Militärische Stärke der Bundeswehr: Es werden nicht mehr

MUNSTER 14okt2016 Ð InformationslehrŸbung Landoperationen (IL†) von Heer, StreitkrŠftebasis und SanitŠtsdienst auf den TruppenŸbungsplŠtzen Munster und Bergen Bergetrupp des Instansetzungszuges bei der Einsatzbesprechung

Die Bundeswehr wird einfach nicht größer. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte am (heutigen) Dienstag, wie üblich unter dem ständig gleichbleibenden Link die aktuelle militärische Personalstärke für den September 2016. Die Zahl der Soldatinnen und Soldaten insgesamt ist von 176.509 auf 176.162 leicht gesunken; die wichtigere Zahl der Zeit- und Berufssoldaten von 167.507  auf 167.752 noch leichter gestiegen – und nach wie vor deutlich entfernt von der angestrebten Zahl von 170.000 noch in diesem Jahr.

Die aktuellen Zahlen, Stand Ende September 2016:

176.162 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 956
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 1.438
Streitkräftebasis: 40.826
Zentraler Sanitätsdienst: 19.479
Heer: 60.083
Luftwaffe: 27.859
Marine: 15.763
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 945
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.771
Bereich Personal: 7.042, davon 4.320 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 167.752 Berufs- und Zeitsoldaten und 8.410 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt Januar bis September: 9.795).

Zur Bundeswehr gehören 19.627 Soldatinnen.

Stand: 30. September 2016

Wie üblich (und nur bei Augen geradeaus!) die Vergleichszahlen:

August 2016

Juli 2016

Juni 2016

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

(Foto: Instandsetzungs/Bergetrupp bei der ILÜ 2016 in Munster)

179 Kommentare zu „Militärische Stärke der Bundeswehr: Es werden nicht mehr“

  • ThoDan   |   20. Oktober 2016 - 23:32

    @Hans Dampf  

    Auf Kinderstube habe ich mich aber bezogen und Fachkenntnisse und zwar bis in Bereiche mkn Beleidigungen im juristischen Sinn waren.

    Wenn Wert aufs Äußere gelegt wird, sollten die Dienstanzüge vernünftig passen und Sitzen – nicht die Hosen zu lang, die Jacken sitzen wie 2 Wahl(nichts was ein kompetenter Schneider nicht innerhalb eines Tages hätte in Ordnung bringen können)…., schon gar nicht bei einem öffentlichen Auftritt.
    Von Biesen etc. rede ich gar nicht
    Ich bin der Meinung, ein Soldat muss so ausgebildet werden, das er beurteilen kann wie er die befohlene bzw. erforderliche Anzugsform entsprechend seinen persönlichen, dienstlichen Erfordernissen und Bedürfnissen anpassen kann und in dem Sinn habe ich mehr als starke Zweifel ob die BW Anzug kann.

    Fähigkeiten im Gelände, Technischer Dienst etc. halte ich doch für erheblich wichtiger als Formaldienst in allen Ausprägungen(dessen Sinn ich sowieso nur begrenzt verstehen kann) und könnte einem Vorgesetzten keine Vorwürfe machen der seine Prioritäten entsprechend setzt.

  • Hans Schommer   |   20. Oktober 2016 - 23:54

    Die Untrennbarkeit von formaler Disziplin und funktionaler Disziplin sollte unstrittig sein. Ds gilt meiner Erfahrung nach in allen Bereichen des militärischen Wirkens – Krieg [Einsatz] und Frieden.
    Hans Schommer

  • Hans Dampf   |   20. Oktober 2016 - 23:57

    @ ThoDan:

    Mir lag es fern, derartiges schlechtes Verhalten zu verteidigen oder gar zum Erziehungsgegenstand zu machen. Was verstehe ich unter „Erziehung“.Die Vermittlungen und Durchsetzung von Grundsätzen, auch wenn sie unangenehm sind, z.B.: „Erst das Ross, dann der Reiter.“ Ich komme von der Übung zurück, bereite Fahrzeuge, Ausrüstung und Waffen nach – und dann geht es unter die Dusche oder an den Trog, nicht umgekehrt.
    Mein Referenzrahmen sind andere, westliche Streitkräfte. Ich kann mich noch an einen Bataillonsappell vor rund fünf Jahren erinnern, bei dem auch eine Abordnung des niederländischen Patenverbandes zugegen war. Diese ist auf den Appellplatz marschiert. Die deutschen Einheiten kamen dort hineingestolpert. Da frage ich mich dann schon: Wieso können die das, und wieso wir nicht? Wieso rannte beim deutschen Infanteriezug in AFG jeder rum, wie er wollte, wieso nicht beim kroatischen Zug? Diese Beobachtungen veranlassen mich zu der Auffassung, dass hier etwas im Argen liegt.
    Ich will keinem vorschreiben, ob er eine lange Unterhose trägt oder nicht, ob er dicke oder dünne Socken trägt. Aber ich überlasse es nicht dem Gusto des Soldaten, ob er im Gefechtsdienst die Schutzausrüstung trägt oder nicht. Das ist Führung und Fürsorge zugleich.

  • Chuck   |   21. Oktober 2016 - 0:04

    Gibt es für Bundeswehrsoldaten eigentlich auch ein Gesetz (Godwin-Law) das einem aufzeigt:
    Egal welches Thema du hast, irgendwann landest du beim Anzug.

    Im Endeffekt fallen viele Faktoren zusammen die ein großes ganzes Problem machen.

    – Pendeln
    – geringe Wertschätzung der Gesellschaft
    – fragwürdige Führungsprinzipien und Personen
    – mangelhafte Altersabsicherung für SaZ
    – schlechtes Material
    – kein wirklicher Auftrag
    – Stationierung am A der Welt
    – Bürokratisierungswahnsinn
    etc. etc.

    Schaut euch doch mal um, die ganzen Start-Up Firmen mit neuer Arbeitsphilosophie:
    Google etc. machen es doch vor wo moderne Arbeitsführung hingeht:

    Kickern
    5 Stunden Tage
    freies Essen und trinken
    Sauna
    Kreativbüros
    IBM hat sogar ein Raum nur mit Musikinstrumenten wo die Mitarbeiter sich austoben können.
    Sprich: keine starren Arbeitszeitmodelle.
    Und diese Firmen haben die besten Mitarbeiter der Welt.
    Oder ein Maschinenbauunternehmen aus dem Siegerland, die von ihrem männlichen Arbeitnehmern verlangen in Elternzeit zu gehen und weiterhin 100% Gehalt bekommen

    Ich meine, für eine Behörde werden immer andere Maßstäbe gelten als für private Unternehmen. Aber gänzlich an alten Strukturen festhalten wird die folge haben, nur noch Personal zu bekommen, die auf den Job angewiesen sind und nicht welche die ihre Arbeit gerne machen.

