Vier Prozent NATO-Quote – Trumps nächstes Ziel (Update)

Die Staats- und Regierungschefs der NATO haben bei ihrem Gipfeltreffen am (heutigen) Mittwoch in Brüssel gerade noch mal das Ziel bekräftigt, dass alle Mitgliedsländer bis 2024 Verteidigungsausgaben von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung anstreben – da kommt US-Präsident Donald Trump mit einer neuen Idee: Es sollten doch besser vier Prozent werden.

Offiziell wurde – bislang – wohl keinen entsprechenden Vorschlag der USA im Bündnis eingebracht. Aber Trump äußerte diese Vorstellung in den Beratungen. Die New York Times zitiert ein Statement von Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders:

During the president’s remarks today at the NATO summit, he suggested that countries not only meet their commitment of 2 percent of their G.D.P. on defense spending, but that they increase it to 4 percent. [The president] wants to see our allies share more of the burden and at a very minimum meet their already stated obligations.

Die Vorstellung von vier Prozent orientiert sich möglicherweise an den Verteidigungsausgaben der USA: Die geben rund 3,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts fürs Militär aus und liegen damit weit vor allen anderen NATO-Partnern. Allerdings kommen diese gewaltigen Ausgaben der gesamten Streitmacht des Landes zugute – also zum Beispiel auch dem Engagement im Pazifik, weitab vom NATO-Gebiet.

Ob dieser Vorschlag offiziell in die Allianz eingespeist wird, ist eine offene Frage. Interessant wäre aber zu wissen, ob Trump auch im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Forderung genannt hat.

Nachtrag: In einem Tweet am Mittwochabend nannte Trump dieses neue Ziel nicht – aber er verlangte, dass die zwei Prozent nicht, wie kurz vorher gemeinsam beschlossen, bis 2024 erreicht würden. Sondern sofort (und den Vorwurf an Deutschland packte er gleich dazu):

(Foto: Trump im NATO-Hauptquartier in Bruessel – Xander Heinl/photothek.de )

35 Kommentare zu „Vier Prozent NATO-Quote – Trumps nächstes Ziel (Update)“

  • Resi   |   11. Juli 2018 - 19:13

    Wenn das stimmen sollte, und ich warte da mal auf eine Bestätigung, gehört der Mann schnellstmöglich des Amtes enthoben und unter Betreuung gestellt. Und das sagt mit mir jemand, der dafür eintritt, dass z. B. Deutschland erheblich mehr in Verteidigung investieren muss.

  • Davidoffsmoker   |   11. Juli 2018 - 19:13

    Vier Prozent, sportlich der Herr Trump.
    Man kann ihn mögen, oder abstoßend finden, aber eines muß man Trump def. zugute halten, ihm sind keine Ideen zu blöde um sie auszusprechen und umzusetzen.

    Wenn eines von seiner Ära im Gedächtnis bleibt, dann vermutlich das so ziemlich jedes Land seine eigenen Positionen überdenken mußte. Was ich durchaus für etwas positives halte.

    Jedoch, vier Prozent, das ist schon starker Tobak, da wüßte ich nicht mal im Ansatz was ich als Minister mit der Kohle machen sollte.

    Und selbst wenn die anderen Nato- Länder das mitmachen würden, was macht Trump dann wenn die anderen sagen „Jetzt brauchen wir die USA nicht mehr“ und entsprechend die USA isolieren?

  • LTC007   |   11. Juli 2018 - 19:15

    Warum nicht gleich 10 Prozent? Knucklehead…

  • gebauerspon   |   11. Juli 2018 - 19:28

    Wenn wir das hier nach mehreren Gesprächen mit Teilnehmern der Sitzungen richtig verstehen, hat Trump in der vertraulichen Runde des NACs gesagt: „We live in an unsafe world, we have to move to four percent“.

    Die Staatschefs nahmen die Aussage, die auch schon mal beim Treffen Trump-Stoltenberg in Washington vor einigen Wochen gefallen war, aber nicht als konkrete Forderung sondern eher als weiteren Ansporn auf, sich endlich bei den Verteidigungsausgaben zu bewegen. Reagiert hat jedenfalls keiner.

    Wenig später dann bestätigte Trumps Sprecherin die Aussage, dies sei aber kein formaler Vorschlag gewesen.

