Warten auf Zapad (Nachtrag)

In gut einer Woche werden die russischen Streitkräfte, zusammen mit der Armee Weißrusslands, das Großmanöver Zapad 2017 beginnen – Zapad (deutsche Schreibweise: Sapad) steht für Westen  und ist Teil einer regelmäßigen Übungsserie in allen russischen Militärdistrikten, die nach 2013 turnusmäßig in diesem Jahr wieder an der Westgrenze Russland stattfindet.

Schon im Nachgang zu Zapad 2013 hatte der Westen ein wenig nervös reagiert; nach den angekündigten 10.000 Soldaten für diese Übung stellte sich anschließend heraus, dass die tatsächliche Zahl eher bei 70.000 lag. Ähnliches wird auch für die aktuelle Übung erwartet: Obwohl beide Übungsländer formal von 12.700 Soldaten ausgehen, dürfte die tatsächliche Zahl nach den bisherigen westlichen Beobachtungen eher bei rund 100.000 liegen – und das in einem Bogen von der Arktis bis zur Ukraine, also sowohl auf russischem als auch auf weißrussischem Territorium.

Die Zahl 100.000 wurde bislang immer wieder eher inoffiziell genannt, Litauens Verteidigungsminister Raimundas Karoblis hatte sie als zunächst einziger NATO-Verteidigungsminister im Juni konkretisiert . Heute wurde sie auch von der deutschen Ressortchefin Ursula von der Leyen am Rande des EU-Verteidigungsministertreffens in Estland angeführt:

vdL_Tallinn_ZAPAD17     

 

 

Auch wenn von der Leyen damit Russland (und in zweiter Linie auch Weißrussland) öffentlich vorwirft, falsche Zahlen zu verbreiten: Die deutsche Ministerin sieht zwar eine bewusste Demonstration russischer Stärke am Rande der NATO, der EU und der Ukraine, gibt sich aber ansonsten demonstrativ gelassen. Da ist sie ganz im Einklang mit deutschen Top-Militärs, die im inoffiziellen Gespräch zwar in Zapad 17 eine gewaltige russische Vorführung, aber nicht etwa eine unmittelbare Gefahr für den Westen sehen.

In den baltischen Ländern, teilweise auch in Polen, aber besonders in der Ukraine wird das anders wahrgenommen – zumindest als Drohgebärde, wenn nicht mehr. Eine Befürchtung ist, dass russische Truppen in Weißrussland und damit weiter nach Westen zur Übung einrücken und dann dort bleiben. Oder das im Windschatten oder als Folge dieser Übung in der Ukraine gewaltsam Fakten geschaffen werden. (Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Interview von Spiegel Online mit einem weißrussischen Sicherheitsexperten.)

Russland bestreitet vor allem, dass mehr als 12.700 Soldaten an der Übung teilnehmen. Aus gutem Grund, denn ab 13.000 Soldaten sehen die Vereinbarungen in der OSZE die Pflicht vor, ausländische Beobachter zuzulassen. Und das nicht nur, wie bei Zapad 17, als Zuschauer beim Besuchertag, wie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg beklagte:

We see a more assertive Russia, which has implemented a significant military built-up over several years. Also with more and bigger exercises. NATO is closely monitoring Russia’s exercise Zapad. We are sending 3 experts to the exercise following invitations from Russia and Belarus, but these invitations fall short from the transparency required by the OSCE: briefings on the exercise scenario and progress, opportunities to talk to individual soldiers and overflights of the exercise. This is something which is part of the Vienna Document, which is the international agreement regulating the transparency, predictability related to military exercises. And even though we are invited to distinguished visitors’ days both in Belarus and in Russia, we are not invited to take fully part in any kind of Vienna Document observation of the exercise. So we call on Russia to observe the letter and the spirit of the Vienna Document, transparency and predictability are even more important when tensions run high, to reduce the risks of misunderstandings and incidents. So NATO remains calm and vigilant, and committed to keep Estonia and all our Allies safe.

Ungeachtet dessen sind Regierung und Militär in Moskau sehr darauf aus,  Befürchtungen und Bedenken zu zerstreuen. Das Briefing des russischen Verteidigungsministeriums von Ende August, das unter anderem den ausländischen Militärattachés in Moskau galt, gibt es hier zum nachschauen (wer wie ich kein Russisch kann: es gibt englische Untertitel):


(Direktlink: https://youtu.be/sn3hfjyqKGQ)

und eine von der russischen Botschaft in den USA zusammengestellte Übersicht der Angaben aus russischer Sicht. 

