Deutsche Grönland-Erkundungsmission beendet; gemeinsame Erklärung der betroffenen Europäer

Die Bundeswehr hat ihre Erkundungsmission im Rahmen gemeinsamer Planungen mit Dänemark und anderen NATO-Partnern auf Grönland  beendet. Die acht europäischen Länder, die US-Präsident Donald Trump wegen ihres Grönland-Engagements mit Strafzöllen bedroht, wiesen den Vorstoß aus Washington in einer gemeinsamen Erklärung zurück.

Das 15-köpfige Erkundungskommando der Bundeswehr flog am (heutigen) Sonntag mit einer Linienmaschine aus der grönländischen Hauptstadt Nuuk ab, wie ein Sprecher des Operativen Führungskommandos (OFK)der Bundeswehr mitteilte. Die Erkundungsmission sei weitgehend planmäßig abgelaufen, auch wenn wegen des Wetters eine ursprünglich vorgesehene  Station außerhalb von Nuuk nicht habe besucht werden können. Auf Grundlage der Erkenntnisse würden nun gemeinsam mit Dänemark und den anderen beteiligten europäischen Ländern die weiteren Planungen besprochen.

Das Team unter Führung von Flotillenadmiral Stefan Pauly, dem Abteilungsleiter J5 (Planung) im OFK, startete am Mittag (Ortszeit) von Nuuk zunächst zur isländischen Hauptstadt Reykjavík. Von dort sollte ihre Reise über Kopenhagen weiter nach Deutschland führen.

Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien veröffentlichten unterdessen eine gemeinsame Erklärung zu der Drohung des US-Präsidenten am Vortag – Trump hatte auch genau diese acht Länder wegen ihrer Beteiligung an der Erkundungsmission in Grönland angegriffen und angekündigt, gegen sie würden Strafzölle verhängt. Der Wortlaut in der vom Bundespresseamt veröffentlichten deutschen Höflichkeitsübersetzung:

Erklärung von Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden und des Vereinigten Königreichs

Als Alliierte der NATO sind wir der Stärkung der Sicherheit in der Arktis verpflichtet. Dies ist ein gemeinsames transatlantisches Interesse. Die von Dänemark koordinierte Übung „Arctic Endurance“, welche gemeinsam mit Alliierten durchgeführt wird, ist eine Antwort auf die Notwendigkeit größerer Sicherheit in der Arktis. Die Übung stellt für niemanden eine Bedrohung dar.

Wir stehen in voller Solidarität an der Seite des Königreichs Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. Aufbauend auf dem letzte Woche begonnenen Prozess sind wir bereit in einen Dialog einzutreten, auf Grundlage der Prinzipien der Souveränität und territorialen Integrität. Wir stehen fest zu diesen Prinzipien.

Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation. Wir werden weiterhin geeint und koordiniert reagieren. Wir sind entschlossen, unsere Souveränität zu wahren.