Militärische Stärke der Bundeswehr: Es werden nicht mehr

MUNSTER 14okt2016 Ð InformationslehrŸbung Landoperationen (IL†) von Heer, StreitkrŠftebasis und SanitŠtsdienst auf den TruppenŸbungsplŠtzen Munster und Bergen Bergetrupp des Instansetzungszuges bei der Einsatzbesprechung

Die Bundeswehr wird einfach nicht größer. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte am (heutigen) Dienstag, wie üblich unter dem ständig gleichbleibenden Link die aktuelle militärische Personalstärke für den September 2016. Die Zahl der Soldatinnen und Soldaten insgesamt ist von 176.509 auf 176.162 leicht gesunken; die wichtigere Zahl der Zeit- und Berufssoldaten von 167.507  auf 167.752 noch leichter gestiegen – und nach wie vor deutlich entfernt von der angestrebten Zahl von 170.000 noch in diesem Jahr.

Die aktuellen Zahlen, Stand Ende September 2016:

176.162 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 956
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 1.438
Streitkräftebasis: 40.826
Zentraler Sanitätsdienst: 19.479
Heer: 60.083
Luftwaffe: 27.859
Marine: 15.763
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 945
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.771
Bereich Personal: 7.042, davon 4.320 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 167.752 Berufs- und Zeitsoldaten und 8.410 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt Januar bis September: 9.795).

Zur Bundeswehr gehören 19.627 Soldatinnen.

Stand: 30. September 2016

Wie üblich (und nur bei Augen geradeaus!) die Vergleichszahlen:

August 2016

Juli 2016

Juni 2016

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

(Foto: Instandsetzungs/Bergetrupp bei der ILÜ 2016 in Munster)

179 Kommentare zu „Militärische Stärke der Bundeswehr: Es werden nicht mehr“

  • Fux   |   24. Oktober 2016 - 15:00

    @Klabauter:

    Die von Kerveros geschilderte Situation kommt leider gar nicht so selten vor:

    hier einige Beispiele aus der selbst erlebten Praxis:
    – Lehrgangsanforderungen für das Folgejahr sind meist zentral bis etwa November abzusteuern.. bei der bisherigen „Vorwarnzeit“ von 3 Monaten vor Versetzungen (insbes. bei StOffz im Rahmen der Umstrukturierungen teilweise deutlich kurzfristiger) weiß man da meist noch gar nicht, welche DP-bezogene Ausbildung notwendig / hilfreich / nützlich sein könnte. Vielleicht wird es ja bei der neuen 6-Monat-Regelung etwas besser…

    – kurzfristige Wahrnehmung dann nur noch bei Restplätzen
    – da hilft auch „Selbst- und Kameradenhilfe“ und „selbständig aktiv werden“ in unserem starren System oft nur bedingt weiter, insbesondere dann, wenn es sich im spezielle Lehrgänge handelt, die nur 1x pro Jahr stattfinden und dann gern mangels Minderauslastung dieser eine Durchgang auch noch abgesagt wird

    – frühzeitige Anforderung eines Lehrgangsplatzes „auf gut Dünken, weil es vermutlich in eine spezielle Richtung gehen könnte“ –> Ablehnung mangels Bedarfsgrundlage

    – Lehrgangsanforderung zur Vorbereitung auf einen zugewiesenen kommenden Dienstposten –> Antwort: das hat ja mit ihrem jetzigen DP nichts zu tun und bringt hier damit nur „Abwesenheit“, können sie also machen, wenn sie ihren neuen DP angetreten haben

    – Anforderung nach Antritt des DP:
    * entweder warten bis ins nächste Jahr
    * oder „jetzt müssen sie sich erstmal hier einarbeiten und Fahrt aufnehmen und alles das aufarbeiten, was in der Vakanz-Übergangszeit von ihrem Vorgänger liegen lieb
    * oder: jetzt sind sie schon so lange hier, dass sie diesen Lehrgang nun auch nicht mehr brauchen, zudem gehen ihre 2 Jahre Stehzeit ja eh bald der Neige zu, da lohnt das auch nicht mehr

