Corona-Pandemie und Bundeswehr – Sammler 18. März

Der aktuelle Sammelthread zu den Vorgängen rund um die Bundeswehr und die aktuelle Coronavirus-Pandemie am 18. März 2020 (mit dem wichtigen Hinweis: Das Foto oben ist ein Archivbild von 2016, nicht aus der aktuellen Situation – so eng kommen die heute nicht mehr zusammen…):

• Nachdem der Berliner Senat am (gestrigen) Dienstag Pläne für die Errichtung eines Notkrankenhauses für Covid-19-Fälle mit bis zu 1.000 Betten in den Berliner Messehallen in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr angekündigt hatte, gab es zunächst ein bisschen Verwirrung – nicht zuletzt, weil bei der Bundeswehr selbst kein entsprechender Antrag auf Amtshilfe eingegangen war und unklar blieb, welche Unterstützung von der Bundeswehr erwartet wird.

Das klärt sich jetzt ein bisschen. Nach Informationen von Augen geradeaus! soll die Bundeswehr, wenn ein solches Krankenhaus eingerichtet wird, mit Personal beim Aufbau und eventuell bei der Organisation unterstützen. Vorbild dafür sind die helfenden Hände der Soldaten in der Flüchtlingshilfe im Jahr 2015/2016. Damals hatten die Streitkräfte mehrere Tausend Soldaten abgestellt, die bei der Einrichtung und der Organisation von Flüchtlingsunterkünften halfen, teilweise auch bei der Erfassung und Registrierung.

Eine Unterstützung mit medizinischem Personal oder Material steht dagegen (noch?) nicht zur Debatte. Auch am Mittwochvormittag lag offensichtlich noch kein Amtshilfeantrag vor, der wird aber bald erwartet.

• Die Militärseelsorge stellt sich ebenfalls darauf ein, mehr gebraucht zu werden. Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck dankte in einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief den Soldaten für ihren Dienst, mahnte aber auch:

Gleichzeitig bitte ich Sie aber, sich nicht zu überfordern. Nur wenn Sie stark bleiben, können Sie helfen. Auch wenn persönliche Kontakte vermieden werden sollen und Ihre Person scheinbar hinter einer Schutzmaske verschwindet, so bedeutet das nicht, dass der Umgang miteinander aufgegeben wird. Gerade auf diese Weise wird Kameradschaft vorbildlich gelebt.

• Die Bundeswehr hat die Zugänge zum Videostreaming-Dienst Netflix aus ihrem Netz gesperrt. Damit soll die verfügbare Bandbreite für dienstlich notwendige Verbindungen erhöht werden bzw. bestehen bleiben. Der Hintergrund: Zahlreiche Bundeswehrangehörige, die mit einem dienstlichen Rechner im Home-Office sitzen, nutzen den offensichtlich auch zum Videogucken – aber diese dienstlichen Laptops verbinden sich zwangsweise nur über das Bundeswehrnetz mit dem Rest des Internets. Also von zuhause übers häusliche Internet in den Bundeswehr-Knoten und dann wieder raus. Und dann wird es natürlich eng.

(KORREKTUR: Entgegen ersten Angaben ist der Zugang zum Videodienst YouTube nicht gesperrt – sicherlich auch, weil die Bundeswehr diesen Dienst zur Verbreitung eigener Videos nutzt und vielleicht auch aktuell nutzen möchte.)
KORREKTUR DER KORREKTUR: Nach neuesten Angaben ist YouTube nun doch für den Zugang zum Internet aus dem Netz der Bundeswehr gesperrt, um Bandbreite für andere Anwendungen zu sichern.

Ohnehin hat die Bundeswehr mit den Zugängen für ihre ausgelagerte Arbeit derzeit ein Problem. Rund 18.000 mobile Arbeitsplätze, mit der Hardware GENUCard, gibt es nach Angaben eines Sprechers derzeit in den Streitkräften. Die Kapazität ist derzeit so berechnet, dass 6.000, also ein Drittel, zeitgleich damit in das interne Bundeswehrnetz kommt – was in diesen Tagen bei weitem nicht ausreicht. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers war ohnehin zum 1. April eine Erhöhung auf 8.000 zeitgleiche Zugriffe vorgesehen, derzeit werde geklärt, ob sich das noch weiter aufstocken lasse.

• Mittelbarer Bezug zur Bundeswehr, vor allem zur Luftwaffe: Die internationale Luft- und Raumfahrtmesse ILA in Berlin, die für Mitte Mai geplant war, ist abgesagt.

• In Sachsen wird die Bundeswehr im Riesen-Stau an der Grenze zu Polen unterstützen. Dort sitzen Autofahrer und Lastwagen fest, weil Polen die Grenze praktisch geschlossen hat und nur eigene Staatsbürger nach Überprüfung und Fieber-Kontrolle einreisen lässt, was zu starken Verzögerungen führt. Zusätzlich zu den Hilfsorganisationen sollen jetzt Soldaten mit Getränken, Lebensmitteln und Decken Menschen im Stau helfen.

• Die Luftwaffenübung Red Flag in den USA wird vorzeitig beendet:

• Marineinspekteur Andreas Krause in einem aktuellen Infobrief:

In der Marine ist die Zahl der Infektionsfälle nicht weiter gestiegen; das entsprechende Personal ist isoliert; Kontaktpersonen ebenfalls abgeschottet. Der Dienstbetrieb im betroffenen Ausbildungsbereich ist angepasst, der Übungs- und Ausbildungsbetrieb der Flotte grundsätzlich unberührt. (…)
Das Personal wird aufgelockert, um die Gefahr einer Ansteckung zu reduzieren und Reserven zu schaffen. Die Dienststellen und Stäbe der Marine sind entsprechend personell reduziert, zur vollumfänglichen Auftragserfüllung jedoch nach wie vor imstande.

