Frankreich und Russland einigen sich über Mistral-Kriegsschiffe

Le Tonnerre

Der Streit zwischen Russland und Frankreich über zwei Kriegsschiffe der Mistral-Klasse, die Frankreich liefern sollte und angesichts der europäischen Sanktionen gegen Russland in der Ukraine-Krise nicht liefert, ist beigelegt. Der Kreml und der französische Präsidentenpalast erklärten am (heutigen) Mittwochabend in weitgehend identischen Mitteilungen, beide Länder hätten sich auf das weitere Vorgehen verständigt: Russland erhält die bereits gezahlten Gelder für die Schiffe zurück, die eingerüstete russische Ausrüstung wird ebenfalls zurückgegeben, und Frankreich kann frei über die beiden Schiffe verfügen.

Die Erklärung des Kreml in der auf Englisch veröffentlichten Fassung:

Telephone conversation with President of France Francois Hollande
Vladimir Putin had a telephone conversation with President of France Francois Hollande.
The President of Russia and the President of France adopted a joint decision to terminate the contract for the construction and delivery of two Mistral-class amphibious assault ships, signed in June 2011.
During expert talks, which were held in a friendly atmosphere typical of Russian-French relations, the parties were able to reach a mutually acceptable agreement on reimbursing the Russian side for the funds paid under the contract and returning the Russian equipment and materials that had been supplied.
France has already transferred the refund and once the equipment is returned, it will obtain ownership of both ships and be able to use them.
Moscow considers the Mistral issue to be fully resolved.

Und aus dem Elysee-Palast:

Um die beiden Hubschrauberträger hatte es ein langes Tauziehen gegeben. Formal war Frankreich nicht an die von der EU verhängten Sanktionen gebunden, die die Lieferung von Militärmaterial ausschließen, da die Verträge bereits lange davor abgeschlossen wurden. Dennoch hatte sich Paris dann dazu bereiterklärt, die Auslieferung zu verweigern – obwohl schon russische Soldaten zur Ausbildung auf dem noch in der Werft liegenden Schiff eingetroffen waren. Auch die Kosten für die beiden Schiffe, die Rede ist von 1,2 Milliarden Euro, schmerzen den französischen Haushalt.

Die interessante Frage wird jetzt, was nun mit den beiden Schiffen passiert. Immer wieder hatte es Vorschläge gegeben, ein anderes europäisches Land – vielleicht sogar Deutschland – oder die EU sollte die Mistral übernehmen, zumal die Fähigkeit dieser Hubschrauberträger, die für amphibische Operationen genutzt werden können, in den europäischen Streitkräften knapp ist.

Allerdings, das ist hier bei Augen geradeaus! schon von Kennern mehrfach detailliert erläutert worden, lassen sich die auf russische Bedürfnisse gebauten Schiffe nicht einfach auf westeuropäische Normen und Standards umrüsten. Die Kosten wären jedenfalls erheblich, damit wäre das Geschäft nicht wirtschaftlich.

(Foto: Die Tonnerre, ein Schiff der Mistral-Klasse der französischen Marine – Béotien lambda via Wikimedia Commons)

194 Gedanken zu „Frankreich und Russland einigen sich über Mistral-Kriegsschiffe

  1. @Thomas Melber | 10. August 2015 – 18:36
    Mit Sachverstand kann ich dazu nicht aufwarten. Im Krieg macht/hat man alles gemacht, was als notwendig erachtet wurde.
    Im Erfolgsfall ging/geht es in die Folgedoktrin ein und wird in der Führerausbildung als beispielgebende Initiative des Führens mit Auftrag gelehrt.
    Bei Misserfolg wartet das Kriegsgericht.
    Ergo, ungewöhnliche Führungsentscheidungen, eigentlich abwegige Entschlüsse, sind im Frieden nicht Grundlagen bildend.
    Zur MarInf speziell, gehen Sie auf „United States Marine Corps“, The Few and the Proud!, oder auch „Quantico, VA. Marines.Com“. Auf alle Fälle gibt’s dort viel zu lernen zu Ausrüstung und Ausstattung, die es NUR bei den Marines anzutreffen gilt. Und vielleicht, mit sehr viel Glück, erahnt der geneigte Leser etwas vom „Geist der Marines“, den ich mir nicht anmaße zu erkennen, den es aber bei, pardon „Normalos“ nicht gibt.
    Die Marines sind die schnellste und flexibelste Einsatztruppe der USA für Kampfeinsätze im Ausland: schnell, flexibel, Leitspruch „Semper Fidelis“ – Immer treu.

