Trumps Kürzungen: Keine US-Mittelstreckenwaffen nach Wiesbaden (Nachtrag: Pistorius)
Zusammen mit der von US-Präsident Donald Trump angedrohten Reduzierung von US-Truppen in Deutschland wird voraussichtlich auch die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen abgesagt. Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf das Pentagon, auch die vor zwei Jahren vom damaligen US-Präsident Joe Biden und dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz vereinbarte zunächst phasenweise Stationierung weitreichender konventioneller US-Waffensysteme in Deutschland habe sich nun auch offiziell erledigt.
Über die geplanten Reduzierungen berichtete am (gestrigen) Freitagabend unter anderem Reuters:
The United States is withdrawing 5,000 troops from NATO ally Germany, the Pentagon announced on Friday, as a rift over the Iran war widens between President Donald Trump and Europe. (…)
As part of Trump’s withdrawal decision, a brigade combat team now in Germany will be pulled out of the country and a long-range fires battalion that the Biden administration had planned to begin deploying to Germany later this year will no longer deploy, the official said.
Die Planungen sind offensichtlich nicht Teil militärischer Erwägungen, sondern eine emotionale Reaktion des US-Präsidenten auf die Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz. Der CDU-Politiker hatte die USA wegen ihres Vorgehens im Angriffskrieg gegen Iran kritisiert.
Die angekündigte Truppenreduzierung um rund 5.000 Soldaten, eine rotierende Kampfbrigade, senkt die Zahl der US-Truppen in Deutschland auf die Zahl vor Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine 2022. Der damalige Präsident Biden hatte die amerikanische Präsenz in Europa als Reaktion auf den russischen Angriff verstärkt.
Interessanter, wenn auch bereits länger absehbar, ist dagegen ein Verzicht auf die Stationierung einer Multi-Domain Task Force der US-Streitkräfte in Deutschland, die mit ihren konventionellen Waffensystemen die weitreichenden Präzisionsschläge androhen können, die die Europäer bislang nicht mit eigenen Systemen leisten können. Als Teil der Abschreckung hatten die Regierungen in Washington und Berlin genau deshalb diese – zumindest zeitweise – Verlegung vereinbart. Als Stationierungsort war Mainz-Kastel bei Wiesbaden vorgesehen – in Wiesbaden-Erbenheim sitzt das Kommando der U.S. Army für Europa und Afrika, und in Mainz-Kastel wurde bereits 2021 das 56th Artillery Command reaktiviert, das für den Einsatz dieser Systeme zuständig wäre. Dabei hatte vor allem die Einbeziehung von Hyperschallwaffen schon damals zu heftiger Kritik Russlands geführt.
In der deutschen Innenpolitik hatte diese Vereinbarung ebenfalls für streitige Diskussionen gesorgt, unter anderem wurde sie als unnötige Aggression gegenüber Russland abgelehnt. In der gemeinsamen Erklärung beider Regierungen war allerdings genau die Abschreckungswirkung auch betont worden:
The United States will begin episodic deployments of the long-range fires capabilities of its Multi-Domain Task Force in Germany in 2026, as part of planning for enduring stationing of these capabilities in the future. When fully developed, these conventional long-range fires units will include SM-6, Tomahawk, and developmental hypersonic weapons, which have significantly longer range than current land-based fires in Europe. Exercising these advanced capabilities will demonstrate the United States’ commitment to NATO and its contributions to European integrated deterrence.
Parallel dazu hatten mehrere europäische Staaten mit der Entwicklung eigener weitreichender Präzisionsbewaffnung begonnen. Der European Long Range Strike Approach (ELSA) wird allerdings noch eine Weile brauchen. Deshalb planen mehrere Länder, auch Deutschland, als Übergangslösung die Beschaffung von Tomahawk-Marschflugkörpern der USA.
Die Multi-Domain Task Forces mit ihren Waffensystemen werden dagegen von den USA offensichtlich eher für Asien eingeplant. So gab es im vergangenen Jahr Übungen damit in Australien und Japan.
Nachtrag: Verteidigungsminister Boris Pistorius äußerte sich am (heutigen) Samstag zwar zu den Ankündigungen, nahm aber ausschließlich zu geplanten Truppenreduzierung Stellung und erwähnte die Absage der Multi-Domain Task Force nicht einmal. Der vollständige Wortlaut:
Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA.
Mit den Amerikanern arbeiten wir eng zusammen, in Ramstein, in Grafenwöhr, in Frankfurt und anderswo, für Frieden und Sicherheit in Europa, für die Ukraine und zur gemeinsamen Abschreckung. Die USA bündeln hier aber auch andere militärische Funktionen, etwa für ihre sicherheitspolitischen Interessen in Afrika und im Mittleren Osten.
Dass die USA Truppen aus Europa und auch aus Deutschland abziehen würde, war absehbar. Derzeit ist von 5.000 US-Soldatinnen und Soldaten von insgesamt fast 40.000 die Rede, die aktuell in Deutschland stationiert sind.
Klar ist: Wir müssen innerhalb der NATO europäischer werden, um transatlantisch bleiben zu können. Anders ausgedrückt: Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen. Deutschland ist auf einem guten Weg. Wir wachsen auf: Unsere Bundeswehr wird größer, wir beschaffen schneller mehr Material und setzen dabei auf Innovationen, und wir bauen mehr Infrastruktur.
Bei allen künftigen Aufgaben sprechen wir uns eng mit unseren Alliierten ab, zum Beispiel im Rahmen der Group of Five, also mit Großbritannien, Frankreich, Polen und Italien.
Darüber hinaus wollte das Ministerium nichts sagen: Für Detailfragen, die die US-Streitkräfte betreffen, verweise ich an die Pressestellen der US-Administration, sagte eine Sprecherin.
(Archivbild Juli 2025: Soldiers from the 3d Multi-Domain Task Force (3MDTF) conduct the first Typhon live-fire exercise outside of the continental United States, firing a Standard Missile-6 July 16, 2025, in the Northern Territory, Australia, during Exercise Talisman Sabre 25.
