Bedenken wg. US-Investor Thiel? „Die Frage ist etwas zu schwurbelig“
Nachdem Verteidigungsminister Boris Pistorius am (gestrigen) Dienstag seine Bedenken gegen den US-Investor Peter Thiel als Mit-Kapitalgeber einer Rüstungsfirma öffentlich gemacht hat, habe ich versucht, bei Regierungssprecher und Bundesinnenministerium (BMI) deren Haltung dazu herauszufinden. Ohne wirklichen Erfolg. Nach Ansicht der BMI-Sprecherin war meine Frage zudem etwas zu schwurbelig…
Zum Nachhören die Aussagen von Sonja Kock vom Bundesinnenministerium, Regierungssprecher Stefan Kornelius und Natalie Jenning vom Verteidigungsministerium:
… und das Transkript zum Nachlesen
Frage: An das BMI: Der Verteidigungsminister hat gestern in Bezug auf den US-Investor Peter Thiel von ausdrücklichen Bedenken gesprochen. Da geht es um eine Beschaffung für die Bundeswehr. Werden die Bedenken gegenüber diesem Investor auch im BMI geteilt? Hat das Auswirkungen auf andere Beschaffungsüberlegungen, zum Beispiel in Ihrem Haus? Ich möchte diese Frage vielleicht auch ganz grundsätzlich an Herrn Kornelius stellen.
Kock: Das scheint mir eine sehr vage Frage zu sein, und das ist mir ehrlich gesagt etwas zu schwurbelig. Sie müssten etwas konkreter werden, und dann kann ich Ihnen gerne etwas sagen, was wir hier wahrscheinlich auch schon mehrfach gesagt haben.
Zusatzfrage: Gerne. ‑ Der Bundesminister der Verteidigung, Boris Pistorius, hat gestern in Calw bei einem Truppenbesuch gesagt, in Bezug auf die Beteiligung des US-Investors Peter Thiel an einem Unternehmen, von dem die Bundeswehr Waffensysteme beschaffen will, gebe es Bedenken, die er ausdrücklich teile und die jetzt zu einer Überprüfung der operativen Bedeutung der Anteile dieses Investors an diesem Unternehmen führen werde. Vor dem Hintergrund, dass es zum Beispiel Software gibt, die zur Beschaffung anstehen könnte, stellt sich die Frage, ob solche Bedenken vonseiten des BMI und des Ministers geteilt werden. ‑ Ist das präzise genug?
Kock: Ich kann Ihnen sagen, dass wir grundsätzlich Beschaffungen nach den üblichen Kriterien vornehmen. Da ist ein Kriterium zum Beispiel, ob das Beschaffte geeignet ist, eine Lösung für das Problem zu sein, das man lösen möchte. Des Weiteren geht es um die Frage: Bringt ein entsprechendes Produkt die Leistung, die wir benötigen? Ein weiteres Kriterium sind sicherlich auch die Kosten.
Zusatzfrage: Entschuldigung, jetzt muss ich Sie zitieren: Das ist mir ein bisschen zu schwurbelig. Ich möchte wissen, ob in Ihrem Haus die Bedenken des BMVg geteilt werden?
Kock: Ich kann mir ungefähr vorstellen, auf was Sie anspielen. Wir prüfen ‑ auch dazu hat sich der Minister mehrfach geäußert und haben auch wir uns hier wiederholt geäußert; das kann ich gerne noch einmal tun ‑ ergebnisoffen verschiedene Produkte. Das machen wir nicht von einzelnen Herstellern abhängig.
Frage: Frau Jenning, warum spricht der Minister vom „US-Investor“? Nach meinem Stand ist Herr Thiel auch deutscher Staatsbürger.
Jenning: Hier ist, glaube ich, in der Gesamtdiskussion zu sehen, dass immer die Frage mitschwingt, inwiefern Abhängigkeiten entstehen oder nicht. Der Hauptbezug ist hier insofern nicht, dass man im Hintergrund irgendwie auf die Staatsbürgerschaft abstellt; vielmehr wird insgesamt natürlich darauf geschaut, inwiefern Einflussnahmen möglich sind.