    Sofern Sie zum NLD Korps Mariniers etwas hören möchten, mach‘ ich mich gern ans Suchen und Übersetzen, aber heut‘ nicht mehr.
    Gruß.

  2. @KPK
    Das MC hat ja auch eigene Vorschriften und ist eine eigene TSK. DEU ist eben für andere Waffengattungen bekannt, wie die Panzertruppe oder die Fallschirmjäger.

    Marineinfanterie hat bei uns eben keine starke Tradition.

  3. @Thomas Melber
    Wie war. Nur, von interessierter Seite wird zunehmend und vernehmlich dazu „Laut gegeben“! Muss wohl Absicht sein, steter Tropfen …!

  4. TW „Das Teil ist sogar noct toter als der Camcopter fuer K130…“ Entschuldigen Sie…

  5. @KPK 10.08. 18:03
    „Mithin alles hoch offiziell, das mit der deutschen Marineinfanterie und ihrem JSS, oder?“
    Zumindest beschäftigen sich Stellen der Marine mit dem Thema und lancieren es in der Öffentlichkeit.
    Das birgt natürlich das Risiko, daß sich interessierte Leute ohne entsprechende ATN zu der Thematik äußern, sich evtl erdreisten, bestimmte Dienstwegkurven einfach zu ignorieren und das anscheinend zur Unbeweglichkeit verknöcherte Beschaffungssystem der Bundeswehr mit einer Fremdbeschaffungsmöglickeit umgehen zu wollen.

    Zum Schauplatz Neapel für den Beitritt zur EAI: Italien hat derzeit turnusmäßig den Vorsitz der European Amphibious Initiative, deswegen traf man sich halt dort.

    PS: Neulich hatte der OvWa einen Tip: Ironie funktioniert nicht im Internet.

  6. @langnase
    Neapel d’accord.
    Aber, „zumindest beschäftigen sich Stellen der Marine mit dem Thema …“
    Heißt für mich, die Marineführung will beides, MarInf und folgerichtig dann auch JSS.
    Heißt für mich weiter, da diese „Stellen“ nicht gestoppt werden, dass bei GI / AbtPlg mit Sympathie gelauscht wird.
    Hört sich irgendwie nach „Policy Making Process“ an.http://texaspolitics.utexas.edu/archive/html/bur/features/0303_01/policy.html

  7. Seufz, es ist nicht kleinzukriegen dieses Theater, oder? Egal was man so schreibt und darlegt und erläutert, erklärt.
    Ich versuche es jetzt noch ein Mal. Werter Herr Kaikowsky, die Marine denkt nicht im Ansatz über JSS nach. Bei den von Ihnen genannten lauscht keiner.

    Mein alter Kamerad Arne versucht sein Bataillon gerade natürlich zu positionieren. Und entsprechend die Trommel zu rühren und nebenbei zu schauen was bei anderen Marinen bzgl Marineinfanterie, bzw. den Teilaufgaben/Teilfähigkeiten die ähnlich im Seebataillon hinterlegt sind eine professionelle Basis zu verschaffen. Diese Mühe und Bissigkeit hat ihn schon immer ausgezeichnet und als MiTa hat er dafür auch in seinen verschiedenen Verwendungen entsprechende Grundlagen geschaffen.
    Das ist das eine. Das hat aber nichts mit der Beschaffung eines JSS zu tun.
    Die Marine braucht in den nächsten Jahren Ersatz für viele Fähigkeiten bzw muss Schwerpunkte erhalten die auch gerade für den Aspekt Landes- und Bündnisverteidigung von erheblicher Bedeutung sind. Alles Fähigkeiten die wichtiger sind als der komplette Neuaufbau eine Fähigkeit, die zusammen mit den notwendigen Resourcen im Bereich Land und vor allem Personal etc. so kompletter Irsinn ist.

    Oder noch anders gesagt:
    Auch wenn es vielleicht nicht anerkannt wird, aber hier schreiben ein paar Leute (@Les Grossmann, @Brommy, @Klabauter und weitere aber diese sind auch hier im Thread sehr deutlich gewesen. Und auch ich habe es jetzt mehrfach versucht) recht genau das gleiche bzgl dieses JSS-Wunschträumens manch eines Kommentatoren hier.
    Alle legen sehr genau dar, was es für Herausforderungen gibt und was kommen wird und was nicht. Wir alle kommen dabei aus verschiedenen Bereichen und Tätigkeiten, sagen aber haargenau dasselbe. Und wir müssen dabei nicht gerade unsere Quellen bzw Tätigkeiten/Posten offenlegen, aber irgendwann könnte es ruhig mal dämmern das der Kreis der oben genannten für die Themen Marine recht sprechfähig ist und in vielen Dingen sogar recht tief in der Materie steckt.
    Dies war jetzt der letzte Versuch und ich wiederhole mich nur noch ein Mal. JSS ist tot.
    Mehr habe ich zu diesem Thema nicht mehr zu sagen, da die Beratungsresistenz wirklich unendlich zu sein scheint bzw. langsam schon an Ignoranz rankommt. Und das nervt, vor allem wenn man es immer wieder versucht zu erklären.

