Nach Tiger-Absturz in Mali: Airbus überarbeitet Hinweise für Flug mit Autopilot (Neufassung)

Nach dem Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers der Bundeswehr in Mali am 26. Juli hat die Herstellerfirma Airbus Helicopters die technische Anweisung für den Flug mit dem Automatic Flight Control System (laienhaft: dem Autopiloten) des Tiger überarbeitet. Die Besatzung müsse sich bei möglichen Turbulenzen auf eine schnelle Umstellung vom automatischen auf den manuellen Flugbetrieb einstellen, heißt es in dem Alert Service Bulletin, das an die Streitkräfte der Nutzernationen Deutschland, Frankreich, Spanien und Australien versandt wurde.

Zugleich betonte Airbus, mit diesem technischen Hinweis  sei keine Aussage über die Ursache des Unfalls in Mali verbunden, bei dem der Hubschrauber plötzlich senkrecht abkippte und zu Boden stürzte. Allerdings könne die unerwartete Umstellung während des Fluges nach derzeitigem Kenntnisstand …  zum Unfall mit beigetragen haben, heißt es in dem Bulletin.

Die Untersuchungsgremien der Bundeswehr hatten bei einer Besprechung am vergangenen Freitag festgestellt, dass die Ursache des Absturzes, bei dem zwei deutsche Soldaten ums Leben kamen, weiterhin ungeklärt sei und dass deshalb die Beschränkung von Tiger-Flügen auf Unterstützung bei Gefahr für Leib und Leben aufrecht erhalten werde.

Aus der deutschen Fassung der Technischen Mitteilung von Airbus: weiterlesen

Geplanter Auftrag an Kriminologen Pfeiffer zur „Inneren Lage Bundeswehr“ noch offen

Der Auftrag an den Kriminologen Christian Pfeiffer, die innere Lage der Bundeswehr zu durchleuchten, bleibt vorerst offen. Der Hannoveraner Professor habe ein wissenschaftliches Konzept dazu vorgelegt, das jetzt geprüft werde, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Dienstag. Im Herbst werde entschieden, ob das Forschungsvorhaben so in Auftrag gegeben werde. Zuvor hatte die Grünen-Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger nach einer Sondersitzung des Verteidigungsausschusses mitgeteilt, das vorgesehene Gutachten Pfeiffers werde offensichtlich nicht wie geplant umgesetzt.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte im März nach bekanntgewordenen Vorfällen von Schikane, sexueller Nötigung und Drangsalierungen in der Truppe den Auftrag an Pfeiffer angekündigt. Dagegen regte sich allerdings Widerstand – sowohl in der Truppe, nachdem der Kriminologe die Erwartung geäußert hatte, dass er bei seinen Untersuchungen auf Fälle von Vergewaltigung und Orgien stoßen werde; aber auch vom Beirat Innere Führung (siehe unten).

Konkret hatte Generalinspekteur Volker Wieker den Auftrag an Pfeiffer in einem Schreiben an den Verteidigungsausschuss im März benannt: weiterlesen

Bundestags-Gutachten: Kein Rettungsverbot in libyischer Rettungszone

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Ein Merkposten für die künftige Arbeit auch der Deutschen Marine in der Operation Sophia vor Libyen: Nach einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages bedeutet die von Libyen ausgerufene SAR-Zone (Search and Rescue, Suchen und Retten) vor der Küste des nordafrikansichen Landes keineswegs, dass damit ausländischen Helfern ihre Aktivitäten zur Rettung von in Seenot geratenen Personen in dieser Zone, die über die Territorialgewässer Libyens weit hinausreicht, etwa verboten wäre.

Über das Gutachten haben am (heutigen) Montag bereits mehrere Medien berichtet; ich empfehle einen Blick ins Original: weiterlesen

Neues Gewehr fürs KSK: 50 Prozent teurer als geplant?

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr soll ein neues Sturmgewehr bekommen – das ist seit der Ausschreibung im Januar dieses Jahres allgemein bekannt. Inzwischen seien Gewehre  des Typs HK416 vom Oberndorfer Hersteller Heckler&Koch als neue Standardwaffe für die Elite-Einheit in Calw ausgewählt worden, berichtet der Spiegel in seiner jüngsten Ausgabe. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es dagegen, die Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Vermutlich wird sich an diesem Wochenende nicht mehr klären lassen, wie weit der Entscheidungsprozess formal gediehen ist. Viel auffälliger ist jedoch etwas anderes: Nach den Spiegel-Angaben werden die Gewehre gut die Hälfte teurer als zunächst geplant. weiterlesen

Tod auf dem Marsch: Die Ursache bleibt unklar (Neufassung)

Der Hitzekollaps von vier Offizieranwärtern der Bundeswehr bei einem Marsch in Munster im Juli, in dessen Folge ein Soldat starb und ein weiterer noch immer auf der Intensivstation liegt, bleibt weiter ungeklärt. Eine Untersuchungsgruppe des Heeres unter Führung von Generalmajor Carsten Breuer legte am (heutigen) Donnerstag einen vorläufigen Bericht vor, nachdem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen einen Abschlussbericht bis Ende August angekündigt hatte. Kernaussage: Die Ursachen, die zum Tode des Offizieranwärters (OA) und zu den schwerwiegenden Erkrankungen von drei weiteren Soldaten führten, konnten bislang nicht vollständig aufgeklärt werden. weiterlesen

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