Coronavirus-Pandemie und Bundeswehr – Sammler 1. April

Der Sammel-Thread zum Thema Bundeswehr und Coronavirus-Pandemie am 1. April 2020 – und nein, es sind alles keine Aprilscherze:

• Das Bundeswehr-Krankenhaus Berlin, unter anderem zuständig für die Behandlung von Mitgliedern der Bundesregierung, wurde in den vergangenen Tagen zum Militärischen Sicherheitsbereich erklärt. Damit ist der Einsatz von Schusswaffen bei unbefugtem Betreten möglich, wie provisorische Schilder an den Gebäuden zeigen (Foto oben). In der ganzen Einrichtung ist auch das Fotografieren jetzt verboten und wird mit Strafverfolgung bedroht.

Nach Angaben des Sanitätsdienstes ist das Berliner Krankenhaus bislang das einzige, das zum Militärischen Sicherheitsbereich erklärt wurde. Für die übrigen vier Bundeswehrkrankenhäuser in Hamburg, Westerstede, Koblenz und Ulm werde das noch geprüft.

• Die Bundeswehr erprobt das Tracking von Infizierten und Kontaktpersonen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte:

Die Bundeswehr in Berlin unterstützt heute das Fraunhofer Institut in der Julius-Leber-Kaserne bei der Kalibrierung einer Corona-Tracking Technologie.
Dazu werden voraussichtlich etwa 50 Soldaten teilnehmen. Der Ablauf dieser Kalibrierung besteht aus mehreren Phasen, in denen sich in einem bestimmten, definierten Areal zunächst 2 Personen aufhalten.
Die Anzahl der Personen wird im Laufe der Zeit schrittweise erhöht und nach Erreichen einer festgelegten Zielgröße anschließend wieder schrittweise reduziert werden.
Zwischenzeitlich müssen sich die Testpersonen an bestimmten Punkten, für eine bestimmte Dauer aufhalten, bzw. sich zu einem anderen Punkt begeben. Diese Testzyklen finden sowohl in Gebäuden, als auch im Freien, innerhalb der Julius-Leber-Kaserne statt.

Zur eingesetzten Technik, es dürfte sich vermutlich um Mobilfunk und Smartphones handeln, machte das Ministerium zunächst keine Angaben; mehr Informationen sind für den Mittwochnachmittag angekündigt.

Update: Es handelt  sich um dieses Projekt, an dem Fraunhofer beteiligt ist: Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing. Die Bundeswehr hat dazu zwar Fotos geschickt, aber noch keine Informationen – die finden wir schon mal bei den Kollegen von netzpolitik.org:

Diese Handy-Technologie soll Covid-19 ausbremsen
Auf dem Gelände der Julius-Leber-Kaserne im Berliner Norden werden sich in den kommenden Tagen interessante Szenen abspielen. Rund 100 Soldat:innen werden dort acht Stunden am Tag in Schutzkleidung vermummt Situationen nachstellen, wie sie sich sonst im zivilen Alltag abspielen. Auf dem Plan stehen der gemeinsame Aufenthalt in engen Räumen, Spaziergänge unter freiem Himmel, Zusammensitzen vor dem Fernseher oder Arbeitsmeetings. Immer mit dabei: Das Handy in der Tasche und darauf eine neue Technologie, die zum Schlüssel für die Eindämmung der COVID-19-Pandemie werden könnte. (…)  Jetzt helfen die Soldat:innen dabei, eine Technologie zu kalibrieren, mit deren Hilfe bald ganz Europa die Ausbreitung der Covid19-Pandemie in den Griff bekommen soll.

 

• Die Marine schrappt bislang knapp an Auswirkungen der Pandemie auf ihre Operationen vorbei. Ein Großteil der Bravo-Besatzung der Korvetten K130 musste zwar in Quarantäne, aber da ihr derzeitiges Boot, die Korvette Braunschweig, derzeit in der Werft liegt, wirkt sich das nicht wirklich aus. Auch die Assignierung dieses Kriegsschiffes zur den Einsatzkräften der NATO-Readiness Initiative ist deshalb kein Problem, weil diese Assignierung in acht Tagen endet, die Einsatzbereitschaft aber in 30 Tagen erreicht werden müsste – und dann wäre auch diese Quarantäne vorbei. Für die Besatzung Alpha und die Korvette Erfurt drohte wegen einer Kontaktperson eine Quarantäne, das ist nach Marineangaben aber inzwischen nicht mehr aktuell.