    – ungewöhnliche Wege über äquivalente Lehrgänge bei NATO und oder anderen SK gehen: die zukünftige Verwendung ist eine nationale aber keine „unmittelbare Einsatz-/NATO/NATO HQ“-Verwendung .. damit nur mit Priorität 3 oder gar 4 bewertbar .. interne Streichung aller Anforderungen, welche mit Prio 3 und 4 rein kamen aufgrund der Haushaltslage jedoch ohne Rückmeldung an den Anfordernden (2015 so geschehen im AusbKdo H)

    Auch Erfahrungen .. ganz schön reichlich

  • klabautermann   |   24. Oktober 2016 - 15:36

    @Fux

    Ich habe ja noch diese „Verwerfungen“ der Neuausrichtung – the never ending story – miterlebt und die jüngsten „Fähigkeitstransfers“ (Bsp. Cyber) werden die Gesamtsituation der Personalgewinnung, -planung, -führung und -bewirtschaftung weiter komplizieren und vom operational tempo and volume der Einsätze ist eine weitere „Verschlechterung“ zu erwarten. Da hilft aber kein Meckern, Jammern und Führungsschelte, da müssen letztendlich alle durch (oben wie unten)- nur so bitte ich meine Einlassung zu verstehen.
    Das System ist gegenwärtig eine völlig überbestimmte Gleichung einerseits und verfügt über keine wirklich wirksamen load-balancers mehr. Allein die SollOrg-Veränderungen bringen die PPlaner an den Rand des Wahnsinns, denn Pers folgt Org – nun finden sie mal die richtige Frau/Mann für einen Dp, dessen Beschreibung allenfalls als Skizze existiert und vom Haushälter noch nicht abgesegnet ist, aber zeitnah besetzt werden muß – ich war bei der letzten Personalstrukturrreform der NATO als DDO an vorderster Org/Pers-„Front“, da kam echte Freude auf weil dann noch Bündnismilitärpolitik ins „Spiel“ kam.

  • Fux   |   24. Oktober 2016 - 15:38

    Danke, so verstanden.. ich sehe, wir reden von der selben Bw ;-)

  • Kerveros   |   24. Oktober 2016 - 16:43

    @Fux

    da hilft auch „Selbst- und Kameradenhilfe“ und „selbständig aktiv werden“ in unserem starren System oft nur bedingt weiter, insbesondere dann, wenn es sich im spezielle Lehrgänge handelt, die nur 1x pro Jahr stattfinden und dann gern mangels Minderauslastung dieser eine Durchgang auch noch abgesagt wird

    Nicht zu vergessen, dass bei Einsatz auf werdegangsfremden DP und Stehzeiten <=2Jahre dann oft genug der Lehrgang nicht begründbar ist (weil nicht im entsprechenden Werdegang), respektive die Vorgesetzten den Mehrwert in der Abwägung zwischen Abwesenheit und Stehzeit nicht sehen.

    da müssen letztendlich alle durch (oben wie unten)

    Muss man nicht! Das erträgliche Maß an Dummheit ist individuell geregelt – jenseits dessen gibt es StruktAnpGes und 46(3) SG – was dann wieder zum ‚Personalmangel‘ beiträgt, den man dann aber oft genug seitens des Personalamtes selbst verschuldet hat.
    Und: wenn selbst ein 46(3) inzwischen öfter attraktiver ist, als ein BS, dann sollte man sich seitens des BAPersBw durchaus mal Gedanken machen – oder halt auch nicht. Keiner von den leuten, die ich mit Kündigung nach 46(3) erlebt hatte, wurde wegen seiner Gründe befragt oder gar ein Gespräch gesucht… was sich inzwischen geändert haben könnte, wenn ich hier den einen oder anderen Kommentar dahingehend interpretiere. Ich bin da nicht mehr ganz auf Stand ;)

  • Koffer   |   24. Oktober 2016 - 23:15

    @ThoDan | 24. Oktober 2016 – 11:21
    „Ich habe den Wehrdienst nicht als schlecht empfunden, sondern wie die BW ihn durchführte als verschwendete Lebenszeit.“

    Wie schon mehrfach gesagt, schließen Sie bitte nicht von Ihrer (als verschwendete Lebenszeit empfundene) Wehrdienstzeit auf den Wehrdienst ansich –> das nennt man in der Wissenschaftstheorie einen unzulässigen induktiven Schluss.