Eine der selbstkritischen Fragen an die NATO ist natürlich: Wäre das westliche Bündnis zu einer Übung in der Größenordnung von 100.000 in der Lage? Vermutlich eher nicht, kommentiert die US-Fachseite Defense One: Russia Has 100K Troops On the Move. Here’s Why NATO Can’t Do the Same

Unabhängig davon bemüht sich die NATO um aufmerksame Gelassenheit, während ab Mitte September nebenann die Großübung läuft. Die vier Bataillone der enhanced Forward Presence, darunter das von der Bundeswehr geführte in Litauen, machen ihre Arbeit weiter – ohne erhöhten Alarmierungsstatus, heißt es.

Das Thema dürfte aber die nächsten Wochen noch mit den dann aktuellen Erkenntnissen die Debatte bestimmen. Interessant wird auch, wie eine mögliche begleitende Propaganda-Auseinandersetzung in den sozialen Medien und im Internet abläuft. Wenn ich mir die aktuelle Version der deutschen (!) Wikipedia-Seite zu Zapad 2017 anschaue, kommt sie mir allein schon von Grammatik und Wortwahl sehr, nun, merkwürdig vor.

(Ich hab‘ den Stand vom heutigen 7. September vorsichtshalber mal gesichert: 20170907_Sapad 2017_Wikipedia )

Nachtrag: Wie Zapad in den direkten Nachbarländern wahrgenommen wird, zeigt dieser BBC-Bericht aus der Ukraine:

Ukrainian President Petro Poroshenko says he fears that Russia could use massive military manoeuvres next week as a cover for invasion.
In a major speech, Mr Poroshenko said Russia’s Zapad-2017 exercises with Belarus might be „a smokescreen to create new Russian army assault groups to invade Ukrainian territory“.

(Foto: Undatiertes Foto einer Übung der Pioniere der Baltischen Flotte im Oblast Kaliningrad – Russisches Verteidigungsministerium)

21 Kommentare zu „Warten auf Zapad (Nachtrag)“

  • Mitleser   |   07. September 2017 - 17:34

    Die Homepage von SHAPE listet für das 4. Quartal 2017 25 nationale und NATO-Übungen in den Anrainerstaaten Rußlands, Weißrußlands und Armeniens bzw. in der Ostsee.
    http://www.shape.nato.int/exercises

    Daß Rußland und Weißrußland unbedingt ein gemeinsames Manöver abhalten kann man da wirklich nur als blanke Provokation bezeichnen.

    /sarc

  • closius   |   07. September 2017 - 18:39

    Der Hinweis des Hausherren auf die Wikipedia Seite zu Zapad 2017 ist schon lustig. Da hat der Kreml nicht sauber arbeiten lassen und entweder per Übersetungsprogramm einen russischen Text ins Deutsche übersetzten lassen oder die vom Kreml engagierten Übersetzen können kein richtiges Deutsch. Ich dachte naiver Weise, die Wikipedia Artikel müssten neutral sein;).

    100.000 Soldaten hat die Nato nur einmal 1988 mit Reforger über lassen mit insgesamt 124.000 Soldaten(zwei deutsche mechanisierte Divisionen waren beteiligt, heute der Gesamtbestand des Deutschen Heeres). Daraus folgt,. daß die Nato heute nicht mehr in der Lage ist, 100.000 Soldaten üben zu lassen. Dazu fehlen ein paar deutsche und amerikanische Divisionen in Europa, die nicht mehr existieren.

    Die OSZE Vereinbarungen über Manöverbeobachter sollten dem Frieden in Europa dienen. Wenn Rußland, um Beobachter zu vermeiden, 12.700 Soldaten angibt,. aber 100.000 Soldaten üben, ist dies ein Risiko., weil mit 100.000 Soldaten könnte man statt zu üben das Baltikum besetzten.

  • Memoria   |   07. September 2017 - 18:50

    Am Ende sind solche Übungsvorhaben – auf beiden Seiten – eine Frage der Glaubwürdigkeit:
    http://www.defenseone.com/ideas/2017/09/nato-russia-military-mobilization-zapad/140747/

    Insgesamt stellt sich jedoch die Frage, ob hier nicht wenige in alte GDP-Reflexe zurückfallen und wir dabei übersehen, dass die echten Probleme thematisch und geographisch ganz woanders liegen (Südflanke mit Migrationsdruck, Staatszerfall und Terrorismus).

