Weiter Abschied vom Stationierungskonzept: Bundeswehr behält weitere Liegenschaften

Das Stationierungskonzept der Bundeswehr aus dem Jahr 2011, das zahlreiche Schließungen von Liegenschaften vorsah, wird weiter überarbeitet. Vor gut einem Jahr hatte das Ministerium angekündigt, etliche Kasernen und Standorte entgegen der Planung erhalten zu wollen, erste Ergebnise gab es Anfang des Jahres. Jetzt wurden weitere Entscheidungen getroffen.

Die aktuellen Entscheidungen, die das Ministerium am (heutigen) Donnerstag öffentlich machte:

Die folgenden Bundeswehrliegenschaften können erhalten werden:

Liegenschaft

Standort

Bundesland

Bedarf insbesondere für:

Barnim-Kaserne

Strausberg

Brandenburg

Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum und Streitkräftebasis

Fliegerhorst Kaufbeuren

Kaufbeuren

Bayern

Organisationsbereich Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr und Streitkräftebasis

Fliegerhorst-Kaserne

Trollenhagen

Mecklenburg- Vorpommern

Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum

Theodor-Körner-Kaserne

Lüneburg

Niedersachsen

Organisationsbereich Heer und Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr

Flugplatz Diepholz

Diepholz

Niedersachsen

Organisationsbereich Luftwaffe und Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr

Jäger-Kaserne

Bückeburg

Niedersachsen

Organisationsbereich Heer

Dienstliegenschaft Münster Manfred-von-Richthofen- Straße (vormals Lufttransportkommando)

Münster

Nordrhein-Westfalen

Organisationsbereich Heer

Dienstliegenschaft Köln Brühler Straße (vormals Kreiswehrersatzamt Köln/Heeresamt)

Köln

Nordrhein-Westfalen

Organisationsbereich Heer und Personal

Boelcke-Kaserne

Kerpen

Nordrhein-Westfalen

Organisationsbereich Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr und Streitkräftebasis

Klotzberg-Kaserne

Idar-Oberstein

Rheinland-Pfalz

Organisationsbereich Heer

Hugo-Junkers-Kaserne

Alt Duvenstedt

Schleswig-Holstein

Organisationsbereich Marine

Ergänzend zu dieser Tabelle heißt es noch:

Die Überprüfung ergab auch, dass ein Teil der „Schule für Informationstechnik der Bundeswehr“ in Feldafing für die Zwecke der Bundeswehr nicht mehr benötigt wird. Für diesen Teil wird die Rückgabe wie geplant für das Jahr 2020 eingeleitet. Die Restliegenschaft wird für einen temporär erhöhten Ausbildungsbedarf voraussichtlich noch bis Ende 2027 benötigt.

Wie schon zuvor begründet das Ministerium die geänderten Planungen mit den Trendwenden für mehr Personal und mehr Material: Mehr Personal und Material bedeuten auch mehr Bedarf an weiterer Infrastruktur. Da stellt sich doch die Frage, ob tatsächlich noch die Aussage vom Januar gilt: Eine Überarbeitung des Stationierungskonzepts ist nicht geplant. Faktisch läuft das schon längst, ein komplettes neues Konzept wäre deshalb vielleicht bald nötig.

(Technische Anmerkung: Ich behalte mal im Auge, wie die Tabelle oben auf dem Smartphone aussieht; ggf. verändere ich das noch.)

(Archivbild: Luftaufnahme des Fliegerhorstes Kaufbeuren 2012 – Harald Langer/XL Foto/Stadt Kaufbeuren/Kaufbeuren Marketing via Wikimedia Commons)

41 Gedanken zu „Weiter Abschied vom Stationierungskonzept: Bundeswehr behält weitere Liegenschaften

  1. Sehr, sehr schade um Feldafing. Das war ein Sahnestück unter den Liegenschaften und stets etwas Besonderes, dort Dienst zu tun.
    Sogar die Bevölkerung um die Liegenschaft herum hat immer freundlich und interessiert reagiert, wenn man im Feldanzug mal draußen marschieren war.

    Naja, das Rentner-Sanatorium, das nun dort hin kommt, gab sicherlich den ein oder anderen politischen Kekspunkt am lago di bonzo. :-)

  2. Sehr schön. Augenfällig bleibt jedoch weiter, der geringere Anteil an Liegenschaften in den „neuen“ Bundesländern. Wäre schön, wenn man sich überwinden könnte, bestimmte Regionen im Osten auch, unter wirtschaftlicher Betrachtung, derart zu fördern mit der Ansiedlung neuer Standorte.
    Dieser Kommentar soll nicht als Kritik gesehen werden sondern versteht sich eher als Anregung, mitunter auch als Diskusionsgrundlage.

    MkG

  3. @Romeo Victor:
    2 Gedanken meinerseits zu Ihrem Beitrag:

    1. Die Liste ist , so wie es verstehe, hinsichtlich der Verteilung „Ost-West“ nicht aussagekräftig. Es geht doch lediglich um diejenigen Liegenschaften, bei denen eine Revidierung des ursprünglich veröffentlichen Schließungsplanes geht. Dies sagt nichts darüber aus, welche und wie viele Liegenschaften in den unterschiedlichen Landesteilen erhalten wurden, bzw. auch weiterhin geschlossen werden.
    2. Ich halte es anders als Sie geradezu für einen Fehler, die Stationierung von Truppenteilen nach dem Gesichtspunkt der „Wirtschaftsförderung“ zu entscheiden. Der Einzelplan 14 ist nicht dazu da, das Wirtschaftsministerium zu unterstützen oder Kommunen Steuergelder zu verschaffen. Wenn dies ein willkommener Nebeneffekt ist, dann ist dies sicherlich nicht verkehrt, aber die primäre Überlegung muss sein, wo es für die Bundeswehr am meisten Sinn macht, Infrastruktur zu streichen, zu behalten oder ggf. neu aufzubauen.

  4. Auch die gute TKK ist gerettet, wunderbar. Natürlich war es wohl nur eine Legende, dass sie im NDW-Schlager vom „Goldenen Reiter“ die Rolle als Nervenklinik am Rande der statt spielt… Aber wenigstens stehen die Spähwagen trocken in den Hangars, und das Kasino ist knorke.

