Weltweite Hacker-Angriffe, unter anderem Krankenhäuser in England lahmgelegt

Wer angesichts der derzeitigen innenpolitischen Debatte über die Bundeswehr noch ein Ohr für echte Bedrohungen hat: Am (heutigen) Freitag wurden weltweit Computersysteme von Hackern angegriffen, die mit offensichtlich vom US-Geheimdienst NSA erbeuteter Schad-Software unter anderem in Großbritannien ganze Krankenhäuser lahmlegten.

Das sieht bislang nach einer Aktion von Kriminellen aus und ist – zunächst – keine Frage der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Allerdings, und deshalb greife ich das hier auf, eine Frage an die Sicherheit der Daseinsvorsorge in unseren von Computern und Netzen abhängigen Ländern.

Von der New York Times:

Hackers using a tool stolen from the United States government conducted extensive cyberattacks on Friday that hit dozens of countries around the world, severely disrupting Britain’s public health system and wreaking havoc on computers elsewhere, including Russia. weiterlesen

Paging Captain CIRK… (Nachtrag: alles wieder gut)

Hallo Kommando Cyber- und Informationsraum: An eurer Webseite müsst ihr noch was tun? Siehe Screenshot von www.cir.bundeswehr.de am Freitag um 14 Uhr…

(Danke für den Leserhinweis.)

Nachtrag: jetzt geht’s.

Materialsammlung: Kommando CIR (Update: Kästchen)

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am (gestrigen) Mittwoch das neue Kommando Cyber- und Informationsraum offiziell in Dienst gestellt. Und die Aufstellung des neuen, sechsten militärischen Organisationsbereiches – neben Heer, Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis und Sanitätsdienst – mit einem eigenen Inspekteur, Generalleutnant Ludwig Leinhos, war gleich von einem grundlegenden Irrtum in der öffentlichen Wahrnehmung begleitet: Nein, die Bundeswehr hat jetzt nicht 14.000 Cyberkrieger, sozusagen Hacker in Uniform, die vor ihren Rechnern sitzen und den Cyberwar (was auch immer das sein soll) führen.

Zu dem neuen Organisationsbereich gehört sehr vieles, was bislang als klassische Aufgabe von Streitkräften schon existierte, aber anderen Bereichen unterstellt war: Fernmelder, die für Kommunikationsverbindungen über Kabel und Satellit sorgen; die so genannte elektronische Kampfführung zur Störung gegnerischer Kommunikation; Aufklärung unter anderem mit elektronischen Mitteln; aber auch Maßnahmen zur Einflussnahme über Information, was bei der Bundeswehr Operative Kommunikation heißt. Und, da sind wir beim Aufreger-Thema, auch IT-Spezialisten, die eigene Netze absichern, aber auch in fremde Netze eindringen können. weiterlesen

Bundeswehr-Webseiten: Ganz normale Wartungsarbeiten (Update: fertig!)

Am kommenden Mittwoch stellt die Bundeswehr ihr neues Cyber-Kommando in Dienst – und paar Tage davor sind am (heutigen) Freitag alle Internetseiten der Bundeswehr nicht erreichbar, zumindest zeitweise. Temporäre Wartungsarbeiten heißt es neben dem Symbol, das auf allen Unterseiten wie Marine, Luftwaffe, Heer usw. gleichermaßen erscheint (siehe Screenshot oben).

Update: Es handelt sich, sagt das Verteidigungsministerium, um ganz normale und geplante Wartungsarbeiten. (Ich gebe zu, ich hatte deshalb die Vermutung, es sei ungeplant, weil ja zeitgleich die Bundeswehr Pressemitteilungen zu Links auf die Webseiten verschickte, die dann ins Leere gingen…)

Nachtrag: Die Webseiten sind am Mittag wieder online gegangen – und es gibt ein schickes neues Feature: Auf der Webseite des neuen Cyberkommandos, cir.bundeswehr.de (und nur dort!) wird die Zahl der Seitenaufrufe gleich mit angezeigt:

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Eine App für die Artillerie? Keine gute Idee (mit Nachtrag 3.1.2017)

Afghan National Army soldiers fire a 122mm Howitzer 2A18 (D-30)

Es klingt vielleicht wie eine gute Idee: Um im Einsatz der betagten 122mm-Haubitzen vom Typ D-30 aus sowjetischer Produktion die Nutzungsgeschwindigkeit drastisch zu steigern, griff die ukrainische Armee auf eine App für Android-Smartphones zurück. Die mobilen Telefone mit ihren GPS-Empfängern lieferten umgehend den Standort des Geschützes und ermöglichten damit eine schnellere Einrichtung und Feuergeschwindigkeit. Dumm nur: Die GPS-Daten der gehackten App gingen zeitgleich an den russischen Militärgeheimdienst GRU – und der gab sie an die pro-russischen Rebellen in der Ostukraine weiter. Die dann genau wussten, wo die Geschütze ihrer Gegner stehen.

So schildert es jedenfalls die US-Internet-Sicherheitsfirma CrowdStrike: weiterlesen

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