RC N Watch: 17 Tote bei Angriff auf Handy-Funkturm

Abends um sieben schweigen die Handys: Im Gebiet um Kundus haben die Taliban erzwungen, dass die Mobilfunkunternehmen die Signale abschalten – ab etwa 19 Uhr lässt sich über das landesweite Netz von Roshan und anderen Firmen in vielen Gebieten Afghanistans nicht mehr telefonieren (in Kundus funktioniert dann nur noch ein Mobilfunknetz, dessen Sendestation auf einem bewachten Grundstück der Polizei steht, diese eine Sendestation hat natürlich nur eine begrenzte Reichweite). Die Aufständischen verlangen die Abschaltung, um sich nachts sicherer bewegen zu können – ohne Handy können ihre Bewegungen nicht an die afghanische Polizei oder ISAF gemeldet werden, außerdem verlässt sich die Polizei mangels anderer Kommunikationswege oft auf das Handy-Netz für die eigene Kommunikation. Und die Mobilfunk-Signale der Taliban, von denen natürlich auch viele ein Handy besitzen, können nicht mehr zur Ortung der Aufständischen genutzt werden.

In der vergangenen Nacht kam es bei Kundus zu einem Gefecht um eine Mobilfunk-Station: Neun Wachmänner und sieben Taliban fielen bei der Auseinandersetzung um den Antennen-Standort, später kam noch ein Polizist ums Leben. Warum gerade dieser Mobilfunkturm ein Angriffsziel war, ist unklar, auch die betroffene Firma wird in den Meldungen bislang nicht genannt. Aber es zeigt, welchem Risiko die Unternehmen ausgesetzt sind, wenn sie sich gegen die Aufständischen stellen.

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