Neuer politischer Direktor des BMVg kommt aus der Vertretung in Brüssel
Das Verteidigungsministerium bekommt einen neuen politischen Direktor: Nach einem Medienbericht soll der bisherige deutsche Vertreter im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee der EU, Martin Schäfer, neuer Abteilungsleiter Politik im Berliner Bendlerblock werden. Er folgt damit Jasper Wieck, der als Botschafter nach Indien wechselt.
Über die Berufung Schäfers berichtete am (heutigen) Mittwoch der Berliner Tagesspiegel. Die Personalie sei aus Kreisen des Verteidigungsministeriums bestätigt worden, meldete das Blatt. Ein Sprecher des Ministeriums wollte auf Anfrage dazu nicht Stellung nehmen. Zuvor hatte das Bundeskabinett eine Reihe von Botschafter-Neubesetzungen beschlossen, unter anderem den Wechsel Wiecks nach Neu Delhi.
Der 58-jährige Schäfer war bereits als Sprecher des damaligen Außenministers (und heutigen Bundespräsidenten) Frank-Walter Steinmeier im Berliner Regierungsapparat aktiv, ehe er als Botschafter unter anderem in Südafrika tätig wurde. Seit 2024 ist er der deutsche PSK-Vertreter in Brüssel.
(Archivbild Mai 2025: Der bisherige Abteilungsleiter Wieck, l., mit dem heutigen Heeresinspekteur Christian Freuding, M., und Schäfer, re., bei einer Sitzung der EU-Verteidigungsminister in Brüssel – Polish presidency of the Council of the EU 2025, FAC Defence 20May2025 Christian Freuding, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons)
In dem einen Faden läuft „Deutschland sucht den Super-General“ mit guter Beteiligung, und hier kommentiert niemand? AL Politik aka „politischer Direktor“ ist keine wirklich der Nähe zur und Relevanz für Truppe verdächtige Personalie, insofern ist das geringe Interesse/Engagement nachzuvollziehen. Aber es ist schon ein Kuriosum, machen das andere Länder auch so? Seit Jahren wird dieser Posten im Ministerium von außerhalb des „Geschäftbereichs“ besetzt, fast schon traditionell mit Karrierediplomaten. Warum? Das AA als sicherheitspolitisches Leit-Ressort kann bestimmt mit hervorragender Expertise dienen, viele Jahre war aber trotzdem von „an einem Strang ziehen“ beider Häuser nichts zu merken, MinisterInnen kamen jeweils aus anderen Parteien, politisch-kommunikativer Brudermord war an der Tagesordnung – dafür konnte und kann die jeweilige Person, die für den Job vom Werderschen Markt in den Bendlerblock umzieht, nicht wirklich was, aber die Erwartungshaltung kommt bei mir schon auf, dass das hätte ein willkommener Nebeneffekt eines solchen Arrangements sein können. Nun sind mEn Angehörige des höheren Dienstes im AA notorisch stromlinienförmige Moderatoren des jeweils politisch Opportunen, von daher mag einem deutschen Diplomaten auf jener Position von vornherein jeder Gestaltungswille und -raum abgehen. Sieht aber nach gediegenen „whole-of-government“-Ansatz aus, und einem Staat, der sicherheits- und verteidigungspolitisches „Leadership from behind“ gerne im multilateralen Rahmen praktiziert, steht es ja auch gut an, konziliante, nicht dominante, Persönlichkeiten in solchen Funktionen zu haben. Dennoch: Vielleicht sollte in diesen Zeitenwende-Zeiten an so einer Stelle eher ein strategischer Kopf als ein/e Diplomatin sitzen? Nico Lange wäre so einer, aber das würde echt zu viele Komfortzonen innerhalb und außerhalb des BMVg punktieren.
@ „J10 sagt: 16.02.2026 um 9:50 Uhr“
Der DP des „Politischen Direktor“ erweckt ja auch Assoziationen zu vergangenen Zeiten.
Irgend ein bedeutender Denker hat sich dennoch wohl ueberlegt, dass dieser so notwendig ist.
Interessant waere dessen DP-Beschreibung, wenn es den so etwas fuer diese Ebene geben sollte.