  8. @NMWC 10.08. 23:23:
    Ihren Standpunkt haben Sie ja schon mehrfach deutlich gemacht, aber vielleicht sollten Sie auch die Situation anderer Teilnehmer anerkennen.
    Können Sie andere Foren oder Quellen nennen, in denen ein interessierter Laie wie ich Informationen in dieser Qualität -oder überhaupt Infos- zu diesem Thema bekommt, das die Öffentlichkeit leider nicht allzu heftig interessiert? Und wo man sich nicht auf die unumstößliche Wahrheit eines einzelnen Möchtegernguru verlassen muß, sondern wo anscheinend bzw. offensichtlich kompetente Teilnehmer durchaus kontrovers diskutieren bzw. informieren?
    Daher hoffe ich auf Ihre Nachsicht, behalte mir aber weitere Fragen vor – einfach, weil mich das Thema interessiert.

  9. @Langnase
    Es geht mir nicht um die Situation anderer Teilnehmer.
    Wenn Sie „Standpunkt“ durch „Sachstand“ ersetzen würden, wäre es vielleicht klarer.

    Auch das es nicht „mein“ ausgedachtes Blahblah ist. Das drumherum erläuternde Blahblah soll ja sogar ein wenig erklärend wirken damit interessierte wie Sie die Sachen nachvollziehen können. Deswegen hole ich für meinen Teil öfter mal aus und schreibe so viele Buchstaben die für viele wohl eher ermüdend sind und nach dem ersten Satz den Kopf nach hinten fallen lassen wenn ich dies tue. Und deswegen verlinke ich die „alten“ Debatten auch, damit Sie schauen können warum und wieso die von mir benannten so argumentieren wie sie es tun.
    Nur an dem Sachtstand wird jedes Fragen und träumen nichts ändern. Auch nicht an den Prioritäten und den damit verbundenen Aufgaben. Daher dieses vehemente Hinweise auf Fakten.

  10. @NMWC | 10. August 2015 – 23:23
    Bin nie geneigt, alten Wein in neuen Schläuchen anzubieten.
    Bin auch lediglich darauf eingestiegen, da – zumindest – meine Lesart, der Text aus dem Marineportal einen mehr als nur offiziösen Eindruck hinterlässt.
    Wenn das Thema dann tatsächlich keines ist, was ich in Anbetracht der Gesamtumstände der SK sofort bereit bin nachzuvollziehen, wundere ich mich, wie eine „Marineredaktion [marine.de/portal]“ derart formuliert. (Siehe Langnase 08. August 2015, 18:53)
    Das führt im Ergebnis zu falschen Schlüssen bei zwar Marine fremden aber SK-affinen, wohlwollenden Lesern, wie z.B. mir.
    Dem SeeBtl wünsche ich ansonsten eine tolle Zusammenarbeit mit dem NLD Korps Mariniers und „Viel Soldatenglück“!

  11. @Klaus-Peter Kaikowsky
    Der letzte Satz im letzten Absatz des Artikels mag vielleicht so klingen, aber darin steckt wirklich keine Aufforderung zur Erstellung einer Intitative.
    Deswegen schreiben die genannten „Unruhestifter“ und ich ja seit längerem den Sachstand diesbezüglich auf. Nochmal das Stichwort Fakten vs. Wunschträume.
    Lesen Sie es mal aus der Richtung der Nutzung von vorhandenen Fähigkeiten wie denen der Niederländer (in Ihrem letzten Satz geht es ja in die Richtung). Das ist der Weg den ich sehe, denn dort sind Schiffe, Infra, Personal und auch die logistischen Prozesse und die Versorgungsreife etabliert. Und eben diese Zusammenarbeit muss auch beworben werden. Der Kdr war ja auch mal im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterwegs und war schon immer ein Freund des offenen Wortes und Austauschs.
    Aber wirklich, dieser letzte Satz im besagten Artikel heißt nicht nationale Beschaffung.

