Bundeswehr will jetzt doch Luna-Drohnen in die Ukraine schicken

Die Bundeswehr stellt sich jetzt doch darauf ein, Beobachtungsdrohnen des Typs Luna (Foto oben) zur Unterstützung der OSZE bei der Überwachung eines Waffenstillstands in die Ost-Ukraine zu schicken. Über entsprechende Planungen habe Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am (heutigen) Freitagabend die Obleute der Fraktionen im Bundestags-Verteidigungsausschuss telefonisch unterrichtet, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin auf Anfrage von Augen geradeaus!. Derzeit liefen zwar noch die Gespräche mit der OSZE und mit Frankreich, das gemeinsam mit Deutschland die Überwachung sicherstellen will, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. Dennoch sollte nach Weisung der Ministerin das Material für einen solchen Einsatz bereitgestellt werden, um gegebenenfalls auch kurzfristig die Mission beginnen zu können.

Mit der Entscheidung für den Einsatz von Luna (luftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung) rückt das Ministerium von der Absicht ab, die größeren Heron-Drohnen mit ihrer längeren Flugzeit und größeren Reichweite für eine Überwachung in der Waffenstillstandszone der Ostukraine zu nutzen. Im September war eine Erkundungsmission zu der Einschätzung gekommen, dass die Reichweite der Luna von etwa 100 Kilometern nicht ausreiche, um den 30 Kilometer breiten Waffenstillstandsstreifen zu überwachen, und zudem die Bediener in einer möglicherweise unsicheren Zone arbeiten müssten. Deshalb hatte die Luftwaffe die Möglichkeiten eines Heron-Einsatzes untersucht, weil damit die Piloten und Luftbildauswerter der Drohnen weiter entfernt hätten stationiert werden können. Allerdings hätte es selbst im günstigsten Fall mehrere Monate gedauert, bis die von Israel geleasten unbemannten Systeme in der Ukraine einsatzbereit gewesen wären.

Nach Darstellung der Sprecherin machte von der Leyen keine Angaben dazu, wie viele deutsche Soldaten für eine Überwachungsmission eingesetzt werden könnten, da die Abstimmung mit Frankreich noch nicht abgeschlossen sei. Damit widersprach das Ministerium auch indirekt der Darstellung der Bild-Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht), es sei eine 200 Mann starke deutsche Truppe mit einem Anteil von 50 Fallschirmjägern aus Seedorf geplant, die als Kampftruppen in die Ukraine verlegt werden sollten.

In Seedorf sind die Fallschirmjägerbataillone 313 und 373 ist das Fallschirmjägerregiment 31 stationiert; auch hier im Blog waren in den vergangenen Wochen mehrfach Hinweise gegeben worden, dass sich die Truppe dort auf einen solchen Absicherungseinsatz vorbereite. Als Force Protection für die Luna-Teams wären sie ja durchaus vorstellbar, das allerdings würde einen bewaffneten Einsatz deutscher Streitkräfte bedeuten, für den ein Bundestagsmandat erforderlich ist.

(Foto: Luna-Drohne im Einsatz in Afghanistan – Bundeswehr/Andrea Bienert via Flickr unter CC-BY-NC-ND-Lizenz mit Freigabe für redaktionelle Verwendung)

85 Kommentare zu „Bundeswehr will jetzt doch Luna-Drohnen in die Ukraine schicken“

  • axel_f   |   04. Oktober 2014 - 14:46

    @ Memoria

    Ja ist es.
    Der Vorsitzende der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Karl-Georg Wellmann, hat die Informationspolitik von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) zum geplanten Bundeswehr-Einsatz in der Ost-Ukraine kritisiert. „Ich bin lediglich über die Medien informiert. Das scheint streng vertraulich zu sein, denn normale Abgeordnete werden über die Pläne nicht informiert“, sagte Wellmann dem „Handelsblatt“ (Online-Ausgabe).

