Reden wir über Tradition (leider über alles)

Die Bundeswehr hat am (heutigen) Donnerstag die Reihe ihrer Workshops auf dem Weg zu einem neuen Traditionserlass fortgesetzt – Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte ja unter dem Eindruck des Falles Franco A., aber auch vor dem Hintergrund des Fundes von Wehrmachts-Gedenkstücken in Kasernen in der entbrannten Debatte über das Traditionsverständnis der Streitkräfte eine Überarbeitung des seit 1982 geltenden Traditionserlasses angekündigt (die Roadmap für die diversen Workshops hier).

Und eigentlich hätte es bei den Vorträgen und Diskussionsrunden am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam um die Geschichte und mögliche Traditionslinien eben vor NS-Zeit und Wehrmacht gehen sollen. Der Titel war eigentlich unmissverständlich: Kostbares Erbe oder drückende Last der Vergangenheit? Funktion und Bedeutung der älteren deutschen Militärgeschichte für die Tradition der Bundeswehr

Um es vorweg zu nehmen: Es ging eben nicht nur um die ältere deutsche Militärgeschichte, also nicht wie von der Ministerin schon mal skizziert um die Ereignisse seit den Befreiungskriegen gegen Napoleon oder die preußischen Militär-Reformer oder gar die Folgen der Frankfurter Nationalversammlung für deutsche Streitkräfte. weiterlesen

Werkstatt-Einblick: Dritter Workshop zum Traditionsverständnis der Bundeswehr (Neufassung)

Am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam fand am (heutigen) Donnerstag der dritte und vorletzte Workshop in einer Reihe statt, die sich mit dem Traditionsverständnis der Bundeswehr befasst – und auch der Überarbeitung des Traditionserlasses der Streitkräfte dienen soll, wie ihn Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angekündigt hat.

Einen Eintrag zu diesem Workshop schreibe ich auch noch; hier zur Dokumentation die wesentlichen Vorträge als O-Ton zum Nachhören (und einer auch zum Nachlesen*). Jetzt in chronologischer Reihenfolge: weiterlesen

Studie aus Brüssel: In Deutschland weder Wille noch Fähigkeit zu gemeinsamer Verteidigung (Nachtrag)

Die Brüsseler Denkfabrik Friends of Europe hat sich Deutschland als wichtiges Mitglied nicht nur der EU, sondern auch der EU-Verteidigungspolitik näher angeschaut – und kommt zu einem, sagen wir nicht sehr schönen Ergebnis in einer Studie:

„Europas wirtschaftlich stärkste und bevölkerungsreichste Nation ist schon lange das schwächste Glied in der Kette, wenn es um militärische Entschlossenheit geht“, heißt es in der Studie. (…)
Deutschland sucht gerade die engere Zusammenarbeit mit den Streitkräften kleinerer Nato-Partner im sogenannten Rahmennationen-Konzept.  (…) Es bestehe die Gefahr, dass Deutschland eine Dockingstation werde, „in der die politischen Verhältnisse so schwierig sind, dass ein Andocken womöglich nie erfolgen kann“, wird eine „Quelle im US-Militär“ zitiert.

berichtet die Süddeutsche Zeitung am (heutigen) Mittwochabend. weiterlesen

Jetzt offiziell: Spezialkräfte bekommen HK416 als neues Standardgewehr

Anfang September wurde es noch nicht bestätigt, jetzt ist es offiziell: Die Spezialkräfte der Bundeswehr erhalten das Gewehr HK416 des Oberndorfer Herstellers Heckler&Koch als neue Standardwaffe. Ein entsprechender Auftrag sei am (gestrigen) Dienstag unterzeichnet worden, teilte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit:

Neues Sturmgewehr für die Spezialkräfte
Am 10. Oktober hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die Firma Heckler & Koch aus Oberndorf beauftragt, 1.745 Waffen des Typs HK 416 A7 sowie Zubehörteile zu liefern. weiterlesen

Nachgefragt: Keine britischen Sportgeräte für die Bundeswehr?

Im März 2016 wurde das Panzerbataillon 414 neu aufgestellt, und stationiert wurde es auf einem zuvor britischen Kasernengelände in Bergen-Hohne. Die Bundeswehr übernahm dabei die Gebäude und Anlagen der abgezogenen Briten, die das komplett neu aufgestellte Bataillon gut brauchen konnte.

Zu den Einrichtungen gehörten auch Sportanlagen und ein Kraftraum, und in den Kommentaren hier war vor einigen Tagen zu lesen: die Bundeswehr habe die Sportgeräte praktisch für umsonst weggegeben, weil die Gewichte darauf im britischen Pfund-Maß (lbs) angegeben waren und nicht in Kilogramm, und müsse sie jetzt neu beschaffen.

Das hat mich doch ein wenig alarmiert, also habe ich mal nachgefragt. Das Ergebnis: Im Prinzip schon, aber in diesem Fall dann doch nicht…

Die Antwort des zuständigen Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Bergen, die ich mal komplett dokumentiere: weiterlesen

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