Mali-Marschbefehl von der Kanzlerin?

Aus der Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Bundeswehrtagung in Strausberg heute hat sich eine Aussage, nun, ein bisschen verselbständigt:

Freiheitliche demokratische Staaten können nicht akzeptieren, dass der internationale Terrorismus im Norden des Landes ein sicheres Rückzugsgebiet erhält. (…) Wir wissen, dass die Streitkräfte Malis zu schwach sind zu handeln. Sie brauchen Unterstützung.

In etlichen Meldungen wird das so verstanden, als sei damit der Marschbefehl erteilt. Nun gäbe es da zwei bis drei Dinge zu bedenken: Zum einen sagte die Kanzlerin, Deutschland sei bereit zur Beteiligung an einer Unterstützungsmission, wenn die Bedingungen geklärt sind. Zum anderen hatten die EU-Außenminister diese Unterstützung für die Streitkräfte Malis bereits vor einer Woche signalisiert. Und zum dritten warten wir mal ab, wann das Bundeskabinett welche Art von Einsatz dem Bundestag zur Billigung vorlegt…

9 Kommentare zu „Mali-Marschbefehl von der Kanzlerin?“

  • Alarich   |   22. Oktober 2012 - 18:23

    Ausrüstung ?
    oder geht das wieder wie bei ISAF wo die Soldaten auf Unimog und wolf herum fuhren
    oder gehen die dann wenn die Anzahl feststeht , auch mit Geeeigneten Fahrzeuge +Ausrüstung und Fahrzeuge und wie sieht das mit Geldmitel aus die sind ja im BW Plan nicht drin . oder wird dann irgend wo gekürtzt und andere Soladten hinausgeschickt es wird schon nicht Passieren
    Mali Norden soll Wüste sein
    Marder reichen die BW aus 1A5A1
    Leo 2 werden die dann eingesetzt
    GFF Fahrzeuge
    LKW Gep Ausführung
    mehr Inf Btl und Aufkl
    mehr Boxer
    und so weiter wie IdZ II , Sanis

  • b   |   22. Oktober 2012 - 19:36

    Inside al-Qaeda’s new home


    From an al-Qaeda perspective, the open spaces and often undefended borders of the Sahara and neighbouring Sahel must have seemed like the ideal base. This is a land of low sand hills, seemingly endless gravel plains lightly haired with thorn scrub and remote mountain ranges – “the Sahara’s Tora Bora“, according to the Pentagon – beyond the control of any government. Extensive tracts of the Malian Sahara are uninhabited and a Malian government spokesman has admitted that “even the government acts as if it’s no man’s land“.

    Even so, the threat from AQIM was largely contained until the war in Libya. “Those who took the decision to bombard [Libya],“ said one French diplomat, “did not have the least idea of the consequences it could have for the south [of the region].“

    Wenn man sich das mal auf der Landkarte anschaut dann ist ein Gebiet von der Größe Mitteleuropas betroffen. Was sollen da ein paar Deutschen ohne geeignete Ausrüstung, Erfahrung, Sprach- und Gesellschaftskenntnisse ausrichten?

    Sollen die Leute die diese tolle Idee hatten Gaddhafi abzusägen doch jetzt bitte auch die Verantwortung für die Konsequenzen übernehmen.

    Zwei Nachbarländer, Algereien und Mauretanian, sind gegen ein äußeres Eingreifen dort und Mali hat nur zugestimmt als man entsprechend gedroht hat. Wie lange wird es da dauern bis das fremde (Kolonial-)truppen dort auch von der Bevölkerung bedroht werden?

    Man geben den Tuareg ausreichend Waffen, Munition und Geld und lasse die da aufräumen. Das sind zumeist Sufis die wenig Verständnis für den arabischen Fundamentalismus haben. Die kennen sich in der Wüste hervorragend aus und wissen wie man dort kämpft.

  • wacaffe   |   22. Oktober 2012 - 19:54

    @b ich bin mir sicher das die tuareg ausbildung auch gemacht wird. nur eben nicht von den teutonen sondern von Fra/US. Vielversprechende Ansätze gibt es ja bereits siehe Freiwilligen Milizen etc.

    Man möchte sich die Alternative auch nicht vorstellen (hyperventilierende Betroffenheit wegen „Kindersoldaten, Gewaltmonopol, robuster operationsführung usw.“ inklusive

  • chickenhawk   |   22. Oktober 2012 - 20:40

    Man fragt sich ja schon, ob diejenigen Mitarbeiter aus Merkels Stab, die ihr solche Dinge in die Rede schreiben, vorher irgendwelche Gedanken gemacht haben oder ob so etwas einfach nur mal so eben en passant fallengelassen wird.

    Oder rechnet man fest damit, dass diejenigen deutschen Kräfte, die entsandt werden, ohnehin nur für das Sanitätswesen oder die Wasseraufbereitung zuständig sein werden?

  • Alarich   |   22. Oktober 2012 - 21:03

    du wirst dich nicht ernsthaft fragen das v-Minister frau Merkel nein sagen könnte
    Und die vom Staab bei einem Nein , ist ihre K. schnell zu ende
    darum haben wir diskusion woher das geld kommen sollte
    Mann Müßte Fahrzeuge beschafen wenn auch das eine oder andere Frei wird in Afg
    und der Süden wenn deutschland dort hingeht sind auch Flüße neue BW Fahrzeuge können nicht mehr schwimmen

  • Memoria   |   22. Oktober 2012 - 21:28

    @b:
    Guter Plan. Nun fehlt nur noch der Lawrence von Mali.
    Aber solche Leute sind heute eben noch seltener als damals…

  • Memoria   |   22. Oktober 2012 - 22:05

    Die Betonung der Ausbildungsunterstützung als strategisch wichtige Aufgabe durch die Bundeskanzlerin sollte das Heer daran erinnern, dass man die neuen Abteilungen Einsatz/OMLT der Brigaden nicht nur als Versorgungsbahnhof nutzen kann.
    Die Struktur gibt einen ordentlichen Rahmen. Aber jetzt muss es eine ordentliche Personalauswahl stattfinden und im Anschluss: Ausbildung, Ausbildung, Ausbildung.

  • klabautermann   |   23. Oktober 2012 - 11:25

    Na ja, vielleicht will Berlin ja nur die „Vorlaeufige Grundlage fuer den Beitrag von Landstreitkraeften zur Unterstuetzung von fremden Sicherheitskraeften – Partnering, Mentoring, Advising“ (Heeresamt, August 2012) in Mali austesten, bevor man es bei ITAAM als des deutschen Heere’s operative Weisheit letzter Schluss einbringt.
    Fragt sich nur inwieweit dieses Konzept kompatibel/interoperabel ist mit den TAA Konzepten der US, FF, UK, etc…..Auffaellig ist, dass ‚assist‘ in dem Konzept nicht vorkommt.

  • zog   |   23. Oktober 2012 - 20:00

    „Deutschland wird keine Waffen nach Mali liefern. Wir schicken auch keine Kampftruppen. Es geht um Training und Ausbildung. Es geht um technische, finanzielle und humanitäre Unterstützung einer afrikanischen Mission.“

    http://www.tagesschau.de/inland/mali222.html

    Zur Aussage Westerwelles kann man nur noch die Hand an den Kopf schlagen…