Bundeswehr in der Flüchtlingshilfe: Inzwischen mehr als 8.000 Soldaten

FlŸchtlingshilfe in Bremen

Die Bundeswehr hat in jüngster Zeit ihre Unterstützung in der Flüchtlingshilfe im Inland deutlich ausgeweitet. Im Durchschnitt der vergangenen Wochen seien 8.200 Soldatinnen und Soldaten für diese Aufgabe gebunden gewesen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Dienstag auf Anfrage von Augen geradeaus!. In der Spitze seien 8.800 Soldaten eingesetzt worden.

Nach Angaben des Ministeriums schwanken die Zahlen ständig; am Dienstag wurden 7.660 Soldatinnen und Soldaten in der Flüchtlingshilfe gemeldet. Nach einer Übersicht auf der Bundeswehr-Webseite sind 6.000 davon ständig als so genannte helfende Hände im Einsatz und werden bei Bedarf verstärkt. Rund 600 Soldaten sind zurzeit an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgeordnet, diese Zahl soll noch steigen. Für alle Aufgaben gilt, dass die Bundeswehr nur unterstützend tätig wird, aber keine hoheitlichen Aufgaben wahrnimmt, zum Beispiel Aufgaben der Polizei oder die Entscheidung über Asylanträge.

Da die Bundeswehrseite mit den Angaben regelmäßig aktualisiert wird und dann frühere Detailangaben nicht mehr verfügbar sind, zur Dokumentation hier der derzeit letzte veröffentlichte Stand vom 16. November:

Unterbringung in Liegenschaften

Bisher hat die Bundeswehr in 76 Liegenschaften (Kasernen und Standortübungsplätzen) Unterbringungsmöglichkeiten für rund 33.000 Flüchtlinge bereitgestellt. Dies erfolgt entweder durch die vorzeitige Rückgabe/Teilrückgabe von 19 sowie die zeitlich befristete Mitbenutzung von 57 Liegenschaften und Liegenschaftsteilen. Bei den Kasernen und anderen Liegenschaften handelt es sich um Gebäude, aber auch reine Flächen zum Aufbau von Containern oder Zelten.

Weitere Liegenschaften befinden sich in der Prüfung. Die Unterbringungszahlen spiegeln nur den aktuell genutzten Unterbringungsumfang wider. Einige Belegungsmöglichkeiten stehen noch nicht bereit, da sie noch entsprechend hergerichtet werden müssen. Eine Anpassung der Zahlen erfolgt nach Abschluss der Maßnahmen.

Die tatsächlichen Belegungszahlen werden durch die verantwortlichen Gebietskörperschaften festgelegt. Die Bundeswehr hat darauf keinen Einfluss.

 

Standorte nach Bundesländern

Baden-Württemberg Meßstetten – Zollernalb-Kaserne
Ellwangen – Reinhardt-Kaserne
Sigmaringen – Graf-Stauffenberg-Kaserne
Hardheim – Carl-Schurz-Kaserne
Immendingen – Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne
Ulm – Bleidorn-Kaserne
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Bayern Sonthofen – Grünten-Kaserne
Fürstenfeldbruck – Fliegerhorst
Manching – Max-Immelmann-Kaserne
Erding – Fliegerhorst Erding
Roth – Otto-Lilienthal-Kaserne
Neubiberg – Universität der Bundeswehr
Cham – Nordgau-Kaserne
Veitshöchheim – Balthasar-Neumann-Kaserne
Feldkirchen – Gauböden-Kaserne
Bad Reichenhall – Hochstaufen-Kaserne
Nordheim am Main – WasserÜbPl
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Berlin Gatow – General-Steinhoff-Kaserne Mitnutzung
Brandenburg Strausberg – Barnim-Kaserne
Lehnin – Fläming-Kaserne
Mitnutzung
Mitnutzung
Bremen Bremen – Scharnhorst-Kaserne Mitnutzung
Hamburg Hamburg – Graf-von-Baudissin-Kaserne
Hamburg – Reichspräsident-Ebert-Kaserne
Mitnutzung
Mitnutzung
Hessen Rothenburg (Fulda) – Alheimer-Kaserne
Stadtallendorf – MOB-Stützpunkt
Kassel – Bundeswehrfachschule
Rückgabe/Teilrückgabe
Mitnutzung
Mitnutzung
Mecklenburg-Vorpommern Neubrandenburg – Fünf-Eichen-Kaserne
Stavenhagen – Mecklenburgische-Schweiz-Kaserne
Schwerin – Feldwebel-Wohnheim
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Niedersachsen Delmenhorst – Feldwebel-Lilienthal-Kaserne
Schwanewede – Lützow-Kaserne
Bückeburg – Jägerkaserne
Celle – Immelmann-Kaserne
Wittmund – Truppenunterkunft
Bergen – TrÜbPl Bergen Lager Oerbke
Bergen – TrÜbPl Bergen Camp Fallingbostel
Nienburg – Clausewitz-Kaserne
Wunstorf – Flugplatz
Luttmersen – Wilhelmstein-Kaserne
Lüneburg – Theodor-Körner-Kaserne
Wilhelmshaven – Ebkeriege-Kaserne
Diepholz – Fliegerhorst
Visselhövede – Kaserne Lehnsheide
Bückeburg – Königsberger Straße (Wohnhäuser)
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Nordrhein-Westfalen Düsseldorf – Bergische Kaserne
Kerpen – Boelcke-Kaserne
Köln-Wahn – Lager Lind
Mechernich – Material Depot
TrÜbPl Senne – Lager Staumühle
Aachen – Theodor-Körner-Kaserne
Aachen – Dr. Leo-Löwenstein-Kaserne
Eschweiler – Donnerberg-Kaserne
Geilenkirchen – Selfkant-Kaserne
Münster-Handorf – Lützow-Kaserne
Ahlen – Westfalenkaserne
Minden – MobStPkt Gut Denkmal
Augustdorf – GFM-Rommel-Kaserne
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Rheinland-Pfalz Speyer – Kurpfalzkaserne
Birkenfeld – Heinrich-Hertz-Kaserne
Diez – Freiherr-vom-Stein-Kaserne
Baumholder – Truppenlager Aulenbach
Mainz – Liegenschaft Rheinallee
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Mitnutzung
Mitnutzung
Saarland    
Sachsen Dresden – Graf-Stauffenberg-Kaserne
Leipzig – General-Olbricht-Kaserne
Frankenberg – Wettiner-Kaserne
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Sachsen-Anhalt Klietz – TrÜbPl Kaserne am See
Altengrabow – TrÜbPl
Mitnutzung
Mitnutzung
Schleswig-Holstein Boostedt – Rantzau-Kaserne
Seeth – Stapelholmer-Kaserne
Putlos – TrÜbPl Lager Übende Truppe
Heide – Wulf-Isenbrand-Kaserne
Neustadt in Holstein – Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr
Rückgabe/Teilrückgabe
Rückgabe/Teilrückgabe
Mitnutzung
Mitnutzung
Mitnutzung
Thüringen Gotha – Friedenstein-Kaserne
Ohrdruf – TrpÜbPl Lager Übende Truppe
Bad Salzungen – Werratal-Kaserne
Rückgabe/Teilrückgabe
Mitnutzung
Mitnutzung