  • axel_f   |   04. Oktober 2014 - 17:24

    Der Obmann der Unions-Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss, Roderich Kiesewetter (CDU), lehnt eine Zustimmung des Bundestags zum geplanten Bundeswehreinsatz in der Ost-Ukraine ab: „Ein Bundestagsmandat halte ich derzeit für nicht erforderlich, da der Einsatz in befriedetem Gebiet stattfindet […]

    Zum #Bundeswehr-Einsatz mittels LUNA #Drohnen in der #Ukraine #CDU http://t.co/R2Dv6YGG7H— Roderich Kiesewetter (@RKiesewetter) 4. Oktober 2014

  • Alarich   |   04. Oktober 2014 - 17:32

    Aber es gibt eine Diskussion wie man die Soldaten Schützen soll Dingo gegen T 64 ???
    oder wie will man gegen Rebellen vor gehen die Flugabwehr und Panzer haben
    Es sind keine Taliban wie die Bw bis jetzt ausgerüstet wurden alten Panzerfaust und Motorrad und IED als Geheimwaffe Nutzten

  • Memoria   |   04. Oktober 2014 - 17:37

    Was für ein Hühnerhaufen. Genau wie bei Ebola, Irak, Mali, etc.
    Am Rande des NATO-Gipfels hat die Bundeskanzlerin mit Holland vereinbart, dass der OSZE diese Fähigkeiten angeboten werden. Innerhalb von 4 Wochen hat man es seitdem nicht geschafft eine ressortübergreifende Linie zu finden und diese mit dem Parlament sauber abzustimmen (stattdessen Obleute-Unterrichtung am 03.10. abends).
    Stattdessen gibt es weiterhin aus Sicht von Steinmeier noch rechtliche und politische offene Fragen (4 Wochen nach der Einigung Merkel/ Hollande noch rechtliche Fragen?)..
    Die Ukraine erklärt man wolle keine bewaffnete Mission, aber vdL sagt den Obleuten man plane eine bewaffnete Schutzkomponente.

    Verstehen muss man dies wohl nicht mehr – aber bezahlen.

  • Alarich   |   04. Oktober 2014 - 17:47

    Naja auch nicht berücksichtigt
    Das da Schlamm und viele Flüsse und Winter lange da gibt .
    der von FFG 5 als Leichte Typ , als leichtfahrzeug unter Puma und M113 Nachfolger da hat die regierung noch gar nicht regiert , vielleicht muss erst Tote geben bis man auch solche Fahrzeuge Testeten kann und Kaufen nach 2 Jahre

  • califax   |   04. Oktober 2014 - 17:48

    Befriedetes Gebiet? Wo ist das? 100Km westlich von Kiew mit mindesten 100Km Abstand zur Schwarzmeerküste?? Auf welchem Planeten lebt der Knilch eigentlich?

    Die Mobilisierung in Transnistrien läuft rund. In und um Odessa wird mit Bombenanschlägen kriegswichtige Infrastruktur lahmgelegt. Auf der Krim rücken seit gestern frisch eingetroffene Panzerverbände der Russen direkt an die bereits nach Norden verschobene Demarkationslinie ran. Bei Debaltseve wird mit gewaltsamer Aufklärung und schwerer Artillerie die nächste Offensive vorbereitet. Der Aufmarsch für den Sturm auf Mariupol läuft ebenfalls reibungslos weiter. Weißrußland hat „angeboten“, mit „Friedenstruppen“ im Oblast Charkiw einzumarschieren. Die 76. aus Pskow ist zurück in der Ukraine und überall schießen die Haubitzen, Panzerhaubitzen und T-72 (nicht mehr die alten T-64) wie Pilze aus dem Boden.
    Und der faselt was von befriedeten Regionen im OSZE-Bereich?

  • Closius   |   04. Oktober 2014 - 17:55

    Befriedetes Gebiet??? Ich lese täglich im Internet von getöten und heftigen Kämpfen um den Flughafen Donezk! Der Herr Kiesewetter muss wohl blind und taub sein!

    Die Opposition wird so lange schreien bis sie ihre Bundestagsabstimmung bekommt und die SPD wird vermutlich auch für eine BT-Abstimmung sein.