• In den Auslandseinsätzen und -missionen der Bundeswehr gibt es nach Angaben des Einsatzführungskommandos über das NATO-Bataillon in Litauen hinaus weiterhin keine Infektionsfälle.

• Die aktuellen Zahlen (vom Mittwochvormittag) zur Infektionslage in der Bundeswehr – die allerdings auch ein Problem der derzeitigen Statistik deutlich machen:

631 begründete Verdachtsfälle unter Soldatinnen und Soldaten im Inland (Vortag 784)
186 bestätigte Fälle (Vortag 191)

Da fällt natürlich auf, dass die Statistik einen Rückgang der bestätigten Infektionen aufweist, und das kann eigentlich nicht sein. Nach Rückfrage beim Sanitätsdienst ist klar, dass hier – wie schon in den vergangenen Tagen – jeweils die Zahl der Genesenen von der Zahl der bestätigten Fälle abgerechnet wurde.

Das unterscheidet die Bundeswehr-interne Statistik bislang von den üblichen Übersichten zum Beispiel des Robert-Koch-Instituts (RKI) und macht damit  eine Nachverfolgung des Anstiegs praktisch nicht möglich. Der Sanitätsdienst plant deshalb, die Statistik in den kommenden Tagen umzustellen und an das Verfahren anderer Stellen wie des RKI anzupassen.

• Die Zahl der freiwilligen Reservistenmeldungen beim Sanitätsdienst – die suchen ja gezielt nur Reservistinnen und Reservisten mit bestimmten Fachkenntnissen: Insgesamt hatten sich bis zum heutigen Mittwoch 4.501 Personen gemeldet; davon waren 2.024 Meldungen verwertbar, also entsprachen den Anforderungen. 879 Reservisten wurden bislang eingeplant, aktuell herangezogen 360.

• Die Bundeswehr hat am Mittwoch weitere Soldaten aus dem Irak ausgeflogen, nachdem die internationale Anti-IS-Koalition wegen der Pandemie die Ausbildungstätigkeit in dem Land zunächst bis zum 11. Mai unterbrochen hatte. In Erbil in der autonomen Kurdenregion im Nordirak bleiben damit jetzt nur noch rund 40 Soldaten, die den – wenn auch reduzierten – Betrieb des Feldlagers aufrechterhalten sollen, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mitteilte.

• Ein Blick ins europäische Ausland: Das britische Verteidigungsministerium (Ministry of Defense, MOD)  hat die – im Unterschied zu Deutschland nicht freiwillige – Mobilisierung von 3.000 Reservisten für ein halbes Jahr angekündigt:

The MOD has taken another step in the ‘intelligent mobilisation’ of Reserve Forces to support its response to COVID-19 and has now contacted employers to update them on progress. At the moment, only Reservists with specialist skills that meet specific requests for help from other government departments will be called out. No one already working for the NHS or delivering front line services will be mobilised to make sure these key workers can continue their excellent and critical efforts.
It is expected that 3,000 Reservists will be required as part of this tranche and will initially be mobilised for six months, to be kept under review.
The Reserve Forces will be used to help deliver a range activities, such as providing additional medical and logistical support for the NHS, acting as liaison officers and deploying specialist skills such as engineering and accounting.

Österreich hatte bereits zuvor angekündigt, dass ab dem 1. April rund 2.000 Wehrpflichtige zwei Monate länger dienen müssen als geplant:

Für mehr als 2.000 Grundwehrdiener beginnt mit dem 1. April der zweimonatige Aufschubpräsenzdienst. Mit dieser Verlängerung des Grundwehrdienstes wird die Durchhaltefähigkeit des Bundesheeres sichergestellt und für eine zeitlich begrenzte personelle Entlastung gesorgt.
Mit der Maßnahme wird bis zur Einberufung von Milizeinheiten sichergestellt, dass alle Aufgaben des Bundesheeres erfüllt werden können und notwendige Reserven jederzeit bereitstehen. Dadurch entsteht Handlungsfreiheit für das Heer als strategische Reserve Österreichs. Geplant ist, die Aufschubpräsenzdiener Mitte Mai durch Milizsoldaten, abzulösen.
Die gesetzliche Grundlage für diese Maßnahme bietet Paragraf 23 (2) des Wehrgesetzes. Dort heißt es: „Bei außergewöhnlichen Ereignissen kann die Entlassung von Wehrpflichtigen vorläufig aufgeschoben werden (…).“

