Von der Leyen erwartet Entscheidung über A400M-Ergänzung im Herbst

20150705_A400M_UKA

Fürs Protokoll: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen strebt noch für dieses Jahr eine Entscheidung darüber an, wie die Lücken durch verspätete Auslieferung und fehlende Fähigkeiten beim Transportflugzeug Airbus A400M geschlossen werden können. Bereits im Mai hatten Luftwaffe und Ministerium einen Engpass prognostiziert, wenn ab 2021 die Transall-Maschinen nicht mehr genutzt werden können: Dann fehlen nicht nur Lufttransportkapazitäten insgesamt, sondern auch eine Maschine, die wie die Transall auf kleineren, gegebenenfalls unbefestigten Pisten landen kann, für die der A400M zu groß ist.

Die Ministerin sagte dazu im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters: Ich bin zuversichtlich, dass wir noch in diesem Herbst Antworten liefern können. Das schließt ein, auf welche Weise wir die Lücke füllen wollen, die sich für die Zeit ab 2021 abzeichnet.

Das Ministerium hatte bereits zuvor deutlich gemacht, dass eine gemeinsame europäische Lösung gesucht wird – nicht zuletzt, um den Markt für militärische Transportflugzeuge in der Größe der in den USA produzierten Hercules C-130 nicht zusätzlich anzuheizen und damit die Preise in die Höhe zu treiben. Frankreich hatte bereits entschieden, zusätzlich zum A400M mehrere Hercules als Tankflugzeuge zu beschaffen, da der Airbus nicht für die Luftbetankung von Hubschraubern geeignet ist.

(Archivbild: Ankunft des dritten A400M der Royal Air Force im Juli 2015 – Andrew Linnett/Crown Copyright/MOD News License)

76 Gedanken zu „Von der Leyen erwartet Entscheidung über A400M-Ergänzung im Herbst

  1. Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten scheint die C295 die Wahl der Stunde zu sein. Ich glaube aber das die C130J, die ja auch von den militärs bevorzugt wird, die bessere Wahl wäre. Die.RAF wollen ja wohl einige los werden. also: Zugreifen, BREXIT hin oder her.

  2. @amsi887
    Bitte keinesfalls zugreifen, bei Britisch ex-C130J. Wir würden ebenso über den Tisch gezogen wie bei den NLD P3 Orion vor 10 Jahren, also Erstes mussten bekanntlich die Tragflächen ersetzt werden: Aus Fliegerschrott wurden Seefernaufklärer.
    Wir haben ausreichend Bares Neuwertiges zu ordern.

  3. Der Vergleich zwischen P3 und C130J hinkt ein wenig. Die Orions waren bei der Übergabe schon wesentlich älter als die verfügbaren 130er jetzt wären. Eine genaue Prüfung wäre natürlich im voraus unabdingbar. Erfahrungen machen bekanntlich gluck.

  4. @ amsi887:

    Frage: passt in „die wirtschaftlichste Lösung“ ein simpler Greenliner rein? Ein Widder? Falls Sie mit „ja“ antworten sollten: mit oder ohne Rädern dran?
    Was spricht ausser der „Wirtschaftlichkeit“ gegen C-130J oder C-27J? Schliesslich soll mit den Fliegern Material nach vorne gebracht werden, keine Weihnachtsbäume. Wenn’s billig und preiswert sein soll: warum nicht privat ausschreiben und einen Bw-Flugparkservice gründen?grüße

  5. @schorsch52

    Der Bedarf spricht dagegen. Die Schnittmenge in der Fähigkeit C130 und A400M ist zu groß.

    Viel Material nach vorne kann der A400M. Wir benötigen ein LFZ für den Bereich unterhalb des A400M. Unser kleinster Flächenflieger ist die Trall und selbst die kann nur selten auf Feldflugplätzen landen. Wir benötigen ein LFZ welches es überflüssig macht, dass die CH53 von Flugplatz zu Flugplatz fliegt nur weil wir nichts haben was ein wenig MAT und Pers transportieren kann.

  6. @schorsch52

    Ich hab nicht geschrieben das es billig und preiswert sein soll. Im Gegenteil hab ich die C130J favorisiert. Auch die C27 „Spartan“ halte ich für für die Luftwaffe für eine gute Lösung um die Fähigkeitslücken im Luftransport zu schließen.

    Und, by the way: der „BW-Flugparkservice“ ist wohl nach Nichtverlängerung des SALIS (Strategic Airlift Interim Solution) -Vertrages auch Geschichte!!

