USA zu (militärischen) Gesprächen mit Russland über Syrien bereit

Inherent Resolve

In das Engagement der USA und Russlands in Syrien scheint Bewegung zu kommen: Die USA bemühen sich nach Angaben ihres Außenministers um Gespräche ihres Militärs mit den Russen über die Situation in dem arabischen Land, in dem die USA bereits jetzt mit Luftangriffen aktiv sind und die Russen, so muss man wohl annehmen, militärische Aktivitäten vorbereiten.

Von der New York Times:

Secretary of State John Kerry said on Friday that the United States is prepared to engage in military-to-military talks with Russia concerning Syria. “The president believes that a military-to-military conversation is an important next step,” Mr. Kerry said, “and I think, hopefully, it will take place very shortly.”

Ähnlich von der BBC:

US-Russian military talks on Syria could take place „very shortly“, US Secretary of State John Kerry says.
The US has been concerned about Moscow’s increased military presence in Syria.
„We’re looking for ways in which to find a common ground,“ said Mr Kerry.

Das ist noch hinreichend unscharf. Mal sehen, was noch dazu an Details kommt.

Nachtrag: Und schon reden die Verteidigungsminister miteinander…

This morning, Secretary of Defense Ash Carter had a constructive conversation with the Russian Minister of Defense Sergei Shoygu on the situation in Syria. The secretary and the minister talked about areas where the United States and Russia’s perspectives overlap and areas of divergence. They agreed to further discuss mechanisms for deconfliction in Syria and the counter-Islamic State of Iraq and Levant (ISIL) campaign. The secretary emphasized the importance of pursuing such consultations in parallel with diplomatic talks that would ensure a political transition in Syria. He noted that defeating ISIL and ensuring a political transition are objectives that need to be pursued at the same time. Both the secretary and the minister agreed to continue their dialogue.

Noch ein Nachtrag – vom Wall Street Journal:

Russia Moves Its First Tactical Fighter Jets to Base in Syria
WASHINGTON—Russia has moved its first fighter jets to a growing base in Syria, defense officials said Friday, raising new concerns Moscow is preparing to play a direct role in helping embattled President Bashar al-Assad against Islamic State militants.
Moscow’s military moves came as U.S. Defense Secretary Ash Carter spoke to his Russian counterpart about Russia’s deepening role in Syria, ending a long pause in high-level military ties between the two countries.
Defense officials said at least four tactical fighter jets had arrived at the rapidly expanding airfield on the Syrian coast south of Latakia.

(Das bitte ich als neuen Syrien/ISIS/Irak-Sammelthread zu verstehen.)

(Archivbild Oktober 2014: An F/A-18F Super Hornet, attached to the „Fighting Black Lions“ of Strike Fighter Squadron (VFA) 213, taxis on the flight deck of the aircraft carrier USS George H.W. Bush (CVN 77). George H.W. Bush is supporting maritime security operations, strike operations in Iraq and Syria as directed, and theater security cooperation efforts in the U.S. 5th Fleet area of responsibility – U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 3rd Class Brian Stephens)

59 Gedanken zu „USA zu (militärischen) Gesprächen mit Russland über Syrien bereit

  1. s. Facebookprofil F.W Steinmaier: Die drei europäischen Mächte beraten zur Stunde nach langwieriger Vorarbeit durch den UN-Sondergesandten.

  2. einen Aspekt haben wir dabei noch vergessen

    > Deutschland zieht mindestens 50% der kampffähigen männlichen Jugend aus diesen Gebieten ab und behindert dabei massiv die kämpfenden Parteien.
    eine Friedensschaffende Maßnahme …

  3. RUS, SYR und IRN etablieren in BAGDAD eine militärische Koordinierungszelle. Absicht ist, die schiitischen – iranischen – Milizen effektiv in den Anti-Daesh-Kampf einzubeziehen.
    http://www.foxnews.com/politics/2015/09/24/russians-syrians-and-iranians-setting-up-military-coordination-cell-in-baghdad/
    FoxNews zufolge wurde der Kdr der iranischen Quds Brigaden, Qassem Soleimani, in Bagdad erkannt, (Al-Quds: persischer Name für Jerusalem, dessen Befreiung originärer Auftrag dieser Tr ist!) offenbar zu Gesprächen mit Russen!
    Das Besondere, Gespräche im Irak, in der Hauptstadt, von irakischer Beteiligung lt Meldung keine Rede.
    Und, General David Patraeus, ex-CIA chef, wird wieder gehört, in DC! Wenn einer mit dergleichen Szenaren zurechtkam, dann er.

  4. General David Patreus ist einer der wenigen neben Lt. Gen. L. Terry, die das intellektuell überblicken können. M.E ist die As-Sham Vase, nachdem das British Empire seinerseits, und dann G.W Bush Jr. dagegen getreten haben, eh zerbrochen. Die beiden wissen wenigstens wo die Scherben liegen.

  5. Sigmar Gabriel bringt eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russlands ins Spiel, um Moskau zur Zusammenarbeit in der Lösung des Syrien-Konflikts zu bringen.
    Langer Atem, der von Putin, zahlt sich aus. Hat als Sowjetgeheimdienstoffizier gut gelernt, der Herr.
    Der Schritt vom Saulus zum Paulus ist zwar nicht erkennbar, allerdings ein Sieg der Realpolitik(er) gegen Moralpolitik(er).
    (SZ.de)

  6. Haha, warten ist eine Tugend:

    If u can wait, and not get tired by waiting.

    Nach R. Kipling

    Und ich bezweifle aufrichtig, dass dort das gesamte Gedicht gelesen wurde.

    Alfred Lord Tennyson bietet sich hier auch an… Olysses

  7. @K-P K

    Hollande lehnt jede Einbeziehung von Assad in eine politische Lösung ab – genau wie London. Beide Hauptstädte „unterstreichen“ diese Position mit ihren Luftschlägen nun auch in Syrien. Ganz schlimmer „Spaltpilz“ in Sachen eigenständige EU-SiPo.

  8. @Klabautermann
    Die nächste Sicherheitsratswoche in N.Y. wird erwartbar
    Syrien als Schwerpunktthema behandeln, wenn ggf auch „nur“ bilateral wie im angesetzten Obama-Putin-Gespräch.
    Ob Paris und London Assad ablehnen, ist von zweitrangiger Qualität. Obama, Putin, die Kanzlerin setzen, wenn auch nur nebulös „müssen mit ihm reden“, auf Assad. Sie wissen, Waffenstillstand mit Folgeoptionen – gegen Assad -, läuft nicht.
    Putins Engagement im Raum Latakia/Tartus wendet sich zwar gegen Daesh, zielt aber pro Assad. Da gleichfalls gewusst wird, ohne Putin geht ebensowenig vorwärts, gewöhnen wir uns also daran, mit dem Syrer+Putin am Tisch zu sitzen.
    Wünsch-Dir-was-Politik trifft Realpolitik.

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