(Weiter wie üblich nach Entwicklung)

(Archivbild Januar 2016: Soldaten als „helfende Hände“ bei der Erstregistrierung von Flüchtlingen auf dem Fliegerhorst Erding – Tom Twardy/Bundeswehr)

43 Gedanken zu „Corona-Pandemie und Bundeswehr – Sammler 18. März

  1. Kommentar aus dem Sammler 17. März:

    „Gegenstimmen könnten natürlich der MEinung sein, dass das nicht geht aus Kapazitätsgründen oder weil solche Einschränkungen der persönlichen Freiheit nicht hinnehmbar seien. Das allerdings scheinen mir dann eher Bankrotterklärungen an Fähigkeiten und/oder Einstellung zu sein.
    Wenn die Armee also so wichtig ist, dass sie auch in dieser Zeit voll arbeiten muss (was ja hier durchaus viele finden), dann muss man sich auch wie eine Armee in der Krise benehmen und unbeliebte Maßnahmen anorden und den Rest vor der Armee (als Infektionsquelle) zu schützen.“

    +1
    Vollste Zustimmung. Ich habe den Eindruck, dass einfach nur Faulheit (Änderung der Routine) und Bequemlichkeit (in der Kaserne schlafen) hier das größte Problem bei vielen Soldaten ist.

    zu den Lehrgängen:
    Man muss ja nur mal in die Wirtschaft schauen. Da werden auch sehr wichtige Lehrgänge abgesagt und dies um eine Verbreitung zu verhindern oder abzuschwächen.
    Beispiel Deutsche Bahn: Meinem Bruder wurde der Lehrgang abgesagt und damit verliert er dann in 2 Monaten seine Berechtigung seine Arbeit bei der Bahn auszuüben. Jedes Jahr muss er diesen Auffrischungskurs machen. Er darf dann ohne Lehrgang theoretisch nur noch Däumchen drehen oder sein Büro aufräumen und seinen Dienstwagen waschen.
    Trotzdem wurden alle Lehrgänge abgesagt, weil man diese ganzen Fristen („Gültigkeit 1 Jahr“) auch im absoluten Notfall verlängern kann („Gültigkeit 2 Jahre“). Erfordert natürlich ein paar rechtliche Änderungen – intern und/oder extern (Gesetzgeber), aber das wird mit ziemlicher Sicherheit getan.

    Bei der Bundeswehr kommt ja noch das zentrale System hinzu, es also oft nur einen Ort in ganz Deutschland gibt für bestimmte Lehrgänge.
    Das macht es ja so so gefährlich für die Ausbreitung.

  2. Zu den „Corona Lazaretten* muss man ein Gedankenspiel anstellen.

    Die Bundesregierung will die Intensivbetten verdoppeln. Derzeit 25.000 mit Beatmungskapazität. Macht also +25.000 weitere. Wir haben in Deutschland etwa 40 Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern, wären vermutliche Aufstellungsorte.
    Pro Intensivbett werden etwa 5 Personen Betriebspersonal benötigt. 125.000 Männer/Frauen Personal würden benötigt werden.

    Die DRK Bereitschaften haben Bundesweit 160.000 Mitglieder.
    Das THW verfügt über knapp 40.000 Helfer mit Einsatzbefähigung.
    Es gibt 61 MTF (Medizinische Taskforces) und die Kassenärztlichen Vereinigungen könnten unter Katastrophenrecht genug Medizinisches Fachpersonal durch an solche Lazerette dienstverpflichten. Etwa durch Schließung von einem Teil der Niedergelassen Arztpraxen bereitstellen.

    Bundeswehr braucht man da ehr nur zum Aufbau solcher Anlagen. Sanitätsregimenter und Spezialpioniere sind da wohl im speziellen gefragt.

  3. @0815
    „Wenn es eben sein muss dann schläft Soldat M/W/D eben unter/neben dem Schreibtisch. (es gibt schlimmeres!)
    Alles ist regelbar und durchführbar. Man muss es nur wollen bzw. wie im richtigen Militär üblich befehlen.“

    Gelächter. Das wollen Sie für 14 Tage befehlen? Zur Erinnerung: Wir sind im Grundbetrieb mit EU Arbeitszeitrichtlinie.
    Wir haben in meinem Bürogebäude ca. 150 Soldaten plus Zivilbeschäftigte, keinen einzigen Sozialraum und genau 1 (in Worten: Eine) Dusche. Desinfektionsmittel Fehlanzeige.
    Die 14 Tage wären hier bestimmt prickelnd und erhöhen bestimmt die Einsatzbereitschaft und Motivation.
    Als ich bei der BW angefangen habe, hatten wir noch 8 Mann Stuben. Da wäre das noch möglich gewesen. Heute haben nicht einmal alle Soldaten ihre Ausrüstung am Dienstort, weil Spinde fehlen. Willkommen in 2020.

  4. @ Alpha November (aus dem gestrigen Faden)

    Grundsätzlich bin ich auch der Meinung eine Kaserne ist zur Kasernierung der Garnision da, soll heißen jeder Soldat hat ein Bett und einen Spind in der Kaserne. Des weiteren braucht es dann noch funktionierende Betreuungseinrichtungen damit man in der Kaserne leben kann.

    Die erste Denkrichtung – alle Soldaten in der Kaserne unter Quarantäne zu stecken (früher hätte man gesagt, Versagen des Nacht- und Wochenendausganges) – sichert dass sich niemand draußen ansteckt. Da es aber wahrscheinlich ist, dass bei 180000 Soldaten schon Einige infiziert sind ohne es zu wissen, würde dann als Konsequezn mehr oder weniger die ganze isolierte Garnision angesteckt werden.
    Will man das ? – Ich glaube eher nicht. Außerdem gäbe es vermutlich früher oder später erhebliche zwischenmenschliche Probleme wenn z.B. 1000 Soldaten in einer Kaserne für 4 Wochen eingesperrt werden würden.