    Aber unterhaltet ihr euch weiterhin über den Anzug, DAS ist nämlich das wahre essentielle Problem *hust*

  • Insider   |   21. Oktober 2016 - 0:09

    @SER
    Die Doorgunner sind das Paradebeispiel dafür, für das was man mit Bestandspersonal eben nicht machen sollte. Ich durfte 2012 zu Heeresfliegerzeiten übergangsweise mal einen solchen Zug führen, weil die disziplinaren Maßnahmen etwas Überhand nahmen. Damals handelte es sich um SAZ 8 die teilweise 8- 10 Auslandseinsätze hatten. Wie schon ein anderer im Laufe dieses Blogs schrieb, sagte man auch diesen Jungs das ihr Dienstposten nur für den Einsatz relevant sei. Im Heimatstandort kamen die Jungs kaum zum Fliegen, da die CH-53 in D immer ohne Doorgunner fliegt. Hier hatte man also keine richtige Aufgabe für die Jungs, außer irgendwelchen Jobs für die sich niemand anderes fand. Wer schon einmal mit russisch stämmigen Mannschaften zu tun hatte, kann sich ausmalen was aus Langeweile so alles passierte. Ich habe damals dafür plädiert diesen Zug aufzulösen und den Jungs eine vernünftige Zweit ATN für den Friedensbetrieb zu geben. Dazu kam es aufgrund des Fähigkeitstransfers Hubschrauber aber nicht mehr.
    Diese Mannschaften will man nun auf 25 Jahre verlängern. Das heißt, ich habe irgendwann einen 38jährigen OSG mit geschätzt 20 Einsätzen, der zu Hause von einem jungen Olt 21Jahre (ohne Erfahrung) geführt werden soll. Ich wünsche dem Olt viel Glück…
    Ob diese Konstellation jetzt in der Luftwaffe noch so ist kann ich nicht sagen. Ich hoffe nicht. So haben die Jungs nach 25 Jahren keine Chance auf dem Arbeitsmarkt.

  • Hans Schommer   |   21. Oktober 2016 - 0:16

    @ Chuck | 21. Oktober 2016 – 0:04
    Wenn Sie ungefähr 20 Jahre Zeit haben, ackern Sie dieses Blog mal durch. Dann werden Sie feststellen, dass Anzug da nur am Rande stattfindet. Zugegebener Maßen: Wenn, dann richtig. Ist halt auch ein Thema – das muss man als Zivi halt ertragen – verstehen braucht man es ja nicht.
    Hans Schommer

  • ThoDan   |   21. Oktober 2016 - 0:49

    @Hans Schommer  

    Ist das wirklich so unstrittig? Jena und Auerstedt vs Nach der Schlacht mögen Majestät über meinen Kopf verfügen

    @Hans Dampf

    Beim Ross bin ich absolut bei ihnen, im Vernünftigen Rahmen auch beim Gerät.

    Nur was machen die Niederländer anders?
    Denn mkn machen die SAZV schon länger und entschlossener, mkn waren die in der Türkei zur Veranstaltung befohlen, am nächsten Tag haben Sie diese Stunden abgefeiert, ungeachtet der Schnappatmung von Verbündeten.

    „Wieso rannte beim deutschen Infanteriezug in AFG jeder rum, wie er wollte“

    Ich las von einer BW Ärztin die sich IIRC Schiesshandschuhe im IIRC PX besorgen musste – weil die BW ihr keine passenden stellen konnte

  • ThoDan   |   21. Oktober 2016 - 0:53

    @Insider

    Niemand hat sich die verantwortlichen Vorgesetzten mal mit dem Wehrstrafgesetz vorgenommen?

  • MA   |   21. Oktober 2016 - 5:43

    @ Georg, 20. Oktober 2016 – 19:50

    1+

  • PersGewinner   |   21. Oktober 2016 - 7:55

    @Georg
    Zum einen führe ich durchaus Dienstaufsicht und springe nicht „einfach so“ meinen Karriereberatern bei, zum anderen hatte ich auch explizit diejenigen ansprechen wollen, die Soldaten sind oder vllt vor kurzem noch waren und wissen, dass ein konkreter Hinweis an einen zuständigen Vorgesetzten mehr bringt als die pauschale Abfertigung „der“ Karriereberater hier…

  • Insider   |   21. Oktober 2016 - 11:42

    @ThoDan
    Ich verstehe die Frage nicht. Die Vorgesetzten haben grundsätzlich nichts strafrechtlich relevantes gemacht. Die Jungs sind/waren mit Erst ATN BordSichSdt. Wenn man die im Frieden weitgehend nicht braucht, ist das ein Problem der STAN. Die lässt sich nicht mal eben so ändern.

  • ThoDan   |   21. Oktober 2016 - 12:56

    Liest sich für mich nach Verletzung der Fürsorgepflicht des Vorgesetzten, Pflicht zur Kameradschaft.

  • SER   |   21. Oktober 2016 - 13:10

    @ Insider

    Zu 100% richtig und folgerichtig !!!

    @ Koffer

    Was sollen diese „Qualitätskontakte“ heißen ? Das man Leute am Telefon hat oder per Email die über einen Schulabschluß verfügen ? Bitte um kurze Erläuterung was sich dahinter verbirgt …

  • Koffer   |   21. Oktober 2016 - 17:00

    @Zyniker | 20. Oktober 2016 – 22:17
    Entschuldigung, aber das ist ein gutes Beispiel für die äußerst seltsame Kritik an der Nachwuchsgewinnung hier in diesem Diskussionsfaden

    Die NachwGO hat keinerlei Auftrag studierte, ungediente „Reserveoffiziere“ zu gewinnen. Und neben bei gibt es auch kaum Bedarf für diese „Kategorie“ Bewerber und für die wenigen Dienstposten wo es da einen Bedarf gibt, haben wir eine Bewerberquote von zwischen 1:50 bis 1:100.

    Nochmals weder Auftrag noch Bedarf rechtfertigen Ihre Kritik!