– U.S. Army photo by Sgt. Perla Alfaro)
https://www.timesofisrael.com/israel-approves-purchase-of-2-more-squadrons-of-f-35i-and-f-15ia-fighter-jets-from-us/google: Reiner Pragmatismus auf beiden Seiten. https://www.newsru.co.il/israel/3may2026/netanyahu_mo_001.html (google): „Er erklärte außerdem, Israel entwickle „innovative, einheimische Flugzeuge, die die Gesamtsituation grundlegend verändern werden“. In Israel erfolgen solche Ankündigungen üblicherweise erst, nachdem Prototypen verfügbar sind. Es gebe Bereiche für eine pragmatische Zusammenarbeit mit Deutschlan. Offenbar ist AI bereits ausgereift genug und sicher in der Anwendung. Regards..
Die Antwort von BM Pistorius ist doch dir diplomatischte, die man geben kann.
Übersetzt in Normaldeutsch heisst das doch „Mach was du willst, mit dir haben wir sowieso nicht gerechnet.“
Trump ist ein unsicherer Kantonist ohne Skrupel und viel Selbstverliebtheit. Mit großen Gedächtnislücken, vorsichtig gesagt. Da kann man nicht mit planen und rechnen.
Europa steht allein. Also bitre leiser hrulen und anpacken..
Ich würde es schon wichtig finden in jedem Fall Fairness gegenüber den in Deutschland stationierten US Streitkräften zu zeigen. Die sind über Jahrzehnte zuverlässige Bündnis – Partner gewesen und dies verdient auch der Wertschätzung.
Die Dinge sind in diesem Fall einfach suboptimal, etwas unglücklich verlaufen. Der Bundeskanzler hat eine Schule im ländlichen Ländle besucht und mit Kids diskutiert. Schülerinnen und Schüler haben stets immer viele Fragen und regelmäßig geht es dabei auch ein bißchen kontrovers, bunt und durcheinander zur Sache. No big deal, keine grosse Sache.
Eine big show mutierte daraus, als Blogger den einen Auszug aus dem Happing with Kids in die Weltgeschichte posteten. Und Mister Trump sich genötigt sah, so zu reagieren.
Parallel läuft bei ihm auch die ‚Seashell Madness Story‘ mit den Vorwurf gegen den ehemaligen FBI Direktor, der ein Foto mit Muscheln offenbar gepostet hatte, dieser wolle ihm an den Kragen gehen. Trump hat daraufhin das US Justiz Ministerium aufgefordert, Ermittlungen gegen den ehemaligen FBI Direktor einzuleiten und zwar wegen mutmaßlichen Aufruf zur Tötung. Was man nicht alles auf einem Foto herausinterpretieren kann, auch welchem Muscheln abgebildet sind. Die Bürgerinnen und Bürger in den USA können einem wirklich nur leid tun.
Vielleicht schafft der Bundeskanzler und sein Beraterstab einen Besuch bei den US Truppen in Deutschland demonstrativ wahrzunehmen. Ein Zeichen des Respekts und der Wertschätzung kommt vielleicht nicht bei jedem an, kann aber auch nicht Schaden. Somit verbleibt es im Folgenden vielleicht bei dem, was es demgrunde nach ist: ein Sturm im Wasserglas
Oleg Olkha sagt:
03.05.2026 um 16:57 Uhr
„Offenbar ist AI bereits ausgereift genug und sicher in der Anwendung.“
Worauf stützt sich diese Bewertung? Welcher Anwendungsfall? Was ist der Maßstab?
Afghanen haben SU und erweiterte Nato + einige weitere willige weitere Klientelstaaten geschlagen. Warum solte das jetzt ein Drama sein? Russland hat Atomwaffen und ein paar weiterreichende Raketen. Russland hat auch Akws auf eigenem Gebiet, die mit Taurus oder sogar mit einfacherem Mitteln, wie Budanow bewies, zur Explosion gebracht werden können. Atomwaffe für Arme, aber verstrahltes Petersburg und Moskau ist auch eine Art von Abschreckung. Asymetrisch? Seis drum.
@Apollo 11
Das Verhalten der USA ist mittlerweile nicht nur verbal, sondern auch sehr wahrscheinlich mit Taten untermauert.
Könnte zusätzlich bedeuten:
– Die derzeit nicht mehr auf dem Flughafen Büchel ( wg. Großumbau ) befindlichen B61-Atombomben der nuklearen Teilhabe kommen nicht zurück.
– Als weitere Eskalationsstufe könnten die USA dies auch öffentlich machen. Früher völlig undenkbar. Bisher ist ja alles geheim.
Falsche Aussagen werden durch Wiederholung nicht besser.
Die US-Streitkräfte in Europa sind keine Politiker und treffen auch keine politischen Entscheidungen. Von daher können deutsche Politiker mit US-Generälen sprechen, soviel sie wollen. Die werden bestenfalls freundlich lächeln, mitschreiben und nach Washington melden, was an sie herangetragen wurde. Mit Glück mit einer wohlwollenden Einschätzung.
Man sollte allerdings klarmachen, dass US-Bürger und auch US-Militär grundsätzlich weiterhin willkommen sind, ungeachtet der wild mäandernden Entscheidungen aus dem Weißen Haus, die auch im Pentagon nur umgesetzt werden.
Pistorius hat demnach genau richtig reagiert. Und es ist zu bedenken: Jeder Soldat, den Trump abzieht, weil er wieder mal beleidigte Leberwurst spielen möchte, schmälert seinen Einfluss gegenüber der NATO und den Europäern weiter. In Bezug auf die Ukraine hat er sich schon fast völlig aus dem Rennen genommen. Die Ukraine ist nicht mehr so von den USA und amerikanischen Waffen abhängig, wie das noch vor einigen Monaten der Fall war.
Dass Putin aktuell bei Donald Trump angerufen hat, ist auch kein Zufall. Sein bester Einflussnehmer Trump manövriert sich zusehends in eine Position, in der er außer Zetern am Spielfeldrand kaum noch was Substanzielles zu melden hat. Die USA benötigen Ramstein und Landstuhl für ihre weltweite Logistik und die Krankenversorgung. Solange keine zeitnahe Alternative bereitsteht, kann Trumpelstilzchen schlicht nicht darauf verzichten.