Die Bundeswehr hat mit der Unterstützung für Flüchtlinge und Asylbegehrende erheblich dazu beigetragen, die bekannte Unterbringungsproblematik in den betroffenen Städten und Kommunen abzumildern.

Um weitere Unterbringungskapazitäten zu nutzen, schränkt sich die Bundeswehr im Rahmen der gemeinsamen Verpflichtung, wo immer möglich, ein. Dabei wird auch der Übungs- und Nachtschießbetrieb auf den Standortübungsplätzen so beschränkt, dass eine Unterbringung möglich ist.

Personelle und materielle Unterstützungsleistungen

Weitere Unterstützungsleistungen mit Material (Zelte) und Zeltaufbau, mobile Röntgengeräte sowie Personal ergänzen diese Anstrengungen.

Zusätzlich unterstützen über fünfhundert Angehörige der Bundeswehr als Abordnungen an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. In den nächsten Wochen kann die Anzahl auf 1.000 ansteigen.

Unterstützung erfolgt auch durch die Bereitstellung von Transportkapazitäten sowie organisatorische und sanitätsdienstliche Leistungen. Das Verteidigungsministerium hat die Truppe angewiesen, die Strukturen der Flüchtlingsunterstützung so auszurichten, dass insbesondere bei Daueraufgaben (Unterstützung bei Betrieb von Unterkünften, Wartezentren, Drehkreuzen, Versorgung und Registrierung von Flüchtlingen) die Hilfe für die stark belasteten ehrenamtlichen und lokalen Kräfte durch Personal der Bundeswehr für diese planbarer und verlässlicher wird. Derzeit werden über 80 Dauerprojekte unterstützt.

Beispiele für die derzeitige personelle Unterstützungsleistung:

  • Rund 800 Helfende Hände arbeiten allein beim Aufbau und Einrichten von Zelten, Unterkünften und Containern sowie beim Betrieb der Unterkünfte und Feldküchen samt Verpflegungsausgabe (unter anderem in Erding (122), Feldkirchen (118), Bremen (122), Darmstadt (48) und Bad Homburg (16)).
  • Rund 700 helfen aktuell bei der Aufnahme, Organisation und Betreuung von Flüchtlingen sowie Verwaltungsaufgaben (unter anderem in Heidelberg (130), Michelstadt (42), Freilassing (30) und Hamburg (47)).
  • Die Bundeswehr unterstützt mit bis zu 80 Bussen und Kraftfahrern beim Personentransport, derzeit sind 34 Busse im Einsatz.
  • 180 Sanitätskräfte werden im Rahmen der Aufnahmeuntersuchung (unter anderem Röntgenuntersuchung) und der allgemeinen medizinischen Versorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden, zum Beispiel in Hamburg, Bremen, Gießen, Kalkar, Wegscheid, Celle, Nostorf, Freilassing, Deggendorf, Koblenz und Westerstede eingesetzt. Bisher gab es circa 14.000 Patientenkontakte.
  • Verpflegung: über 622.000 Einheiten (Stand: 4. November) ausgegeben.
  • Bisher wurden 5.100 Betten bereitgestellt.

