‚Niedersachsen‘ stoppt Piraten vor der Küste (Update mit Bundeswehr-Infos)

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(Entschuldigung für die leicht irreführende Überschrift…)

Vom Anti-Piraterieeinsatz der Deutschen Marine vor der Küste Somalias ist in jüngster Zeit recht wenig zu hören, deshalb ist diese Geschichte um so interessanter: Die deutsche Fregatte Niedersachsen hat am vergangenen Dienstag Piraten daran gehindert, von Somalia aus in See zu stechen. Bei Annäherung der Fregatte habe die Besatzung zweier kleiner Boote, eines so genannten Whalers und eines Skiffs, typische Piraten-Ausrüstung wie Leitern über Bord geworfen (Foto oben; Bilder in besser Qualität sind versprochen), berichtet die EU-Antipirateriemission Atalanta. Nach Angaben der Bundeswehr gaben die mutmaßlichen Seeräuber auf, als ein Speedboat mit dem Boarding-Team der Fregatte eines der Boote näher inspizieren wollte:

Die Fregatte „Niedersachsen“ befand sich auf Patrouillenfahrt vor der somalischen Küste in der Nähe eines vermuteten Piratencamps. Parallel dazu war bereits der bordeigene Hubschrauber zur Aufklärung in der Luft und entdeckte ein verdächtiges Boot.
Es handelte sich um einen sogenannten „Whaler“ (Kleinboot), das ein Skiff hinter sich herzog. Es war ersichtlich, dass sich keine Fischereiausrüstung an Bord befand, sondern Leitern und mehrere Fässer mitgeführt wurden.
Da sich die Hinweise auf Piraterie erhärteten, fuhr die Fregatte bis auf eine nautische Meile an die Küste heran und bereitete ein Boarding vor. Das Boardingteam begab sich per Speedboot zum verdächtigen Kleinboot mit den mutmaßlichen Piraten an Bord. Das Fahrzeug sollte gestoppt und überprüft werden.
Noch während der Annäherung warfen die Verdächtigen mehrere Leitern über Bord. Darüber hinaus sprangen einige von ihnen über Bord und schwammen an das nur wenige Meter entfernte Land, um sich so der Maßnahme zu entziehen.
In der Zwischenzeit versammelte sich eine größere Menschenmenge an Land. Aufgrund der damit entstandenen unübersichtlichen Lage und der Flucht der betroffenen Personen, beendete die Fregatte „Niedersachsen“ das Boarding.

Das Atalanta-Hauptquartier hatte eine leicht verkürzte Version veröffentlicht, in der vor allem das Boarding-Team und der Hubschrauber nicht erwähnt wurden:

It was during one of her counter piracy patrols yesterday that FGS Niedersachsen first located 2 small vessels – a whaler towing a skiff, close to the Somali coast. The warship’s crew was able to observe that as well as 10 men, the whaler was also carrying over 10 fuel barrels and 2 long ladders – equipment that has been traditionally used by pirates to launch attacks on ships at sea.
When the German frigate approached to carry out further investigations, the men in the whaler were observed dropping the ladders into the sea, before heading back towards the shoreline.
As the suspect vessels made their way through the surf to get back to the beach, approximately 80 people were seen watching from the land, with some wading out to assist the suspect pirates to drag their boats back on to the beach.
FGS Niedersachsen continues to monitor the beach area, which quickly become deserted after the incident.

 

(Foto: EUNAVFOR)