Zwischenstand: Mehr Bundeswehr-Amtshilfe für Berlin
Angesichts des anhaltenden Stromausfalls im Südwesten Berlins weitet die Bundeswehr auf Antrag des Landes ihre Amtshilfe aus. So sollen Mahlzeiten in Anlaufstellen ausgegeben werden. Zudem stellen die Streitkräfte Unterkünfte für auswärtige zivile Helfer bereit.
Nach Angaben des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr vom (heutigen) Dienstag werden Mahlzeiten in den Anlaufstellen im Rathaus Wannsee und in einer Sporthalle am Hüttenweg bereitgestellt. Die von der Berliner Innensenatorin Iris Spranger am vergangenen Sonntag geäußerte Vision von Bundeswehr-Suppenküchen in Zehlendorf werden allerdings nicht so recht Realität: Die Mahlzeiten, zunächst einige hundert pro Tag, werden in Truppenküchen in Beelitz und in Berlin-Gatow zubereitet und zur Verteilung ausgeliefert. Optional ist aber eine Aufstockung auf mehrere tausend Mahlzeiten möglich.
In Gatow, wo das Kommando Luftwaffe stationiert ist, stellt die Bundeswehr zudem 60 Betten in ihren Unterkünften bereit. Dort sollen unter anderem Feuerwehrleute aus anderen Bundesländern untergebracht werden, die zur Bewältigung der Großschadenslage Stromausfall angereist waren.
Bereits seit dem (gestrigen) Montag half die Bundeswehr mit einem Tankwagen, die eingesetzten Notstromaggregate am Laufen zu halten. Alle Hilfsmaßnahmen sind vorerst bis zum angekündigten Ende des Stromausfalls am kommenden Donnerstag befristet.
Ernsthafte Frage:
Sind das nicht vor allem Aufgaben von THW, DRK und Katastrophenschutz – also zivilen Hilfdiensten?
Dass die BW mit einer „Gulasch-Kanone“ unterstützt – okay.
Wird hier die Bw nur medienwirksam ins Licht gerückt und die Berichterstattung über die anderen Dienste ausgeklammert oder wurden die nicht angefragt?
Ist natürlich auch billiger, wenn die Bw ausrückt (Bundesetat), als wenn der Katastophenschutz (Landesetat) belastet wird…
[Hinweis zum „medienwirksam“: hier schaue ich, Blog-thematisch bedingt, halt gezielt auf die Bw, nicht auf den weit größeren Einsatz anderer Organisationen in Berlin. Hoffe das wird nicht als falsche Zielsetzung verstanden. T.W.]
Mir stellen sich hierzu zwei Fragen (unklar, ob Sie oder jemand hier dazu eine Antwort hat/haben will):
1) Warum macht das nicht das THW? Konzeptionell sind alle drei Fähigkeiten (Treibstofflieferung, Notstromversorgung und Verpflegung/Unterkünfte), die das THW auf dem Papier hat
2) Wie ist die Stimmung in der Bundeswehr dazu? Sowohl bzgl. der ?Instrumentalisierung? der Bundeswehr, als auch bzgl. der (zumindest implizierten) Unfähigkeit der zivilen Seite?
Erstmal ist es wichtig das überhaupt geholfen wird.
Die THW ,DRK, usw Haben viele Konzepte in im katastrophenschutz helfen können. Beim DRK, Malteser und Co ist das Bundesland abhängig. z.b NRW bezieht Verpflegung Gruppe mit Küchen Module die autag arbeiten Können. Das THW Hat Bundesweit Verpflegung mit Feldküchen.
Die Bundeswehr hat Widerherum Gute Möglichkeiten wegen Treibstoff Logistik.
Es liegt nur daran was Allermirt wird.
@Andreas Baumbach
Beide Fragen lassen sích zusammen beantworten.
