Tornado-Nachfolge: Keine Chance für den Eurofighter

Für die Nachfolge der betagten Tornado-Kampfjets der Bundeswehr läuft es auf die Beschaffung eines US-Flugzeugs hinaus – weil die europäische Alternative Eurofighter erwartungsgemäß nicht mit einer raschen Zertifizierung für die so genannte nukleare Teilhabe rechnen kann. Von einer entsprechenden Auskunft der USA berichtet die Süddeutsche Zeitung; das Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Die Luftwaffe sucht nach einem Nachfolgemuster für die seit Jahrzehnten eingesetzten Tornado-Flugzeuge, die angesichts des Alters der Maschinen in Betrieb und Wartung  zunehmend teurer werden. Die Suche wird dadurch kompliziert, dass der Tornado nicht nur als Bomber, Aufklärungsflugzeug und in der so genannten elektronischen Kampfführung ersetzt werden soll, sondern auch in der nuklearen Teilhabe: Diese, wenn auch inzwischen weitgehen symbolische, Fähigkeit bedeutet, im Kriegsfall US-Atombomben mit deutschen Flugzeugen ins Ziel zu bringen.*

Die frühere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte im Januar entschieden, als mögliche Nachfolgemodelle den Eurofighter von Airbus sowie den US-Kampfjet F/A-18 des Herstellers Boeing zu untersuchen (nicht aber den modernsten US-Kampfjet, den F-35 von Lockheed Martin). Teil der Untersuchung ist dabei die Frage, ob und in welchem Zeitraum ein Modell für die nukleare Teilhabe zertifiziert werden kann – da es US-Nuklearwaffen sind, ist dafür die Freigabe der USA erforderlich. Das Ministerium hatte klar gemacht, dass der bruchfreie Fähigkeitserhalt einschließlich der Sonderrolle nuklearer Teilhabe ein wesentliches Entscheidungskriterium sei.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht) vom (heutigen) Freitag liegen nun erste Informationen aus den USA dazu vor: Demnach könnte die Zertifizierung des Eurofighters drei bis fünf Jahre länger beanspruchen als beim Vergleichsmodell der Amerikaner, berichtet das Blatt. Auch die F/A-18 in der aktuellen Variante müsste erst für den Atomwaffeneinsatz zertifiziert werden, was jedoch aus verschiedenen Gründen schneller gehen dürfte: Zum einen war eine frühere Version dieses Flugzeugs bereits dafür vorgesehen, zum anderen verfügen die USA über alle technischen Informationen des Boeing-Jets – und natürlich gibt es den Anreiz, ein US-Produkt für einen Verkauf schneller exportfähig zu machen als das europäische Konkurrenzprodukt dafür zu zertifizieren.

Das Verteidigungsministerium in Berlin lehnte mit Hinweis auf die Vertraulichkeit der Informationen aus den USA eine Stellungnahme dazu ab und erklärte lediglich, Deutschland und die USA stünden zu diesem Thema in ständigem Austausch. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte erst kürzlich nach einem Treffen mit  ihrem US-Kollegen Mark Esper eine Entscheidung über die Tornado-Nachfolge im nächsten Jahr schnell, und zwar so schnell wie möglich angekündigt.

Für die Luftwaffe dürfte die sich abzeichnende Entscheidung nicht ungelegen kommen: Die nukleare Teilhabe ist eine politische Entscheidung (und in der derzeitigen Regierungskoalition umstritten genug, dass sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich bislang gegen die Neubeschaffung eines atomwaffenfähigen Flugzeugs positioniert hat). Für die Streitkräfte zählen praktisch mehr andere Fähigkeiten – vor allem die Möglichkeit, eine neue Maschine zur elektronischen Kampfführung einzusetzen. Insofern könnte man schon derzeit eine Präferenz der Luftwaffe für die F/A-18 annehmen, insbesondere in der Growler-Version für diese elektronische Kampfführung.

*Die Bedeutung der nuklearen Teilhabe, ihr praktischer Sinn und ihre Symbolik ist auch Thema in der jüngsten Folge des Podcasts Sicherheitshalber zum deutsch-amerikanischen Verhältnis.

(Foto: U.S. Navy EA-18G Growlers based at Naval Air Station Whidbey Island, Washington refuel from an U.S. Air Force KC-135 Stratotanker from the 92nd Air Refueling Wing based at Fairchild Air Force Base, Washington during Exercise Mobility Guardian 2019, Sept. 24, 2019  – U.S. Air Force photo by Tech. Sgt. Larry E. Reid Jr.)

95 Gedanken zu „Tornado-Nachfolge: Keine Chance für den Eurofighter

  1. Eine erwartbare, aber dennoch nicht minder erfreuliche Antwort aus D.C. Damit ist das Thema „ein-Typ-Flotte“ mit allen seinen negativen Implikationen hoffentlich erledigt.

    Jetzt gilt es nur noch den richtigen Mix zwischen EF und F-18 zu finden (es steht ja leider nicht zu erwarten, dass der Tornado umfänglich durch den F-18 ersetzt werden wird) und vor allem die SPD (namentlich den Fraktionsvorsitzenden mitzunehmen – das dürfte teuer werden).

    Da gilt es unserer IBuK die Daumen für die kommenden Verhandlungen zu drücken :)

  2. Es wäre eine sinnvolle Entscheidung.

    Es gibt mehr Vorteile, als Nachteile bei einem Kauf in den USA, von daher würde ich es sehr begrüßen.

    NT schneller zugelassen
    2-Typen im Inventar schaffen Redundanz
    F-18 ist sehr viel breiter einsetzbar, als der EF
    Verbesserung der transatlantischen Beziehungen
    Ausgleich des Handelsdefizits

    Und viele weitere Gründe.

    Jetzt geht es wirklich in die spannende Endphase.
    Ich bin sehr gespannt, welche Rollen der EF zusätzlich übernehmen wird und welche die Boeing bekommt.

  3. Wie im anderen Threads zum Thema kürzlich ausführlich dargelegt wurde wäre das bei den gegebenen Rahmendaten die absokut logische Entscheidung. Die Truppe könnte es schlechter treffen. Ein erprobtes, verfügbares Muster geht hoffentlich relativ schnell zu und erweitert das Fähigkeitsspektrum auch erheblich (im Falle dessen, dass im Los für die LW auch einige Growler enthalten sind). Einen bewährten 4.5gen Fighter zu nehmen ist mE in der aktuellen Phase absolut nachvollziehbar.