    Aber wer versteht nach diesem Tag noch so recht, was Trump wirklich will?

  • Sascha Decker   |   11. Juli 2018 - 19:29

    Da steckt doch reines Kalkül des Geschäftsmannes Trump (und wahrscheinlich Aktieninhabers von Boeing, Lockheed, Raytheon und Co.) dahinter.
    Wenn durch seinen „Druck“ nun die NATO Partner alle die 2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für neue Investitionen locker machen würden, welche Rüstungsindustrie wäre denn für diesen Ansturm der Kunden gewappnet? Selbst wenn sich der Bedarf nur zur Hälfte oder weniger in den USA decken würde, wäre das ein sehr großer Deal. Und mit der neuen Marke 4 Prozent doch erst recht.
    Und bezüglich Deutschland-hier wurde doch in den USA wegen F35 und Super Hornet angefragt. Wahrscheinlich vermutet man mit genügend Druck könnte man die Entscheidung zum PA200 Nachfolger zu seinen Gunsten beeinflussen.

  • closius   |   11. Juli 2018 - 19:34

    4 % des BIP wären rund 140 Milliarden Euro im Jahr. Bei einem Bundeshaushalt von 341 Milliarden Euro für das Jahr 2018 müssten wir dann 40 % des Bundeshaushaltes für die Streitkräfte ausgeben!

    Dafür müssten wir neue Schulden machen oder massive Sozialkürzungen durchführen. Niemand in Deutschland wird eine solche Verdreifachung des Verteidigungshaushaltes unterstützen.

    Und wofür ausgeben, wenn die Rüstungsindustrie schon heute Lieferprobleme hat und wir nicht mehr als 179.000 Soldaten zusammenkratzen können im Moment? Wir müssten also die Wehrpflicht wieder einführen, um durch zusätzliche Personalausgaben diese vielen Milliarden auch ausgeben zu können.

    Für das Geld könnten wir auch Flugzeugträger und Atomwaffen beschaffen, aber wofür? Rußland müsste einen solchen Militäretat als Bedrohung empfinden….ein neues Wettrüsten würde beginnen.

    Die UdSSR hat sich einst tot gerüstet, wir sollten diesem Beispiel nicht folgen.

  • Georg   |   11. Juli 2018 - 19:37

    Es ist mittlerweile Methode von Präsident Trump, das Doppelte zu fordern, damit man die Hälfte im Verhandlungsweg bekommt und beide Seiten dies als Erfolg verkaufen können.

    Amerika hat eine Kriegsökonomie, d.h. die regelmäßigen Ausgaben für die Nachbeschaffungen der amerikanischen Kriege, z.B. in AFG und Irak, stabilisieren die amerikanische Wirtschaft und die amerikanische Beschäftigung. Außerdem ist die amerikanische Rüstungsindustrie eine erfolgreiche Exportindustrie wie in Deutschland die Autoindustrie.

    Man kann also bei den amerikanischen Ausgaben für den Verteidigungshaushalt (was angesichts der geführten Kriege schon eine Ironie des Wortes Verteidigung darstellt), auch von einer staatlichen Subvention für eine starke amerikanische Exportindustrie sprechen.

    Mitnichten lassen sich diese 3,6 % des BIP in Amerika nur als Verteidigungsausgaben interpretieren. Viele weitere amerikanische Rüstungsausgaben, bzw. Ausgaben für die Streitkräfte dienen der Sicherung einer amerikanischen Vormachtstellung an den Ölquellen dieser Welt (Südsudan usw), zur Einhegung von China und zur Begrenzung des Expansionsdranges von Russland (Georgien usw.).

    Dies kann man realistischeweise nicht als Verteidigungspolitik beschreiben, sondern als Großmachtpolitik mit den Mitteln des Militärs als Fortsetzung der politischen Mittel zur Erreichung von aussenpolitischen Zielen. Was grundsätzlich nicht verwerflich ist, aber eben keine Verteidigungsanstrengungen darstellen.

    Ich denke für Deutschland und Europa gehören daher eher bilaterale Wirtschaftsbeziehungen, der Handel zwischen den Staaten als bevorzugtes Mittel der Aussenpolitik dazu. So auch unsere Gasgeschäfte mit Russland. Wir haben auch keine Importquote von 70 % unserer Primärenergie von Russland, sondern eine Abhängigkeit von ca. 30 % unserer Erdölprodukte von Russland. Ich denke diese Quote ist im Energiemix vertretbar.