Das ganze ist eigentlich ein Zeichen von Führungsversagen in Berlin…
Der Bezirk und Senat es am Samstag am Samstag verschlafen vor die Lage zu kommen. Der öffentliche Druck wurde zu groß, weswegen man aus Hilflosigkeit die großen Gesten auffährt und nach der BW ruft…
Im einzelnen:
Die Unterkünfte: geschenkt, kräht kein Hahn nach.
Essensversorgung können die Betreuungseinheiten oder, wenn man etwas fixeres will etwa auch zB eigene Großküchen des Landes Berlin (man denke etwa an Mensen der Universitäten) auch hin.
Treibstoff: natürlich könnte das THW diese Aufgabe übernehmen, dafür müsste es aber abgerufen werden.
Stand gestern Mittag waren „nur“ knapp 200 THW Helfer eingesetzt, viele andere warten mehr oder weniger. Dazu könnte man sowas wie Tankversorgung dank des Katastrophenfalls notfalls auch per Leistungsanforderung an zivile Unternehmen geben.
Warum macht die BW das mit:
Eigentlich müsste das OpFüKdoBw sagen: Kriterien für Amtshilfe sind nicht erfüllt, da zivile Mittel verfügbar sind.
Das will man aber aus politischen Gründen nicht machen, die Schlagzeile: „Bundeswehr weigert sich zu helfen“ braucht wirklich niemand.
Also spielt man mit.
Obwohl es eigentlich eine Lage für die blauen und weißen Einheiten ist.
@all
Die bisherigen Kommentare hier deuten auf eine höchst bedenkliche Einstellung hin.
Obwohl Menschen in Not sind, die Bw hilft, wird hier auf Zuständigkeiten hingewiesen, gar auf „Stimmung in der Bundeswehr“ und „Instrumentalisierung? Leute, geht’s noch?
Zuerst wird geholfen, und zwar schnell und kompetent, danach kommt die Manöverkritik!
So ein Geraune ist nicht förderlich für eine Resilienz, die wir alle noch aufzubauen haben, auch im Rahmen der Gesamtverteidigung. Einfach mal die Klappe halten, wenn man selbst nichts zur notwendigen Hilfe beitragen kann.
@Weiße Ente, das die Bundeswehr Unterkünfte stellt dürfte innenpolitische Gründe haben.
Ja das THW und die HiOrgs können das auch. Aber, entweder stellen die dann Zelte auf oder greifen auf vorhandene Gebäude wie Schulen und Sporthallen zurück. Das Problem in diesem Fall ist aber, die Gebäude im Schadensgebiet fallen auch als Unterkunft aus und außerhalb läuft in Berlin das normale Leben weiter. Da dürfte sich das Verständnis das jetzt für die Klassenstufe x der Unterricht ausfällt oder die Sporthalle der ABC Schule die nächsten Tage komplett gesperrt wird sehr in Grenzen halten.
Die Herausforderung ist: das betroffene Gebiet hätte man evakuieren bzw. den Bewohnern ein entsprechendes Angebot machen müssen und dann das Gebiet abriegeln zur Sicherung gegen Plünderer.
Hätte man die Unterkunft in Tegel nicht reaktivieren können ?
„Rund zwei Wochen nach dem Auszug der letzten Bewohner ist die einstmals größte Flüchtlingsnotunterkunft Deutschlands in Berlin-Tegel nun offiziell Geschichte.“
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/01/berlin-110000-gefluechtete-ehemalige-unterkunft-tegel-erstversorgung.html
@Andreas Baumbach
Die Bw hilft immer gerne wenn es die anderen Aufträge zulassen.
@Bow
Auch bei Amtshilfe können Rechnungen gestellt werden außer auf Bundesebene, z.B. Bw zu BPol oder THW.
@Emil
THW und Feldküchen: grundsätzlich ja, aber die Küchenkapazität kann auch nur für die Eigenversorgung ausreichend sein; das ist im Einzelfall abzufragen.