@Closius
„Russische Militärblogger fordern doch schon, das Russland jetzt Europa überfallen soll, weil jetzt der beste Zeitpunkt wäre.“
Die entscheiden das aber nicht. Und falls Putin aber gleicher Meinung ist – glaubt jemand wirklich, dass Russland aktuell in der Lage ist, alleine gegen Europa loszuschlagen? Zusammen mit einer Masse von Koreanischen Soldaten und aktiv unterstützt von China wäre es Gefährlich, aber gerade China will das sicher nicht. China hat die USA als Gegner und will mit der EU Geschäfte machen.
Insofern sehe ich nicht ansatzweise einen Punkt für Panik oder Dramatik. Nur Grund zum Handeln, aber das ist ja nicht neu.
@Kapitän, ob dem Kanzler die Folgen dieser konkreten Worte bewusst waren oder nicht halte ich für relativ irrelevant.
Ja Trump ist darauf angesprungen und hat es, aus seiner Sicht, den deutschen so richtig gezeigt mit der Ankündigung des Abzuges.
Aber, welche Garantie hatten wir das Trump nicht einfach nur auf einen passenden Anlass dafür gewartet hat? Gekommen wäre der sicher.
Nächste Gelegenheit sein angekündigter Einsatz in der Straße von Hormus. Wie auch immer der aussehen soll, früher oder später wird er sich auch da über fehlende Unterstützung beklagen auf die er auch mit dem Abzug als „Strafe“ hätte reagieren können.
Hat eigentlich irgendwer einen Überblick was die Amerikaner in Zahlen abziehen können aus D ohne sich selbst zu schädigen? Klar könnte man auch in Landstuhl eine Station dicht machen um damit formal X Soldaten abzuziehen, aber werden die das wirklich wollen?
Natürlich kann man weiterhin um Krumen betteln. Den Kommunen und Landkreisen gefällt das. Erste Bürgermeister die betroffen sein könnten, haben sich ja schon gemeldet – allein an den bisher kolportierten 5000 Soldaten hängen ja noch Familien mit dem Faktor 2-3 dran. D.h. es geht um 10-15.000 Menschen Minimum, die dann bei Mieten, Dienstleistungen etc. wegbrechen. Und aus Polen kam ja schon die „hilfreiche“ Meldung, dass man noch nicht gehört habe, ob die 5000 Soldaten dann vielleicht dorthin verschoben würden … Insofern hat Trump hier gleich noch einen innereuropäischen Spaltkeil on top. Truppen als Belohnung für willfährige Mitläufer.
Außerdem gehört ja noch zum Gesamtbild der Wirtschaftskrieg, der jetzt wieder mit neuen Zöllen angeheizt wird und insbesondere Deutschland in einer ohnehin schon schwierigen Lage trifft. Merkt der Frosch eigentlich noch, wie heiß das Wasser schon ist …? [Es heißt ja Frösche würden es nicht merken, dass sie gekocht werden, wenn das Wasser langsam und stetig erhitzt wird]
Wenn Europa weiterhin nicht in der Lage ist oder sein will, aus eigener Kraft und autonom globale Sicherheitsinteressen zu projizieren und durchzusetzen, sollte z.B. wenigstens die Ukraine noch viel mehr dazu in die Lage versetzt werden, dies zu tun (das „böse“ Wort vom Proxy drängt sich hier auf). „Die Freiheit hält, weil die ukrainische Infanterie hält“, heißt es bei einer Social Media-Bilderserie mit zig hunderten Gesichtern derjenigen, die gerade an der Front stehen oder gestanden haben. Der Kampf gegen den Aggressor wird nun schon seit geraumer Zeit geführt und er kann nach wie vor zugunsten Europas gewendet werden …
@Groundabort
Wenn Büchel nicht mehr gefüllt wird stellt sich die Frage der Beschaffung der F-35 und der nuklearen Teilhabe. Hier sollte es eine eindeutige Stellungnahme unserer Regierung und die der USA geben.
Klar, taktisch würde Büchel bereits vor dem Fall des Falles leer geräumt werden um die Nuklearwaffen vor einem möglichen Angriff darauf in Sicherheit zu bringen, allerdings ggf. einschließlich Verlegung der deutschen F-35.
@Flo sagt: 04.05.2026 um 8:20 Uhr
„Hat eigentlich irgendwer einen Überblick was die Amerikaner in Zahlen abziehen können aus D ohne sich selbst zu schädigen?“
Die Frage ist so nicht präzise genug formuliert. Die Frage müsste lauten: Wenn die USA alle Stützpunkte in DEU weiterbewirtschaften wollen, wie viele Soldaten werden dafür benötigt?
Im ersten Schritt müssen die USA entscheiden, was sie an Standorten in Europa halten wollen. Es macht z.B. wenig Sinn, Spangdahlem zu behalten und weiter zu betreiben, wenn das dortige Geschwader in die USA zurückverlegt wird. Und so könnte man weiter munter drauf losspekulieren.
Dazu kommt, das Trump die rotierenden Truppen zwar nicht ersetzen muss ( das ist kein Abzug, die wären sowieso „rausrotiert“), aber alles weitere muss durch den Kongress entschieden werden.
lukan sagt: 04.05.2026 um 8:18 Uhr @Closius „Russische Militärblogger fordern doch schon, das Russland jetzt Europa überfallen soll, weil jetzt der beste Zeitpunkt wäre.“ @lukan lukan sagt: 04.05.2026 um 8:18 Uhr „Die entscheiden das aber nicht. Und falls Putin aber gleicher Meinung ist – glaubt jemand wirklich, dass Russland aktuell in der Lage ist, alleine gegen Europa loszuschlagen?“
(leichtes Derailing) Der vielzitierte RU Militärblogger schlägt ja ein „Iran“-Szenario vor, also ausschliesslich Long-Rang Fires auf EU Waffenfabriken, welche UA unterstützen. @lukan: das wäre ein total -cleveres- Szenario unseres Feindes imo. Jede Wette, dass der Vorschlag im Kreml auch auf dem Tisch liegt. Ich halte bloss die Inertia der RU Nomenklatura, sowie deren „risikoaversität“ für so gigantisch (insb. da die Eliten gerade ihre Sommerferien wegen öligem Tuapse umplanen muss …), dass so ein „revolutionäres“ Konzept dem „bewährten“ (not) Meatgrinder-Angriffen unterlegen wird. „Keine Experimente mit der SVO“ (bizarrerweise), zum Glück für uns (auch keine „Shaping“ der „Infosphere“ aktuell zu sehen …). Air Defense muss für uns maximale Prio haben, denn wer weiss …
@Ruhe und Besonnenheit ist Pflicht
Die handelnden Akteure stehen unter starken Stress. So auch der Bundeskanzler. Dieser kommt aus der Wirtschaft und ist einem enormen Erwartungsdruck, gerade auch aus den Wirtschaftssektoren unserer Volkswirtschaft, ausgesetzt.