    Ich vermute VDL ist vorgeprescht und Herr Steimeier sauer, daß sie sich in seine Kompetenzen einmischt. Ich denke die rechtlichen Fragen waren eher der Wink mit dem Zaunpfahl, daß es den Einsatz nur gibt, wenn Herr Steinmeier für die SPD dafür ist und VDL nicht ständig vorpreschen soll, da sie doch nichts zu sagen hat in der Koalition!

    Der Einsatz wäre hochgefährlich und das schlimmste was den Soldaten passieren könnte wäre, wenn sie ohne Schutzkomponente und gescheite gepanzerte Fahrzeuge in diesen Einsatz gehen müssten, nur weil die Ukrainer unbewaffnete Soldaten verlangen und der Französische Präsident und die Kanzlerin unbedingt einen angeblichen Friedenseinsatz wollen.

  • Alarich   |   04. Oktober 2014 - 18:01

    Deshalb wäre Ari genau so wichtig mit ihrer Cobra aber man Jahre lang Versäumt die als gepanzerter Version zu beschaffen , weil mit ihrem MAN Lkw ist Himmelfahrtkomando

    aber da hat man mehr Angst das man wieder Ari aufstellen muss , wie man Seltsamer weise feststellt das Patriot doch zu wenig da ist , was doch sehr seltsam für Medien und Politiker ist

  • Memoria   |   04. Oktober 2014 - 18:18

    Zum derzeitigen Umfeld in Donetsk:
    http://www.bbc.com/news/world-europe-29481979

    Dort muss es erstmal einen echten Waffenstillstand geben bevor man den überwachen kann.

  • califax   |   04. Oktober 2014 - 18:26

    Die Kämpfe in Donetsk sind übrigens nur der medienwirksamste Teil des ganzen. Es wird entlang der gesamten Frontlinie mit wechselnden Gebietgewinnen gekämpft. Heute haben wieder zwei Städte den Besitzer gewechselt.

  • Katze123   |   04. Oktober 2014 - 18:42

    Frage: Habe vorhin auf Spiegel gelesen, dass Euro Hawk vielleicht wieder fliegen wird. Wäre der Euro Hawk nicht eigentlich ein geeigneter Kandidat für diese Mission? Eine HALE Drohne, die große Bereiche abdecken könnte, wäre doch eigentlich eine gute Sache? Abgesehen mal vom Flughafen, Logistik, Verfügbarkeit usw, einfach prinzipiell vom Einsatz her.

    @Alarich

    Ich weißt zwar nicht ob Deutsch ihre Muttersprache ist, aber ich habe des Öfteren Schwierigkeiten ihre Postings zu verstehen. Das soll kein persönlicher Angriff sein, ich wollte das nur anmerken.

  • Vtg-Amtmann   |   04. Oktober 2014 - 18:51

    @Katze 123: Shry, zu EuroHawk! Gehe mal davon aus, dass die Ukrainekrise 2020++ beendet ist, so oder auch so.

  • Katze123   |   04. Oktober 2014 - 18:57

    @Vtg-Amtmann Deswegen habe ich ja geschrieben abgesehen von Verfügbarkeit usw. Rein von der Aufgabe her…

  • Thomas Melber   |   04. Oktober 2014 - 19:15

    @Katze123
    Für mein Dafürhalten ist der EH für diese Aufgabe überdimensioniert – er könnte locker die ganze Grenze überwachen. HERON wäre in der Tat gut geeignet (abhängig von den Sensoren), und punktuell LUNA.

  • T.Wiegold   |   04. Oktober 2014 - 19:31

    Ehe sich das mit dem EuroHawk hier festsetzt: Diese Drohne ist für Signal Intelligence (SIGINT), verkürzt: sie soll Funkverkehr abhören, nicht gucken, und ist damit für die geplante Ukraine-Mission unabhängig von der Größe nicht das Mittel der Wahl.

    Zum EuroHawk gibt’s auch einen neuen Thread; hier fliegt alles dazu jetzt raus.

