Haushaltsausschuss billigt Hubschrauber-Deal – Grünes Licht fürs BMVg

Der (entscheidende) Haushaltsauschuss des Bundestages hat am Mittwochabend den vom Verteidigungsministerium ausgehandelten Hubschrauber-Deal mit der EADS-Tochter Eurocopter gebilligt. Mit den Stimmen der Abgeordneten von CDU/CSU und FDP, gegen den einhelligen Widerstand der Opposition, erteilte der Ausschuss die Genehmigung für das Memorandum of Understanding, das das Ministerium im März abgeschlossen hatte und dass eine Reduzierung des Kaufs von Hubschraubern der Typen NH90 und Tiger, zugleich aber auch die Bestellung von 18 NH90-Marinehubschraubern vorsieht.

Nach dem Beschluss des Haushaltsausschusses sollen die Verträge, die das Ministerium auf Grundlage der vereinbarten Eckpunkte mit Eurocopter neu abschließt, dem Gremium noch mal vorgelegt werden. Die Koalitionsabgeordneten erklärten sich mit dem Verfahren einverstanden, während die Opposition bemängelte, dass damit die Bundesregierung abweichend vom üblichen Verfahren keine detaillierte Vorlage zu einem Vertrag vorlege, eine so genannte 25-Millionen-Vorlage.

Zuvor hatte ein Beschluss des Verteidigungsausschusses für Verwirrung gesorgt – der hatte einhellig zwar den Vortrag von Staatssekretär Stéphane Beemelmans zu dem Memorandum of Understanding zur Kenntnis genommen, zugleich aber verlangt, vor einer abschließenden Entscheidung des Haushaltsausschusses beteiligt zu werden. Dieser Beschluss wurde von Koalition und Opposition gegensätzlich interpretiert; auf die abschließende Entscheidung des Haushaltsausschusses hatte das aber rechtlich keinen Einfluss.

Die gegensätzlichen Positionen mal zum Nachhören – in den O-Tönen der Haushälter Johannes Karsch (SPD) und Klaus-Peter Willsch (CDU):

Kahrs_Willsch_26jun2013.mp3     

 

 

144 Kommentare zu „Haushaltsausschuss billigt Hubschrauber-Deal – Grünes Licht fürs BMVg“

  • Essener71   |   27. Juni 2013 - 18:24

    @Schnuckel
    „Aber bei einer derart geringen Einsparung hätte man die überschüssigen Hubschrauber auch bundeswehrintern kanibalisieren können. Wenn man sich mal ET/AT Preise für andere Hubschrauber anschaut, dann dürfte alleine das Aufbrauchen der Verschleißteile trotz der Kosten für die Lagerung mehr Einsparen als diese Vertragsänderung bringt.“

    Hätte man, hätte aber auch wieder Zusatzkosten verursacht …
    – Abnahme jedes einzelnen Hubschraubers
    – Transport/Überführung an einen BW-Standort
    – Sachgerechte Lagerung/Unterbringung
    – Wartung und Pflege
    – Bewachung
    – etc.

    Persönlich denke ich, die Reduktion um 40 NH-90 durch 18 NFH / MH90 zu kompensieren ist ok. So ein MH90 oder NATO-Fregatten-Hubschrauber ( :-) ) mit Notschwimmeranlage, automatischer Rotorfaltanlage, verstärktem Fahrwerk, Rundum-Radar, etc. kostet nun ein paar € mehr als ein Heeres-Shopper.

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 19:24

    @ Essener71: Für 2013 sind im französischen Verteidigungshaushalt 34 NH90-TTH (Tactical Transport) mit eine Stückpreis von 28,6 Mio. € ausgewiesen. In Deutschland bzw. gem. MoU zum Hubschrauber-Deal von TdM werden 915 Mio.€ für 8 Marine-Hubschrauber des Typs Sea Lion ausgewiesen, macht 50,833 Mio. € je Einheit! Ein richtiges „Schnäppchen“ diese paar € mehr als ein „Heeres-Shopper“, für das Bischen Notschwimmeranlage, automatische Rotorfaltanlage, verstärktes Fahrwerk, Rundum-Radar, etc. für eine Marine-Chopper!

  • K.B.   |   27. Juni 2013 - 20:01

    @all:
    Solange nicht endgültig klar ist, was beim Seelöwen alles an Waffen und Systemen integriert werden soll, ist es müßig über den Preis zu lamentieren.

    @Essener:
    Als Argument für die Komplettabnahme möchte ich (zum wiederholten Male) die Hochwertteilegewinnung der Luftwaffe anführen.
    Die Einsatzbereitschaft der Phantoms und Tornados hat davon deutlich profitiert.
    Und das ist mMn jenseits von finanziellen Betrachtungen ein Wert an sich!

    Darüber hinaus bezweifle ich, dass ECD/NHI die theoretischen Kostenvorteile bei NH-90-Ersatzteilen auch nur ansatzweise an die Bundeswehr weitergeben. Was dann wiederum zur Beschaffung von weniger Ersatzteilen führt, zur Kannibalisierung der wenigen vorhandenen Hubschrauber, dem Absinken der verfügbaren Flugstunden und damit schließlich zum Absinken des Ausbildungsstandes der Piloten.

    @Stefan:
    Ihre Versuche zur Ehrenrettung des NH-90 in Ehren.
    ABER: Wenn man sich die bisherigen Berichte zum Marineeinsatz des NH-90 anschaut (von informierten Menschen wie schleppi etc.), dann ist das Fazit doch ernüchternd.
    Vielleicht haben wir Glück und die Probleme sind wirklich ausgemerzt, wenn Deutschland seine Seelöwen bekommt. Daran glaube ich aber erst, wenn unabhängige Berichte das bestätigen – und nicht die Jubelmeldungen der PR-Abteilungen.
    Man muss sich halt schon Gedanken machen, wenn…
    1. (fast) nur die Partnerländer einen Marinehubschrauber bestellen, der ja der modernste der Welt sein müsste.
    2. Norwegen wegen Lieferverzögerungen und technischen Unzulänglichkeiten mit einer kompletten Kündigung der Lieferverträge droht.
    3. seit den ersten Einsatzberichten (z.B. aus Australien) kein weiterer Exportkunde mehr gewonnen werden konnte.
    4. der NH-90 konstruktive Nachteile für den SAR-Einsatz im Gegensatz zum SeaKing mitbringt wie einen stärkeren Downwash oder eine geringere Kabinenhöhe.