  4. Hätte folgende Anmerkung:
    Was will die Luftwaffe nun, Growler oder NT fähige Super Hornets? Am besten beides, aber ganz so einfach stellt sich dies ja nicht dar.
    1. NT zertifizierbar ist nur die E/F Version (SuperHornet). Die Growler Version ist eigentlich eine fliegende Mikrowelle und deswegen eben nicht zertifizierbar.
    2. Läst man nunmehr die politischen Aspekte außen vor, technisch gesehen also eine valide Option. Was bleibt ist die Fragestellung ob denn eine operationelle glaubhafte Abschreckung ab 2030 mit „Schleuderwurf“ als richtige angesehen werden kann.
    Nur dies damit zu begründen um bei der NATO in der nuklearen Planungsgruppe zu sitzen ist mittlerweile auch überholt. Mittlerweile sitzen ALLE NATO Nationen, mit Ausnahme Frankreichs, in diesem „Tisch“.
    3. Eine Mischlösung Growler und Super Hornet wäre dann also die eigentliche Option mit allen Nachteilen von sehr kleinen Flotten in sehr komplexem Umfeld.
    4. Final noch ein Punkt zur Growler. Was dieses Version eigentlich interessant macht wird doch erst mit den Missionsdaten zur Verfügung gestellt. Bisher ist diese Version außerhalb der USA nur an Australien verkauft worden. Bekanntermaßen ist Australien Teil des 5eyes Clubs und bekommt deshalb auch umfangreichste Missionsdaten zur Verfügung gestellt. Als Close-Box System im Bereich EW ausgelegt kann sich nun jeder selbst ausmahlen was hier die Lw bekommt. Eigene Libaries etc. ist da Wunschdenken…
    5. Fazit. Also klare politische Position beziehen ob nun NT oder nicht und Super Hornets bestellen, diese dann national betreiben (Viel Spaß mit der Zulassung). Da EW in den Bereich nationale Schlüsseltechnologie fällt hier besser National/Europäisch bleiben.

  5. Es ist an der Zeit sich von den USA nicht immer Bevormundung zu lassen! Deutschland sollte mal eigenständige Entscheidungen treffen!!!
    Die Nato braucht keiner mehr?

  6. Bei den Zeitspannen, die mit den aktuellen Beschaffungsprojekten verbunden sind, kann man ruhig auf eine Zertifizierung des Eurofighters warten. Von den Umschulungsperioden für Piloten, Techniker, etc. mal ganz abgesehen. Ggf. wird eine Handvoll Tornados modernisiert und ein bis zwei Jahre zu überbrücken.

  7. Welche Dokumentation bekommen wir zur F-18? Darf die Lw „selber schrauben“ bzw. wer macht dies? Wie ist das Verfahren bei Upgrades, und können wir selbstständig Modifikationen bzw. Einrüstungen vornehmen?

  8. @Der Realist: Auch wenn D. Trump es immer wiederholt, das Handelsdefizit ist ein Märchen.

    1.) Erfolgt der Großteil der Importe von USA nach D über die Häfen Rotterdam, Antwerpen etc., und zählen daher statistisch Nicht zu deutschen Importen aus USA.

    2.) Betrifft die Handelsbilanz fast ausschließlich Trump-Wähler – Farmer und Arbeiter – und steht daher in dessen Fokus.
    Rechnet man die Dienstleistungen mit ein, ergibt sich ein Überschuss zu Gunsten der USA.

  9. Ich frage mich immer: interessiert außerhalb von Deutschland die Nukleare Teilhabe überhaupt noch jemanden?
    Und generell scheint der Einsatz von B-61 durch Jagdflugzeuge im Moment nicht gerade große Priorität zu haben, wenn die US Navy ihren momentan wichtigsten Jagdbomber noch nicht dafür zertifiziert hat.
    Ok, die „alten“ Hornets und die F-35 füllen diese Rolle aber generell scheinen die strategischen Bomber heute als Hauptplatform für den Einsatz von atomaren Bomben zu dienen. Außerdem haben z.B. die Briten ihren Tornado als Atomwaffenträger schon in den 0er Jahren aufgegeben und die WE.177 verschrottet, die Franzosen hingegen setzen auf Abstandswaffen.
    Irgendwie erscheint mir der One Way Trip to Kaliningrad ein Rückfall in die 60er.

  10. Macht Sinn und ist auch nachvollziehbar (abgesehen davon dass die Amis ihr Produkt natürlich besser positionieren wollen)
    Das Risiko und die Kosten für die Bundeswehr dürften mit der F18 am niedrigsten sein…
    Die Einsatzbereitschaft sollte recht hoch sein…
    Der richtige flottenmix wird spannend…
    Ich tendiere
    Als Ersatz für die Tornados
    zu:
    Minimum 60 Stück F18 E/F/G Block 3
    20 zusätzliche Eurofighter

    als Ersatz für die tranche 1 Eurofighter sollen ja weitere 33? Eurofighter zulaufen…
    mit den 110 vorhandenen >Tranche 2 EF hätte man wohl einen guten flottenmix…
    ca
    160 Eurofighter
    60 F18
    dazu perspektivisch wohl diverse Drohnensysteme a la loyal wingman

    Die Weiterentwicklung der EF zu einem echten MultiRole fighter MUSS parallel dazu trotzdem erfolgen!

  11. @Der Europäer: ist denn die Parts Commonality zwischen Growler und Super Hornet so klein? Ich dachte genau dieser Punkt wäre der VORTEIL der Lösung. Und was schlagen Sie für EW vor, einen aufgemotzt Eurofighter?

    Und wenn Sie so einfach Änderungen an der nuklearen Teilhabe in den Ring werfen, warum halten Sie dann keine Änderungen an 5 Eyes für denkbar? Die USA haben das 2013, nach Snowden, sogar angeboten.

    Letzte Frage: Wie bedeutsam ist denn beim Growler der Datensammel-Aspekt, auch im Vergleich zur F-35?

  12. Ein ja wenig überraschendes Prüfergebnis.
    Mal sehen wie dann die Rollen des bisherigen Tornado auf künftige Plattformen aufgeteilt werden.

    NT: F/A-18
    IDS: EF (?)
    SEAD: F/A-18 Growler (?)
    Recce: Eurofighter (?) , Eurodrohne
    Seekriegsführung aus der Luft: F/A-18 (?)

    Egal wie die Mischflotte ausgestaltet wird, scheint die SPD Bedenken gegen ein US-Produkt zu haben. Somit wird es wohl nicht allzu schnell zu einem formalen Beschaffungsverfahren kommen. Zumal hierfür ja noch das Geld im Haushalt fehlt.

    Ein Vertragsschluss unter AKK wird es daher wohl nicht geben. Das wird dann insgesamt nach der nächsten Bundestagswahl schon knapp, um ab 2025 ein neues Flugzeug einzuführen (mit deutschen Anpassungen und nach deutschen Normen).

  13. Super Entscheidung, meiner Ansicht nach. Als nächstes sollte man überlegen, ob man die Ausbildung der zukünftigen Piloten nicht in den USA stattfinden lässt. Am besten in einem Gebiet mit größtenteils gutem Flugwetter und geringer Bevölkerungszahl pro Quadratkilometer. Das wäre doch mal eine praktische Sache. Zum Beispiel New Mexico, Holloman AFB.
    Das. wäre. so. Bundeswehr.