    Und die fehlerhafte Anrede: unschön, aber wem das bei einem Standardbrief noch nie passiert ist, der werfe den ersten Stein!

    @all
    Das ist ein gutes Beispiel für die allgemein unsachliche Kritik hier im Faden.

    Es besteht (aus einem mir nicht wirklich begreiflichen Grunde) eine aktuell hohe Unzufriedenheit mit der Bundeswehr, Deutschland und der Welt und diese wird hier gerade „abgeladen“.

    Sehr seltsam :(

    @ThoDan | 21. Oktober 2016 – 0:53
    Was hat das denn mit dem WehrSTRAFgesetzbuch zu tun?!

    @SER | 21. Oktober 2016 – 13:10
    Qualitätskontakte unterscheiden sich von normalen Kontakten z.B. dadurch, dass ein tatsächlicher Bewerbungswille vorhanden ist.

    Eine Aussage auf Facebook wie „ich hätte Interesse, meine Daten sind“ oder eine unverbindliche Interessensbekundung auf einer Messe oder am Telephon zählt hier nicht.

    Davon gibt es weitere X00.000 pro Jahr!

    Die von mir angesprochen Qualitätskontakte sind durchgeführte, persönliche Termine.

  • Koffer   |   21. Oktober 2016 - 18:29

    @SER | 21. Oktober 2016 – 13:10
    KORREKTUR meiner Formulierung von 17:00

    Nicht „Bewerbungswille“, sondern richtiger ist „Bewerbungsinteresse“. Ich bin da in die falsche Definition gerutscht. Der Bewerbungs“wille“ ergibt sich definitorisch erst nach der Erstberatung (oder auch nicht, wenn der Interessent danach keinen Bewerbungswillen entwickelt ;) ).

  • AoR   |   21. Oktober 2016 - 19:00

    @Chuck: Vergleich unzulässig. Die BW ist eine ausführende Institution, was sie beschreiben sind Kreativfunktionen. Haben sie schon mal in einem Konzern gearbeitet? Im Werk? Anglikanischer Konzern?

    Wir haben einen schönen Bogen zur CMS Compliance: Anonyme Anrufe bei der Compliance Hotline… ohhh.

    @Koffer: Glücklich werden ist eine individuelle Aufgabe. Da kann der Arbeitgeber wenig machen:

    Fortbildung, Sportgruppen, Teambuilding, Gemeinsames Singen und Musizieren etc… Kameradschaft ist ja gegeben.

    Und wenn ein Zustand schlecht geredet wird, dann wird er schlecht. Daher Zustimmung.

    @BW: Ihr seit HELDEN, Kurden gerettet und Flüchtlingskrise bewältigt, Daesh mittels indirektem Eingriff gebrochen. Hallo?

    [Was ist ein anglikanischer Konzern? Das Gegenstück zu einem katholischen Konzern? T.W.]

  • Zyniker   |   21. Oktober 2016 - 20:46

    @Koffer: Auf der taktischen Ebene der Personalgewinnung gebe ich Ihnen zum Teil Recht. Keine bis wenig Dienstposten und gute Bewerberquoten. Auftrag ist SaZ gewinnen (d.h. Listen füllen) und nicht allgemeine Öffentlichkeitsarbeit. Da muss man sich in dem von mir beschriebenen Fall nicht bemühen. Man könnte es jedoch trotzdem, etwa weil es dem allgemein gebotenen Dienstverständnis entspricht und darüber hinaus einen negativen Eindruck über die Bundeswehr beim Bürger vermeidet. Eigentlich selbstverständlich, oder?

    Auf der strategischen Ebene läuft darüber hinaus aus meiner Sicht etwas schief, wenn die Bundeswehr auf solche Bewerber scheinbar verzichten kann, im Gegenzug aber einen 300 Mio. Euro Auftrag für Beratungsleistungen an Unternehmen ausschreiben möchte, bei der solche Absolventen stattdessen anheuern. (Quelle: Zeit Online 07/16, T.W. hat 03/16 208 Mio. Euro angegeben) Es läuft etwas schief, wenn die Bundeswehr einfach so auf „Top-Performer“ verzichten kann, um die in der Wirtschaft mit sehr viel Geld gerungen wird und die sich aus nicht-monetären Gründen für den Dienst in der Bundeswehr interessieren. Und es läuft etwas schief, wenn die Bundeswehr solchen ungedienten Absolventen realistischerweise nichts anderes zu bieten hat, als die genannte Reserveoffizierlaufbahn (von den sehr wenigen Ausnahmen, wie Mil-Geo, abgesehen; realistischerweise bezieht sich darauf, dass der Einstieg als SaZ 13 und der höhere Dienst als Beamte in der Wehrverwaltung nicht attraktiv für genannte Kandidaten sind). Aber ja, das ist kein Problem der Ausführungsebene.

  • Koffer   |   21. Oktober 2016 - 21:03

    @Zyniker | 21. Oktober 2016 – 20:46
    Zum taktischen: Passiert halt leider auch mal bei über 100.000 Qualitätskontakten und X00.000 Gesamtkontakten. Aber wie gesagt: Form unschön, inhaltlich absolut richtig gehandelt.

    Zum operativen (strategisch möchte ich das nicht nennen): Sehe ich nicht so! Wir brauchen keine „Neckermann-Offiziere“. Wenn wir Spezialwissen benötigen kaufen wir es auf dem Markt als Beratungsleistung wenn es temporäres Spezialwissen ist oder machen den Bewerber zum Beamten des höheren Dienstes, wenn es dauerhaft benötigtes , aber nicht-militärisches Spezialwissen ist. Offiziere sind dazu da Menschen zu führen und Spezialwissen in militärischen Fragen aufzubauen.

    Das Offizierspatent verschenkt man nicht an irgendeinen (Post)-graduierten.

  • Hans Dampf   |   21. Oktober 2016 - 23:05

    @ ThoDan:

    Es wäre wunderbar, wenn ein neues, mögliches „Jena und Auerstedt“ einzig der Anzugsfrage geschuldet wäre. Dann würde ich mich beruhigt zurücklehnen und sagen: Alles schick, Freunde. Die Einschätzung „bedingt abwehrbereit“ wäre ein Ritterschlag für die Bundeswehr. Die Bundesrepublik Deutschland schafft es offenkundig, unter Aufbietung aller Kräfte, eine ganze Brigade zu mobilisieren – ein Planspiel für den großen Generalstab. Nicht in Rennes, sondern in Strausberg, ääh, Berlin. Ein Land mit 82 Millionen Einwohnern, das wirtschaftlich das zweitstärkste Land in der NATO ist. Und da gibt es Leute, die sich wundern, wieso sich der ein oder andere ungläubig fragt, was in diesem Land eigentlich so vor sich geht.