    Abschließend noch ein Zitat, von marinehubschrauber.de :

    „Der NH90 NFH kann dank seiner Mehrrollen- und Aufwuchsfähigkeit die Mk41 Sea King-Flotte der Bundeswehr ersetzen. Durch die Umsteuerung des Programms erhält die Bundeswehr 18 Marinehubschrauber, die aus dem NH90-Programm abgeleitet sind. [Zitat aus PM BMVg]“

    Hm. Glaubt EC selbst nicht daran, dass der NH90 den Sea King ersetzen kann? Oder haben die jetzt mit dem BMVg einen dummen gefunden, der als externe Quelle als Beleg für das eigene Werbegeschwafel herhalten muss?

  • Essener71   |   27. Juni 2013 - 20:04

    @vtg-Amtmann
    Thx for your comment
    Also mit knapp Faktor 2 hab ich schon gerechnet, überrascht mich nicht. Geringere Stückzahl, komplexere Elektronik und erhöhter Test- und Abnahmeaufwand …
    Außerdem 18 Stk und keine 8 Stk wir wollen doch korrekt bleiben, oder?

  • Essener71   |   27. Juni 2013 - 20:21

    @K.B.
    Ich akzeptiere andere Meinungen aber ich teile deine absolut nicht ;) Deine Argumente sind für mich konstruiert und nicht überzeugend.

    Andere Marinen haben also überhaupt keine Ahnung und auf das falsche Pferd gesetzt?
    Nur die deutschen Marinespezialisten haben die Kenne (also Du) und sind schlauer als der Rest der Welt und Politiker, Wirtschaftsfachleute, etc.?

    Wer jetzt den NH90, MH90 oder NFH nicht zu Ende entwickelt wird nie die Früchte ernten, jedenfalls meine Meinung auch wenn viele anders denken. Es muss nicht der NH90 sein der nachhaltig Erfolg hat, es können auch Teile sein wie z. B. die Fly-by-Wire-Steuerung oder die Triebwerke für den X3. Sachen von denen andere Produkte bei EC profitieren. Die USA Stätten auch z. B. Boing mit militärischen Entwicklungsaufträgen aus von denen andere Bereiche profitieren.

  • K.B.   |   27. Juni 2013 - 20:54

    @Essener71:

    Ich würde mich zwar nicht als Marinespezialist bezeichnen, aber ja: Ich bin schlauer als der „Rest der Welt“. ;-)
    Die Entwicklung der Verkaufszahlen des NH-90 sprechen da mMn eine deutliche Sprache.

    „Wer jetzt den NH90, MH90 oder NFH nicht zu Ende entwickelt wird nie die Früchte ernten.“

    Dies ist doch das Grundproblem vieler militärischer Luftfahrtprogramme. Es wird zivile Luftfahrtforschung und Industriepolitik unter militärischem Deckmantel gemacht.
    Das ist aber nicht Aufgabe des Verteidigungsressorts sondern Aufgabe von BMBF und BMWi.
    Das „Ernten der Früchte“ bei militärischen Beschaffungen muss der Nutzen für den Bedarfsträger und allerhöchstens noch der Erhalt kritischer nationaler Kernkompetenzen im Rüstungsbereich sein.

  • Max Chavez   |   27. Juni 2013 - 21:07

    Ein Rückschluss auf die (Un)Fähigkeiten eines Hubschraubers zu ziehen, auf Grundlage der Exporterfolge oder nicht Erfolge ist nicht stringent. Die Frage bleibt doch in wie weit ist das objektiv. Die anderen Nationen brauchen den Bedarf, das Geld!, Infra. etc. für den NH90, und erst dann können diese Länder Nein zum NH90 sagen. Welche Ausschreibungen hat der NH90 bis jetzt verloren und warum? (Und nochmal, was kann er nicht, was die Marine brauch/will. Bis auf „stärkeren Downwash oder eine geringere Kabinenhöhe“ wurde hier noch nicht viel angeführt (ausgenommen ich habe etwas überlsesn). Sonst geht das NH90 bashing für den Laien etwas am Thema vorbei.

  • Stefan   |   27. Juni 2013 - 21:08

    @Essener71 | 27. Juni 2013 – 20:21
    Ich teile Ihre Meinung. Alle Gegner des MH-90 NG schreiben, er sei ungeeignet ohne wirklich verfügbare Alternativen zu nennen. Und dies auch hinreichend begründen. Wollen wir die alten Kisten denn ewig fliegen? Laut nachfolgendem Video haben sogar 14 Nationen 529 MH-90 NG geordert. Ja, es ist ein Werbevideo. Aber sicher kein Lügenvideo. Oder? Die können sich nicht alle irren. Ich bin kein Experte für Marinehubschrauber, wie auch die meisten anderen Kommentatoren hier, aber meine eigenen Erfahrungen sagen mir, Unterstellte oder Laien wissen und können es immer besser. Aber nur so lange bis sie selbst am Zuge sind. Dann kommt die große Ernüchterung. Meine Schwiegermutter sagte öfters, das Kücken ist immer schlauer als die Henne. Eine menschliche Eigenschaft. Ein wenig Vertrauen sollten wir in unsere Admiralität schon haben, zumal wir alle zu Recht nicht in jedes Detail eingeweiht sind. Dies betrifft auch die Finanzen, die nicht zur Volksabstimmung stehen und aus guten Gründen vertraulich in der Zuständigkeit des Haushaltsauschusses liegen.
    http://www.youtube.com/watch?v=z2pSockwf0A

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 21:11

    @Essener71, @Stefan & BCC@K.B.:
    Ich glaube Einige haben die „Deutsche Hubschrauber-Tragik“ immer noch nicht verstanden. Das ging bereits los, als die ersten HFlg Anfang der 90er mit Batches auf der Kombi rumliefen auf denen stand „ich war einmal ein Joghurtbecher“.

    An das Know-How, die Erfahrungen und die Expertise von Bell-Textron, Sikorsky UT, Schweizer-Sikorsky, Boeing, MD, MDHI, AgustaWestland, BredaNardi, Kaman, PZL-Swidnik, PZL-Mielec, AeroVodici, MIL, Kamow, Kazan, TAI, HAL, und, und, muß erst einmal EUROCOPTER herankommen, um im Militär-, Marine- und Offshore-Helicopter-Bereich überhaupt mitreden zu können!

    Ich sage da nur „stätten, hätten, boing, tribe-table (statt cracker-barrel), even it goes loose & I sink, I sea not right“ (frei nach Lübke oder Schlossgärtner bzw. Aloisiuskolleg bzw. nächster Stammtisch oder Kriegerverein um die Ecke beim 5ten Bier).

    Und die Masse der Medien schreiben auch nichts Intelligenteres!

  • -MK20-   |   27. Juni 2013 - 21:35

    Ahja, und alle Kunden die Eurocopter im Militär-, Marine- und Offshore-Helikopter-Bereich fliegen sind also absolute Knalltüten, die keine Ahnung haben, was ihnen bei den vielen, vielen anderen Anbietern eigentlich entgeht. Stattdessen werden da Produkte von einem unbedeutenden Unternehmen geflogen, das an und für sich im Hubschraubersektor gar nicht mitreden darf.