Ich darf vielleicht die Gelegenheit nutzen, noch einmal zu unterstreichen, was der Minister gestern schon gesagt hat: Insgesamt ist für uns wichtig, ‑ und zwar unabhängig von dieser Einzelpersonalie ‑, dass ein möglicher Einfluss von Investoren auf Rüstungsprojekte und Rüstungsprodukte sehr ernst genommen wird und wir uns das vor Vertragsschluss wirklich sehr genau anschauen. Das heißt, hier geht es am Ende natürlich auch um eine Sicherheitsmaßnahme, damit eben einzelne Investoren keinen Einfluss auf das operative Geschäft und auf Technologie- bzw. Forschungs- und Entwicklungsentscheidungen entnehmen können. Das ist sozusagen der Hauptgrund, aus dem man sagt: Man schaut sich das jetzt an.
Ich bitte aber um Verständnis, dass ich ergänzend zu den gestrigen Aussagen des Ministers zu dieser Einzelpersonalie von dieser Stelle aus nichts hinzuzufügen habe.
Zusatzfrage: Aber über die unterschiedlichen Staatsbürgerschaften von Herrn Thiel weiß der Minister Bescheid?
Jenning: Ich habe mit dem Minister nicht persönlich darüber gesprochen. Fakt ist aber, dass in der Fragestellung die Problematik aufgeworfen wurde, dass es hier um ein etwaiges Abhängigkeitsverhältnis geht. Das war hier, glaube ich, in erster Linie auf die US-Seite bezogen. Darauf hat der Minister geantwortet, und seine Antwort steht für sich.
Frage: Herr Kornelius, hat der Kanzler unabhängig davon, wer der einzelne Investor ist, Sorgen, dass es bei großen deutschen Rüstungsunternehmen US-Beteiligungen gibt? Das gilt ja zum Beispiel auch für Rheinmetall. Teilt der Kanzler Sorgen, dass es dadurch einen möglichen Einfluss oder einen möglichen Abfluss von Informationen Richtung USA geben könnte?
Kornelius: Diese Frage ist so allgemein, dass ich jetzt nicht über eine Sorge oder eine Nichtsorge sprechen mag. Das ist eine Kategorisierung, die hier nicht zutrifft. Die Bundesregierung achtet prinzipiell darauf, dass sie gerade auch in rüstungssensiblen Fragen Elemente der Souveränität behält und dass sie auch die Kontrolle über Kooperationen behält. Die Kriterien für Rüstungs- oder für Beschaffungsentscheidungen hat die Kollegin eben ausführlich genannt. Zu der Äußerung des Verteidigungsministers über Herrn Thiel habe ich nichts hinzuzufügen.
Ja, und was sind nun die Bedenken? Solange diese nicht ausgesprochen werden, ist die ganze Diskussion in der Tat etwas schwurbelig. In der Finanzbranche betreibt man für solche Fälle Risikomanagement und kann die Risiken dann klar benennen und vor allem auch managen.
[Wie wäre es, die Aussagen des Verteidigungsministers vom Vortag zu lesen? T.W.]
Kommt immer darauf an, was man liest:
„Peter Andreas Thiel (* 11. Oktober 1967 in Frankfurt am Main) ist ein US-amerikanischer Investor, libertärer Tech-Unternehmer und Milliardär deutscher Herkunft.“ (deutsche Wikipedia)
„Peter Andreas Thiel (born 11 October 1967) is a German and American entrepreneur, venture capitalist, and political activist.“ (englische Wikipedia)
Wobei mich erstaunt, dass die Schweizer Armee viel mutiger ist (nicht in Bezug auf Thiels Staatsangehörigkeit): „Die Schweizer Armee sollte Alternativen zu Palantir in Betracht ziehen.“ Bericht vom 04.12.2024
Palantir klagt übrigens gegen das Schweizer Magazin „Republik“ auf Gegendarstellung einer Recherche über die Firma.