    [Nicht alle hier sind in allen Abkürzungen firm… Und Sie erklären bitte, wer TKK ist? T.W.]

  5. @TW

    Die Theodor-Körner-Kaserne. Wo hätte man denn „3“ hingeschoben?

    Davon ab: sollte die Flüchtlingswelle abebben, werden dann Liegenschaften (bzw. hierfür genutzte Flächen) wieder zurückübertragen?

    [Nee, jetzt bitte nicht versuchen, dieses Thema hier reinzudrücken. Ich wüsste auch nicht, wo die Bundeswehr von ihr genutzte Liegenschaften dafür abgegeben hätte – die waren bereits zuvor abgegeben worden. T.W.]

  6. @Zimdarsen:
    Die Zerschlagung des TAZ ist doch schon weitgehend vollzogen. Flugsicherungsausbildung bereits privatisiert, Radar/Elo-Ausbildung schon aufs Lechfeld verlegt, Tornado Mech-Ausbildung endet sowieso mittelfristig. Verbleibt also nur die Fachgruppe EuFi als letzte Mohikaner… bischen wenig für ein „Technisches Ausbildungszentrum“.

  7. Das macht für mich einen sehr „außenwirksamen“ Eindruck. „Mehr Personal und mehr Material“… eine derartige Änderung ist in den letzten Monaten nicht zu verzeichnen. Die Haushaltsmittel werden augenscheinlich auf dem Papier hin und her gelagert. Meine Befürchtung ist viel mehr, dass die hier zu schaffenen Dienstposten, die bereits gestrichen und umgezogen wurden, durch die bereits jetzt unterbesetzten Einheiten provisorisch wieder gefüllt werden, was die Auftragsbelastung pro Mitarbeiter und Soldat noch mal verschärfen dürfte. Auf dem Papier ist jetzt aber die Bundeswehr größer, weil mehr Dienstposten vorhanden! Ohne wesentlich größeren Personalkörper! Yay!
    Wird dann irgendwann wieder der Punkt kommen, an dem die Haushaltmittel knapp werden und die Bundeswehr wieder sparen soll, sind die geschaffenen Dienstposten schnell wieder gestrichen und in beiden Fällen hat man der Öffentlichkeit gezeigt, man würde handeln und sich den Umständen anpassen. Wie üblich zu Lasten der Soldaten. Viel lieber wäre mir eine Aufstockung des Ist-Zustands bei gleichbleibendem Soll und ruhig mal eine geplante Linie zuende zu fahren, statt in dem Reformpudding weiter zu rühren. Aber vielleicht bin ich auch nur maximal pessimistisch und ich möchte den Entscheidungsträgern auch keinen Aktionismus unterstellen…

    [Jetzt mal unabhängig von Ihrer Einschätzung: Das ist jetzt ein Kommentar zum Thema Liegenschaften? Kann das nicht so ganz zuordnen, vielleicht wollten Sie nur generell Ihrem Ärger Luft machen? T.W.]

  8. Zur Hugo-Junkers-Kaserne: Die ist bereits seit längerem von der Marine, genau: einem Teil des Seebataillons, in Beschlag genommen – ein nahezu idealer Standort für eine infanteristische Einheit (Übungsmöglichkeiten, Schiessstand und Flugplatz). Wobei der Platz Hohn in der Aufstellung oben nicht erwähnt wird, die Weiternutzung lt. diverser Pressemeldungen aber wahrscheinlich ist.

  9. @TW

    Zugegeben schlage ich einen weiten Bogen. Was ich zusammengefasst ausdrücken wollte: In meinen Augen machen Liegenschaften nur Sinn, wenn auch Mittel (Material/Personal) vorhanden sind, diese zu füllen.
    Die damals unter hohem Aufwand evaluierte Entscheidung, diverse Standorte nicht mehr militärisch nutzen zu wollen, war gut begründet, wenn auch für den einzelnen Betroffenen unter Umständen schmerzhaft.
    Die aktuelle Trendwende bedarf in dieser Hinsicht einer neuen Betrachtung unter aktuellen Voraussetzungen, so wie das wohl jetzt richtigerweise stattgefunden hat. Nur habe ich starkes Misstrauen gegenüber der jetzigen Begründung.

    So schreibt die Redaktion der Bundeswehr:
    „Eine Reihe von Liegenschaften werden entgegen ursprünglicher Planungen nicht geschlossen. Denn die Bundeswehr wächst wieder.

    Die Trendwenden Personal und Material wirken. Nach fast zweieinhalb Jahrzehnten des Schrumpfens wächst die Bundeswehr wieder. Für das Mehr an Personal und Material wird aber auch ein Mehr an Infrastruktur benötigt.“

    Diese Formulierung kann für einen Außenstehenden klingen, als gäbe es keinen Platz mehr in den ursprünglich geplanten Liegenschaften. Meine Erfahrungen stellen jedoch ein anderes Zeugnis. Ich muss also annehmen, dass man das Mehr an Infrastruktur für mehr Dienstposten, die neu verortet werden müssten, braucht.
    Eine andere Interpretation gelingt mir mit dem aktuellen Stand an Informationen nicht.

  10. @ Roadrunner: Der wirtschaftliche Aspekt war als Nebenbetrachtung gedacht. Vielmehr geht es mir darum, dass eben in den neuen Bundesländern ebenfalls ein paar Standorte dazu kommen könnten. Dieses Konstrukt weiter gedacht bezieht sich auf den Punkt der Versetzung. Zum einen ist man bereit, von Standort zu Standort je nach Versetzung zu ziehen. Doch gerade mit dem Blick auf Familie etc. wäre es schön, wenn man nicht 500 bis 100 km pendeln muss auf Dauer sonern stattdessen nur „200 km“ hätte. Will sagen, dass man neben der Betrachtung und Schlussfolgerung weniger Liegenschaften zu schließen, man noch zwei bis drei in den neuen Bundesländern dazu nehmen könnte.

    MkG

    (PS: Ich hoffe, das zieht nicht zu weit vom Thema ab.)