    Danke, Vtg-Amtmann. Klären Sie die verloren gegangenen Schäfchen doch einfach mal per Mail auf, damit sich solche dummen Fehler nicht wiederholen. Awan Inspirasi und Southern Vietnam Helicopter sind doch zwei vortreffliche Kunden, um mit den Lektionen zu beginnen.

  • Stefan   |   27. Juni 2013 - 21:38

    @Vtg-Amtmann | 27. Juni 2013 – 21:11
    Was ist denn z. B. am Kamow Ka-29, 31, 52 oder Sikorsky CH-148 Cyclone … denn nun konkret besser? Eine ehrlich gemeinte Frage, eines ehemaligen Fla-Raketen- und Radar-Fachmanns von Luftwaffe und Heer. Die Russen wären im Einkauf erheblich billiger. Aber im Betrieb???

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 21:45

    @MK20: Ihr Problem läßt sich ganz einfach klären: EUROCOPTER ist der größte Produzent ziviler Hubschrauber der Welt. und das ist sehr ehrenvoll. AgustaWestland ist der größte Produzent militärischer Hubschrauber der Welt und das ist auch ehrenvoll. Danach kommen Viele und das ist Fakt. Und dann kommt erst EUROCOPTER, und das ist Realität! Sorry.

  • Stefan   |   27. Juni 2013 - 21:52

    @Vtg-Amtmann | 27. Juni 2013 – 21:45
    Aha. EUROCOPTER kommt also erst weit nach EUROCOPTER. ;-)

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 21:56

    @Stefan: Völlig richtig, was Systemerfüllung, Fähigkeiten, Zuverlässigkeiten, Preise, Lieferfristen, und Vertragstreue anbetrifft.

  • Essener71   |   27. Juni 2013 - 22:00

    @Vtg-Amtmann
    Bischen Oberflächlich ihre Kritik an Eurocopter oder haben Sie sich wohlmöglich als unwissender Laie geoutet? :-)

    In Eurocopter sind ja Firmen zusammengeschlossen worden die eine Menge Expertise haben, oder wussten Sie das womöglich nicht? Das Produkt Bo-105 wird ja hier im allgemeinen sehr gelobt und die Puma-Hubschrauber haben auch ihre Klasse bewiesen. Bell ist von Boing geschluckt worden und in Europa ist man auf Augenhöhe zusammengegangen unter neuen Namen. So ist das eben unter wirtschaftlichen Zwängen und schrumpfenden Militärbudgets. Die Konsolidierung ist noch nicht abgeschlossen, aus ihrer Liste werden noch einige Namen in den nächsten Jahren verschwinden. Hubschrauberentwicklung ist inzwischen zu komplex und zu teuer und man braucht einen langen Atem.

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 22:08

    @Essener71: Als „unwissend geouteter Laie“ und seit 1969 bis heute militärischer und professioneller HS-Pilot – sowie noch ein bischen mehr – bin ich ob Ihrer Argumentation absolut perplex. Gratulation, Sie haben den Blumentopf der Stammtischweisheiten gewonnen. Und ich bleibe auch deshalb auch beim „Sie“.
    Boing!

  • Essener71   |   27. Juni 2013 - 22:15

    @Vtg
    Um so schlimmer, besser Morgen aufs Amt und Lappen abgeben :-)

    Vielleicht kannst eine Kiste fliegen aber planen und bauen? Eher nicht, oder kommt noch was?
    Vettel fährt auch klasse Formel 1 aber die Kisten werden von schlauen Ingenieuren geplant und gebaut, erst am Ende kommt der Pilot ins Spiel :-)

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 22:20

    @Essener71: Sie sind unter Niveau, Logik, Takt und Anstand und damit „fini“ mit Ihren Diskussionsansätzen, auch um hier im Blog die Diskussionskultur zu bewahren..

  • K.B.   |   27. Juni 2013 - 22:22

    @Vtg-Amtmann:

    Jetzt übertreiben Sie aber schon ein wenig. ;-)
    Bitte etwas runterfahren, sonst laufen Sie Gefahr sich selbst unglaubwürdig zu machen.

    @Stefan:

    „Ein wenig Vertrauen sollten wir in unsere Admiralität schon haben…“

    Ja, da stimme ich Ihnen zu. Aber in diesem Fall hat die Admiralität klar gesagt, wir wollen diesen Hubschrauber nicht.
    Bessere Alternativen? Nun ja, der Cyclone hat ja in Kanada eine Erfolgsgeschichte hinter sich, die es locker mit dem NH-90 aufnehmen kann… Beide Maschinen haben auf dem Papier gute Werte, konnten in der Praxis bis jetzt aber nicht überzeugen.
    Zu allen weiteren Optionen kann ich mich nicht fachkundig äußern.

    @Max Chavez:

    Der NH-90 hat z.B. die Marineausschreibungen in Australien und Dänemark nicht gewonnen. In Südkorea wurde der AW159 gewählt, allerdings weiß ich nicht, ob da der NH-90 dabei war.

    Kritik tauchte bei den ersten Deckslandeversuchen mit den NH-90 bezüglich des Fahrwerks auf (vgl. den Kommentar von schleppi). Inwieweit diese Probleme geklärt sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber wenn hier auch unabhängige Kommentatoren von den Problemen der Franzosen mit deren NFH schreiben, dann glaube ich persönlich denen mehr als Werbevideos und offiziellen Verlautbarungen.

    augengeradeaus rules. ;-)

  • Essener71   |   27. Juni 2013 - 22:23

    Das ist ein Smily >>>> :-)

    Vorangestellte oder folgende Sätze etwas lockerer nehmen, dann bleibt der Blutdruck im grünen Bereich :-)

  • Stefan   |   27. Juni 2013 - 22:24

    @Vtg-Amtmann | 27. Juni 2013 – 22:08
    Ein langjähriger militärischer Hubschrauberpilot sollte einige meiner konkreten Fragen beantworten können. Nur kommt in dieser Hinsicht von Ihnen leider nichts. Alle Fragen bleiben unbeantwortet. Warum?

    Ich war nur langjähriger Segelflieger. ;-)

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 22:30

    @KB: Ihnen geht es gut, mir auch. Wenn etwas unglaublich bzw. unvorstellbar erschien, dann die gestrigen Beschlüsse im VA und HA. Deswegen Verärgung ja, mehr aber auch nicht.

  • Vtg-Amtmann   |   27. Juni 2013 - 22:32

    @Stefan: Die Kunst besteht im Lesen und Verstehen (können).