  14. Hatte man nicht schon Ende 2017 die „F-35“ des US-Herstellers Lockheed Martin, die „F-15“ und die „F-18“ von Boeing als potenzielle Tornado-Nachfolger untersucht? Und musste „Charly“ Müllner seinen Hut nicht genau deswegen nehmen, weil er seine Wünsche (ok, ohne dass die Politik darüber abgestimmt hatte) artikulierte aber Uschi dagegen das Mehrzweckkampfflugzeug „Eurofighter“ als aussichtsreichsten Tornado-Nachfolger gesehen hatte?
    Wie er diese Diskussion nun wohl vom heimischen Sofa aus verfolgen wird … !?

  15. Warum ist für DEU die „nukleare Teilhabe“ eigentlich wichtig? In welchem Szenario würde denn ein Deutsches Flugzeug ein Atombombe ins Ziel bringen? In welchen schlechten Träumen findet das denn statt? Bis so etwas durch deutsche Politiker entschieden wurde, ist der Krieg bereits vorbei und Europa vom Planeten verschwunden.
    Ich denke uns reicht ein kampferprobtes und wettbewerbsfähiges Flugzeug das zuverlässig fliegt und schiesst. Dafür wäre es wichtig, das wir dann auch für mehr als zwei Tage Munition und ausgebildete Piloten haben. Damit hat die Bundeswehr bereits genug zu tun.

  16. @Europäer
    Da spekulieren sie aber gewaltig ins blaue.

    -Warum lässt sich eine Growler nicht für die NT zertifizieren?
    -Welche Software/Datensätze inkludiert sind wird verhandelt werden müssen, jetzt eine Aussage dazu zu treffen ist nicht möglich.
    -Flotten von 30-60 Flugzeugen sind international absolut nicht unüblich, wo sehen Sie da ein Problem? Auch hier steht und fällt alles mit den Verträgen die geschlossenen werden.

  17. Das die F-18 Hornet zertifiziert war hilft nicht. Die F-18 Super Hornet ist ein anderes Flugzeug. Die Unterschiede sind viel zu groß um beide in einen Topf zu werfen. Die Avionik war zu beginn der Beschaffung fast komplett identisch, um die Kosten zu drücken. Heute liegen jedoch Welten dazwischen. Man hätte die Super Hornet auch F-19 nennen können. Es ging darum dem US Kongress Sand in die Augen zu streuen und ein neues Kampfflugzeug einzuführen ohne das es groß auffallen würde.
    Mal davon ab gab es damals noch keine B61-12. Auch die -11 und -10 waren bei der Einführung der F-18 Hornet noch nicht in Dienst gestellt.

    Es hilft das Boeing für den B61-12 Lenksatz verantwortlich ist und die Softwareanpassungen in der eigenen Avionik schnell umsetzen kann. Der Prozess für die Ansteuerung des Sprengkopfes ist dennoch etwas neues. Die F-15E soll die Bombe ebenfalls tragen, fragt sich nur mit welcher Avionik. Die US Version hängt massiv hinter den Exportmodellen hinterher was den Stand der Avionik angeht. Damit ist sie auch weit von der F-18 Super Hornet Block 3 entfernt.
    Dazu ist nicht bekannt wie weit die USA mit dem Datenlink sind.

    @JCR
    Die US Navy nutzt nur noch ballistische Raketen in der Nuklearrolle. Das ist schon länger so. Die B83 wurde bereits außer Dienst gestellt.
    Für die nukleare Teilhabe sollte es mal Marschflugkörper geben, dann fiel die Mauer.

    @Holger Klappert
    Ohne Nato? Europa als Militärbündnis funktioniert nicht ohne DIE Bombe. Russland würde sich kaputt lachen und mit seinem nuklearen Arsenal vor uns posieren. Und das bei jeder diplomatischen/außenpolitischen Entscheidung. Das wäre völlig inakzeptabel und würde bedeuten sich von Frankreich abhängig machen zu müssen, die Frage ist nur wie weit.
    Während man einfache Bomben schnell bauen könnte, sind die in der Regel sehr heikel in der Handhabung, groß, schwer und weit entfernt von der Leistung thermonuklearer Sprengköpfe. Das Wissen kann man sich heute auch nicht mehr so einfach praktisch aneignen.
    Das Know-How oder die kompletten Sprengköpfe würden damit aus Frankreich kommen müssen.
    So rein geographisch wirft das auch noch weitere Probleme auf, denn viele Ziele in Russland sind nur mit Waffen zu erreichen die unter den gekündigten INF Vertrag fallen. Bei dieser Waffenklasse ist die Vorwarnzeit sehr gering bis nicht vorhanden.

    Was die USA in dieser Situation machen würden ist auch unklar. Viele europäische Länder sind von den USA militärisch abhängig.
    Insbesondere bei ihren Luftwaffen (Flieger und Waffen).

    @Der Realist
    Handelsdefizit? Das existiert in dem beklagten Maße gar nicht. Und dieses Geschäft fällt doch kaum auf.
    Der Schützenpanzer Lynx nimmt an dem Beschaffungsprogramm in den USA teil. Wo wird der wohl gebaut wenn er gewinnt? Richtig, da drüben.
    Das Konsortium besteht aus Rheinmetall, Raytheon als Generalunternehmer und Textron als Unterauftragnehmer für die Herstellung der Fahrzeuge.
    Da versammeln sich viele Schwergewichte der Branche um das deutsche Angebot. Dennoch wird da für uns nicht viel abfallen.
    Jede Menge schlechte Publicity ist da allerdings drin wenn die mit dem Lynx Frieden und Demokratie in die Welt tragen.

  18. @ Meomira

    Das wird sicherlich noch interessant. Bezogen auf die jetzigen vorliegenden Informationen, würde ich mich Ihren Vorschlägen anschließen und vielleicht ein wenig ergänzen
    NT: F/A-18 weil Zertifizierung durch USA
    IDS/RECCE: EF – GBU 48 ist ja schon drin, GBU 54 soll ja bald folgen, Brimstone noch Ende dieses Jahres und Taurus wäre schnell machbar
    SEAD: F/A- 18 Growler

    Allerdings frage ich mich dann, ob nicht 40 F/A-18 gut und gerne reichen würden und der Rest EF?
    Ich weiß, dass Taurus auch für F/A-18 möglich wäre, aber würde das Sinn machen, wenn EF offenbar als Multibomber aufgerüstet werden soll demnächst?

  19. Es gibt keine nukleare Teilhabe, Merkel bezeichnete sie mehrfach richtig als Bündnisverpflichtung. Nukleare Teilhabe ist nämlich das Narrativ, das dem Volk und der Bw aufgetischt wird, real handelt es sich um den Zwang der USA amerikanische Atomwaffen außerhalb der USA zu lagern, um die Ausschaltung des eigenen Angriffspotentials zu erschweren. Amerikanische Atomwaffen in Deutschland sind gegen deutsche Interessen, bieten keinen Vorteil aber den signifikanten Nachteil primäre Angriffsziel zu schaffen und sich von den USA bei der Beschaffung reinreden zu lassen.

    Durch zwei Modelle entstehen keine Redundanzen, wie falsch gesagt wurde, sondern im Gegenteil doppelter Aufwand: doppelte Wartungsinfrastruktuir, doppelte Ausbildungsinfrastruktur, doppelte Ersatzteilinfrastruktur und und und. Ein Modell hat ausschließlich Vorteile. Das wäre dann der Eurofighter, weil den haben wir schon und es ist das modernste Kampfflugzeuig dieser Generation, sehr viel moderner als die Super Hornet.