(Voraussichtlich am heutigen 1. April keine weitere Fortschreibung)

(Fotos oben: Schilder am Bundeswehrkrankenhaus Berlin am 31.2.2020 – Thomas Köhler/photothek.net; Foto unten: Tracking-Test in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin am 1.4.2020 – Torsten Kraatz/Bundeswehr)

36 Gedanken zu „Coronavirus-Pandemie und Bundeswehr – Sammler 1. April

  1. „Ein militärischer Sicherheitsbereich ist in Deutschland gemäß § 2 Abs. 2 des Gesetzes über die Anwendung unmittelbaren Zwanges und die Ausübung besonderer Befugnisse durch Soldaten der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte sowie zivile Wachpersonen (UZwGBw) ein militärischer Bereich wie z. B. eine Kaserne oder ein Truppenübungsplatz, dessen Betreten von den zuständigen militärischen Dienststellen der Bundeswehr verboten wurde“.
    – müssen mit Schild oder mit einer Trassierung und (!) aufgestellten Wachen kenntlich gemacht werden. (O.g. Schild ist nicht (!) das vorgegebene …: „Militärischer Sicherheitsbehörden/Unbefugtes Betreten verboten/Vorsicht Schusswaffengebrauch“)
    – gegebenenfalls auch mit Waffengewalt durchgesetzt werden.
    Ansonsten gilt, nur solche Befehle/Weisungen erteilen, die man gewillt und in der Lage ist durchzusetzen. Abgesehen davon, dass meist und im Regelfall als Ordnungswidrigkeit gemäß § 114 OWiG (Betreten mil Anlagen) mit Geldbuße geahndet wird, fehlen Berechtigte mit Ausbildung/Ausstattung zum Schusswaffengebrauch, Soldaten oder ziviles Wachpersonal? Oder wird bestreift, stehen Wachposten an allen Ein/Ausgängen? Wohl kaum.

  2. Hallo zusammen,

    gestern am 31.03. flog eine P-3 Orion recht tief über Walsrode.
    Durch die Nähe zum TrÜbPl Bergen, und auch Wunstorf ist nicht weit, sieht man des Öfteren Fluggeräte. Eine P-3 ist mir allerdings noch nie zu Gesicht gekommen.
    Gibt es da Zusammenhänge zu Corona?

    Bleiben sie gesund

  3. Ich will hier gar nicht zu sehr diesen OT aufbauschen, aber „fehlen Berechtigte mit Ausbildung/Ausstattung zum Schusswaffengebrauch“.
    Reicht dafür nicht die ATN Wachsoldat, die jeder in der AGA bekommt? Zumindest vor 10 Jahren hieß das glaube ich so.

    Ich hoffe halt nur, dass dieses Tracking nicht eingeführt werden muss.
    Mir ist das einfach zu gefährlich mit Blick auf die Zukunft. Auch die Daten, die man in der Coronazeit sammelt, werden doch dann wieder schön gespeichert und analysiert. Nicht nur für Coronazwecke.

    [Die Grundsatzdebatte über Tracking und Datenschutz wird an vielen Stellen geführt – hier sollten wir sie nicht auch noch führen, schon gar nicht, so lange nicht genaueres über diese Erprobung vorliegt. Danke. T.W.]