@all
Die Leistungen, die die Bw grundsätzlich bei unterschiedlichen Schadenlagen erbringen kann, sind verschriftlicht und der TerrVbdgOrg natürlich bekannt und kann nachgelesen werden. Die Überarbeitung steht allerdings derzeit an.
[Wir bleiben bitte realistisch – 40.000 Haushalte evakuieren wg. Stromausfall? Ernsthaft? T.W.]
@TW
Wenn die Wohnungen nicht nutzbar sind (Licht, Heizung, Warmwasser) bleibt wohl nichts anderes übrig. Aufzüge funktionieren ja ebenfalls nicht.
Wir reden hier ja von einem tage- bzw. wochenlangen Stromausfall. Wer das durchhält kann natürlich vor Ort bleiben.
Ich weiß ja nicht, was manche trinken oder rauchen, bevor sie hier kommentieren.
Aber jetzt die Notwendigkeit (!) einer Evakuierung (!) der Stromausfall-Gebiete in Berlin (!) mit den Worten zu fordern „Definitiv reicht in Berlin die normale Polizei nicht mehr aus, um Straftaten dort zu verhindern (da wird jetzt sicher vieles medial vertuscht) Da muss schwer bewaffnete Bundespolizei oder Bundeswehr für Sicherheit sorgen… “ deutet schon auf einiges hin.
Den Unsinn lassen wir jetzt mal. Und auch sonst so zu tun, als sei Berlin so was wie Venezuela bevor der glorreiche Führer es von Maduro befreit hat, müssen wir hier nicht haben.
Der Vorfall in Berlin zeigt nur allzu deutlich, weshalb man sich auch privat auf solche Fälle vorbereiten sollte. In Berlin ist das noch händelbar. Wird es großflächiger, wird es schwierig. Ich empfehle da den Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die Leute werden das bis Donnerstag schon noch durchhalten. Für die Behörden heißt es auswerten und Schlußfolgerungen ziehen. Ich hoffe, diese Terroristen werden bald erwischt.
@Thomas Melber, auf der einen Seite verstehe ich ihre Gedanken das die Wohnungen nicht nutzbar sind.
Auf der anderen Seite fangen wir doch einmal an zu rechnen.
Bei 40.000 Haushalten und angenommen 2,5 Personen pro Haushalt reden wir als über 100.000 Personen die anderweitig unterzubringen wären. Weiter nehmen wir an 20% kommen privat bei Verwandten oder Freunden unter. Bleiben aber immer noch 80.000 Plätze in Notunterkünften die zu schaffen wären. Das nötige Personal und Material aus dem Bundesgebiet zusammen zu ziehen dauert wenn überhaupt ausreichend Objekte gefunden werden und auch eine Verteilung der Betroffenen im Bundesgebiet mit Bus und Bahn wird ihre Zeit brauchen.
Zumal vermutlich nicht jeder Arbeitgeber Verständnis haben wird das man jetzt die nächsten Tage nach München evakuiert wird und deswegen nicht arbeiten kann.
Das ist halt nur eine begrenzte kleine Fläche einer Großstadt die betroffen ist. Zwei Straßen weiter ist nix besonderes los.
@strato239:
Jemand der KVK gemacht hat und viele Lehrgänge [in Ahrweiler], kann nur über ihre Ausführungen lächeln. Sie kennen sich Null aus und schwurbeln von Klappe halten.
Nur kurz: Das ist kein adhoc Verkehrsunfall, wo man Ersthelfer macht.
@Weisse Ente:
Danke für die korrekte Einordnung.
Ich persönlich habe genug action-bias der verantwortlichen Landräte erlebt. Im KVK ist das lustig bis traurig.