Das Konzept „Helfende Hände“ wird für Dauereinsatz weiterentwickelt. Bereits jetzt sind bundesweit mehr als 6.000 Angehörige der Bundeswehr, zum Teil im Schichtbetrieb, durchgängig in der Flüchtlingshilfe gebunden. Dazu kommen täglich mit einer Einsatzstärke von bis zu circa 1.500 weitere Bundeswehrangehörigen als „Helfende Hände“, die bei zeitlich begrenzten Projekten mit anpacken.

Die konkrete Zahl unterliegt dabei täglichen Schwankungen gemäß den jeweiligen Anforderungen der Länder.

Um etwa das zum Teil seit Wochen im Dauereinsatz befindliche Leitungspersonal der lokalen Hilfsorganisationen zu entlasten, bereitet die Bundeswehr nun gezielt eigene Führungskräfte auf den Einsatz in der Flüchtlingshilfe vor. Ab Mitte November bietet das Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz wöchentlich zwei auf die Flüchtlingshilfe zugeschnittene Lehrgänge für Führungspersonal der Streitkräfte an.

Die dargelegten Unterstützungsleistungen zählen nicht zu dem originären Auftrag der Bundeswehr. Die Bundeswehr leistet diese Flüchtlingshilfe für die ersuchenden Kommunen und Behörden der Länder daher im Sinne der Amtshilfe auf der Grundlage des Artikels 35 Absatz 1 des Grundgesetzes beziehungsweise der §§ 4 ff des Verwaltungsverfahrensgesetzes des Bundes.

Mit der Übernahme der Themenverantwortung im Arbeitsbereich 4 – „Unterbringung / Liegenschaften“ am 8. Oktober 2015 obliegt dem Bundesministerium der Verteidigung die Verantwortung für die Bereitstellung der durch den Bund gegenüber den Bundesländern zugesagten zusätzlichen 40.000 Unterkunftsplätze in Erstaufnahmeeinrichtungen und Wartezentren.

Die Bundeswehr hat den Liegenschaftsbetrieb der Wartezentren Erding und Feldkirchen übernommen. In beiden Projekten werden – neben den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Bundeswehr-Dienstleistungszentren Bogen und München – derzeit täglich bis zu 200 Soldatinnen und Soldaten eingesetzt. Die Tätigkeiten reichen vom weiteren Aufbau der Wartezentren, der Sicherstellung des technischen Betriebs bis hin zur Ausgabe von Essen und Bekleidung an Flüchtlinge.

In diesen beiden Wartezentren werden perspektivisch Unterbringungskapazitäten für 10.000 Flüchtlinge und Asylbegehrende bereitgestellt werden.

Bereits Ende dieses Monats werden hier 7.700 winterfeste Unterbringungsplätze zur Verfügung stehen. Damit haben wir die Kapazitäten seit Übernahme des Arbeitsbereichs 4 verdoppelt. In Fallingbostel / Oerbke, einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Niedersachsen, stehen zurzeit 4.500 winterfeste Unterbringungsplätze zur Verfügung. Das Land Niedersachsen sieht einen Aufwuchs auf 7.200 winterfeste Unterbringungsmöglichkeiten vor. Die Bundeswehr unterstützt täglich mit annähernd 100 Soldatinnen und Soldaten. Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Bergen betreibt die Liegenschaft und versorgt sie unter anderem mit Wärme, Energie und Wasser.

(Foto: Soldaten bei Essensausgabe in der Flüchtlingsunterkunft in der Scharnhorst-Kaserne in Bremen am 30.09.2015 – Bundeswehr/Sascha Jonack)

37 Gedanken zu „Bundeswehr in der Flüchtlingshilfe: Inzwischen mehr als 8.000 Soldaten

  1. Letzte Woche bekam ich die Mitteilung das für das Lagezentrum „Flüchtlingshilfe“ beim LKdoBy auch beorderte Reservisten der Dienstgradgruppen Offz / UmP zur Personalunterstützung gesucht werden. Mindestzeitraum 3 Wochen, Maximal 10 Monate.

  2. Was haben die vielen Tausend Soldaten bisher gemacht?
    Welchen Auftrag hatten sie? Für welche Fähigkeit. Führt zu weit, aber:
    Was passiert, wenn sie jetzt andere Aufgaben (Daueraufgabe) erfüllen?
    Wie wirkt sich das heute, morgen und auf lange Sicht aus?
    Wer überwacht entstehende Fähigkeitslücken. Überwachung in Heer, Marine, SKB etc., Überwachung im BMVg, der Regierung, Überwachung im Parlament.
    Hätten wir ja die Armee noch kleiner machen können, wenn es jetzt ohne die 8000 geht.
    nicht zu vergessen, um dauerhaft 8000 hinzustellen, braucht man wahrscheinlich die 3 fache Stärke.
    War die Armee zu groß, man „nebenbei“ Daueraufgaben erfüllt und dann noch Mali
    aufstockt?
    Sind es Soldaten UND Beamte?