  12. @NMWC:
    Danke, hoffentlich muss man diese Diskussion in den nächsten Wochen nicht wieder führen.
    Das große Ich-wünsch-mir-meine Bundeswehr-Quartett-Spiel ist wirklich nervig.

  13. @ NMWC | 10. August 2015 – 23:23

    Also wenn die Marine nicht im Ansatz über die Beschaffung eines JSS nachdenkt, wieso möchte dann die Marine ein Docklandungsschiff / militärischen Seeverlegefähigkeit ?

    Wörtliches Zitat auf marine.de / 23.06.2015 / Voneinander profitieren…

    „Unter dem Motto „Vom Land zum Meer – Vom Meer zum Land“ wurde deshalb im April 2014 das Seebataillon in Eckernförde aufgestellt mit dem Ziel, neue Fähigkeiten unter anderem im Bereich der sogenannten „gesicherten militärischen Seeverlegefähigkeit“ aufzubauen. Um derartige Evakuierungsoperationen künftig weltweit durchführen zu können, bedarf es künftig neben der Ausbildung aber auch eines sogenannten Joint Support Ships, also eines größeren Docklandungsschiffs, wie es andere Nationen bereits nutzen.“

    Oder warum wurde diese Grafik auf Y veröffentlicht ?

    http://www.y-punkt.de/portal/a/ypunkt/!ut/p/c4/TYvRCsMgDEX_yLSGquxtX7G1L0NrKGGtFknX7e-nD4Nx4NyEy4UJKsm_ePHCOfkV7jDOfAmnCmekx2c_0lPUW20U2QdeI9zaJJKacyJpFkrC1Uvxkovac5G1NUcptVEcYcQeB3SaEFFXtw9rmnp1_xhnvR2sM70xhqzV3Q_Yt-36BWa1qyk!/

    Oder

    Marinekommando / Die Deutsche Marine – Zahlen und Fakten / 12. Auflage / Seite 11

    Wörtliches Zitat

    „Mittelfristig wird das 5. Minensuchgeschwader aufgelöst und in das neu aufzustellende Unterstützungsgeschwader überführt. Dort sollen künftig alle sechs Tender sowie zwei Joint Support Ships (JSS), deren Beschaffung längerfristig geplant ist, beheimatet sein.“

    Ich würde Persönlich sogar noch ein Schritt weiter gehen und nicht nur die Schiffe sondern auch die dazugehörigen Bordhubschrauber insbesondere die Ka-52 Alligator mit abgreifen.

    Dieses Theater wir auch so in der Zukunft weiter gehen, weil einfach transparente Fakten fehlen und niemand von den Verantwortlichen weis wo die Fahrt eigentlich hingeht !

  14. @Milliway:
    Die Langzeitträume der Marine sollte man eben nicht mit der planerischen Realität verwechseln.
    Aber auch hier wollen einige wohl einfach gerne weiter träumen.
    Ist eben einfacher als sich mit den Realitäten zu beschäftigen.

    Nun genug geträumt?

  15. Milliway | 11. August 2015 – 18:30:
    „@ NMWC | 10. August 2015 – 23:23
    Also wenn die Marine nicht im Ansatz über die Beschaffung eines JSS nachdenkt, wieso möchte dann die Marine ein Docklandungsschiff / militärischen Seeverlegefähigkeit ?
    …“
    Werte(r) Milliway, Sie haben völlig recht. Lassen wir uns doch von den Pessimisten nicht die Taschen vollhauen. Die JSS sind keinesfalls vom Tisch. Allerdings – wie Admiral Schimpf schon 2012 ausgeführt hat – brauchen die Bemühungen zur Realisierung „Augenmaß und einen langen Atem“: Dass man diese Schiffe vielseitiger einsetzen kann als die flügellahmen Korvetten steht wohl außer Zweifel.

  16. @Miliway
    Danke das Sie das Zitat wiederholen auf das ich mich ebenfalls bezogen habe und eine Einordnung vorgenommen habe.
    Aber es stimmt natürlich. Artikel mit Inhalten wie diese und vor allem die Y sind bei weitem tiefergehend als die planerischen und konzeptionellen Herausforderungen der nächsten 10 Jahre. Vor allem die Y hat sich seit langer Zeit als das eigentliche Werkzeug für die Erstellung von Initiativen und die Einläutung der Analysephase Teil 1 nach CPM nov erwiesen.
    Aber das man Artikel wie die aus dem Seebataillon auch etwas umfassender lesen kann habe ich auch erläutert. Warum müssen wir wirklich jeden Schiffstyp vorhalten den es so gibt? Für das was wir tun, und wofür wir Fähigkeiten benötigen (und das ist weiterhin Landes- und Bündnisverteidigung als Schwerpunkt und nur weil die Schiffe der Marine mangels Alternativen für Zeugs wie Piratenjagd und MIO vorm Libanon eingesetzt werden heißt das nicht das diese Aufgaben nun die echten Herausforderungen sind. Dafür bräuchte ich andere Sachen mit denen sich in DEU aber keiner auseinander setzen will) heißt es zu planen. Die traditionellen Warfare Areas sind es die weiterhin den Schwerpunkt und die Herausforderung sind. Und gerade ASW, ASuW und MW bleiben mit die schwierigsten Bereiche.
    Aber was rede ich eigentlich. Ich habe keine Ahnung, ihr habt alle Recht und gut ist.