  4. @Klaus-Peter Kaikowsky 01.04.2020 um 11:52 Uhr
    +1

    Die Ausweisung als militärischer Sicherheitsbereich ist nur dann sinnvoll, wenn dies auch durchgesetzt wird. D.h., ab sofort Zugangskontrollen, weil jetzt nur noch berechtigte Personen Zutritt zum Bereich haben. Das muss aber verifiziert werden. Also Wache (24/7) am Haupteingang und sonstigen benutzen Eingängen, alle anderen Eingänge verschließen. Der Bereich des Sicherheitsbereiches ist sichtbar und deutlich erkennbar als dieser auszuweisen, Trassierband, Bauzaun und so weiter und zu beschildern. Wenn das alles nicht, Sicherheitsbereich sofort aufheben, weil eine eventuelle Durchsetzung rechtlich Probleme macht.
    Berlin ist weit weg, aber wird das gemacht? Klassische Aufgabe für eine RSU-Kompanie?

  5. Zur eingesetzten Technik, es dürfte sich vermutlich um Mobilfunk und Smartphones handeln, machte das Ministerium zunächst keine Angaben; mehr Informationen sind für den Mittwochnachmittag angekündigt.

    Ergänzung: Es dürfte sich um dieses Projekt handeln, an dem Fraunhofer beteiligt ist: Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing

    Mehr Infos hier:
    https://netzpolitik.org/2020/diese-handy-technologie-soll-covid-19-ausbremsen/

    kurz zusammengefasst, Handy ja, Mobilfunk Nein

  6. @K-Pax
    Voraussetzung ist eine der vielen Varianten der ATN Wachsoldat in Verbindung mit einer aktuellen WÜ der Stan-Waffe des eingesetzten Soldaten.

    @Kaikowsky @Flieger
    Gehen Sie davon aus, dass die Einrichtung des MSB entsprechen nach Maßgabe UZwGBw nachhaltig um- und durchgesetzt wurde und auch weiterhin wird.
    Wie Sie beim Hausherrn nachlesen können, ist ein Pool von 5500 Soldaten für „Absicherung/Schutz“ vorgesehen.

  7. @ Klaus-Peter Kaikowsky: Das Wachbataillon stellt die Kräfte zur Absicherung des BWK Berlin. Machen Sie sich mal nicht so viele Sorgen, wegen der Umsetzung einer Maßnahme die zum Tagesgeschäft der Truppe gehören. Das wird schon klappen.

  8. Gemäß dem NDR soll das zentrale Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Kiel (ehem. Bwk Kiel) bis zu 150 Hochrisikopatienten aus dem städtischen Krankenhaus aufnehmen.

    https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/kurznachrichten/Schleswig-Holstein-aktuell-Nachrichten-im-Ueberblick,news652.html

    [Ich enttäusche ungern: Der Fakt ist paar Tage alt, auch wenn der NDR das heute meldet – es geht um die Betreuung von Mukosviszidose-Kranken, die als Hochrisikopatienten nicht mehr im normalen Krankenhaus betreut werden sollen. Die Bundeswehr stellt dafür ausschließlich die Räumlichkeiten ihres Facharztzentrums in Kronshagen bei Kiel zur Verfügung, ist aber nicht an Betrieb oder Personal beteiligt. T.W.]

  9. RoterMilan;01.04.2020-12:27 Uhr
    Bleiben Sie ruhig. Solange keine TU-95 über Walsrode fliegt würde ich mir keine Sorgen machen. Hatte vmtl. eher nix mit COVID 19 zu tun…

  10. @Unreal / Mackiavelli
    Ok, Umsetzung wie?
    Das Wachbataillon steht also ab sofort auf Posten am Haupteingang? Wachstärke: z.B. 1/3/27 in 24/7-basis, oder wie läuft das ab?
    Ich höre hoffentlich nicht „auf Abruf in der Julius Leber…“!

  11. @ Klaus-Peter Kaikowsky sagt: 01.04.2020 um 11:52 Uhr

    Wie heißt es so schön? „Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung.“
    Im UZwBwG ist der Sicherheitsbereich recht allgemein definiert. Eine Beschilderung wird verlangt. Aber weder ist die exakte Formulierung vorgegeben noch findet sich dort ein Zwang zur Bewachung / Bestreifung. Mehr braucht den Externen nicht zu interessieren. Der Sicherheitsbereich ist erkennbar beschildert; solange er nicht ausdrücklich befugt ist, ist er unbefugter Eindringling. Damit kann er kostenpflichtig, sowie ggf. aktiv körperlich, aus dem Krankenhaus entfernt werden.
    Ihre Vorgaben finden sich allein in den internen Ausführungsbestimmungen des UZwBwG. Die sind aber für Externe nicht relevant.