Auf der anderen Seite des Atlantik sieht man sich ebenfalls der Wirtschaft verpflichtet.
Wenn sich die ganze Mega-Aufregung wieder etwas beruhigt, vielleicht hilft eine mediale Good-Will-Tour des BK hierbei auch ein wenig, kommen die Dinge wieder ins rechte Licht.
Zunächst einmal ist der ganze mediale Zirkus so gewollt, denn der Herr auf der anderen Seite des Atlantik fühlt sich in seiner Ehre getroffen. Kann man jetzt viel dazu sagen, bringt alles nichts.
Good-Will, Easy Going und ruhiger, respektvoller Umgang im Wege der Deeskalation macht jetzt Sinn.
Natürlich überlebt die Bundesrepublik Deutschland auch einen Abzug der US Streitkräfte. Anderseits gibt es eine enge, fundierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften. Inklusive daraus erwachsenen persönlichen Freundschaften.
Mit einem Abzug der US Truppen aus Deutschland ist uns nicht gedient. Auch ein Teilabzug der Amerikanischen Streitkräfte aus Deutschland macht keinen Sinn, wohlwissend um die erkennbare und völlig berechtigte Verbitterung.
Wie gesagt, der erste Schritt wäre jetzt die Good-Will Tour, der Besuch Deutscher Politiker bei den US Streitkräften. Die Kraft der Bilder wirken im Rahmen der internationalen Beobachtung und Gemeinschaft anders als die aktuelle Kontroverse.
Verbal abrüsten macht Sinn. An einer Fortsetzung der Eskalation hat absolut niemand ein Interesse.
Gelingt das, hoffentlich, nähern wir uns möglicherweise dem von TW angesprochen Thema der o.g. Marschflugkörper.
Natürlich nicht auf der vormaligen Zusage des vorherigen US Präsidenten. Dieser ist sowieso ein rotes Tuch für diesen Präsidenten.
Was geht, was ist realistisch, vorausgesetzt der US Hersteller kann überhaupt liefern.
Trump als Businessman bevorzugt den deal, welcher seine Handschrift trägt.
Auf Deutsch : wenn die Bundesrepublik Deutschland diese Waffensysteme bezahlt, welche im Rahmen einer Stationierung in Deutschland in den Händen der US Streitkräfte verbleiben, dürfte das Unterfangen letztendlich doch noch klappen. Dann haben wir einen Deal. Und jeder ist wieder glücklich und zufrieden
@Pham Nuwen: Kein elementarer Widerspruch… Dass Trump versucht, in Europa möglichst viele Frösche zu kochen liegt ja auf der Hand. Aber ihm geht angesichts seiner ständigen Volten und dem inzwischen ja bewährten TACO-Prinzip ja auch irgendwann mal das Campinggas aus. Er hat ja jetzt schon kaum noch Druckmittel, die ernst genommen werden können.
Wichtig ist, für die Zeit nach Trump klarzustellen, dass es nicht die Amerikaner per se sind, sondern eher ihr Oberclown. Und vielleicht an die Vernünftigen zu appellieren, die sich noch dran erinnern, dass die US-Streitkräfte das Landstuhl Regional Medical Center gerade für viel, viel Geld neu bauen, unter anderem, damit US-Verwundete etwas schneller im Spital sind. Die 130 Mio Euro deutsche Beteiligung könnte man ja mal pauschal zurückfordern. Ist zwar „Peanuts“ angesichts der amerikanischen Trillionenschulden, aber Kleinvieh macht auch Mist.
Für die (ehemaligen) Stationierungsorte sind dann natürlich im Falle eines Falles dicke Bretter zu bohren. Darum kann man da ja auch mal proaktiv werden, statt sich immer nur vor vollendete Tatsachen stellen zu lassen. Mein Mitleid mit den Westpfälzer Vermietern, die seit Jahrzehnten ihre Häuser immer wieder zu grandios überteuerten Mieten an US-Soldaten und deren Angehörige überlassen haben, hält sich freilich in gewissen Grenzen. Die Stationierung von Truppen ist nicht gottgegeben und war es nie. Das muss auch der Bürgermeister wissen.
@ Pham Nuwen Die Bundeswehr soll doch noch um 80000 aktive Soldaten aufwachsen. Die wollen irgendwo untergebracht werden und die müssen irgendwo üben. Da kann man ja mal gucken, ob durch den Abzug nicht Kasernen und Standortübungsplätze frei werden. Wenn bei dem Auffwuchs langsam mal Drive reinkommt, kann man die Amis ersetzen. Die Stadt Möckern in Sachsen-Anhalt und die Leute aus der Umgebung, die Geschäfte mit der Bundeswehr machen, freuen sich wahrscheinlich ein Loch in den Arsch, dass es gerade in Altengrabow einen richtigen Aufwuchs an Kräften gibt. Kann bei den betroffenen Gemeinden im Westen genauso laufen.