    @ Chuck:

    Wenn überhaupt ein Vergleich statthaft wäre, dann der unter BOS. Wollen Sie behaupten, dass die Polizeien der Länder oder des Bundes durch ihre Familienfreundlichkeit oder „soft skills“ punkten? Wenn man deutsche Schüler fragt, steht – meines Wissens nach – die Polizei auf Platz 1 in puncto Berufswunsch. Die „soft skills“ können also nicht das entscheidende Kriterium sein, es sei denn, man empfindet es als „soft skill“, jedes Wochenende auf Demonstrationen, Fußballspielen und anderem Unsinn zu verbringen – oder bei jeder Personenkontrolle die Hand an Pistole und Funkgerät haben zu müssen, um rasch einen Zug Bereitschaftspolizei zur Untersützung für popelige polizeiliche Maßnahmen hinzuziehen zu können.
    Der Hase muss also anderweitig im Pfeffer liegen. Ich persönlich denke eher, es geht in Richtung: Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Bundeswehr findet kaum mehr statt. Ich hörte es heute im Zug: „Oh, die Bundeswehr gibt es ja auch noch“, als ein Soldat durch den Zug ging. Mich würde ja interessieren, wie hoch die Bewerberquote für die Offizierlaufbahn wäre, wenn es nicht das bezahlte Studium gäbe – man schlägt sich ja diesbezüglich gern selbst die Schulter blau. Und ja, ich bekenne freimütig: Ich bin ein überzeugter Anhänger der Wehrpflicht. Weil es genau der Sinn der Wehrpflicht war, genügend Personal für die Streitkräfte zu generieren, damit diese ihren verfassungsmäßigen Auftrag ausführen können. Wenn dies, in Zeiten wesentlich geburtenstärkerer Jahrgänge, ohne Wehrpflicht machbar gewesen wäre, dann hätte es keinen Sinn ergeben, diese überhaupt – nach zwei verlorenen Weltkriegen – zu implementieren. Aber derartige Überlegungen sind ja heute verpönt, da ja nicht sein kann, was nicht sein darf…

  • AoR   |   22. Oktober 2016 - 14:07

    @TW: Anglikanische Welt, neo-kapitalistische Vorstellungen zur Ressourcensteuerung. Arbeitskraft liegt dann als Ressource vor. Zentraleuropa hat z.b eine eher sozial-liberale polit-ökonomische Ordnungspolitik.

    Beispiel europäische Verträge und eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Vertretungsrecht der Arbeitnehmerschaft in Aufsichtsräten fällt. In den USA sind die Leute unglaublich gerne beim Militär, weil das kümmert sich.

  • Koffer   |   22. Oktober 2016 - 17:25

    @AoR | 22. Oktober 2016 – 14:07
    Ich denke Sie meinen anglo-amerikanisch, oder? Die anglikanische Kirche (in den USA auch gemeinhin „Episkopalkirche“ genannt) hat ja eher weniger mit einer bestimmten Wirtschaftspolitik zu tun, oder verstehe ich da etwas falsch?

  • Zimdarsen   |   22. Oktober 2016 - 17:56

    @Hans Dampf

    „Wollen Sie behaupten, dass die Polizeien der Länder oder des Bundes durch ihre Familienfreundlichkeit oder „soft skills“ punkten? Wenn man deutsche Schüler fragt, steht – meines Wissens nach – die Polizei auf Platz 1 in puncto Berufswunsch. Die „soft skills“ können also nicht das entscheidende Kriterium sein, “

    Doch sie können es sein:

    – viele machen gerne einen anspruchsvollen Dienst aber eben nicht immer viele Monate von Zuhause.
    – Struktursicherheit (wenig Versetzungen)
    – Beamter auf Lebenszeit nach kurzer Probe
    – Kaum Vergleichbarkeit in der Verwendung (zB Fluggerätmechaniker uvm)
    – empfehlen den Job mit Hinweis auf Nachteile und Vorteile
    – Einstieg A 9 und höher
    – keine große Pendeldistanzen uvm

  • AoR   |   22. Oktober 2016 - 18:31

    @Koffer: Exakt. Beim schnellen tippen auf der mobilen Tastatur hatte ich die von den unterschiedlich christlich geprägten Welt- und Menschenbilder im Kopf. Aber auch gleichzeitig den anthropologisch-kulturhistorischen Kontext auf welchen sie korrekt nochmal hinweisen. @AoR: Anglo-amerikanisch!

    Dabei ist dann die anglo-amerikanische Welt eher protestantischer und die zentraleuropäische Welt eher katholischer Werteprägung.

  • Hans Dampf   |   23. Oktober 2016 - 10:13

    @ Zimdarsen:

    Was Sie aufzählen, ist, bis auf den Einstieg mit A9, bei der Bundeswehr auch der Fall. Insofern ist das ja genau, was ich sage: Wenn, dann muss man den Sinn des Dienens und seinen Wert für die Gesellschaft vermitteln, und nicht FKK, Familienbetreuung, Frauenförderung u.ä. in den Focus rücken, wie es dieser Tage gern getan wird.
    Dass der Polizeibeamte des gehobenen Dienst (ungefähr [!!!!!] vergleichbar mit dem Offz MilFD, was die Laufbahnperspektive und auch die Versetzungshäufigkeit angeht) der Freien und Hansestadt Hamburg oder des Saarlandes geringere Pendeldistanzen hat als ein Soldat der Bundeswehr, ist recht naheliegend. Insofern ist wieder die Frage: Was vergleichen wir. Wenn, dann gleiche Laufbahn bei der Bundespolizei oder bei der Bundeswehrverwaltung.

  • klabautermann   |   23. Oktober 2016 - 10:52

    Und dabei geben sich die Personalgewinner doch soooooooo viel Mühe; nun sogar mit Reaöity-TV:
    https://www.youtube.com/channel/UCZPAni75bkLnjGO8yhuJpdw

  • Memoria   |   23. Oktober 2016 - 11:00

    @klabautermann:
    Der Köder muss nicht Ihnen schmecken, sondern dem Fisch.
    Das ist endlich mal ein zeitgemäßer und zielgruppenorientierter Ansatz (http://augengeradeaus.net/2016/10/bundeswehr-neue-offensive-fuer-frauen-in-den-streitkraeften/comment-page-1/#comment-249982).