    Danke an @Mackiavelli für die Bestätigung meiner Vermutung, dass die konkrete Umsetzung des MSB keine Idee eines übereifrigen Telefonpostens war, sondern dass da ganzheitlich und professionell vorgegangen wird.

  12. Ich vermute, das Wachbataillon defiliert im Stechschritt auf und ab;-) Ich verzweifele langsam an den Gedanken, die sich hier zum Teil gemacht werden. Ich schlage vor, alle Fragen bzgl. der Maßnahmen am BwKrHs Berlin die verantwortlichen Stellen beim Standortältesten oder den Kasernenkommandanten zu richten. Da muss hier nicht spekuliert werden und es gibt, sofern öffentlich erlaubt, auch Antworten.
    Und ja, ich bin Widder, ich muss klugsch…..! Ich bitte um Verzeihung.

  13. @all

    Zu dem Corona-Tracking-Test der Bundeswehr habe ich oben was nachgetragen; von der Bundeswehr gibt es noch nix dazu, aber – wie auch in den Kommentaren hier schon angemerkt – alle nötigen Infos bei netzpolitik.org.

  14. Ich weiß leider nicht, ob es schon gemeldet wurde.
    In *** nutzt die BW das ***-Hotel, um 140 Soldat*innen vor dem Einsatz in Afghanistan unter zu bringen.
    Dies sei notwendig, um die Gesundheit zu gewährleisten, da die Kasernen nicht genug Kapazität bieten.
    Es sei hier aber eine Ausnahme, da nur wenige Hotels die strengen Vorgaben der BW bieten können. (Größe, Trennung von Hotelpersonal und Truppe, mehrfach tägliche Reinigung…).

    [Ich hab‘ da mal eingegriffen; so exakte Angaben wie „das xy-Hotel in XX“ sollten wir lieber hier nicht publizieren. (In der Afghanistan-Meldung kürzlich habe ich deshalb auch nur von einem „Hotel in der Nähe des Kölner Flughafens“ geschrieben.) Bei allem, was ihr von Journalisten halten möget, ein bisschen Sinn für Sicherheit habe ich auch. T.W.]

  15. So neu ist das mit der Bewachung eines BwK doch gar nicht. Wurde in Hamburg zu G20 Zeiten durch die RSU Kp sicher gestellt.
    Da wird sich in Berlin mit dem Wachbattalion, was im übrigen die Bewachung von Regierungsgebäuden (im V-Fall) im Lastenheft stehen hat, schon sehr gut geholfen.

  16. Der Zugang zum Bwk Berlin ist nur noch über eine Schleuse möglich. Hier wird eine Erstkontrolle durchgeführt. Somit soll verhindert werden das Infizierte unkontrolliert im Bwk rumrennen. Die Zufahrten sind alle verschlossen und zusätzlich stehen auch Wachen. Also nix mit Bereitschaft in der J-L-K. Da auch Material für weitere Absicherungsmassnahmen vorhanden ist, kann hier jeder Zweifler davon ausgehen, dass die Maßnahmen professionell laufen.

  17. @K-P K 11.52 Uhr
    Warum ist es nicht möglich, den in Berlin Handelnden und für die Einrichtung sowie das Betreiben des Militärischen Sicherheitsbereiches am BwKhrs Berlin Verantwortlichen zumindest ein wenig mehr Vertrauensvorschuss zu geben?
    „Die alle“ dienen nicht erst seit zwei Tagen in der Bundeswehr und „die alle“ verfügen u. a. insofern auf allen Ebenen (einschl. der begleitenden Rechtsberatung durch — wenig überraschend — versierte Rechtsberaterinnen und Rechtsberater mit nicht nur kleiner Expertise) über das, was mit „Können“ die Ausbildungshöhe durchaus treffend beschreibt.

    Alle vor Ort denken gewissenhaft nach, bevor etwas getan, angewiesen und durchgeführt wird.