    Die zweite Denkrichtung ist Vereinzelung. Also die Soldaten nach hause schicken mit der Auflage so wenig wie möglich Sozialkontakte zu haben, damit wenn sein Kamerad in der Kaserne erkranken sollte er oder sie nahtlos seinen spezialisierten Dienstposten übernehmen kann.
    Die zweite Denkrichtung erscheint mir für die Lw zumindestens die praktikablere zu sein. Wenn ich mir eine Engpassfunktion wie z.B. Lfz Nachprüfer in einem Geschwader anschaue, wo ich vielleicht von jeder Fachrichtung drei lizenzierte Prüfer habe, dann wäre es vernünftig zwei nach Hause zu schicken als strategische Reserve, den Geschwaderbetrieb folgedessen auf Einschichtbetrieb herunterfahren und nur noch die Kernaufgaben wahrnehmen.

    In dieser Denkrichtung, Vereinzelung, ist für mich nicht nachvollziehbar, wenn in einer nationalen Krise Laufbahnlehrgänge mit relativ engen Hörsäalen nicht sofort abgebrochen werden. Noch dazu wo die Lehrgangsteilnehmer am Wochenende nach Hause fahren, oftmals quer durch die Republik, dort frischer Virenlast ausgesetzt sind und Sonntagabend wieder zum Lehrgangsort pendeln und dann event. das Virus quer durch die Republik verteilt und eingeschleppt haben.

    Ich finde die Bw, als große Sozietät, könnte da von einem Ameisenvolk oder einen Bienenvolk lernen. Dort werden Arbeitsbienen isoliert, die event. eine Krankheit in den Stock schleppen könnten und bei den Ameisenvölkern schaut der Lebenszyklus einer Ameise so aus, dass sie „Innendienst“ wie Brutpflege, Baureinigung, Futteraufbereitung usw machen und erst wenn die letzte Phase in ihren Lebenszyklus anfängt ist dann der „Aussendienst“ außerhalb des Ameisenbaus angesagt. Dies hat den Selektionsvorteil für das ganze Volk, wenn im gefährlichen Aussendienst eine Ameise verunglückt, dann war sie die ersten 90 % ihres Ameisenlebens produktiv für die Gemeinschaft tätig.

    Nun kann man sowas nicht 1 zu 1 auf die Menschheit übertragen, aber die Grundregeln der Kybernetik gelten auch für menschliche Sozietäten.

  5. @Bahner

    Wenn es aber in der Kaserne gar keine Unterkünfte gibt (Lehrgangsteilnehmer werden seit Jahren in Hotels, CenterPark etc. einquartiert), wird es sportlich. Und da die Truppenküche zu hat, ist es gut, dass man sich abends das Essen für den nächsten Tag machen kann.
    Faulheit ist sicher auch ein Problem, aber in meinem (dienstlichen) Umfeld vor allem bei denen, für die die Attraktivität von HomeOffice rapide schwindet, wenn andere von der Präsenz heim geschickt werden.

    Und was ist für den 1. April geplant? Sollen die eingestellten Rekruten den Dienst antreten und so zur munteren Verbreitung beitragen?

  6. Ich wundere mich ja eh, warum der Grundbetrieb personell nicht radikal zurück gefahren wird. Gerade auch im Hinblick aufgrund evtl. bevorstehende Aufgaben.
    Da sitzen in meiner Dienststelle haufenweise Soldaten teilweise zu fünft innerhalb kleinen Büros und Zig Soldaten teilen sich ein Klo. In der derzeitigen Situation völlig unverständlich.
    Warum schickt der GI nicht alles abkömmliche Personal nach Hause? Das ganze im wöchentlichen Wechsel der absolut nötigen Mindestbesetzung.
    Was die Bundeswehr in der Fläche gerade praktiziert, ist alles andere als social distancing!

  7. Wir sind als Teilnehmer einer ZAW Maßnahme mit ab Montag anstehendem Schulblock jetzt im E-Learning. Ist zum Glück eine Zivile Schule mit zivilem Portal. sollen aber Am Montag nach unserem aktuellen Praktikumsblock Quer durch die Republik zur ZAW stelle fahren, um dann nach Hause Befohlen zu werden bis 20.04.

    Ganz ausgereift ist das System leider noch nicht.

  8. Ich muss jetzt hier mal eine positive Nachricht anbringen.

    Durch den Aufruf für Sanitäter habe ich mir am Samstag als StOffz a.D. überlegt, wo ich in der Reserve unterstützen kann. Ein Gespräch und ein Telefonat später war eine frei Stelle in einem KVK in der Nähe gefunden. Die Daten wurden noch am Samstag aufgenommen und im Lauf des Montag wurde ich vom zuständigen S1 angeschrieben, dass man beabsichtigt mich auf diese Stelle zu beordern. Alle relevanten Papiere zum Ausfüllen waren dabei. Am Dienstag dann die Rückmeldung, dass alles in die Wege geleitet ist. Schau mer mal, wie lange es dauert. Ich bin optimistisch

  9. @Seiteneinsteiger
    Hört sich aus subjektiver Perspektive vernünftig an, der Betroffene fühlt so. Was objektiv Fakt ist, weiß ich leider nicht. Möglicherweise kann am Abend bei der Rede der Kanzlerin dazu etwas vernommen werden, schließlich ist die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte Teil äußerer Sicherheit, gefährdet durch das Virus.
    Die Marineführung sieht es offenbar anders und hat auch anderes vor.
    „Zurzeit ist von fünf Marine-Angehörigen bekannt, dass sie mit dem Coronavirus infiziert sind, so ein Sprecher der Teilstreitkraft. Bis jetzt hat die Marine noch die Ambition, trotz der Corona-Pandemie, alle Einsatzverpflichtungen aufrecht zu erhalten – von Einsätzen sowie einsatzgleichen Verpflichtungen, über NATO Verbände bis zu Übungen und Manövern. Die Führungsfähigkeit soll gesichert werden, indem Dienststellen-Personal auf Abruf ins Homeoffice geschickt wird – quasi in eine Präventivquarantäne. So will die Marine Reserven für ihre Stäbe haben, sollten dort Corona-Fälle auftreten“
    Bei „www.pivotarea.eu … corona-pandemie-die-probleme-der-marine“
    Als wirkliches Problem wird sich die mittel/längerfristige Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft erweisen, die bereits jetzt beeinträchtigt ist: Wegen eines Corona-Verdachtsfalls ist die Besatzung des Tenders Mosel bis Ende März in Quarantäne.