Ich möchte übrigens mal dran erinnern, dass die europäischen NATO-Staaten ohne die Türkei mehr Soldaten und wesentlich mehr Einwohner als Russland haben. Von der Wirtschaftskraft ganz zu schweigen. Bleibt es konventionell, sollten die Russen besser in der Rodina bleiben. Wovor haben wir Angst? Tja, lange ist es her, als es hieß: „Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen!“
Sich an Entscheidungen der amerikanischen Regierung abzuarbeiten, ist müßig. Stattdessen sollte die Regierung wirksame Maßnahmen planen und zügig umsetzen, die unsere Sicherheit stärken anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen. Das bedeutet, Verantwortung zu übernehmen anstatt mit den Wölfen zu heulen und den eigenen Opferstatus zu beklagen. Eine Exekutive heißt so, weil sie handeln soll. Tut sie das nicht, noch schlimmer wider besseres Wissen, werden wir alle die Konsequenzen zu tragen haben. #lesstalkmoreaction
Verbittert? Wer und warum? Da sollten Sie mal die Betroffenen hier fragen. Da gibt es auch mehr als eine Meinung. Ich lebe ungefähr 90% meines Lebens unter dem „Klang“ amerikanischer Militärmaschinen. Meine Meinung: Wir sind ein treuer Partner, der seit Jahrzehnten fast alles mit sich machen lässt. Irgendwann ist es genug. Als Verantwortlicher für die Nachrichten hätte ich das alles ignoriert. Die militärisch-technologische Antwort liegt auf dem Tisch: Schlimmstenfalls zeitnaher Erwerb von Kurz- und Mittelstreckenraketen aus der Ukraine. Die sind ab dem Sommer wahrscheinlich einsatzbereit.
PS.: Haben Sie mal was von PFAS gehört?
[Sehr witzig, der neue Nick – aber hier immer wieder mal den Nick wechseln ist im Sinne der Diskussion nicht besonders sinnvoll. T.W.]
So wie es aussieht, sollte es wohl die Stryker Brigade aus Vilseck /Grafenwöhr sein. Meiner Ansicht nach, wäre da auch Platz für die neu aufzustellenden Truppenteile der Bundeswehr. Ist halt für die zivilen Angestellten der US Streitkräfte eine saure Gurkenzeit bis man hier in die Gänge kommt. Die Gebäude in den Housing Areas und T-Bereiche sowie der Übungsplatz sind top in Schuss und könnten sofort weiter genutzt werden.
@Sandro Valecci: Könnte sein dass Sie mich gemeint haben? Ich bin ob des Zustandes der deutsch-amerikanischen Beziehungen verbittert.
Sandro Valecchi schrieb:
„wenn die Bundesrepublik Deutschland diese Waffensysteme bezahlt, welche im Rahmen einer Stationierung in Deutschland in den Händen der US Streitkräfte verbleiben“
Vielleicht haben Sie es nicht so gemeint, wie ich es verstanden haben, aber diese Unterwerfung unter einen unberechenbaren POTUS ist aus meiner Sicht nicht mehr in deutschem Interesse und ist nicht das, was ich mir für eine möglichst eigenständige deutsche und europäische Verteidigungspolitik wünsche. ENTWEDER man verzichtet auf diese Kategorie von Waffensystemen (wofür es innen- und außenpolitische Gründe gäbe), ODER Deutschland beschafft, bezahlt und betreibt Marschflugkörper wie Tomahawk (kurzfristige, aus den USA gekaufte Lösung) bzw. ELSA (gemeint als Sammelbegriff für die langfristige europäische Lösung) selbstständig. Ich bevorzuge letzteres. Aber Deutschland bezahlt für die USA und ist unverändert von den USA abhängig, diese Zeiten sollten langsam vorbei gehen.
Ist nicht der „Grüne“ Teil der Stryker aus Vilseck sowieso in der Slowakei, seit Tag 1 Ukrainekrieg? Das HQ dann ggf. weiter nach Osten zu verschieben wäre sicherlich auch organisatorisch zweckmäßig.
@Thomas Melber
Auf dem Stützpunkt ist nichts geräumt worden und der wichtige Einsatzauftrag der Teilhabe wird voll erfüllt.
Niemand, auch nicht die US Seite, hat jemals die Nukleare Teilhabe innerhalb der NATO in Frage gestellt!
Im kommenden Jahr werden die ersten F35 in Büchel auf dem fast neuwertigen Einsatzflugplatz eintreffen.
Nach aktuellen News ist das Second Cavalry Regiment (the 2nd Dragoons), tatsächlich ein „Stryker Brigade Combat Team“, in der Tat betroffen. Allerdings umfasst der Großverband, der allein aus Traditionsgründen „Regiment“ ist, ca 4500 Soldaten. Damit ist die Zielgröße von 5.000 fast erreicht. Der Rest ließe sich über Auflösung aktueller HQ Gliederung des 56th Theater Multi-Domain Command und zusätzliche Einzelmaßnahmen leicht erreichen,
Bemerkenswert, zzt wird in Vilseck investiert: $ 36 Mio gehen seit letztem Jahr in den Wohnungsbau für die Garnison (Welt/TV).
Unter strategisch veranlasster Bewertung hat der Abzug der 2nd Dragoons keine Bedeutung für deutsche und mitteleuropäische Sicherheit. Aus operativer Sicht aber durchaus, das Regiment zählt aus DEU sicht zu den mittleren Kräften mit hoher taktischer Mobilität über Rad gestützte Großwaffen-Systeme. In den vergangenen Jahren wurde die Truppe mehrfach demonstrativ ins Baltikum/nach Polen verlegt.
Vor dem Hintergrund mutet es sehr seltsam an, dass weiterhin Typhon Launcher und Tomahawks beschafft werden sollen. Es hat sich ja jetzt vielfach gezeigt, dass dieselbe Unberechenbarkeit, die zu solchen Stationierungsentscheidungen führt, sich auch auf die Zuverlässigkeit als Lieferant auswirkt. Denken wir an die Patriots für die Schweiz. auf welchem Platz in der Warteliste wir nun wohl sind? Der Irankrieg macht es nicht besser. Tomahawk, Patriot AEGIS mit SPY-6 und den entsprechenden Missiles … Da kann man sich schon fragen, ob das noch der richtige Weg ist, und ob es nicht bessere oder ausreichende europäische Alternativen gibt. Und die gibt es mit Ausnahme von AEGIS.
@Lehrer
Kann Sie durchaus verstehen und nachvollziehen, was Sie meinen.
Viele Sicherheitsbeauftrage und Sicherheitsexperten sehen eine Befähigungslücke. Sie sagen, diese kann geschlossen werden…
*in der Zukunft
**durch eigene Produktsleistungen
***oder durch Erwerb gleichwertiger Waffensysteme
Ich habe gerne wahrgenommen, dass heute bereits darüber gesprochen wurde, um eine eigene (deutsche oder europäische) Waffenproduktion zu starten. Dies kann aber alles noch dauern. Allen, aber wirklich allen, ist bewusst, dass wir Befähigungslücken haben und diese nicht über Nacht schließen können.