    [Hm, ist das nicht genau der Link, der oben schon drinsteht? T.W.]

  • T.Wiegold   |   07. September 2017 - 18:52

    wg. Wikipedia: Erst mal kann dort jeder was einstellen – es ist dann eine Frage der Zeit, bis das auffällt und geändert oder gar rausgeworfen wird. (da steht ja auch der ausdrückliche Hinweis, dass das von den wikipedia-Leuten noch nicht gesichtet wurde.) Deshalb auch mal die gespeicherte Kopie. Ich bin gespannt, welche Veränderungen dieser Seite wir in den nächsten Wochen noch sehen werden.

    /edit: Gerade mal nachgesehen, diese Wikipedia-Seite wurde von einer IP-Adresse angelegt, die einem Provider in St. Petersburg gehört… So offensichtlich hat man’s selten.

  • LuJaJo   |   07. September 2017 - 18:58

    Ist im Video ist bei Minute 4:23 eine deutsche Uniform zu erkennen?

    [Yep, vermutlich jemand vom deutschen Militärattachéstab in Moskau. T.W.]

  • Stefan Büttner   |   07. September 2017 - 19:05

    https://tools.wmflabs.org/guc/?user=188.242.19.228

    Sein erster Artikel war die russischsprachige Version von Sapad 2017 …

  • T.Wiegold   |   07. September 2017 - 19:12

    … und er bedient auch mehrere Sprachen. ;-)

    (Aber den OT wikipedia sollten wir hier nicht weiterführen.)

  • AoR   |   07. September 2017 - 19:34

    @LuJaJo

    Nicht nur einer ;)

    Habe Video auf 1080p HD eingestellt, dann gibts unter 13:53 ein prächtig hochauflösendes Gruppenfoto.

  • Pete   |   07. September 2017 - 19:48

    Manchmal habe ich die große Sorge, dass die NATO sich garnicht bewußt ist, dass auch sie von Russland als unmittelbare Bedrohung wahrgenommen werden kann und zwar sowohl von den vorhandenen Fähigkeiten, als auch von den Äußerungen westlicher Politiker. Die so genannte „Responsibility to Protect“ läßt sich weit ausdehnen wie man im Lybien Krieg gesehen hat. Am Ende wurde dort niemand beschützt, aber ein ganzes Land ins Chaos gestürzt. Ob man das wirklich nicht vorher wissen konnte bezweifle ich. Vermutlich war das Operationsziel von Anfang an der „Regime Change“.

    Auch der NATO- Krieg gegen Jugoslawien ohne ein UNO Mandat war ein „Wake up call“ für Russland.

    Und schließlich der Krieg gegen Syrien. Wer glaubt, dass es dort von westlicher Seite nur um das Bekämpfen von ISIS geht muß ziemlich naiv sein.

    Zusammengefasst:
    Russland zeigt vielleicht seine Muskeln, weil es sich von der NATO/EU bedroht fühlt.

  • Koffer   |   07. September 2017 - 20:52

    @Pete | 07. September 2017 – 19:48
    „Russland zeigt vielleicht seine Muskeln, weil es sich von der NATO/EU bedroht fühlt.“

    Ja, es könnte durchaus sein, dass sich Russland subjektiv bedroht fühlt.

    Die Frage ist aber, ob das vor dem Hintergrund der objektiven Fakten gerechtfertigt wäre und ob das in diesem Fall oder auch bei nicht vorhandener subjektiver Bedrohung (sondern nur der Behauptung einer solchen aus Propagandazwecken) eine Auswirkung auf das Verhalten der EU und/oder der NATO und/oder der westlichen (Einzel)-Staaten haben muss, sollte oder auch keinesfalls haben darf.

    M.E.n. muss man sich hier fragen wie wir unseren Interessen und denen unserer Alliierten und Verbündeten und unseren Werte (Freiheit, Demokratie, Wohlstand) am besten gerecht werden kann.

    Das kann ggf. mit einem sanften Kurz einhergehen das kann aber auch zu noch größeren Eskalation von unserer Seite führen.