    @Hans Schommer
    Pessimisten? Danke schön. Wirklich vielen vielen Dank. Sie haben keinen Ahhung wie sehr ich beim Thema Bemühungen zu Realisierungen drin bin und mit „Augenmaß und langem Atem“ in einigen Themen seit Jahren stecke. Lesen Sie mal ein paar meiner Beiträge hier zu einschlägigen Themen. Das diese JSS einen anderen Aufgabenschwerpunkt haben als Korvetten und daher vollkommen unterschiedliche notwendige Fähigkeiten betrachtet werden müssen sollte auch Ihnen klar sein. Dann hätten Sie sich den letzen Satz spaten können. Aber schön das immer noch überall die Mär von den „blöden K130“ etabliert ist und alle Blinden von der Farbe sprechen, nur weil sie irgendwo mal nen schwindeligen Artikel im Spiegel gelesen haben in dem was von Getrieben oder so stand. Auch dazu habe ich mal versucht ein paar Fakten zu erläutern im Gespräch mit @klabautermann und @Les.
    Nochmal die Frage. Wozu muss ich eine Fähigkeit mit viel Geld und Ressourcen aufbauen, die andere als Fähigkeit bereits besitzen und die ich mit meinem Bataillon wunderbar im Combined Ansatz nutzen kann,bzw mich dort mit einbringe?
    Irgendwie rede ich wohl nur noch komplett undeutlich denn irgendwie will man mich nicht verstehen bzw das sachlich betrachten was ich hier darlege, da es die Kreise wohl zu sehr stört. Na dann malt mal schön weiter eure Kreise.

  17. @NWMC
    Hat mich sehr gewundert, wie lange Sie am Nachmittag ruhig geblieben waren, wollte schon vorher nachhaken.
    Bin inzwischen -gefühlt – auf Ihrer Seite.
    Trotzdem wundert mich, was so alles publiziert wird. Aber ich sach nix meer!

  18. @Milliway 11.08. 18:30
    Die Mistrals sind auf dem Markt, Ka-52 nicht. Und selbst wenn sie es wären, dürfte die Ersatzteilversorgung noch schwieriger sein als mit den Tigern. Da sollte man besser die Finger von lassen..

    @NMWC:
    Wie bereits gesagt komme ich aus der Laienecke und sehe aufgrund der weltweiten Entwicklung einen dringenden Bedarf an stärkeren Eingriffsmöglichkeiten Europas und anhand der o.g. Berichte auch eine Bereitschaft Deutschlands, hierbei eine aktive Rolle zu spielen. Als in der „Zielvorstellung Marine 2025+“ konkrete Optionen für ein JSS beschrieben wurden, erwartete ich dahinter auch ein ausgearbeitetes Konzept.
    Leider fürchte ich, daß es auf den üblichen Wegen sehr lange dauern und sehr teuer werden würde, um mit einer kleinen Subvention einer Werftenbau-ARGE endlich ein JSS zu bekommen.
    Und dann kamen die zwei russischen Schiffe ins Spiel…

  19. @Langnase
    Die Herausforderung ist, daß der EP 14 vielleicht den Bau des „nackten“ Schiffes (oder auch zwei) hergibt, aber nicht dessen komplette Ausstattung und seinen Betrieb.

    Die Marine verschluckt sich ja schon (beinahe) an den MKS 180.

  20. @Thomas Melber:
    Ich war nie davon ausgegangen, daß ein Projekt dieses Umfangs aus dem laufenden Budget zu stemmen wäre. Bei den Mistrals ist angesichts der Rückenstärkung für Präsident Hollande und der anderen europapolitischen Auswirkungen der Griff in die ZBV-Schatulle der Kanzlerin m.E. angebracht.
    Wenn es über EP 14 laufen soll, würden angesichts der mangelnden Begeisterung der Marine bis zum Stapellauf der Schiffe wohl noch mindestens 10 Jahre vergehen, bis zur Einsatzfähigkeit noch einige Jahre mehr.