    Die F/A 18 ist komplett veraltet. Nicht umsonst wird sie in den USA, wo die neusten Versionen im Einsatz sind, derzeit ausgemustert. Die Typhoon hingegen ist auf dem aktuellen technischen Stand. Mal zum Vergleich, die F/A 18 ist aerodynamisch weitgehend ein Nachbau der Mig 29, die in Deutschland schon vor 25 Jahren ausgemustert wurde, der letzte technische Stand liegt hinter dem aktuellen technischen Stand der 3. Tranche des Eurofighters weit zurück.

    Es wäre eine dumme Entscheidung, sowohl militärisch, technisch, betreffend Aufwand und bei der Abhängigkeit, wenn die F/A 18 eingeführt werden würde.

    Schafft die Atomwaffen weg aus Deutschland und die ganze Diskussion erübrigt sich. Niemand braucht sie.

  20. Zum Thema eines möglichen Splits zwischen Super Hornet/Growler und Eurofighter wurde in der amerikanischen Presse bereits Anfang des Jahres eine konkrete Zahl genannt. Angeblich geht es in den Verhandlungen um 45 Maschinen:
    https://www.wsj.com/articles/germany-weighs-purchase-of-45-boeing-made-f-a-18-warplanes-11548973494

    Werden die 85 (?) verbliebenen Tornados 1:1 ersetzt, hieße das also 45 F/A-18 / E/A-18G und 40 Eurofighter. Interessant wäre dann die Stationierungsfrage:
    Für die nukleare Teilhabe kommt eigentlich nur das TaktLwG 33 in Büchel in Frage, denn dort lagern die US-Atomwaffen – richtig? Das Know-How für Electronic Warfare mit Tornado ECR ist heute aber beim TaktLwG 51 in Jagel.

    Betreibt man in Zukunft die beiden Geschwader etwa mit jeweils zwei Mustern? Super Hornet + Eurofighter in Büchel, Growler + Eurofighter in Jagel? Klingt eher abwegig, was aber auch heißt, dass eine der beiden Rollen (vermutlich EW?) mitsamt der Know-How Träger verlagert werden müsste und der andere Verband ein reines Eurofighter-Geschwader würde…

  21. @ Thomas Melber
    „Es ist an der Zeit sich von den USA nicht immer Bevormundung zu lassen! Deutschland sollte mal eigenständige Entscheidungen treffen!!!
    Die Nato braucht keiner mehr?“

    Das hat mit bevormunden nicht zu tun. Vieles spricht für die F18 und die NATO in Frage zu stellen, entbehrt jeder Vernunft.

  22. Das Ding ist, der Growler ist zumindest in der Rolle, in der er vorgesehen ist, kein Analog zum ECR-Tornado.
    SEAD machen bei der US Navy „normale“ Jagdbomber, die EA-18 ist ein offensives ECM-Flugzeug mit sekundärer Befähigung zum Verschuss von HARM.
    Man kann natürlich die Maschine ohne die ALQ-99 Pods bestellen und dann als ECR-Ersatz nehmen aber ob das sinnvoll ist?
    Damit ist die Growler eigentlich keine Erhaltung von Fähigkeiten sondern ein Fähigkeitsaufwuchs, denn offensive ECM-Fähigkeit hatte die LW meines Wissens noch nie (abgesehen von den ECM-Hansajets vielleicht)

  23. @HotelVictor sagt: 04.10.2019 um 14:25 Uhr
    „Hatte man nicht schon Ende 2017 die „F-35“ des US-Herstellers Lockheed Martin, die „F-15“ und die „F-18“ von Boeing als potenzielle Tornado-Nachfolger untersucht?“

    Man hatte sich für F18 oder EF entschieden und jetzt muss geklärt werden, welches Zahl(en)F-18 und/oder EF.

    @Insider sagt: 04.10.2019 um 14:32 Uhr
    „Warum ist für DEU die „nukleare Teilhabe“ eigentlich wichtig?“

    Es geht bei der NT um eine politischen und planerischen Prozess der NATO, der über das Vehikel der Trägersystem bedient wird. Zwar sind nominell in der Zwischenzeit alle NATO Staaten (außer FRA) daran beteiligt (war früher mal nicht so) und theoretisch sind alle NATO Entscheidungen einstimmig, der praktisch wird auf den mehr gehört, der mehr Ressourcen in einer konkreten Frage einbringt.

    Je mehr DEU also auf den Tisch legt, desto mehr können wir auch mitbestimmen.

    Deswegen ist NT wichtig und ein glaubwürdiger und angemessener (!) Beitrag notwendig. Im DEU Interesse!

    „In welchem Szenario würde denn ein Deutsches Flugzeug ein Atombombe ins Ziel bringen? In welchen schlechten Träumen findet das denn statt? Bis so etwas durch deutsche Politiker entschieden wurde, ist der Krieg bereits vorbei und Europa vom Planeten verschwunden.“

    1. s.o.
    2. Zeitabläufe sind kein Problem. Die Entscheidungen hierüber werden grundsätzlich durch die NATO getroffen. In diesem Zusammenhang im wesentlichen strategisch durch Mons und operativ durch Ramstein und Brunnsum. Es bedarf in einem Krisenfall nur noch der Freigabe bzw. des „Nicht-Vetos“ durch den IBuK (bzw. für die Aktivierung der Bw als ganzes eines Beschlusses der BReg, der aber in diesem Fall auch im Umlauf, also innerhalb weniger Minuten getroffen werden kann.

    Diese Verfahren (also der „große Krieg“) sind durch 40 Jahre Kalten Krieg erprobt.

    @SvD sagt: 04.10.2019 um 14:43 Uhr
    „Das die F-18 Hornet zertifiziert war hilft nicht.“

    Diese Frage ist mEn rein akademischer Natur. Die USA haben Zeiten genannt und (aus welchen Gründen auch immer) mitgeteilt, dass F-18 schneller geht als EF. Damit sind die Fakten jetzt klar und es geht nur noch darum einen richtigen Mix EF/F-18 zu finden und die SPD zu überzeugen (oder ein politischen Tauschhandel zu finden, der Mützenich befriedigt).

    „Ohne Nato? Europa als Militärbündnis funktioniert nicht ohne DIE Bombe. Russland würde sich kaputt lachen und mit seinem nuklearen Arsenal vor uns posieren. Und das bei jeder diplomatischen/außenpolitischen Entscheidung.“

    +1 Zustimmung

    @Friedrich sagt: 04.10.2019 um 15:01 Uhr
    „Es gibt keine nukleare Teilhabe, Merkel bezeichnete sie mehrfach richtig als Bündnisverpflichtung. Nukleare Teilhabe ist nämlich das Narrativ, das dem Volk und der Bw aufgetischt wird“

    Sorry, aber Sie verdrehen hier die Tatsachen. Die NT wurde den USA durch die Europäer (insbesondere durch DEU) aufgezwungen. WIR haben darauf bestanden, dass es eine NT gibt!

