DroneWatch: Die deutschen Triton-Pläne

Als Merkposten, damit wir es alle wiederfinden (aber ohne detailliertere Auswertung, weil low ops…): Im Oktober, nach der Übergabe des Gutachtens zur mehreren Rüstungsprojekten, hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Beschaffung einer neuen Riesendrohne vom Typ Triton (Foto oben) als Nachfolger für das gestoppte Projekt EuroHawk ins Gespräch gebracht.

Ein bisschen mehr zu den Plänen hat nun das Ministerium dem Linken-Abgeordneten Andrej Hunko auf eine Kleine Anfrage mitgeteilt, die Antwort ist hier nachzulesen. Aus dieser Antwort zitiert (aus offensichtlichen Gründen als erstes Medium) auch netzpolitik.org: Bundesregierung skizziert Zeitplan für Beschaffung und Zulassung militärischer Spionagedrohnen

(Archivbild: The Triton unmanned aircraft system completes its first flight May 22, 2013 from the Northrop Grumman manufacturing facility in Palmdale, Calif. – U.S. Navy photo courtesy of Northrop Grumman photo by Alex Evers via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

13 Gedanken zu „DroneWatch: Die deutschen Triton-Pläne

  1. Wer fragt, bekommt Antworten.
    Wer ungenau fragt, bekommt ungenaue Antworten.

    Frage 20: Luftwaffe.de Heron über Afghanistan 07.06.2012
    http://tinyurl.com/ovo58wa
    [Link durch kürzere Version ersetzt. T.W.]
    Die Dame scheint also nicht mehr aktiv zu sein. Dass wäre die Folgerung aus der Antwort der Bundesregierung.

    Frage 23: Die fliegerische InÜbunghaltung auf einem bemannten Muster – Voraussetzung, um überhaupt ein unbemanntes Muster fliegen zu dürfen – findet an der LFT in Bremen auf der CJ1+ statt. Dies ist natürlich nicht notwendig, wenn man den bemannten Schein/InÜbunghaltung auf Tornado/Helikopter/Transall durchführt.
    Ausbildungsinhalte für Eurohawk/Heron 1 finden natürlich nicht in Bremen statt.

    War nicht kürzlich ein Thread hier bzgl. Verhörmethoden und wie man sie erfolgreich bekämpft/verzögert?
    ;o)

    Ob man mit diesen Antworten Vertrauen schafft oder eher für noch mehr Fragen sorgt?
    Muss jeder für sich selbst beantworten.

  2. Ich habe nach wie vor nicht begriffen was am Triton grundlegend anders sein soll, als am Euro Hawk. Das Problem der Zulassungsfähigkeit eines schnell und hoch fliegenden unbemannten LFZ im dichtgedrängten deutschen Luftraum ist doch nicht musterspezifisch auf den Euro Hawk begrenzt…

  3. @Wolfsmond
    Das Fluggerät ist europäisch statt US. Wenn man das Fernziel hat, dass Aurbus in 20-30 Jahren mit Boing auf dem pilotenlosen Frachtflugzeugmarkt mithalten kann, dann ist diese Umstellung folgerichtig.
    Hängt meiner Ansicht nach eher mit Industriesubvention im Entwicklungsbereich zusammen, als das es da primär um den Output für die Bundeswehr geht…
    Absehbares Milliardengrab des Einzelplans 14 und wahrscheinlich in 10 Jahren ein kleiner „Skandal“ Aufschrei, aber Gesamtwirtschaftlich gar nicht mal verkehrt. Wenn es dieses Geld als Aufschlag auf den EP14 geben würde, damit es nicht zu Lasten von Soldaten geht, dann hätte ich nicht mal was dagegen…

  4. @Stefan H.:
    Triton ist europäisch?
    Es weihnachtet sehr….

    Ansonsten Zustimmung.
    Das Thema wird den bereits voll ausgereizten Epl. 14 ab 2016 noch mehr unter Druck setzen.
    Es ist jetzt schon absehbar, dass der Epl. 14 im Jahr 2016 an der Vielzahl und Gegenläufigkeit der Ansprüche (Modernisierung, Einsatzbereitschaft, Attraktivität, Industriepolitik) kollabieren wird.

    Aber irgendwie klappt das schon noch – und nach 2017 kommt ja dann die nächste Reform.

  5. Kann mich nur Wolfsmond anschließen. Die Triton ist doch nur die Variante der Globalhawk für die US Marine?!?

    Schade, dass zu dem Thema hier nicht so viel diskutiert wird wie sonst…

  6. @Stefan H.

    Wenn Airbus autonom fliegen möchte, dann benötigt sie keinen Triton für die Bundeswehr.
    Mercedes baut für das autonome Auto auch keine Panzer.

    Airbus wäre technologisch schon jetzt in der Lage einen A380 autonom fliegen zu lassen.
    Es ist kein Problem der Technik. Europa lässt Geräte auf Kometen laden, wo soll das Problem sein?

    Die Hindernisse für den autonomen Betrieb sind bei der Zulassung, Haftung und den neu zu schaffenden internationalen Regeln.

  7. Im Cockpit sitzen zwei nicht weil es technisch notwendig ist, sondern weil es die Vorschrift so vorsieht. Der Nächste Schritt wäre also eine Einmannbesatzung.