@T. Wiegold
In Fachsprache übersetzt spricht Pistorius hier ein Reputationsrisiko an. Solche Risiken existieren umgangssprachlich gesagt dann, wenn Aktivisten sich potenziell über etwas aufregen könnten. Da es Aktivisten gibt, die sich bei Thiel aufregen, aber nicht bei alternativen Investoren z.B. aus China oder aus Golfstaaten, ist dieses Risiko hier durchaus real. Man kann im Sinne des gesellschaftlichen Interesses an leistungsfähigen Streitkräften zu seiner Bewältigung beitragen, wenn man sachlich darüber berichtet, welche Einflussmöglichkeiten ein Investor im Fall einer Minderheitsbeteiligung in einer Kapitalgesellschaft hat. Da es um die finanzielle Bildung in Deutschland im Allgemeinen schlecht bestellt ist und sogar der Minister scheinbar niemanden hat, der ihm das erklärt, würde ein entsprechender Beitrag echten Mehrwert liefern.
[Es gibt chinesische Investoren in der deutschen Rüstungsindustrie? Ich glaube kaum. Klingt alles schon ein bisschen nach Derailing. T.W.]
Ich würde mal sagen Sie Herr Wiegold haben die drei Beteiligten kalt erwischt mit Ihren doch sehr speziellen Fragen, da diese dafür keine vorgefertigte Antwort hatten. Zur Thematik generell: Sofern der Investor nicht direkt in das Tagesgeschäft involviert ist und dies auch unternehmensseitig sichergestellt ist, sehe ich jetzt nicht unbedingt einen Grund eine Zusammenarbeit auszuschließen. Zumal die Bundeswehr bzw. das BMVG ja keine höchst geheimen Informationen preisgeben werden, was auch nicht notwendig ist.
„Schwurbelig“ ist aktuell die Verbalklatsche gegen alles, was das Lastenrad-und-Elektro-SUV-in-der-Garage-Biedermeier egal welcher politischer Couleur als Attacke auf dero Komfortzonen empfindet . Manchmal ein Treffer, um ex post einzuordnen, wenn AfDlerInnen in irgendeinem Parlament ans Pult treten, um Content zu kreieren; oft aber auch ein Rohrkrepierer, wie in diesem Beispiel: Das politische Bedienstete wie für Ministerien Sprechende diese Karte nonchalant auf der Hand haben, ist intellektuell eher dürftig. Aber der Job an sich muss ein quälender sein, wenn man wenig Opportunismus und eher mehr Redlichkeit besitzt.
Mal ne theoretische Fragen, natürlich völlig offtopic. Dürfte man Rüstungsgüter beschaffen von Staaten, die auf der „„Staaten mit besonderen Sicherheitsrisiken“ (SMBS)“ stehen?
Nochmal, hat natürlich nix mit vorliegendem Fall zu tun.
@Banker
Reputationsschaden, Ernsthaft?
Es geht hier um Waffensysteme die unsere Demokratie verteidigen sollen und da geht es um die Frage, ob diese Waffensysteme auch dann noch wie gewünscht funktionieren, wenn ein offener Gegner der Demokratie wie Peter Thiel im Fall des Falles vielleicht etwas dagegen hat. Ist sein Einfluss nicht ausreichend, dann ist ja alles gut, aber ist er groß genug um etwa versteckte killswitches einzubauen, dann nicht.
Peter Thiel ist auch an Quantum Systems beteiligt. Das münchner Unternehmen hat bereits einen Auftrag zur Lieferung von Aufklärungsdrohnen vom Typ Twister an die Bundeswehr erhalten. Gesamtwert des Auftrags ca. 85 Millionen Euro. Weiß Pistorius, worüber er redet?
https://quantum-systems.com/news/series-b-funding-round/
[Links zu deutschen Verlagswebseiten finden hier, wie bekannt, i.d.R. nicht statt; deshalb entfernt. T.W.]
Die Bedenken gg Thiel und v.a. Palantir (PLTR) sind mehr als berechtigt und inzwischen gut nachlesbar. PLTR ist ein Service- Provider. D.h. ein Nutzer erhält keine Rohdaten, sondern „processed intelligence“, die durchaus von PLTR, sehr oft aber von Beamten der US- Behörden vorab gefiltert, freigegeben oder eben zurückgehalten wird.
