Hier kommt der Drohnenschwarm

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Die US-Streitkräfte haben bereits im vergangenen Jahr (aber erst jetzt öffentlich bekannt geworden) einen autonomen Drohnenschwarm getestet: 103 Mini-Drohnen, die aus Kampfflugzeugen abgeworfen wurden und sich dann als Schwarm selbst organisiert haben – ein weiterer Schritt auf dem Weg zu vollständig autonomen Systemen.

Aus der Pressemitteilung des Pentagon:

In one of the most significant tests of autonomous systems under development by the Department of Defense, the Strategic Capabilities Office, partnering with Naval Air Systems Command, successfully demonstrated one of the world’s largest micro-drone swarms at China Lake, California. The test, conducted in October 2016 and documented on Sunday’s CBS News program “60 Minutes”, consisted of 103 Perdix drones launched from three F/A-18 Super Hornets. The micro-drones demonstrated advanced swarm behaviors such as collective decision-making, adaptive formation flying, and self-healing.

(…)
“Due to the complex nature of combat, Perdix are not pre-programmed synchronized individuals, they are a collective organism, sharing one distributed brain for decision-making and adapting to each other like swarms in nature,” said SCO Director William Roper. “Because every Perdix communicates and collaborates with every other Perdix, the swarm has no leader and can gracefully adapt to drones entering or exiting the team.”
The demonstration is one of the first examples of the Pentagon using teams of small, inexpensive, autonomous systems to perform missions once achieved only by large, expensive ones.

Das Fact Sheet zu Perdix gibt es hier.

Dazu gibt es auch ein Video:

(Das Video unbedingt bis zum Ende ansehen – dann wirkt es schon ein wenig erschreckend.)

Und ein wenig mehr Info von der Washington Post – auch zur Kritik an den Gefahren solcher Systeme:

In a February report, Paul Scharre, a senior fellow at Center for a New American Security, highlighted the risk of autonomous weapons stating that they “pose a novel risk of mass fratricide, with large numbers of weapons turning on friendly forces.”
“This could be because of hacking, enemy behavioral manipulation, unexpected interactions with the environment, or simple malfunctions or software errors,” Scharre wrote. “Moreover, as the complexity of the system increases, it becomes increasingly difficult to verify the system’s behavior under all possible conditions; the number of potential interactions within the system and with its environment is simply too large.”

(Foto: Screenshot aus dem Pentagon-Video)

41 Kommentare zu „Hier kommt der Drohnenschwarm“

  • Georg   |   10. Januar 2017 - 17:04

    Das Video von den autonomen Drohnen ist leider nur als Telemetriebild auf dem Bildschirm richtig zu erkennen, aber trotzdem beeindruckend. Im Text ist ja auch erklärt, das dies die 6. Generation von autonomen Drohnen darstellt.

    Eine schöne Einführung in die Welt von autonomen Drohnen stellt folgendes Video dar, das aus dem Jahr 2012 stammt. Keine Ahnung welche Drohnengeneration dies war, aber beeindruckender Vortrag und Video von dem Drohnenschwarm im Labor.

    http://www.ted.com/talks/vijay_kumar_robots_that_fly_and_cooperate?

  • Hans Schommer   |   10. Januar 2017 - 17:28

    Mit Blick auf militärische Anwendugsmöglichkeiten kann einem Angst und Bange werden.
    Hans Schommer

  • Arne   |   10. Januar 2017 - 18:10

    @Hans Schommer

    In der Tat. Es wird sich sehr viel wandeln, wovon sehr viele Leute immer noch nicht vermögen zu träumen…

  • Sensemann   |   10. Januar 2017 - 18:26

    Was genau ist daran erschreckend?

    Als Waffe ist mir ein punktuell zielgerichtet agierender Schwarm Drohnen lieber als kriegstechnische „Innovationen“ der Vergangenheit wie ABC-Waffen.

  • Jakom   |   10. Januar 2017 - 18:36

    Schade, neben dem „Ich cracke alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist“ nun die zweite Büchse der Pandora, welche die USA in diesem Jahrhundet öffnen werden.