  • Essener71   |   27. Juni 2013 - 22:33

    @K.B.
    >
    Bessere Alternativen? Nun ja, der Cyclone hat ja in Kanada eine Erfolgsgeschichte hinter sich, die es locker mit dem NH-90 aufnehmen kann… Beide Maschinen haben auf dem Papier gute Werte, konnten in der Praxis bis jetzt aber nicht überzeugen.
    <

    Aber der S92 ist doch der Favorit unserer blauen Jungs hat aber in Kanada noch nichts gerissen, oder? Sollen wir jetzt für 30 Marinehubschrauber ein neues Modell entwickeln? :-) Daher denke ich beide haben Potential und ihre individuellen Stärken, um die Kings abzulösen reichen sie allemal. Für mich ist der MH90 von außen betrachtet wirtschaftlicher.

  • Stefan   |   27. Juni 2013 - 22:44

    @Vtg-Amtmann | 27. Juni 2013 – 22:32
    Dann beantworten Sie, als langjähriger militärischer Hubschrauberpilot, mir doch bitte konkret meine letzte Frage (siehe nachfolgender Link).
    http://augengeradeaus.net/2013/06/haushaltsausschuss-billigt-hubschrauber-deal-grunes-licht-furs-bmvg/comment-page-2/#comment-70378

  • Essener71   |   27. Juni 2013 - 22:56

    @all

    Der Cyclone ist auch kein Schnäppchen, hat schon 5 Jahre Verzug und noch nicht beweisen können was gefordert ist.

    Kanada hat 28 Stk für 1,8 Milliarden kanadische Dollar geordert, macht ca. 48 Millionen EUR pro Stk.

    Wenn man die Story liest fragt man sich was unsere Admiralität mit der Kiste will und warum?

    Entweder geht man nun etwas Risiko und passt den NFH an oder man kauft von der Stange in den USA (Black Hawk, Night Hawk oder etwelcher gerade passt).

  • -MK20-   |   27. Juni 2013 - 23:30

    ‚Tschuldigung, Herr Amtmann, aber von Diskussionskultur sprechen wollen und dann quasi im Vorbeigehen Eurocopter als Unternehmen hinstellen, das weder Know-How, Erfahrung oder Expertise besitzt.

    Gucken wir uns doch mal Ihre Liste an Unternehmen an!

    Bell-Textron / Sikorsky UT / Boeing / MD –> Hauptkonkurrenz USA, ok.

    AgustaWestland –> Hauptkonkurrenz Europa, ok.

    MIL / Kamow / Kazan –> Hauptkonkurrenz aus Russland, ok.

    Schweizer-Sikorsky –> Bitte? Bevor und nachdem man von Sikorsky übernommen wurde, wurden/werden leichte Trainingshubschrauber produziert. Inwiefern stellt Schweizer-Sikorsky denn Eurocopter in den Schatten?

    BredaNardi –> Ist das Ihr Ernst?

    Kaman –> Huskie, Seasprite, K-MAX. Abgesehen von letzterem Modell, das nur experimentell als militärisches UAV geflogen wird, hat Eurocopter da nicht wirklich was zu befürchten.

    PZL-Swidnik –> Wurden mitlerweile von AW übernommen. An deren W-3 und SW-4 kommen Eurocopter auch dran, wo ist der angebliche Wissensvorsprung?

    PZL-Mielec –> Lächerliches Beispiel. Die bauen heute ganz genau einen einzigen Hubschraubertypen, und das ist der S-70i, nachdem sie von Sikorsky übernommen wurden. Ansonsten sehe ich da ausnahmslos Flugzeuge im Repertoire.

    AeroVodici –> Kenne nur ein Aero Vodochody, die irgendwann in den 50er Jahren mal einen Hubschraubertypen entwickelt haben. Ansonsten gibt’s nur Strahlflugzeugtypen.

    TAI –> Auch hier wird nur ein einziger Hubschrauber produziert, und wie die meisten wissen basiert der T-129 auf dem A129 von AW. Ansonsten werden Teile für verschiedene andere Hubschrauber verschiedener Hersteller gefertigt. Wo ist der große Vorsprung?

    HAL –> Dhruv / Rudra und LCH als erste Entwicklungen auf dem heimischen Markt in Indien. Die haben noch einen langen und steinigen Weg vor sich. Warum sich Eurocopter verstecken muss, erklären Sie bei Zeiten bitte mal.

    So, ganz nüchtern betrachtet sollten Sie Ihre Nase vielleicht nicht ganz so hoch tragen. Nachher kippen Sie uns noch nach hinten um.

  • Stefan   |   27. Juni 2013 - 23:43

    Unser Vtg-Amtmann scheint abgetaucht zu sein. Schade, er hat sich wohl ungewollt etwas verrannt, mit seiner Abneigung gegen EUROCOPTER, die er nicht ernsthaft begründen kann.

  • -MK20-   |   28. Juni 2013 - 0:00

    Falls sich jemand wundert wo KAI abgeblieben ist –> die haben den abscheulichen Fehler gemacht und Eurocopter mit ins Boot geholt, als es um die Entwicklung und Produktion des Surion ging. Kann also nichts Gutes bei rauskommen, gell?

  • Vtg-Amtmann   |   28. Juni 2013 - 7:04

    @Stefan: Jeder einzelne der Typen Kamow Ka-29, 31, 52 oder Sikorsky CH-148 Cyclone (H-92) dürfte mehr Decks- und Plattform-Landungen und erfolgreichere Einsätze hinter sich haben, als die ganze bislang produzierte NH90/NFH-Flotte zusammen. Das wäre schon mal in diesem Ihren „Birnen- und Äpfel-Vergleich“ fürs Erste „besser“.

    Ob im Vergleich zu NH90/NFH die „Russen im Einkauf erheblich billiger sind“ erschließt sich mir nicht, da ich nicht weiß, welche Nutzwerte bzw. Einsatzprofile bzw. Rüstzustände Sie vergleichen wollen, um auf ein sicherlich gemeintes „Preiswerter“ zu schließen?

    Ferner müßte man bei einem ohnehin derart nicht opportunen Vergleich der hochspezialisierten einzelnen russischen Typen, als auch beim Sikorsky CH-148 Cyclone bzw. beim H-92 erst einmal deren jeweiligen Rüstzustand sowie deren Life-Cycle-Time und damit deren Anschaffungskosten (fix) samt deren Betriebskosten (variabel) kennen, um eine Aussage zu treffen. Ansonsten spielt man nämlich „Hubschrauber-Quartett“.

    Damit wären wir wieder bei NH90, NFH, MH90, Sea Lion, und was sonst noch für NH90-Versionen im Rahmen einer „Nato-weiten Standardisierung“. Frage ist doch, was soll der jeweilige Hubschrauber aus Sicht des jeweiligen Nutzers oder auch Aller können und was kann er wirklich und das zu welchen Kosten? Im Fall eines neuen Bordhubschraubers für die Deutsche Marine scheint diese das zu wissen, die Herren im BMVg offenbar aber leider nicht!

