Nachwuchswerbung: Timing spielt auch ’ne Rolle

Tja, wer hätte das ahnen können. Zwar ist es schon ne Weile her, dass Augen geradeaus! und andere im Oktober darüber berichtet haben, dass derzeit keines der sechs U-Boote der Deutschen Marine einsatzbereit ist. Aber dass NDR und tagesthemen rund sechs Wochen später das Thema auch noch aufgreifen – das konnte bei der Planung der aktuellen Plakatwerbung mit U-Boot im Hintergrund doch wirklich niemand wissen.

Bei diesen Werbeaktionen kommt es halt auch auf das Timing an. Und, äh, auch auf das Umfeld.

(Nebenbei: Im Unterschied zu den Marinen anderer Staaten, zum Beispiel Norwegen, hat die Deutsche Marine nach meiner Kenntnis noch keine Kommandantin eines U-Boots?)

 

 

60 Kommentare zu „Nachwuchswerbung: Timing spielt auch ’ne Rolle“

  • A.W.   |   06. Dezember 2017 - 10:43

    Diesmal leider ein Beitrag, der mutmaßlich entweder aus reinem Zynismus, aus dem Selbstzweck etwas zu schreiben, um des Schreibens Willen oder aus einer Mischung aus beidem zustande gekommen ist.

    Er offenbart aber ein erheblich defizitäres Verständnis für Aufbau, Zweck und Notwendigkeit von personalwerblichen Maßnahmen.

    Aber hinsichtlich der Fachexpertise zur Personalwerbung habe ich schon öfter festgestellt, dass wir nicht mehr zusammenkommen werden.

    Mehr Glück beim nächsten mal.

  • T.Wiegold   |   06. Dezember 2017 - 11:40

    @A.W.

    Da scheint jemand richtig beleidigt?

    (Ich bin natürlich nicht der große Experte für personalwerbliche Maßnahmen. Aber so als außenstehender Betrachter frage ich mich, wie beim geneigten Publikum eine Werbung mit U-Boot gerade dann ankommt, wenn zeitgleich erneut der Ausfall sämtlicher deutscher U-Boote thematisiert wird. Dass das so nicht geplant war, ist mir auch klar.)

  • Dante   |   06. Dezember 2017 - 11:41

    @MikeMolto
    „*Am wichtigsten fuer die derzeitige Politik, weil das Schiff mit intakter Technik noch fahren kann und somit im Multi-Verband deutsche Flagge zeigen kann, selbst als (teil) zahnloser Tiger. ( Vgl Besenstiel-Panzer)“
    Die Frage ist ja wie Zahlos der Tieger sein muss.
    Für dass was momentan ansteht (lybien horn von A) reichen ja ansich die drei Rohrwaffen die Fähigkeit Versorgung zu übernehmen und die Möglichkeit ein Speedboot mit einem kleinen Bordingteam auszusetzen. Villeicht noch hubschrauberbetankung.

  • MikeMolto   |   06. Dezember 2017 - 12:29

    @ Dante | 06. Dezember 2017 – 11:41 geht

    ‚Zahnlos‘ – Es auch darum, wiedie Faehigkeit einer Marine von den Verbuendeten und von potentiellen Gegnern eingeschaetzt werden kann/wird.

  • TBR   |   06. Dezember 2017 - 13:09

    Es ist nicht verwunderlich dass es noch keinen weiblichen U-Bootkommandanten gab.

    Hier ein Rechenbeispiel mit „Unschärfen“ unter der Annahme das alles gleich läuft (keine unterschiedlichen Tendenzen für Karrierewahl nach Geschlecht etc.):

    Eine OA Crew (Jahrgang) „produziert“ nur 3-6 U-Boot WO Schüler, d.h. 1,5-3% der OA’s. Davon bestehen zwei Drittel bis drei Viertel und werden U-Boot WO’s, macht 2-5 neue U-Boot-WO’s pro Jahr (und ja, das ist zu wenig). Bei ca. 30% weiblichem Anteil an den OffzTrD in der Marine hat man also rein statistisch 0,6-1,5 weibliche U-Boot WO’s pro Jahr. Um Kommandant zu werden mus man BS werden wollen. Die Retention ist aber deutlich unter 100%. Gerade diejenigen welche die Bw halten will haben auch die besten Aussichten ausserhalb. Meiner Erfahrung nach ist die Retention im für die Marine und Bw hochinteressanten Leistungsbereich der Saz OffzTrD unter 30%. D.h. pro Jahr gibt es eine Chance von 18-45% für einen weiblichen U-Bootkommandanten, aber auch erst seit die „Pipeline“ steht. Vom OA in der Grundausbildung bist zum U-Bootkommandanten dauert es 13-15 Jahre, alle Verwendungsreihen sind erst seit 2001 für Frauen offen.

    Schon unter den oben dargelegten Bedingungen ist es daher nicht verwunderlich das es noch keinen weiblichen U-Bootkommandanten gab. Darüber hinaus gibt es auch noch geschlechtsspezifische Unterschiede in den Tendenzen zu Laufbahnwahl und der BS-Entscheidung welche die Wahrscheinlichkeit für einen weiblichen U-Bootkommandanten weiter reduzieren.