  21. @langnase
    Der Betrieb muß sicher aus dem EP14 kommen. Die Marine wird eine eigene Lösung einem Kauf „off the shelf“ vorziehen, die dann auch die heimische Werftenindustrie berücksichtigen kann.

    Vor Zeichnung des Weißbuches werden sicher keine neuen Programme dieser Größenordnung aufgelegt werden.

  22. Ein klein bisschen verblüfft bin ich schon. Es gibt hier einige Kundige, die recht einleuchtend erklärt haben, wieso diese Mistral/JSS-Geschichte in Luftschloss ist. Und das sind, soweit ich sie kenne, Leute die sich in dieser Szene bewegen und damit sehr professionell zu tun haben. Scheint aber nicht von Belang zu sein… Wir können natürlich bei allen Themen ein munteres Wunschspiel spielen, ungeachtet der Realität. Was allerdings die Debatte hier ziemlich unsinnig machen würde.

  23. Von der Website der Marine, auch Y-Magazin 09/2014. Selbsterklärend:
    „Insbesondere für Konfliktverhütungs-, Stabilisierungs- und Ausbildungsaufgaben ist dieser Schiffstyp geeignet. Die Beschaffung von zwei Schiffen für die Bundeswehr bleibt offen. Seitens der Marine stehen die Zeichen auf „grün“, in der Flottenliste wünscht sie sich zwei Schiffe für die Zeit nach 2020. Das nötige „Kleingeld“ ist zurzeit allerdings noch nicht bewilligt. Auch wenn am Ende alle Teilstreitkräfte davon profitieren würden.“
    Nur mal so für die „Pessimisten“ und deren Rudergänger. Was kommt, weiß niemand. Die auf seriöse Quellen setztenden „Optimisten“ hier zu verunglimpfen, finde ich ebenso unbegründet wie unpassend.

  24. @T.W. und NMWC:
    Bitte entschuldigen Sie meine stilistische Unzulänglichkeit. Eigentlich sollte alles, was ich heute geschrieben habe, nur die Motivation meiner Ursprungshaltung aufzeigen und sollte nicht als Beharren darauf verstanden werden.
    Mit Ausnahme der Antwort an H. Melber – das war ein Rückfall.

  25. @Hans Schommer
    Die Sache ist recht einfach: der Marine werden Haushaltsmittel zugewiesen (vielleicht etwas mehr als bisher), und dafür kann sie sich Fähigkeiten zukaufen und bereithalten / unterhalten.

    Bündnisverpflichtungen / Heimatverteidigung sind natürlich vorrangig zu berücksichtigen.

    Daher: sind diese JSS zwingend notwendig? Welche Einsparungen muß ich in anderen Bereichen bringen um sie mir leisten zu können? Vulgo: ein JSS = x U-Boote / Korvetten / SeeBtl u.a.

    Und wenn ich diese JSS dann habe: was mache ich damit?

  26. Vielleicht sollte die Marineführung ihre Wunschvorstellungen etwas weniger offen zur Schau stellen und sich vielmehr an die Beantwortung der Frage machen, wie man die aktuellen Probleme zu lösen gedenkt (Personalmangel, anyone?). Ansonsten macht das Gerede von JSS und Co vielleicht den Eindruck von Leuten, die der Realität müde geworden sind und ihr durch Flucht in Wunschträume entfliehen wollen.

  27. @Langnase
    Sie müssen sich nicht entschuldigen, da Sie den Diskurs suchen. Damit kann ich für meinen Teil wunderbar leben und versuche Antworten und Sichtweisen zu erläutern.

    @Hans Schommer
    Ach soooo.. Daher weht also der Wind.
    Sie fühlen sich von hier vorgetragen Fakten angegangen und verunglimpft, weil diese nicht einem Artikel in der Y von 2014 entsprechen?
    Dann kann ich Ihnen auch nicht mehr weiter helfen.
    Vielleicht sollten Sie dann aber bei AG überlegen wo Sie mitmachen wollen. Denn hier wird es dann immer wieder dazu kommen, das Kommentatoren aus Ihren Augen „unseriös“ sind, da leider nur ein Alias schreibt, der dies auch aus gutem Grund tut (Muss denn auch diese Grundsatzdebatte immer wieder sein?), anstatt eine „seriöse“ Quelle wie bspw die Y.