    Ergo sollte bzw. muß man (wie auch gesetzlich vorgegeben und darin besteht ein letzter Funken an Hoffnung sowie Vertrauen in den Bundesrechnungshof) das Ganze ausschreiben, statt mit einem „der Sack ist zu“ bzw. einem „Ungeeignet ist besser als gar nichts“ unserer Marine einen „Joghurtbecher“ samt mittlerweile veralteter „hard- und Software“ aufs Auge zu drücken, welcher schon als TTH bzw. beim Heer (Erstflug der Serie in 2004) über weite Strecken und demnächst seit einem Jahrzehnt als „eierlegende Wollmilchsau“ kläglich versagt hat!

  • J.R.   |   28. Juni 2013 - 8:20

    @chaeslou
    Spätestens jetzt wäre es an der Zeit, die Beiträge des “Volkstribunen” Vtg-Amtmann auf “moderiert” zu setzen. Ihm geht es ja ganz offensichtlich um die Durchsetzung eigener Geschäftsinteressen. Dabei scheint ihm jedes Mittel recht: Diskreditieren des Kunden, Dämonisieren des Wettbewerbers und Instrumentalisieren der Medien und der “Fachpolitiker”.

    Und sollte sich hier der Vertriebsleiter von Sikorsky melden sollte man den gleich bannen, oder wie? ;)
    Tut mir leid, aber wenn ich die Meinung von Eurocopter hören will reicht es heutzutage ja aus eine der „bundeswehrnahen“ Zeitschriften wie „Die Bundeswehr“ oder „Infobrief Heer“ aufzuschlagen.

    Umso erstaunlicher, dass es hier einfach niemandem gelingt Vtg-Amtmann zu widerlegen. Aber wenn’s in der Sache nicht klappt, dann halt mit Zensurforderungen?

  • Vtg-Amtmann   |   28. Juni 2013 - 8:23

    @Stefan: Zu http://augengeradeaus.net/2013/06/haushaltsausschuss-billigt-hubschrauber-deal-grunes-licht-furs-bmvg/comment-page-2/#comment-70394:

    Zur knallharten Begründung: „Münchner-Bastel-Bude“ ist ein stehender Begriff innerhalb der Heeresfliegertruppe, den es bereits aus vielen kleineren und größeren Pannen seit der Einführung der BO105 gibt. Zeigen Sie mir bitte in Ausnahme zu EC 135T1, UH-Tiger, NH90, MH90, Sea Lion, BSHS (EC120B2 = Wunschkanditat), SOF-LUH (EC 145 T2), EuroFighter, A400M, A310 MRTT, EuroHawk, Milan, PARS 3L, MEADS, Taurus, etc., ein einziges Projekt bzw. Beschaffungsvorhaben aus dem Hause EADS (und dazu gehört auch EUROCOPTER) auf, das technisch, anforderungsgerecht, zeitlich, preislich und vergaberechtlich sauber über die Bühne ging. Es dürfte Ihnen sehr schwer fallen!

  • Essener71   |   28. Juni 2013 - 8:58

    @Vtg-Amtmann
    „Jeder einzelne der Typen Kamow Ka-29, 31, 52 oder Sikorsky CH-148 Cyclone (H-92) dürfte mehr Decks- und Plattform-Landungen und erfolgreichere Einsätze hinter sich haben, als die ganze bislang produzierte NH90/NFH-Flotte zusammen“

    Das liegt in der Natur der Sache, dass neue Helikopter weniger Landungen auf dem Buckel haben als etablierte Typen. Sollen wir jetzt von der Entwicklung neuer Modelle absehen?

    „unserer Marine einen “Joghurtbecher” samt mittlerweile veralteter “hard- und Software” aufs Auge zu drücken“
    Die Ablehnung neuer Materialien im Hubschrauberbau ist in all ihren Beiträgen offensichtlich und zu Kenntnis genommen. Vor dem Hintergrund das Vtg-Amtmann gedanklich und technisch in den 60ern des letzten Jahrhunderts verblieben ist kann man das verstehen. Die Zeiten ändern sich und moderne Kriegsschiffe haben auch keine dicken Panzerplatten mehr wie die Schlachtschiffe zu Beginn der letzten Dekade.

    „Beschaffungsvorhaben aus dem Hause EADS (und dazu gehört auch EUROCOPTER) auf, das technisch, anforderungsgerecht, zeitlich, preislich und vergaberechtlich sauber über die Bühne ging“
    Das EADS sich nicht mit Ruhm bekleckert hat bei den vielen Projekten der vergangenen Jahre ist hier unumstritten. Wie man damit umgeht kann man geteilter Meinung sein und manchmal stehen mir die Nackenhaare zu Berge wie nachsichtig unsere Politiker (egal welches Parteibuch sie führen) mit EADS sind. Kenne aber keinen großen Rüstungskonzern der nicht in den letzten 20 Jahren Großprojekte in Time&Budget abgeliefert hat.

    Lockheed Martin: Der Joint Strike Fighter ist weiter hinter dem Zeit- und über dem Kostenrahmen
    Boing-Sikorsky: RAH-66 Comanche >> da wurden 8 Milliarden Doller verbrand für 2 Prototypen
    BAE: Flugzeugträger der Queen-Elisabeth-Klasse laufen auch deutlich aus dem Zeit- und Kostenrahmen

    Das sind nur einige Beispiele aber die Liste lässt sich beliebig fortführen und daher ist EADS nicht schlechter oder Besser als die Konkurrenz, im Gegenteil EADS ist in bester Gesellschaft bei den Mitbewerbern.

  • Quino   |   28. Juni 2013 - 10:49

    Geflügeltes Wort bei den Heeresfligern:

    Eine Tigerkopeke=drei Mio€

    Und der Tiger brauchte und braucht eine Menge Kopeken. Beim NH90 haben sie geschwiegen.

  • Bang50   |   28. Juni 2013 - 11:17

    Wenn wir schon auf den CH148 zu sprechen kommen, dann bitte vorsorglich „The Worst Procurement in the History of Canada“ lesen.

    http://www.policyalternatives.ca/sites/default/files/uploads/publications/National%20Office/2013/02/Worst%20Procurement%20in%20History.pdf

    Der Bericht dröselt die gesamte Historie der (Fehl)entscheidungen auf.

  • Bang50   |   28. Juni 2013 - 11:24

    Achso – seit dem 24.06.13 ist bekannt dass Kanada die Vertragsstrafe in Höhe von 86 Millionen Dollar wirksam werden lässt.