  • klabautermann   |   23. Oktober 2016 - 11:11

    @Memoria

    Die BW angelt also „zeitgemäß und zielgruppenorientiert“ nach Fischen ? Mo-Fr 17 Uhr + Specials /SCNR
    Na hoffentlich erreichen die Personalgewinner damit ihre Fangquote ;-)

  • Memoria   |   23. Oktober 2016 - 11:14

    @klabautermann:
    Mit Anzeigen im SPIEGEL und der FAZ erreicht man die Zielgruppe auf jeden Fall deutlich weniger (bei ähnlichen Kosten).

    Ich verstehe die ablehnende Haltung hierzu nicht.
    Nachwuchswerbung hat stets neue Medien genutzt (Flugblatt, Radio, Kino, Fernsehen, Internet).

    Was ist denn ihr Alternativvorschlag?

  • T.Wiegold   |   23. Oktober 2016 - 11:26

    Damit es nicht allzu sehr zerfasert: Die Debatte über die neue Werbekampagne der Bundeswehr bitte nicht hier, sondern im dazu besser passenden Thread führen:

    http://augengeradeaus.net/2016/10/bundeswehr-neue-offensive-fuer-frauen-in-den-streitkraeften/

  • klabautermann   |   23. Oktober 2016 - 11:27

    @Memoria

    Ich lehne das ja gar nicht ab, der BW bleibt ja gar nichts anderes übrig als alle modernen Werbeköder auszunutzen; mir ist aber auch klar, dass die eigentliche Personalgewinnung erst in der Kaserne beginnt und nicht davor. Also hoffen wir einmal, dass die BW dann das halten kann, was sie mit dieser Reality-Serie der „Zielgruppe“ verspricht ;-)

  • Fux   |   23. Oktober 2016 - 11:37

    @ Hans Dampf:

    Eben nicht „Bundespolizei oder Bundeswehrverwaltung“ sind mit der Bw als „Jäger um den Nachwuchs“ zu vergleichen.

    Für einen jungen Menschen sind das regionale Umfeld, insbesondere die Nähe zu Freund / Freundin oder die frisch gegründete Familie – statistisch bei Jugendlichen mit geringerem Bildungsabschluss oft früher als bei Abiturienten / angehenden Akademikern – häufig ausschlaggebend in der Wahl des Arbeitgebers.
    Und unter regionaler „Pendler“-Betrachtung sind die Polizeien der Länder für jemanden, der sich im Bereich „Arbeitgeber herausfordernde öffentliche Dienste“ interessiert unschlagbar.
    Wer einen Arbeitsplatz in einer attraktiven Großstadt sucht, wird bei jeder Polizei in seinem Heimat-Bundesland fündig.
    Für wen noch mehr die Nähe zur heimatlichen Region eine Rolle spielt, findet mit Sicherheit einen Dienstposten in einer Polizeiwache in seinem Heimatkreis.
    Versetzungen über große Entfernungen sind eher die Ausnahme. Die Bw verschiebt in immer kürzer werdenen Reform/Feinjustierungs/Transformations/Evaluierungs/you-name-it-Abständen ganze Großverbände quer durch die Bundesrepublik.

    Selbst die Ausbildungseinrichtungen am Anfang der polizeilichen Karriere sind alle im selben Bundesland angesiedelt.

    Da kann die Bundeswehr mit ihren immer mehr in the middle of nowhere (politisch gewollte regionale Wirtschaftförderung) angesiedelten „Ausbildungszentren“ eben nicht punkten.

    Ergo: der Bewerber für das neue spannende „IT/Cyper-Umfeld“ winkt ab, wenn er aus NRW kommend seine Grundausbildung bei der Lw in Germersheim, den Uffz-Lehrgang in Appen und die Fernmelde/IT-Ausbildung in Feldafing mit anschließender Verwendung in Bad Sülze (weil dort „Bedarf“) aufgezeigt bekommt.

  • Koffer   |   23. Oktober 2016 - 12:12

    @Fux | 23. Oktober 2016 – 11:37
    Auch wenn ich ihnen nicht in allen Details zustimmen, so entspricht ihre generelle Beschreibung auch meiner Wahrnehmung.

    Aber jetzt ganz brachial und einfach: ja und? Das ist nun einmal so bei einer Armee. In der Bundeswehr wie in jeder anderen der gesamten Welt.

    Wir sollten die schlimmsten Härten mildern (z.B. die Versetzungshäufigkeit wo militärisch möglich verringern) und es ansonsten offen und ehrlich kommunizieren und ggf. sogar von einer Schwäche zu einer Stärke umwandeln.

    Es zu verschweigen oder so zu tun, als ginge es anders, bringt uns und die jungen Soldaten doch nicht weiter. Das erzeugt im Endeffekt nur unzufriedene Soldaten…

    Offen, ehrlich, selbstbewusst (und wo möglich fürsorglich).

  • Zyniker   |   23. Oktober 2016 - 13:36

    @Koffer, ich wünschte ich könnte Ihnen zustimmen. Fragen Sie doch mal einen beliebigen Offizier der Sachgebiete 1, 2, 4 und 6 Ihres Verbandes, alternativ die meisten StOffze in Ministerium, Ämtern oder Kommandobehörden wann er oder sie zuletzt Menschen geführt hat ;-)

    Natürlich ist militärische Führung und entsprechendes Fachwissen wichtig für den Dienst in den Streitkräften. Doch eine entsprechende Qualifizierung kann auch nach erfolgtem Studium geschehen. Bei den Truppenoffizieren von den Bundeswehruniversitäten läuft das ja mittlerweile ähnlich. Und auch bei großen Unternehmen/Konzernen ist dieses Schema erkennbar: da werden, z.B. durch Traineeprogramme, Absolventen noch zwischen 12-24 Monaten auf ihre Aufgaben in einer Führungsposition vorbereitet. Teils „on-the-job“, teils im Seminarraum. Warum also nicht bei der Bundeswehr?