Letztlich habe ich mich davon überzeugen lassen müssen, dass wir hier in Europa auf absehbarer Zeit von den USA in diesem Punkt abhängig sind und bleiben dürften.
Vielleicht, aber auch wirklich nur vielleicht, gelingt zwischenzeitlich eine De-Eskalation dieser schwierigen, internationalen Gemengelage und wir bekommen mehr Zeit, uns selbstverantworlich zu organisieren und uns dementsprechend handlungsfähig aufzustellen.
Aber sieht es danach aus?
Interessant ist die Beurteilung der „Raketenlage“ seitens diverser politischer Akteure:
Die einen ( um die Linke und einen Teil der SPD ) meinen jetzt sei die Zeit für neue Abrüstungsgespräche, auch aufgrund der Reduzierung des US-Personals, was ein guter Anfang wäre.
Die anderen ( u.a. grosse Teile der CDU ) plädieren für einen Gegenpol zu den atomaren (!) Iskander-„Kurzstrecken“- Raketen in Kaliningrad.
Ist irgenwie kalter Krieg 2.0
Frieden wollen beide Lager. Aber der Weg dorthin wird unterschiedlich diskutiert…
@Mister Basketball
… bin verbittert.
Brauchen Sie nicht sein. Der Präsident des Reservisten – Verbandes fordert seit April 2026 die Altersgrenzen auf 70 Jahre anzupassen. Damit wären TW und meine Wenigkeit betroffen. Ich hätte indes keine Probleme damit die Maschinenpistole in die Hand zu nehmen.
Also seien Sie nicht traurig. Entspannen Sie sich. Spielen Sie Basketball oder was Ihnen geradeso in den Sinn kommt
@Sandro Valecchi sagt: 04.05.2026 um 20:57 Uhr
„Der Präsident des Reservisten – Verbandes fordert seit April 2026 die Altersgrenzen auf 70 Jahre anzupassen. Damit wären TW und meine Wenigkeit betroffen. Ich hätte indes keine Probleme damit die Maschinenpistole in die Hand zu nehmen.“
Mir macht diese Forderung Sorgen. Bis zum 65. Lebensjahr ist jetzt schon kein Problem, wir schieben also mit dieser Forderung das Boomer-Problem nur 5 Jahre weiter. Dazu kommt, momentan braucht die Bw nicht so viele Reservisten, sie kann sie nicht ausbilden, ausrüsten, unterbringen oder beüben.
Die Personallücke bei den Reservisten kann man mit den grundbeorderten ehemaligen Zeitsoldaten füllen, wenn man denn wollte, s.o..
Für mich ist das ein Hilferuf des Reservistenverbandes, dem der Nachwuchs bei den Mitgliedern fehlt. Die Kameradschaften überaltern stark, Klüngel allenthalben und ein Mindset, der irgendwo in den 80ern steckengeblieben ist. Da muss man sich nicht wundern.
Aber das ist ein selbstgemachtes Problem jenseits von Trump.
Sandro Valecchi 04.05.2026 um 13:31 Uhr:
Man könnte mit dem Geld auch europäische Waffen entwickeln und kaufen.
Sandro Valecchi 04.05.2026 um 20:57 Uhr:
Vielleicht reicht es auch im Bürostuhl UGV zu steuern. Die Ukraine zeigt, daß nicht jeder Soldat eine Waffe braucht.
Und die US Army hat die Erfahrung, daß Nachschub extrem wichtig ist so daß die sog. Enabler ein mehrfaches der Kampftruppe ausmachen.
Auch das Aufmunitionieren einer Anti-Drohnen-Waffenstation geht mit Hebezeug und ohne Sturmgewehr.
Erst einmal sollten wir gelassen bleiben. Die US Army ist von den Ankündigungen ihres obersten Chefs genauso überrascht worden, wie viele andere. Ob die damit konform gehen oder im Hintergrund an einer „kreativen Umsetzung“ arbeiten, oder ob sich diese Ankündigung, wie so viele vorher, in Wohlgefallen auflöst: wissen wir alle nicht. Präsident Trump tritt auf wie der Marktschreier in der Hoffnung, das irgendwas hängen bleibt und er viel Aufmerksamkeit bekommt.
Was unser Bundeskanzler von sich gegeben hat, kann man gut finden oder auch nicht. Aus meiner Sicht war es gut: als Nation mit 80+ Millionen Einwohnern und der viertgrößten Volkswirtschaft der Erde, einer der größten Nettozahler der NATO etc. müssen wir uns nicht verstecken und zu allen Dingen Ja und Amen sagen. Zu einer Partnerschaft gehört auch, dass man Kritik üben darf. Und sie ist ja nicht unberechtigt: die USA und Israel sind im Nahen Osten losgetobt, ohne ihre Verbündeten mitzunehmen. Was zum nächsten Punkt führt:
Im Weißen Haus sollte man sich ggfs. mit seiner eigenen Kommunikationsstrategie beschäftigen. Verbündeten und Alliierten permanent vors Schienenbein zu treten, vor allem medial, führt dazu, dass es in diesen Ländern zu einer negativen Einstellung gegenüber den USA kommt. Wie man dann diese Nationen für eine mögliche „Südostasien-Kampagne“ motiviert bekommen will, bleibt mir ein Rätsel. In diversen europäischen Ländern gibt es Parlamentsarmeen – und wenn die Parlamentarier nicht wollen, werden eben auch keine Unterstützungen freigegeben. Wenn ich mir für sowas langfristig Rückhalt sichern möchte, dann sollte ich eher Vertrauen aufbauen und freundlich agieren.
Last: auch in Bezug auf die Bundeswehr sollten wir m.E. entspannter sein. Meinem Eindruck nach läuft viel mehr, als offiziell kommuniziert wird – und das ist auch gut so. So wie die Lieferungen in die Ukraine seit Amtsantritt der aktuellen Regierung nicht mehr tagesgenau veröffentlicht werden sondern aus OPSEC erst mit deutlicher Verzögerung, sollten wir der Regierung auch OPSEC auf die Bundeswehr zugestehen. Mag uns als interessierte Begleiter zwar stören, aus Gesamtsicht aber sehr viel sinnvoller. Zumal auch im Zivilschutz an vielen Stellen einiges passiert.