  • Benedikt   |   04. Oktober 2014 - 19:32

    Die Kämpfe dürften bis zu den Wahlen am 26.10 weiter gehen. Den Flughafen haben die Separatisten erobert, wenn die sich noch Westlich zwei Problem Vorstädte holen, dürfte die Lage in Donezk sich beruhigen und damit wird das Medieninteresse sinken. Dann schreit keiner mehr nach Drohnen Überwachung. Wenn Donezk ruhig ist, suchen die ganzen Freiwilligen eine neue Front.

    BM Müller will am 14. Oktober eine Hilfsgüterlieferung in Kharkiv persönlich übergeben. So schlecht kann die Sicherheitslage da auch nicht sein.

  • CRM-Moderator   |   04. Oktober 2014 - 21:19

    Roderich K.: no comment.

    LUNA?: ERNEUT, wie im letzten Thread zu dieser Thematik:
    Wer will warum in die schraffierten Gebiete, um mit Fallis zu sichern?
    Hanebüchen.
    EUROHAWK macht übrigens k_e_i_n_e Photos. Ganz andere Baustelle.

    Der einzige Grund für LUNA ist der, dass Heron materiell und personell UFN nicht zur Verfügung steht.

    Deshalb dieses rein/raus in die Kartoffeln-Spiel.

  • Benedikt   |   04. Oktober 2014 - 21:29

    Späte Erkenntnis der Ausweglosen Lage.
    Faz.net „Ausgemusterte Panzer in die Konfliktzone“ – „Ihre überwältigende materielle (und auch personelle) Überlegenheit gegenüber den Separatisten hat die Armee offenbar weitgehend eingebüßt. Zudem gilt eine weitere von Poroschenko ausgesprochene Erkenntnis: Je mehr ukrainische Streitkräfte im Osten des Landes stationiert würden, desto mehr russische Truppen werde es dort geben. Militärisch sei die Auseinandersetzung nicht zu gewinnen.“

    CDU Militärexperten:
    Handelsblatt.com „CDU-Außenpolitiker hält Bundestagsmandat für unnötig“ – „Des weiteren halte er den Einsatz für die Erkenntnisgewinnung der Koordination von Drohneneinsätzen wie auch für die künftige Beschaffung deutscher Drohnen für „äußerst hilfreich“, fügte der CDU-Politiker hinzu. … Geklärt werden müsse daher auch, wie in einem solchen Fall eine mögliche Evakuierung erfolge. „Gibt es eine vor Ort verfügbare Hubschrauberunterstützung dafür?““

    Kieswetters hat wohl nicht mitbekommen, dass die Separatisten die Rest Luftwaffe der Ukrainer weitgehend abgeschossen haben.

  • axel_f   |   04. Oktober 2014 - 21:37

    Selbst das ICRC tritt nach dem Tot der Mitarbeiterin kürzer.
    The International Committee of the Red Cross (ICRC) is halting its operations in eastern Ukraine for several days following the death of one its employees in the shelling of the city of Donetsk, the organization’s press secretary said. Quelle: RT

    Ukraine: ICRC delegate killed in Donetsk | International Committee of the Red Cross: https://www.icrc.org/en/document/ukraine-icrc-delegate-killed-donetsk

  • CRM-Moderator   |   04. Oktober 2014 - 21:47

    @Benedikt: Nachdem Roderich K. laut SPON mit ECR Tornados für Luftüberlegenheit bei IS sorgen wollte, läuft der Mann bei mir nur noch unter der Kategorie: Folklore für Rentner.
    P.S.: Der Mann hat `nen GenStoffz und ist Chef des Reservistenverbandes……

  • Benedikt   |   04. Oktober 2014 - 23:15

    Dicke Luft in der GroKo
    RP-Online.de „SPD attackiert von der Leyen“ – „: „Für die deutsche Außenpolitik wäre es fatal, wenn die bisherige erfolgreiche und eng zwischen Auswärtigen Amt und Kanzleramt abgestimmte Politik durch Ressortegoismen beschädigt würde.“
    Annen warnte CDU und CSU, dass sich die überraschenden Vorstöße wie die für ein ausgeweitetes Engagement der Bundeswehr im Irak oder Berichte über einen dem Parlament bisher ebenfalls nicht bekannten humanitären Konvoi in die Ukraine nicht wiederholen sollten.“
    Von Müllers Steuerfinanzierter Hilfskonvoi haben die wohl aus dem Internet erfahren. Der Bringt güter in die Ukraine, die dann in Kiew aus und umgeladen werden. Vielleicht war das von denen eine Flucht nach vorne um die Kritker ein wenig zu überraschen. Viel haben Merkel und Steinmeier bisher ja nicht erreicht.