Dazu ist PLTR -verpflichtet- und darf im Gegenzug dafür auf Daten der US- Intel Community zurückgreifen.
D.h. in letzter Konsequenz: es sind US- Kontrolleure, die bestimmen, was, wann und wie einem nicht- US Nutzer bereitgestellt werden kann.
Fragen wir doch in der UKR nach, die 2025 eine durchaus erfolgreiche Offensive abbrechen musste, als das Weisse Haus entschied die Intelligence- Unterstützung (befristet) zu kappen. Nur RUS hat davon profitiert.
Wer Datensouveränität und -autonomie will, darf sich nicht von Systemen und Firmen wie PLTR abhängig machen. Es gibt deutsche Alternativen, die behördliche Nutzer mit entsprechender software ausstatten und an der Verarbeitung, Nutzung und Speicherung überhaupt nicht beteiligt sind und somit Datenhoheit sicherstellen.
Dies wird von behördlichen Nutzern zunehmend auch verstanden.
PLTR ist daran interessiert durch Beteiligungen an europ./deutschen Schlüsselbereiche Einblick in deren know-how zu erhalten und zum eigenen Vorteil zu nutzen. Es ist keine caritative Beteiligung zu erwarten.
Wir sollten uns in DEU und in Europa so gut als möglich nicht an PLTR binden.
So langsam wird es lustig. Die Formulierung „schwurbelige Frage“ ist nicht zu unrecht gewählt, denn hinter der Kritik an einer Finanzbeteiligung von Thiel an Stark steht das schwach definierte Unbehagen weiter Teile unserer Community (und veröffentlichter Meinung) am politischen Hintergrund und der Haltung von Thiel. Dazu – igitt, wie kann es sein – auch noch die Vernetzung von Palantir in den USA (natürlich US-Exekutive aller Ebenen, aber auch Tech-Community) … alles haram.
Nur genaues weiß eben auch keiner der Kritiker, aber irgendwie muß es böse sein. Am Ende wird da noch nicht einmal richtig gegendert (na gut, ist alles in englischer Sprache) und die Management-Positionen sind nicht zu 50% mit Frauen besetzt. Wer weiß.
Gleichzeitig sind unsere Dienste ohne die freundliche Unterstützung der altbösen Amerikaner weitgehend blind und taub, und die gelobten deutschen / europäischen Alternativen haben auch noch keinen wirklichen Praxistest gesehen.
Ohne Rückgriff auf massive ausländische Investitionen und Kapitalgeber schafft es kaum eine deutsche / europäische Innovation / Start Up in die Nähe der Marktreife. Wir leben in einer globalisierten Welt, das gilt ganz besonders für Innovationen. Und das bedeutet: Andere nehmen Einfluß. Wir werden lernen müssen, damit umzugehen
[Och nö. Ich frage, ob das BMI die Bedenken des Verteidigungsministers teilt, und dann kommt so ein moralisierender Sermon von Ihnen. Die Abneigung gegen Medien, die nicht der eigenen Propaganda dienen, scheint tief zu sitzen. T.W. ]
@Thomas Becker
Oder aber wir lassen mal alle Nebensächlichkeiten wie die Dinge, die sie gerade ansprechen beiseite und erkennen an, dass es durchaus berechtigte Bedenken gegenüber einzelnen Investoren gibt. Zumal man zu Herrn Thiel genügend Informationsmaterial findet bezüglich seiner Haltung zu einzelnen Themen. Ich denke in diesem Licht ist es durchaus nachvollziehbar, warum Herr Wiegold auch andere Stellen bezüglich des das Bedenken des VM befragt.
Auf der einen Seite wollen und müssen wir unabhängiger von den USA werden, auf der anderen Seite soll es ok sein, wenn sie dann doch an Bord sind. Widerspricht sich in meinen Augen irgendwie.