    Eines ist auf jeden Fall sicher 100.000 und das auch noch unter Vortäuschen falscher Tatsachen (man könnte es auch vertragswidriges Verhalten nennen!) ist mehr als die NATO bringt. Gleiches gilt für die Art der Manöver. Diese sind m.E.n. wesentlich aggressiver als das, was die NATO macht.

  • Hohenstaufen   |   07. September 2017 - 20:58

    Die Übung „Zapad 2013″ hatte laut Bericht der FAZ unter anderem den Zweck, einen Angriff wie auf die Krim und die Ostukraine zu üben. Damals übten teils die selben Bataillone, die dann in der Ukraine zum Einsatz kamen.
    Die FAZ zitiert Stephen Blank, langjähriger Professor am US Army War College:
    „Jene russischen Einheiten, die gemäß dem Manöverdrehbuch die Angreifer spielten, haben einen Einsatz geübt, wie wir ihn später auf der Krim und heute im Osten der Ukraine erleben“

    FAZ 7.9.2014, “ Putins Schlachtplan“

  • Pete   |   07. September 2017 - 21:50

    @Koffer
    „M.E.n. muss man sich hier fragen wie wir unseren Interessen und denen unserer Alliierten und Verbündeten und unseren Werte (Freiheit, Demokratie, Wohlstand) am besten gerecht werden kann.“

    1. Mit „unseren Interessen“ als Ausgangspunkt einer Debatte würde ich gerne beginnen. Sehr schnell könnten wir feststellen, dass es sehr unterschiedliche Interessen gibt zwischen den NATO Staaten. Deswegen ist der Begriff „unsere“ zunächst einmal klar zu definieren.

    2. Die ständige Werte- Debatte wird langsam unglaubwürdig. Wer wegen der „Werte“ in Syrien Krieg führt mit Saudi Arabien und Ktar sollte sich damit zurück halten. Demokratie gibt es in vielen verbündeten Staaten des Westens schlicht und ergreifend nicht

    3. Unsere Freiheit sehe ich nun wirklich nicht in Gefahr. Und entgegen anderslautender Hysterie gibt es überhaupt keine Anzeichen dafür, dass Russland die Baltischen Staaten angreifen möchte. Zur Erinnerung: die UdSSR ist freiwillig dort raus gegangen.

    4. In großer Gefahr sehe ich allerdings unsere Sicherheit. Wir sollten aus der Vorgeschichte des 1. Weltkriegs lernen. Der wurde auch so lange herbeigeredet bis es dann endlich passierte. Man „schaukelte“ sich gegenseitig hoch wie ich das auch heute mit Sorge beobachte.

    5. Russland ist als eurasischer Staat ein Fakt. Es muss uns Kontinentaleuropäern gelingen in Frieden mit Russland zu leben, sonst werden wieder einmal zerstört werden. Für den Staat, der einen ganzen Ozean entfernt von diesem Schlachtfeld lebt ist natürlich ein so genannter „begrenzter Nuklearkrieg“ führbar, für die Bürger Kontinentaleuropas NICHT!

    6. Das Thema ist viel zu ernst um es mit banalen Floskeln zu behandeln. Was die Ministerin gesagt hat ist zum Beispiel inhaltlich absolut nichtssagend.

    @Hohenstaufen
    „Die FAZ zitiert Stephen Blank, langjähriger Professor am US Army War College:
    „Jene russischen Einheiten, die gemäß dem Manöverdrehbuch die Angreifer spielten, haben einen Einsatz geübt, wie wir ihn später auf der Krim und heute im Osten der Ukraine erleben“

    Ja was wird denn nun geübt: Das verdeckte Einsickern von „Grünen Männchen“ (Krim) oder ein 100 000 Mann Manöver??

    Alles ziemlich unausgegoren und aktionistisch was der Herr Professor schreibt.