  3. @Feldwebel
    Die 8000 haben bisher das gemacht, was man so macht: Ausbildung, Tagesdienst, etc. Diese Aufgaben werden jetzt beim jeweiligen Truppensteller anders organisiert werden müssen (Aussage ohne Wertung wie gut bzw. „einfach“ das möglich ist)

    Wie sich das kurz-, mittel- und langfristig auswirkt wird regelmäßig an die Kdo’s gemeldet.

    Die 8000 schlüsseln sich grob wie folgt auf:
    600 BAMF
    1700 Schnelle Unterstützungskräfte (SUK, ehem. Helfende Hände), im Einsatz – das schwankt aber stark,
    5000 Dauereinsatzaufgaben, diese Zahl ist bereits die durchhaltefähige
    Dazu dann noch das Personal LZ LKdo, aktivierte BVK/KVK, etc

  4. In erster Linie werden die Soldaten das gemacht haben was ihnen Befohlen wurde/ wird.
    Also genau das was sie jetzt auch tun.

    Was diese jetzt nicht tun,… sich in benötigten maßen in Übung halten z.B.

    Überwacht wird es u.a. durch die Kdo Behörden.

  5. Zum einen fehlen die Kameraden im Tagesdienst, zum anderen fallen viele Anrechnungsfälle an – das legt einen Brigadestab dann schon ‚mal längerfristig lahm.

  6. Und wieviele zivile Mitarbeiter werden dazu gedrängt/genötigt mitzuhelfen? Das sind sicher auch nicht wenige, zumal auch ich beispielsweise davon betroffen bin.

  7. @ MBehringer
    Großes Dankeschön.
    Die Zahlen sind schon viel.
    Ich bin, wie man lesen kann, kein Offizier, wie sicher die meisten hier.
    So fehlt mir etwas der Blick nach oben.
    Daher verstehe ich die Antwort nicht:
    „was man so macht: Ausbildung, Tagesdienst, etc. Diese Aufgaben werden jetzt beim jeweiligen Truppensteller anders organisiert werden müssen (Aussage ohne Wertung wie gut bzw. „einfach“ das möglich ist)“
    Uns hat man immer erzählt wie wichtig alles ist. Alles war auch sicher wichtig, erst Afghanistan, dann schickt man uns ständig nach Osten. Freunde von mir sollen in Mali was machen.
    Tag und Nacht haben wir viel geschafft, auch gern.
    Was ist denn nun wichtig und was nicht. Was ist nun nicht mehr wichtig?
    Wie organisiert man denn mal so „anders“? Was lässt man weg und warum denn, wenn vorher so vieles wichtig war. Bestimmt kommt jetzt wieder der berühmte Absperrposten. Ich kenne viele Sprüche von früher im Alltag. „Lassen sie doch mal was weg?“ „Ja, was denn? „Machen sie sich mal einen Kopf“.
    Dann schreiben sie weiter:
    „Wie sich das kurz-, mittel- und langfristig auswirkt wird regelmäßig an die Kdo’s gemeldet.“
    Was steht denn da so drin, das würde ich gern mal wissen. Doch da wird niemand konkret. Das wird doch nicht geheim sein?
    Da ist es wie bei der Truppe, viele Offiziere können so viel reden, ohne was konkretes zu sagen. Da stehen wir dann da und gucken. Was meint der nun?

  8. Also langsam glaube ich unsere Regierung hat überhaubt keinen Bezug mehr zu STREITKRÄFTEN.
    8000 Soldaten für Flüchtlingshilfe und für eine Unterstützung gegen IS bisher nur halbherzige Ankündigungen?
    Haben wir schon ein reines THW in Fecktarn, weil sonst nichts mehr geht?
    Da läuft etwas Grundsätzliches ganz heftig aus dem Ruder !

  9. @ uki | 18. November 2015 – 15:46
    Ich danke Ihnen für diese Wortwahl:
    Und wieviele zivile Mitarbeiter werden dazu gedrängt/genötigt mitzuhelfen? …., zumal auch ich beispielsweise davon betroffen bin.

    @ Feldwebel | 18. November 2015 – 16:22
    Was steht denn da so drin, das würde ich gern mal wissen. Doch da wird niemand konkret. Das wird doch nicht geheim sein?
    Es ist zumindest mit Vom Spieß-NurFürDich eingestuft, somit kein Thema, dies hier im Blog zu erörtern.

    Uns hat man immer erzählt wie wichtig alles ist.
    Ist und bleibt es auch.

  10. Ich habe dieses Jahr Anfang Dezember 300 Tage voll (auf Beorderungsdienstposten, würde aber gerne im Dezember noch in Bremen (oder Fallingbostel) in der Flüchtlingshilfe aktiv werden. Das Landeskommando NDS hat die RSU Küste aktiviert, die sollen in Bremen eingesetzt werden. Die RSU sucht jetzt Reservierung, die wollen UND können. Es scheint, als bekommt man die Reserve nicht aktiviert, weil es Ende letzter Woche einen RSU übergreifenden Aufruf gab. Allerdings scheint die Kriese noch nicht schlimm genug zu sein, denn von den 300 Tagen RDL pro Jahr will man noch nicht abrücken. Schade, ein motivierter Kamerad mit umfassenden und nützlichen Kenntnissen und Fähigkeiten weniger.