  7. … da können wir beide – und viele, viele andere – nur hoffen, dass die Beschaffer ähnich wir denken werden ;-)

  8. @schorsch52 | 02. Oktober 2016 – 19:16

    … da können wir beide – und viele, viele andere – nur hoffen, dass die Beschaffer ähnich wir denken werden ;-)

    Wenn ich mir überlege, seit wievielen Jahren wir im Luftransport über eine best mögliche Lösung disskutieren, und eigentlich immer auf die gleichen Lösungen kommen (siehe oben), wundert man sich als „Endverbraucher“ oder eben als Nutzer des Waffensystems, wieso politisch immer anders oder zu spät oder im schlimmsten Fall gar nicht entschieden wird. Alles was wir brauchen wäre ei LFZ um unseren Auftrag zu erfüllen. Einst hoch angeptiesen durch UvdL, die sogenannten Kernfähigkeit der Bundeswehr, der Lufttransport, geht mehr und mehr den Bach runter, weil sich keiner traut ein Bündel Euros in die Hand zu nehmen um eine verbüftige Lösung zu schaffen.

  9. Offenbar geht man hier weiterhin davon aus, dass die Bundeswehr bald ein weiteres Transportflugzeug nutzen wird.

    Auch die letzten Aussagen der Ministerin (s.o.) legen eher nahe, dass es ab 2021 (!) zu einer europäischen Kooperationslösung kommen soll.

    Die angekündigten „Antworten“ begrenzen sich wohl eher auf eine Grundsatzentscheidung, ob eine Kooperation mit anderen Ländern oder eine Beschaffung weiterverfolgt werden soll.

    Konkrete Entscheidungen (Aufträge) sind vor der Wahl kaum mehr möglich. Also erstmal mehr Reden, statt Handeln.

  10. @Memoria | 02. Oktober 2016 – 20:24

    „Offenbar geht man hier weiterhin davon aus, dass die Bundeswehr bald ein weiteres Transportflugzeug nutzen wird.“

    Wer hat das geschrieben??

    Beschaffung oder Nutzung durch kooperation mit anderen Nationen oder Leasing……!

    Völlig egal, Hauptsache eine Entscheidung zu Gunsten des Luftransports wird gefällt.

  11. @amsi887:
    Den Handlungsbedarf sehe ich ja wie sie – ist ja schon „merkwürdig“, dass die Luftwaffenführung hierauf erst jetzt kommt.

    Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass alle Anzeichen darauf schließen lassen, dass es – wenn überhaupt – 2021 zu einer Verbesserung kommen soll.

    Es wird also erstmal keine Entscheidung gefällt.

    Bisher gibt es es wohl lediglich eine Initiative hierzu.

    Entschlossenes Handeln (gerade nachdem das Problem mehr als 10 Jahre verdrängt würde) erwarte ich da nicht – auch nicht im „Herbst“.

  12. @ Memoria:

    2021: bis dahin nicht einmal mehr Christbäumchen ausfliegen können? Da braucht’s kein „Ironie off“ mehr. Vielleicht hilft dann nur noch die DHL-Paket-Drohne?

  13. Die Lw hat ein gab anderes Problem, denn sie muss Personal reduzieren und ihre Struktur in der 1. und 2. Ebene ändern.

    So bleibt für ein zusätzliches Muster nur eine EU-Lösung.
    Das bedeutet, dass die Bw diese Fähigkeit benötigt aber die Lw diese nicht zwingend bereitstellen muss. Evtl genügt es ja, wenn die Besatzung und Lfz auf die mili Flugplätze verteilt werden und dIe Logistik zentral/ ziv ist. Noch gibt es Piloten und Techniker im Süden der Republik.

  14. … die Lw hat FlaRak abgebaut – auch die Roländer -, den Lufttransport gebremst, den Führungsdienst reduziert. Sollten jetzt nicht auch mal die Jetties bremsen? Ein Rest von Lufttransport sollte m.E. noch sein, auch in Hinblick auf die Probleme mit der A400 und den Transporthubschraubern. Die europäische Lösung, wann? Und müssen die deutschen Besatzungsmitglieder dann aussteigen, wenn FR nach Afrika verlegt – so wie mehrfach bei AWACS geschehen.?

  15. @Schorsch52 | 02. Oktober 2016 – 22:09:
    Ich gebe nur wieder was seitens BMVg offiziell geplant ist, da ja erneut viel über verschiedene Flugzeugtypen gesprochen wird.

    Eine Kooperationslösung würde einen multinationalen Konsens erfordern und hätte sicherlich einige politische Probleme (wie ihr AWACS–Beispiel zeigt).

    Fazit:
    Jahrelanges Ignorieren von Fakten kann nicht durch langjähriges Abwarten ausgeglichen werden.

    Die Folgen für den politisch dauernd so stark betonten Lufttransport in den nächsten 5 Jahren sind da wohl zweitrangig.