  11. TdM kann einem fast schon leid tun. Aber nur fast :O)
    Endlich mal rundum gute Neuigkeiten. Egal, was wo bestehen bleibt: wir brauchen mehr Platz. Genaugenommen viel mehr. Wo passt denn noch ein komplett ausgestatteter Verband rein? Alles kleingerechnet, um zu sparen. Hoffentlich gibts dann auch wieder Unterkünfte, wo ein Bataillon in seiner eigenen Kaserne zusammengezogen und ausgebildet werden könnte – der originäre Zweck einer Liegenschaft. Und eben kein 41h Arbeitsplatz.

  12. @Wolfsmond

    Tornado geht noch mind. bis 2028, Verbindzngstechnik, Lfz-Mun, Betriebsführung, Lfz Englisch, bleibt noch. Am Ende ist das Personal entscheidend und das ist NOCH da und wir verlieren es mit jedem Tag Drohung einer Verlegung. Zudem benötigen wir auch in Zukunft mili Kompetenz in Mun, Anzriebe, Rettsys, EloKa, Klima, Hydraulik uem. Man muss nicht auf WaSys setzen, sondern auf Kompetenzen.

  13. @Thomas Melber:

    Die Frage wo man „3“ hätte hinschieben wollen habe ich mir auch gestellt. Gab es in der Vergangenheit den Plan einer Schließung?

    Jedoch immer im Gespräch war eine Verkleinerung der Liegenschaft durch Abgabe von Flächen an die Stadt zur Entwicklung eines Wohngebiets.

    Derzeit stehen die Zeichen auf personellen Aufwuchs des Standortes (Ausbildungskompanie).
    Und solange in Munster gebaut wird sind Teile ArtBtl 325 dort.

    Ich finde die Frage nach dem „wo könnte“ man L3 hin verschieben durchaus interessant.
    Beim PzBtl 414 in Bergen ist noch viel Platz und mit den Beziehungen in die NLD ist es bei „3“ auch nicht weit her….

  14. Ich bin mal gespannt ob sich an den Gerüchten einer anderweitigen Nutzung (z.B. Hubschrauber), zu klein geplante Infrastruktur für die neue Offizierschule in der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth eventuell auch eine Nach-/Weiternutzung der Fliegerhorstkaserne in Fürstenfeldbruck nochmal zur Diskussion gestellt wird.

  15. Hm, ich verstehe die Meldung, die Theodor-Körner-Kaserne in Lüneburg bleibe jetzt doch erhalten, nicht so ganz. Im Stationierungskonzept von 2011 war die Kaserne nur zur signifikanten Reduzierung (von 1800 auf 700 Dienstposten) vorgesehen, und nicht zur Schließung. Das Aufklärungslehrbataillon 3 und das Kraftfahrausbildungszentrum sollten auch damals am Standort verbleiben, nur die Teile des Logistikbataillons 3 und das lokale Kreiswehrersatzamt waren zur Auflösung vorgesehen (wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass dadurch eine Reduzierung um 1100 Dienstposten erreicht werden konnte).
    Eine Schließung dieses wirklich schönen Standorts wäre ja auch unsinnig: Die Kaserne ist riesig groß und hat ausgedehnte Wald- und Freiflächen, sodass man problemlos aufwachsen könnte. Man hat mit Wendisch-Evern einen Standortübungsplatz und eine große Standortschießanlage direkt vor der Haustür, der Truppenübungsplatz Munster ist nur einen Katzensprung entfernt und es gibt eine eigene Gleisstrecke mit Verladerampe in der Kaserne. Auch für die Soldaten ist der Standort nicht schlecht, mit Lüneburg als attraktiver Garnisionsstadt und dem nahen Hamburg.
    Leider hat man scheinbar seit längerem nicht mehr in die Kaserne investiert. Handyempfang ist in den meisten Gebäuden nicht existent, das Mannschaftsheim hat seit langer Zeit keinen Pächter und die Stuben sind auch nicht unbedingt wohnlich (ironischerweise liegen Kühlschränke, Fernseher etc. eingelagert bereit, da aber die meisten Stuben nur eine einzige Steckdose haben, kann man sie leider nicht einbringen).

    Ich interpretiere die Meldung, dass man die Kaserne jetzt doch erhalten soll mal so, dass die eigenen Pläne zur Stationierung anscheinend selbst im Ministerium nicht mehr so bekannt sind…

  16. @
    Rotaiva sagt:
    01.08.2019 um 20:32 Uhr


    Zugegeben schlage ich einen weiten Bogen. Was ich zusammengefasst ausdrücken wollte: In meinen Augen machen Liegenschaften nur Sinn, wenn auch Mittel (Material/Personal) vorhanden sind, diese zu füllen.
    “ … “
    Eine andere Interpretation gelingt mir mit dem aktuellen Stand an Informationen nicht.

    Bedenken Sie einmal, dass Einige oder Alle(?) dieser Standorte derzeit nicht leer sind. Das heisst, das man bei Schließungsumsetzung das Personal noch woanders hätte zusammenziehen müssen. Mag sein, dass das derzeit noch geht, aber wenn man schon weiss, das man wieder größer wird ist das ja nicht unbedingt sinnvoll. Es ist also das Personal für diese Standorte schon da.

  17. @Auslandsdiener sagt: 01.08.2019 um 21:23 Uhr
    „TdM kann einem fast schon leid tun. Aber nur fast :O)“

    Ich denke nicht, dass das die richtige Bewertung/Zielrichtung ist. Ich vermute, dass TdM die aktuelle Neubewertung der seit damals geänderten Situation heute begrüßt und auch so getroffen hätte, wenn er noch im Amt wäre.

    TdM hat sich ja nie als bewusster Verkleinerer aus Überzeugung verstanden, sondern lediglich versucht aus einer verfahrenen Situation das beste zu machen.

    @InteressierterLeser sagt: 02.08.2019 um 10:53 Uhr
    „Ich bin mal gespannt ob sich an den Gerüchten einer anderweitigen Nutzung (z.B. Hubschrauber), zu klein geplante Infrastruktur für die neue Offizierschule in der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth eventuell auch eine Nach-/Weiternutzung der Fliegerhorstkaserne in Fürstenfeldbruck nochmal zur Diskussion gestellt wird.“

    Denkbar ist sicherlich alles, aber halte es eher für wenig wahrscheinlich, dass man jetzt nach der Neubewertung innerhalb kurzer Zeit weitere Neubewertungen vornimmt. Es müsste ja eine weitere Lageänderung geben, ansonsten könnte man es ja bereits jetzt entscheiden.

