Sicherheitshalber der Podcast #98: Die Rüstungsindustrie und die Zeitenwende | Der “neue Wehrdienst” und ein Brandbrief
Sicherheitshalber ist der Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt. In Folge 98 diskutieren Ulrike Franke, Frank Sauer, Carlo Masala und ich zuerst über die Rüstungsindustrie. Es fließt viel Steuergeld und Wagniskapital in die Rüstungsindustrie, und deswegen versuchen wir einen Überblick zu geben: Wer sind die großen und die kleinen Spieler, welche Rolle spielen Regulierung und Wagniskapital, wie wird sich die Landschaft weiter entwickeln?
Der zweite Teil beleuchtet den neuen Wehrdienst und diskutiert dann den Brandbrief des Inspekteur des Heeres, der erstaunlich wenig Beachtung gefunden hat, obwohl er Zahlen ins Spiel bringt, die für Schnappatmung sorgen können.
Abschließend wie immer der Sicherheitshinweis, der kurze Fingerzeig auf aktuelle, sicherheitspolitisch einschlägige Themen und Entwicklungen – diesmal mit der NATO-Reaktion auf die russischen Drohnen in Polen, dem Zapad-Manöver in Belarus, russischen Raketentests und Portugals “Nein” zum Kauf der F-35.
Rüstungsindustrie: 00:05:04
Wehrdienst und Personalbedarf: 01:00:06
Fazit: 01:14:55
Sicherheitshinweise: 01:16:11
Folge #100 nehmen wir als Sicherheitshalber Live in Hamburg am 31.10 auf. Alle Details und den Link zum Kartenvorverkauf gibt es auf sicherheitspod.de
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Thema 1: Rüstungsindustrie
Jonas Jansen, Rheinmetall eröffnet neues Werk für Artilleriemunition, FAZ 27.08.2025
Spiegel online, BVB-Fans protestieren mit Papppanzer gegen Rheinmetall, 25.08.2024
tagesschau.de, Zahlreiche Unternehmen drängen in Rüstungsverband, 07.07.2025
SIPRI, The SIPRI Top 100 arms-producing and military services companies in the world, 2023
SIPRI, Trends in International Arms Transfers, 2024
Rheinmetall kauft Naval Vessels Lürssen, Rheinmetall-Pressemitteilung, 15.09.2025
lha Pokotylo, Who invests in European defence tech and dual-use, Defender Media, 03.04.2025
Thema 2: Neuer Wehrdienst, Wehrpflicht, Truppenstärke
Neuer Wehrdienst, militärische Sicherheit, Nationaler Sicherheitsrat: Kabinettsitzung im Bendlerblock, Augen geradeaus!, 27.08.2025
Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Wehrdienstes
Germany’s army needs to more than double in size, commander says, Reuters 11.09.2025
Sicherheitshinweise:
Carlo: Eastern Sentry. NATO’s neue Mission an der Ostflanke
https://shape.nato.int/news-releases/eastern-sentry-to-enhance-natos-presence-along-its-eastern-flank
Thomas: Bundeswehr übt die Verstärkung Litauens
https://www.presseportal.de/pm/127975/6103247
Frank: Russische Tests: Raketen- und Marschflugkörper während Zapad; bald Burewestnik?
https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/russia-readying-nuclear-powered-cruise-missile-test-ukrainian-military-2025-08-15/
Rike: Portugal kauft keine F-35,
https://www.politico.eu/article/portugal-rules-out-buying-f-35s-because-of-trump/
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Rike: @rikefranke.bsky.social
Frank: @drfranksauer.bsky.social
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Thomas: @wiegold.de
Aloha..
Erst mal wieder ein Lob für diesen Sicherheitspodcast.
Zum Thema Wehrdienst:
(und ich weis das man sich hier sehr in die Nesseln setzen kann)…
Aktuell zieht eine westlich orientierte Demokratie (schon wieder) Wehrpflichtige ein für sehr umstrittene Aktionenen in einem Nachbarland.
Ich will das nicht weiter kommentieren. Aber als ehemaliger Wehrpflichtiger in einer westlichen Demokratie mit damals einem Auslandseinsatz-Ausschluss kann ich mittlerweile Vorbehalte der jungen Generation teilweise verstehen.