  10. @all.

    die Transformation der BW zu einem *stinkt normalen 08/15 dulli schnulli Arbeitgeber* muss ja abgeschlossen sein.
    Wenn Ausnahmezustand, KatS oder der gleichen verhängt wird. Dann ist der König der eine Eigene Dienststube hat. Waschen kann man sich auch alle 72h mit einem Seiflappen und einer Schüssel kaltem Wasser. Eine Toilette für 100 Personen, kein Ding steht man halt Schlange.
    Auch der Stabsoffizier ist Soldat und hat irgendwann einmal eine AGA genossen.
    Und wenn THW Helfer wochenlang in Zelten schlafen können oder lieber gleich auf der Ladefläche weil da niemand Schnarcht dann ja wohl auch Soldaten.

    So und jetzt Feuer frei im direkten Richten mit dem Shitstorm.

  11. @Insider;18.03.2020-13:07 Uhr
    “ Zur Erinnerung: Wir sind im Grundbetrieb mit EU Arbeitszeitrichtlinie.“
    Bald nicht mehr. und btw. kann dies ausgesetzt werden. Stichwort: KATAL

    „Wir haben in meinem Bürogebäude …“
    Aha. Ausdünnen, es sei den, Sie und ihr Bürogebäude sind „operativ unabdingbar“. Da muss halt mal mit Telefon geführt werden wenn die BWI-Infrastruktur ächzt.
    Lessons learned: Nicht durchhaltefähig- Melden

    „Als ich bei der BW angefangen habe, hatten wir noch 8 Mann Stuben. Da wäre das noch möglich gewesen. Heute haben nicht einmal alle Soldaten ihre Ausrüstung am Dienstort, weil Spinde fehlen. Willkommen in 2020.“
    8 Mann Stuben , keine Lösung zur Vermeidung von Kontaminationen, ähm…Infektionen!
    Welche besondere Ausrüstung brauchen sie denn „jetzt“ tatsächlich? Wieviel Personal den tatsächlich zur Sicherstellung des operativen Minimum?
    Hören sie auf, die Bequemlichkeit steht nicht mehr im Vordergrund…Lösungen, pragmatisch-sicher-durchhaltefähig.
    Ansonsten blamieren wir uns u.U. bis auf die Feinripp wenn „WIR“ gebraucht werden.
    Ich höre und lese derzeit fast nur noch…geht nicht, oder ich gebe da zu bedenken…
    Bitte nicht persönlich nehmen ;-)

    @ThoDan
    Diskussionswert <5cent
    Denken Sie nach…

    Allen anderen rate ich mal den Besuch bei den ITA Medien…schafft klare Verhältnisse im Lagebild

  12. @♣ Insider sagt:
    18.03.2020 um 13:07 Uhr

    Damit wären wir dann beim Thema Fähigkeitsverlust. Ihr Beitrag und auch die nachfolgenden lassen da ja fürchten…

    Aber man muss ja nicht neben dem Schreibtisch nächtigen. Eine Fahrzeughalle tut es ja auch – ebenso wie eine Zeltburg auf dem Ex-Platz. Das MAterial müsste doch dafür da sein oder geht man davon aus, dass im Ernstfall sofort alle in Löchern im Wald verschwinden? Auch die Versorgungsstruktur (Kantine) muss doch da sein. LEhrgänge im Zivilen mit Unterbringung in Hotels usw. sollte man vielleicht absagen oder das ganze Hotel übernehmen und kasernieren. Jedenfalls entweder das Eine oder das Andere. Irgendwas dazwischen wird nicht funktionieren.

    Ob man es riskiert das sich alle anstecken? Ja wieso nicht? Der Krankheitsverlauf bei jüngeren und sonst fitten PErsonen (= PErsonenkreis in der BW) ist ja offenbar unter marginal einzustufen. Die paar Fälle, die dann dennoch schlimmer würden kann man ja sicherlich BW-intern behandeln.
    Auch für den Zivil-Sektor wird ja derzeit davon ausgegangen, dass am Ende 70% die Krankheit bekommen haben werden (Es geht ja nur noch darum wie schnell/in welchem Zeitfenster). Die BW wäre dann nur zeitlich deutlich voraus und vielleicht bei einem größeren Prozentsatz. Zwischenzeitlich macht der Soldat halt Dienst mit Husten – wie bisher (vgl. beliebige Erkältungswelle aus den Vorjahren) sicherlich auch. Nur muss es eben vermieden werden Risikogruppen (zu Hause) anzustecken. Daher muss der Soldat sich dann eben möglichst isolieren.
    Damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Armee ist und bleibt im Dienst auch oberhalb des Mindestbetriebs und das Ausbreitungsrisiko ist kleiner als bei anderen Varianten…

  13. @Küstengang01 / 0815
    Nichts hinzuzufügen. Passt!
    Gut, dass LV/BV nicht angesagt ist, Gott bewahre, wenn jetzt schon Disziplingefährdung ruchbar wird!