    Darüber hinaus schließen Sie bitte nicht von einer früheren Wehrdienstzeit auf die heute Bundeswehr. Das wäre gleich doppelt nicht-aussagekräftig.

    Ohne Ihrer persönlichen Erfahrung zu nahe zu treten, stelle ich immer wieder fest, dass Sie alles was mit Wehrdienst, Dienstzeit, Dienstgestaltung, Dienstalltag zusammenhängt pauschal verteuefeln. Egal ob mit Blick auf früher oder mit Behauptung für heute.

    Die Zahlen sprechen aber nun einmal gegen Ihre Annahmen/Behauptungen. Sowohl in Bezug auf „früher“, als auch in Bezug auf heute.

    @Kerveros | 24. Oktober 2016 – 11:57
    „Man möge mir verzeihen, wenn ich in diesem Satz besonderen Unterhaltungswert erkenne.“

    Ich unterhalte gerne :)

    „Wen meinen Sie denn hier: den GenSt-Offizier, der eigentlich nur Ämter und Kommandobehörden kennt und oft genug problemlos durch geeignete Beamte ersetzbar wäre oder den Breite-vor-Tiefe-StOffz, den man quer durch die Verwendungen geschoben hat, so dass ich das ‚gewonnene‘ Wissen durchaus mit einem Fragezeichen versehne würde.“

    Weder noch, verwechseln Sie hier bitte nicht A mit B!

    Es geht hier nicht um die Frage der (möglicherweise) zu hohen Versetzungsraten und/oder (angeblich) artfremder Verwendungen.

    Es ging in meiner Aussage darum, ob man Neckermann-StOffze in hoher Anzahl vom Markt benötigt.

    Und da ist meine Aussage ganz klar und eindeutig: NEIN!

    Militärische Sozialisation (in der Zeit als Subalterner) und über Jahre erworbenes Systemverständnis kann man nicht „vom Markt“ erwerben.

    @AoR | 24. Oktober 2016 – 14:52
    +1

  • Hans Schommer   |   24. Oktober 2016 - 23:34

    @ T.Wiegold | 23. Oktober 2016 – 15:47
    Wie mit Hans Schommer | 23. Oktober 2016 – 16:43 angekündigt, hab ich mal einen LTC (ret) und National Guard Kameraden in Michigan angeschrieben, mit dem ich im Einst war. Seine Antwort:
    „Hi Hans, Good to hear from you! All [Familie u.s.w.] is well.
    As for the bonus pay back it will be a mess. Seem the managers of this program used these bonuses in way that were not permitted, and the US government wants it’s money back. They will get it too! Unfortunately that is the right answer, but it has caused significant problems. All who received these bonuses were charged the highest tax rate because it was handed out as a lump sum. Many paid 30% – 33%, so how do they recoup their tax money from the government? To be honest it was the administrators at the state level who caused this. That is not going to make anyone feel better though.“
    Scheint in den Staaten kein wirklicher Aufreger zu sein.
    Für die Betroffenen gilt da wohl „Shit happens“.
    Hans Schommer

  • Hans Schommer   |   25. Oktober 2016 - 0:19

    @ Koffer | 24. Oktober 2016 – 23:15
    Was sind denn „Neckermann-StOffze“? Den Begriff hör ich zum ersten mal.
    Hans Schommer

  • Koffer   |   25. Oktober 2016 - 0:37

    @Hans Schommer | 25. Oktober 2016 – 0:19
    Na „Offiziere“, die ihren Dienstgrad im Katalog bestellt haben.

    Wenn wir, wie hier im Diskussionsfaden weiter oben vorgeschlagen, uns Quereinsteiger als „Offiziere“ einkaufen wollen, dann haben die gem. SLV min. den DGrad OLt, meistens aber Hptm.

    Wenn wir wirklich gute Leute haben wollen (also nicht nur frisch von der Uni, sondern auch noch mit Berufserfahrung), dann müssen wir die zum Major machen. Sonst klappt das nicht.