    Im Kern sage ich folgendes aus: Um in der derzeitigen politischen Situation, d.h. eine Einführung der Wehrpflicht in weiter Ferne, im Bereich der Offiziere eine qualitative (!) Steigerung des Personals zu erreichen, sind (u.a.) wesentliche Veränderungen hinsichtlich der Flexibilität des Laufbahnmodells anzustreben. Und sagen Sie bitte nicht, dass es in dieser Laufbahn ja genug Bewerber gäbe. MWn wurden in der OPZ die Anforderungen an die Qualität der Bewerber in den letzten Jahren stetig gesenkt und selbst wenn dem nicht so wäre, ist eine Verbesserung stets anzustreben.

    Ähnliches gilt für die Beamten des höheren Dienstes in der Wehrverwaltung. Man betrachte die Anforderungen, die die Bundeswehr an diese Bewerber stellt. (Im Intranet finden Sie die Vorschrift dazu.) Im Auswärtigen Amt böge man sich wahrscheinlich vor Lachen, wenn man diese Vorschrift dort kennte. Da sind wir von einer Bestenauslese sehr weit entfernt.

    Und hier leite ich über zu einem grundsätzlichen Problem der Bundeswehr, welches zu der allgemeinen Unzufriedenheit führt, die Sie oben bemängeln und welches aus meiner Sicht auch maßgeblich für die meisten in diesem Beitrag angesprochenen Mängel ist: es fehlt in der gesamten Organisation und ihrer Führung an Leistungsorientierung, Initiative sowie Entscheidungsfreude und die Bundeswehr befindet sich diesbezüglich in einer Art „Teufelskreis“ aus dem sie aus Mangel genau dieser Eigenschaften nicht ausbrechen zu können scheint. In der Geschichte von Organisationen ist dies nichts neues und meist ist dann erst ein exogener Schock Auslöser von Veränderung.

  • Fux   |   23. Oktober 2016 - 14:07

    @Koffer 12:12

    Da bin ich voll und ganz bei Ihnen.

    Offen und transparent auch die Schwächen benennen aber gleichzeitig die Vorteile aufzeigen. Und zwar ehrlich und realistisch. Eben nicht dem Hauptschulabsolventen unrealistische Visionen unterbreiten „natürlich können sie bei uns – wenn sie sich gaaanz doll anstrengen – auch (theoretisch) Pilot werden.“

    Ja, sie werden viel unterwegs sein, aber dadurch lernen sie andere Gegenden mal kennen, vielleicht gefällt es ihnen ja dort.

    Ja, sie werden häufig von ihrer Familie und ihren Freunden getrennt sein, aber dafür lernen sie neue Menschen kennen vielleicht sogar die Frau / den Mann fürs Leben.

    Ja, sie werden ihre Ausbildung am A*** der Welt machen, aber dafür ist die Bezahlung im Vergleich zu dem, was ein Azubi mit vergleichbaren Voraussetzungen in den ersten Jahren bekommt, deutlich besser und auch während und insbesondere zum Ende ihrer Dienstzeit können sie sich auf Kosten der Bw weiter qualifizieren. Dann können sie noch immer Entscheiden, ob sie mit diesen Qualifikationen dann in die zivile Wirtschaft wechseln, wobei wir sie unterstützen werden oder ob sie bei uns länger bleiben wollen, was wir natürlich gern sehen.

    Nein, mit ihren schulischen Voraussetzugen, können sie leider kein Pilot bei uns werden, aber sie können im Bereich Flugbetrieb/Staffelplanung auf einem Flugplatz im Geschäftszimmer mitarbeiten, sind damit nah dran am Geschehen und gehen bei Verlegungen im In- und Ausland. Wenn sie etwas mehr Action haben möchten, dann wäre vielleicht Doorgunner etwas für sie, da können sie mitfliegen und tragen maßgeblich dazu bei, dass die Besatzung und der Hubschrauber geschützt ihren Auftrag durchführen kann.
    Aber dann sage ich ihnen jetzt schon, dass sie da häufig im Auslandseinsatz sein werden. lange von Familie und Freundin getrennt. Aber in dieser Zeit werden ihre Kameraden zu Hause und die Familienbetreuungszentren dafür sorgen, dass Frau und Freundin nicht die Decke auf den Kopf fällt und die Zeit schnell verfliegt.

    Und so weiter…..

  • Koffer   |   23. Oktober 2016 - 14:10

    @Zyniker | 23. Oktober 2016 – 13:36
    „Warum also nicht bei der Bundeswehr?“

    Weil militärische Sozialisation in den prägenden Jahren zwischen 18 und 30 nicht zu ersetzen ist.

    Offiziere sind zunächst und als allerersten Führer, Ausbilder, Erzieher sowie Inhaber von militärischen Fachwissen.

    Für Stabsoffizere gilt hier im besonderen Maße der Bedarf an nur durch Erfahrung von Jahren und Jahrzehnten Dienst in den Streitkräften gewinnbares Wissens.

    Wenn ein DP entweder nicht die Anforderungen an einen militärischen Führer erfüllt oder nicht den Bedarf an detailliertem, militärischem Wissen hat, dann muss hier auch kein StOffz drauf sitzen.

    Für solche Verwendungen gibt es dann Beamte des höheren Dienstes oder kurzfristig eingekauftes, externes Wissen.

    Ich kenne einige Neckermann-Offiziere/Stabsoffiziere und die sind in der Regel nie ganz im Ofifziersein angekommen…

    Und nebenbei: ich sehe nicht, dass wir einen Mangel an geeigneten Offzbewerbern hätten. Wir haben einen Mangel an Hauptschülern. Und wir haben einen Mangel an technischen Spezialisten, aber (bisher) nicht an qualifizierten Offizierbewerbern.

  • ThoDan   |   23. Oktober 2016 - 14:23

    @Koffer

    Da muss ich nach nochmaligem lesen zurückrudern, mein Eindruck war missverständlich schlimmer.

    „Offen, ehrlich, selbstbewusst (und wo möglich fürsorglich).“

    besser wäre und so fürsorglich wie irgend möglich.

    @Hans Dampf

    Mkn hatte die preussische Armee sich Frivolitäten und Eitelkeiten ergeben(Gneisenau oder Scharnhorst) und bekam auch dafür bei Jena und Auerstedt fürchterliche Prügel.
    Die kuk Armee ging vor WWI soweit, das Kommandeure die Mäntel unten auf eine Länge gekürzt und Schnurbärte aufgemalt wurden.