@T. Wiegold
Wenn man Dual-Use-Unternehmen hinzunimmt, gibt es nicht nur chinesische Investoren mit unproblematischen Minderheitsbeteiligungen in der deutschen Rüstungsindustrie, sondern sogar Unternehmen, die mehrheitlich oder ganz im chinesischen Besitz sind. Hinzu kommen Lieferketten, in denen im chinesischen Eigentum befindliche Unternehmen oder Schritte in der Wertschöpfungskette der wesentlichen Zulieferer so in China konzentriert sind, dass der chinesische Staat diese unterbrechen könnte. Das ist, im Gegensatz zu weitgehend unproblematischen Minderheitsbeteiligungen, ein reales Problem, das leider weder Politik noch Medien in Deutschland richtig zu verstehen scheinen. Wenn beim Verweis darauf sogar von „Derailing“ gesprochen wird, zeigt mir das, dass es hier nicht nur an Fachwissen mangelt, sondern auch am Mindset.
Ich finde es sehr richtig, dass die Opposition das auch zum Thema gemacht hat und Pistorius dazu gebracht hat, sich entsprechend zu äußern.
Ich finde es richtig, dass insbesondere bei den Drohnen zwei deutsche Unternehmen zum Zug kommen, aber die demokratiefeindliche Haltung von Thiel ist bekannt – muss man sowas wirklich mit unseren Steuergeldern auch noch fördern?
Es ist natürlich ein Problem, dass es wenig Venture Capital gerade im Defence Bereich in Europa gibt – aber wenn das politische Signal ankommt, dass man in Zukunft vermehrt darauf schaut, wer die Geldgeber sind, ist doch schon einiges erreicht.
Mit business as usual werden wir jedenfalls nicht souveräner in Europa.
@S4 Offz
„Auf der einen Seite wollen und müssen wir unabhängiger von den USA werden, auf der anderen Seite soll es ok sein, wenn sie dann doch an Bord sind. Widerspricht sich in meinen Augen irgendwie.“
Genau deshalb ist die Frage nach tatsächlichen Risiken ja so wichtig. Gerade die deutsche Rüstungsindustrie wird langfristig auf amerikanische Investoren angewiesen sein, weil die Alternativen dazu oft mit wesentlich größeren Sicherheitsrisiken verbunden sind. Innovation braucht Kapital, und das bekommt man leider nicht von der örtlichen Friedensbewegung. Bei solchen Investitionen werden ab Erreichen einer bestimmten Schwelle vorab staatlicherseits reale Sicherheitsrisiken geprüft, wobei die politische Meinung eines Investors da erst einmal als Risikofaktor irrelevant ist. Das müsste man eigentlich auch im BMVg wissen. Hier gibt es nähere Infos darüber, wie so etwas im staatlichen Bereich abläuft: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Artikel/Aussenwirtschaft/investitionspruefung.html
@
Thomas Becker 19.02.2026 um 10:39 Uhr
Lustig ist v.a. Ihr Kommentar, weil etwas weit weg von den Fakten.
Aber ich helfe etwas:
– Der bislang so exklusive Club der 5- eye community ist sich seines Grundprinzips des Vertrauens sicher: UK hat bspw. seinen input reduziert, weil bekannt wurde, dass das Weisse Haus/ Trump aus dem gemeinsamen Informationsraum Putin mit Goldstückchen daraus glücklich machte.
Der gemeinsame Informationsraum wird auch von PLTR genutzt, so zum Bsp. mit Daten aus Maven, das sich die derzeit die Nato- Kommsndostruktur gönnt.
– Ein ehemaliger DepDir DIA für Innovation warnt ausdrücklich davor, PLTR Zugang zu sensitiven Informationen zu geben- sie seinen nicht sicher.
– PLTR betreibt in dieser Zeit Büros innerhalb der NATO- KdoStruktur um das Ausrollen von Maven in den J2-Abt. u.a.m. zu begleiten. Ein AL J2 fühlt sich von PLTR so „überwacht“, dass Gesprächstermine in den privaten u öffentlichen Raum verlagert werden.
PLTR liest bei Bedarf/ Interesse/ auf Anweisung den gesamten RFI- traffic von Alliierten mit und zwar von mil. und nicht- mil. Behörden gleichermassen, so diese PLTR- software benutzen.
Das schliesst u.a. Informationen/ Bewertungen unserer Extremismus- Abw im Inneren mit ein (rechts wie links wie islamistisch).
