Deutsche Marine holt 4.000 Libyen-Flüchtlinge ab (Update)

Ein bisschen vage, wie immer: Die Deutsche Marine soll mit drei Kriegsschiffen 4.000 Menschen in Tunesien abholen, die aus Libyen geflüchtet sind. Das hat Außenminister Guido Westerwelle heute bei einem Besuch in der Slowakei angekündigt.

Dann warten wir mal auf die Details. Die drei genannten Marineschiffe sind wohl der Einsatzgruppenversorger Berlin und die Fregatten Brandenburg und Rheinland-Pfalz.

Nachtrag und Entspannung: Recherchieren hilft. Nunmehr höre ich, dass die drei deutschen Schiffe mitnichten 4.000 Ägypter von Tunesien nach Ägypten schaffen sollen. Es wird sich de facto wohl um rund 500 Menschen handeln, vielleicht etwas mehr, vielleicht etwas weniger. Die 4.000 ist wohl eine Zahl, auf die sich mehrere Nationen verständigt haben, und die Deutsche Marine soll davon einen Teil übernehmen. Da haben die Agenturen den Außenminister in Bratislava vielleicht einfach falsch verstanden…

59 Gedanken zu „Deutsche Marine holt 4.000 Libyen-Flüchtlinge ab (Update)

  1. Mal ne Frage: Wofür hätte man denn jetzt die neuen (aber bekanntlich wegen Getriebeschadens nicht einsatzfähigen) fünf Korvetten K130 nutzen können? Wären die in Libyen „brauchbar“ gewesen oder nur zum Eindruck schinden?

  2. „Recherchieren hilft. Nunmehr höre ich, dass die drei deutschen Schiffe mitnichten 4.000 Ägypter von Tunesien nach Ägypten schaffen sollen. Es wird sich de facto wohl um rund 500 Menschen handeln, vielleicht etwas mehr, vielleicht etwas weniger.“

    Stellt sich für mich die Frage, haben die Ägypter keine eigenen Schiffe? Sicher haben sie diese. Warum holen sie nicht selbst ihre Leute ab? Ist doch gleich um die Ecke. Jetzt haben doch die „Guten“ dort die Macht.

  3. @Rafael1978 | 05. März 2011 – 4:17

    Zitat: „Mal ne Frage: Wofür hätte man denn jetzt die neuen (aber bekanntlich wegen Getriebeschadens nicht einsatzfähigen) fünf Korvetten K130 nutzen können? Wären die in Libyen “brauchbar” gewesen oder nur zum Eindruck schinden?“

    Zum Transport von Flüchtlingen sind die K130 nicht besonders geeignet, denn sie sind dafür wohl zu klein. Aber zum präzisen Beschuß von Landzielen mit RBS15 bis in eine Tiefe von 200 km ja. Dafür wurden sie ja gebaut. Nur gibt es dafür vom UN-Sicherheitsrat keine Zustimmung.

  4. @NMWC | 04. März 2011 – 9:08

    Zitat: „@T.Wiegold
    Entschuldigung, bin ins Fachsimpeln geraten und habe nicht daran gedacht. Gelobe Besserung:
    ASuW= Anti Surface Warfare
    ASW= Anti Submarine Warfare
    AAW=Anti Air Warfare
    MW= Mine Warfare (die USA sagen kürzen das MIW ab)
    MCM= Mine Counter Measures

    USV= Unmanned Surface Vehicle
    UUV= Unmanned Underwater Vehicle
    spaltet sich auf in ROV= Remotely Operated Vehicle
    und AUV= Autonomous Underwater Vehicle
    UAV= Unmanned Arial Vehicle
    alle Unmanned Vehicle zusammen laufen unter Sammelbegriff UXV

    Besser so? ;-)“

    Wenn Sie das noch in die Blog-Sprache Deutsch übertragen, dann verstehen Sie auch militärische Laien (Natürlich nur wenn Ihnen daran gelegen ist wirklich verstanden zu werden!). ;-)

  5. @MFG | 05. März 2011 – 20:32

    Zitat: „Hätten wir denn überhaupt RBS15 im Bestand?“

    Nach meinen Infos 30 Stück für insgeamt 20 Starter (je 4 Starter pro K130).

  6. @Ali77 | 04. März 2011 – 0:31

    Zitat: „Bitte liebe BRegierung, kauft endlich eine MISTRAL! Damit wären wir soooviel flexibler, handlungsfähig und auch mal für die NATO zu “was nütze”…“

    Wenn, dann brauchten wir schon 4 Stück davon.

    Die Franzosen haben 2 davon und wollen noch weitere 2 beschaffen. Nur setzen sie diese eigentümlicherweise nicht ein. Vielleicht mit ihren max. 19 kn etwas langsam, um tausende Flüchtlinge zu evakuieren.

  7. Eine aktuelle Meldung auf Spiegel Online wirft eine Frage von höchster Brisanz auf:

    „Die USA und andere Nato-Staaten zogen unterdessen starke Einheiten auf der Mittelmeerinsel Kreta zusammen. Wie griechische Medien und Augenzeugen am Samstag berichteten, liefen bereits zwei große amerikanische Schiffe in der Bucht von Souda ein, darunter der Hubschrauberträger „USS Kearsarge“. Im nahegelegenen Flughafen von Souda-Akrotiri sollen Spezialeinheiten aus verschiedenen Nato-Staaten angekommen sein, darunter auch aus Deutschland.“

    Sehe ich da eine Bereitschaft zum Angriffskrieg? Was für ein Unding ;-)

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,749304,00.html

  8. @Zyme: wohl nicht zum Angriffskrieg. Eher zu Verzweiflungstaten.. Wie pflegte der General Poeschl immer zu sagen. „Männer macht’s langsam, wenn’s pressiert“.

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