  18. Endlich ein Einlenken aber m. E. ist hierbei schon sehr viel falsch gemacht worden.
    Gerade, wenn ich immer wieder dieses „abgedroschene“ Argument höre, dass man zur Förderung von Familie und Beruf auch „Einödstandorte“ erhalten müsse.
    Wenn ich mich recht erinnere hieß das Argument 2011 „Die Bw müsse auch in der Fläche vertreten sein.“ In Wahrheit ist die Bw in der Fläche zertreten Worten.
    Ich pendele nicht, sondern ziehe im Grundsatz immer in den neuen Standort. Daher finde ich es um so schlimmer, dass gerade das Heer in der Regel in Standorten vertreten ist, die nicht die Infrastruktur aufweisen, in die man auch mit berufstätigt Ehefrau und schulpflichtigen Kindern hinziehen kann.

    Wie man Koblenz gegen Strausberg, Regensburg gegen Stadallendorf, Hannover gegen Oldenburg (etc, etc… ) eintauschen kann, verstehen wohl nur diejenigen, die sich mit diesen Entscheidungen etwas erkauft haben.

  19. @Koffer

    Zu einer Neubewertung bzgl OSLw kann es schon kommen wenn Ausbildungskooperationen und Pers-Aufwuchs eintreten. Auch wird man bemerken, dass StammPers von Fürsty kaum nach Roth zu bewegen ist und die Nachbesetzung der DB schwer wird.. Fürty ist Zukunftsfähig, benötigt nur eine Auffrischung. Roth hat keine LwOffz Tradition, ist weg von Verkehrsinfra und zu klein ausgepflanzt. Wird spannend bleiben, bis es soweit ist, haben wir bestimmt einen neuen IBuK.

  20. @Nick von Stra sagt: 03.08.2019 um 7:46 Uhr
    „Endlich ein Einlenken aber m. E. ist hierbei schon sehr viel falsch gemacht worden.“

    Wieso Einlenken?

    Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen hat es eine Neubewertung gegeben.

    Das es so kommen würde, war schon seit einiger Zeit klar, aber man wollte offenbar die Entscheidungen sauber vorbereiten und nicht unter Druck fällen.

  21. @Zimdarsen sagt: 03.08.2019 um 9:10 Uhr
    „Zu einer Neubewertung bzgl OSLw kann es schon kommen wenn Ausbildungskooperationen und Pers-Aufwuchs eintreten. Auch wird man bemerken, dass StammPers von Fürsty kaum nach Roth zu bewegen ist und die Nachbesetzung der DB schwer wird.. Fürty ist Zukunftsfähig, benötigt nur eine Auffrischung. Roth hat keine LwOffz Tradition, ist weg von Verkehrsinfra und zu klein ausgepflanzt. Wird spannend bleiben, bis es soweit ist, haben wir bestimmt einen neuen IBuK.“

    Die Verlegung der OSLw halte ich auch für einen Fehler. Sowohl mit Blick auf die Lage Roth, als auch auf die Bundeswehr-Tradition.

    Aber die von Ihnen aufgeführten Argumente sind bereits lange bekannt. Wenn man diese hätte heranziehen wollen, um die Verlegung aufzuhalten, hätte man es jetzt machen können.

    Da man sich nicht dazu entschieden hat, sehe ich nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass man ohne Lageänderung in Zukunft eine Neubewertung vornehmen wird.

  22. @ Wolfsmond sagt: 01.08.2019 um 17:27 Uhr

    Das „Technische Ausbildungszentrum der Lw, Abteilung Süd“ (TAZLw Abt. Süd) in Kaufbeuren, von der das hervorragende Titelbild oben stammt, ist bei weitem noch nicht zerschlagen wie Sie es suggerieren wollen.
    Die Radar/Elo Ausbildung ist auch nicht nach Lechfeld verlegt worden, sondern nur ein ( ! ) Hörsaal, der die Ausbildung des ASR-S Radars macht, weil nach der Stationierungsentscheidung 2011, das neue ASR-S Radar in Lechfeld aufgebaut wurde und nicht in Kaufbeuren. Alle anderen Radar- und Lfz-Elo Hörsäle sind weiter in KF stationiert. Die Tornado Ausbildung wird bis mindestens 2028 durchgeführt werden, die Eurofighter Ausbildung soll an ein aktives Geschwader angehängt werden, die Lfz-Grundlagenausbildung nach EASA Standard soll event. privatisiert werden. So ist der Sachstand und in Lechfeld tun insgesamt mit der Flugplatzdiensten ca. 50 Soldaten vom TAZ Lw Abt. Süd Dienst, die restlichen 320 Soldaten und ca. 300 Zivilbeschäftigten sind weiterhin in Kaufbeuren beschäftigt.
    Was jedoch bei der jetzigen Korrektur der Stationierungsentscheidung von 2011 für das TAZ Lw Abt. Süd zu kritisieren ist, dass es faktisch keine Veränderung zur jetzigen Situation für die Lw-Angehörigen in Kaufbeuren bedeutet. Weiterhin soll die Tornado-Ausbildung ab 2028 auslaufen, die Ausbildung für ein Nachfolgesystem würde nicht mehr nach KF kommen. Die Eurofighterausbildung soll an ein Geschwader angehängt werden, also von KF verlegt werden. In Frage kommen Laage oder Neuburg in Kombination mit Manching.
    Das praktische Problem der Ausbildung in einem Einsatzgeschwader ist, dass wenn ein Schüler an einem einsatzklaren Lfz gearbeitet hat, es als nicht mehr einsatzklar gewertet wird, also vom Klarstand genommen werden muss. Dem entsprechend rar werden die Ausbildungszeiten an den einsatzklaren Lfz in einem Geschwader ausfallen. Die Verfügbarkeit der praktischen Ausbildungsabschnitte werden in einem Geschwader deutlich geringer ausfallen als an der Schule in Kaufbeuren. Will man das ?
    Als Ausweg bietet sich Manching an. Dort stehen meist genügend Lfz herum, die auf Retrofit und ähnliche Arbeiten bei der Industrie, bei Airbus warten.
    Wenn man diesen Gedanken weiter fort führt ergibt sich folgende Situation:
    Die bereits errichteten Systemzentren für Tornado und Eurofighter befinden sich bei der Industrie in Manching.
    Letztes Jahr wurde mit dem Bau eines zentralen Ersatzteilagers für flg. WaSys bei Airbus in Manching begonnen. Dort sollen künftig bis zu 100000 verschiedene Erstatzteile gelagert werden.
    Wenn die Ausbildung für die Eurofighter Techniker nun auch nach Manching / Neuburg verlagert werden würde, ergibt sich welche Situation ?
    Dann hätten wir ein „Kompetenzzentrum für Kampfflugzeuge“ bei Airbus in Manching in der alle 3 Teile der Logistik beheimatet wären, die Instandsetzung, die Lagerhaltung für Ersatzteile und die Ausbildung der Lw-Techniker.
    Wenn dem langjährigen geneigten Leser dies irgendwie bekannt vorkommen sollte, im Jahre 1994 hat die damalige DASA, also der Vorläufer von EADS und Airbus ein Strategiepapier über „Kompetenzzentren für fliegende Waffensysteme“ vorgelegt und das Kompetenzzentrum für Kampfflugzeuge sollte in Manching aufgebaut werden.
    Wo stehen wir heute ? Kurz vor dem Abschluss des DASA-Konzeptes von 1994 !