  14. Kann zumindest aus der Kampftruppe sagen (Heer) das wir gemäß Weisung Nr 3 auf ein operatives Minimum reduziert haben. Das beschränkt sich im wesentlichen auf KpFü. So ist es auch in der Weisung von GI vorgesehen und auch sinnvoll um in voller Stärke für eventuelle Amtshilfe verfügbar zu sein.
    Alle Soldaten die Zuhause sind, sind im Dienst und telefonisch auf Abruf inklusive Verfügbarkeit am Telefon in den regulären Dienstzeiten. Notice-to-Move 4 Std bzw für weiter entfernt wohnende der nächste Dienstmorgen.
    Dazu zu sagen ist noch, dass nun in kürzester Zeit Alarmierungsketten aufgebaut worden sind, was vorher nie ein Thema war..

  15. @0815
    Ich bin ja grundsätzlich bei Ihnen.
    Allerdings ist es (auch wenn es traurig ist) nicht so einfach, per Befehl mal eben alle Soldaten dauerhaft im Dienst zu halten. Ausser unseren Bürogebäuden gibt es nichts anderes, es sei denn wir richten in der Sporthalle eine Massenunterkunft ein. In diesen Zeiten leider auch unzweckmässig. Dazu keine Truppenküche sondern nur zivile Kantine bis Mittag.
    Daher sitzen jetzt eben 2 Drittel zu Hause in Rufbereitschaft oder im Home-Office und kämpfen mit dem Netzzugang der BWI.
    Zum Thema Ausrüstung wollte ich nur darauf hinweisen, das nicht mehr alle Soldaten einen Spind haben. Da liegt der Rest entweder in der TG Wohnung oder in selbst beschafften Transportkisten
    Sie können mir glauben daß ich mir auch was anderes vorstellen würde, aber das ist derzeit die Realität.

  16. Hm, hört sich für den Außenstehenden so an, als ob die BW mittlerweile zwar ein handelsüblicher „Dulli-Schnulli-Arbeitgeber“ geworden ist, aber dafür nicht mehr wirklich krisentauglich ist.
    Der durchschnittlich informierte Bürger, der womöglich selbst mal vor Jahrzehnten das Vergnügen hatte, in einer Kaserne zu hausen, erwartet von den Streitkräften mit Sicherheit deutlich mehr Einsatzfähigkeit unter ungewöhnlichen bzw. robusten Bedingungen.
    Denn wenn es in Deutschland einen Verein geben müsste, der immer irgendwie handlungsfähig ist – müsste das nicht genau die Bundeswehr sein?

  17. @Küstengang01

    Mir ging es da durchaus auch um das Waschen der Kleidung, genauer gesagt vor allem.

    @Alpha November

    Es ist laut Aussagen der letzten Tage nicht damit zu rechnen, das jeder Soldat sein „Schlafsystem“ hat, schon gar nicht vor Ort

  18. @ThoDan

    *Mir ging es da durchaus auch um das Waschen der Kleidung, genauer gesagt vor allem.*

    Auch da hilft Kernseife, eine Schüssel/Eimer, Wasser (sofern vorhanden auch warm!) Dann nimmt man das Kleidungsstück und wäscht es händisch. Ein Stück Schnur oder der Bürostuhl um das dann zu trocknen. Das tolle bei der BW…. jeder hat Flecktarn/BGA/Fliegerkombi. Daher reicht es in der Regel…. Waschen der Soken/Unterhemd/Unterhose. Deo oder der gleichen auf die Feldbluse und nachts gut lüften.

  19. Ok, die Details des Lebens im Felde vielleicht anderswo besprechen? Zum Thema gehört’s nur sehr, sehr, sehr am Rande…

  20. @f28:

    Danke. Ich stimme Ihnen zu 100% zu… Hier werden Sachstände/Meinungen und organisatorische Defizite benannt, die nichts mit Einsatzfähigkeit im Notfall von Streitkräften zu tun haben. Gar nichts.
    Denn wenn in unserer jetzigen Situation die Organisation „Bundeswehr“ nicht robust und leistungsfähig auftreten kann/will… Was würde dann, Gott bewahre, im LV Fall auf uns alle zukommen?
    Die weiße Flagge kann ich auch selber noch schwenken…
    Meine Hochachtung an alle Soldaten und Soldatinnen im Einsatz und auch an die Reservisten, die sich für den medizinischen Bereich gemeldet haben. Ihnen gehört, wie allen Personen im medizinischen Bereich, unser großer Dank.
    Aber auch hier muss man sagen, das Einstampfen aller Wehrpflicht-/Zivildienststrukturen war ein unverzeihlicher/sinnfreier Fehler. Das merkt hoffentlich jeder aktuelle politischer Entscheidungsträger.
    Es muss sich bei der Bundeswehr leider grundsätzlich etwas ändern.

  21. Wichtig wäre jetzt, zahlreiche 25Mio-Vorlagen ins Parlament zu bringen, anhand derer die Gelder für die Beschaffung von Schutzkleidung, Sanitätsmaterial inkl. Arzneimitteln und Medizingeräten, Betten, Zelten und Transportmitteln, Unterkunftsbedarf und Verpflegungsmaterial etc. freigegeben werden.

    Damit es nach der Krise nicht wieder heißt „die Wirtschaft schwächelt und das war alles so teuer, wir müssen sparen!“ und die Bundeswehr wieder leer ausgeht.

    Man muss es einfach mal so machen, wie der DEHOGA-Mensch bei ner Talkshow mit Altmeier neulich: Dreist fordern und dabei richtig hoch einsteigen.
    Nochmal so kaputtsparen lassen – bei dieser Steilvorlage im Moment – wäre das komplette Versagen der militärischen Elite.

  22. @Herr Wiegold

    Entschuldigung, mir ging es nicht um das Leben im Feld – sondern um jene Soldaten, die ihren „Spind“ nicht vor Ort haben und mit möglicherweise einer Garnitur vor Ort im Büro, Kaserne etc. dann für Tage gebunden wären.