    Dann dürfen Sie aber auch kein Vertrauen mehr zu @TW haben, denn der lässt diese „unseriösen“ Quellen und Pessimisten sowie deren Rudergänger auch noch zu und weiß aufgrund seiner Quellenlage Dinge einzuschätzen. Also hat bei diesem Thema der Hausherr auch keine Ahnung und ist unseriös?
    Und dann sagt der Hausherr hier auch noch was dazu, was aber verpufft weil es anscheinend keiner hören will.
    Da waren wir vor einiger Zeit in der Akzeptanz der Expertise und fachlichen Qualifikationen der hier beitragenden deutlich weiter.

    Aber Sie haben Recht. Alles unseriöse Pessimisten und deren Rudergänger hier, die nur versuchen zu verunglimpfen und nicht richtig im Kopf sind.
    Netter Versuch mich und andere mit diesem ad hominem ebenfalls zu verunglimpfen.

  28. @Hans Schommer @Miliway
    Ihre Quellen berufen sich auf die „Zielvorstellung der Marine 2025+“. Diese ist im Jahre 2008 durch den damaligen InspM Nolting erlassen worden und basiert auf dem noch gültigen Weißbuch von 2006. Seither hat sich in der Bundeswehr und damit in der Marine so einiges getan und noch mehr befindet sich im Umbruch. Eine neue wird, wenn überhaupt, erst erlassen werden, wenn es ein neues Weißbuch gibt.

    @NMWC
    Ich für meinen Teil streiche hiermit die Flagge auf diesem Schlachtfeld.
    Soll doch ruhig weiter geträumt werden, denn mehr ist das JSS nicht.
    Und sollte in meiner Restdienstzeit so was doch noch über meinen Schreibtisch in Schlicktown wandern, kann ich immer noch hysterisch lachen.

  29. @ NMWC | 11. August 2015 – 20:51
    BZ

    Hoffe, dass viele Leser Ihre Darstellung verstehen und umsetzen,

    Allerdings haben viele InspekteureM ihre Hobbies verfolgt und den Nachfolgern damit das Leben schwer gemacht.
    Ich wuensche/erwarte dass sich die heutige Marine auf ihre anerkannten Notwendigkeiten und Schwerpunkte( MW,ASW) konzentrieren sollte und sich nicht von ‚weltweiten Traeumen/ern bestimmen lassen moege.

  30. halb OT – an die eifrigen Marine Kenner:

    Gibt es aktuell Probleme mit Tendern der Klasse 404? Risse der Aussenhaut?
    Es wird gemunkelt, dass die Werra bei EUNAVFOR MED nur noch low level einsatzbereit ist und demnaechst ausgetauscht werden muss…

  31. Wir brauchen Kolonien, denn wir wollen eine Flotte –
    oder –
    Wir brauchen eine Flotte, denn wir wollen Kolonien….???

    Kann mich nicht so recht an den Spruch eines Generals zu Kaiser’s Zeiten erinnern ;-)

    Nimmt man statt „Flotte“ JSS und statt „Kolonie“ Krise, dann passen beide Sätze wohl auch, wenn ich einige Kommentare hier so lese…………

    Die Marine – wie die ganze BW – wird sich in den nächsten 10 Jahre völlig auf den Erhalt von Pflicht-Fähigkeiten konzentrieren müssen, und das wird schwierig genug werden, wenn man sich z.Bsp. die querschnittliche Drehflügler-Problematik in der BW anschaut. Für Kür-Fähigkeiten ist da kein Manövrierraum. Man sollte nicht vergessen, dass „Marine 2025+“ vor der „Neuausrichtung“ verfasst und „erlassen“ wurde. Das Teil ist BW-planerisch O.B.E……….wie weiland die Naumann-Arche oder das ETrUS……

  32. NMWC | 12. August 2015 – 8:30
    “ …
    @Hans Schommer
    Ach soooo.. Daher weht also der Wind. ::“
    Sie haben wirklich nichts verstanden. Ich kann nur hoffen, dass das agressive Wadenbeissen in diesem Faden nicht symptomatisch für Ihr dienstliches Engagement ist.

  33. Nach dem Ende der Sommerpause Mitte September wird die französische Nationalversammlung über die Kosten der Vertragsauflösung für die Mistrals unterrichtet.
    Das Magazin „Le Canard enchaîné“ berichtet, daß außer den bereits zurückgezahlten 893 mio EUR weitere Kosten auf die französische Regierung zukommen, weil die beteiligten Firmen DCNS, Thales und Sagem Verdienstausfälle geltend machen wollen.
    Die Kosten für eine einsatzfähige Ausrüstung der Schiffe (Ersatz der ausgebauten russischen Technik, Übersetzung der Dokumentation, Austausch der kyrillischen Beschriftungen etc.) schätzen Experten laut dem Magazin auf bis zu 200 mio EUR.