  23. Zur Standortaufgabe von Feldafing, bzw. jetzt den teilweise Rückzug der Aufgabe des Standortes Feldafing

    Zitat: „Die Überprüfung ergab auch, dass ein Teil der „Schule für Informationstechnik der Bundeswehr“ in Feldafing für die Zwecke der Bundeswehr nicht mehr benötigt wird. Für diesen Teil wird die Rückgabe wie geplant für das Jahr 2020 eingeleitet. Die Restliegenschaft wird für einen temporär erhöhten Ausbildungsbedarf voraussichtlich noch bis Ende 2027 benötigt.“

    Dies ist mal wieder eine typische Verschleierungs- und Fehlauslegungsaussage seitens des BMVg

    Die Schule für Informationstechnik der Bundeswehr (die ehemalige Fernmeldeschule des Heeres) wurde in einem Zeitraum von 12 Jahren ( ! ) für 170 Mio Euro ( ! ) bis heute in Pöcking neu gebaut. Wenn es jetzt nach 12 Jahren Neubauzeit heißt, es werden noch Reste der alten Schule in Feldafing benötigt, dann konnte man entweder das komplette Neubauprogramm nicht vollständig umsetzen, oder man hat die Einsicht gewonnen, dass man so ein Filetgrundstück am Starnberger See in Bundesbesitz nicht einfach aufgibt ! :-)

  24. @ Georg

    „Wo stehen wir heute ? Kurz vor dem Abschluss des DASA-Konzeptes von 1994 !“

    Ist das gut oder schlecht? Ich bin da völliger Laie, aber das wäre doch recht nahe an dem wie es NLD Luchtmacht mit Logistikzentrum und ziv. Instandhalter Fokker auf Basis Woensdrecht ziemlich erfolgreich macht, oder?
    Mit etwas Glück fiele doch beim angliedern der Schulung an fliegenden Verband und ziv. Inst/Werft etwas Can-Do Mentalität an und die drei Teile könnten sich gegenseitig pushen, oder ist das naiv gedacht?

    Ich muss zugeben dass ich bisher den Aufwand in Kaufi einen ganzen Platz und voll ausgestattete Lfz nur für Schulung vorzuhalten nie wirklich begriffen habe.

  25. @ Landmatrose3000

    Zitat: „Wo stehen wir heute ? Kurz vor dem Abschluss des DASA-Konzeptes von 1994 !“ – Ist das gut oder schlecht? “

    Eine Volllogistik für die fliegenden Waffensysteme durch die Industrie nimmt der Lw die Flexibilität des Eigenbetriebes und die ist essentiell für jeden Einsatz !

    Es herrscht
    1. ein Mangel an Erkenntnisfähigkeit in der Truppe, weil die Industrie Teile des System als „Black Boxes“ für die Truppe behandelt
    2. eine fehlende Reaktionsfähigkeit, da auf die Schnelle mit Eigenmitteln kein Abstellen eines kurzfristigen Mangels mehr möglich ist (es sei an dieser Stelle erwähnt, dass die fehlende Nachtsichtfähigkeit der Tornado-Lfz in Incirlik durch die strahlende Instrumentenbeleuchtung im Cockpit durch Soldaten des Systemzentrums abgestellt wurde und nicht durch die Industrievertreter).
    3. durch die outgesourcte Ersatzteillogistik an die Industrie (Ersatzteile „on demand“), keine materielle Schwerpunktbildung bei einem Einsatz möglich ist (die Durchhaltefähigkeit der britischen Tornados im Kuweit-Golf Krieg 1991 wurde durch deutsche Triebwerke aus dem militärischen Depot in Erding gewährleistet. Die Briten mussten überraschenderweise ihre Triebwerke mit 104 % Leistung betreiben um der feindlichen Raketenbedrohung zu entkommen, was den Verschleiß der Triebwerke drastisch ( ! ) erhöht hat).

    Zitat: „Ich muss zugeben dass ich bisher den Aufwand in Kaufi einen ganzen Platz und voll ausgestattete Lfz nur für Schulung vorzuhalten nie wirklich begriffen habe.“

    Das liegt wahrscheinlich daran, dass Sie sich bisher mit der Materie Schulung von Lfz-Technikern nicht im Detail auseinandergesetzt haben !