  18. @Schreckstarr
    Bin sehr dafür und hoffe.
    Bei umfassender Information, – was macht eigentlich der „General Standortaufgaben Berlin, Standortältester und StvKdr KdoTerrAufgBw“ hinsichtlich Öffentlichkeitsarbeit, – bestünden keine kritischen Anmerkungen.
    Ein klare Lagedarstellung und schon sind alle informiert, beruhigt und die Spekulation wird beendet, bevor sie beginnt.
    OPSEC ist hierbei ja nicht betroffen, also los.

  19. @Klaus-Peter Kaikowsky sagt: 01.04.2020 um 20:50 Uhr
    Lieber @Klaus-Peter Kaikowsky, Sie wissen, dass ich inhaltlich sehr häufig sehr nahe bei Ihnen liege, aber hier muss ich @Schreckstarr mal beispringen. Warum sollte eine Dienststelle in der Bundeswehr irgendeine Verpflichtung oder auch nur ein Interesse daran haben via den Blog des Hausherren umfassende Informationen über eine interne Absicherungsmaßnahme einer Bundeswehrliegenschaft vorzunehmen?

    Ich weiß, dass ich mit Ihnen jetzt eigentlich den falschen „attackiere“, aber ich stelle vermehrt fest, dass Kommentatoren hier im Blog den (berechtigten) Anspruch erheben durch die Bundeswehr nicht nur bei den „großen“ Themen informiert zu werden, sondern umfassend und in allen (auch internen) Fragen.

    Und ansonsten droht die Kritikkeule…

    Gerne auch kombiniert (wobei das jetzt wirklich NICHT auf Sie zutrifft) mit „…die da oben“ oder auch „…die dumme Bundeswehr“.

  20. Nur das Bundeswehrkrankenhaus – für die Regierung – zur militärischen Sperrzone zu erklären, ist natürlich ein Paradies für Verschwörungstheoretiker, die hier jede Menge neue Verschwörungen wittern können.

    Ein Bundeswehrkrankenhaus zum Militärischen Sicherheitsbereich zu machen gibt keinen Sinn, es sei denn, es soll was dem Volke verheimlicht werden und deshalb der Ausschluß der Presse. Vermutlich ist dies der Hauptgrund, daß nur das Berliner Bundeswehrkrankenhaus zum Sicherheitsbereich wurde – ohne Presse – damit entweder die Politiker, die dort demnächst behandelt werden nicht abgelichtet werden oder die vielen zu erwartenden Särge nicht in der Hauptstadt – bei der BW – fotografiert werden können.

    Aber wenn die Presse sich dagegen nicht wehrt, keinen Druck auf die BW macht, dann ist sie selbst schuld, wenn sie entrechtet wird.

  21. So, die beiden unmittelbar vorangegangenen Kommentare, von Koffer und Closius, markieren die beiden Pole der Debatte – ich halte beide für überzogen. Weder kann sich die Bundeswehr einfach darauf zurückziehen, dass sie ein sonst offenes Krankenhaus mitten in der Stadt beliebig militärisch abriegeln kann, ohne das auch nur zu erläutern zu versuchen – es ist eben ein Krankenhaus, nicht nur eine intern verfügte Absicherung einer militärischen Liegenschaft. Noch würde ich unterstellen, dass damit die öffentliche Information über – hoffentlich nicht eintretende – massenhafte Sterbefälle unterbunden werden soll. Ich wäre dankbar, wenn wir das an dieser Stelle erstmal dabei belassen könnten. Und hoffe, dass die Bundeswehr zu einer offenen Informationspolitik zurückfindet, die gerade in der aktuellen Krise dringend nötig wäre – zumal es ja nicht um militärische (Sicherheits)Belange geht.

  22. Sind wir hier mittlerweile in China angelangt, dass Leute beim Einrichten eines militärischen Sicherheitsbereiches direkt eine großangelegte Verschleierungsaktion vermuten? Mittlerweile steht vor jedem Supermarkt und vor den Krankenhäuser jemand vom Sicherheitsdienst, wo ist also das Problem, wenn auch die Bundeswehr eine Zutrittskontrolle für kritische Infrastruktur einführt?

    In Zeiten der Krise habe ich hier das Gefühl: Es wird nur noch versucht den Fehler in jeder einzelnen Maßnahme zu suchen und immer gleich Inkompetenz oder sogar eine Vertuschungsaktion zu unterstellen. Bleibt mal sachlich und habt etwas vertrauen in unsere – bisher – sehr gut arbeitenden Apparaturen….