Denn die,Alternative „Ersatzdienst“ hat dieses Problem nicht.
Wobei ich wie Söhnke Neitzel damals im kalten Krieg schon für die Abschreckungswirkung einer starken NATO eingetreten bin.
Nur die atomare Hochrüstung damals war wirklich, wirklich gruselig.
Man hofft daa dies nicht zurückkommt..
Liebes Streitkräfte und Strategien-Team,
es lässt sich jetzt trefflich um die Definition eines Podcasts streiten, aber ich folge Streitkräfte und Strategien bereits sein Ende 2008 als RSS-Feed mit einem dafür definierten Programm (damals gab es den Begriff Podcatcher glaube ich noch nicht). Damals kannte ich noch nicht einmal Augengeradeaus.
Sorry, aber für die Mutter alle Podcasts reicht es dann doch nicht :-)
Gleichwohl höre ich beide Podcasts überaus gerne.
Ich meinte natürlich Sicherheitshalber-Team
Ja aber warum nicht auch für Frauen,der Gleichberechtigung wegen? In der NVA war es üblich und bei den Israelis auch.
Sehr interessant, gerade bei der Finanzierung der start-ups und der fehlende Fokus auf Sanität, aber auch Logistik zudem noch Ausbildung (fortlaufend als Thema unterschätzt).
Nachtrag zum Thema Rüstungsindustrie, insbesondere. Startups:
Es gibt ja Hersteller kleinerer Feuerwaffen, auch nicht militärisch.
Auch Fahrzeughersteller, die militärisch und zivil produzieren.
Und dann die Großschmieden für militärisches Grossgerät wie Panzer, Fregatten, U-Boote, Bomber oder Abfangjäger.
Alle diese setzten eine gewisse Erfahrung in der Produktion voraus,
Zudem ist die Konkurrenz etabliert und schnelle Entwicklungssprünge überschaubar.
Heute funktioniert das alte System immer noch. Es gibt aber aufgrund der modernen Elektronik und Drohnentechnik eine völlig neue Dynamik.
Wenn ich mir die Bilder einiger abgestürzten Drohnen in Polen ansehe erinnert mich das frappierend an den Flugzeugmodellbau von früher. War ich auch eifrig dabei.
Das Maximum was damals ( 1980er ) ging war eine Videokamera einzubauen.
Videos erst nach dem Flug, Fernsteuerung nur auf Sicht.
Militärischer Wert nahe Null.
Aber damals wie heute keine Raketenwissenschaft. Geht grundsätzlich auch in der Hinterhofwerkstatt.
Heute gibt es mit Satellitennavigation, kleinsten Sensoren und modernster Funkbild-Liveübertragung Möglichkeiten die finanziell um Größenordnungen unter bspw. der Entwicklung einer Zielsteuerung für klassische Luft-Luftraketen liegt. Bei ähnlicher Trefferquote, zumindest bis zu einem gewissen Geschwindigkeitsbereich.
Die Entwicklungen gerade in Hinsicht Schwärme, Vernetzung, Autonomie und Künstliche Intelligenz sind teils noch gar nicht abzusehen.
Mit 10 Mio. +X Wagniskapital und fähigen Leuten geht da wirklich was.
Man braucht Initial noch nicht einmal eine Erlaubnis.
Die einzige relevante Regel die mir bekannt ist besagt das es verboten ist gelenkte und stabilisierte Raketen zu bauen. Engagierte Raketen-Modellbauer hadern schon länger damit…
Bei jeglicher Form von Drohne unterscheidet das „Spassmodell“ von der Waffe im Grunde nur der Sprengstoff.
Und an den ist schwer heranzukommen. Was gottseidank auch die terroristische Verwendung zumindest dtl. erschwert…
Russland stört übr. schon länger bei jedem Manöver die Satellitennavigation. Ganz aktuell auch in Nordnorwegen mit bestätigten Landeproblemen der zivilen Luftfahrt.
Das ist bei NATO-Manövern nicht so.
Ob das eine Fähigkeitslücke ist überlasse ich dem geneigten Beobachter.