    Oder besteht die Hoffnung das in den Administrationen dieser Welt auch Leute mit Weitsicht sitzen und eine Konvention für Autonome Systeme in Arbeit ist?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   10. Januar 2017 - 19:09

    Sofern der Spiegel-Link zu deckungsgleich mit dem Original (oben) sein sollte, gern löschen.

    http://m.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/a-1129286.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=https://t.co/A4wEANr74g

    Die Mikrodrohnen verhalten sich wie ein Schwarm in der Natur, erklärte das Pentagon. Sie seien „ein kollektiver Organismus“, dessen Bestandteile sich wie Schwärme in der Natur aneinander anpassen könnten.
    Auch mit Schwarm-Intelligenz?
    Kritik, selbst aus Reihen des U.S.-Militärs ob der Machbarkeit des unter quasi Laborbedingungen Erfolgreichen ist zu hören, kann sich das im wirklichen Leben umsetzten lassen?
    @Jakom
    Die Hoffnung steht ja in engem Verhältnis zur „Büchse der Pandora“.
    „Da die Neugier der Pandora siegte, öffnete sie den Behälter und sämtliche Wünsche und Schlechtigkeiten entfleuchten – bis auf die Hoffnung. Die blieb im Behälter, weil die Pandora diesen wieder erschrocken zuklappte“.
    Steht also zu hoffen, irgendwann funktioniert solch ein System. Die gegenteilige Hoffnung nämlich wird sich nicht erfüllen, weil der Mensch ES KANN, in der Technik voranzuschreiten, (@Hans Schommer).
    Technik zurückzuschrauben, fand nie in der Moderne statt, zumal nicht bei denkbarer militärischer Umsetzung.
    Was bleibt, ein handhabbares Regelwerk zu entwickeln, die Hoffnung bleibt.

    [Der Link ist, wie schon das Bild auf den ersten Blick zeigt, deckungsgleich… T.W.]

  • Georg   |   10. Januar 2017 - 19:53

    @ Jakom

    Über autonome Systeme wird intensiv in der Friedensethik diskutiert, insbesonders bei der Betrachtung von bewaffneten autonomen Systemen.
    Allerdings ist bei der Diskussion zu beachten, dass auch endphasengelenkte Artillereimunition und Marschflugkörper autonom agieren, das Ziel aufgrund ihrer Sensorik selber aussuchen und autonom anfliegen und bekämpfen.

    Die Soldaten in der Gemeinschaft Katholischer Soldaten haben sich vor ein – zwei Jahren aktiv mit dem Thema auseinandergesetzt.

    siehe: http://tinyurl.com/hgoodjm

    und

    http://www.ethikundmilitaer.de/de/themenueberblick/20141-drohnen/statman-drohnen-roboter-und-die-moral-des-krieges/

  • Frank P.   |   10. Januar 2017 - 20:14

    Vielleicht als Lesetipp:
    Der Roman „Kill Decision“ (2012) von Daniel Suarez handelt von autonomen Drohnen, die selbständig Feinde identifizieren und die Entscheidung treffen, wen sie eliminieren. Nur dass hier die Drohnen zunächst von „insurgents“, also Aufständigen/Rebellen losgeschickt werden.
    Es benötigte damals schon nur wenig Fiktion um einem in dieser „science fiction“-Geschichte ein beunruhigende Gefühl zu vermitteln, was in Kürze wohl alles möglich sein wird. Hier sind wir also nun.
    Im Buch wird auch die Frage gestellt, was passiert, wenn so ein Drohnenschwarm einmal in die „falschen“ Hände gerät. Alles in allem ein Plädoyer für die weltweite Ächtung solcher Waffen(gattungen).