    Über die zentrale Meldestelle BaPers geht (will) man auch nichts machen, aber überall kommen die Aufrufe, teilweise immer wieder die gleichen.

    Das ist mein kleiner Erfahrungsbericht.

  11. Falls mein früherer Kommentar verloren gegangen ist (ich bekam eine merkwürdige Fehlermeldung) hier nur die Kurzform: Demnächst könnte es sehr interessante neue Nachrichten über den Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der „Flüchtlingshilfe“ geben, falls man Maßnahmen zum Schutz der Grenzen denn als solche bezeichnen möchte. Aber ich vermute, dass der Hausherr diesbezüglich schon mehr weiss…

  12. @ Feldwebel

    Zitat: „Was ist denn nun wichtig und was nicht. Was ist nun nicht mehr wichtig?
    Wie organisiert man denn mal so „anders“? Was lässt man weg und warum denn, wenn vorher so vieles wichtig war. Bestimmt kommt jetzt wieder der berühmte Absperrposten. Ich kenne viele Sprüche von früher im Alltag. „Lassen sie doch mal was weg?“ „Ja, was denn? „Machen sie sich mal einen Kopf“.“

    Lassen Sie sich nicht verwirren !
    Wichtig ist nur das, was momentan gefordert ist, alles andere kann warten. Wenn momentan Flüchtlingshilfe gefordert ist (was angesichts der Flüchtlingszahlen nach Deutschland leicht nachvollziehbar ist), dann bleiben eben andere Aufträge, wie die individuelle Ausbildung oder die Verbandausbildung mit dem Waffensystem auf der Strecke.
    Wenn Sie dann nach 12 Jahren Verpflichtungszeit feststellen sollten, dass Sie 6 Jahre zur Flüchtlingshilfe eingesetzt wurden, dann können Sie wenigstens sagen, Sie haben in ihrer Dienstzeit für die Gesellschaft einen enorm wichtigen Dienst und für sich persönlich einen sinnvollen Dienst geleistet. Dies können viele Soldaten heutzutage nicht mehr von sich sagen.
    Falls Sie die Bw als eine Karrierelaufbahn ansehen, also Berufssoldat werden wollen, dann ist dies eine wertvolle Erfahrung über Improvisation, Organisieren, ziel- und auftragsgerichtetes Arbeiten und Dienst für den Nächsten, also für das Dienen !
    Allerdings ist die Bw für eine Laufbahn als Berufssoldat sowieso immer weniger erstrebenswert (außer man ist Jungeselle mit eigenem Wohnmobil und hat vor dies für die nächsten 25 – 30 Jahre so weiter zu machen).

  13. @T. Wiegold
    Ich vermute nicht ohne Anlass, dass unter dem Druck der Ereignisse der Schutz der Grenzen wiederhergestellt werden könnte, aber Polizei und Bundespolizei bereits an der Grenze ihrer Fähigkeiten arbeiten, weshalb an anderer Stelle Fähigkeiten gesucht werden müssen, um die Lücken zu schließen. Aus meiner rein subjektiven Sicht bieten sich da z.B. die Feldjäger an, die am polizeilichen Aufgabenspektrum ohnehin nahe dran sind. Ich vermute außerdem begründet, dass die Anschläge in Paris und die mehr oder weniger dezente französische Mahnung bzgl. Hannover den Anlass für unsere politische Führung darstellen könnten, um lange fällige Maßnahmen nachzuholen. Ich könnte mir vorstellen, dass man auf politischer Ebene nun endlich einen öffentlich vermittelbaren Grund für die Entscheidungen hat, die man nach früheren Fehlentscheidungen nicht zu treffen wagte.

  14. @T. Wiegold
    Ich bin leider kein Journalist, der die Möglichkeit hätte, solche Meinungsäußerungen durch Recherche zu überprüfen, sondern kann hier in der Tat nur meine persönliche, auf bloßer Spekulation beruhende Meinung wiedergeben.

  15. @Feldwebel
    Was Sie schildern macht mich als Reserveoffizier sehr betroffen:
    Sie schildern die Abwesenheit von Führung.
    Was machen Ihre Vorgesetzten im täglichen Dienst?
    Als Chef und Kdr war mir immer wichtig zu erklären warum eine Ausbildung ein Dienst angesetzt wurde. Erleben Sie das bei Ihren Vorgesetzten heute nicht mehr so?

    Ist über die Prozessorientierung und Professionalisierung der Mensch als Anfangs-und Endpunkt aller Bemühungen verlorengegangen?

    Versäumte Ausbildungen, Appelle und Trainings lassen sich über die Zeit aufholen, zerstörtes Vertrauen in die Sinnhaftigkeit eigenen Tuns nicht.