    Also Majorschulterklappen frisch aus dem Katalog bestellt ;)

  • ThoDan   |   25. Oktober 2016 - 0:40

    @Koffer

    Entschuldigung für meine Unklarheit, natürlich bezog ich mich nur auf meine Erfahrungen, dazu Berichte des Bundeswehrbeauftragten und anderer Quellen.

    Da kommen mir so einige Probleme institutionalisiert vor, u.a. betreffs Dienst – Dienstzeit, dabei kann ich falsch liegen ist mir durchaus bewusst.

    Warum sehen sie Kritik an schlecht durchgeführtem Wehrdienst, Ausbildungen etc. als Verteufelung des Wehrdienstes ?
    Ich bin gegen den Einsatz Wehrpflicht leistender in Expeditionseinsätzen bzw. Expeditionskräften.

  • Hans Dampf   |   25. Oktober 2016 - 8:11

    @ ThoDan

    Derselben Auffassung bez. Wehrpflichtige und Auslandseinsatz war die Bundeswehr ja ebenfalls.

    @ Hans Schommer

    Neckermann-(St)Offz:

    SLV, § 26 Offiziere mit Hochschulausbildung, Nr. 2:

    „(2) Die Einstellung erfolgt mit dem Dienstgrad Oberleutnant. Es kann eingestellt werden 1.
    als Hauptmann, wer a)
    die besondere Eignung für die dem höheren Dienstgrad entsprechende Verwendung nach dem Erwerb des Hochschulabschlusses durch eine hauptberufliche Tätigkeit von mindestens zwei Jahren erworben hat, die nach Fachrichtung und Schwierigkeit der Tätigkeit einer Verwendung dieses Dienstgrades entspricht, oder
    b)
    ein der jeweiligen Verwendung entsprechendes Hochschulstudium mit einem Master oder mit einem gleichwertigen Abschluss abgeschlossen hat,
    2.
    als Major, wer a)
    ein der jeweiligen Verwendung entsprechendes Hochschulstudium mit einem Master oder mit einem gleichwertigen Abschluss abgeschlossen hat und die besondere Eignung für den höheren Dienstgrad nach dem Erwerb des Abschlusses durch eine hauptberufliche Tätigkeit von mindestens zwei Jahren und sechs Monaten erworben hat, die nach Fachrichtung und Schwierigkeit der Tätigkeit einer Verwendung dieses Dienstgrades entspricht,
    b)
    die Befähigung zum Richteramt hat,
    c)
    die Befähigung für eine Laufbahn des höheren Dienstes des Bundes erlangt hat oder
    d)
    den Grad eines Doktoringenieurs oder, wenn nach Landesrecht an dessen Stelle der Grad eines Doktors der Naturwissenschaften tritt, diesen erworben hat,
    3.
    als Oberstleutnant, wer a)
    die Voraussetzungen der Nummer 2 erfüllt und
    b)
    die darüber hinausgehende Eignung durch eine diesem Dienstgrad entsprechende Tätigkeit von mindestens drei weiteren Jahren erworben hat,
    4.
    als Oberst, wer a)
    die Voraussetzungen der Nummer 3 erfüllt und
    b)
    die darüber hinausgehende Eignung durch eine diesem Dienstgrad entsprechende Tätigkeit von mindestens drei weiteren Jahren erworben hat.“

  • Kerveros   |   25. Oktober 2016 - 8:42

    @Koffer

    Es ging in meiner Aussage darum, ob man Neckermann-StOffze in hoher Anzahl vom Markt benötigt.

    Und da ist meine Aussage ganz klar und eindeutig: NEIN!

    Militärische Sozialisation (in der Zeit als Subalterner) und über Jahre erworbenes Systemverständnis kann man nicht „vom Markt“ erwerben.

    Da werden wir nie ganz einer Meinung sein. Neckermann-StOffze mal außen vor: die angeführte ‚Militärische Solzialisation‘ insbesondere vieler GenStOffze erstreckt sich nahezu ausschließlich auf ein fragwürdiges Standesdünkel, die vieler Amtsbesetzer auf keine andere als die eines durchschnittlichen Beamten.