Und nein, Startups gibt es für solche Störsender in Deutschland nicht. Es würde ( zu Recht ) keine Genehmigung dafür geben…
1. Noch eine Besonderheit: Die Rüstungsindustrie in Deutschland kann nicht oder schwer ihr ‚Monopol/Oligopol‘ ausnutzen um viel Geld zu verdienen. Sie unterliegt der Preisprüfung (Bonner Formel) und der Gewinn ist auf maximal 6% festgelegt. Ob die ganzen DE und US Investoren das wissen? ‚Geiles Produkt‘ hin oder her…
2. Rüstungsgüter sind wichtig um Frieden zu erhalten, was wichtig ist um sicher und frei Geld verdienen und Handel betreiben zu können. Rüstungsgüter sind aber auch totes Kapital, also eher nicht geeignet die deutsche Industrie zu retten, allenfalls etwas die Krise zu dämpfen.
@Dante: Nein, in der NVA war es nicht üblich. Auch da konnten Frauen nur aufgrund freiwilliger Verpflichtung Dienst als Soldatin leisten, wehrpflichtig waren sie definitiv nicht.
@ Dante Was war in der NVA üblich?
Vielen Dank an die Holy Quadrinity
es war wieder sehr unterhaltsam und vor allem informativ. Vielleicht noch als Ergänzung zum Kriegswaffenkontrollgesetz. Dieses bezieht sich auch auf Vorprodukte, um also beim Beispiel Panzer zu bleiben, darf man ohne Genehmigung keinen Panzerstahl auf Vorrat produzieren. Deshalb ist die ganze Lieferkette extrem schwer wieder hochzufahren.
Frank Sauer zum Krieg in der Ukraine: „Wir sind immer noch da wo wir vor zwei Monaten waren.“
Das ist nicht ganz korrekt. Denn in den vergangenen zwei Monaten hat die Ukraine rund 1000 qkm an Territorium verloren. Korrekt wäre es zu sagen, dass der Krieg für die Ukraine immer noch genau so bescheiden läuft wie vor zwei Monaten.
Ansonsten hat er recht. Die politischen Führungen des kollektiven Westen sind zwei Monate lang im Sommerloch kopflos herumgehühnert.
Bemerkenswert für die Bürger dieses Landes: Unser Finanzminister fuhr in die Ukraine um dort 9 Milliarden EURO zu überreichen, während zeitgleich sein Ćhef den Bürgern erklärt, dass im Sozialbereich 5 Milliarden gespart werden müssen. Und dann soll es Bürger geben, die sich darüber wundern, dass Umfrageergebnisse der Regierungsparteien sich so entwickeln wie die Erfolgsaussichten der Ukraine.
[Den armen Rentnern das Geld wegnehmen, um es der Ukraine hinterherzutragen… Na, wenn Sie so weitermachen, fordern Sie als nächstes, dass mal bei den Streitkräften gespart werden könnte, damit mehr Geld für den Sozialbereich über bleibt, oder? Die Nummer ziehen wir hier nicht ab. T.W.]
zu der Diskussion um den Brief von Heeresinspekteur General Mais.
a) der Kapazitäten-Beschluss der NATO wurde m.W. nicht in Den Haag getroffen, sondern vorher, auf Ebene der Verteidigungsminister, am 5. Juni 2025 in Brüssel.
b) Enttäuschend an der Thematisierung war für mich, dass unklar blieb, inwiefern Mais wirklich im Ergebnis mehr als 260.000 Planstellen für Aktive und 200.000 für Reservisten gefordert hat. Es könnte sich auch nur um einen Verteilungskampf zwischen den Teilstreitkräften handeln.
c) Die mangelnde politische Reaktion auf den Brief ist alles andere als überraschend. Bislang hat keine Partei im Deutschen Bundestag die Bundesregierung um Bericht zu den Kapazitätszusagen vom 5. Juni gebeten – also ist ein streitkräfteinternes Detail kein Grund, Interesse zu zeigen. Das Tabu, dieses Thema aufzugreifen, ist allumfassend.
Noch kurz zum Thema „Absicht“:
Drohnen über Polen oder ganz aktuell Mig 31 über der Insel Vaindlo (Estland).
In diesem Fall klare Absicht wenn man die High-Tech-Ausrüstung dieser Flieger sieht. Und die Piloten folgen ja Anweisungen.