  34. @ Hans Schommer

    Hatten Herr OTL nicht Zurückhaltung ob der letzten Entgleisungen gelobt? Nur als Erinnerung….

  35. Voodoo | 12. August 2015 – 17:48:
    „@ Hans Schommer
    Hatten Herr OTL nicht Zurückhaltung ob der letzten Entgleisungen gelobt? Nur als Erinnerung….“
    Also jetzt reichts aber!
    Erstens haben Sie doch wohl die überhebliche Oberflächlichkeit und die unangemessene Schärfe des Beitrages von NWMC zur Kenntnis genommen.
    Und zweitens halte ich Beiträge von „No-Name-Usern“, denen Belehrungen zur Blog-Disziplin weder zu noch anstehen, für absolut ungehörig. Gemeint ist „Voodoo“.
    Zu diesem konkreten Anlass könnte sich Herr Wiegold vielleicht auch einmal positionieren.

  36. Bitte, so nicht.

    Herr Schommer, kann es sein, dass Sie gerne austeilen, aber ungern einstecken? Ihre Reaktion sieht sehr danach aus. Und ich hab auch Verständnis für NMWC, der seit Monaten bei den Erklärungen zu diesem Thema eine ziemliche Geduld bewiesen hat.

    Aber wenn wir alle zu eine zivilisierten Diskussionsführung zurückkehren könnten?

  37. @ T.Wiegold:
    Nix für ungut – ganz ohne Groll. Es ist halt nicht immer einfach, im Internet zu kommunizieren. Das Gute daran: Ich muss das ja garnicht. Und wenn ich es mir recht überlege, werden auch meine Beiträge hier im Blog die DEU Streitkräfte kein Stück voranbringen. Also sorry, wenn ich etwas zu harsch rübergekommen bin.
    Spaß hat mir das aber jedenfalls gebracht, und Kurzweil. Danke dafür!
    MfG
    Hans Schommer

  38. @Hans Schommer
    ‚hoffe, Sie bleiben AG und der community gewogen! Let’s cool our tongues …

  39. Abkühlung tut wirklich gut !
    Aber als Außenseiter der Marine-Interna …
    Ein Admiral sagt in 2008 was seine Vision der Marine 2025+ ist auf Basis des Weissbuch 2006 …
    Können wir nicht einmal alle ganz kurz auf den Kalendar schauen der 2015 sagt und was wir erlebt haben in den vergangenen Jahren ?!?
    Und was grade so passiert im nahen und näheren Umfeld ?

    DAS wäre eine sicherheitspolitische interessante Analyse der zukünftigen Probleme und kein Gerede über wer hat wie recht laut einer Y ;-)

    Und ich bin mehr mehr bei @NMWC und dessen JSS Ansichten ….

  40. Nächstes Jahr werden wir ein Weißbuch haben, aus dem dann hoffentlich der erforderliche Kräfteansatz für nachhaltiges, erfolgreiches Wirken abgeleitet wird und dann sukzessive erkannte Lücken gefüllt werden.

    Ob es dazu der Fähigkeit JSS bedarf wird sich weisen.

  41. https://www.aspi.org.au/__data/assets/pdf_file/0014/26501/Mannhardt-Emerging-trends-in-naval-operations-in-the-Asia-Pacific-slides.pdf

    Offenbar ist das Thema JSS für die Marine noch nicht gestorben ;-)
    Das ist der Vortrag des Abteilungsleiters Planung und Konzeption im Marinekommando Flottillenadmiral Jürgen Mannhardt anlässlich der Australia’s Future Surface Fleet Conference vom 31. März/1. April diesen Jahres. Oder es handelt sich dabei um einen Aprilscherz …

  42. @emdeema
    Wenn ich daran denke, daß ich in meinen Sturm-und-Drang-Jahren zur Marine wollte …

  43. Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellv. des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte am 05. August 2015 in Rostock:
    „Gemeinsam mit den NLD stellen wir Überlegungen an, die dortige Fähigkeit eines JLSS
    – Stichwort: „Karel Doorman“ – mit Komponenten des SeeBtl (DEU) mit dem Ziel zu
    verschmelzen, Transportkapazitäten und amphibische Fähigkeiten aufzubauen. Das wird
    eventuell in Unterstellung unserer Kräfte unter ein NLD Kommando münden.“
    quelle dmkn.de

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