Nun auch Druck der US-Militärs: Gegen chinesische Technik in deutschen Mobilfunknetzen

Nach dem politischen Druck der USA auf Deutschland, beim Ausbau des künftigen Mobilfunknetzes nach dem 5G-Standard auf Technik chinesischer Unternehmen wie Huawei zu verzichten, wird gleicher Druck jetzt auch von militärischer Seite aufgebaut. Der NATO-Oberbefehlshaber und Kommandeur der US-Truppen in Europa, General Curtis Scaparotti, bezeichnete insbesondere die deutschen Pläne als ein Sicherheitsrisiko: Das hätte eine kritische Bedeutung für unsere Fähigkeit, überhaupt mit ihnen zu kommunizieren.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der US-Botschafter in Berlin eine Einschränkung des Austauschs von Geheimdienstinformationen mit Deutschland angedroht hatte, wenn chinesische Technik im künftigen Mobilfunknetz in Deutschland zum Einsatz kommen sollte. weiterlesen

Erster Cyber-Angriff der Bundeswehr: Mobilfunknetz auf Suche nach entführter Deutscher gehackt

RoshanSIM

Die Bundeswehr hat erstmals einen echten Angriff auf fremde Informationsnetze gestartet – allerdings nicht in einer militärischen Operation, sondern praktisch in einer Polizeioperation zur Befreiung einer entführten deutschen Staatsbürgerin in Afghanistan. Wie am (heutigen) Freitag Spiegel Online berichtet, drangen die Experten für Computer Network Operations (CNO), die zum Kommando Strategische Aufklärung (KSA) in Rheinbach bei Bonn gehören, im vergangenen jahr in das Netz eines afghanischen Mobilfunkbetreibers ein. Damit wollte die Bundeswehr den Standort der Entführer ermitteln.

Nach Informationen von Augen geradeaus! führte zwar diese erste Cyber-Operation deutscher Streitkräfte nicht auf die Spur der verschleppten Deutschen, allerdings waren für die beteiligten deutschen Behörden, den Krisenstab des Auswärtigen Amtes und die Bundeswehr, damit Bewegungsprofile der mutmaßlichen Entführer zugänglich. Die Mitarbeiterin der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurde von ihren Entführern, vermutlich Kriminellen, später freigelassen. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr war zwar an der Übergabe beteiligt, griff aber nicht ein. weiterlesen

RC N Watch: 17 Tote bei Angriff auf Handy-Funkturm

Abends um sieben schweigen die Handys: Im Gebiet um Kundus haben die Taliban erzwungen, dass die Mobilfunkunternehmen die Signale abschalten – ab etwa 19 Uhr lässt sich über das landesweite Netz von Roshan und anderen Firmen in vielen Gebieten Afghanistans nicht mehr telefonieren (in Kundus funktioniert dann nur noch ein Mobilfunknetz, dessen Sendestation auf einem bewachten Grundstück der Polizei steht, diese eine Sendestation hat natürlich nur eine begrenzte Reichweite). Die Aufständischen verlangen die Abschaltung, um sich nachts sicherer bewegen zu können – ohne Handy können ihre Bewegungen nicht an die afghanische Polizei oder ISAF gemeldet werden, außerdem verlässt sich die Polizei mangels anderer Kommunikationswege oft auf das Handy-Netz für die eigene Kommunikation. Und die Mobilfunk-Signale der Taliban, von denen natürlich auch viele ein Handy besitzen, können nicht mehr zur Ortung der Aufständischen genutzt werden.

In der vergangenen Nacht kam es bei Kundus zu einem Gefecht um eine Mobilfunk-Station: Neun Wachmänner und sieben Taliban fielen bei der Auseinandersetzung um den Antennen-Standort, später kam noch ein Polizist ums Leben. Warum gerade dieser Mobilfunkturm ein Angriffsziel war, ist unklar, auch die betroffene Firma wird in den Meldungen bislang nicht genannt. Aber es zeigt, welchem Risiko die Unternehmen ausgesetzt sind, wenn sie sich gegen die Aufständischen stellen.