Den Ausdruck „Versehen“ kann man jetzt endgültig streichen…
12 Minuten lang fliegen drei MIG 31 mit Kinshal bewaffnet durch estnischen Luftraum, wie lange wollen wir uns eigentlich noch auf der Nase rumtanzen lassen?
[Ihre Meinung ist Ihre Meinung; um bei den Fakten zu bleiben: „mit Kinshal bewaffnet“ bitte noch belegen. T.W.]
Sehr interessante Folge – was ich vielleicht noch als Feedback hier lassen wollen würde ist dass bei der Diskussion um Startups und was jetzt an Geld langsam ins System kommt der Aspekt von Einkäufen welche einen Doppelnutzen haben aus meiner Sicht zu kurz kommt.
Zum Beispiel die Satellitenkonstellation welche die Bundeswehr kaufen will, laut Hartpunkt, diese hat nicht nur einen Nutzen für die Bundeswehr sondern auch für andere Teile des Staates je nachdem wie man die Satelliten im Detail ausgestaltet. Und wenn es richtig gemacht ist als z.B. sicherer Ersatz zu dem Musk-Launen ausgesetzten Starlink könnte dies überaus hilfreich in vielen Bereichen sein. Wie wollen wir damit in der Zukunft umgehen?
Zu der Blasenthematik würde ich nur anmerken dass es das Normalste auf der Welt ist, dass die meisten Startups pleite gehen. Daher kann ich hier an sich keine Blase erkennen sondern nur den normalen Lauf der Dinge von Wagniskapital.
Nochmal zur Einordnung:
Es gab 2015 einen Fall bei dem ein russischer Jet aufgrund von Luftraumverletzung abgeschossen wurde, damals von der Türkei:
Abschuss einer Suchoi Su-24 der russischen Luftwaffe 2015 – Wikipedia https://share.google/krrObP5ZhjL4IJIBa
Im Artikel aufgelistet unzählige, auch diplomatische Auswirkungen.
Öffentliche Aussagen ( die uns normalen Lesern zur Verfügung stehen ) sind meist nicht überprüfbar. Jede Seite behauptet in solchen Fällen regelmässig etwas anderers.
Der neueste Fall der drei Mig 31 ist ähnlich. Russland behauptet es gäbe keine Luftraumverletzung. Die NATO das Gegenteil.
Öffentlich zugängliche Daten, wie Flightradar 24 gibt es nicht da kein Transpondersignal ( ausgeschaltet ).
Die Erfahrung zeigt aber das in solchen Fällen die NATO-Seite recht hat. Warum schalten die Russen REGELMÄSSIG ihren Transponder nicht ein ? Zudem gibt es wieder ( wie im kalten Krieg ) das Problem das die beiden internationalen Notfall-Anruf-Frequenzen 121,5 MHZ (zivil) und 243 MHZ (militärisch) standardmäßig in russischen Militärfunkgeräten nicht einstellbar sind ( es braucht ein Zusatzgerät ).
War der Drohneneinflug über Polen eine Eskalationsstufe von vielleicht 2 von 10 ( wohl kein Sprengstoff an Bord, aber Absicht ), ist diese Mig 31 Geschichte schon höher einzustufen, ich würde eine 5 von 10 geben ( Bewaffneter Überschalljet, potentieller Atomwaffenträger, Absicht ).
Im aktuellen Mig 31 „Zwischenfall“ lag die Luftraumverletzung über einer kleinen Insel in der Ostsee, nicht über dem Festland.
Das Problem: Warnungen über Funk funktionieren nicht ( s.o. ), zivile Zeugen gibt es nicht, und meist kommt die Alarmrotte erst in Sichtweite wenn sich die Jets schon wieder im internationalen Luftraum befinden.
Selbst Warnschüsse mit Leuchtraketen wären da verspätet…
Eine andere Möglichkeit ausser diplomatischen Protestnoten gibt es realistisch nicht.
Zur Landung zwingen beim In-Flagranti-Erwischen würde übrigens auch nicht wirklich funktionieren.
Vmax MIG 31: 3000 km/h / Eurofighter: 2500 km/h
Maximale Flughöhe: MIG 31: 25.000 m / Eurofighter: 20.000 m
Die russischen Piloten wissen das, geben Gas und steigen weg.