    Das Wissen um militärische Abkürzungen und ein DBF-Schema mal außen vor erschließt sich mir hier einfach kein Mehrwert, den der ’sozialisierte‘ StOffz im Durchschnittsfall einem _motivierten und gut selektierten‘ ‚Neckermann-SttOffz‘ voraus hätte.

    Das heisst nicht, dass ich meine, dass die Bw viele der letzteren bräuchte (Thema für sich) – es heisst lediglich, dass ich den angeführten ‚Vorteil‘ der hochgedienten StOffze ganz arg in Zweifel ziehe…

    Ich habe an der FüAk motivierte ‚Neckermann-StOffze‘ erlebt, die viele Truppen-StOffze hinsichtlich Motivation und Befähigung locker abgehängt haben, was auch völlig natürlich ist.
    Die Selektion zum BS (und damit mittelfristig StOffz) erfolgt nach Eignung, Leistung und _Bedarf_ in den jeweiligen Bereichen, wobei letzteres sich regelmäßig negativ auf die zwei vorgenannten Bereiche auswirkt und man quasi eine Wette auf die spätere Entwicklung eingeht, während man diese beim ‚Neckermann‘ schon direkt für die höherwertige Verwendung bewertet.

    Man sollter diese Option einfach nicht pauschal abwerten…

  • T.Wiegold   |   25. Oktober 2016 - 9:09

    @Hans Schommer et al

    wg. der Prämien-Zahlungen in den USA: Das scheint nicht so harmlos und noch lange nicht durch…

    https://www.washingtonpost.com/news/checkpoint/wp/2016/10/24/the-pentagon-demanded-money-back-from-national-guard-soldiers-its-still-reviewing-what-to-do-next/

    (Man muss sich das mal vorstellen – nach zehn Jahren stellt der Staat fest, dass seine Beamten zum Teil unrechtmäßig Verplfichtungsprämien gezahlt haben. Und die Männer und Frauen, die für eine Prämie von 15.000 US-Dollar in einen richtigen Krieg gezogen sind, sollen die halt jetzt zurückzahlen. Die Kehrseite der „Thank your for your service“-Mentalität, die Soldaten zurecht gut finden – aber die andere Seite nicht sehen.)

  • Closius   |   25. Oktober 2016 - 9:18

    Zu den Prämien fällt mir nur ein, daß in Deutschland eine Rückforderung nur innerhalb eines Jahres möglich wäre, nicht aber 10 Jahre später und ich frage mich, warum wenden sich die Betroffenen nicht an die Präsidentschaftskandidaten, schließlich ist gerade Wahlkampf?

  • Hans Dampf   |   25. Oktober 2016 - 12:01

    Als würde dies bei diesem sog. Wahlkampf eine Rolle spielen. Man hält sich doch lieber gegenseitig Dinge vor, die teilweise schon Jahrende her sind. Oder man kreiert einen Skandal, dass jemand einer Pornodarstellerin doch allen Ernstes Geld für gewisse Dienste geboten hat. Einer Pornodarstellerin Geld bieten, wie kommt man denn auf derart absurde Ideen ;-)?!

    Ansonsten zeigt es mal wieder, dass die Wiese beim anderen immer grüner ist, als bei einem selbst. Der ein oder andere Kamerad träumt ja gern davon, dass es auch hierzulande „amerikanisch“ zugeht, mit standing ovations, Schulterklopfen ala „Thank you for your service“ etc. Dass auf der anderen Seite aber auch teilweise wesentlich mehr von einem verlangt wird, als bei uns, wird dann gern vergessen. Ich brauche dieses Ami-Gehabe bei uns jedenfalls nicht.

  • AoR   |   25. Oktober 2016 - 12:03

    @All: Wenn sie die Altersgrenze von 30 überschritten haben werden sie Feldwebel und basta. Da ist es egal wie viele Kreditpunkte sie haben und ob sie Konzernweites Changemanagement gemacht sowie Millioneninvestitionen im multilateralen Spannungsfeld betreut haben. Geschweige denn dessen, was sie in der SiPo bereits erreicht haben.