    „real handelt es sich um den Zwang der USA amerikanische Atomwaffen außerhalb der USA zu lagern, um die Ausschaltung des eigenen Angriffspotentials zu erschweren.“

    Auch hier sind Sie nicht ganz auf der Höhe der Zeit. In der Tat war das in Hochzeiten des Kalten Krieges die Überlegung. Deswegen waren hunderte (tausende?!) Nuklearsprengköpfe in EUR gelagert). In der Zwischenzeit hat sich die Lage (und auch die US Nuklear-Strategie) gewandelt und es ist eine im wesentlichen politische Frage.

    DEU hat hierbei ein ureigenes Interesse daran, dass weiterhin US Nuklearwaffen in EUR gelagert werden, damit die USA weiterhin stark in die Verteidigung EUR eingebunden sind und sich nicht so leicht absentieren können.

    Die USA wiederum möchte politisch klarstellen, dass auch alle Verbündeten hinter dem gemeinsamen (!) Prinzip der nuklearen Abschreckung stehen und nutzen dies Lagerung der (in der Zwischenzeit ja geringen Anzahl) in EUR um uns politisch bei der Stange zu halten

    Die Lagerung in EUR ist also in beiderseitigem politisch-strategischen Interesse und die NT ist im ureigenen DEU Interesse.

    „Die F/A 18 ist komplett veraltet. Nicht umsonst wird sie in den USA, wo die neusten Versionen im Einsatz sind, derzeit ausgemustert.“

    Wieder falsch. Die F-18 über die wir hier reden ist eine komplette Überarbeitung, fast schon Neuentwicklung und ein Flieger 4.5 also moderner als EF.

  24. @ Insider 4.10.2019 14:32 Uhr

    Ihre Fragen zeigen das Sie die nukleare Teilhabe nicht verstanden haben. Es ging bei der Teilhabe immer darum eine Mutkontrolle über die Sprengköpfe zu bekommen und zwar nicht nur bei der Planung, sondern vor allem beim Einsatz. Einer der beiden Schlüssel zur Freischaltung eines Sprengkopfes ist in der Hand der Bundeswehr.

    @Trevor Faith

    Sie verkennen die Realitäten. Selbst wenn morgen früh mit der Zertifizierung begonnen würde, ein Technikergremium mit allen Daten im Koffer nach USA fliegen würde, wäre die Zertifizierung erst beendet, wenn eine F35 zertifiziert und FOC wäre. Die USA würden auch die Entwicklungsgeschichte der letzten 6 mm Niete verlangen um die Zertifizierung zu verzögern.

  25. Handelsdefizit 2018 knapp 50 Milliarden Euro…Das sieht man in den USA nicht gerne.
    Die Stimmung könnten dieser Deal und der Deal mit Lockheed Martin für den STH schon ändern, auch wenn es NUR rund 10 bis 12 Millarden wären.

    Zumal es auch ein politisches Signal Richtung USA und 2 Prozent Ziel wäre. Die USA werden dabei nicht mehr soviel Druck machen, wenn einige Großprojekte in den USA beschafft werden.

    @ Friedrich

    Das ist Blödsinn. Kein Staat unserer Größe verlässt sich auf ein Muster. Die Kosten werden durch die erweiterten Fähigkeiten und die Redundanz mehr als ausgeglichen. Warum Redundanz? Weil bei einer Kombination SH und EF bestimmte Fähigkeiten von beiden abgedeckt werden. Das ist sehr hilfreich bei einem Grounding eines der Muster. Da steht man sonst ziemlich nackt da…

    Und veraltet ist die SH mit Sicherheit nicht. Die Block 3 Variante wird 2022 das erste Mal ausgeliefert…

  26. @Andreas und @ Felix

    1. Bis auf einige Basis Systeme haben die beiden Versionen nichts gemein. Bei einer Zertifizierung ist eben ein Hauptaugenmerk auf der Avionik, den elektrischen Systemen sowie Abstrahlverhalten etc., Ergo 2 Versionen, fast annähernd 2 mal x Jahre Zertifizierung…komplett aus DEU Steuern bezahlt, braucht nämlich sonst niemand ….

    2. Thema Missionsdaten und 5 eyes…Einfach mal lesen was dahinter steckt…das ist nicht einfach so kurz mit einem Abkommen zu regeln. Hier geht es um jahrzehnte lange strategische Partnerschaft auf vielen Bereichen die auch erfordert dass man mit dem großen Bruder mitmacht wenn es ernst wird, auch außerhalb von NATO Mandaten…und hier hat man ja sehr große Erfahrung im erfolgreichen Nicht-Mitmachen!

    3. Flottengrössen kleiner 60 ..da stimme ich voll zu, aber dann nicht mit DEU Prozessen…Zulassung, SASPF, eigene Ausbildung, Weiterentwicklung ist eh nicht möglich, auch keine Selbständigkeit..bis hin zu Amis am Platz(!), geht alles muss man nur regeln können und vor allem DÜRFEN

  27. @Feldjäger

    Nett, daß Sie mich vorgeblich zitieren – aber das habe ich nicht geschrieben !! Das war Holger Klappert, 12:08h.

  28. Stünde der EF überhaupt für eine Zertifizierung zur Verfügung? Es wurde hier ja bereits erwähnt, daß die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH ggf. nicht die / nicht alle Konstruktionsdaten offenlegen wolle.

  29. Eine sicherlich gute Entscheidung, wenn es mit der F/A 18 klappen sollte. Auch als BackUp Flotte, falls EF gegroundet sein sollte. SRAAM, AMRAAM, TAURUS, HARM, LDP usw. alles möglich.
    NT darf in der NATO nie zur Diskussion stehen. Das ist und bleibt unsere Lebensversicherung, die wir hoffentlich nie brauchen werden.

  30. Interessant ist, dass Airbus erklärt, man habe industrieseitig bereits alles getan und könne die Zertifizierung rasch beginnen. Demnach wären jede Bedenken hinfällig, die manche hier geäußert haben, wonach die Europäer den Amerikanern keinen Einblick in ihre Technik gewähren wollten.

    Dennoch, so ungünstig es für die Industrie ist, ich kann der Lösung einiges abgewinnen. Und die Kosten einer Mehrtypen-Flotte F/A-18 / Eurofighter dürften auch nicht höher sein als bei Tornado / Eurofighter.

  31. @Friedrich

    Natürlich sind 2 Logistikketten erstmal teurer als eine, von der Redundanz her aber klar besser als eine. Wir erinnern uns an die eine Dichtung beim Eurofighter? An Sauerstoffprobleme bei den US Streitkräften? Schleudersitze bei den B-1 Bombern usw.
    Wenn man da kein zweites Modell hat, bleibt alles am Boden.