Beim nächsten Mal dann…
@TW
Ich formuliere es vielleicht etwas scharf: aber es gibt Handlungsbedarf außerhalb der SiPo-Blase. Der Einwurf von @Schlammstapfer ist daher nicht unbegründet.
Daß die UKR auch unsere Freiheit verteidigt – als Slogan: am DNIEPRO – wird ja immer wie eine Monstranz bei Entscheidungen von Unterstützungsleistungen vorweg getragen, aber wirklich überzeugend hat das noch niemand begründet, außer: „dann steht der Russe (über-) morgen in Berlin.“
Das kann man glauben, viele Bürger tun das aber nicht und die Unterstützung der UKR hat uns schon sehr viel Geld gekostet, direkt und indirekt über die – bisher eher wenig wirksamen – Sanktionen, was auch den inneren Frieden in Deutschland in Gefahr bringen kann. Übrigens: tatsächlich Geld was wir nicht (mehr) in der Kasse haben. Wohin das führen kann sehen wir gerade an und in FRA.
@Ökonom u.a.
Zum Brief von GL MAIS findet man einen Beitrag im HARSTHÖHENKURIER unter:
„Mehr Heer muss her: Personalaufwuchs und Heimatschutz“
„Bemerkenswert an dem Schreiben ist weniger die Forderung nach zusätzlichen 45.000 aktiven und 49.000 nicht-aktiven Stellen bis 2029 für das Feldheer und die militärische Grundorganisation.“
Zusätzlich – also zum bereits bekannten Zusatzbedarf hinzukommend:
„… im Heer erscheint die Zielgröße von 152.000 plus 101.000 in zehn Jahren also plausibel.“
Insbesondere der Heimatschutz soll aufwachsen.
@Thomas Melber:
Wenn im Baltikum die Spannung ansteigt und alliierte Truppen durch Deutschland an die Ostflanke der NATO nach 🇱🇻 🇪🇪 🇱🇹 oder 🇵🇱 und 🇷🇴 verlegt werden müssen, dann müssen die auf der Reise durch unser schönes Land hier auch mal tanken, schlafen und essen, die Schienenwege müssen frei bleiben und der Weitermarsch muss gewährleistet werden.
Diese Einrichtungen müssen gesichert werden. Der Heimatschutz muss folglich aufwachsen, weil sonst nur noch die bekannten Ü60-Wachkräfte die Bw- und KRITIS-Liegenschaften schützen, während irreguläre Kräfte verdeckt mit Drohnen hier operieren und Sabotage üben. Das ist niemandem unbekannt, der sich mal 5 Minuten mit der Materie befasst hat.
Dass das nicht ohne eine Reaktivierung der Wehrpflicht geht, ist ebenso sonnenklar. Es hat nur noch keiner von unseren Politikern in Verantwortung den richtigen Mut gefunden, dass in dieser Deutlichkeit zu sagen.
Einen schönen Artikel vom Anfang des Monats hinsichtlich der Erosion russischer Einflussnahmemöglichkeiten in der Südkaukasus-Region aufgrund voranschreitender Friedensverhandlungen zwischen Armenien und Aserbaidschan habe ich noch gefunden und möchte ihn hier zur Kenntnis geben: https://www.caspianpolicy.org/research/security/the-peace-that-threatens-moscow-armenia-and-azerbaijan-leave-russia-behind
Ein Frieden zwischen den alten Streihähnen im Süden wäre ein weiteres Steinchen im großen, bunten „Moskau hat im Grunde bald fertig“-Mosaik. Deshalb können wir uns drauf einstellen, dass dort russische Propaganda und Zündelei verstärkt versuchen werden, den Prozess möglichst zu torpedieren.
@Metallkopf
Ja, ich fürchte, der Personalbedarf wird drastisch unterschätzt. Im Fall des Falles: ca. 38.000 Sdt Feldersatz („für die Front“) im Monat und dazu muß noch der Dienst in der Heimat / im Inland gestemmt werden, wobei es da – hoffentlich – nicht zu größeren Ausfällen kommen dürfte.
Also: die Zahl der Grundbeorderten / Reservisten muß beide Töpfe füllen, den kinetischen und hochintensiven Einsatz an der Ostflanke und den Heimatschutz / Drehscheibe DEU.