  16. In obiger Tabelle „Standorte nach Bundesländern – RLP“
    fehlt Hermeskeil und Kusel…

  17. @ Sachlicher | 18. November 2015 – 17:19

    „Es ist zumindest mit Vom Spieß-NurFürDich eingestuft, somit kein Thema, dies hier im Blog zu erörtern.“

    Der Inhalt vielleicht nicht, aber die Tatsache dass man den ‚Feldwebel‘ und andere PUO offenbar ‚im Regen‘ bzw ohne INFO und ohne konkrete Erlauterungen arbeiten laesst ist ein Fuehrungs/Fuehrermangel und gehoert durchaus hierher.
    Die zustaendigen Kommandeure und KpChefs sollten sich den Leuten stellen!

  18. @ Feldwebel
    Was „wichtig“ ist hing schon immer von der Lage ab. Im Moment ist eben Flüchtlingshilfe die starke Nummer 2 Priorisierung – nach den Einsätzen die (noch ?) auf Nummer 1 stehen. Konkret bedeutet dies, das bis Anfang Oktober z.B. die Verbandsausbildung Höhe vstk Batterie das „wichtigste“ war und irgendwann in der ersten Oktoberwoche dieser Schwerpunkt auf „Flüchtlingshilfe“ verlagert wurde. Mit entsprechenden Einschränkungen für eben diese Verbandsausbildung.

    Zitat: „Was steht denn da so drin, das würde ich gern mal wissen. Doch da wird niemand konkret. Das wird doch nicht geheim sein?“
    Geheim nicht, VS schon. Was man sagen kann: beschrieben bzw. angegeben werden alle vorraussichtlichen Auswirkungen der Personalabstellung auf die anderen Aufträge und Planungen des jeweiligen Verbandes.

    @Ein Reservist
    Auch wenn es immer wieder Aufrufe an die Reserve gibt – es gibt anscheinend noch genug Reservisten um den Bedarf so zu decken, das man die 300 Tage Regelung noch nicht anfassen will.
    Man sollte auch drauf achten von wem so ein Aufruf kommt, der VdRBw zB agiert nicht immer abgestimmt mit der Truppe, um es vorsichtig auszudrücken

  19. „Um weitere Unterbringungskapazitäten zu nutzen, schränkt sich die Bundeswehr im Rahmen der gemeinsamen Verpflichtung, wo immer möglich, ein. Dabei wird auch der Übungs- und Nachtschießbetrieb auf den Standortübungsplätzen so beschränkt, dass eine Unterbringung möglich ist.“

    Lese ich das richtig: Die Bundeswehr schränkt ihre Ausbildung (den Übungs- und Nachtschießbetrieb) so ein, daß eine Unterbringung der Asylbegehrenden möglich ist?

    Priorität hat die Unterbringung dieser Leute, die Ausbildung ist nicht so wichtig?

    Dies war mal eine Armee. Wir haben für den Kriegsfall, die Verteidigung dieses Landes, ausgebildet.

    Was läuft denn hier ab?

    Ob die Polen, die Ungarn, aber auch die westlichen Verbündeten die Prioritäten wie in dieser Bundeswehr setzen?

    Oder ist das ein Alleinstellungsmerkmal der „Streitkräfte“ (Streitkräfte!!!) dieses Staatswesens unter der Merkel-Administration?

    Fragt der Zeitzeuge (Diensteintritt Oktober 1964).

  20. @Diebels

    Was glauben sie wieviele Feldjäger wir haben?
    ….und was glauben sie tun die im Moment?
    Mit Sicherheit sind deren Umfänge mit der Neuausrichtung angepasst worden (an was auch immer) und dies hat nicht bedeutet, dass es mehr wurden.
    Auch unsere Feldjäger sind am Anschlag, den auch da ist Soll-Org nicht Ist-Org.

  21. @ Zeitzeuge

    Absolut korrekt Ihre Aussagen.

    Wann wird die Bundeswehr als Streitkraft abgeschafft und offiziell als grünes THW ausgerufen.
    Traut Berlin sich diese Aussage in diesen immer sicher werdenden Zeiten?

  22. @Zeitzeuge:
    Das werden Sie auch nicht mehr verstehen, wenn Sie bis heute nicht verstanden haben, dass die Welt von 1964 nicht mehr die Welt von 2015 ist.

  23. @ Jens Schneider

    „Wann wird die Bundeswehr als Streitkraft abgeschafft und offiziell als grünes THW ausgerufen.“

    Es ist egal was die Ministerin macht, es gibt immer Kritiker.

    Viele fordern den Einsatz der Bw im Inner, nun macht genau das und schon gehts los.
    Wo ist das Problem?

    Prio 1 Einsatz
    Prio 2 Vorbereitung Einsatz
    Prio 3 Grundbetrieb

    Traut Berlin sich diese Aussage in diesen immer sicher werdenden Zeiten?

  24. Wie bei so vielen Handlungen unserer Inhaber von Regierungsverantwortung (von Regierung wage ich nicht mehr zu sprechen) soll auch hier offenbar operative Hektik die geistige Windstille ersetzen.