Die deals zwischen OB und nicht zuständigem Admiral wurden beim Bierchen in der Messe gemacht. Die Dorfpresse berichtete wohlwollen über die „Macher“. Wochen später wollte man dann von uns Hilfeleistungsanträge rückwirkend von uns unterschrieben…. Es ging übrigens um einen Brötchenbringdienst für alte Menschen…
Ich hab daraufhin mein Amt niedergelegt. Fazit: Die meisten Landräte und OBs ist überhaupt nicht klar, was ihre Hauptaufgabe ist [Krise/Förderalismus] und sind überfordert. Da gabs noch nicht mal Handylisten des Stabspersonals der Behörde, um den Kat-Stab am Woende einzurufen…. Datenschutz……
Ich hab meinen Job daraufhin niedergelegt Die sind so gut, die können das alleine.
@Flo
Ich denke, es gibt da vier Möglichkeiten:
M1 der Bürger kann sich selbst helfen – „Prepper“
M2 dem Bürger wird ermöglicht sich selbst zu helfen – Ausgabe von „survival kits“
M3 die Hilfe kommt zum Bürger – dauerhaft während der Schadenlage, Deckung der Grundbedürfnisse
M4 der Bürger kommt zur Hilfe – sog. „Leuchttürme“ o.ä., auch Notquartiere
natürlich immer davon abhängig, was fehlt. Im Winter ist natürlich „Wärme“ sehr wichtig und grundsätzlich warmes Wasser, insbesondere wenn man kleine Kinder hat
Wie hat man das beim großen Stromausfall im Münsterland 2005 bewerkstelligt ?
https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnsterl%C3%A4nder_Schneechaos
@Weiße Ente
@CRM-Moderator
Danke – deckt sich voll mit meinem Eindruck.
Im aktuellen Fall wollte Wegner halt als „Macher“ dastehen und das LKdo hilft gerne mit.
Absurd und ein völlig falsches und verheerendes Signal an viele Betreuungseinheiten im Ehrenamt.
Ich sitze gerade mitten im Blackout. (Der Haushalt: EFH ´, 2x Erwachsene ´, 4x Kinder)
Bis heute nur durch den Kamin (ganz böse, Feinstaub, Klima etc. – bald verboten) durchgehalten. Viele Nachbarn mussten bereits aufgeben (Wärmepumpen zuerst…). Seit heute privat beschaffter Notstromer an der Gastherme. eine riesen Erleichterung.
-> Bisheriges Fazit; ´“Hilf Dir selbst, sonst wird Dir geholfen“ (nicht)
Herr Melber hat ganz offenbar die Dimensionen des Bezirks nicht vor Augen. Bei jetzt noch 35.000 Haushalten sind mindestens noch ca. 100.000 Menschen im Gebiet,
Problem wird überall die Heizung (egal ob Gas, ÖL oder Wärmepumpe – ohne Strom läuft nichts) – Die Gebäude sind inzwischen immer stärker ausgekühlt. Wir können am Ende froh sein, wenn keine älteren Menschen in ihren Wohnugen unbemerkt erfrieren. (Kein Telefon, Internet und Mobilfunk erst seit heute wieder halbwegs flächendeckend.)
Jetzt am vierten Tag des Blackouts sind endlich große Notstromer aus NRW etc. im Einsatz (ich habe auch ein Holländisches Großagregat gesehen, dass einen Supermarkt versorgt hat) und es gibt einige Inselgebiete die damit versorgt werden. Berlin hat ganz eindeutig viel zu wenig eigene Notstromer aller Kategorien.
Der Notfalltrupp der Wasserwerke der hier vorbeikam meinte, Notstromer fehlten überall. Der Mangel wird wohl auch dadurch verstärkt, dass sehr viel Gerät (THW und Katastrophenschutz) in die Ukraine abgegeben aber nie (oder nicht zeitnah) ersetzt wurde.
-> Wenn ein staatlicher Akteur so eine Aktion an mehreren Stellen in Berlin durchführen würde, hätten wir derzeit jedenfalls keine Chance. (Wenn gleich in mehreren Städten – erst recht nicht.)