  23. Ehrlich gesagt kann ich die Aufregung über die Einrichtung des militärischen Sicherheitsbereich für das BwK Berlin nicht nachvollziehen.
    Ich kann mich erinnern, dass ich vor zig Jahren beim Besuch des BwK München im Fasanengarten, was wohl noch von den Amerikanern eingerichtet wurde, immer den Truppenausweis vorzeigen musste, bevor ich eingelassen wurde.

    Warum man für ein BwK eine andere Regelung wie für eine Kaserne getroffen hat, verstehe ich sowieso nicht. Wenn die BwK in den letzten Jahrzehnten mindestens zur Hälfte zivile Patienten behandelt haben und die Eingangskontrollen abgeschafft wurden, bedeute dies nicht, dass das BwK kein militärischer Bereich mehr war, wo Unbefugte keinen Zutritt hatten. Es war lediglich kein militärischer Sicherheitsbereich mehr, sehr wohl aber immer noch ein militärischer Bereich. Der diensthabende OvWa (oder wie diese Funktion bei einem BwK auch immer genannt wurde), war nur eine Tür weit von der Eingangspforte entfernt und konnte jederzeit auch gerufen werden, wenn es um die Feststellung der Zugangsberechtigung des Besuchers ging.

  24. Die Bundeswehr könnte viel mehr für die Bevölkerung tun. Leider wurden fast alle Soldaten nach Hause geschickt. Die veröffentlichten Zahlen der Soldaten, welche aktiv in der Corona-Krise helfen, sind an den Haaren herbeigezogen. Zwar möchten viele Soldaten helfen, dürfen allerdings nicht.

    [Das ist jetzt einfach mal ne kühne Behauptung – für die Sie doch sicherlich Belege präsentieren können? Oder zumindest Hinweise, wo ich diese Behauptung überprüfen könnte? T.W.]

  25. [Das ist jetzt einfach mal ne kühne Behauptung – für die Sie doch sicherlich Belege präsentieren können? Oder zumindest Hinweise, wo ich diese Behauptung überprüfen könnte? T.W.]

    Bei uns in der Dienstelle „scharren alle Soldaten mit den Hufen“. Wir wären auch als Erntehelfer bereit.

    Bloß die Führung baut noch an ihren „Lagezentren“.

  26. @Peter Hase sagt: 02.04.2020 um 11:04 Uhr u. Michael C. sagt: 02.04.2020 um 11:55 Uhr
    Mal abgesehen, dass solche Pauschalaussagen nicht wirklich hilfreich sind, muss man mehrere Dinge festhalten:
    1. Auftrag der Bundeswehr ist die Verteidigung Deutschlands. Dazu gehört es auch die Bundeswehr gesund und einsatztauglich zu halten.
    2. Weitere Nebenaufgaben wie Amtshilfe oder Erntehelfer werden erst dann zu unserer Aufgabe, wenn 1. gesichert ist und die eigentlich zuständigen Kommunal-, Landes- oder Bundesbehörden sonst nicht in der Lage sind. Soweit sind wir aber noch lange nicht.

    Außerdem: ich kann mich daran erinnern, als zu Beginn der aktuellen Lage hier viele gerufen haben: SOFORT TOTALISOLATION. Jetzt hat man einen Mittelweg gefunden und jetzt wird gefordert: SOFORT AKTIVITÄT entfalten.

    Ich antworte darauf das, was ich auch schon am Anfang geantwortet habe:
    Durchatmen und einfach mal die Profis machen lassen!

  27. @Koffer
    „1. Auftrag der Bundeswehr ist die Verteidigung Deutschlands. Dazu gehört es auch die Bundeswehr gesund und einsatztauglich zu halten.“

    Na dann lassen wir alle Soldaten zuhause, damit diese gesund und einsatztauglich bleiben um den Auftrag „Verteidigung Deutschlands“ erfüllen zu können.

    immerhin eine klare Ansage.

    Ich bin raus.