  • Koffer   |   07. September 2017 - 22:09

    @ete | 07. September 2017 – 21:50
    „1. Mit „unseren Interessen“ als Ausgangspunkt einer Debatte würde ich gerne beginnen.“

    Freiheit, Demokratie als Werte (bzw. als Staatsziele, die Werte gleichkommen) und zusätzlich als Wohlstand als Interesse sind glaube ich ziemlich unstrittig ;)

    „Sehr schnell könnten wir feststellen, dass es sehr unterschiedliche Interessen gibt zwischen den NATO Staaten. Deswegen ist der Begriff „unsere“ zunächst einmal klar zu definieren.“

    Wieso? Die Feinziele unterscheiden sich natürlich, aber dafür hat ja auch jeder Staat einen zusätzliche, eigene Außenpolitik. Aber die Grobziele des Westens (vielleicht mit Ausnahme der Türkei, aber da kann man ja streiten, ob die noch zum Westen gehören) ist schon ziemlich homogen, finde ich.

    „3. Unsere Freiheit sehe ich nun wirklich nicht in Gefahr. Und entgegen anderslautender Hysterie gibt es überhaupt keine Anzeichen dafür, dass Russland die Baltischen Staaten angreifen möchte. Zur Erinnerung: die UdSSR ist freiwillig dort raus gegangen.“

    Äh doch und nein.

    Natürlich gibt es keine konkreten Anzeichen für eine bevorstehende Invasion, aber es gibt sehr wohl Anzeichen (inkl. Zapad 2017 übrigens) für eine aggressive und mit allen Mitteln gegen das Baltikum gerichtete Interessendurchsetzung. Zusätzlich zu den militärischen Drohgebärden könnte man hier gezielte Desinformationskampagnen oder auch Hackerangriffe von strategischer Bedeutung nennen.

    Das alles bedroht nicht nur die Freiheit der baltischen Staaten, sondern auch Polens und damit mithin von NATO und EU.

    „5. Russland ist als eurasischer Staat ein Fakt. Es muss uns Kontinentaleuropäern gelingen in Frieden mit Russland zu leben“

    Da bin ich bei Ihnen. Aber und dazu muss man auch mal Kompromisse schließen können. Aber eben aus einer Position der Stärke heraus und nicht in dem man sich in etwas hineinzwingen lässt…

  • 0815   |   07. September 2017 - 22:38

    @Hohenstaufen | 07. September 2017 – 20:58
    Was ist daran verwunderlich? Wenn ich als militärischer Führer die Wahl habe, nehme ich das was sich bewährt hat. Auch wenn es nur i.R. einer Übung war.

    Ich hoffe mal das diese Aussagen natürlich belegbar sind. In den Jahren vor dem großen Weltfrieden lagen die Herren der elektronischen Aufklärung entlang der innerdeutschen Deutschen Grenze immer gerne auf der Lauer um die „Eigenheiten“ der Aussendung auszuwerten. Wir hatten einmal die Fähigkeit dies im großen Stile zu machen. Wenn also diese Fähigkeit in „Resten“ noch vorhanden ist, dann ran an den Speck!

    Vermutlich scheitert es an 41h Woche, entsprechend ausgebildeten und vorhandenen „native speakern“ und vor allem an Gerät…

    @Koffer
    Richtig!
    Kann mich an keine Übung seit 1984 mit dem Namen „OSTEN XY“ erinnern ;-)
    Ich erinnere mich aber sehr deutlich an “ article 5 , deterrence und flexible response“!

  • Klauspeterkaikowsky   |   07. September 2017 - 22:39

    @pete
    “ … UdSSR freiwillig rausgegangen…“.
    Merkwürdig.
    März – Mai 1990 erklärten sich die drei Staaten für unabhängig. Ein Jahr später bestätigten Volksabstimmungen die Beschlüsse ihrer Volksvertreter.
    Zwischen Vilnius und Tallin formierten die Balten eine gemeinsame, tri- nationale „Baltische Menschenkette“ der Einheit.
    In unabhängigen Staaten haben FREMDE Tr nur auf Einladung etwas zu suchen, diese lag nicht vor.
    Unter Achtung völkerrechtlicher Regelungen wurde die Sowjetarmee hinauskomplimentiert, ohne jegliche Freiwilligkeit.

  • snowparrot   |   07. September 2017 - 22:42

    @Koffer

    Zu 3. noch eine Anmerkung: Die Hackerangriffe und Desinformationskampagnen betreffen nicht nur Osteuropa, sondern Kernländer des Westen wie Frankreich, USA und auch Deutschland.