  • Benedikt   |   05. Oktober 2014 - 11:44

    Die OSZE hat wohl schon heute eine Schiebel Camcopter am Start:
    „The first two unmanned aerial vehicles (UAVs) for the OSCE Special Monitoring Mission (OSCE SMM) operating in the east will be delivered to Ukraine on October 5, Ukrainian permanent representative to Vienna-based international organizations Ihor Prokopchuk said.“
    http://en.interfax.com.ua/news/general/226824.html

    Die Frage ist, ob die OSZE die Drohnen auch ohne Einwilligung der Seps in der Ostukraine fliegen lässt. Das die Separatisten so kurz vor den Wahlen wieder stärker angreifen ist für Poroschenko nicht so gut für seine Wahlchancen. Der hat erklärt, die Kämpfe seien vorbei.

  • Benedikt   |   05. Oktober 2014 - 23:18

    Won.de „Irritationen über die Alleingänge der Verteidigungsministerin“ – „Im Fall der Ostukraine gilt das umso mehr, weil die Überwachungsmission auf eine Idee zurückgeht, an der Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) maßgeblich beteiligt war. Der aber konnte am Freitag nichts kommunizieren, er weilte nämlich in Paris, um mit den Franzosen Details zu besprechen.“

    Da läuft wohl ein Koalitionskrieg ab.

  • Benedikt   |   07. Oktober 2014 - 0:53

    Die erste Schiebel Drohne ist in Kiew angekommen, soll aber erst in Wochen eingesetzt werden. http://orf.at//stories/2248461/ Die Franzosen wollen ihre Sperwer Drohne wohl entsenden und haben ihren Plan wohl auch schon bei der OSZE eingereicht. Die wollen wohl auch Kampfsoldaten zum Eigenschutz mitnehmen.

    Die Erstürmung des Donezker Flughafen hat wohl Ungefähr 80 Separatisten das Leben gekostet. Bei den Ukrainern dürften die Verluste mit den starken Artilerie Einsatz auch recht hoch sein. Die Ukrainer halten beim Flughafen noch Flächen Nord bis Südwestlich des Flughafens.

  • Benedikt   |   07. Oktober 2014 - 9:51

    Faz.net „Poroschenko: Friedensplan ist in Gefahr“ – „ „In Wirklichkeit kommen die deutschen Soldaten vermutlich, um gegen uns zu kämpfen“, sagte einer der Separatistenführer in Donezk, Alexander Kofman, der russischen Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“. Die OSZE-Mission sei nur ein „Vorwand“, um ausländische Militärfachkräfte zu legitimieren.“

    Die Franzosen wollen ihre Drohne schon in den nächsten Tagen am Start haben, was für Steinmeier viel zu schnell ist. Steinmeier will sicher ein sauberes OSZE Mandat erst haben, was wohl Russland wegen der Fehlenden Zustimmung der Separatisten verweigern wird. Ohne OSZE Mandat wird es schwer mit den Bundestag Mandat.

  • CRM-Moderator   |   07. Oktober 2014 - 10:17

    Tja…..Heron den Aufwuchs ausgesessen. S.a. Flugunfallbericht letzter Unfall. Stichwort: Organisation.

    Und nun bleibt halt nur noch Luna übrig. Mit allen dazugehörigen Unwägbarkeiten.

  • Benedikt   |   07. Oktober 2014 - 13:34

    Das sieht jetzt so aus, als wenn die Heron eine Idee von der Bw und das mit Luna und Sperwer war eine Idee von Steinmeier und den Franzosen. Steinmeier und Frankreich treiben halt ihr Vorhaben Offensiver voran. Damit wollen die nur Heise Punkte kontrollieren.