    Offiziell hat die BW mkn 3 „Divisionen“, was das Wert ist zeigte das Kabarettstück Speerspitze mit den Marienberger Jägern im Vergleich dazu soll der für Probleme bei Mobilmachung/Aufstellung abgestellte Offizier im Grossen Generalstab 1914 den Tag mit Warten verbracht haben.

    Nicht Aus den Augen, Aus dem Sinn sondern eher bloß nicht BW, GAP Year okay aber dann FSJ – die BW ist es nicht wert in Erwägung gezogen zu werden.

  • Koffer   |   23. Oktober 2016 - 14:54

    @Fux | 23. Oktober 2016 – 14:07
    +1

    @ThoDan | 23. Oktober 2016 – 14:23
    „Nicht Aus den Augen, Aus dem Sinn sondern eher bloß nicht BW, GAP Year okay aber dann FSJ – die BW ist es nicht wert in Erwägung gezogen zu werden.“

    Puuh, das mag Ihre Meinung sein. Aber meine ist es nicht.

    Und glücklicherweise (für Deutschland und für ihre eigenen Charakterbildung) sehen das fast 10.000 jungen Menschen jedes Jahr auch anders.

    Und viele tausend davon bleiben nach ihrem FWD bei uns. So schlecht kann es dann ja doch gar nicht sein :)

  • T.Wiegold   |   23. Oktober 2016 - 15:47

    Übrigens, für diejenigen, die immer darauf schauen, welche Wertschätzung Soldaten in den USA entgegengebracht wird: Die Army hat großzügige Bonuszahlungen für Weiterverpflichtungen ausgelobt. Viele verpflichteten sich, für bis zu sechs Jahren, zu Einsätzen in Irak und Afghanistan, um dieses Geld zu bekommen. Jetzt stellt sich heraus: einige hätten diese Boni gar nicht bekommen dürfen – und der Staat fordert das Geld zurück:

    Short of troops to fight in Iraq and Afghanistan a decade ago, the California National Guard enticed thousands of soldiers with bonuses of $15,000 or more to reenlist and go to war.
    Now the Pentagon is demanding the money back.
    Nearly 10,000 soldiers, many of whom served multiple combat tours, have been ordered to repay large enlistment bonuses — and slapped with interest charges, wage garnishments and tax liens if they refuse — after audits revealed widespread overpayments by the California Guard at the height of the wars last decade.

    http://www.stripes.com/news/us/thousands-of-soldiers-forced-to-repay-enlistment-bonuses-a-decade-after-going-to-war-1.435340

  • Georg   |   23. Oktober 2016 - 16:19

    Zu der Stars and Stripe Geschichte über die zurücgeforderten Verpflichtungsprämien:

    So ist gefühlsmäßig (allerdings nicht monetär) bei vielen Soldaten festzustellen:

    „Der Dank des Vaterlandes für die treuen Dienste wird einem immer hinterherschleichen, aber manchmal nicht erreichen.“

  • Hans Schommer   |   23. Oktober 2016 - 16:43

    Stars and Stripes Geschichte: Abenteuerlich – da werde ich kommende Woche bei meinen ehem. Kameraden jenseits des großen Teiches mal nachfassen.
    Hans Schommer

  • Zyniker   |   23. Oktober 2016 - 18:40

    @Koffer: Und ich kenne unzählige Truppen- und Fachdienstoffiziere, die nie ganz im Offizier- oder gar Soldatsein angekommen sind. Hingegen kenne ich einige fast schon militärisch strukturierte Unternehmen, in komplett zivilen Märkten, die mit ihrer straffen und auf Leistung, Entscheidungen und Verantwortung ausgerichteten Führungs- und Unternehmenskultur die Bundeswehr locker im Schatten stehen lassen. (Fun fact am Rande: In einigen dieser Unternehmen würde sich niemand auf Führungsebene auch nur im Traum einfallen lassen, von den ungeschriebenen (!) Anzug- und Rasurregeln abzuweichen. ;-))

    Ihre restlichen Ausführungen stellen einen Idealzustand dar, den ich voll und ganz befürworte, ja herbeisehne, der allerdings viel zu oft nichts damit zu tun hat, was ich in der Realität erlebe.

  • ThoDan   |   24. Oktober 2016 - 5:23

    @Koffer  

    Ich sagte nicht, das es meine Meinung ist, sondern das ist der Eindruck betreffs des Dienstes bei der BW in einem GAP Jahr – auch betreffs Nachfragen.

    @T.Wiegold  

    Gab vor einigen Jahren einen Artikel des Sergeants des USMC, Tenor das Tattooed Meat hat seinen Zweck erfüllt, wir brauchen es nicht mehr.

  • Koffer   |   24. Oktober 2016 - 7:04

    @ThoDan | 24. Oktober 2016 – 5:23
    „Ich sagte nicht, das es meine Meinung ist, sondern das ist der Eindruck betreffs des Dienstes bei der BW in einem GAP Jahr – auch betreffs Nachfragen.“

    Keine Ahnung womit Sie diese Annahme belegen wollen.

    Sicherlich nicht mit denen fast 10.000 FWDL pro Jahr (bei noch höheren Bewerberzahlen) und tausenden sich daraus entwickelnden SaZ-Dienstverhältnissen.

    SIE mögen vielleicht nichts vom Dienst in der Bw halten, viele junge Menschem sehen das glücklicherweise anders :)

    Wie so häufig in diesem Blog schließen Sie von Ihrem eigenen (als schlecht empfundenen Wehrdienst) auf andere. Klassische Form eines unzulässigen, induktiven Schlusses :(

    Nur weil für SIE der Wehrdienst damals (vermeintlich) schlecht war, muss er für jeden schlecht sein :(

  • AoR   |   24. Oktober 2016 - 8:19

    @T.W: Na kein Wunder, dass Trump Anhänger findet.

    @DOD: That money is gone 4 good. /SCNR

  • ThoDan   |   24. Oktober 2016 - 11:21

    @Koffer  

    Nochmal zur Klarstellung:
    In Bezug auf Personen, deren Kinder ein GAP Jahr machten forderten sie von ihren Kindern ein FSJ, auf meine Nachfrage auf das Äquivalent bei der BW war die Reaktion nicht positiv.

