Nächster Halt Bamako (2)

Die EU hat heute, wie erwartet, nach dem entsprechenden UN-Sicherheitsratsbeschluss ihre Unterstützung für die Regierung des afrikanischen Landes Mali gegen die Islamisten signalisiert, die den Norden des Landes unter Kontrolle haben.

Von Reuters:

The European Union said on Monday it would draw up plans for a possible military training mission to help Mali’s army regain control of the Islamist-dominated north of the country.

Die Details sind naturgemäß noch vage, die Seite EUbusiness meldet:

The most likely scenario will be the quick dispatch of some 150 senior army trainers, an EU official said.
But another scenario is for sending EU instructors to work alongside the Mali military, Afghan-style, as its soldiers march north.

Also OMLTs (Operational Mentoring & Liason Teams) oder Partnering&Advisory Task Forces in der afrikanischen Wüste? Ich bin gespannt.

Interessanterweise wird in beiden Meldungen – neben der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und den Franzosen mit ihren traditionellen Interessen in der Region – praktisch als einziger der deutsche Außenminister Guido Westerwelle zitiert:

“We cannot allow terrorism to take root in an area beyond all lawful control in northern Mali,” said German counterpart Guido Westerwelle.
(EUbusiness)

“We have to avoid at an early stage the development of a second Somalia, without any rule of law,” said German Foreign Minister Guido Westerwelle. “Because then there are going to be founded further terrorist schools that will endanger our situation here in Europe too.”
(Reuters)

Die Beschlüsse der Minister stehen hier (auf Englisch) zur Verfügung.

Nachtrag: Der französische Verteidigungsminister sagt, eine Militärintervention in Mali sei eine Frage von Wochen.

16 Kommentare zu „Nächster Halt Bamako (2)“

  • DP   |   15. Oktober 2012 - 21:46

    Wenigstens kann weitestgehend benötigte Ausrüstung und Erfahrungen aus OMLTs in Af(Pak) übernommen werden ;) Bleibt nur die Frage wenn man überhaupt ausbilden kann…

  • Tom   |   15. Oktober 2012 - 21:53

    In diesem Zusammenhang wäre doch auch mal nachfragenswert, was die deutsche militärische Beratergruppe in Mali derzeit berät. Also wo welche Projekte unterstützt werden.
    Gemäß Y-Punkt 10/2012 beträgt die aktuelle Stärke 1StOffz/1Offz/5UmP.

  • T.Wiegold   |   15. Oktober 2012 - 22:00

    @Tom

    Danke für den Hinweis – vielleicht machen die das Gleiche wie 2010?

    http://youtu.be/huRqu9y1-Ww

    (Ein Grundsatz-Stück dazu von bundeswehr.de)

  • zog   |   15. Oktober 2012 - 22:46

    Im Bezug auf das Statement von Westerwelle: Inwiefern stellten denn bis heute in den “somalischen Terrorschulen” ausgebildete Personen eine direkte Gefahr für Europa dar?

  • Alarich   |   15. Oktober 2012 - 22:47

    Es währe Hilfreicher wenn man wüßte was mit der DF Brig die wahren irgend fernsehbericht auch in Dikusion
    ob das wie Kongo mit den Fallschirmjäger ähnliches wird
    Nur die Frage ist BW dafür überhaupt ausgestatet
    weil Boxer GMW 40 ist auch nur begrentzt geeignet wenn man in der Eurosatorie
    die Franz Fahrzeuge anschaut

  • Hans   |   15. Oktober 2012 - 23:21

    Mal ne Frage an die Fachkundigen:

    Woher soll denn das evtl. DEU Ausbildungspersonal, sei es als PATF oder OMLT, kommen? Wird das dann von den Brigadestäben abgezweigt wie bei ISAF?
    Oder haben die Schulen da (entbehrliches) Ausbildungspersonal?

  • Alexander   |   15. Oktober 2012 - 23:52

    Die EU lässt zunächst einmal bis Mitte November neben anderen Maßnahmen eine militärische Operation prüfen:

    The Council invites the HR to develop the crisis management concept ahead of its meeting on 19 November, and to present her recommendations at that meeting.

    Welche europäischen Kräfte man dann wie wo einsetzen will, wird erst danach entwickelt.

    @TW: Wie es nach dem CMC weitergehen kann, können Sie gerne am Donnerstag bei Multi Layer sehen ;-)

  • tez   |   16. Oktober 2012 - 0:32

    Das ist doch geradezu eine Einladung für die aus Afghanistan sattsam bekannte green-on-blue-, mit Verlaub, Scheiße. Der nächste zuverlässig freundliche Truppenteil ist dann wie weit entfernt genau? Definitiv kein Job, für den ich mich vordrängeln würde. Oder sind die malischen Regierungstruppen aus irgendeinem Grund zuverlässiger?

  • Memoria   |   16. Oktober 2012 - 7:19

    Die Franzosen möchten wohl keine reine “train”-Mission, sondern auch “advise” und “assist”. Im Zweifelsfall werden sie dies national “beistellen” – wie schon öfters getan.