    Also das TAZ Lw Abt Süd in Kaufbeuren (die ehemalige TSLw 1) ist kein voll ausgestatteter Platz (a la Flugplatz wie die Lw-Geschwader), sondern ein stillgelegter ehemaliger Militärflugplatz mit einer notdürftig instand gehaltenen Landebahn, damit ca. alle 2 Jahre ein Tornado oder ein Eurofighter landen kann um dann für die nächsten Jahre als Ausbildungsflugzeug zu dienen. Dies ist notwendig, denn in diesen Abständen werden Neuerungen sowohl in den Tornado als auch in den Eurofighter eingebaut und es macht ja keinen Sinn den Nachwuchs an veralteten Lfz mit veralteten Rüstzuständen und damit veralteten Testabläufen auszubilden. Es befinden sich je nach Situation zwischen 2 – 5 Lfz pro Typ in KF. Dies ist weit unterhalb der Geschwaderstärke mit 36 – 42 Lfz im Buchbestand.

    Was aber in KF vorhanden sind, im Gegensatz zu den Flugplätzen draußen, sind jede Menge Simulatoren um Abläufe am Lfz zu verstehen. Vom Kraftstofftrainer mit „Plexiglastanks“, mit dem die verschiedenen Tanks im Lfz befüllt, entleert und umgepumpt werden können über den Trainer für die Schwenkflügel und Steuerungsanlage des Tornado und den Avionik System Trainer. Ähnliches gibt es auch für den Eurofighter, wobei ganze Klassenzimmer mit dem Maintenance System Trainer ausgestattet sind. Hervorzuheben ist das selbst erstellte CUA-Programm zur Vorbereitung des Triebwerkprobelaufs am Eurofighter für das wir einen europäischen Medienpreis für computerunterstützte Ausbildungsprogramme (CUA) gewonnen haben.

    Dabei gibt es eine zeitlich genau durchgetaktete Ausbildung mit der prakischen Lfz-Verteilung für die einzelne Lerngruppen. Im Gegensatz zu der Lfz-Grundlagenausbildung die mit 24 Lehrgangsteilnehmern pro Klasse läuft, wird die waffensystemspezifische Ausbildung mit Kleingruppen von 3 – 6 Teilnehmern durchgeführt. Dabei ist es wichtig, dass jeder der 3 Gruppenteilnehmer mindestens 1 mal erfolgreich einen praktischen Ausbildungsabschnitt selbst durchgeführt hat (also nicht Einer arbeitet, Einer schaut zu und Einer schreibt das Protokoll oder spitzt gerade den Bleistift).
    Dabei gibt es in der Verfügbarkeit des Lfz gegenseitige Ausschlussgründe. In der Regel kann meist nur eine Kleingruppe am Lfz gleichzeitig arbeiten. Wenn also die Gruppe des Hydrauliktrainings an der Maschine arbeitet und das Lfz aufgebockt ist, z.B. Fahrwerk rein und raus fährt, Störungssuche betreibt und Fahrwerke ein- und ausbaut, darf logischerweise keine zweite Gruppe am Lfz arbeiten um Unfälle zu vermeiden. Wenn umgekehrt die Avioniktrainingsteilnehmer gerade den Bordstrom ein- und ausschalten, sollte umgekehrt auch nicht das Fahrwerk gefahren werden.
    Dies bedeutet bei 2 – 5 Lfz pro Typ eine praktische Ausbildung in zwei Schichten am Tag um genügend Arbeitszeit am Live-Gerät zu haben ! Das gleiche gilt für die Verfügbarkeit von Bodendienstgeräten. Wenn eine Ausbildung läuft, kann nicht gleichzeitig eine zweite Gruppe auf das gleiche Bodendienstgerät zurückgreifen.

    Mir ist völlig schleierhaft wie so ein Ausbildungsbetrieb in den praktischen Flugbetrieb eines Geschwader integriert werden soll !

    Außerdem verflacht der theoretische Teil der Ausbildung, wenn die Ausbildung im Geschwader durchgeführt wird (sinngemäß im Ausbildungsgespräch im Geschwader : „Du musst den Bolzen von links nach rechts schieben und dann die Auslösung betätigen – Warum das so gemacht wird, muss dich nicht interessieren). So läuft es am TAZ Lw gerade nicht !

  26. Sie benötigen immer Lfz welche aus dem Flugbetrieb genommen sind zur Ausbildung und Sie benötigen im Rahmen von DEMAR und MR Trainer. Der Flugplatz wurd nicht betrieben. Ausweichflugplätze mit POL und Infra kann man im Rahmen LV/BV nicht genug haben.

    [Klar kann man nie genug Ausweichflugplätze mit Politik haben, oder was wollten Sie mit der Abkürzung sagen? Und was hat Media Research (MR) damit zu tun? T.W.]

  27. @Georg
    In Ihrer sehr ausführlichen Aufzählung von Vorteilen haben Sie nur noch die Ausbildungsplattform TAusbZLw und ihre Möglichkeiten des orts- und zeitunabhängigen Zugangs (WANBw) für TT und Ausbilder zu aktuellen Ausbildungsmitteln vergessen. Alles ein Ergebnis der „Digitalisierung von unten“ , also die Truppe (TSLw / TAusbZLw) selbst…
    So etwas Erfolgreiches wird leider offiziell oft ignoriert… Schade! Jetzt interessiert sich Airbus dafür… Was sollten wir jetzt davon halten?

  28. Vorausgeschickt sei: Die Zeiten, als die BW einmal flächendeckend in D vertreten war, kommen nicht wieder.

    Somit sollte eine Konzentration auf geeignete Standorte erfolgen. Warum muß z.B. eine Heeresbrigade über mehrere Bundesländer verteilt sein? Warum kann sie nicht mit allen Truppenteilen an einem Standort zusammengefaßt werden (vgl. anno dazumal PzLehrBrig 9 in Munster). Ausbildungssynergien, kurze Wege, Versetzungen innerhalb des Standorts etc. könnten die Folge sein.

    Ich verkenne nat. nicht, daß möglichst viele Regionen vom finanziellen Kuchen etwas abhaben wollen. Aber Wirkung geht vor Deckung , will sagen Stationierungsentscheidungen sollten vorrangig dem Zweck, effektive Streitkräfte zu erhalten, dienen.

  29. Ich bin mal gespannt, Strausberg ist ja heißer Kandidat für ein drittes ABC-Abwehrbataillon (oder -regiment?). Ich war zwar noch nie in der Barnim-Kaserne aber bei Google Maps schaut es nicht so aus, als ob es dort einen nennenswerten T-Bereich gäbe.