    –> Damit ist trotz Problemen auf dem kanadischen Programm wesentlich mehr Dampf drauf als bei unseren Hinterzimmermauscheleien

  • -MK20-   |   28. Juni 2013 - 11:40

    Kanada lässt die Strafe wirksam werden, soweit richtig, aber Geld sehen die deshalb noch lange nicht: http://thechronicleherald.ca/novascotia/1137584-sikorsky-in-clear-over-choppers

    „Sikorsky Inc. has not made any payments to Canada despite being hit with $85.7 million in penalties for its failure to deliver new maritime helicopters.

    That’s because the contract to replace the Sea King helicopters does not seem to allow the Canadian government to level fines directly against Sikorsky.“

    Außerdem scheint die Zukunft des CH-148 bei weitem noch nicht sicher und in trockenen Tüchern zu sein. Die Rede ist davon, dass a) allerfrühstens 2015 die ersten voll einsatzfähigen Cyclones geliefert werden können und b) Sikorsky den gesamten Deal vielleicht sogar noch am Ende kippt, weil sie ein ziemliches Verlustgeschäft mit dem CH-148-Programm machen.

    Kanada weigert sich übrigens die bisher ausgelieferten Modelle zu akzeptieren. Sie erfüllen anscheinend nicht die kanadischen Anforderungen.

  • Bang50   |   28. Juni 2013 - 11:53

    @ MK20 – schauen Sie bitte auf das Datum

  • Vtg-Amtmann   |   28. Juni 2013 - 12:02

    @MK20: Entschuldigung, aber bitte mal ganz langsam mit der großen Keule.

    Schweizer-Sikorsky –> S-300C, S-300CBi, S-333 (damit wurde immerhin die Alouette-Nachfolger- und SHS-Ausschreibung der BW gewonnen, bevor diese Ende der 90er zu Gunsten des EC135T1 durch einen General a.D. und dann StS gekippt wurde), S-434 (Nachfolgemodell des S-333, vgl. http://www.sikorsky.com/vgn-ext-templating-SIK/ctrndr?vcmid=3aad1cf0fb1c8110VgnVCM1000001382000aRCRD&siteName=Sikorsky), SA2-37B, SA-38B & Fire Scout. Schweizer ist auch das Sikorsky- Prototyping-, -Completion- und eines der -R&D-Center! Die modifizierten Black-Hawk (Abodabad, OBL-Raid) stammen übrigens auch aus Elmira.

    BredaNardi –> Ist mein Ernst, da H300C / S300C, NH 500D, E, M, MC, MC, MD520N in Lizenz für zivil und Militär (Italien, Griechenland) gebaut ; Breda Nardi ist in AW aufgegangen.

    Kaman –> Huskie (in Serien ca. 370 EA), Seasprite (in Serien ca. 520 EA), K-MAX (38 EA) (einer der leistungsfähigsten Lastenhubschrauber in der 5 to -Klasse, welcher gemeinsam mit Lockheed Martin als K-MAX Cargo AUS beim US Marine Corps eingeführt ist) Kaman Industrial Technologies fertigt u.a. das Cockpit und weitere Komponenten der Sikorsky UH-60 Black Hawk, Teile der Boeing C-17 und der Boeing 777 man sehe mal auf die KAMAN-WebPage und wundere sich.

    PZL-Swidnik –> Ist das 5te Werk von AW und wird seit 2010 sukzessive auch das gesamtkonzernübergreifende AW-R&D-Center. PZL-Swidnik hat z.B. die Zelle der AW 139 / 149-Serie entwickelt und produziert diese auch. Die WEB-Page ist einen Blick wert. U.a. Stichwort: Wenn GFK- und CFK-Fertigung, dann bitte richtig (z.B. AW 119Ke + LUH, AW 109P + LUH, AW 109 SP GrandeNew, AW139, AW149, AW101 und u.a. die kompletten Getriebe- und Engine Cowlings für EC 135/145). Bislang hat PZL mehr als 7.200 Hubschrauber der Baureihen SM-1, SM-2, Mi-2 (davon allein seit 1964 5450 Einheiten), Sokol-W3 und SW-4 sowie mehr als 2.000 Zellen für AW produziert. In 1964 haben glaube ich die EUROCOPTER-Mütter MBB und Aerospatiale von einer Serienproduktion von 2-motorigen Hubschraubern noch geträumt? Zu den PZL-Kunden gehören Aerospatiale (ATR), AIRBUS (A320/A330/340/380), Eurocopter EC 135/145), Agusta, Bell-Textron, Latecoere (A319/320/321), Dassault, Ratier-Figeac, Pilatus, Snecma &, Boeing. Das „googeln“ nach dem F&E-Projekt PZL SW-5 lohnt sich auch.

    PZL-Mielec –> Baut mittlerweile den S-70i exklusive für Sikorsky, also gar nicht so lächerlich.

    Aero Vodochody –> Dürfte bis Ende des Jahres den 300ten Sikorsky S76 (C++ & D) ausgeliefert haben (… und wollte übrigens in 2009 mal die PZL-Swidnik SA aufkaufen, denn hinter AV steckt mit einem Slowakisch-Britischen Finanzkonsortium samt früherer KGB-Nähe richtig satt „Kohle“).

    TAI –>hat nicht nur zusammen mit AW den T129 ATAK ADVANCED ATTACK AND TACTICAL RECONNAISSANCE HELICOPTER, den effizientesten Kampfhubschrauber in der 5 to-Klasse entwickelt und produziert diesen (vgl. https://www.tai.com.tr/en/project/atak), sondern arbeitet analog mit Sikorsky am Turkish Utility Helicopter T-70 (T700-TEI-701). Die TAI AEROSTRUCTURES GROUP ist ferner an den Fertigungen von A400M-OCCAR, A350, A350XWB, A320/A321, A319/320/321, Bombardier C Series, UH-60/MH-60TAI, Eurocopter AS-532, 737, 747, 767 & 777 beteiligt.

    HAL –> Der Dhruv hält immerhin einen Höherekord mit 27,500ft, ca. 80 Maschinen wurden seit 2000 produziert und ca. 160 feste Bestellungen liegen vor. Die traditionelle Hot & High-Erfahrungen der Inder (z.B. auch vom Chetak, Cheetah und Lancer) hätte vielleicht ECD bei NH90, UH-Tiger, EC 135 und EC 145 einmal im Auge behalten sollen?

    Fazit: Vtg-Amtmann hält es gern mit Fakten, statt mit Sprüchen, auch wenn das manchem ECD-Fan und erst recht den Lobbyisten nicht gefällt. Ach ja, und man sollte zu den Erfahrungen und Expertisen vermeintlicher „Helicopter-Drittländer“ wirklich die Nase nicht so hoch halten, sonst macht man nämlich schneller eine „Popo-Landung“ als man schreibt oder auch denkt!

  • -MK20-   |   28. Juni 2013 - 12:03

    „June 25, 2013 – 7:50pm“. Ein Tag vorher lassen sie es wirksam werden, nur um tagsdarauf zu hören, dass das gar nicht so einfach ist.