    Abseits der obigen statistischen Überlegungen: Es hat m.W.n. bis 2011 gedauert bis die ersten weiblichten U-Boot WO’s ihren Dienst an Bord antraten, also ist erst ab 2018/19 eine „Uboot-Kommandantin“ erwartbar.

  • A.W.   |   06. Dezember 2017 - 14:46

    @T.W.: Interessante Mutmaßung. Zeugt aber m.E. leider weder von Selbstreflektion (aber die kommt ja direkt danach), noch ist sie hilfreich.

    Interessanter wäre doch eher die Frage: Ist für einen 16- bis 18-Jährigen der Zustand der deutschen Marine überhaupt relevant – auch wenn er sich mit dem Berufsbild des Soldaten befasst? Und die nächste Frage: Will er das überhaupt wissen?

    Das sind übrigens Fragen, die ich in meiner kleinen Welt von einem Journalisten erwarte, der sich mit einem Thema befasst und es – wie kurz auch immer darstellt. Selbst wenn es eine satirische Überspitzung sein soll.

    Tatsächlich befasst sich mit diesem Thema doch gerade mal ein gewisser beruflich motivierter, stark einzugrenzender Personenkreis.

    Für die Personalgewinnung ist das Thema aber faktisch irrelevant, da es im Leben und Erleben der personalwerblichen Zielgruppe nicht vorkommt. Da kann man ja heutzutage schon froh sein, wenn der Abiturient weiß, dass die deutsche Marine überhaupt U-Boote hat.
    Personalwerbliche Maßnahmen der Bundeswehr sind nun mal keine verteidigungspolitischen Abhandlungen, sind nicht so gemeint und wer sie trotzdem so versteht gibt sich in gewisser Weise der Lächerlichkeit Preis – können gewisse politische Parteien aber natürlich machen, wenn es zum Parteiprogramm gehört. Sind ja ein freies Land.

    Deswegen meine etwas drastische Motivationsunterstellung hinsichtlich der Artikelgeburt. Ich will hier aber keine Nebelkerze werfen und vom Thema unserer nur stationär einsetzbaren Waffensysteme ablenken.

  • T.Wiegold   |   06. Dezember 2017 - 15:25

    Von der Art des Umgangs, die hier einige pflegen, kann ich ja glatt noch was lernen.

  • JPG   |   06. Dezember 2017 - 15:35

    @A.W. | 06. Dezember 2017 – 14:46

    „Personalwerbliche Maßnahmen der Bundeswehr sind nun mal keine verteidigungspolitischen Abhandlungen, sind nicht so gemeint und wer sie trotzdem so versteht gibt sich in gewisser Weise der Lächerlichkeit Preis“

    Verstehe ich Sie richtig? Nicht die Werbung mit Großgerät, welches nicht funktioniert, sei lächerlich, sondern diejenigen, die solche Werbemaßnahmen (ironisch, zynisch, sarkastisch, wie auch immer) thematisieren?

    Interessanter Ansatz, der vor an Selbstreflexion überläuft.

  • Dante   |   07. Dezember 2017 - 11:49

    @A.W
    „Da kann man ja heutzutage schon froh sein, wenn der Abiturient weiß, dass die deutsche Marine überhaupt U-Boote hat.“
    Ich denke dass ist eher andersrum gedacht der Punkt. Der Abiturient hat sich informiert und sich ne Zweitmeinung eingeholt und weiß durchaus was ebend da ist oder nicht da ist. Und wenn er mit 19 zu seinem Freundeskreis hingeht und sagt er möchte gerne U-Boot fahren weil er begeistert von der Technik ist, schenken sie ihm nen Lolli und stellen ihn in die Ecke.
    Ja, ja, funktionierende U-Boote Deutschland. Oma ist debil. Erzähl der dass.

  • closius   |   08. Dezember 2017 - 9:48

    Laut Tagesschau gibt es angeblich einen neuen Skandal in Pfullendorf, für die Nachwuchswerbung sicherlich nicht förderlich. Und auch nicht förderlich für den Standort Pfullendorf, daß dieser schon wieder betroffen ist und diesmal scheint es ernster zu sein, als das letzte Mal, wo eigentlich nichts dahinter war.

    Aber eine mögliche Volksverhetzung über einen BW-Rechner, indem eine Fotomontage mit mit dem Eingang des KZ Auschwitz und Flüchtlingen verschickt worden sein soll über BW-Rechner, kann die BW, wenn der Vorwurf sich bestätigt, nur mit der Entlassung ahnden.

    Im zweiten Fall, wo ein Hauptfeldwebel in einem Sportraum Soldaten zugerufen haben soll:

    „Haut ab, ihr dreckigen Afghanen, ich will hier Sport machen!“ muß die BW ebenfalls mit der Entlassung ahnden, wenn der Vorwurf stimmt, und Soldaten mit Migrationshintergrund dabei waren. Nur, wenn keine ‚Soldaten mit Migrationshintergrund dabei waren, könnte man dies als normale Beleidigung ansehen, und nicht als rassistische Beleidigung, und es auch niedriger als mit der Entlassung ahnden.

    http://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-pfullendorf-ermittlungen-101.html

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