    Außerdem werfen Sie da einiges durcheinander.
    Wir kaufen keine F-18 Hornet! In der Sueddeutschen Zeitung wird das falsch wiedergegeben und mit dem falschen Bild unterlegt.
    Die F-18 Hornet wird in der US Navy ausgemustert und an die Marines abgegeben. Die F-18 SUPER Hornet wurde erst zur Jahrtausendwende eingeführt.
    Der Eurofighter wenige Jahre danach. Mit der Mig-29 hat sie nichts gemein. Die Avionik der Block 3 Version hat die des Eurofighter um Längen überholt.
    Es gibt keine EW Variante des Eurofighter für SEAD/DEAD.

  32. Es wäre eine lächerliche Entscheidung und würde auch schon wieder die FCAS untergraben. Wie will man also bitte die F-18 als ernstzunehmende Platform verkaufen um im Ernstfall eine Fallbombe or Guided Bomb irgendwo abliefern zu können, für die nächsten 30 Jahre?

  33. @Leo: Volle Zustimmung.
    @T.Wiegold: Der Titel „Tornado-Nachfolge: Keine Chance für den Eurofighter“ reduziert aus meiner Sicht das Thema Tornado-Nachfolge“ wieder auf die NT – einen Punkt, den ich deshalb kritisiere, weil er nur 1/4 oder so der Tornadoflotte bindet.
    Neue Eurofighter wird es schon allein aus der Gründen der Nachfolge der Tranche 1 geben. Warum also nicht konsequent das Eurofighter-Potential durchentwickeln? Zumindest die Jagdbomber-Fähigkeiten samt Seezielbekämpfung (JSM). Bei der ELOKA-Thematik muss man sehen. Und die NT war für mich beim Eurofighter sowieso außen vor – was sich jetzt bestätigt.
    Warum nicht Büchel komplett mit F/A-18E/F? Und die F/A-18G in Jagel?

  34. @muck sagt: 04.10.2019 um 18:29 Uhr
    „Interessant ist, dass Airbus erklärt, man habe industrieseitig bereits alles getan und könne die Zertifizierung rasch beginnen. Demnach wären jede Bedenken hinfällig, die manche hier geäußert haben, wonach die Europäer den Amerikanern keinen Einblick in ihre Technik gewähren wollten.“

    Sagen ist billig. Tun ist dann etwas anderes.

    Aber ist ja eh egal, denn mit der Entscheidung der USA (bzw. Ansage) bzgl. Zeitansätze ist der EF (hoffentlich) so oder so raus (zumindest was den Teil Nachfolge NT betrifft). Also eine eher akademische Diskussion.

    @Pmichael sagt: 04.10.2019 um 19:39 Uhr
    „Es wäre eine lächerliche Entscheidung und würde auch schon wieder die FCAS untergraben.“

    Nein. Denn die F-18 SH wäre als Flieger 4.5 eine Brückenlösung zum FCAS. Also genau keine Kontradiktion (was bei einer Entscheidung für den den F-35 vmtl. anders gewesen wäre).

  35. @ Nachhaltig

    Wobei es schon seltsam ist, dass wir unsere Tranche 1 ersetzen müssen, während Spanien ihre gerade modernisiert…

    Aber das ist wohl ein industriepolitisches Thema…

  36. Was ist das denn für eine Erpressung durch usa. Passt ins politische Gesamtbild.
    Dann sind war mal NICHT nuklear-teilehabefähig. Was wollen die amis denn zertifizieren?
    Wir entwickeln und bauen schnellstmöglich mit unseren französischen Freunden (die sind
    AUCH „nuklearfähig“) und weiteren europäischen Partnern ein eigenes Fluggerät (Vertrag
    mit Frankreich ist geschlossen) und dann soll die usa uns gestohlen bleiben!
    IMMER für EIN STARKES EUROPA!

  37. @Europäer
    „1. Bis auf einige Basis Systeme haben die beiden Versionen nichts gemein.“

    Woher haben sie diese Information? Das englische wiki spricht von „The Growler has more than 90% in common with the standard Super Hornet..“ gibt dabei allerdings leider keine Quelle an.

    „Ergo 2 Versionen, fast annähernd 2 mal x Jahre Zertifizierung…komplett aus DEU Steuern bezahlt, braucht nämlich sonst niemand ….“

    Soll nicht unser Problem sein. Boeing nennt einen Preis und einen Zeitrahmen für das Paket und fertig. Dann können unsere Entscheidungsgremien darüber befinden ob das Angebot akzeptabel ist oder eben nicht. Da Boeing sowohl das Flugzeug als auch die B61-12 baut sehe ich da aber tatsächlich auch keine allzu großen Hürden. Die integration einer Waffe benötigt keine 10 Jahre, auch wenn unsere Luftwaffe einen das gerne glauben machen möchte.

    „..da stimme ich voll zu, aber dann nicht mit DEU Prozessen…Zulassung, SASPF, eigene Ausbildung, Weiterentwicklung…“

    na, das möchte ich auch schwer hoffen! Die deutsche Militärbürokratie hat sich letzthin wirklich nicht mit Ruhm bekleckert, da wäre es geradezu erfrischend ein System zu erleben das mehr als 30% Verfügbarkeit schafft.

    Wie man es auch wendet, man hat einfach den Zeitpunkt verpasst ein eigenes System auf die Schiene zu bringen. Egal ob jetzt Tornado 2.0 oder ein entsprechend befähigter EF, das Zeitfenster ist geschlossen. Vor 10 Jahren wurde die Frage nach einem Tonado Nachfolger immer etwas kryptisch mit „mehr Ef und Drohnen“ beantwortet. Passiert ist in diese Richtung allerdings überhaupt nichts, was uns in die heutige Situation gebracht hat. Würde man morgen einen ECR-Typhoon in Auftrag geben, es würden wohl 10 Jahre ins Land gehen bevor man auch nur Bruchteile von dem beherrscht was eine Growler bereits seit Jahren kann. Dazu kämen die Entwicklungskosten und Risiken sowie die allseits bekannte Zuverlässigkeit des Haus und Hoflieferanten. Nein, Danke! Die letzten 20 Jahre waren eine ernsthafte Zumutung für alle die es mit den deutschen Streitkräften halten. Zur Abwechslung ein System das erprobt und leistungsfähig ist, sowie sich mit hoher wahrscheinlichkeit innerhab eines planbaren Zeit und Kostenrahmen bewegt wäre sehr erfreulich.

  38. Generell! In meinen Augen richtig und absolut nachvollziehbar,diese Entscheidung!

    Nichtsdestotrotz finde ich die Tatsache, daß eine gerade noch für 2020 angekündigte Entscheidung nun plötzlich per se in ´19 getroffen wird, mehr als spektakulär und beachtenswert!

    Hipp, hipp, hurray!

  39. @Koffer

    Eine neue F-18 hätte eine Lebenszeit wie eine neue F-35. Beide sind Fremdkörper innerhalb des Europäischen FCAS Verbundes, nur das die F-35 von ihrer Auslegung viel länger relevant wäre und auch besser innerhalb FCAS eingebunden werden könnte.

    Eine F-18 basierende Lösung ist komplett unsinnig.