-> Ich empfehle das Buch „Blackout“ – das ganze hier fühlt sich an wie so eine („das Leben auf dem Mars“ Labor Simulation mit Probanden. Volles Blackout Feeling – aber man kann immer noch das Auto nehmen und kurz aussteigen – einfach nach Potsdam fahren und alles im Baumarkt einkaufen, Zu McDs etc. .). Diese Möglichkeit wird es nicht geben, wenn es jemals ernster wird!
-> Das Risiko von Einbrüchen ist in Steglitz-Zehlendorf auch ohne Blackout sehr erheblich. (Beliebtes Ziel für organisierte Einbrecherbanden – oft aus dem Balkan/Osteuropa.)
Brauchen wir im Moment mehr Polizei?! Ja klar !!! Es ist stockfinster, viele Häuser sind verlassen… (Ich frage mich z.B. gerade, ob ich den teuren Generator überhaupt nachts draußen lassen kann.)
@Thelamon
Mir ist die Dimension durchaus bewußt, nur was ist die Alternative, wenn Bevölkerung nicht vor Ort mit dem Lebensnotwendigen versorgt werden kann ? Sie schreien ja selbst, daß es bei den vulnerablen Gruppen zu Todesfällen kommen kann. Vulnerabel sind ja auch Familien mit kleinen Kindern, nicht nur Alte und Kranke.
Sollen diese Personen in ihren Wohnungen verbleiben ? Teilweise sind sie ja auch auf Beatmungsgeräte angewiesen.
Positiv ist, daß Supermärkte an eine Netzersatzanlage angeschlossen werden können. Abgabe von Kraftstoff an Tankstellen kann dennoch „aus Gründen“ eine Herausforderung sein.
@T.W.:
zur Antwort auf Ihre Frage vermute ich: Lack!
Trennung.
@all:
Wenn jetzt gemosert wird, das sei ja doch alles nicht Auftrag der Bundeswehr, dem sei einerseits die Lektüre des Artikel 35 Abs. 1 GG anempfohlen und darüber hinaus auch die Frage gestellt, ob die Bundeswehr sich auf den Standpunkt stellen sollte, dass, sofern eigene Kapazitäten der Blaulichtorganisationen nicht, nicht in hinreichender Menge oder eben nicht schnell genug bereitgestellt werden können, dass das mal ruhig das THW oder das DRK oder wer auch immer machen soll, wenn die zivile Seite anfragt.
Und vergessen Sie ganz schnell die Absätze 2 und 3 des Artikels 35 wieder! Diese Fälle sind hier nicht unmittelbar einschlägig, auch wenn es sich um einen Anschlag gehandelt haben sollte bzw. hat. Das könnte ich jetzt in einem juristischen Exkurs noch dezidiert auseinanderklamüsern, aber darauf hat weder der Hausherr Bock, noch ich.
Ein Tanklaster und die Presse schreibt sich die Finger wund. Das ist doch nur lächerlich. In Moskau wird man sich sehr genau beobachten, wie einfach man unser Land ins Chaos stürzen kann.
@Thelamon
Danke für diesen quasi „Live“-Eindruck Ihrer Betroffenheit. Mögen die verantwortlichen Entscheidungsträger die richtigen Schlüsse daraus ziehen.
Ich wünsche Ihnen (und allen anderen Bettroffenen) gutes Durchalten und ein baldiges Ende dieser Umstände.
@Thelamon:
Die Ukraine-Hilfe hat die Fähigkeiten des THW NICHT reduziert – auch wenn dies gewisse Kreise behaupten.
Berlin hat schlichtweg nicht schnell und umfassend Material des THW und der Länder über GMLZ angefordert.
@Thomas Melber
„M1 der Bürger kann sich selbst helfen – „Prepper““
Das war ja lange ausdrücklich nicht erwünscht, Es ist noch nicht lange her, dass durchaus sinnvolle private Aktivitäten zur Notfallvorsorge staatlicherseits unter Extremismusverdacht gestellt wurden, wie es etwa die Innenministerkonferenz 2017 tat und Verfassungsschutzbehörden anwies, hier tätig zu werden. Einige der in Bund und Ländern verantwortlichen Personen sind weiterhin im Amt und sollten mit der Frage nach ihrer Verantwortung konfrontiert werden.
