Bundeswehr rüstet im Weltraum auf – 35 Mrd Euro bis 2030

Die Bundeswehr will auch im Weltraum aufrüsten. Rund 35 Milliarden Euro sollen nach Angaben von Verteidigungsminister Boris Pistorius in den kommenden fünf Jahren für die Weltraumsicherheit ausgegeben werden – ausdrücklich auch für Offensivfähigkeiten.

Aus Zeitgründen hier erstmal nur der Auszug dazu aus der Rede des Ministers beim Weltraumkongress des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) am (heutigen) Donnerstag in Berlin, zitiert nach dem vorab veröffentlichten Redemanuskript:

Für den Weltraum dort oben gilt die gleiche Erkenntnis, die wir erst vor wenigen Jahren hier auf dem europäischen Kontinent schmerzhaft gelernt haben: Frieden und Sicherheit sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen verteidigt werden.
Wir haben uns entschieden zu handeln. Auch wenn wir zunächst erst einmal Begriffe für diesen historischen Kurswechsel finden mussten.
Heute, über drei Jahre später, wissen nicht nur die Menschen in unserem Land etwas mit den Worten „Zeitenwende“ und „Kriegstüchtigkeit“ anzufangen. Sie verbinden auch konkretes pmolitisches Handeln damit.
Deutschland ist bereit, mehr Verantwortung zu tragen – als
Schrittmacher unter den europäischen Nationen. Diese
Verantwortung endet nicht in der Stratosphäre – im Gegenteil.
Deshalb bauen wir innerhalb der Bundeswehr Strukturen auf, um uns mittel- und langfristig auch im Weltraum wirksam verteidigen und abschrecken zu können. Die Bundeswehr ist ein wichtiger Teil einer gesamtstaatlichen Weltraumsicherheitsarchitektur.
Unter dem Begriff Architektur verbirgt sich eine resiliente Struktur aus Satellitenkonstellationen, Bodenstationen, gesicherte Startfähigkeiten und Services. Ein Gesamtpaket, das Schutz und  Wirkung gleichermaßen gewährleistet.
Wir nehmen hierfür auch richtig Geld in die Hand. Allein bis 2030
planen wir Haushaltsmittel in Höhe von 35 Milliarden Euro in
Projekten einzusetzen.
Diese Architektur umfasst eine Reihe von Maßnahmen: Wir härten unsere Systeme gegen Störungen und Angriffe. Das schließt ganz  ausdrücklich die Cybersicherheit für alle Weltraumsysteme ein.
Wir verbessern die Lageerfassung im Orbit durch Radare, Teleskope und durch den zukünftigen Einsatz von Wächtersatelliten.
Zusätzlich müssen wir Redundanzen durch mehrere, vernetzte Satellitenkonstellationen schaffen und auch über Offensivfähigkeiten
sprechen. Auch im Weltraum müssen wir abschrecken können, um verteidigungsfähig zu sein.
Deutschland braucht außerdem gesicherte auch on-demand
verfügbare Transportkapazitäten ins All – hier setzen wir auf einen
Mix: kleine Trägerraketen für flexible Starts, mittelfristig aber auch europäische Schwerlastträger, die im Wettbewerb entstehen – und
vor allem bestehen müssen.
Und: Wir brauchen ein eigenes militärisches Satelliten-
Betriebszentrum im Weltraumkommando der Bundeswehr. Nur so behalten wir die Kontrolle über unsere Systeme und können im
Ernstfall schnell reagieren.