    [Ging mir dabei nicht um den Spind… T.W.]

  23. @ CRM-Moderator; @ 0815

    Dankenswerter weise haben Sie beide auf die Risikostudie für die Bundesregierung aus dem Jahr 2012 hingewiesen

    https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf

    Ich denke die muss man einfach mal lesen um die Zusammenhänge und die Dimension des Problems zu verstehen, vor allem auf den Anhang 4 Risikoanalyse Bevölkerungsschutz Bund „Pandemie durch Virus ‚Modi-SARS'“ sei hingewiesen. Und jetzt wirds spannend. Die Studienersteller gingen von folgenden Voraussetzungen aus:
    […]

    Ehrlich gesagt, da fehlte mir bisher noch das Vorstellungsvermögen für so einen Massenexodus !

    PS: @ T.W. Ich weiß, dass hat jetzt nichts mit der Bw zu tun, aber die Dimension des bevorstehenden Problems muss man ja mal erst erfassen und verinnerlichen und dann müssen die getroffenen Maßnahmen auch entsprechend der Bedrohungslage radikal ausfallen und dann reden wir in 2 Monaten nicht mehr über ausgefallene Lehrgänge bei der Bw, sondern nur noch darüber, ob es vielleicht der größte Fehler war die Präsenzstärke der Bw nicht radikal auszudünnen, damit die Ansteckungsketten in der Kaserne, im täglichen Dienstbetrieb unterbrochen gewesen wären !

    [Es ist nicht nur ziemlich hart am Rande des OT, sondern es ist vor allem auch unnütz, so ausführlich zu zitieren, wenn es einen Link gibt. Die Angabe der Seitenzahl wäre sinnvoller gewesen, ich helfe gerne aus: ab S. 55. T.W.]

  24. Es ist für nach wie vor völlig unverständlich, wieso die Bundeswehr nicht einen kompletten „Shutdown“ durchführt. Insbesondere, dass an den Truppenschulen die Laufbahnausbildung weiter stattfinden soll, halte ich für äußerst fahrlässig. Die Bundeswehr produziert damit in der aktuell dramatischen Lage viele unnötige Dienstreisen und trägt zur Verbreitung des Virus weiter zu. Nächste Woche werden an einer Unteroffizierschule 12-14 Lehrgänge zugeschleust mit über 300 Lehrgangsteilnehmern aus ganz Deutschland. Diese Notwendigkeit erschließt sich mir nicht und für alle laufbahnrelevanten Nachteile werden sich sicher praktikable Lösungen ähnlich wie bei verschobenen Abiturprüfungen gefunden. In jeder Kaserne würde Führungsfähigkeit durch Kdr ggf. auch per mobiles Arbeiten, sowie Besetzung der Wache mit OvWa imho völlig ausreichen. Bei Alarmierung für z.B. Amtshilfe gibt es ja die üblichen standardisierten Verfahren. Es wird durch die Pendelei und die vielen Dienstreisen soviel „Traffic“ in Deutschland produziert, der vermeidbar wäre. Die Bw handelt immer etwas zu spät. Es ist schwer zu glauben, dass die Durchführung der Laufbahnlehrgänge aktuell durchhaltefähig ist.

  25. Also, DPA und AGA laufen zumindest in der LlBrig noch weiter. Sind wohl zu wichtig…

    [Verbrauchen vor allem weniger Bandbreite als Videos. T.W.]

  26. Wo genau ist denn der Flaschenhals bei den 6000 gleichzeitigen Netzzugängen? Etwa bei den GenuGates? Wenn es an der Anzahl der Verbindungen liegt, hilft sicherlich ein Adblocker mehr als YouTube/Googlevideo zu sperren. Das ist schon sehr peinlich, dass es mich erstaunt, dass das nicht eingestuft ist.

  27. @Georg, 0815, CRM-Moderator:
    Da der Bericht schon mehrfach erwähnt wurde, ein Hinweis dazu:
    Es handelt sich um einen jährlich erschienen Bericht der Bundesregierung (!) an den Bundestag. Federführung hat das BMI (BBK als „Arbeitsmuskel“), das BMVg war sehr wahrscheinlich bei der Erstellung zumindest im Rahmen der Mitprüfung beteiligt.

    Politik ist aber oftmals kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.
    Insbesondere wenn es sich um ein gesamtstaatliches Thema handelt bei dem Bund, Länder und die kommunale Selbstverwaltung sehr eng zusammenarbeiten müssen (und der Bund keine Koordinierungsfunktion in Friedenszeiten hat, siehe: https://augengeradeaus.net/2020/03/corona-pandemie-und-bundeswehr-sammler-16-maerz/#comment-334558), sowie auch teilweise erheblich investieren müssen.
    Ein eher sekundäre Anteil ist darin dann das BMVg.

    Das ganze legt auch offen wie groß der Handlungsbedarf bei der zivilen Verteidigung ist – trotz aller Aktivitäten im Rahmen des Konzepts „Zivile Verteidigung“.

