Schweden plant Wiedereinführung der Wehrpflicht – für Männer und Frauen

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Angesichts einer verschlechterten Sicherheitslage und des Personalmangels in den Streitkräften plant Schweden die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Der vor sechs Jahren ausgesetzte Dienst solle ab 2018 wieder verpflichtend werden, um den Personalbedarf zu decken, heißt es in dem Bericht einer Untersuchungskommission zur Wehrpflicht, den Verteidigungsminister Peter Hultqvist am (heutigen) Mittwoch in Stockholm entgegennahm. Da der Dienst in den Streitkräften sowohl für Männer als auch für Frauen möglich sei, müsse die Pflicht künftig ebenfalls für beide Geschlechter gelten. Eine Regierungsentscheidung darüber ist noch nicht getroffen.

Aus der offiziellen Mitteilung der schwedischen Regierung (auch auf Englisch veröffentlicht):

The report has assessed that present the deteriorating security situation and problems connected to the manning of military forces by volunteers is a motive for the government to decide on the reactivation of enrolment and conscription. Enrolment should be made possible from July 1, 2017 and basic military training with compulsory service from January 1, 2018. weiterlesen

Internationale Ermittler: Raketensystem für Abschuss von MH17 kam aus Russland

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Mehr als zwei Jahre nach dem – inzwischen als gesichert geltenden – Abschuss eines Passsagierflugzeugs über der Ukraine hat ein gemeinsames Untersuchungsteam der betroffenen Länder (Australien, Belgien, Malaysia, die Niederlande und die Ukraine), am (heutigen) Mittwoch einen neuen Bericht zu dem Abschuss vorgelegt. Kernaussage des Joint Investigation Teams (JIT): Das Buk-Flugabwehrsystem, mit dem der Flug MH17 abgeschossen wurde, kam aus Russland und kehrte auch dorthin zurück. weiterlesen

EU-Verteidigungsminister in Bratislava: UK vs. DEU/FRA (Update)

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So, nach den Vorbereitungen der vergangenen Tage läuft jetzt das informelle Treffen der EU-Verteidigungsminister in Bratislava. Dort liegt vor allem ein deutsch-französischer Vorschlag für eine engere Verteidigungs-Zusammenarbeit in der EU auf dem Tisch, den die beiden Ressortchefs Ursula von der Leyen und Jean-Yves Le Drian (Foto oben) vertreten. Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon kündigte dagegen schon mal an, so was wie ein EU-Hauptquartier, typische Doppelstruktur zur NATO, werde sein Land nicht mitmachen.

Die Äußerungen Fallons bei der Ankunft, dem so genannten Doorstep, zum Nachhören hier.

Dagegen die Aussagen von der Leyens und die von  Le Drian – letzterer sagt auch sehr klar ins Mikrofon: Es geht nicht um eine Europa-Armee, es geht um engere Zusammenarbeit.

Update: Die Briten machen mit ihrer ablehnenden Haltung Ernst, wie die Reuters-Kollegin Sabine Siebold aus Bratislava berichtet:

Großbritannien macht Front gegen Bestrebungen der EU, in der Verteidigungspolitik enger zusammenzurücken und ein europäisches Hauptquartier für zivile wie militärische Kriseneinsätze einzurichten. (…) weiterlesen

Mehr gemeinsame EU-Verteidigungspolitik: Bremser Großbritannien?

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In der slowakischen Hauptstadt Bratislava treffen sich am (heutigen) Montagabend und am Dienstag die Verteidigungsminister der Europäischen Union, und ihr wesentliches Thema dürfte eine engere Zusammenarbeit in der EU-Verteidigungspolitik sein – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Brexit, des britischen Plans für einen Austritt. Den Ressortchefs liegt dazu ein gemeinsames Papier von Deutschland und Frankreich vor; auch die Überlegungen Italiens, so berichten die Kollegen von politico.eu, gehen in eine ähnliche Richtung.

Interessant ist bei den Beratungen über eine engere Kooperation der EU-Länder in der Verteidigungspolitik, bei den Überlegungen für ein gemeinsames Hauptquartier (also faktisch eine Kommandobehörde), Logistik, Ausbildung und so weiter natürlich die Position, die die Briten einnehmen. Denn die sind nach wie vor Mitglied der EU, haben gegenüber der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäer von je her eine etwas kritische Haltung – und fürchten vor allem, dass das aus ihrer Sicht wesentliche Verteidigungsbündnis, nämlich die NATO, geschwächt werden könnte. Vereinfacht gesagt: Was die Europäer für ihre gemeinsame Verteidigungspolitik aufwenden, fehlt der atlantischen Allianz. weiterlesen

Liegestütze für einen guten Zweck: “Push up challenge” im Camp Marmal (mit Video)

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Liegestütze sind ein althergebrachter Teil des (auch militärischen) Fitnesstrainings. Aber dass im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif in Nordafghanistan, Teil der NATO-Mission Resolute Support, gut 800 Soldaten 22 dieser Übungen absolvierten, diente statt der Fitness einem guten Zweck: Die so genannte 22 Push Up Challenge soll daran erinnern, dass sich in den USA statistisch jeden Tag 22 Kriegsveteranen als Sptäfolge ihres Einsatzes das Leben nehmen – und auch wenn es in anderen Nationen nicht diese Zahlen, aber auch keine genauere Statistik gibt: Das Problem gibt es in allen Nationen, die Soldaten in Auslandseinsätze schicken.

Im Camp Marmal nahmen am vergangenen Donnerstag 803 Soldaten aus 20 Nationen, darunter 494 deutsche Soldaten, die Herausforderung an und absolvierten gemeinsam die 22 Liegestütze. weiterlesen

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