  40. @BundeswehrBW sagt: 04.10.2019 um 22:21 Uhr
    „Was ist das denn für eine Erpressung durch usa. Passt ins politische Gesamtbild.“

    Keine Ahnung, ob man es eine Erpressung nennen kann, aber wenn, dann ja zu beiderseitigem Nutzen. Mit der F-18 bekommen wir im Vergleich zum EF das bessere, passendere und moderne Flugzeug. Und vermutlich sogar noch günstiger als beim EF.

    „Wir entwickeln und bauen schnellstmöglich mit unseren französischen Freunden (die sind
    AUCH „nuklearfähig“) und weiteren europäischen Partnern ein eigenes Fluggerät“

    Schauen Sie bitte auf die Zeitläufe! Wir entwickeln in der Tat mit FRA ein neues System für 2040+. Aber wir benötigen JETZT einen Nachfolger TORNADO.

    Also: Alles wird gut. Die Beschaffung F-18 ist eine gute Nachricht für die Bundeswehr und für DEU.

    @Pmichael sagt: 05.10.2019 um 6:01 Uhr
    „Beide sind Fremdkörper innerhalb des Europäischen FCAS Verbundes, nur das die F-35 von ihrer Auslegung viel länger relevant wäre und auch besser innerhalb FCAS eingebunden werden könnte.“

    Da FCAS erst in 2040+ kommen wird ist dieses Problem nicht gegeben. Ein 4.5 Flieger wie der F-18 ist ganz im Gegenteil eine gute Brücke in die Zukunft.

    Eine weitere Aufstockung beim EF hingegen (der hinter der technologisch hinter F-18 SH zurück bleibt) wäre keine Brücke.

    Und wenn es um die spätere Integration in FCAS geht: das wird aufgrund ihres Alters so oder so bei beiden schwierig ;)

  41. @Pmichael

    Zustimmung der Teufel steckt im Detail.
    Weder eine NT fähige F/A-18 noch SEAD F/A-18 Growler werden in FCAS integriert werden können. Die Mrd für die Beschaffung würden an US Konzerne gehen und die nötigen Investitionen und Forschungsvorhaben bei uns fehlen. Modernisierte ELS und EloKa steht zur Verfügung, man muss halt bestellen.

    F-18 ist lange nicht auf neue A Waffe zertifiziert und eine Zertifizierung würde ebenso Jahre dauern.

    Was dürfte Bw und Industrie bei Growler einsehen?

  42. @BundeswehrBW
    „Schnellstmöglich“ = 2040.
    JETZT ist zu entscheiden.
    Ansonsten darf’s auch ME 109/110 sein. Pardon me.

  43. @Koffer

    Der Tornado im Besonderen und der EF sind hervorragend geeignet in FCAS einzusteigen, da Quellcodes der Avioniksoftwäre und der überwiegende Teil der Hardware in nationaler/EU Hand ist.

    Der NGF innerhalb FCAS ist eher kein Nachfolger für den Tornado aber ggf machen ja die Drohnen überwiegend dessen Geschäft.

    Wir werden sehen.

  44. „Weder eine NT fähige F/A-18 noch SEAD F/A-18 Growler werden in FCAS integriert werden können.“

    Wer sagt denn das sie das überhaupt sollen? Bis es soweit ist vergehen 25-30 Jahre, da wird überhaupt nichts mehr integriert.

    „F-18 ist lange nicht auf neue A Waffe zertifiziert und eine Zertifizierung würde ebenso Jahre dauern.“

    Da können wir hier viel spekulieren, wissen tut es keiner. Wenn Boeing vertraglich zusichert die entsprechende Integration innerhalb einer bestimmten Zeit zu erbringen, dann ist das erstmal zu akzeptieren. (und für mich persönlich allemal mehr wehr als irgendwelche vollmundigen Versprechungen aus dem Hause Airbus)

  45. @ Pmichael

    Was an der Auslegung der F-35 wäre denn besser gewesen?

    Hat sie 2 Triebwerke, die wir unbedingt haben wollen? Nein.

    Kann sie Anti-Schiff-Bekämpfung? Nicht, dass ich wüsste.

    Jagdbombereinsätze im klassischen Sinne? Nein.

    Nachfolger ECR? Fehlanzeige.

    Gegenseitige Luftbetankung? Nein.

    2-Mann Auslegung, gerade in Bezug auf künftige Loyal Wingman Konzepte? Nein.

    Sobald sie bewaffnet ist, wie eine F-18, verliert sie ihre Stealth-Fähigkeit, da intern gar nicht alle Waffen passen.

    Die USAF beschafft zusätzlich F-15EX, die USN weitere F-18, anstatt nur auf die F-35 zu setzen. Das sagt einiges aus.

  46. @Zimdarsen sagt: 05.10.2019 um 12:37 Uhr
    „Der Tornado im Besonderen und der EF sind hervorragend geeignet in FCAS einzusteigen, da Quellcodes der Avioniksoftwäre und der überwiegende Teil der Hardware in nationaler/EU Hand ist.“

    Sorry, aber das ist doch eine rein akademische Diskussion.

    Der Tornado ist raus, weil man sich nicht entscheiden konnte die zusätzlichen Gelder für die Weiterführung bis 2040 aufzubringen (ganz ehrlich: mEn auch nicht ganz zu unrecht). Darüber könnte man diskutieren, aber es ist so entschieden.

    Den EF für zwei Rollen in Erwägung zu ziehen, für die er bisher nicht ausgestattet ist, ist vor dem Hintergrund des Zeitraums für die geforderte FOC des „neuen“ Fliegers absurd. Sowohl EloKa, als auch (wie wir jetzt wissen NT) ist innerhalb der fünf Jahre von politischer Entscheidung bis FOC (2020 bis 2025) durch Airbus nicht zu erfüllen. Egal was da versprochen wird, Airbus hat in den letzten 20 Jahren keine seiner zugesagten Zeitlinien auch nur annähernd gehalten.

    Summa, summarum: Tornado ist raus, EF ist (noch) nicht geeignet.

    Und jetzt zu behaupten, dass der EF theoretisch als Brücke zu FCAS in 20 Jahren besser geeignet wäre, als die F-18. Ich bezweifle das. Dazu ist er einfach zu veraltet. Aber selbst wenn: er erfüllt halt nicht die Vorgaben des „hier und heute“.

    Also: Schwamm drüber. Freuen! Hoffen, dass Mützenich ein bißchen rational denkt und/oder es einen guten „Deal“ gibt, damit er still hält.

  47. 1. Den permanenten Aufreger „Five Eyes“ verstehe ich nicht.
    Bereits zu Zeiten des Rauchzeichens galt das Motto: Vorsprung durch Informationen.
    Was ist daran grundsätzlich verwerflich???

    2. Dass eine Super Hornet Block III „schneller“ als Tornado/EF, für die B61-12 zertifiziert sein dürfte, ist alleine aufgrund des Marktes klar!!!

    3. Könnte mir bitte ein Experte erklären, was ein „defensiver“ Kampfjet ist???

    4. Bis FCAS in, meiner Meinung nach, 25 Jahren „steht“, gilt es die vielschichtigsten Probleme zu lösen. Da dürfte die Integration der 4,5 Gen und 5 Gen Jets das Geringste sein.