    Ich habe den Wehrdienst nicht als schlecht empfunden, sondern wie die BW ihn durchführte als verschwendete Lebenszeit.
    Soweit ich das beurteilen kann, beruflich(ich hatte eine Berufsnahe Verwendung) und Privat war die Institutionelle Kompetenz nichts worauf ich mich verlassen können würde.

    Wenn man meine Gesundheit schwer gefährdet aus Inkompetenz bin ich da etwas nachtragend.
    Der wirklich problematische Punkt ist aber das kurz nach der Grundausbildung einer meiner Kameraden(der für den Wehrdienst mit ziemlicher Sicherheit offensichtlich ungeeignet war) Selbstmord beim Schießen beging.

  • Hans Dampf   |   24. Oktober 2016 - 11:38

    Selbst wenn die Bewerberzahlen ausreichend sind, um genug Personal für die Struktur zu gewinnen, so bleibt immer noch der Umstand bestehen, dass die Struktur selbst „krank“ ist; wäre sie „gesund“, würden 10.000 FWD pro Jahr und ein „atmender Personalkörper“, der u.a. die ohnehin schon Alten noch länger auf dem Sattel halten soll, nicht ausreichen. Für „die Politik“ scheint maßgeblich der Umstand zu zählen, dass die Veranschlagungsstärke von grob 180.000 Mann und Frau erreicht wird. Wie sich die 180.000 „schütteln“ und ob das ganze sinnig und militärisch effektiv ist, spielt offenbar eine nachgeordnete Rolle. Und letztlich kommt so eins zu anderen.

  • Kerveros   |   24. Oktober 2016 - 11:57

    @Koffer

    Für Stabsoffizere gilt hier im besonderen Maße der Bedarf an nur durch Erfahrung von Jahren und Jahrzehnten Dienst in den Streitkräften gewinnbares Wissens.

    Man möge mir verzeihen, wenn ich in diesem Satz besonderen Unterhaltungswert erkenne.

    Wen meinen Sie denn hier: den GenSt-Offizier, der eigentlich nur Ämter und Kommandobehörden kennt und oft genug problemlos durch geeignete Beamte ersetzbar wäre oder den Breite-vor-Tiefe-StOffz, den man quer durch die Verwendungen geschoben hat, so dass ich das ‚gewonnene‘ Wissen durchaus mit einem Fragezeichen versehne würde.

    Die StOffze, die wirklich in ihrem Themenfeld tief drin stecken, sind oft genug die, die sich lange nicht mehr bewegt haben – die, die sich bewegen, haben meistens nicht die Tiefe. Die Crux des Systems.

    Das Personalamt hat mich regelmäßig auf DPs geworfen (versetzt möchte es es nicht nennen), für die ich keinerlei fachliche Qualifikation hatte, mir die entsprechenden Lehrgänge verweigert und dann auf learning-by-doing ausweichen lassen. Mit einem geplanten Verwenungsaufbau, Wissensaufbau und einem Bedarf an ‚gewonnenem Wissen‘ hatte das alles nichts zu tun – de facto ging es darum, eine 0 im Plan mit einer 1 zu ersetzen, damit die Besetzungsstatistik stimmt, der Rest ist Problem der Truppe…

  • MA   |   24. Oktober 2016 - 13:37

    @ Hans Dampf
    @ Kerberos

    Treffer Zielmitte

  • klabautermann   |   24. Oktober 2016 - 14:23

    „…………………………..keinerlei fachliche Qualifikation hatte, mir die entsprechenden Lehrgänge verweigert……..“
    Au weia, das ist bitter. Allerdings, falls das „regelmäßig“ passiert, dann sollte man stutzig werden.
    In solchen Fällen habe ich immer den Rat erteilt es einmal auf dem ungewöhnlichen Wege des Nachdenkens und mit mittels Selbst-und Kameradenhilfe zu versuchen – dafür werden eben Stabsoffiziere und auch StabsPUO bezahlt.
    Wenn man allerdings kein Interesse hat, etwas „draus zu machen“, dann darf man sich nicht wundern, wenn man auf die nächste Leerstelle gesetzt wird – oder anders formuliert: manchmal ist man als Vorgesetzter mit einer Nullstelle besser dran als mit einer Stellenbesetzung mit negativem „Wirkungsgrad“.
    Arrogant ? Überheblich ? Nö, best practice Menschenführung aus meinen Erfahrungsschatz – und der ist ganz schön reichlich.

  • AoR   |   24. Oktober 2016 - 14:52

    Rein aus meiner betriebswirtschaftlichen Erfahrung. Die Bundeswehr als 200k Mann/Frau „Produktivunternehmen Resultat Sicherheit“ ist nicht dem Arbeitsmarkt ausgesetzt i.d.S, als dass bestehende Positionen durch Ersatz vom freien Arbeitsmarkt bedroht wären.

    Ein Militär lebt immer aus der eigens entwickelten „Best Practice“ und historischer (öffentlich zugänglicher und objektiver) Expertise. Ein schlimmsten Falls schmerzhafter Trial&Error wird vorgeschaltet, wenn o.g nicht funktioniert.

    Daher sind Rahmenbedingungen eines Konzerns „Außere Sicherheit“ einerseits gesamtgesellschaftliche Extremvariablen (1= lebt; 2= tot) und zum Anderen schwer fassbar gegeben einer zunehmend dynamischen und komplexen Welt.

    Und, ich muss polemisieren, solange ein beträchtlicher Teil der Gesellschaft davon überzeugt ist, dass Krieg nicht passiert, wenn man von Flecktarn die Finger weg lässt und PTBS für Gottes gerechte Strafe fürs Kriegspielen hält, bleibt die Personalobergrenze eben Traumtänzerei. Was eigentlich wieder die Qualität der gesamt – SiPo untermauert, denn wir fühlen uns relativ in Sicherheit.

    Ergo- die BW muss sich den eigenen Soldaten backen ausgehend von dem was halt an der Tür klopft. Fortbildung, Schulung, Ausbildung aufbauend auf dem inhaltlich gesicherten harten Kern der funktionellen Kompetenz der eigenen Stelle.

    (Fortbildung + Schulung + Ausbildung)*testergebniss(mündlich,schriftlich) sollte daher DER Karriereindikator sein zzgl. Empfehlung des KDR und der Kameraden. Denn das ist die Art und Weise wie Konzerne in hochspezialisierten Bereichen vorgehen.

    Und wenn ich mir das so ansehe mit den internen Fortbildungen etc. scheint man auf dem Weg zu sein. BS wir der, der wachsen will…