    Hatte erst letzte Woche eine Telefonat mit Ulm.

  • Zyniker   |   25. Oktober 2016 - 14:46

    @Kerveros: Meine Zustimmung. Danke.

    @Koffer: Was verstehen Sie unter militärischer Sozialisation? Wie unterscheidet sich diese von der Sozialisation in anderen stark hierarchisch strukturierten Organisationen? Ist die ideale militärische Sozialisation aus Ihrer Sicht identisch mit der heute in der Bundeswehr tatsächlich existierenden?

  • Hans Dampf   |   25. Oktober 2016 - 15:08

    @ Zyniker:

    Bezüglich der (heutigen) militärischen Sozialisation bzw. wie diese heute abläuft: Es gibt das Leutnants- und das Feldwebelbuch. Noch Fragen ;-)? Wobei auch bei denen, die zu vermeintlich besseren Zeiten sozialisiert wurden, von militärischem Geist/Verhalten oftmals nicht mehr viel übriggeblieben ist.

    @ AoR:

    Es liegt vermutlich an meinem beschränkten Intellekt, aber ich habe Ihren Beitrag geistig nicht so recht erfassen können.

  • Zyniker   |   25. Oktober 2016 - 15:56

    @Hans Dampf: Ich habe für mich selbst bereits Antworten auf die von mir formulierten Fragen gefunden, aber ich versuche dennoch die Gegenseite zu verstehen und lasse mich auch gerne eines Besseren belehren, wenn deren Argumente überzeugender sind, als meine.

  • AoR   |   25. Oktober 2016 - 16:32

    @Hans Dampf: Lassen Sie mal das Persönliche weg. Wenn sie auf die Bundeswehr als potentieller Bewerber zugehen, ist das erste Raster das Alter und nicht die pers. Qualifikation bzw. Erfahrung sonstwo.

    Alles Andere kann man ihnen „nicht versprechen“.

    Also denkt sich der Mensch aus der Freien Wirtschaft – kaufmännische Denke auch geprägt vom HGB – seinen Teil und geht wieder, weil alles was nicht im Arbeitsvertrag fixiert wirt ist gleich Null. Was auch im Faden aufkam, der aus der freien Wirtschaft schaut auf den Lohn, ob er jetzt als Major oder OL läuft ist dem relativ egal.

  • PersGewinner   |   25. Oktober 2016 - 17:44

    @AoR
    Ich muss mich leider Hans Dampf anschließen; entweder fehlen Teile Ihrer Argumentation oder ich verstehe sie nicht – oder beides…
    Was wollen Sie sagen?

  • PersGewinner   |   25. Oktober 2016 - 17:46

    @AoR

    Ich muss mich leider Hans Dampf anschließen; entweder fehlen Teile Ihrer Argumentation oder ich verstehe sie nicht – oder beides…
    Was wollen Sie sagen?

  • AoR   |   25. Oktober 2016 - 18:22

    Der Artikel, den @Closius eingestellt hat geht schon in Richtung einer Antwort. Es geht um sogenannte organische Personalentwicklung. Das Problem ist nur, dass so wie ich das sehe, wenn eine bestimmte Altersgrenze überschritten ist ein Einsatzgebiet im Bereich z.b analytischer Bereiche nicht mehr in Frage kommt, da z.B Feldwebel sowas nicht tun. Jedenfalls erweckt die Karriere-HP den Eindruck.

    Nehmen wir Bereiche der strategischen Aufklärung / Interkulturelles Spannungsfeld und Feldwebel. Nicht wirklich, oder?

  • Sailor   |   25. Oktober 2016 - 18:50

    @AoR

    Erstmal grundsätzlich, irgendwas muss dann wohl in (im KarrBB?) Ulm schief gelaufen sein, denn solange jemand über einen akademischen Abschluss(!) verfügt, kann er mitnichten nur Feldwebel werden, auch bei überschreiten der 30.