    Im Rahmen von Nothilfe ist es sinnvoll, auch Ressourcen der Bundeswehr (Personal, Liegenschaften) für die Lösung einer Krise einzusetzen. Nur dann sollte schleunigst ein Konzept incl. Umsetzung folgen, dass das wieder in geregelte Bahnen lenkt. Die zuständigen Sozial- und Fachbehörden können die anfallende Arbeit effizienter vornehmen, als fachfremde Soldaten. Auch Dinge wie Grenzsicherung können die Spezialisten vom Bundesgrenzschutz, heute Bundespolizei genannt, besser. Sozialer Wohnungsbau löst Unterkunftsbedürfnisse besser und effizienter, als militärische Liegenschaften.
    Welche Maßnahmen werden unmittelbar getroffen, um die Notsituation zu beenden und das Verfahren wieder in geregelte Bahnen zu lenken? Statt immer mehr Improvisation sollte man es langsam mal mit einem Konzept versuchten!

    Die 3-Monatsfrist, innerhalb der organisatorisches Chaos in Notlagen hinnehmbar ist, ist abgelaufen. So langsam müssten die Verantwortlichen Ihre Hausaufgaben gemacht haben und die Herausforderungen stemmen.

    Die Bundeswehr wird man besser bei der Beseitigung von Fluchtursachen einsetzen, das wird noch genug Herausforderung. Einer unserer EU-Bündnispartner hat gerade den Kriegs- und Bündnisfall ausgerufen. Man sollte vielleicht mal anfangen, sich auf das, was da kommt, vorzubereiten.

  25. Ich denke, dass unter französischer Koordination in Verbindung mit den Russen nun auch die SAA für den Einsatz ggn. Daesh herangezogen wird.
    Zudem werden die RU hierfür sicher Bodentruppen heranziehen. Zudem hat die New Syria/Tel Abyat Kapazitäten an Truppen die man nur ausrüsten müsste.

    So ließe sich ein groß des SY Daesh Territorium erobern. Nur müsste hierfür die TY unter Kontrolle gebracht werden. Speziell in den Bereichen Islamistensupport/Unterdrückung Kurden auf SY Hoheitsgebiet. Beides Dinge die nur die USA erbringen beitragen können.

  26. @ Andreas Poggendorf

    Man hat 20 Jahre lang in allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, Daseinsvorsorge usw. Personal eingespart. Dies hat man als großen Erfolg des schlanken Staates verkauft. Der soziale Wohnungsbau ist stark zurückgefahren worden. Man zahlte als Staat lieber Mietbeihilfe, damit die privaten Investoren ihr Geschäft machen konnten, als selber als Wohnungseigentümer aufzutreten. Es sind hundertausende von öffentlichen Wohnungen verkauft worden. Überall, von der Landschaftspflege mit städtischen Bauhofmitarbeitern bis zu bis zur kommunalen Wasserversorgung hat sich der öffentliche Bereich zurückgezogen. Man wollte halt wie die Wirtschaft nur noch private (Sub-)Unternehmer mit diesen Aufgaben unter öffentlicher Kontrolle beauftragen.

    Nun ist mit der Flüchtlingswelle der Katastrophenfall mehr oder weniger eingetreten und siehe da, es gibt keine privaten Subunternehmer, die dieses Problem flächendeckend lösen können. Die einzige staatliche Organisation, die kurzfristig 8000 Helfer zur Verfügung stellen kann, ist die Bundeswehr.

    Eine Abkehr von dem staatlichen Kurs immer mehr Personal im öffentlichen Bereich einzusparen wird nicht im 3 Monatszyklus revidiert.
    Dazu ist erstens ein Umdenken der Politik notwendig, zweitens die Bereitstellung von Geld und drittens wieder die Bereitschaft Menschen langjährig im öffentlichen Dienst für operative Aufgabe und nicht nur für administrative Aufgaben zu beschäftigen.

  27. @Georg
    Zustimmung aber was sind 8000 Helfer wenn es wirklich brennt?

    Zum Vergleich Oderhochwasser 1997

    „30.000 Soldaten an der Bekämpfung des Hochwassers und seiner Auswirkungen beteiligt. Die Bundeswehr war mit mehr als 3.000 Fahrzeugen und Spezialmaschinen im Einsatz. 50 Bundeswehr-Hubschrauber beförderten in über 2.700 Flugstunden rund 2.000 Personen sowie etwa 3.500 Tonnen Material.“

  28. @ Georg | 19. November 2015 – 13:08

    Im Prinzip stimme ich Ihnen zu.

    Nur inzwischen müssten die von Ihnen geschilderten Erkenntnisse, dass man gesamtstaatlich eine Fähigkeitslücke hat UND der Katastrophenfall mehr oder weniger eingetreten ist, bei den Verantwortlichen angekommen sein. Ich vermisse, dass man darauf beginnt zu reagieren. Nach mehr als drei Monaten müsste die Schockstarre langsam enden und man müsste von Improvisation zu Planung übergehen. Genau dieses mit Planung auf die geänderte Lage regieren sehe ich nicht. Ich erwarte ja nicht, dass man in 3 Monaten das Problem löst. Ich erwarte lediglich, dass man innerhalb von 3 Monaten erkannt hat, dass man ein Problem hat und beginnt, Problemlösungsstrategien (Strategien, keine Vertuschungs- und Verdrängungstaktiken) zu entwickeln.