    Höchstinteressant ist Ihre verlinkte PDF-Datei:

    „Canada thus finds has itself between a rock and a hard place, unable to secure new helicopters without pressuring Sikorsky, and unable to pressure Sikorsky for fear of being sued.“ (S. 16)

    Wirklich grandios. Auch lesenwert, obwohl es sich hierbei „nur“ um die Meinung des Autors handelt:

    „The Germans are likely waiting to see if there are any serious problems with the Cyclone after it becomes operational in the Royal Canadian Navy.“ (S. 16)

    Sollte der Verfasser in seiner Vermutung Recht haben, hat man es hierzulande anscheinend aufgegeben, noch länger warten zu wollen.

  • Hans   |   28. Juni 2013 - 12:07

    Das Problem ist ja offensichtlich: Ich denke die meisten Kommentatoren sind sich einig das alle größeren Beschaffungsprojekte der letzen Jahre aus dem Zeit- und Kostenrahmen deutlich hinausliefen. Dies ist allerdings nicht nur bei der BW so, Nachbars Wiese ist da auch nicht grüner und über ziv Projekte braucht man gar nicht reden (BER, S21, Elbphilharmonie etc.). Und gerade die USA zehren ja auch aus alten Zeiten da zB UH60, CH47 und CH53 immer noch produziert werden, aber als Konzept doch schon alt sind.

    Die Frage ist hier: Können wir keine Großprojekte mehr erfolgreich zu Ende bringen? Wollen wir dies evtl nicht, im Sinne von „ist nicht genug politischer Wille vorhanden“?
    Wenn wir es nicht mehr können, warum nicht?

    Hier denke ich kann man an mehreren Punkten ansetzten:
    – Liegt der Fehler in der Demokratie (ziv) oder Persrotation (mil), soll heißen: Alle Verantwortlichen müssen systembedingt kurzfristig denken, da sie nur eine begrenzte Zeit den Job machen. Expertise entsteht nicht, jeder Neue bringt Veränderung und verzögert somit den Prozess.
    – Haben wir uns zu stark den Monopolisten ausgeliefert die wir erschaffen haben? Bsp EADS: Konkurrenz die infrage kommt ist faktisch nicht vorhanden (Annahme: Die großen EU Staaten werden nicht ihre Hauptwaffensysteme in den USA o.Ä. bestellen). EADS weiß das und bestimmt den Preis / das Produkt. Viele Konkurrenten die den Markt beleben gibt es nicht mehr, gleichzeitig ist mit der Fusion Expertise verloren gegangen.
    Ein weiteres Beispiel wie es nicht gehen sollte kennt die Marine bei F125, Stichwort: Konsortium.
    – Warum spielt die Politik mit? Hier wieder die Frage: Muss das System mitspielen weil es nichts besseres gibt? Wie kann man von Bedarfsdecker-Seite dennoch Expertise aufbauen?
    – Wie weit wollen wir uns weiter auf den jeweiligen H&H Lieferanten einlassen? Ist nicht die Zeit geboten, europäisch zu denken und zB Eurocopter, AW und andere als Konkurrenten aufzubauen nachdem die nationalen weggefallen sind und hier nur das beste und nicht das nationale Produkt zu kaufen?
    – Am Beispiel Marinehelis: Alternativ verwendet die Royal Navy Wildcat für Lynx und Merlin für SeaKing. Auch wenn diese nicht in die Fregatten bzw Merlin in den EGV passen, warum beschafft man diese nicht wenn die Fregatten ohnehin umgebaut werden müssen? Ist der NH90 in welcher Version auch immer doch besser / geeigneter?
    – Ist es in Zeiten geringer Stückzahlen und kleiner Etats nicht doch sinnvoller, verschiedene Systeme zu beschaffen als immer die Goldrandlösung, deren obere 10% locker 50% der Kosten / Mehrkosten / Verzögerung ausmachen?
    – Wenn die USA es mit C130 und CH 47 vormachen, ein Modell seit 50 Jahren zu bauen: Geht das in Europa auch? Kann man nicht Transall und Tornado mit Modifikationen bei Triebwerken und Avionik zu geringen Kosten neu bauen und hat die Modelle die man braucht mit dem was sie können sollen schnell und günstig? Bei geringen Entwicklungskosten kann man dann auch geringe Stückzahlen abnehmen, ohne viel Geld zu verbraten.
    – Wie sinnvoll sind gemeinsame europäische Entwicklungen wenn jeder Besonderheiten hat die das ganze verteuern? Lohnt sich dann die Kooperation noch?

    Alles Fragen die man mal klären sollte bevor Chancen im Wahlkampf vergeben werden…

  • Melron   |   28. Juni 2013 - 12:11

    Solange ich weiter mit der Lochkoppel rumrennen soll, lese ich solche Nachrichten doch mit Genuss…

  • -MK20-   |   28. Juni 2013 - 12:16

    Genau diese Antwort habe ich von Ihnen erwartet, lieber Herr Amtmann. Da haben Sie mal eben quasi fast jede Firma aus der Luftfahrtbranche aufgezählt, die in irgendeiner Weise von den bisherigen Erfahrungen der „Großen“ profitiert und eine Lizenzproduktion bzw. Teilfertigung aufweist, nachdem man kleine Firmen aufgekauft hat. Kein Wunder, dass Sie KAI weiterhin außen vor lassen; ich frage mich immer noch warum? Liegt es wohl am EC-Deal bzgl. Surion? Auch unterschlagen sie z.B. bei den polnischen Werken den massiven Einfluss sowjetischer Ingenieursleistungen.

    Aber hauptsache Sie verkaufen uns weiterhin die Mär vom „Haus- und Hoflieferanten“ Eurocopter, ein Unternehmen, das ja angeblich keinerlei Erfahrung, Know-How und Expertise im Luftfahrtsektor besitzt. Egal ob das im zivilen, militärischen, maritimen oder Off-Shore Bereich ist, sodass man sich als Laie dann doch fragen muss:

    „Wenn das Unternehmen Eurocopter nichts auf die Reihe bekommt, wieso fliegen Eurocopter im zivilen, militärischen, maritimen und Off-Shore Bereich – überall auf der Welt – trotz Vtg-Amtmanns respektabler Auflistung, die license-production only Unternehmen mit einschließt?“

  • Essener71   |   28. Juni 2013 - 12:44

    @Hans
    Ich stimme zu :-)

    Einen Punkt zu Kosten- und Zeitüberschreitung möchte ich noch ergänzen, wenn ich darf: Inzwischen sind solche Projekte so komplex und wechselseitige Abhängigkeiten (auch politisch gewollt) machen es noch schwieriger für die Beteiligten, dass wir uns an den Zustand langsam gewöhnen sollten :-(

    Einen Hubschrauber, ein Kampfflugzeug oder eine Fregatte in der heutigen Zeit zu bauen ist umfangreicher und anspruchsvoller als vor 40 Jahren. So ein Projekt muss state-of-the-art sein, d. h. modernste Elektronik beinhalten, modernste Materialien verbauen und dabei die verschiedenen Anforderungen seitens zukünftiger Nutzer erfüllen. Das Angebot ist dann meist auf „Kante genäht“ (damit man den Auftrag) bekommt und in der Umsetzung laufen dann Kosten aus dem Ruder :-(

  • Ben   |   28. Juni 2013 - 14:43

    Ein Schwesterfirma von Sikorsky hat angekündigt, man wolle bei einen Nein zum F-35 Standorte in Kanada schließen. Denke daher Eskaliert der CH-148 Streit gerade.

