Fregatten (8 F127 und 8 F128) innerhalb eines kurzen Zeitraums leisten. Da wir Nachholbedarf haben halte ich die Bestellung von insgesamt 8 Fregatten für angemessen. Diese sollten sich meiner Meinung allerdings auf 4 F127 und 4 F128 aufgeteilt werden.
Was die F127 anbelangt: Ich sehe nicht warum wir eine 12000t Fregatte für die Luftverteidigung benötigen, wenn wir die U-Boot-Bekämpfung offensichtlich mit einer 4000t Fregatte hinbekommen können. Die Sachsenklasse hat auch nur 5800t. 12000 Tonnen ist die Tonnage für einen sehr großer Zerstörer oder einen Kreuzer. Wollen wir wirklich dahin? Ich gebe zu bedenken, dass alle anderen großen europäischen Marinen (Großbritannien, Frankreich, Italien) sich signifikante Anzahl an Zerstörern leisten (können). Eine deutsche Zerstörerklasse sehe ich genau dann, wenn sie als Führungschiffe für NATO Marineverbände (SNMGs) und als Begleitschiffe für europäische Flugzeugträgerverbände zum Einsatz kommen sollen. Mit 8 Schiffen dieser Art würden wir definitiv die größte Zerstörerflotte Europas aufbauen.
Wenn diese Einsatzszenarien jedoch nicht im Vordergrund stehen, sondern lediglich eine komplementäre, kostengünstige und damit in der Stückzahl größere Ergänzung zu den F128 Fregatten gewünscht ist, reichen meiner Ansicht nach 8000t Tonnage vollständig aus. Bei dieser Dimension sollte es auch möglich sein, weitere europäische Partner mit ins Boot zu holen und einen neuen europäischen Standard für Luftverteidigungsfregatten mit Kapazität zur Abwehr ballistischer Flugkörper zu schaffen.
Bitte nicht vergessen, dass wir 2035 Geld für 260.000 aktive Soldaten benötigen. Sowie Geld für die geplanten Pflichtwehrübungen für die dann angepeilten 200.000 Reservisten. Und damit verbunden natürlich Geld für Munition während dieser Pflichtwehrübungen, dem Anmieten von Bussen, Verpflegung, Sanitätsmaterial usw.