  30. @ Georg

    Danke für die Erläuterungen! Von den näheren Umständen der Technikerausbildung habe (bzw. nun hatte) ich echt keine Ahnung.

    Wie läuft das denn praktisch, wenn alle 2 Jahre in Kaufi ein Lfz auf einem eigentlich stillgelegten Platz landet – wie wird da Flugsicherung, Feuerwehr etc. gestellt? Basiert der Mini-Flugbetrieb rein auf Ausnahmeregelungen und der Platz hat eigentlich keine Betriebserlaubnis mehr?

    Wäre der Platz noch hypothetischerweise reaktivierbar?

  31. @TW
    Vielen Dank dafür das Sie den südlichsten Militärflugplatz in Deutschland mit seinem großartigen Landschaftspanorama rund herum als Aufmacher verwendet haben. Der Flugplatz wird insbesondere vom internationalen Hubschrauberausbildungszentrum aus Bückeburg zur Durchführung von Gebirgsflugeinweisungen (auf eigene Gefahr) genutzt. Auch die Polizei setzt von hier regelmäßig Hubschrauber ein. Die Lage ist einfach einzigartig. Flugplatzdienste wie beispielsweise die Flugplatzfeuerwehr sind ja durch den Technischen Ausbildungsbetrieb vorhanden.

    @Georg, Zimdarsen
    Geplant ist die EF-Ausbildung auf einem EF-Geschwaderflugplatz zu verorten. Es ist aber nicht geplant sie in das Geschwader zu integrieren. Vielmehr wird die Ausbildungskomponente als Org Element des TAZ angesiedelt werden. Die Lehrkräfte bilden mit Unterstützungspersonal die Ausbildungsgruppe EF. Die Luftfahrzeuge werden zur Ausbildung dort zugewiesen. Die Lfz gehören, wie jetzt auch, zum TAZ. Sicherlich wird ein Weg gefunden werden, die Luftfahrzeuge häufiger auszutauschen. Die Prüfgruppe des Verbandes könnte Unterstützung leisten.
    Es gibt hier sicherlich Synergieeffekte. Ich brauche z.B. keine eigenen Schlepper, Tankwagen, Feuerwehr usw. vorhalten. Die sind schon vorhanden. Der Kerosingeruch des Flugbetriebes liegt auch für die Lehrgangsteilnehmer in der Luft. Die Lehrgangsteilnehmer des gastgebenden Verbandes ersparen sich die Reisezeiten zum Lehrgangsort.
    Es gibt aber nicht nur Vorteile. Von der Lärmbelastung während der Ausbildungszeiten einmal abgesehen muss vor Ort eine neue Ausbildungstaugliche Lfz-Halle und ein Hörsaalgebäude gebaut werden. Dazu kommen zusätzliche Unterkünfte und Betreuungseinrichtungen. Viel wichtiger aber ist das Ausbildungspersonal. Wer wird das sein? Bis zum angedachten Datum ab ca. 2028 gibt es in Kaufbeuren kaum noch erfahrene EF-Ausbilder. Bis dahin Ausbildernachwuchs zu generieren, die Wissen, das sie langfristig nicht in Kaufbeuren bleiben, wird so gut wie unmöglich sein. Ausbilder in der luftfahrzeugtechnischen Ausbildung zu sein, ist bereits jetzt nicht besonders attraktiv und beliebt. Die Arbeitsbedingungen werden durch laufende Dienstpostenreduzierungen der letzten Jahre immer schwieriger. Ständige Veränderungen von Ausbildungskonzepten, sowohl durch Inhalte als auch die Digitalisierung ohne „Wenn und Aber“ erschweren es zusätzlich.

  32. @ Landmatrose

    Ja, der Platz hat keine „Betriebserlaubnis“ mehr, wenn man das so definieren will. Für die Hubschrauber ist er ein Aussenlandeposten und Stützpunkt für die Gebirgsflugausbildung, aber ein sehr vorteilhafter Stützpunkt, mit Feuerwehr, Tankwagen und hervorragenden Mittagessen in der Küche mit fußläufiger Entfernung vom Landeplatz, bzw. Abstellplatz.
    Der Platz wird als Stützpunkt für einen Polizeihubschrauber genutzt, auch weil die Entfernung in die Berge für Rettungs- und Polizeieinsätze viel kürzer als von jeden anderen Flugplatz ist.
    Wenn alle 2 Jahre ein Jet landet ist dies eine Ausnahmelandegenehmigung mit vorhergehender Startbahnbegehung und meist auch kleinern Instandsetzungsarbeiten an der Landebahn, bevor sie von einem Jet genutzt werden kann. Der Abtransport der Schulungs Lfz erfolgt dann auf einen Tieflader im Straßentransport, weitgehend zerlegt zur Grundinstandsetzung nach Manching. Dies würde auch für ein Schulungs Lfz angehängt an ein Geschwader gelten. Das würde nach 2 Jahren schrauben durch Schüler auch keine Startfreigabe mehr bekommen.

    @ Groundabort

    Synergieeffekte sehe ich bei der Eurofighterausbildung angegliedert an ein Geschwader sehr wenige bis keine !

    Für die Ausbildung braucht man 1-2 Lfz Schlepper und 2 Straßentankwagen (einen zum Betanken, einen zum Enttanken). Die braucht man auch im Geschwader als Extra Tankfahrzeuge (im Geschwader werden Lfz üblicherweise nicht enttankt sondern leer geflogen). Die Feuerwehr in KF braucht man auch für den abwehrenden Brandschutz der Ausbildungsgebäude und der gefährlichen Betriebsteile. Ein jahrzehntelanger Streit ob dies die freiweillige städtische Feuerwehr übernehmen kann, wurde vor 10 Jahren zugunsten der Betriebsfeuerwehr TSLw 1 entschieden. Außerdem würden sie im Geschwader während der Ausbildungsarbeiten am Flugzeug auch einen extra Feuerwehrtrupp mit Fahrzeug benötigen (Be- und Enttanken, Triebwerksprobeläufe, Munition beladen usw.) Also über der STAN für die Geschwaderfeuerwehr hinaus einen Extratrupp mit Fahrzeug.

