Der künftige Cyber-Inspekteur der Bundeswehr steht fest

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Fürs Protokoll, und es ist keine Überraschung: Eine Woche nach Berufung des neuen Leiters der Abteilung Cyber- und Informationstechnik im Verteidigungsministerium hat Ressortchefin Ursula von der Leyen den künftigen Inspekteur des geplanten neuen Kommandos Cyber- und Informationsraum (CIR) benannt. Der Luftwaffen-Generalmajor Ludwig Leinhos (Foto oben) soll ab 1. April kommenden Jahres das neue Kommando befehligen und wird dann zum sechsten Inspekteur einer Teilstreitkraft bzw. eines Organisationsbereiches der Bundeswehr.

Aus der Mitteilung des Ministeriums:

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den derzeitigen Leiter des Aufbaustabes Cyber- und Informationsraum (CIR), Generalmajor Ludwig Leinhos, für die Führung des neu aufzustellenden Kommandos CIR bestimmt. Er wird diese Funktion ab dem 1. April 2017 wahrnehmen. (…) weiterlesen

Neue Computerkrieger: Verteidigungsministerin stellt Cyber-Abteilung in Dienst

Einrichtung der Abteilung Cyber / Informationstechnik

Im Bendlerblock in Berlin hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am (heutigen) Mittwoch offiziell die neue Ministeriumsabteilung Cyber- und Informationstechnik (CIT) in Dienst gestellt. Geleitet wird sie, wie schon vor einem halben Jahr vermutet wurde, vom früheren ThysenKrupp-Manager Klaus Hardy Mühleck.

Die im April von der Ministerin angekündigte Abteilung CIT mit rund 130 Dienstposten in Berlin und Bonn ist der erste Schritt der deutschen Streitkräfte zu einem eigenen Organisationsbereich für alles Digitale (die Kästchenkunde dazu steht hier). Ab April kommenden Jahres soll das Kommando Cyber- und Informationsraum (Kdo CIR, oder auch: CIRK) eingerichtet werden und langfristig, mit rund 13.500 Dienstposten fast so groß wie die Marine, vom elektronischen Kampf bis zur Bundeswehr-internen IT alle digitalen Bereiche abdecken.

Der neue Chief Information Officer der Streitkräfte hatte vor gut vier Jahrzehnten schon enge Berührung mit der Bundeswehr: Bei der Luftwaffe in Roth wurde er als Richtfunker ausgebildet, mein erster Kontakt mit der damals analogen Echtzeit-IT. weiterlesen

Erster Cyber-Angriff der Bundeswehr: Mobilfunknetz auf Suche nach entführter Deutscher gehackt

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Die Bundeswehr hat erstmals einen echten Angriff auf fremde Informationsnetze gestartet – allerdings nicht in einer militärischen Operation, sondern praktisch in einer Polizeioperation zur Befreiung einer entführten deutschen Staatsbürgerin in Afghanistan. Wie am (heutigen) Freitag Spiegel Online berichtet, drangen die Experten für Computer Network Operations (CNO), die zum Kommando Strategische Aufklärung (KSA) in Rheinbach bei Bonn gehören, im vergangenen jahr in das Netz eines afghanischen Mobilfunkbetreibers ein. Damit wollte die Bundeswehr den Standort der Entführer ermitteln.

Nach Informationen von Augen geradeaus! führte zwar diese erste Cyber-Operation deutscher Streitkräfte nicht auf die Spur der verschleppten Deutschen, allerdings waren für die beteiligten deutschen Behörden, den Krisenstab des Auswärtigen Amtes und die Bundeswehr, damit Bewegungsprofile der mutmaßlichen Entführer zugänglich. Die Mitarbeiterin der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurde von ihren Entführern, vermutlich Kriminellen, später freigelassen. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr war zwar an der Übergabe beteiligt, griff aber nicht ein. weiterlesen

Cyberkrieger, Computernerds und IT-Einkäufer: Bundeswehr stellt sich neu auf

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Der Einberufungsbescheid für Captain CIRK ist konkreter geworden: Am (heutigen) Dienstag stellte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Pläne für die künftige Aufstellung der deutschen Streitkräfte im Hinblick auf Computernetze, IT-Sicherheit und Cyberkrieg vor. Kernpunkte: Die digitale Arbeit wird in einer eigenen Abteilung im Ministerium und in einem neuen militärischen Organisationsbereich gebündelt, der neben die bisherigen Bereiche Heer, Luftwaffe, Marine, Sanität und Streitkräftebasis tritt und zunächst rund 13.500 Dienstposten umfassen soll

Damit will die Bundeswehr ihre Effizienz und Schlagkraft im schnell wechselnden Bereich der Informationstechnik ebenso verbessern wie den Schutz von Truppe – auch im Einsatz – und gegebenenfalls der Bevölkerung. Aber die Bundeswehr-Cyberkrieger sollen in eine Gesamtstrategie der Bundesregierung eingebettet werden – und in Abstimmung vor allem mit dem Bundesinnenministerium agieren.

Das Statement der Ministerin dazu (die Fragen sind zwar leise, aber verständlich):

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Und die hier natürlich besonders interessierenden Details plus Kästchenkunde: weiterlesen

Kampf gegen ISIS: Cyber Warfare erstmals offizieller Teil der Kriegführung

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Die USA setzen bei ihrem Kampf gegen die ISIS-Terrormilizen in Syrien und im Irak zunehmend auf elektronische Kriegführung, um die Kommunikation der Islamisten zu stören und zu unterbrechen. Ein Ziel sei es, ihr Vertrauen in die eigenen Netzwerke zu untergraben, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am (heutigen) Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Stabschef Joseph Dunford im Pentagon:

The cyber efforts are being used, particularly in Syria, Carter said, to disrupt ISIL’s command and control operations, cause the terrorists to lose confidence in their networks and to interrupt their ability to control the population and the economy. weiterlesen

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