  • KaSiMir   |   11. Juli 2018 - 20:00

    4%, da leisten wir uns wieder ein Millionenheer.

    Selbst die 2% sind schon hoch für eine Nicht-Atom-Macht, bei dem BIP der BRD.
    Was dann 4%? Soll Deutschland in 15 Jahren wieder so eine Schlagkraft haben wie 1939 (im konventionellen Vergleich)?

    Das ist doch Wahnsinn!

    ——-

    Kommen wir aufs sofort 2%, denn dies erscheint mir wichtiger zu beeugen…
    Also sofort rauf mit dem Geld… Die sozialen Ausgaben nicht langsam herunterfahren sondern schlaghaft… Damit Unruhe im Land riskieren.
    Das Geld einfach gar nicht einsetzen können… OK wir können mal eben 10 Burkes in Flight IIa eben Mal mit Vorauszahlung kaufen…

    —– 21,22,23,—-

    Ich möchte gerne um einen gemeinsamen NATO Verteidigungsplan bitten, wie welche Einheiten vorhanden sein sollen… Dies bitte als konkreten Vorschlag, darüber Diskutieren und dann Mal weg von %-BIP.

  • Zimdarsen   |   11. Juli 2018 - 20:38

    So langsam fällt das Kartenhaus der EU-USA Beziehung zusammen.
    Trump ist ein Segen für Europa und ein Fluch für sein Land.
    Am Ende schadet er selbst der eigenen Rüstungsindustrie.

  • OttoW   |   11. Juli 2018 - 20:42

    Nach dieser Forderung kann man eigentlich jedes, aber wirklich jedes Wort von Trump nur noch achselzuckend in einem Ohr herein und dem anderen Ohr heraus schallen lassen.
    Meiner Meinung nach müssten langsam die Medien auch wirklich mal vom Trumpzug herunterspringen. Er benutzt sie doch nur noch um ständig irgendwo Meldungen abzufeuern und am Ende kann er sich die Schlagzeilen herauspicken, die ihm gefallen.

  • Rascal   |   11. Juli 2018 - 20:50

    Grins, vermutlich reicht es auch wenn wir einfach 1,5% vom Bruttoinlandprodukt der BRD direkt und ohne Gegenleistung an amerikanische Rüstungsfirmen oder noch besser direkt an Trump überweisen.
    Vielleicht auch in Form von Naturalien. Als Vasallenabgabe gewissermaßen.
    Spaß beiseite, hier geht es nicht um die Steigerung der Verteidigungsfähigkeit sondern um lukrative Aufträge für die jeweilige Rüstungsindustrie. Egal was man dann unterm Strich für das viele Geld bekommt. Ein deutscher Tägerverband für die Ostsee wäre doch was.

  • moth   |   11. Juli 2018 - 21:03

    ….bei den von Mr. T. aufgerufen 4%, stellt sich unweigerlich die Frage: „…..Mr. President, wieviel Promille haben sie intus?“

    Oder vielleicht doch nur eine neue Medikation.

  • Klauspeterkaikowsky   |   11. Juli 2018 - 21:23

    @Rascal
    „Ein deutscher Trägerverband für die Ostsee wäre doch was“ …
    als Bonmot nicht geeignet.

  • Simon Wendler   |   11. Juli 2018 - 21:53

    Erstaunlich, dass die unter Laien in Deutschland verbreitete Anti-Trump-Stimmung auch in einem vermeintlichen sicherheitspolitischen Fachpublikum so stark durchschlägt. Dabei ist Trumps sicherheitspolitische Bilanz durchaus positiv, was z.B. Syrien und Nordkorea angeht. Man muss den Stil des Mannes ja nicht mögen, aber Gefühle und Befindlichkeiten sind keine geeignete Grundlage für sachgerechte sicherheitspolitische Bewertungen.
    Seiner Forderung an die NATO-Partner, dass sie ähnlich hohen sicherheitspolitischen Aufwand zu betreiben könnten wie die USA, kann man auch sachlich begegnen, denn sie ist aus amerikanischer Sicht rational. Er würde sie bestimmt aufgeben, wenn die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik Signale der Annäherung gegenüber Russland aussenden würde. Deutschland wäre dann seitens der USA nicht mehr Gegenstand von Forderungen sondern von freundlichen Bitten.