    Problem ist wohl, dass Russland das Mandat für den OSZE Drohneneinsatz blockieren kann. Russland hat kein Interesse das die Ukrainer bessere Aufklärung bekommen, weil man dann wieder mehr die Separatisten unterstützen müsste, damit Kiew nicht gewinnt. Ohne OSZE Mandat ist jeder Einsatz von Drohnen eine Verletzung der Waffenruhe.

  • Benedikt   |   07. Oktober 2014 - 21:44

    Faz.net „Gefährliche Pufferzone“ – Die Luna Drohnen sollen Nördlich von Luhansk bei der Stadt Sewerodonezk starten und landen. Das Stadt liegt außerhalb der Sicherheitszone. Laut der Karte der Separatisten scheint die Front sich trotz Waffenruhe schon vor der Stadt verschoben zu haben. Das Thema hat sich wohl schon selbst erledigt.

  • CRM-Moderator   |   07. Oktober 2014 - 22:38

    @Benedikt:
    Die ganze Geschichte sah von Beginn wie ein gigantisches Fake aus.
    Wir tun mal so als ob…… Huch….nö….jetzt gehts aber nicht…
    Wer bei diesem Szenario LUNA vorschlägt, der……

  • Benedikt   |   08. Oktober 2014 - 13:16

    Die Realität der OSZE Mission:
    „Die Experten würden die gefährlichen Bereiche meiden und in den Gebieten bleiben, in denen die Lage einigermaßen ruhig sei, so Taruta. “
    http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/3759702/gouverneur-donezk-kritisiert-osze-mission.story
    In den gefährlichen Bereichen dürfte die OSZE beschossen werden. Die wollen Gesund wieder nach Hause fliegen.

    „Schiebel stellt dafür auch sechs Piloten und drei Techniker zur Verfügung. Eine Gefahr für die Mitarbeiter bestehe wegen der Reichweite der unbemannten Drohnen nicht, erklärt Rainer Fradinger von der Firma Schiebel: „Die Drohnen haben eine Reichweite von 200 Kilometern, wir nehmen die Daten nur auf, geben sie sofort den Experten der OSZE weiter.““
    http://noe.orf.at/news/stories/2672592/

    Diese 200 km dürften auch nur mit Relaisstationen zu erreichen sein. Statt im Donbass zu fliegen, dürften die auch in Kiew sicher am Boden verwahrt werden. Die wollen nicht 1-2 Mio. Teure Drohnen durch Beschuss verlieren.

    Teile von Kharkiv sollen jetzt auch zu ATO Zone werden. Dort sollte die Basis des Deutschen Luna Einsatzes eingerichtet werden. Vermutlich dürfte sich wegen den Wirtschaftlichen Niedergang der Ostukrainischen Industrie jetzt die Sicherheitslage dort Explosiver zu werden.

  • Benedikt   |   09. Oktober 2014 - 23:13

    „The SMM went to the Donetsk city morgue and spoke to the director of the forensic expertise of corpses’ department. He said 1,498 people, including 21 children, had been killed in the entire region of Donetsk from 13 March 2014 to 8 October 2014. According to the director there are 60 bodies in the basement of the morgue, 20 of which have not been identified.“
    http://www.osce.org/ukraine-smm/125363?utm_source=feedblitz&utm_medium=FeedBlitzRss&utm_campaign=oscelatestnews

    Luhansk haben die Ukrainer noch schlimmer beschossen. In der Fläche wird es auch sehr hohe Verluste gegeben haben. Vermutlich dürften real schon die Opferzahlen die 10.000 überschritten haben.