    Zweite Anmerkung: Ja, es ist der Bundeswehr schnurzpiepe wer wann mal mit wie vielen Millionen oder auch nicht zu tun hatte, wer was in welchen Unternehmen wie gemacht hat. Solange diese Tätigkeit sich nicht in anerkannte Berufs- oder Hochschulabschlüsse niederschlagen. Zumindest solange wir über eine militärische Laufbahn reden. Es gibt da ja immer noch sowas wie eine Soldatenlaufbahnverordnung, das Soldatengestez und sonstige gesetzliche Bestimmungen an die sich die Bundeswehr als Behörde halten muss. Im Gegensatz zu einem zivilen Unternehmen.

    Jetzt lässt sich natürlich wieder darüber streiten ob das richtig ist oder nicht, aber man sollte sich an der ein oder anderen Stelle vll auch mal wieder vor Augen halten was die Streitkräfte denn sind und was man in der jeweiligen Laufbahn denn für Aufgaben hat und welche man definitiv nicht hat.

    Vielleicht hat an dieser Stelle die vermeintliche „Werbebotschaft“ der letzten Jahre auch endgültig durchgeschlagen, aber die Bundeswehr (insbesondere der militärische Teil) ist einfach nunmal kein Wirtschaftsunternehmen und auch kein Arbeitgeber wie jeder andere.

    Und zu den ganzen Hochstudierten und Berufserfahrenen hier, es sind nunmal nicht die Soldaten die in irgendeiner Form Rüstungsaufträge vergeben, Finanzen verwalten, Grundlagen der Peronalführung gestalten, Infrastruktur beauftragen usw usw. (Vom kleinen Rahmen mal abgesehen, wie ReFü oder vergleichbar ;-). Und ja ich weiß, im Baain/Baiud etc. sind auch Soldaten, aber sind dies militärische oder zivile Dienststellen? Welcher Art ist das BAPers? Die KarrC usw.?)

    Wer superqualifiert ist sollte sich eher Gedanken machen ob seine Spezialqualifikationen nicht im Bereich der Bundeswehrverwaltung besser aufgehoben sind.

    Zum Thema Gehalt: Auch hier gilt, wir sind kein Wirtschaftunternehmen, bei dem jeder sein Gehalt individuell verhandeln kann. Allerdings weiß jeder bei uns im Voraus, was ihn denn Gehaltstechnisch erwartet. Mag sein das dieses Gehalt in Regionen wie zB München mit entsprechender Konkurrenz nicht wirklich attraktiv ist, in einer Region wie Bremerhaven allerdings schaut die Sache wieder ganz anders aus. Unterm Strich ist das aber Aufgabe der Politik, da an den entsprechenden Stellschrauben zu drehen

  • AoR   |   25. Oktober 2016 - 18:59

    @Sailor: Gut erkannt. Und ich denke da stoßen viele seitens des Personalmarketing (Outgesourced) in einen Bereich vor, den sie gar nicht erfüllen können. Und ne Verpflichtung von 12+ Jahren und nicht von einem miesen Mobilfunkvertrag den selbige Marketingagenturen auch bewerben.

    Die Armee darf gern Armee bleiben sag ich ihnen als Zivilist!

    Was ist ein Quereinstieg in die Offizierslaufbahn?

  • Koffer   |   25. Oktober 2016 - 20:02

    @Kerveros | 25. Oktober 2016 – 8:42
    „Da werden wir nie ganz einer Meinung sein. Neckermann-StOffze mal außen vor:“

    Wieso außen vor? Nur darum ging es doch in der Diskussion!

    „die angeführte ‚Militärische Solzialisation‘ insbesondere vieler GenStOffze erstreckt sich nahezu ausschließlich auf ein fragwürdiges Standesdünkel, die vieler Amtsbesetzer auf keine andere als die eines durchschnittlichen Beamten.“

    1. Ich bin kein GenStOffz, 2. ich stimme Ihrer Bewertung nicht zu und empfinde diese als unsachlich, unzutreffend und unkameradschaftlich, 3. es geht hier nicht um GenStOffz, sondern um Neckermann-StOffze!

    Die militärische Sozialisation findet in den Jahren bis 30 statt. Beispielsweise (!) im Heer –> EK1, kleine Kampfgemeinschaft, Auftragstaktik, Einsatz als „Draussie“ etc. etc.