  • Passivleser   |   11. Juli 2018 - 22:17

    Unglbaublich. Mal abwarten ob das so stimmt, aber der Mann hat echt keinerlei Hemmungen.

    Immerhin vertritt er mehr als 320 Milionen Menschen. Wenn nur ein kleiner Teil derartige Peinlickeiten mitbekommen und gebildet genug ist, dass es ihnen auch wirklich unangenehm ist, dann müsste das doch auch dem Trump selbst unangenehm sein.
    Man versetze sich mal in die Rolle: Bei jedem dummen Spruch schämen sich Millionen von Menschen für Dich, Du hast aber trotzdem so wenig Schamgefühl, dass Du einen nach dem Anderen raus haust und Dich auch noch toll dabei fühlst…

    Wenn Merkel so peinlich wäre würde ich im Ausland wohl jedem erzählen, dass ich Östreicher wäre…..

  • Pete   |   11. Juli 2018 - 22:26

    Ich Stimme Trump ausdrücklich zu!!

    1. Die NATO gibt nur eine Billion an „Verteidigungsausgaben“ aus.
    2. Russland gibt aber 60 Millarden aus.
    3. Weil Russland unfairerweise besser wirtschaftet sind die 60 Milliarden als aggressive Aufrüstung zu betrachten und können nur durch eine massive Aufrüstung der NATO kompensiert werden.

    Trump geht es nur um die Sicherheit und das Wohlergehen Europas

  • Passivleser   |   11. Juli 2018 - 23:28

    Unglaublich. Klar, typische Trumpsche Verhandlungstaktik, aber der Mann hat echt keinerlei Hemmungen.

    Immerhin vertritt er mehr als 320 Milionen Menschen. Wenn nur ein kleiner Teil derartige Peinlickeiten mitbekommen und gebildet genug ist, dass sie sich dafür fremd schämen, dann müsste das doch auch dem Trump selbst unangenehm sein.
    Man versetze sich mal in die Rolle: Bei jedem dummen Spruch schämen sich Millionen von Menschen für Dich, Du hast aber trotzdem so wenig Schamgefühl, dass Du einen nach dem Anderen raus haust und Dich auch noch toll dabei fühlst…

  • TobyR   |   12. Juli 2018 - 0:00

    @ Passivleser

    Wenn.

  • Pete   |   12. Juli 2018 - 0:05

    @Simon Wendler
    „…Seiner Forderung an die NATO-Partner, dass sie ähnlich hohen sicherheitspolitischen Aufwand zu betreiben könnten wie die USA, kann man auch sachlich begegnen, denn sie ist aus amerikanischer Sicht rational…“

    Nein, das ist sie nicht wenn es um reine „Verteidigung“ geht. Sie wäre das nur, wenn man unterstellen würde, dass es das Ziel der NATO Staaten sei, unter der Führung der USA die gesamte Welt militärisch beherrschen zu wollen. Das wäre der einzige rationale Grund. Mit dem Argument der „VERTEIDIGUNG“ gegen einen potenziellen Gegner geben wir bereits jetzt viel zuviel aus, zwar falsch, aber zuviel.

    Aus Sicht Europas kann diese komplett irre Vorstellung der 4 Prozent von Herrn Trump nur eine Konsequenz haben:

    Europa baut eine eigene Verteidigung gegen den einzigen potenziellen Gegner (Russland) mit eigenen Mitteln auf. Das ist relativ leicht zu bewerkstelligen angesichts der realen Fakten:

    GDP Europa/ Russland ca. 5 zu 1
    Einwohnerzahl Europa/Russland: ca. 4 zu 1

    Angesichts dieser Fakten braucht Europa keinen großen Bruder, der Europa beschützt.Europa kann sich selbst beschützen.

    Die Atlantiker werden aufschreien, aber die Diuskussion muß endlich geführt werden, sonst landet Europa im Chaos, eventuell sogar wieder einmal im Krieg. Zumindest die Kontinentaleuropäer haben dies zu oft schon erlebt. Nibelungentreue gegenüber einer falschen Strategie ist der falsche Weg.