  8. @ Elahan | 24. Dezember 2014 – 11:16

    „Mercedes baut für das autonome Auto auch keine Panzer.“

    +1 :-)

    Triton hat im Vergleich zum EH (vulgo GH Block 20) den Vorteil nicht so viele Obsoleszenzen eingebaut zu haben und absehbar in großer Stückzahl von den Amis betrieben zu werden.
    Außerdem sollte ein Sense&Avoid-System eingebaut werden, was allerdings erstmal auf Eis gelegt worden ist. Aktuell sucht die US Navy Ideen für das System:
    http://www.ainonline.com/aviation-news/2014-11-04/navy-seeks-industry-ideas-triton-sense-and-avoid-radar

  9. Deutschland „bringt ins Gespräch“, Südkorea wird seine 4 RQ-4B ab voraussichtlich 2018 erhalten.

    Frage: Da die USA in jüngerer Vergangenheit mit RQ-4B von der Misawa AB (Japan) aus operiert haben und die dortige Öffentlichkeit beim Thema Drohnen hin und wieder sorgenvoll über hohe Verlustraten u. Sicherheit im Allgemeinen debattiert – ist jemandem hier auf AG bekannt, ob das Thema Sense&Avoid von jap. Medien oder der Regierung angesprochen wird?

  10. Zulassungs- und luftrechtlich besteht für mich keinerlei Unterschied zwischen den bisherigen Global Hawk Varianten und TRITON. Dies wird auch jeder mit der Materie halbwegs vertraute Luftrechtler und Techniker eindeutig bestätigen.

    Bedingt durch die Normen von FAA, EASA und ICAO und deren weltweite Umsetzung in nationales Luftrecht, wird auch TRITON vor einer regulären Verkehrszulassung die Bau- und Zulassungsvoraussetzungen gemäß FAA-FAR Part 25 und/oder EASA CS 25 zunächst einmal im vollen Umfang erfüllen und zudem über ein völlig autonomes On-Board Sense & Avoid-System verfügen müssen. Zu beidem ist noch ein sehr langer Weg und so lange fliegen dieses HALE-UAV nur im gesperrten Luftraum und das gilt weltweit, egal ob das dem Luftfahrtamt Bw oder auch Northrop Grumman und den USA bei AGS gefällt oder das Südkorea, oder Japan paßt, oder auch nicht!

    2020+ bis 2035 lassen grüßen, man lese mal bei der entsprechenden Wiegold’schen Podiumsdiskussion anläßlich der ILA 2014 die sehr klaren Wort der internationalen Experten bitte nach.

    Im Übrigen zeichnet sich um TRITON längst das nächste Zulassungs- und Qualitäts-Desaster ab, Vgl. http://www.businessweek.com/news/2014-07-28/northrop-drone-s-development-cost-to-u-dot-s-dot-navy-rises-25-percent .

    Die Bundeswehr hat und UvdL sollte gänzlich andere und durchaus wichtigere Sorgen haben und z.B. erst einmal ihre „Low-Tec-Systeme“ wie z.B. UH-TIGER, NH90-TTH, SEALION, PUMA und G36 in den Griff bekommen!

    D.h. nicht etwa, daß wir auf die Fähigkeiten SIGINT und ELINT verzichten sollten und müssen, aber das heißt, daß man eine mittlerweile seit Jahren bestehende Fähigkeitslücke eben mit realistischen und realisierbaren Mitteln schließt. Und bislang sind das – wie uns viele Nationen längst vorleben -, noch die bemannten Systeme.

    Wenn man klug an die Sache herangeht, sind das im HALE-Bereich solche nutzwertoptimierten und kostengünstigen sowie vor allem funktionierende Systeme wie z.B. GULFSTREAM G 550 mit ELTA ELT 3100 AISIS (durch RUAG, optional als RQ 37) als Alternative zu EuroHawk bzw. TRITON und zum „Cassidian-ISIS“(vgl. http://www.spyflight.co.uk/IVsp.htm) sowie im MALE-Segment z.B. der P.1HH-Hammerhead (Finmecanicca, AW, SELEX & PIAGGIO, bgl. VVVVVV.p1hh.piaggioaero.com/).

    All diese UAV sind bereits heute im Mischbetrieb, also auch bemannt, einsetzbar und können – wenn denn SENSE & AVOID-Systeme verfügbar sind -, relativ simpel zum vollwertigen System mit einer erweiterten Verkehrszulassung nachgerüstet und betrieben werden, denn die konstruktiven, entwicklungs- und fertigungstechnischen sowie zulassungsrechtlichen Voraussetzung gemäß FAR Part-25 bzw. EASA CS-25 sind für diese Flugzeuge längst gegeben. Im unteren MALE-Segment könnte hier zukünftig ebenso L.I.S.A. (Light Infantry Support Aircraft) analog einer gewichtige Rolle spielen.

    Nur, warum dem so ist, haben mangels Expertise leider bislang unsere Politiker, die Lobbyisten der Rüstungsindustrie und auch das BMVg samt KPMG nicht verstanden und wollen weiterhin gutes Geld dem schlechten hinterher werfen. In AUGEN GERADEAUS wurde das alles auch unter Einbezug von z.B. DIAMOND und GROB schon einmal in 2013 und anfangs 2014 komplett „verhackstückt“, nur geändert hat sich an den Realitäten leider nichts! Wie sollte das auch, bei der derzeitigen Systematik von BMVg, Bw, AIN, BAAINbw und unserer Politik, welche vom „Elastizitätsmodul und dem Tunnelblick“ eines Stück Eisenbahnschiene charakterisert sind?!

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