  28. @Koffer #02.04,12:19
    Als Mitglied eines zivilen KatS-Stabes
    1+
    Sie sprechen mir aus der Seele

  29. @3/24

    Dann wissen Sie ja auch, daß die Erfüllung vieler Anträge auf Amtshilfe einfach unrealistisch ist, sie werden natürlich dennoch alle geprüft. Und die Entscheidung zur Mobilisierung der „letzten Reserven“ (Freigabe von Sperrbeständen trotz Verpflichtung zur Vorhaltung (u.a. NATO)) liegt eben bei der BReg.

  30. Lagerkoller allerorten. Selbst hier in den Kommentaren.

    Die zivile Seite ist (jedenfalls in meinem Beritt) noch lange nicht an den Kapazitätsgrenzen angekommen. Die ersten Behelfskrankenhäuser stehen bereit, auch ohne die zuvor schon mal provisorisch vorangefragte Hilfe in Tarndruck.

    Dass Soldaten soweit möglich im Home Office arbeiten, hilft maßgeblich, die Verbreitungskurve des Virus abzuflachen. Was sollen die denn auch sonst tun? In geschlossener Formation auf dem Appellplatz Formaldienst machen?

    Bei aller (oft ja berechtigten) Kritik an Truppe und Führung, ein bißchen Vertrauen und Ruhe kann man dann schon noch haben.

  31. @3/24:

    Wie sehen Sie es, wenn der Essenbringedienst von der Bw in WHV mit Mensch und Material(Kfz) unterstützt wird, während die örtliche Taxi-Innung vor die Hunde geht. Dabei ist doch eigentlich die Grundregel der Hilfeleistung Bw: ERST WENN ALLE ANDEREN MITTEL AUSGESCHÖPFT SIND.
    Von der Nichtausrufung des Kat-Falles mal abgesehen.

    Ihre Meinung?

  32. @CRM-Moderator 02.04 um 22:03 Uhr

    Erstaunlich, wenn das in WHV so ist.
    Mit Ferndiagnosen bin ich vorsichtig, aber das verwundert in der Tat.
    Derzeit würde ich das Ausfahren von Mahlzeiten nicht als Aufgabe der Bw ansehen, eher als Aprilscherz. Noch jedenfalls.

  33. @Thomas Melber 02.04., 15:00 Uhr

    Aus diversen an der AKNZ in Bad Neuenahr-Ahrweiler beübten Szenarien und weitere Übungen am eigenen Standort im Rahmen der zivilmilitärischen Zusammenarbeit (ZMZ) mit unserem Kreisverbindungskommando (KVK) sind mir die Möglichkeiten der Unterstützung durch die Bw prinzipiell bekannt.

    Mir ist auch geläufig, wie begrenzt Personal und Material sind und das Hilfe, so sie denn geleistet werden kann, also bewilligt wird, bestimmte Zeitfenster in Anspruch nimmt.

    Illusionen mache ich mir da keine.

  34. @3./24
    Dasselbe findet im Landkreis FRI statt. Da wollten sich die Objektschützer (MLI/AFG) und der Landrat nicht lumpen lassen und haben natürlich das Vorgehen des Nachbarkreises WHV kopiert.

    Das ist übrigens kein Aprilscherz. Der Hausherr ist darüber informiert und hat auch die abfotografierten Zeitungsartikel dazu gesendet bekommen.

    Schöner Artikel beim NDR. Suchen sie nach „Wilhelmshaven: Soldaten kaufen für Senioren ein“. Läuft seit 24.3. im Schichtdienst.

    Und da ich auch vom Fach bin, finde ich das auch verwunderlich. Aber ich war wohl damit bisher allein auf weiter Flur.

    [Hm, nein, den Zeitungsartikel aus dem Landkreis Friesland habe ich nicht bekommen… T.W.]

  35. Der Artikel fürs KVK FRI lautet:

    „Objektschützer unterstützen Friesländer in Corona-Krise“

    Immerhin werden da auch Masken getragen. In WHV am Anfang nicht. Aber da scheint sich plötzlich eine andere Lageeinschätzung ergeben haben – lt. RKI.

    Als kurzarbeitender Busfahrer mit entsprechender Kenntnis der Vorschriften, würde ich da nachfassen. Fragen kostet ja nichts.

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