Worauf gründen sich die zunehmenden „Zwischenrufe“ aus den USA, DEU „unterdrücke Meinungsfreiheit“, liefere sich dem Untergang durch ungezügelte Migration aus usw.?
Merke: solange einige unserer Länderpolizeien PLTR- software benutzen, besitzen die USA die Fähigkeit bei uns mitzulesen, was in unserer Exekutive gedacht, abgefragt und veranlasst wird. Die pol. Verwertung davon zeigt uns immer öfter der VP Vance.
PLTR ermöglicht Beeinflussung und Manipulation. Sie ist tlw. unverhohlener als das, was sich Moskau traut.
Deutsche Investoren wollen zwar in Rüstungsunternehmen investieren, aber nicht in solche, die Waffen oder autonome Systeme herstellen. Da bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten für Scale Ups eine Produktion auf den Weg zu bringen. Ich würde mir wünschen, dass aus einem Fonds der Bundesrepublik direkte Investitionen erfolgen können. Da ist das BMWE gefordert.
Randnotiz: Gestern hat der dritte Anbieter für das LMSmR erfolgreich das Treffen von Panzerzielen demonstriert. Neben den beiden Firmen, die demnächst in den Haushaltsausschuss gehen, ist der Weg für den dritten Anbieter frei.
[Zum dritten Anbieter mache ich später noch was, die haben den Test heute mitgeteilt. T.W.]
@Q
„Deutsche Investoren wollen zwar in Rüstungsunternehmen investieren, aber nicht in solche, die Waffen oder autonome Systeme herstellen. “
Immerhin gab es hier zuletzt Fortschritte, da sich manche Investoren von den von Aktivisten geforderten ESG-Kriterien stillschweigend verabschiedet haben oder diese zumindest aufweichten. Allianz Global Investors und DWS seien hier positiv erwähnt. Die offene Zurückweisung der Behauptung, dass Investitionen in die eigene Rüstung unethisch seien etc., wagt aber bislang kaum jemand. Es braucht hier viel mehr Mut zur kritischen Auseinandersetzung und auch zur Ablehnung solcher aktivistischen Positionen, einfach aus dem Grund, das sie unhaltbar sind. Die aus der Zeit gefallenen und überholten moralischen Reflexe von Menschen mit überhöhter Selbstwahrnehmung, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben, sind keine geeignete Grundlage für staatliches oder privatwirtschaftliches Handeln im Bereich Verteidigung.
[Es gibt Gründe, die Kriterien für Investitionen zu verändern. Es gibt keine Gründe, jetzt die MAGA-Pöbeleien auf Deutsch einzuführen. Dieser Ton ist keine geeignete Grundlage für privates Handeln im Bereich Verteidigung. Ich habe schon gemerkt, sie wollen gerne moralisieren, machen Sie das bitte woanders. T.W.]
Dass das Innenministerium hier auf eine einfache, gut verständliche Frage von „schwurbelig“ spricht, zeigt dass das Innenministerium getroffen ist und sich versucht sich nach Trump Manier um die Antwort zu drücken. Dobrindt war nach der Wahl noch ein Fan von Trump. Hier sollen Trump Methoden im Umgang mit Journalisten übernommen werden. Wehret den Anfängen. Palantir soll um jeden Preis durchgedrückt werden. Nationale Interessen & die Sicherheit der Bevölkerung ist dem Innenministerium egal. Pressefreiheit bedeutet die mächtigen zu nerven & auf die Füße zu treten. Lob an HR Wiegold für seine Fragen!
[Danke – ich wollte allerdings den Thread nicht davon dominieren lassen; das Chaos ist offenkundig, und dabei belassen wir es… T.W.]
Wir brauchen einen europäisch verankerten „Militärisch-Industriellen Komplex“ der sich organisatorisch und institutionell fest auf den Boden der sich abzeichnenden sicherheitspolitische Interessen stellt. Eine Koalition innerhalb der EU sollte den Anfang machen.
@AoR
Die Bundeswehr nutzt kleindrohnen von DJI. Ich weiß allerdings nicht ob die explizit als Rüstungsgut zählen.