Nachtrag zur (Nicht-)Stationierung von Mittelstrecken-Flugkörpern in Deutschland:
Insbes. Dark Eagle ( Rakete ) sowie Tomahawk ( Marschflugkörper ).
Beide Systeme nicht-nuklear.
Im Hinterkopf sollte man behalten das diese Systeme, wenngleich in Deutschland stationiert, unter der Kontrolle der USA verbleiben.
Die USA haben zudem jede Menge Lenkwaffen-Kreuzer & U-Boote mit pro Stück jeder Menge vergleichbarer Systeme an Bord.
Pro einzelnem (!) Schiff / U-Boot mit grosser Sicherheit eine größere Anzahl von Mittelstreckensystemen als jemals geplant war sie hierzulande zu stationieren.
Aus einem bspw. getauchten U-Boot heraus wäre die Bedrohung des bösen Feindes zudem deutlich größer als aus festen Stellungen deren Koordinaten durch bspw. Sat-Aufklärung bekannt sind.
Im Grunde spielt also die Stationierung auf deutschem Boden nicht die primäre Rolle. Sondern vielmehr der Willen der US-Administration die Systeme auch wirklich einzusetzen im Ernstfall. Und das der potentiellen Gegenseite auch vorher glaubhaft zu vermitteln.
Das ist derzeit nicht der Fall würde ich meinen.
Ich vermute weiterhin das die neuen Raketen-Startups in Deutschland, vor allem im Raum München, demnächst deutlich mehr Entwicklungsaufträge bekommen…
Und noch eine Anmerkung Vergleich heute zum Kalten Krieg früher:
Früher hätte man nach der Entdeckung der Stationierung der atomaren Iskander in Kalliningrad direkt atomar nachgerüstet. Das ist heute nicht mehr so. Die einen deuten das als Schritt in die richtige Richtung, die anderen fühlen sich dennoch bedroht….
Nina Haase-Trobridge 🇪🇺 @NinaHaase
Chief political correspondent with @dwnews/@dw_politics:
„I’m very sure there will be DPS (=deep precision strike) capabilities much earlier than in the midst of the next decade.“
Vice Chief of Defence Nicole Schilling told me today: Europeans will fill the gap (that Tomahawks won’t fill) THIS decade,not next (with ELSA).
Ist Frau StvGI einzige wesentliche Vertreterin BMVg mit diesem Wissen „🇩🇪 DPS – Dieses Jahrzehnt …“
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) sagt: 05.05.2026 um 20:06 Uhr
„Ist Frau StvGI einzige wesentliche Vertreterin BMVg mit diesem Wissen „🇩🇪 DPS – Dieses Jahrzehnt …““
Nein, bestimmt ist sie nicht die einzige. Aber so kann man diese Information dezent streuen. Ohne das sie nachprüfbar ist.
Und schon ist etwas Druck aus dem politischen Kessel.
Wäre es als Zwischenlösung bevor eigene Systeme (ELSA) 2030 (+/-) zulaufen möglich ukrainische in Lizenz zu bauen, ggf. auch mit westlicher Technik und Finanzierung kampfwertgesteigert ? Oder parallel an einer TAURUS ER (Extended Range) zu arbeiten ?
Wobei TAURUS seine Einsatzfähigkeit unter Realbedingungen „aus Gründen“ noch nicht unter Beweis gestellt hat.
Bzgl. Engpässen bei PATRIOT: RHEINMETALL plant ja eine Lizenzfertigung / Joint Venture mit LOCKHEED MARTIN. Wäre da nicht auch eine europäische Version denkbar bzw. könnte LM diese trotz Lizenzgebühren verbieten lassen ? Wobei RHM auch der PATRIOT Next Generation arbeiten soll. Fertigungskapazität ? Angeblich bis zu 10.000 FK / Jahr (?). MBDA soll auch eingestiegen sein.
Die Trägerfahrzeuge kommen ebenfalls von RHM.
Daher wird uns wohl PATRION noch lange begleiten, ggf. mit erweiterten Fähigkeiten. Kann man daraus nicht auch einen Boden-Boden-FK konstruieren ?
Prinzipiell ist die Bereitstellung eines Flugkörpers ja kein Problem. Die Musik liegt in der Lizenz und Systemintegration. Startimpulse für die Raketen kann man ja – theoretisch – mit dem letzten Ackerschnacker geben. Aber moderne Systeme fordern halt mehr. Datenlink, Fehlerkorrektur (lies: „post launch abort“) und Zielaufschaltung. Damit der Flugkörper, das Radar und der Feuerleitrechner alle die gleiche Sprache sprechen.
Die Ukraine macht aber gerade vor, wie man sich was eigenes baut, wenn man nix anderes bekommt… Und von der Ukraine lernen ist alles, aber jedenfalls nicht dumm!
@Flying-Tiger
‚Zu einer Partnerschaft gehört auch, dass man Kritik üben darf.‘
Gerne stimme ich Ihnen zu, zumindest was Theorie betrifft. Kritik üben ist in der Praxis oftmals nicht so einfach. Schlage vor, Sie testen das einmal aus. Bereits im engeren Familienkreis fliegen da schnell mal die Fetzen. Kommt also oftmals auf die Art und Weise der geübten Kritik an und auf das Nervenkostüm der Person, welche die Kritik annehmen soll. Wird auch beruflich sehr oft gefragt : sind Sie kritikfähig, wie gehen Sie mit Kritik um und können Sie Kritik annehmen. Sagen natürlich alle JAaaaaaa.