[Das ist, wie heißt das heutzutage, komplex. Ich wäre jedenfalls dankbar, wenn die „Rache für die Prepper!“-Debatte jetzt hier nicht geführt würde. T.W.]
@T. Wiegold
Um „Rache“ geht es mir dabei nicht, zumal die auf Notfälle vorbereiteten Bürger ja auch nicht die Geschädigten sind, sondern die Personen, die aufgrund der erwähnten Maßnahmen von Regierung und Behörden ggf. auf solche Vorbereitungen verzichteten. Dieses Problem anzusprechen, gehört m.E. zur Aufarbeitung des Geschehens wesentlich dazu, denn ein wichtiger Bestandteil von gesellschaftlicher Resilienz ist es, aus Fehlern zu lernen.
@Bravo November
Mittlerweile wird darauf hingewiesen, daß sich die Bevölkerung in den ersten 24h – besser den ersten 72h – selbst behelfen können soll („Selbst- und Nachbarschaftshilfe“).
Denn die Blaulichtorganisationen brauchen erst einmal Zeit um in die Hufe zu kommen, zudem muß Hilfe ggf, auch nach Ort und Vulnerabilität priorisiert werden. Wenn alle gleich die 112 wählen ist keinem geholfen.
Wie ist es denn gewesen? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat seinen Ratgeber bezüglich Notfallvorsorge herausgegeben und das Innenministerium, dem dieses Bundesamt unterstellt ist, hat Leute, die sich daran gehalten haben, in die rechte Ecke gestellt. Den Leuten wurde unterstellt, Zweifel an der Handlungsfähigkeit des Staates in Notsituationen zu haben. Da hat man wohl nicht miteinander gesprochen. Heute ist es wieder wie bis Anfang der 90er Jahre. Das heißt, die Leute sollen sich auf solche Situationen vorbereiten. Berlin ist da ein guter Weckruf.
Man sollte es aber auch nicht übertreiben. Ich komme 14 Tage bis 3 Wochen, ohne dass ich Hilfe vom Staat brauche, klar. Dazu kommt noch ein Netzwerk an Freunden. Da sind schon Absprachen getroffen. Ich kann mich also um meine Nachbarn kümmern und meine Stadt unterstützen, wenn Not am Mann ist. War bisher bei zwei Jahunderthochwassern nötig. Laut RBB dauert es wohl bis in die Nacht, aber der Strom kommt zurück und die Welt ist nicht untergegangen. Und nein, ich bin kein Prepper. Ich wohne aber an der Elbe und weiß, was kommen kann. Haben ist besser als brauchen.
Offenbar funktioniert der Strom nun wieder – 1 Tag eher als geplant und glücklicherweise noch vor dem Schneesturm-Kälteeinbruch.
Ich hoffe sehr, dass dieses Ereignis neben der Strafverfolgung tatsächlich überall vernünftig aufgearbeitet wird. Es ist ein Weckruf für unsere Gesellschaft und leider die neue Realität – und keine Übung.
Ich finde es bemerkenswert, wie hilfsbereit und zügig insbesondere die Nachbarn, Helfer, Ehrenamtlichen und nichtstaatlichen Akteure unbürokratisch losgelegt haben, das stimmt mich jedenfalls zuversichtlich.
Vielen Dank an @Thelamon für den Augenzeugenbericht vor Ort, das ist wirklich prima – Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich gute Erholung!
Zur Überschrift hier:
„Zwischenstand: Mehr Bundeswehr-Amtshilfe für Berlin“.
Auch wenn es zivile Organisationen wie das THW gibt finde ich Bundeswehreinsätze bei „Gross-Schadenslagen“ durchaus begrüssenswert.