Gleichzeitig gibt es aber Befehle keine NVGs aus Chinesischer Herstellung zu beschaffen. Hier wäre ein Beispiel Druckerreiniger (ähnlich einem Wattetupfer) die sich besonders gut zum reinigen von Verschlusslaufbahnen der MGs geeignet haben.
Die konkrete Rechtslage ist mir leider nicht bekannt.
@T.W.
Beim Spiegel können Sie heute lesen, was ich hier bereits in den Kommentaren geschrieben hatte:
„So sei Thiel bei Stark nur über seine Beteiligungsgesellschaft Thiel Capital nur »einer von vielen Minderheitsaktionären«, sein Anteil an Stark liege »unter zehn Prozent«, er sei »nicht Mitglied des Aufsichtsrats« und habe »keine Kontroll- oder andere Sonderrechte, die ihm Einblick in oder Einfluss auf die operative Geschäftsführung ermöglichen«.
Aber da Kommentare aus Fachperspektive hier offenbar unerwünscht sind, halte ich mich künftig gerne von Ihrem Blog fern.
[Da Ihnen nicht aufgefallen ist, dass ich ebendiese Aussagen als Stellungnahme von Stark bereits hier in dem ursprünglichen Bericht zitiert habe, scheint klar, dass Sie die Texte gar nicht lesen und nur pöbeln wollen – und von „Fachperspektive“ kann bei so einem Vorgehen wirklich nicht die Rede sein. Zumal ja der Spiegel aus einem Papier des Ministeriums zitiert und nicht, wie Sie insinuieren, dass als eigene Bewertung darstellt. T.W.]
Ich find’s auch bizarr. Thiel soll gar nicht gehen, aber In-Q-Tel, das sich aus dem CIA-Haushalt speist, ist nicht der Rede wert.
@SGschirr: Danke, da Ding hatte ich auch schon in der Hand, Made in China wurde wohl nicht aufgedruckt ;)
So zusammenfassend @All, bitte jeder kurz einen Schritt von der eigenen Weltanschauung zurücktreten und den beinahe literarisch anmutenden Moment gemeinsam Begehen: Es ist in all der Gemengelage der einzige, gerade jenem dem Schwurbelei vorgeworfe wird, gegönnt einen geordneten Gedanken vorzutragen gelungen. Dieser, der Hausherr selbst, fasst zussammen: Das Chaos ist perfekt!
Schönes Wochenende! Und ein Prosit auf diese SiPo-Bizzarie …
@Eric Hagen:
„PLTR ermöglicht Beeinflussung und Manipulation. Sie ist tlw. unverhohlener als das, was sich Moskau traut.“
Ja klar. Da haben Sie vollkommen recht (total ironiefrei: Sie haben wirklich recht).
Nur: Dasselbe wird für jedes ähnlich konzipierte Tool gelten. KI-Anwendungen mit der Zielrichtung von Palantir „leben“ vom ungehemmten Zugang zu sehr diversen Datenquellen. Auch von dem, was viele Akteure aus (meist) guten und (seltener) weniger guten Gründen gerne geschützt sehen wollen. Und diese Anwendungen werden immer schneller und immer schneller besser in der Strukturierung, Verknüpfung, Mustererkennung, Auswertung dieser Daten. Ich fürchte, in wenigen Jahren wird es sehr schwierig werden, Manipulation überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu bekämpfen. Ich bin nicht sehr optimistisch, was die Konsequenzen der KI angeht – Nuklearwissenschaft wird sich in der Rückschau wohl als vollkommen harmloses Unterfangen darstellen, verglichen mit den Implikationen von LLM und KI insgesamt. Politisch, militärisch, wirtschaftlich.
ABER: Was gewinnen wir, wenn wir uns da aus moralischen / politischen Gründen abwenden? Alle anderen Akteure nutzen diese Technologien, sei es von Palantir oder anderen Anbietern. Also müssen wir es auch tun. Wenn wir Palantir aus Gründen nicht anwenden, sondern eine „autarke“ Lösung entwickeln (ziemlich geringe Erfolgswahrscheinlichkeit), wird auch diese ebenso manipulativ und invasiv agieren können. Und auch da, wiewohl „europäisch“, wird es Leute geben aus irgendeinem europäischen Land oder über irgendeine Backdoor aus anderen Zonen, die diese Anwendungen missbrauchen werden. Nur weil wir Europäer sind, sind wir nicht die besseren Menschen (waren wir ausgesprochen selten in den letzten 150 Jahren …).