    Fr-online.de „Einsatz in der Ukraine strittig“ – „Möglicherweise in den nächsten Tagen, nicht aber in der kommenden und keinesfalls in dieser Woche – die Sprecher des deutschen Außen- und Verteidigungsministeriums hatten am Montag Mühe, Fragen über einen möglichen Einsatz von Aufklärungsdrohnen der Bundeswehr in der Ostukraine zu beantworten. „Wir sind zuversichtlich, dass es uns jetzt gelingt, der OSZE ein gemeinsames deutsch-französisches Angebot für diese von der OSZE gewünschte Hilfe unterbreiten zu können“, sagte Schäfer.“

    Das Angebot dürfte frühestens Anfang nächster Woche bei der OSZE ankommen. In den Separatisten Gebiete halten sich gerade etwa 90 OSZE Beobachter auf. In der gesamten Ukraine etwa 200 OSZE Beobachter. Die DE FR Drohnen Mission dürfte 400 bis 800 Mann umfassen. Glaube nicht, dass Steinmeier damit bei der OSZE weit kommt.

    FR-online.de „Schachpartie in Donezk“ – „Das räumt der „Premier“ der „Donezker Volksrepublik“ (DVR) Alexander Sachartschenko sogar offen ein: Seit der Abmachung hätten seine Truppen 38 Ortschaften eingenommen, sagte er in einem Interview mit der russischen Zeitschrift „Expert“. „Wir haben nur zurückgeschossen“, wischte er den Einwand weg, dass die Rebellen damit den Waffenstillstand gebrochen hätten.“

    Die Truppen von Luhansk dürften auch einige Ortschaften eingenommen haben.

  • Benedikt   |   09. Oktober 2014 - 23:40

    „„Die OSZE-Mission hat heute kein Mandat für die Kontrolle. Sie nimmt Beobachterfunktionen wahr. Mit ihrem Mandat darf sie keine Drohnen verwenden. Es müssen die 56 OSZE-Mitgliedsländer zusammentreten und abstimmen, dass sie jetzt kein Beobachter-, sondern ein Kontrollmandat haben“, sagte Purgin.“

    „Wie der russische OSZE-Botschafter Andrej Kelin früher gesagt hatte, wird die Verwendung von Drohnen, die in die Ukraine zur Überwachung der Waffenruhe geschickt werden, bei der Abstimmung der Handlungen ihrer Besitzer mit der Führung der Volksrepubliken Donezk und Lugansk möglich sein.“
    http://de.ria.ru/politics/20141009/269747925.html

  • axel_f   |   10. Oktober 2014 - 1:21

    Bundeswehr stoppt Ostukraine-Mission
    Die Bundeswehr hat die Abreise eines Erkundungsteam in die Ostukraine vorerst gestoppt.

    Nach einem Bericht von „Bild“ (Freitag) sind die dafür vorgesehenen 24 Soldaten weiterhin in Deutschland. Die Bundeswehr-Führung wolle erst auf grünes Licht von der Gesellschaft für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) warten, bevor die Soldaten als Beobachtertruppe an die ukrainisch-russische Grenze geschickt werden, hieß es. Grund dafür sei, dass die Bundeswehr ihre Soldaten nicht ohne bewaffneten Schutz in die Krisenregion schicken wolle. OSZE-Missionen sehen bewaffnete Einsätze jedoch in der Regel nicht vor.

  • Closius   |   10. Oktober 2014 - 13:19

    Tagesschau.de meldet gerade, daß Außenminister Steinmeier der OSZE die Entsendung von Luna Drohnen angeboten hat, zusammen mit Frankreich, wobei Deutschland 2 Luna Drohen zur Verfügung stellen will. Aber Deutschland besteht wegen der Sicherheitslage auf bewaffneten Schutz, was noch der Streitpunkt mit der OSZE sei, welche dies bis jetzt ablehnt.

    http://www.tagesschau.de/ausland/osze-ukraine-103.html

  • T.Wiegold   |   10. Oktober 2014 - 13:23

    @Closius et al

    Das hat Steinmeier wohl bei der PK mit seinem ukrainischen Kollegen gesagt. Ich werde – allerdings erst irgendwann am Nachmittag – das ganze mit hoffentlich mehr Details aufgreifen; bis dahin läuft das Thema hier weiter.

    (Die ‚Bild‘-Meldung hat sich offensichtlich erst mal erledigt.)

    /edit: gibt einen neuen Thread zu dem Thema.