    Ich sehe nur, dass im Zweifelsfall (Engpässe an Material und Personal) die Ausbildung als zweites Glied in der Reihe sich hinter dem Einsatz des Geschwaders anstelllen müsste, also keine Synergieeffekte sondern nur Kompromisse aufgrund der räumlichen und zeitlichen Überschneidung mit einem Kommodore, der dann sicherlich Oberst B3 sein würde, wie ehemals in Fürsty, der aber als oberstes Ziel seinen Flugbetrieb kennt und durchsetzt, notfalls mit fremden Ressourcen !

  33. @Groundabord

    Die Sybergieeffekte die es jetzt in KF gibt werden leider nicht beachtet zudem ist KF ein sehr attraktiver Standort. Deshalb hat die Industrie en gutes Kooperatilnsangebot gemacht und dies wurde leider nicht angenommen. Ausbildungspersonal bekommt KF besser als an vielen Einödstandorten. Wennjedoch grundsätzlich zuwenig Peronal da ist, man die Spitzendienstgrade nicht in der Schule hat, Zulagen nicht gewährt und man keine Planungssicherheit bekommt, dann muss man das ändern. Das Damoklesschwert der Schließung hat ja gerade dazu geführt, dass keiner mehr hin konnte/wollte.

  34. @Georg
    Die Ausbildung würde nicht als zweites Glied hinter dem Geschwaderbetrieb anstehen. Sie ist vom Geschwader organisatorisch getrennt. Das Geschwader stellt quasi nur das Grundstück zur Verfügung.

    @Zimdarsen
    Ich bin auch überhaupt kein Freund dieser Überlegungen.
    Kaufbeuren war und ist einer der attraktivsten Standorte, vorallem auch als Schule. Wo gibt es so viele Freizeitmöglichkeiten vor Ort? Wo kann ich in fünf Minuten als Fußgänger vom Unterkunftsbereich in die Fußgängerzone einer schönen Stadt unterwegs sein? Das läst sich beliebig fortsetzen.
    Für den Lehrbetrieb ist es nicht förderlich wenn der Unterricht ständig unterbrochen werden muss, weil ohrenbetäubender Fluglärm herrscht. Auch dieses Problem gibt es in Kaufbeuren nicht.

  35. @InteressierterLeser sagt: 02.08.2019 um 10:53 Uhr und @Zimdarsen sagt: 03.08.2019 um 9:10 Uhr
    Ich muss meine Aussage von 02.08.2019 um 17:40 Uhr und 03.08.2019 um 15:21 Uhr revidieren und etwas einschränken.

    Unabhängig von meiner Vorlieben für Fürstenfeldbruck vs. Roth (Bw-eigene Tradition und so) hatte ich ja bezweifelt, dass es diesbezüglich noch Spielraum gibt. Ich hatte dabei nicht inhaltlich, sondern lediglich formal-taktisch argumentiert. Kernaussage war: wenn man es wollte, hätte man es jetzt gemacht.

    Wie ich heute gesehen habe, lässt der Tagesbefehl des GI zum den Standorten noch etwas Luft mit Blick auf zeitnahe „Nachklappe“. Er spricht von „weiteren Teilergebnissen“. Das kann mit Blick auf die ersten Teilergebnisse vom 15.01.19 gemeint sein. Das ist aber sprachlich gesehen nicht abschießend. Es ließe auch noch Luft für eine dritte/weitere/letzte Runde von Teilergebnissen.

    Nicht das ich das für besonderes wahrscheinlich halte, denn in Bezug auf die OSLw Verlegung nach Roth hat sich ja durch LV/BV eigentlich nichts geändert, was ein Umsteuern rechtfertigen würde.

    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt ;)

  36. @Koffer Bzgl Roth evtl schon, denn bei LV/BV benötigen wir evtl mehr Helis und in Roth gäbe es Infra.

    Zu KF wer eine Ausbildungswerstatt schließt muss sich nicht wundern, wenn es im Bereich Lft Technik Jahre später weniger Fachkräfte gibt. Viele Lehrkräfte in KF stammen im Übrigen nicht aus KF sondern haben es während ihrer Ausbildung kennengelernt und sich später entschieden dort zB BS zu werden oder bekamen die Möglichkeit von SaZ 6 auf 12+. Wir haben jetzt ein Problem in der Einsatzlogistik und wenn wir diese weiter schwächen wird es mit Sicherheit nicht besser.

  37. @ StillerMitleser (04.08.2019 um 17:24 Uhr):

    Sollte wirklich ein neues ABC-Abwehrbattaillon in Strausberg aufgestellt werden, dürfte die ABC-Abwehrtruppe den Rekord für maximale Dislozierung bei minimaler Kopfzahl aufstellen.
    Nach Sonthofen, Bruchsal, Höxter und Husum also auch noch ein Außenposten im Osten? Stimmt, bei einem Nuklearschlag auf die Hauptstadt sollte man ein paar Dekon-Gartenspritzen ortsnah bereit halten…

  38. Nachdem jahrelang Bundeswehr-Liegenschaften“ nach dem Motto „Alles muss raus“ verramscht wurden;- wäre mal interessant zu wissen wie hoch die Erlöse waren, die durch den Verkauf vom Bund bisher überhaupt generiert wurden?- Interessant wäre auch mal ein Abgleich zum Marktwert der Immobilien, zum Zeitpunkt des Verkaufs, zu den tatsächlich erzielten Erlösen!

    Im übrigen wäre es sicherlich interessant zu wissen, welche der dem Verkauf zugrunde liegenden Konzepte der Nachnutzung tatsächlich von den Investoren umgesetzt wurden?- Und was die Konsequenzen waren, wenn die Nachnutzungskonzepte sich nach dem Erwerb durch Investoren in „Schall und Rauch“ aufgelöst“ haben …

  39. @K.B.

    Sie werden lachen, Nähe zum Regierungssitz war wohl tatsächlich ein wesentliches Kriterium bei der Standortsuche. Ob es tatsächlich Strausberg wird weiß ich nicht. Prenzlau war, soweit ich weiß, auch noch im Gespräch (war ja mal Heimat des ABCAbwBtl 805).
    Persönlich hätte ich die Wiederaufstellung eines Lehr-Bataillons in Sonthofen am Besten gefunden…

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