Aus diesem eher pessimistischen Menschenbild heraus denke ich, wir sollten die beste verfügbare Technologie nehmen und für uns nutzen. Wissend, dass sie zu Missbrauch einladen wird. Wenn das Palantir sein sollte: Gut. Wenn es eine andere sein sollte: Auch gut.
@ Thomas Becker 21.02.2026 um 13:06
Auf Ihre grds. wichtigen Einwände möchte ich gerne mit einem „ja aber“ antworten:
PLTR ist ein umfänglicher Dienstleister. D.h., PLTR hat als Vertragspartner gem. US Digital Act u.a. Vereinbarungen Zugriff auf behördliche (ISR-) Sensorik und Quellen und prozessiert diese durch eigenes Personal. Die Produkte werden dann – prozessiert/ also bearbeitet- dem PLTR- Vertragspartner (Behörden, Industrie im In- und Ausland) bereitgestellt.
Dies bedeutet, dass PLTR
1. weiss, was der Kunde wissen will und
2. Einfluss nehmen kann, was der Kunde zu wissen bekommt.
Hinzu kommen in diesem US- Konstrukt die Einflussmöglichkeiten einer US- Regierung, die von heute auf morgen die Informationsversorgung stoppen kann.
In DEU gibt es leistungsstarke Anbieter, die behördlichen Nutzern nur die notwendige Software bereitstellen. Die Be- und Verarbeitung der genuin durch die ISR- Sensorik des Nutzers bzw. aus dessen Informationsverbund erfolgt -ausschliesslich- durch den Nutzer und dessen exekutivem Personal.
Es kommt also nicht zur Befassung Dritter.
Datensouveränität und – autonomie ist durch deutsche Anbieter also gewährleistet und ist ein echtes Entscheidungskriterium in der Beschaffung.
Zusätzlich ist aber auch die Cloudarchitektur zu betrachten; Unabhängigkeit von Google, Microsoft etc. ist ebenfalls i.S. von Resilienz und Autarkie ein Gebot unserer Zeit.
Es gibt also echte und leistungsfähige Alternativen in DEU.
@Eric Hagen
Ja, vielleicht können wir den werten T.W. ja mal eine Frage geben, die er ggf. in der BPK stellen könnte: „Verwendet der israelische Cyberdome Palantir im Bereich der Threat Intelligence (TI)?“
Was würde dies für die deutsch-israelische Kooperation beim deutschen Cyberdome bedeuten?
@ Alex 2.0 24.02.2026 um 18:16 Uhr
Tja, sollte so eine Frage gestellt werden, geht das mit dem Schwurbeln einfach weiter.
Im Ernst; PLTR, deren Produkte/ Angebote, auch von deren Ablegern und Beteiligungen ist vmtl. in zunehmenden Masze in US- und US- nahen Systemen anzutreffen.
Die Produkte und software kann ja auch was- das Problem ist der „hidden dual use“, der ausschließlich US- Interessen zu folgen hat.
Man muss alle Anbieter ggf. dazu verpflichten ihre Verbindungen i.S. entsprechend verbauter Technologie offenzulegen.
Leider ist es inzwischen so, dass entsprechende Kauflösungen in den USA zu einer Frage realer nationaler Souveränität geworden sind.
Ein neuerliches Beispiel liefert Elon Musk, der mit seinen Firmen die Lücke von Anduril schliesst, denen der Umgang mit Daten aus einem sehr grossen Regierungsauftrag so suspekt erschien, dass sie den Entzug des Auftrages (in Mrd.-Höhe!) hinnahmen. Der AI- Act vom Januar beschleunigt die Verschmelzung Behörden- TechKonzerne nochmals. Nicht einfach für ausländische Kunden sich darüber ein valides Bild zu machen.