    Wenn ich Trumps Ausdrucksweise wählen würde, würde ich sagen: Europa muß endlich einmal einen A… in der Hose haben und für sich selbst einstehen! Dann machen auch 2 Prozent Rüstungsausgaben Sinn. Aber sonst nicht!

  • SvD   |   12. Juli 2018 - 3:40

    @Simon Wendler | 11. Juli 2018 – 21:53

    Schön das Sie erstmal alle hier auf das Niveau von Laien stellen und dann direkt von Dingen zu reden die nicht existieren. Was hat Trump in Syrien verbessert und was in Nordkorea. Schießen Sie los, dann haben wir alle was zu lachen.

    „Man muss den Stil des Mannes ja nicht mögen, aber Gefühle und Befindlichkeiten sind keine geeignete Grundlage für sachgerechte sicherheitspolitische Bewertungen.“

    Trump handelt nur aus dem Bauch heraus und auf Grund seines gekränktem Nationalstolzes bzw. dem seiner Berater. Es gibt keine Strategie, keine Risikoanalyse, einfach nur aggressives Gehabe. Teilweise kommt das 1:1 von Fox News, dem Nachrichtensender der so wenig mit Nachrichten am Hut hat wie kein anderer Sender in den USA.

    Wie ich bereits an anderer Stelle sagte, Trump eskaliert bei seinen Forderungen mit der Zeit. Damit erreicht man nichts, man macht sich irgendwann nur lächerlich. Verhandlungspartner wenden sich vielleicht gänzlich ab. Es ist wie bei seinen Wahlkampfveranstaltungen, wo er immer noch von Dingen redet, die er vor 2,5 Jahren versprochen hat. Er bekommt nichts geregelt. Sein Regierungshandeln ist innenpolitisch rein destruktiv. Solange er alles abwracken kann was Obama geschaffen hat ist er zufrieden.

    „Seiner Forderung an die NATO-Partner, dass sie ähnlich hohen sicherheitspolitischen Aufwand zu betreiben könnten wie die USA, kann man auch sachlich begegnen, denn sie ist aus amerikanischer Sicht rational.“

    Da stimme ich sogar zu. Die Nato wird in den USA als die unwillige Fremdenlegion betrachtet und von dem Standpunkt aus ist es rational zu fordern, dass EU Streitkräfte bei den US Brandstiftungen in der Welt mehr Engagement zeigen.
    In Trumps Beraterkreisen war der Einmarsch in den Iran tatsächlich ein Thema, sogar öffentlich verkündet.

    @Passivleser
    Den Trump Wählern ist nichts peinlich. 70 – 80% haben ihren Diktator auserkoren, denen ist alles egal. Umfragen bestätigen das regelmäßig.
    Auf Grund des Wahlsystem zählen die Stimmen in den menschenleeren Flächenstaaten wesentlich mehr. Die Demokraten in den USA sind politisch genau so Opposition wie hierzulande die Groko SPD.
    Trump könnte durchaus wiedergewählt werden.

  • Hauke Timme   |   12. Juli 2018 - 5:31

    Ja wenn Passivleser.
    Gibt dafür leider noch nicht allzu viele Anzeichen. Selbst die Landwirtschaft die unter einem Handelskrieg leiden würden stehen „noch“ zu Trump.
    Man kann die Sache eigentlich nur irgendwie ausstehen und eben hoffen das es nicht wieder Trump wird…

  • Zimdarsen   |   12. Juli 2018 - 6:14

    @Simon Wendler   |   11. Juli 2018 – 21:53

    „Erstaunlich, dass die unter Laien in Deutschland verbreitete Anti-Trump-Stimmung auch in einem vermeintlichen sicherheitspolitischen Fachpublikum so stark durchschlägt.“

    Liegt evtl an der unterschiedlichen Bewertung von nachhaltigen Erfolg.

    „Dabei ist Trumps sicherheitspolitische Bilanz durchaus positiv, was z.B. Syrien und Nordkorea angeht.“

    Hat sich die Situation in Syrien und NK durch Trump verbessert? Was haben die USA zum Schutz der Geflohenen getan? Welche Rolle spielen die USA beim IS?