  29. @diba | 19. November 2015 – 6:59

    „Das werden Sie auch nicht mehr verstehen, wenn Sie bis heute nicht verstanden haben, dass die Welt von 1964 nicht mehr die Welt von 2015 ist.“

    Ich danke Ihnen für Ihre sachliche und überaus höfliche Antwort.

  30. Für Alle DIejenigen zur Info, die schon „seit ein paar Jahren“ nicht mehr bei der Truppe sind :

    So gut, wie 1985 ( mein DIensteintritt ), oder auch 1995 und sogar 2005 ist es schon lange nicht mehr. Marode Unterkünfte, kaum noch einsatzfähiges Material, extrem zu wenig FACH-Personal. Nachwuchs ( zu Recht ! ) nicht in SIcht.

    Selbst ein Chef bzw. Kommandeur ( OTL ) wird nicht mehr gefragt, OB er wann wie viele Soldaten abstellen kann sondern es wird ihm befohlen.

    Dumm nur, wenn Soll- und Ist-STAN hier sehr weit auseinanderdriften.

    Ach ja, und wenn dann ein Kommandeut vor Ort ( wo seine Soldaten helfen sollen ! ) nachfragt, und die von nichts wissen, dann spricht das Bände.
    Also wieder abregen und nach Hause fahren.
    1 Woche später mussten dann 8 Soldaten hin ( zu denen, die immer noch nichts wissen… ).

    Ach ja, mangels Mannschaftsdienstgraden servieren jetzt halt auch Oberfähnriche Essen. Da deren Fachausbildung ausgesetzt ist verzögert halt sich die Beförderung, so sie denn die Ausbildung überhaupt schaffen.

    Noch 5 Jahre bis zur Pension…

  31. @ Axel_F

    Ihr Vergleich zum Oderhochwasser 1997 ist sicherlich richtig, aber so ein Hochwasser darf eben bei der heutigen Bundeswehrgröße und deren mangelnden Ausstattung mit Hubschraubern nicht mehr passieren. Ansonsten sind halt alle Bw-Reformen seit 1997 eben von falschen Voraussetzungen ausgegangen.

    @ Andreas Poggendorf

    Zitat: „Nur inzwischen müssten die von Ihnen geschilderten Erkenntnisse, dass man gesamtstaatlich eine Fähigkeitslücke hat UND der Katastrophenfall mehr oder weniger eingetreten ist, bei den Verantwortlichen angekommen sein. Ich vermisse, dass man darauf beginnt zu reagieren. Nach mehr als drei Monaten müsste die Schockstarre langsam enden und man müsste von Improvisation zu Planung übergehen.“

    Planung habe ich mal gelernt ist die „geistige Vorwegnahme von Ereignissen, die in der Zukunft passieren“.
    Wenn der Flüchtlingsstrom in der Intensität anhält, wenn die Turnhallen auf 1-2 Jahren dauerbelegt sind, wenn der Staat vermehrt dazu übergeht fremde Immobilien zwangsweise zu belegen oder als Extrem (so wie nach dem II. WK) private Hauseigentümer zwangsweise verpflichtet Flüchtlinge in leeren Zimmern des eigenen Hauses aufzunehmen ?
    Ich glaube nicht, dass gemäß dieser Definition von Planung sich heute schon jemand ernsthaft Gedanken gemacht hat, wie dies unsere Gesellschaft verändern wird. Dagegen ist die Zwangsräumung von Kasernen um Flüchtlinge unterzubringen noch die harmlose Variante.

    Zitat: „Ich erwarte lediglich, dass man innerhalb von 3 Monaten erkannt hat, dass man ein Problem hat und beginnt, Problemlösungsstrategien (Strategien, keine Vertuschungs- und Verdrängungstaktiken) zu entwickeln.“

    Nachdem wie in den letzten Jahren die Politik die Standortentscheidungen, die Personalgewinnung von fachtechnischen Personal (im Sinne von alle anderen Verwendungen außer „Kämpfer“, Infantrie, Fallschirmjäger usw.), den Erhalt einer eigenständigen Instandsetzungkomponente um im Einsatz flexibel zu bleiben, die Beschaffung von neuem Wehrmaterial usw. angegangen ist, bin ich der Meinung mehr als „wir machen das mit den Fähnchen“ wird nicht dabei herauskommen.

    Wenn Sie den Beitrag von @Gerd H. von 18:29 Uhr lesen, kann man zu der Meinung kommen, dass selbst die „Planung“ (siehe die Definition oben) des aktuellen, täglichen Einsatzes für die Flüchtlingsunterstützung eher zufällig oder chaotisch ist, als zielgerichtet und Ressourcen optimierend.

    Ich vermute diese Planung für die Flüchtlingshilfe wird nicht federführend von der Bw gemacht, denn eines kann die mitllere und die Arbeitsebene der Bundeswehr sicherlich perfekt: „ORGANISIEREN“.

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