  28. @ f28 und ExHG,
    Im Vortagesfaden hat ein Mitkommentator sinngemäß geschrieben, dass nach dieser gesamten Nummer das Thema Resilienz, Durchhaltefähigkeit in Krisen usw. wirklich knallhart angegangen werden muss. 25 Jahre Friedensdividende und das Motto Basis Inland ist immer hübsch warm und beheizt haben tiefe Schleifspuren hinterlassen. Der Betrieb der Bw bricht nun nicht ein und ich habe auch keine bedenken, daß es irgendwelche negativen Auswirkungen hat wenn nun auch ausgedünnt auf operatives Minimum der Betrieb aufrecht gehalten wird. Vielleicht stellt sich unter diesen Umständen auch Mal wieder ein gesunder Pragmatismus ein

    @Stöber
    So wie ich die Nachrichtenlage zu den Beschaffungen von Medizingütern durch das BAAINBW bewerte, geht das ohne 25 Mio Vorlage und 4 Jahre Vorlauf, CPM usw. Pragmatisch eben und der Lage angepasst. Wenn es also wirklich sein muss läuft’s

  29. „Ohnehin hat die Bundeswehr mit den Zugängen für ihre ausgelagerte Arbeit derzeit ein Problem. Rund 18.000 mobile Arbeitsplätze, mit der Hardware GENUCard, gibt es nach Angaben eines Sprechers derzeit in den Streitkräften. Die Kapazität ist derzeit so berechnet, dass 6.000, also ein Drittel, zeitgleich damit in das interne Bundeswehrnetz kommt – was in diesen Tagen bei weitem nicht ausreicht. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers war ohnehin zum 1. April eine Erhöhung auf 8.000 zeitgleiche Zugriffe vorgesehen, derzeit werde geklärt, ob sich das noch weiter aufstocken lasse.“

    Das es mit mobilen Endgeraeten und GenuCard schlecht aussieht war hoffentlich jeden klar der zur Zeit noch in der Truppe ist. Aber im Jahre 2020 ist es schon hochnotpeinlich das wir es nicht geschafft haben die Masse aller Arbeitsplaetze mobil zu machen. Laptop + Docking Station statt Desktop…und anstatt wie die NATO mit Unclassified und Secret zu arbeiten, haben wir mal schnell den ganzen Kram der so jeden Tag zusammenkommt eingestuft. Das bedeutet das jetzt die Masse derer die im Home Office sind, Daeumchen drehen! Das nur 6000 von den 18000 arbeiten koennen setzt der Unfaehigkeit dann allerdings die Krone auf. Ich hoffe das diese Krise dazu fuehrt endlich mal internationale Standards einzufuehren und die Bw etwas agiler zu machen. Die Hoffnung bzw das was nach weit ueber 30 Dienstjahren davon uebrig geblieben ist, stirbt zuletzt….

  30. Grashüpfer sagt:
    18.03.2020 um 20:28 Uhr

    „@ f28 und ExHG,
    Im Vortagesfaden hat ein Mitkommentator sinngemäß geschrieben, dass nach dieser gesamten Nummer das Thema Resilienz, Durchhaltefähigkeit in Krisen usw. wirklich knallhart angegangen werden muss. “

    Hoffen wir, dass es tatsächlich passieren wird. Zumal es ja offenbar zum großen Teil nicht um Raketenwissenschaft geht, sondern um Schlafsäcke und ähnlich simple, aber wichtige Dinge ;)

  31. @JohSte sagt: 18.03.2020 um 20:37 Uhr
    Jaja, es ist alles so einfach.

    Weil ja auch mobile Systeme nicht (signifikant) mehr kosten als stationäre…

    Und weil es ja auch absehbar war, dass von heute auf morgen plötzlich ein Großteil einer Organisation die auf Präsenzdienst ausgerichtet ist mobil arbeitet.

    Ja genau. Hätte man alles besser wissen müssen und das Geld für die Lösungen wäre auch durch den schieren Wunsch aufgetaucht.

  32. Wir laufen (Deutschland gesamt) auf eine Katastrophe zu und es wird sich Gedanken gemacht um Spinde und Arbeitszeitrichtlinien.
    Jetzt rächt sich, dass man als Minister (mal wieder) jemanden hat der nur wegen der nachfolgenden Karriere diesen Posten angenommen hat.
    Ich war noch nie ein Freund von Helmut Schmidt (Kanzler), aber seine Entscheidungsfähigkeit benötigen wir Jetzt von der Ministerin!

    Sofortiger Shutdown der Armee.
    Kasernierung aller möglichen Soldaten unter 40 (Vorerkrankungen und Alleinerziehende ausgenommen).

    Jeder der in Mathe aufgepasst hat, weiß was in 6 Wochen (42 Tage) auf uns zukommt.
    Die letzten Tage war die tägliche (!!!!) Steigerung der Infizierten 15-30 %.
    Selbst wenn wir von nur 10 % ausgehen:

    8000 x 1,10^42 = 438.000 Infizierte

    Das heißt, am Tag 43 (am 30.04.2020) kommen 43.800 neue Infizierte in Deutschland dazu und davon müssen 20 % ins Krankenhaus und zumindest behandelt werden (nicht alle beatmet, aber stationär kontrolliert).
    Also 6.700 Patienten, am Tag darauf 7.300 Patienten, danach 8.000 Patienten.
    Zusätzlich zu den schon vorhandenen.

    Selbst wenn wir von nur 5 % Steigerung jeden Tag ausgehen, sind es nach 6 Wochen
    8000 x 1,05^42 = 62.000 Infizierte
    Aber schon nach 12 Wochen (Anfang Juni)
    8000 x 1,05^84 = 481.000 Infizierte

    Das alles neben den Herzinfarkten, Gallenkoliken und offenen Brüchen zusätzlich.
    Jetzt alle verfügbare junge Soldaten kasernieren und einen Schnellkurs in erweiterte Erste Hilfe geben, damit sie zumindest die gelernten Pfleger unterstützen können.

    Nein, ich bin kein russischer Troll.
    Denn in Russland wird das auch so bald ablaufen, wie in den USA.

    [Ihre ersten beiden Absätze sind zum Thema hier, der Rest allgemeine Debatte. So bitte nicht, demnächst greife ich da rigoroser durch. T.W.]

  33. @ Grashüpfer: Nein, die jetzige Beschaffung war damit keineswegs gemeint. Dass es jetzt halbwegs klappt mit dem Einkauf bedeutet noch lange nicht, dass am Ende der Coronalage die MatLager auf akzeptable „Kaltkriegsbestände“ aufgefüllt und Reserven gebildet werden. Das sind ganz andere Kostenblöcke, die man sich *jetzt* freischießen müsste. Denn hinterher will kein Politiker mehr was davon hören.