    „Man muss den Stil des Mannes ja nicht mögen, aber Gefühle und Befindlichkeiten sind keine geeignete Grundlage für sachgerechte sicherheitspolitische Bewertungen.“

    Ja, dann mal los.

    „Seiner Forderung an die NATO-Partner, dass sie ähnlich hohen sicherheitspolitischen Aufwand zu betreiben könnten wie die USA, kann man auch sachlich begegnen, denn sie ist aus amerikanischer Sicht rational.“

    Sieht das Fachpblikum anders, den Ausgaben für Militär, sind nicht gleich Ausgaben für Verteidigung. Wer Kriege anzettelt muss sich nicht über den Preis wundern.

    “ Er würde sie bestimmt aufgeben, wenn die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik Signale der Annäherung gegenüber Russland aussenden würde. Deutschland wäre dann seitens der USA nicht mehr Gegenstand von Forderungen sondern von freundlichen Bitten.“

    Das glaubt keiner, denn das Geschäftmodell von T.D. ist ein anderes.

  • Blackbox   |   12. Juli 2018 - 7:59

    Gemach meine Damen, die „fat lady“ hat noch nicht gesungen

    PS:

    Bei den „NATO / DEU vs Russland“ Vergleichen bitte auch die Personalkosten mitdenken.

    Ein sibirischer Feldwebel kostet sich weniger als ein sächsischer, vom murricanischen ganz zu schweigen …

  • zardoz   |   12. Juli 2018 - 8:28

    Aber Leute, ihr vergisst doch alle was. Trump hat doch in seiner „Weitsicht“ die Space Force
    gegründet. Also mit 4% könnte man auch endlich mal das Weltall besiedeln. Also so ne
    Raumstation aus 2001 die durch die Drehung eine künstliche Schwerkraft erzeugt, wird es
    sicherlich mit den Kosten von einen Trägerverband aufnehmen.
    Dann kommt noch ne schicke Mondbasis hinzu, ganz abgesehen vom Mars.

    Abgesehen davon das die „Space Force“ sicherlich auch solch hübschen Spielsachen wie aus der
    Serie „Space: Above and Beyond“ dann irgendwann mal haben möchte. Dann werden auch die
    4% nicht mehr reichen. Sieht ihr, der Mann hat ein Plan……… =)

  • Pete   |   12. Juli 2018 - 8:30

    @Blackbox
    „Bei den „NATO / DEU vs Russland“ Vergleichen bitte auch die Personalkosten mitdenken.
    Ein sibirischer Feldwebel kostet sich weniger als ein sächsischer, vom murricanischen ganz zu schweigen …“

    1. Na ja, bei dem Vergleich von 60 Milliarden (Russland) zu 1 Billion (NATO) für „Verteidigungausgaben“ sind die geringeren Personalkosten des sibirischen Feldwebels nicht ganz so ausschlaggebend.

    2. Russland muß sich nicht nur an der Westgrenze verteidigen sondern hat mit diesen 60 Milliarden ein riesiges Territorium zu sichern. Da ist Europa schon in einer komfortableren Lage.

  • Zimdarsen   |   12. Juli 2018 - 9:12

    @Blackbox

    „Ein sibirischer Feldwebel kostet sich weniger als ein sächsischer, vom murricanischen ganz zu schweigen …“

    Vorsicht beim Verwenden des Begriffes der Kosten. Staatliche Ausgaben für Personal sind nicht zwingend volkswirtschaftliche Kosten. Man kann Systeme nicht vergleichen, wenn man nur einzelne Kostenstellen gegenüberstellt, sondern muss die Ausgaben im Kontext des Systems in der Volkswirtschaft sehen. Der Feldwebel in Sibirien bezahlt für seine Unterkunft gut etwas weniger als der Deutsche und die Rückflüsse an den Staat durch Steuern sind in der BRD beträchtlich. Volkswirtschaftlich sollten deshalb Personalkosten anders betrachtet werden als Rü-Invest für ausländische Produkte (zB Flugzeugen aus den USA) den ohne Tauschgeschäft und Produktionsanteil ist das Geld dann wirklich weg. Die imensen Ausgaben der USA bleiben zumeist im Land, da sie selbst da Toilettenpapier in Ramstein und AFG aus den USA einfliegen. Deutsche Soldaten in den USA hingegen geben ihr Geld zum großen Teil in den USA/Ausland aus.