Für jeden Bürger kommt ein positiver Eindruck rüber und auch die Soldaten fühlen sich in dieser Rolle gut aufgehoben.
Sinnvoll ist es obendrein.
@Thelamon:
Wie schon meine Oma sagte „Das Wichtigste im Kriegswinter war Verpflegung und Wärme“.
Im heutigen Berlin ist es vor allem die Wärme. Guter Generator-Move. Auch ohne grosse Modifikation kann man zumindest die Heizung betreiben.
Es ist ja so: Beim Operationsplan Deutschland betont die Bw immer und immer wieder, wie sehr sie die Unterstützung der zivilen Seite braucht.
Und hier unterstützt man jetzt mit Dingen, die jede funktionierende Verwaltung selbst hinbekommen / organisieren könnte / müsste.
Die Bw will eigentlich weg von der Amtshilfe,
Kommen aber solche Lagen, nimmt das ganz schnell eine Eigendynamik an. Politiker, die durch das Engagement der Bw als Macher gelten wollen, treffen auf Bw-Vertreter, die die schnell verdienten öffentlichen Lorbeeren gern mitnehmen.
Memoria sagt:
07.01.2026 um 10:22 Uhr
Berlin hat schlichtweg nicht schnell und umfassend Material des THW und der Länder über GMLZ angefordert.
Die mir bekannten Feuerwehreinheiten mit Stromerzeugern in NRW waren spätestens Sonntagmittag abrückbereit und warteten nur noch auf Anforderung.. Weniger elektrikerlastig besetzte Teams hätten noch eher rollen können.
@Y-998201
„Den Leuten wurde unterstellt, Zweifel an der Handlungsfähigkeit des Staates in Notsituationen zu haben.“
Diese Zweifel haben sich in mehreren Krisen als begründet herausgestellt.
Für die demokratische Willensbildung, aber auch für die Herstellung gesellschaftlicher Resilienz sind solche Zweifel nicht nur legitim, sondern notwendig, weil sie Lernprozesse voranbringen und die Frage nach Verantwortung stellen. Dazu gehört zwingend auch, dass Personen, die dieser Verantwortung nicht gerecht wurden, persönliche Konsequenzen tragen. Hinter der Problematisierung von Zweifeln an der Handlungsfähigkeit des Staates steht m.E. vor allem der Versuch, dieser Frage nach Verantwortung und den entsprechenden Konsequenzen bei Fehlern auszuweichen. Wie jeder Offizier gelernt hat, bedeutet Führung aber auch immer, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen. Hier darf man im Sinne des Funktionierens der Demokratie nicht nachlassen. Das hat nichts mit der oben vermuteten „Rache“ zu tun, sondern mit dem Abstellen von Mängeln, damit man auf die nächste Krise besser vorbereitet ist.
@Braco November:
Das Innenministerium ist gegen Menschen vorgegangen, die illegal Waffen und Munition gehortet haben und Listen mit Personjen aus dem gegensätzlichen Spektrum (vermutlich Feindeslisten) geführt haben.
Mit der Eionlagerung von paar Liter Wasser und paar kg Nahrungsmittel hat die Strafverfolgung nichts zu tun.
@ Bravo November Ich wiederhole noch mal: Das BBK, das dem Innenministerium untersteht, hat den Leuten empfohlen, sich vorzubereiten und eine andere Abteilung hat die Leute, die das gemacht haben, in die rechte Ecke gestellt. So blöd kann man doch gar nicht sein. Was Sie meinen, sind Leute aus dem rechten Spektrum, die dem Staat grundsätzlich nicht vertrauen. Nicht jeder, der sich vorbereitet, ist ein Prepper und nicht jeder Prepper ist rechts. Es gibt aber Gruppierungen, da sollte man genauer hinsehen. Es gibt auch Soldaten und Polizisten, die sich auf den Tag X vorbereiten. Die gehören identifiziert und, wo möglich, aussortiert. Denn die sind gefährlich.