    Zum Thema „told you so“ möchte ich auch auf die Arbeit der Global Health Security Initiative (GHSI) mit ihren Arbeitsgruppen für Chem, Bio, Rad sowie *Pandemic Influenza* (inklusive SARS/CoViD) hinweisen. Gegründet 2001 und nicht untätig – nur meistens in der Rolle der antiken Cassandra (mahnend, aber ignoriert).

  34. @Grashüpfer:
    Das hoffe ich wie Sie… Das spätestens jetzt die richtigen Rückschlüsse aus dem aktuellen Zustand der Bundeswehr und auch der zivilen Behörden für den Katastrophenschutz gezogen werden. Besonders ein mögliches Aufwuchspotential und die nötige Organisation und Aktivierung müssen hier dringends beachtet werden.
    Allerdings habe ich für den zivilen Bereich wesentlich mehr positive Zuversicht.
    Zu viele unzweckmässige Reformen, Trendwenden und externe Berater für mehrere hundert Millionen Euro haben die Bundeswehr meilenweit von ihrem ursprünglichen Auftrag entfernt. Eine selbstbewusste, leistungsstarke und robuste Armee für den Verteidigungsfall sollte in der jetzigen Situation positiver und zielgerichteter Auftreten können/wahrgenommen werden.
    Mein größter Zweifel an einer positiven Veränderung liegt hierbei definitiv bei den politischen und militärischen Entscheidungsträgern. Wie lange können und wollen sie diese Umstände noch tolerieren/bzw. unterstützen?
    Bewundernswert dass noch so viele Männer und Frauen jeden Tag engagiert zum Dienst antreten und versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Auch wenn man hier natürlich auch schon lesen konnte, dass einige Dienstleistende die Berufung des Soldaten noch nicht verstanden haben/ bzw. nicht verstehen werden oder schlicht nichts bei den Streitkräften zu suchen haben.

  35. Zur Nutzung Netflix:
    „Zahlreiche Bundeswehrangehörige, die mit einem dienstlichen Rechner im Home-Office sitzen, nutzen den offensichtlich auch zum Videogucken […].“

    Solchen „Kameraden“ würde ich am liebsten in den Allerwertesten treten.
    Denn ich als KpChef sitze zu Hause, sehr eingeschränkt führungsfähig ohne den Zugang, kann keine VS eingestuften Lageinformationen auswerten, kann nicht die geforderte ISoLa-Meldung abgeben, keine Beurteilungen nebenbei schreiben.
    Aber andere schauen im Dienst (zu Hause) mit dienstlicher – äußerst knapp vorhandener – Hardware noch Netflix. Beruf verfehlt.

    Und S6-Bereich muss solche identifizieren und sofort umverteilen.

  36. Zu dieser ganzen Mobilproblematik, Corona kam zwei Jahre zu früh. Es gibt zukünftig nur noch Laptops. So weit mir bekannt mit LTE und zugelassener VPN-Lösung onboard.
    Diese ganzen Landser-Kasernierungsträumer, keine Sanitäreinrichtungen, keine Verpflegung und schlafen im Büro. Das geht ein zwei Wochen, Corona haben wir aber bis zum Sommer…

  37. Ghibli sagt:
    18.03.2020 um 21:46 Uhr
    „Jetzt rächt sich, dass man als Minister (mal wieder) jemanden hat der nur wegen der nachfolgenden Karriere diesen Posten angenommen hat.“

    Ich denke wer führen kann und führen will der wird jedes beliebige Team führen können. Mit dem Austausch des Ministers ändert sich nicht die gesamte Besetzung des Ministeriums. Die Fachleute sind weiter da und werden auch weiterhin beraten. Alles andere ist für mich nicht vorstellbar und entspricht auch nicht meiner Lebens- und Dienstzeiterfahrung(32 Jahre).

  38. @Einmalschreiber:

    Es gibt auch eine interne Priorisierung der RAS Ausstattungen beim Netzzugang. Sie könnten dies z.B. auf dem Dienstweg anstoßen (lassen) zur IT-Koordinierungsstelle. Ob Sie als Kompaniechef dafür genug „Führungspersonal“ sind, mögen andere entscheiden.

    Im Übrigen ist ihre Aussage inzwischen irrelevant, da Streamingdienste (für YouTube gibt es auch dienstliche Gründe) gesperrt wurden. Trotzdem kann ich natürlich Kopfschütteln für die Vergangenheit verstehen, angesichts des nicht unwesentlichen Streaminganteils.

  39. @0300-Infantrie sagt:18.03.2020 um 23:01 Uhr
    „Zu dieser ganzen Mobilproblematik, Corona kam zwei Jahre zu früh. Es gibt zukünftig nur noch Laptops. So weit mir bekannt mit LTE und zugelassener VPN-Lösung onboard.“

    Das gibt es bereits seit Jahren für die BVK/KVK, allerdings noch mit UMTS. Das ist auch kein Vergnügen, wenn die Feldstärke nicht stimmt und Sie sich durch das Einwahlnadelöhr in Straußberg quälen müssen. Da muss dann dringend auch die nötige IT-Infrastruktur her, ansonsten bleibt Ihnen nur Tetris spielen.

  40. @0300-Infantrie
    Sie haben es nicht verstanden. Die Kasernierung dient nur zur Sicherstellung eines Kräftedispositives 1 um (unter Einhaltung strikter Separierung) Infektionsfrei reagieren zu können. Weiterer Aufwuchs, im selben Verfahren durch die, die bis dahin daheim waren. Ich rede hierzu nicht von 100.000 Mann / Frau / Divers. Egal, wir werden sehen.

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