    Wenn man sich dann noch das Thema CH-53GA im neuen Rüstungsbericht anschaut hat man sogar ein déja-vu.

    Aber das werden die schlauen Berater alles lösen….

  16. Zu der Diskussion hier vielleicht noch ein passender Auszug aus dem neuen Rüstungsbericht (S.106):

    „4. Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft bei Systemen in NutzungFähigkeitsaufwuchs und Schutz sind die Schlüsselkomponenten für den taktischen Lufttransport, der durch den A400M entstehen soll. Das Projekt ist genau in diesen Punkten durch Verzögerungen äußerst risikobehaftet. Die Auswirkungen auf laufende und mögliche zukünftige Einsätze zeichnen sich bereits heute ab. Daher ist die Einrichtung der Arbeitsgruppe Perspektiven Lufttransport zur Vermeidung von weiteren Einschränkungen im taktisch-operativen Lufttransport ein erster Schritt zur Mitigation. Lösungskonzepte müssen hier rasch greifen, dabei muss auch eine belastbare Haushaltsmittelplanung Tragfähigkeit gewährleisten. Unabhängig hiervon muss die Herstellung der Einsatzreife vorangetrieben werden!“

    Man bildet also einen Arbeitskreis ähhh eine Arbeitsgruppe.
    Der Hinweis auf eine belastbare Haushaltsmittelplanung ist der Wink mit dem Zaunpfahl:
    Mein hat das Geld anders verplant.

    Aber immerhin bewegt man sich schrittweise weg von der Lebenslüge der Eintyp-Flotte.

  17. @Zimdarsen

    „…Noch gibt es Piloten und Techniker im Süden der Republik….“

    Tja, da ist wohl leider die Tür zu. Ende des Monats (Oktober) kommt PersBw in den Süden und überreicht jedem Geschwadrabgehörigen ein Ticket, wo er denn ab Ende nächsten Jahres Dienst tun wird. Als „Transall-Nachfolge-Techniker in Lauerstellung“ ist da sicherlich niemand eingeplant.

    Hätten wir uns aber auch gewünscht.

  18. @ amsi887

    Könnte es sein, dass sich bis Ende des Jahres 2017 eine Perspektive für die Techniker und Piloten mit einer Entscheidung für C130 in Lechfeld ergibt ?

  19. @Georg | 03. Oktober 2016 – 13:33:
    Alle Anzeichen deuten nicht daraufhin, dass es bis Ende 2017 eine Entscheidung für (!) C-130 oder sonst ein Muster gibt (s.o.). Ganz zu schweigen von Stationierungsentscheidungen.

    Im BMVg favorisiert man offenbar weiterhin eine Kooperation mit FRA oder GBR. Dort scheint man wohl – wenn überhaupt – bereit zu sein freie Kapazitäten anzubieten. Passt ja auch zu den Pooling-Träumen in Berlin.

    Weitere Lfz (national oder multinationalen) zu leasen oder zu beschaffen erfordert politischen Willen, Geld und Formalitäten. Also: Es wird dauern.

    Dazu noch die anstehende Bundestagswahl.
    Da sind Entscheidungen wie oben skizziert bis Ende 2017 praktisch ausgeschlossen. Außer die Ministerin würde nun schnelle, klare Entscheidungen treffen. Die letzten Aussagen legen jedoch das Gegenteil nahe.

    Die Vorstellungen hier und die im politischen und ministeriellen Bereich scheinen auch in diesem Fall weit auseinanderzuliegen.

  20. @amsi887

    Da ist die Tür noch nicht zu, denn es folgt nun die Rekalibrierung der Lw und davon weiß das Pers AmtBw noch nichts von.

    ……und dann ist da noch die Werft ;-)

  21. @Georg

    Die Lw würde Lechfeld halten aber sie hat leider kein Personal für Stäbe und Flugsicherung.
    Das BMVg möchte eine europäische Lösung. Nun muss Politik entscheiden, dich die kennt noch nicht mal die Situation in der Lw nach der dritten Reform seit Neuausrichtung.

  22. Wie so eigentlich immer Lechfeld, für was deutsches wäre wohl das LTG-63 am Standort Hohn die erste Wahl.
    Für was Europäisches sind die Standorte Twente und Hopsten sicherlich erste Wahl !

  23. Frau vdL will angeblich ab 2021 4-6 C-130J Hercules nach Frankreich stellen lassen-der Vertrag wurde heute unterzeichnet,

    Orleans?

    Viele Grüße

    Notnagel

  24. @Milliway

    wie kommen sie denn bloss jetzt auf Twenthe und Hopsten?
    Beide Plätze sind seit Jahren dicht.

Kommentare sind geschlossen.