„Rüstungsindustrie“: https://defence-industry.eu/rafael-hosts-inaugural-bnet-users-club-in-germany-highlighting-tactical-communications-system/ „Vertreter aus acht Nationen kommen zusammen.“ Und wieder Kiel, das sind auch gute Nachrichten…
Zitat: „… Im Fall des Falles: ca. 38.000 Sdt Feldersatz („für die Front“) im Monat …“
Selbst dafür gibt es keine entsprechenden Einheiten. Meine FErsKp im PzGrenBtl wurde Ende 2006 ersatzlos aufgelöst:, die den Brigaden zugeordneten FErsBtlˋe teilweise schon vorher und der Rest kurz danach.
Jedenfalls muß im Rüstungsbereich die Abhängigkeit von den USA deutlich reduziert bzw. hier eine redundante Fertigung aufgebaut werden – S+T meldet:
„USA wollen angeblich Lenkwaffenverkäufe an Europa reduzieren“ und bezieht sich auf:
https://www.theatlantic.com/national-security/archive/2025/09/arms-sale-europe-trump-colby-ukraine/684274/
Immerhin scheinen jetzt aber bestimmte Lieferungen an DEU genehmigt worden zu sein.
@Thomas Melber
Wie der Krieg in der Ukraine einerseits und die Freiheit und Sicherheit in Europa andererseits zusammenhängen, ist bereits 1432 erläutert und von allen möglichen Seiten beleuchtet worden, u.a. von den 4 Betreibern des o.g Podcasts. Wen die bisherigen 1432 Erklärungen nicht erreicht haben, den wird die 1433te auch nicht erreichen. Derjenige wird weiterhin „…hat mir keiner begründet“ wie eine Monstranz vor sich hertragen.
Ein Schelm, wer hier an Kremlpropaganda denkt.
@jabberwocky
Dann erklären Sie das zum 1433ten Mal damit das auch in der Bevölkerung ankommt. Die Verlautbarungen einer MASZ, eines Anton Hofreiters oder Roderich Kiesewetters überzeugen – bisher – nämlich nicht.
Das heißt nicht, daß man selbst wehrlos sein sollte, ich bin ein deutlicher Verfechter des si vis pacem para bellum.
Ganz aktuell zum Thema „Zeitenwende“:
In den USA hat der Verteidigungsminister ALLE Generals und Admirals-Ränge weltweit zurückgerufen und zu einem persönlichen Treffen nächste Woche bestellt. Es handelt sich um Hunderte, mit Begleitung wohl über tausend Personen.
So etwas ist außerhalb von Kriegszeiten sehr ungewöhnlich.
Etliche Kommentare gehen in die Richtung “ Gesinnungsüberprüfung “ .
Zudem gibt es bei den anderen beiden NATO-Atom-Staaten mit den Umfrageergebissen von Nigel Farage sowie Marine LePen ebenfalls Grund zur Sorge.
Ich verstehe „Zeitenwende“ auch als Abkehr der vermeintlich sicheren Zeiten auch bei den Verbündeten. Im kalten Krieg konnte man sich auf diese noch verlassen. Das ging schon in Richtungen 100 %.
Wenn wir heute 70% vermuten würde wäre das möglicherweise noch geschönt…
Gerade in der deutschen Politik kommt das kommunikativ nicht so rüber. Ist aber verständlich da man als Nicht-Atommacht schlicht keine Wahl hat. Der ungeliebte Begriff „Alternativlos“ kommt hier in den Sinn oder das anders angewandte Zitat vom Bundeskanzler mit der “ Drecksarbeit „. Speziell die Produktion von Plutoniumbomben, vom Testen mal ganz abgesehen, ist genau das…
Neuester Kommentar von Lawrow (ich kann mir den Link nicht verkneifen):
Sergej-Lawrow-Russischer-Aussenminister-wirft-Deutschland-Grossmachtambition-vor:
https://www.spiegel.de/ausland/sergej-lawrow-russischer-aussenminister-wirft-deutschland-grossmacht-ambition-vor-a-b6938cfd-b2ef-4c4c-9645-599009206598?sara_ref=re-so-app-sh
Die „Anderen“ gehen also auch ganz ohne deutsche Plutoniumproduktion durch die Decke ;-)
Was mir gefehlt hat:
Soll man jetzt in Rüstungsaktien investieren/investiert bleiben oder nicht?