    Spätestens nach der Wahl dürfte es zwischen EADS und den Bund sicherlich auch noch schärfer zu gehen. Cassidian fehlen ja Anschlussprogramme für MEADS oder EuroHawk. Bei anderen Programme wie der Eurofighter dürfte die Produktion zurückgehen, und absehbar ohne Nachfolgeauftrag auslaufen. Da dürfte es auch mehr um Airbus Arbeitsanteile gehen. Das bleibt sicher spannend.

  • -MK20-   |   28. Juni 2013 - 14:50

    Das wäre aber ziemlich dämlich von dieser Schwesterfirma, da die F-35 in Kanada sehr umstritten ist und sogar zum Wahlkampfthema gemacht wurde. Nicht zu vergessen die offiziellen Berichte über steigende Kosten. Solche Ankündigungen bringem dem Programm oder seinen Befürwortern nicht das Geringste, im Gegenteil; es stärkt die Opposition und in Betracht kommende Konkurrenzmodelle.

  • Vtg-Amtmann   |   28. Juni 2013 - 15:43

    @MK20: Sie sollten bitte genau lesen: Da wurde nirgendwo der „Einfluß sowjetischer Ingenieurleistung“ und auch noch mehr an „polnischer Ingenieurleistung“ unterschlagen (welche die kompletten Konstruktionsunterlagen von SM-1, SM-2 und MiI-2 überarbeiten, fertigungstechnisch umsetzen und im Zuge der Produktpflege optimieren mussten, wie man diese heute noch im Werksarchiv in einem „Vorher / Nachher“ sichten kann)..

    PZL-Swidnik [das Werk kenn ich sehr gut, da des öfteren dort] wird seit 2010 sukzessive auch das gesamtkonzernübergreifende AW-R&D-Center. PZL-Swidnik hat z.B. die Zellen der AW 139 / 149-Serie [selber] entwickelt und produziert diese auch […]. Wenn GFK- und CFK-Fertigung, dann bitte richtig [… geht bis zum Segelfliegerbau von PZL zurück und das waren ein paar Weltrekordsegler] Bislang hat PZL mehr als 7.200 Hubschrauber der Baureihen SM-1, SM-2, Mi-2 (davon allein seit 1964 insgesamt 5.450 Einheiten), Sokol-W3 und SW-4 sowie mehr als 2.000 Zellen für AW produziert. In 1964 haben glaube ich haben die EUROCOPTER-Mütter MBB und Aerospatiale von einer Serienproduktion von 2-motorigen Hubschraubern noch geträumt?

    Und wenn Sie es genau wissen wollen, die Neuentwicklung des an verstärkte Engines anzupassenden Triebwerks- und Getriebedecks der AW101 samt dem „hinteren Deckel“ des Torsionskastens (neue Laderrampe) ging auch an PZL Swidnik und wird dort gefertigt werden. Die ATR-72 Center Wing Box, 9,5 m lang und aus einem Stück gefräst wurde auch in Swidnik entwickelt und die Werzeugmaschine gleich mit dazu. Was ist denn da „license-production only“? PZL Swidnik war früher WSK-PZL-Swidnik und ist jetzt „AgustaWestland Swidnik“!

    Dass man „russische Ingenieurleistung“ nicht nach der Revolution in Polen (die übrigens in Swidnik ausbrach, und nicht in den Danziger Werften!) auf den Müll geworfen hat, ist auch klar. So verfügen z.B. der PZL SW-4 und der SOKOL W3A immer noch über die hervorragende „Tellertrimmung russischer Bauart“, oder über „russische Akkukapazitäten“ die heute allerdings von „Varta“ kommen, oder über „russische Gußrahmen-Leichtbausitze“, die mittlerweile „Fischer-Entwicklungen“ auch für ECD besser und crashsicherer baut, und es gibt immer noch die gerade in der Anfängerschulung. oder in so manchem hektischen Einsatz sich hervorragend bewährte „Pitchbremse“ mit dem berühmten Bügel unter dem Pitch. usw., usw…

    Ich habe auch nie gesagt, dass ECD keinerlei Erfahrung, Know-How und Expertise im Luftfahrtsektor besitzt. Wenn Si das aus meiner berechtigten und stets begründeten Kritik über ECD-Produkte herauslesen, ist das Ihr Problem.

  • -MK20-   |   28. Juni 2013 - 16:14

    Oh, das stimmt. Hier Ihre Worte im Zitat:

    „An das Know-How, die Erfahrungen und die Expertise […] muß erst einmal EUROCOPTER herankommen, um im Militär-, Marine- und Offshore-Helicopter-Bereich überhaupt mitreden zu können!“

    Das übersetzt sich für mich so, als würde Eurocopter weder über Know-How, Erfahrung noch Expertise verfügen – und trotzdem redet das Unternehmen mit.

    Meine Frage daher nochmal: „Wieso ist das der Fall, wenn es doch gar nicht so sein dürfte?“

  • Stefan   |   28. Juni 2013 - 17:38

    @Vtg-Amtmann
    Nun noch einmal meine Frage, der Sie ständig ausweichen. Was kann der NH-90 NG nicht oder viel schlechter, als andere verfügbare und vergleichbare Hubschrauber. Verständlich nach dem Schema 1.,2., 3. usw.. Und besitzt ihr Favorit, dann auch zusätzlich alle Fähigkeiten des NH-90 NG? Bitte ganz ehrlich die Vor- und Nachteile nennen. Bis zur Wartungsfreundlichkeit, Ersatzteilversorgung und den Betriebskosten. Die Einschätzung besser, schlechter, höher, tiefer usw. würde voll ausreichen. Genaue Zahlen sind nicht nötig. Das dürfte Ihnen, als langjährigen militärischen Piloten, doch nicht schwer fallen. Oder doch? Eine Ablehnung muß man auch begründen können. Und mich, als Marinelaie und Nicht-Hubschrauberpilot interessiert es wirklich.