    Die 2% Diskussion ist überflüssig wenn man nicht die gleiche Basis hat.
    Wie viel Geld geht für was in die Verteidigung und welcher Anteil sichert unser Recht und unsere Freiheit.

    Was geschieht mit dem Geld welches die USA in den letzten 28Jahren in das Militär stecken? Bestimmt kaum mehr Recht und Freiheit in Europa.

    Das Gegenteil ist der Fall, die USA und ihre Koalitionen haben mit ihrem Engagement erst zu einem großen Teil zur heutigen Situation beigetragen. Dabei brechen die USA noch fast wöchentlich bestehende Verträge (nicht nur wage, auslegbar Zusagen).

  • Zimdarsen   |   12. Juli 2018 - 9:45

    „Dabei leistet sich Deutschland vielleicht eine der teuersten Armeen der Welt, wenn man bedenkt, dass es eine Armee ist, die gar nicht funktioniert. Deutschland zahlt 2018 rund 42 Milliarden Euro für eine Armee, die «nicht einsatzfähig» ist, wie der Wehrbeauftragte des Bundestags, ein Sozialdemokrat, vor zwei Monaten meldete. (NZZ)

    Das ist der eigentliche Aufreger und das würde mit 2% nicht besser.

  • Jens   |   12. Juli 2018 - 10:01

    Darf ich zu der Bewertung des russischen Verteidigungsbudgets anmerken, dass in Russland jedes öffentliche Projekt durch Korruption, Diebstahl, Schlamperei extrem verteuert wird. Ich finde die Quelle nicht, aber ein Autobahnkilometer soll aufgrund dieser Ursachen 2-3mal so teuer sein, wie im Hochlohnland Deutschland. Das ganze aufs Verteidigungsbudget umgerechnet, wir könnten mit 20-30 Mrd das gleiche leisten wie Russland aktuell. (Unseriöse Schätzungen bitte nicht zu ernst nehmen). Der russische imaginäree Feldwebel mag weniger Sold erhalten, aber da er mehrmals die Woche einen Kanister Treibstoff gegen Wodka tauscht, dürfte der niedrigere Sold durch die höheren Rüstungsausgaben für Treibstoff zumindest teilweise ausgeglichen werden. Es sei denn, im Gegensatz zum übrigen Russland, sind die Streitkräfte ein Musterbeispiel an Effizienz, Kriminalitäts- und Korruptionsfreiheit. Ich hoffe, meine laienhafte Anmerkung wird nicht als Getrolle wahrgenommen, das war nicht meine Absicht, ich wollte nur den Aspekt Kriminaltiät/Misswirtschaft in die Debatte einbringen.

  • JMWSt   |   12. Juli 2018 - 12:18

    Wenn ich mal kurz zurückblicken und zusammenfassen darf…
    BRD 1989:
    Verteidigungshaushalt: ca. 27,5 Mrd. €, Anteil am Bundeshaushalt ca. 18% (!), Anteil am BIP (Preisbasis 1995): 1,96%. Quellen: BMF, PWDB.
    Ich frage mich da mit Blick auf „heute“, wo sind denn die ca. 13-14% Anteil am Bundeshaushalt geblieben? Wohltaten, Almosen, kollektive Beruhigungsmittel, dunkle Kanäle?
    Einen „Flugzeugträger“ hatte die Bw einmal: Schleswig Holstein. (Die Ironielampe blinkt kurz)
    Wir könnten auch wieder zurück zum 1%-Standard, wenn es um die Größe der Streitkräfte geht. (kurzes Aufflackern der Lampe)
    Vielleicht sollten die Ausgaben für Verteidigung an der Pro-Kopf-Wirtschaftskraft festgemacht werden?! Und nicht an der Wirtschaftskraft allgemein. Dann kann man auch genau sehen, wie „wertvoll“ der einzelne Bürger für den Staat als Ganzes ist, und wie viel sich dieser dann die Sicherheit pro Kopf kosten lässt.