Ob dieser US Präsident überhaupt in irgendeiner Art und Weise mit Kritik umgehen kann, das ist die Frage. Der vormalige FBI Direktor, jetzt wiederholt strafrechtlich verfolgt durch die US Justiz Behörde, auf Anordnung des US Präsidenten, hatte den Geisteszustand dieser Person öffentlich gemacht : der Profiler und vormalige FBI Direktor hat eine Foto mit Muschel (Seashells) öffentlich gepostet. Ja, Muschel auf einem Foto. Die waren im Sand so sortiert und angeordnet, dass man Zahlen daraus erkennen konnte. Wenn man denn wollte, so auch die Zahl 86. Hätte ein Psychoanalytiker dies einem problematischen Minderjährigen zur Begutachtung vorgelegt (‚Sagen Sie mir bitte, was sehen Sie?‘), hätte dieser vielleicht gesagt :’Eh Alter, 86, Du zeigst mir die 86? Du bist gleich tot.‘
Wir haben es aber nicht mit einem problematischen Jugendlichen zu tun, sondern mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und Oberkommandieren über die US Streitkräfte. Und dieser Herr hat wegen dieses einen Fotos mit Muschel ernsthaft das US Justizministerium aufgefordert, Ermittlungen einzuleiten, gegen den vormaligen FBI Direktor und zwar wegen Aufruf zur Tötung.
Und wenn Sie dem US Präsidenten einen Foto von ‚Timmy, der Wal‘ posten möchten, würde ich davon dringend abraten, weil dies als ‚Der weiße Hai‘ von der besagten Person interpretiert werden könnte und Ihnen damit eine unlautere Absicht unterstellt werden könnte.
Bedeutung : die Erwartungen an das Weiße Haus herunter dimmen und den Ball so flach wie möglich halten.
Ich halte den Einwand von Prof. Joachim Weber (CASSIS) und Nico Lange (KAS, MSC) für zutreffend, dass sich der BK hat zu einer BEWERTUNG subjektiver Natur hat hinreißen lassen, was den sicherheitspoltischen Kontext verzerrt. Wenn man sich schon zu einer solchen Bewertung hinreißen lässt (der Iran habe die USA gedemütigt), sollte das Komma nicht vergessen und gesetzt werden (… gedemütigt KOMMA und zugleich auch alle Staaten in der EU und Süd Ost Asien inklusive China brüskiert). Das hätte eine andere Qualität gehabt, wahrscheinlich aber auch nichts geändert.
Indes gab es aktuell einen zufälligen Besuch einer US Amerikanischen Schüler-Gruppe im Weißen Haus, die zufälligerweise auf den Vielbeschäftigten US Präsidenten trafen und, wie es der Zufall so will, dabei Fragen an den US Präsidenten stellen könnten. Wobei der US Präsident die Gelegenheit dazu nutzen konnte, der jüngeren Generation seine Sicht der Dinge zum Iran Konflikt darzulegen. Wie der Zufall ebenso spielt
@Sandro Valecchi:
Dass der US-Präsident als Mitglied der Exekutive die Justiz anweist, gegen den FBI-Direktor vorzugehen, ist doch glasklarer Bruch der Gewaltenteilung. In Russland kriegt das Gericht in den Schauverfahren gegen Dissidenten und Oppositionelle ja auch vom Kreml gesagt, wie das Urteil zu sein hat.
Und es scheint auch in Amerika kaum noch Menschen zu geben, die den Mut haben „Nein“ zu DJT zu sagen. Bin gespannt, wann in den USA die ersten Leute aus dem Fenster fallen.
[Es wäre schön, wenn die bei diesem Thema sehr schnell anfallenden Off Topic Debatten bleiben könnten. Danke. T.W.]
Noch ein Nachtrag zum Thema „Deutsche Mittelstrecken-Raketen“ ( also in Deutschland entwickelte und auch gebaute Systeme ):
Die „New Space“-Szene hierzulande ( mit mögl. Nutzlast ):
– Isar Aerospace (München) / ~ 1000 kg
– Rocket Factory Augsburg (RFA) / ~ 1300 kg
– HyImpulse (Heilbronn) / ~ 500 kg
entwickelt, baut und testet ja bereits kommerzielle Raketen. Kommerziell bedeutet hier immer orbitfähig, d.h. für Satellitentransport gedacht.
Man könnte jetzt denken, cool, ein paar Modifikationen und schon hab ich eine ICBM-Langstreckenrakete oder mit mehr Nutzlast zumindest eine deutsche Mittelstreckenrakete.
Das ist mitnichten der Fall.
Schon für den ( billigeren ) zivilen Einsatz rechnet man mit Minimum 5 bis über 20 Millionen pro Rakete.
Militärische Szenarien bedeuten erfahrungsgemäss immer auch immense Kostensteigerungen.
Damit lohnen sich ( leider ) wohl nur nukleare Sprengköpfe. Was man für Deutschland ausschliessen kann.
Bliebe eine direkt aufs Militär ausgerichtete und auch gewollte Eigenentwicklung.
Dies ist dem malerisch am Rhein gelegenden Amt, dessen Name nicht genannt werden darf, nicht zuzutrauen ;-)
Das ganze Szenario darf man also gerne gleich wieder vergessen…
@Apollo 11
Die Türkei läßt sich von den Kosten allerdings nicht abschrecken:
https://www.telepolis.de/article/Tuerkei-zeigt-erste-Interkontinentalrakete-mit-6000-km-Reichweite-11286509.html
sowie sie auch in anderen Bereichen gut mit dabei ist: KPz, Flugzeuge, Drohnen, Flugzeugträger, air defense. Ich frage mich immer, wieso wir das nicht schaffen. Was nicht heißen soll, daß alle diese Vorhaben auch für uns sinnvoll wären.
Meine Prognose: die Türkei wird zumindest mittelfristig Nuklearmacht werden.
@Apollo11
Vor allem da die Systeme alle samt Flüssigtriebwerke haben. Will man militärisch eher nicht.
Also eher Vega bassiert.
„Die Nutzlastkapazität von 3 Tonnen sorgt unter Experten für besondere Aufmerksamkeit. Für konventionelle Präzisionsmunition über interkontinentale Distanzen wäre sie ungewöhnlich hoch. Die Rakete könnte prinzipiell auch nukleare Sprengköpfe tragen – ein Umstand, der in Istanbul nicht offiziell thematisiert wurde.“
( türkische ICBM / Langstreckenrakete )
Das würde ich auch so sehen…
Treibstoff übr. hypergol ( selbstentzündend ) und flüssig. Durchaus lagerfähig, wenngleich giftig.
Atomschutzschirm NATO-mässig „demnächst“ auch durch die Türkei möglich ?
Schauder (?)…