Erster Blackout nach Hacker-Angriff? (In der Ukraine)

Energy_ICT_sept2015

Das gehört auf die sicherheitspolitische Beobachtungsliste: Erstmals sollen, so weit bekannt, Hacker die Energieversorgung einer ganzen Region lahmgelegt haben – konkret Ende Dezember vergangenen Jahres in der Ukraine.

Aus dem Bericht der Washington Post:

Hackers caused a blackout for the first time, researchers say
Hackers caused a power outage in Ukraine during holiday season, researchers say, signalling a potentially troubling new escalation in digital attacks.
„This is the first incident we know of where an attack caused a blackout,“ said John Hultquist, head of iSIGHT Partner’s cyberespionage intelligence practice. (…) weiterlesen

Hybride Kriegführung: ‚Für uns Esten nichts Neues‘

12. HB Jahrestagung "Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie" (P1200626)

Die Esten haben, aufgrund ihrer Geschichte der vergangenen knapp 100 Jahre, einen sehr bestimmten Blick auf Russland – und einen sehr bestimmten Blick auf hybride Kriegführung. Schon der damals sowjetische Angriff auf das damals unabhängige Estland 1924 sei mit solchen Mitteln begonnen worden, schilderte der Chef der Streitkräfte, Generalleutnant Riho Terras, am (heutigen) Dienstag bei der Handelsblatt-Konferenz Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie in Berlin. Am Ende sei das Ergebnis hybrider wie konventioneller Kriegführung aber das gleiche: Wer von einem Auto überfahren werde, dem sei es ziemlich egal, ob es ein Hybridfahrzeug war oder ein normaler Benziner.

Terras sehr lebendiger Vortrag zum Nachhören:

 

erras_Handelsblatt_29sep2015     


(Foto: Dietmar Gust/Euroforum)

Jetzt: Cyber fürs Weißbuch

Heute wird’s von mir nicht so viel Aktuelles geben (können), weil ich den ganzen Tag bei der Weißbuch-Veranstaltung Perspektiven der Cybersicherheit sitze. Aber von Teilen der Workshops soll es einen Livestream beim Mitveranstalter BITKOM geben – allerdings Flash-basiert und damit für viele Endgeräte im Bundeswehrnetz ebenso unzugänglich wie für iPhones, iPads oder diejenigen, die wie ich aus Sicherheitsgründen Flash auf ihrem Computer nicht zulassen. Sozusagen ein Live-Experiment Cybersicherheit.

(Kleine Korrektur: auf iPhone und wohl auch iPad geht es, auf dem MacBook nur mit Flash. Merkwürdig. Werden da unterschiedliche Seiten ausgeliefert?)

Für alle, die den Livestream nicht sehen können, zum Trost ein wenig Musik.


(Direktlink: https://youtu.be/MpMBETNC-44)

Einberufungsbescheid für Captain CIRK

BMVg_Cyber_Deckblatt

Die Abkürzung scheint mit Bedacht gewählt. Ein Cyber- und Informationsraumkommando, abgekürzt CIRK, will sich die Bundeswehr zulegen, um von der Informationstechnik bis zur Nachrichtensammlung alle Bereiche dessen zu bündeln, was landläufig als Cyberraum bezeichnet wird. Phonetisch erinnert das nicht zufällig an James T. Kirk, den Kommandanten des TV- und Film-Raumschiffs Enterprise in der Star Trek-Serie. Ein Aufbaustab im Verteidigungsministerium soll bis zu Frühjahr 2016 die Konzeption für einen eigenen Organisationsbereich erarbeiten, der nach dem Muster ähnlicher Cyber Commands bei Verbündeten wie den USA oder Israel die technische wie inhaltliche Seite des Informationsraums umfasst – zusammen mit einem Organisationselement IT/Cyber im Ministerium selbst.

Was schon vor einigen Tagen im Grundsatz bekannt wurde, hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am (heutigen) Donnerstag in einem Tagesbefehl der Truppe mitgeteilt:

Die Bundeswehr ist im Cyber-Raum auf mindestens zwei Arten betroffen: Erstens ist der Cyber-Raum bereits heute ein fester Begleiter konventioneller Operationsführung und stellt somit eine eigene Domain dar – wie bislang Land, Luft, See und Weltraum. Zweitens ist die Bundeswehr eine hochgradig vernetzte, zunehmend digitalisierte Großorganisation, die sich schützen muss.
Für diese Herausforderung im Cyber-Raum muss die Bundeswehr sich aufstellen. Die Bundeswehr hat bereits gute Fähigkeiten im Cyber-Raum und in der Informationstechnologie (IT) – diese sind aber organisatorisch verstreut. Diese Fähigkeiten müssen wir zusammenführen und stärken. Deshalb wird ein neues Zielbild für die für die Bereiche Cyber-Raum und IT im nachgeordneten Bereich und im Ministerium entwickelt. weiterlesen

Bundeswehr auf dem Weg zur Cyber-Truppe

BERGEN 03jun2015 - †bung FALCON VIKING auf dem TruppenŸbungsplatz Bergen/Niedersachsen fŸr die Interim Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) im Rahmen der NATO Response Force. Der deutsche Gefechtsverband NRF, im Kern PzGrenBtl 371.  - Trupp mit Panzerabwehrlenkrakete Milan (in der AusfŸhrung AusbildungsgerŠt Duellsimulator/AGDUS)

Einen genaueren Blick auf die Perspektiven der Cybersicherheit hat sich das Verteidigungsministerium für den kommenden Donnerstag vorgenommen: In einem ganztägigen Workshop* mit Experten wird es in Berlin um die Frage gehen, wie die strategische Bedeutung von Cyberangriffen einzuordnen ist, was die deutschen Interessen im Cyber-Raum sind, welche technischen Lösungen die Industrie anbietet – und natürlich auch, wie die Rolle der Streitkräfte dabei aussieht. Am Nachmittag ist bei diesem Workshop, der Teil der Erarbeitung des neuen Weißbuchs der Bundeswehr ist, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Keynote halten.

Was sie dabei ankündigen dürfte, hat der Kollege Christoph Hickman bereits in der Süddeutschen Zeitung* skizziert: Die Bundeswehr wird im Kampf mit, für und gegen Informations- und Kommunikationstechnik und Computersysteme deutlich aufrüsten und will in diesem Bereich ein vollwertiger militärische Player werden:

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wird im Ministerium geplant, die in der Truppe verteilten Cyber-Kompetenzen in einem eigenen militärischen Organisationsbereich zu bündeln. Der neue Organisationsbereich soll den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine sowie dem Sanitätsdienst und der Streitkräftebasis gleichgestellt sein. weiterlesen

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