    Um den peinlich berührten Stuhlkreis zu verlassen.
    Ein Mix aus SH Block III, Growler Block II und EF bietet die Chance Neues zu erlernen und zu verstehen!!!
    Mit Blick auf FCAS und der damit einhergehenden Vernetzung bestimmt kein Fehler.
    Der sich ergebende, potentielle Mix aus Fähigkeiten und Bewaffnung wäre für Europa und die NATO ein Mehrwert.

  48. Growler und normale F-18 Super Hornet unterscheiden sich in der Avionik. Sollten wir allerdings eine Growler mit der Block 3 Avionik bekommen, wäre das Problem gar keines. Die baulichen Veränderungen an der Flugzelle der Growler beeinträchtigen die B61 nicht.
    Aber wer sagt eigentlich das die Growler B61 tragen müsste?! Können ECR und Recce Tornados das denn? Braucht man das?
    Die Growler soll, in verschiedenen Szenarien, die F-35 sicher ins Zielgebiet bringen (höhö). Mit einer anderen F-18 wird das dann wohl auch funktionieren.

    @Andreas
    „Die integration einer Waffe benötigt keine 10 Jahre, auch wenn unsere Luftwaffe einen das gerne glauben machen möchte.“

    Bei einer Nuklearwaffe dauert es dennoch erheblich länger. Die Bombe wird über die Schnittstelle frei- und scharfgeschaltet. Das ist etwas komplexer als GPS Koordinaten zu übertragen.

    @Pmichael
    „Eine neue F-18 hätte eine Lebenszeit wie eine neue F-35. Beide sind Fremdkörper innerhalb des Europäischen FCAS Verbundes“

    So rein von der Zelle her leben die neue F-18 SH Block 3 (9.000 Stunden), eine aufgearbeitete oder neue F-16 (11-12.000 Stunden) oder die neue F-15X (20.000 Stunden) WESENTLICH länger als eine F-35 (8.000 Stunden, auf dem Papier. In der Realität bekommt dieses Bild schnell ein paar Risse).
    Wir werden die Super Hornet aber nicht auf einem Flugzeugträger betreiben, womit die Flugzelle noch deutlich geschont wird.
    Das Zeitfenster für die Ersatzteilversorgung wird sich aber irgendwann schließen. Das wird die ersten paar hundert F-35 allerdings zuerst erwischen, deren Systeme schon jetzt ersetzt werden sollen. Ähnlich einem Tranche 1 Eurofighter muss man dann etwas tiefer in die Tasche greifen.
    30 Jahre dürften drin sein, eine solche Nutzungsdauer ist auch in den USA auch völlig normal. Meistens wird es eher deutlich länger.
    Bei Zulauf ab 2025 wäre das 2055+, also knapp 15 Jahre parallel mit dem FCAS. Die F-35 könnte diverse Luftwaffen dabei früher verlassen, weil sie das Potenzial hat diverse Mängel bis zur Ausmusterung mitzuschleppen.

    Nato Link 16 und eventuell später was anderes sind allerdings auch mit der F-18 drin. Für die Block 3 wird auch Satcom angeboten.
    Eine F-22 kann mit ihrem signaturreduzierten Datenlink auch nur andere F-22 anfunken. Da die F-15C aber noch eine Weile fliegen wird gibt es einen Pod für die Kommunikation, den „Talon HATE“. Der hat den F-22 Datenlink neben Link-16, Satcom und dem US Airforce Datenlink und vernetzt die alle miteinander.
    Dabei müssen die Rohdaten verschlankt werden, je nach Datenlink.

    Es braucht im Grunde nur eine API in der Software um die F-18 teilweise in die Datenlandschaft des FCAS einzubinden. Wenn es eine Hardwareschnittstelle gibt, ist sogar noch mehr möglich. Dann könnte man einen eigenen Rechner an die Avionik andocken. Der würde dann im FCAS Netz hängen und die Daten für die F-18 eindampfen. Genau wie bei der Software API muss man mit Boeing festlegen was darüber übertragen werden kann. Beim Eurofighter wäre das übrigens nicht anders. Da steht auch irgendwie die Frage im Raum wie lange die Übergangszeit sein wird und ob der EF mit seiner, dann etwas angestaubten, Avionik die Datenflut im FCAS Netz verarbeiten kann. Eine volle Integration wird er wohl auch nicht erleben. Die Rafale wird dieses Schicksal teilen.

    Bei der F-35 kann man das übrigens komplett vergessen, solange man nicht Israel ist. Die F-35I ist, als Sondermodell, die einzige F-35 bei der kleinere Änderungen erlaubt sind. Lockheed scheitert schon an der 0815 Software, seit Jahren, und das trotz eines gigantischen Budgets. Da kann man sich ausmalen was eine Einbindung in andere Netzwerke für Probleme mit sich bringt.
    Somit ist das von Ihnen angeschnittene „europäische FCAS“ keines, denn um uns herum werden ein paar F-35 schwirren, die man nie wird einbinden können.
    Europa soll auch mehr Länder als Deutschland, Frankreich und Spanien umfassen. Und letztendlich kann man andere Kampfflugzeuge durchaus mit einbinden. 100%ig geschlossene Avioniksätze sind schon längst nicht mehr zeitgemäß.

  49. Kleine Korrektur, die Freischaltung der B61 aus dem Cockpit heraus ist natürlich den US Bombern vorbehalten. Die Luftwaffe bekommt keine Codes für die Bomben.
    Die US Bomber brauchen nicht zwingend einen Kernwaffentechniker, die Bomben können einfach geladen werden, der Rest erfolgt im Flug über das AMAC (Aircraft Monitoring and Control System). Für Bomber in Alarmbereitschaft war das wichtig, weil man zeitlich nicht jede Bombe am Boden freischalten konnte. Beim B-1 Bomber hat man das weggelassen. Der brauchte eine Freischaltung am Boden, konnte den Code aber in der Luft übertragen.
    Bei der nuklearen Teilhabe wird vor Abflug freigeschaltet und ggf. eingestellt. Das einfachste Bediengerät für die B61 war/ist der Abwurf Kippschalter mit Sicherungsbügel. Da wurden nur ein paar Kontakte kurzgeschlossen und die Bombe hat die Signale für Scharfschaltung und Abwurf akzeptiert.

    Wer wann die GPS Koordinaten und den Yield festlegt ist bisher nicht bekannt (?). Der Waffenrechner sollte auch klare Auskunft darüber geben, ob die Bombe ihr Ziel erreichen kann. Neben Flughöhe, Kurs und Geschwindigkeit ist auch das GPS Signal nicht ganz unwichtig. Wenn beim Abwurf GPS Spoofing stattfindet könnte die Bombe sehr weit vom Ziel abkommen oder am falschen Ort ausgeklinkt werden. Wer sagt der Bombe das sie kein GPS nutzen darf, sondern Trägheitsnavigation nutzen muss? Danach wie weit das ganze integriert wird, bemisst sich der Aufwand für die Integration in die Avionik.
    EMP Härtung ist die andere Seite der Medaille.

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