    In Deutschland (also „unseren Interessen“) fand statt:
    – Hack des Bundestages 2015
    – Der Fall Lisa, der offen von russischen Staatsmedien geputscht worden ist
    – Der Vergewaltigungsvorwurf an deutsche Soldaten in Litauen

    (Und ohne jetzt zu sehr in Richtung Parteipolitik zu gehen)
    – Unterstützung der Linkspartei und vorallem der AfD, die eine „russlandfreundliche Außenpoltik“ fordern und es mit der freiheitlichen Grundordnung nicht so genau nehmen

    Putin ängstigt sich vor demokratischen Ideen. Demokratische Staaten wie Polen, Estland, Litauen etc. haben sich in den letzten 20 Jahren besser entwickelt als Russland, was Putins Inkompetenz ganz anschaulich zeigt. Die gesamte Propaganda soll diese einfache Tatsache einfach nur verstecken.

    Für alle, die wirklich an russischen Nachrichten interessiert sind, ohne diesen RT-Mist sei übrigens auf dekoder.org verwiesen. Man lernt sehr viel über Putins Russland und wie er seine Macht hält.

  • Klauspeterkaikowsky   |   07. September 2017 - 23:01

    @snowparrot
    dekoder.org, prima Hinweis, danke.

  • Pete   |   07. September 2017 - 23:04

    @snowparrot

    „Anmerkung: Die Hackerangriffe und Desinformationskampagnen betreffen nicht nur Osteuropa, sondern Kernländer des Westen wie Frankreich, USA und auch Deutschland.“

    Fragen:
    1.Glauben Sie ernsthaft, dass es solche „Hackerangriffe und Desinformationskampagnen“ nicht auch von der Seite des Westens gibt?

    2.Sind die weltweiten NSA -Aktivitäten (auch gegenüber Deutschland) nicht auch Hackerangriffe?

  • snowparrot   |   07. September 2017 - 23:22

    @Pete

    Sie meinen, dass die USA das russische Staatsfernsehen manipuliert, damit es über den Fall Lisa FALSCH berichtet?

    @Klauspeterkalkowsky
    Bitte!

  • Pete   |   07. September 2017 - 23:39

    @snowparrot
    „Demokratische Staaten wie Polen, Estland, Litauen etc. haben sich in den letzten 20 Jahren besser entwickelt als Russland, was Putins Inkompetenz ganz anschaulich zeigt.“

    Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber da vergleichen sie nun wirklich Staaten, die einen solchen Vergleich schlicht nicht zulassen.

    Die drei Baltischen Staaten haben in ihrer Gesamtheit ca. 6 Millionen Einwohner. Russland hat nicht nur ca. 144 Millionen Einwohner, sondern ist darüber hinaus flächenmäßig der größte Staat der Erde, der sich über 11 Zeitzonen erstreckt. Die Baltischen Staaten und Polen wurden massiv von der EU subventioniert, Russland nicht.

    Man mag Putin nicht mögen, aber „Imkompetenz“ kann man ihm meines Erachtens nun wirklich nicht vorwerfen. Er hat von Jelzin einen Trümmerhaufen übernommen und ganz offensichtlich sind die Bürger Russlands in der Mehrheit der Ansicht, dass Putin für Sie eine gute Politik gemacht hat. Der Westen mag das anders sehen, aber es geht nun einmal in erster Linie um die Interessen der Bürger Russlands bei der russischen Innenpolitik die von uns so oft kritisiert wird. Ich z.B. war noch nie in meinem Leben in Russland. Woher soll ich wirklich wissen, was die Russen in ihrer Mehrheit denken und objektiv brauchen?

    Ich kann mir ein gutes Bild über Deutschland machen und da gibt es mehr als genug zu verbessern. Vielleicht hilft eine Rückbesinnung auf den Grundsatz der „Nichteinmischung“ in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten um mehr Frieden in der Welt zu fördern. Dieser Grundsatz geht zurück auf den Westfälischen Frieden von 1648 und beinhaltet eine große Weisheit. Dieser Grundsatz hat auch heute noch eine immense Bedeutung für den Frieden in der Welt.

  • T.Wiegold   |   07. September 2017 - 23:42

    Das entwickelt sich jetzt vermutlich ganz rasant zu einer „Putin gut/Putin schlecht“ Debatte, die mit dem eigentlichen Thema nur noch sehr am Rande zu tun hat, wenn überhaupt.

    Aber so weit wird es gar nicht kommen, weil ich jetzt nämlich in den Urlaub gehe und die Kommentarfunktion komplett abschalte.