  • reiner   |   12. Juli 2018 - 15:12

    Ist das 2%-Ziel Mist ? – dann hätte man es nie zusagen dürfen.
    Oder werden solche Abmachungen hochbezahlter Politiker grundsätzlich im Suff ausgehandelt ?
    Oder das Ziel ist vernünftig – dann Schluß mit den peinlichen Ausreden,
    die vor allem
    die Bundeswehr und den Teil der Bevölkerung, der noch hinter ihr steht der Lächerlichkeit preisgeben

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Juli 2018 - 19:28

    @Pete | 12. Juli 2018 – 0:05
    „Das ist relativ leicht zu bewerkstelligen angesichts der realen Fakten“
    Das wäre ein Akt der Unmöglichkeit, reine Zahlenvergleiche fließen dabei ausschließlich – in erweitertem Verständnis – in den Wert „Kampfkraft“ ein.
    Selbst wenn dabei geblieben würde, fehlte das Wesentliche, das allein die USA bieten können:
    Die nukleare Schlagkraft als Gegengewicht zu den RUS Fähigkeiten einschließlich de einzigartigen maritimen Komponente, sowie die strategische Tiefe.
    Eventuelle Verweise auf entsprechende GBR oder FRA Module können nicht verfangen. Unabhängig davon was mit eigenständigen europäischen militärischen Befähigungen einst geschehen wird, eines ist unumstößlich: Niemand in London oder Paris unterstellt nationale nukleare Kampfkraft der EU.
    Entscheidend ist aber stets der „Gefechtswert“. Dabei fehlt derzeit, und ich bin ziemlich sicher auch künftig, die einheitliche europäische Führung und das gemeinsame, unumstößliche Verständnis zur Verwendung von Streitkräften sowie zum Einsatz von Truppe im Kampf; der erforderliche Commander-in-Chief Europas wird nie das Gewicht einer US- oder RUS Entsprechung haben.
    Wer das leugnet, belügt sich und andere.
    Selbst bei (Sicherheits)Politikern unterstelle ich Unkenntnis über das Wesen der Verwendung von Armeen, u.a. weil, wir hatten es bereits, das Kriegsbild fehlt und eine Diskussion dazu nicht angenommen wird.

  • Escrimador   |   12. Juli 2018 - 19:56

    Danke reiner, und das meine ich ernst.
    Zusagen und nicht einhalten wollen ist fake news- Produktion.

  • Zimdarsen   |   12. Juli 2018 - 21:44

    @Klaus-Peter Kaikowsky  

    „Niemand in London oder Paris unterstellt nationale nukleare Kampfkraft der EU“

    Na und? Die USA machten das bisher auch nicht. Doch es gibt kaum ein Szenario wo die EU durch Gegner/RUS im Bestand bedroht wird und FR nicht, zudem ist Artikel 5 nicht so verpflichtend wie der Vertrag von Lissabon. Doch bin ich mir sehr sicher, dass FR mit DEU gemeinsam, zumindest nach dem Modell Bücher, Somderwaffen vorhalten würde.

    Was die USA haben muss uns nicht zwingend fehlen.

  • Escrimador   |   13. Juli 2018 - 9:08

    Wer glaubt, dass wir für Verteidigung schon genug ausgeben, ist überzeugt, dass wir die USA für unsere Verteidigung nicht brauchen? Denn wenn wir genug ausgeben können wir uns ja alleine (oder im europäischen Rahmen) verteidigen.

    Wenn wir uns tatsächlich gegen Russland verteidigen müssten, würden wir wohl wieder eine Wehrpflicht brauchen, selbst wenn uns die USA helfen.

    Erwartet tatsächlich jemand, dass sich der amerikanische Präsident Gedanken darüber macht, dass wir nicht in der Lage sind, Rüstungsausgaben sinnvoll zu tätigen? Soll er uns da auch noch Vorschläge machen?

  • MatthisM   |   13. Juli 2018 - 11:37

    @Klaus-Peter Kaikowsky

    Man merkt bei fast jedem Kommentar an, dass sie ein alter kalter Krieger sind.
    Ich kann da @Pete nur zustimmen, für eine reine Verteidigungsgemeinschaft benötigen wir die „einzigartigen maritimen Komponente, sowie die strategische Tiefe“ der Amerikaner nicht.
    Klar, hier und da müsste man schon an der Stellschraube drehen, aber garantiert nicht bei den Atomwaffen.

    [Unterschiedliche Meinungen hier gerne, persönliche Anwürfe bitte nicht. T.W.]

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