    Das Beispiel zeigt aber wieder, das man bei sog. Ausbildungseinsätzen sehr genau hinschauen muss, was gefordert ist und nicht von “nur” ausbilden geredet werden sollte (wie TdM mit Blick auf ITAAM).

    @Hans:
    Das Personal wird noch im Heldenklauverfahren gewonnen. Die Abteilungen auf Brigadeebene sind noch im Aufbau.

  • chickenhawk   |   16. Oktober 2012 - 16:16

    Für mich ist das irgendwie alles ziemlich abstrakt:

    Was könnte denn z. B. ein Bundeswehr-Soldat einem malischen Soldaten konkret für Fertigkeiten und Kenntnisse vermitteln, über welche dieser vorher noch nicht verfügte und welche er im anstehenden Konflikt mit den Islamisten verwerten könnte?

  • zog   |   16. Oktober 2012 - 20:09

    @chickenhawk: Naja, ich glaube den malischen Sicherheitskräften wäre eigentich mit allem geholfen, egal was man vermittelt…

    OT: Erste NDS Green-on-Blue in Afghanistan: http://www.longwarjournal.org/archives/2012/10/insider_attack_by_af.php

  • tex   |   16. Oktober 2012 - 20:42

    Eine EU-Ausbildungsmission in Afrika wird ja bereits seit Mai 2010 durchgeführt. EUTM SOM…ziemlich günstig und erfolgreich. Könnte mir vorstellen, dass dies sich so ähnlich auch in Mali umsetzen lässt. Hauptsächlich wird es in Mali auch um Unterrichtung von Grundfertigkeiten und um Strukturierung einsatzfähiger Einheiten gehen.

  • Niklas   |   16. Oktober 2012 - 21:08

    Nach all den Jahren Ausbildungshilfe bin ich skeptisch, ob die als Gegner erkannten Kräfte noch in diesem Jahrzehnt besiegt werden könnten.
    Natürlich ist das Bestreben, den Machtgewinn extremer Gruppen einzudämmen legitim, aber was soll das Waldorfgetue vom Learning by Doing irgendwo in Afrika?

    Wenn uns die malischen Extremisten so ein Dorn im Auge sind (und ganz ehrlich, die sind schon seit Ewigkeiten bekannt, warum erst wach werden, wenn sie Wurzeln geschlagen haben?), dass Handlungsbedarf besteht, sollte man immer noch eine schnelle, schwere, direkte Gewaltausübung nicht völlig streichen.

    Aber was polter ich… Um eine Erfolgsprognose zu geben, muss man sich wirklich gründlich mit Mali auseinandersetzen. Erst wenn man die Bedürfnisse der Mehrheit verstanden hat, kann man einen Lösungsansatz ermitteln. Sollten die meisten Malis für die Regierung sein, kann man prüfen, unter welchen Bedingungen Hilfe geduldet wird. Zur Not kann das auch den Einsatz privater Dienste bedeuten, als reine Ausbilder.

  • b   |   18. Oktober 2012 - 9:34

    Das WSJ berichtet über das Chaos das dort herrscht. ECOWAS soll Truppen stellen aber kann sich nicht einigen. Keiner hat so richtig Lust dazu seine Leute dort zu verheizen. Das betroffene Gebiet ist riesig und mit ein paar tausend Mann ist da nichts zu wollen.

    Few to Take On Mali Militants

    BAMAKO, Mali—A prospective military campaign against al Qaeda and its allies in the vast desert of this West African country has hit an obstacle: Neither Mali nor its neighbors appear ready to send soldiers into a land war, against war-hardened militants, in the world’s largest desert.

    AQIM militants roam the Sahara from Mauritania to Libya, a swath larger than India. After Mali’s democratically elected government collapsed earlier this year, they have taken over Mali’s France-sized north and begun to enforce Islamic law with public amputations and executions

    The Economic Community of West African States, or Ecowas, has proposed sending 3,300 personnel from Mali and its neighbors to battle in the north. But even some Ecowas member countries are hesitant to dispatch combat troops, and there is no indication that international forces would join in.

    Solange die dort ruhig sitzen sollte man die einfach in Ruhe lassen. Islamisches Recht wird auch in Saudi Arabien ausgeübt. Das stört ja auch niemanden in Berlin.

  • Peter   |   22. Oktober 2012 - 13:09

    Wir haben bis 2001 AQ auch ruhig sitzen gelassen, und schwupps flogen Flugzeuge in Hochhäuser.

    Was wir tun könnten, wäre die Städte besetzen und die Wilden in die Wüste jagen. So hats Opa zur Zeit der Kolonien auch gemacht und es hat funktioniert.

  • Alarich   |   22. Oktober 2012 - 16:56

    hmm es soll doch noch was daraus werden der V Minister soll sein ok Frau Merkel gegeben haben laut einer Internet Zeitung den Link nicht veröfendlicht werden darf

    Aber die Tüpische frage mal wieder die in diesem Land nicht gestellt werden
    Was ist mit Fahrzeuge Geld bewilligung und so weiter die keiner stellt wir gehen dahin und haben mal wieder nicht das richtige den
    wenn dann soll ein Sofort Buget da sein oder ?