    Das kann man nicht mit 35 „nachholen“ und glauben nur weil mein in einer zivilen Firma SAP bedienen kann, könne man als Major die Bw weiterentwickeln (überspitzt gesagt).

    @Zyniker | 25. Oktober 2016 – 14:46
    „Ist die ideale militärische Sozialisation aus Ihrer Sicht identisch mit der heute in der Bundeswehr tatsächlich existierenden?“

    Nein. Sie ist besser als keine militärische Sozialisation, aber sie ist leider nicht mehr so gut wie früher (hat etwas mit der verkorksten OffzAusb zu tun).

    @Closius | 25. Oktober 2016 – 9:18
    „Zu den Prämien fällt mir nur ein, daß in Deutschland eine Rückforderung nur innerhalb eines Jahres möglich wäre,“

    Drei Jahre.

  • Koffer   |   25. Oktober 2016 - 21:02

    @T.Wiegold | 25. Oktober 2016 – 9:09
    In der Tat heftig… Sowohl für die betroffenen amerikanischen Kameraden, als auch für das Vertrauen aller SK-Angehörigen in „das Militär“ und möglicherweise auch mit Auswirkungen auf die US-amerikanischen NachwGO.

    Es scheint sich aber wohl ja auch eine Lösung anzudeuten:
    https://bw2.link/Phcgu (ist ja keine deutsche Verlagsseite ;) ).

    Hier drei Schlüsselaussagen:
    „Top-level Pentagon officials are exploring ways to potentially waive the debts imposed upon more than 10,000 military reservists…“

    „The individual veterans did not know at the time that the bonuses were fraudulent. “

    „For now, attorneys say the Pentagon only has the authority to waive debts for individual service members. “There is not currently the authority to wave these things writ large,” Davis said. “It might require working with Congress to be able to change authorities.” „

  • AoR   |   25. Oktober 2016 - 23:13

    So nochma, sorry habe vorhin quasi mit dem einen Fuß im Fittnesstudio geantwortet.

    @Sailor: In Ulm läuft alles perfekt und jetzt verstehe ich dank @Hans Dampf auch das Problem. Die haben kein Anschreiben von mir und auch kein erweitertes Profil. Das liegt aber an dem Onlineportal, das solche im Personalwesen extrem wichtigen Dinge nicht abfragt.

    Ich schreib Ulm an und sag in Formaldeutsch, dass ich erstmal den Kopf leer mache weil Risenfirma und ich brauch Orientierung. Studium war übrigens damals auf 80% Endspurt abgebrochen, weil naja SiPo samt Migrationshintergrund gewaltig reingegrätscht ist und das Thema dann nicht mehr zu finanzieren war.

    Danke für Klartext, ist immer gut hier :)

    @Koffer: Vorsicht, oder ich Beweis ihnen das Gegenteil in Sachen Sozialisation. ;)

  • Koffer   |   26. Oktober 2016 - 23:47

    @AoR | 25. Oktober 2016 – 23:13
    Einzelfälle bestätigen natürlich immer die Regel :)

    Aber dennoch: je älter und je höher der „geschenkte“ Dienstgrad, desto größer m.E.n. sowohl das emotionale, als auch das fachliche Problem…

    @T.W.
    https://bw2.link/D5sKd

    Scheint, dass die Amis das Problem recht schnell in den Griff bekommen haben. Zumindest nachdem es öffentlich bekannt wurde.

    Was natürlich mit den Fällen geschehen wird, die das Geld bereits zurück gezahlt haben, da bin ich gespannt.

    Denn in dem Fall sind Finanzbehörden auf aller Welt glaube ich gleich: Geld zurück gibt es nur gegen harten Kampf ;)

  • AoR   |   27. Oktober 2016 - 15:07

    @Koffer: Ich bin einem Feldwebel im Truppendienst / Kommando nicht abgeneigt. Im Gegenteil, da lernt man worum es geht. Aber ich weis einfach, da kann man mehr aus mir raus holen.

    Und ich hatte mir damals mit 18 gesagt, wenn WD dann EK sonst MIMIMI. Und Rauchen aufhören steht mittlerweile eh noch an ;)