  • Insider   |   10. Januar 2017 - 20:39

    Beängstigend.
    Unabhängig vom Einsatz bei regulären Streitkräften, sehe ich in Mini Drohnen (ob autonom oder nicht) eine erhebliche Gefahr beim Einsatz durch nichtstaatliche Akteure. Ich hoffe man investiert und entwickelt auch entsprechend in Gegenmaßnahmen

  • Anubiswaechter   |   10. Januar 2017 - 21:12

    @Insider | 10. Januar 2017 – 20:39
    Es befinden sich zahlreiche Abwehrmaßnahmen in Entwicklung bzw. Erprobung, auch zur Abwehr von ganzen Schwärmen. Die ES&T u.a. ist voll von entsprechenden Meldungen.

  • Mitleser   |   10. Januar 2017 - 22:11

    Nicht beeindruckt.

    Einfache Schwarmintelligenz haben bereits die P-700 Granit und die P-1000 Vulcan Seezielraketen, die immerhin seit Mitte der achtziger Jahre im Einsatz bei der Russischen Marine stehen…
    Wie sieht es mit der Störfestigkeit der Drohnen-Kommunikation aus? Von der Ukraine eingesetzte westliche Drohnenmuster fallen in der Ostukraine gern vom Himmel. Auch die OSZE berichtet regelmäßig davon, daß ihre Drohnen dermäßen gestört werden, daß sie nutzlos sind.

    Allerdings könnte die Entwicklung ein Anstoß für die BW sein, ihre EW-Kapazitäten weiterzuentwickeln. Wir müßten noch 4 EW-Battalione haben, wenn ich mich recht entsinne. Eines der wenigen Alleinstellungsmerkmale in der NATO. Polen hat 2, Italien 3, Tschechien 1, Dänemark eine Kompanie, Litauen vermutlich auch. US-seitig ist man iirc luftgestützt und mehr auf die Unterdrückung von Luftabwehrmitteln konzentriert.

  • Wait&C   |   11. Januar 2017 - 5:46

    Ich sags ja, die Zukunft sind billigste Minidrohnen die die Kernfunktionen von Granaten, Smartphone und Spielzeugdrohne kombinieren. Pro Stück 50 Euro, davon eine Milliarde, wer will sich dagegen noch wehren?

  • Fussgaenger   |   11. Januar 2017 - 9:05

    Die Bilder sind schon beeindruckend, aber irgendwie fehlt mir jetzt das „bahnbrechende“. Kann jemand, der mehr technische Ahnung hat als ich, mir das „Besondere“ erklären?

    Ja, die Dinger fliegen als Schwarm (das erkenne ich in der Form an, dass sie es schaffen, dicht beisammen zu sein und sich offensichtlich nicht gegenseitig aus dem Himmel stoßen), aber so, wie ich die Videosequenz mit den Symbolen und den roten Punkten deute, hat jede Drohne einen individuellen Ansteuerungspunkt, dem sie folgt. Wer hat diese gesetzt? Wer hat den Schwarm einmal in breiter Formation nach rechts beordert, er hat diese Kreisformation um einen Punkt befohlen?
    Wenn diese Befehle vom System stammen, dann wäre das schon was. Aber ich glaube, dass das von einem menschlichen Operateur vorgegebene Manöver waren. Liege ich da richtig?

  • TheoJu   |   11. Januar 2017 - 9:38

    Schon eine ganze Zeit verfolge ich diesen Blog und jetzt kommt meiner erster Kommentar. Also ein „Hallo“ in die Runde:
    Ich finde es auch besorgniserregend und den Vergleich mit der Büchse der Pandora durchaus passend.
    @Jakom:
    Aber hinsichtlich einer vökerrechtlichen Konvention zum Verbot solcher Waffensysteme gibt es zumindest anscheindend erste Entwicklungen. Dazu ein Beitrag aus dem sicherheitspolitik-blog.de:

    http://www.sicherheitspolitik-blog.de/2016/12/21/rueckt-ein-verbot-von-killer-robots-naeher/

    Aber ohne Zweifel ist der Weg mit Sicherheit mindestens noch lang und natürlich werden die großen Player auf diesem Gebiet nur schwer von einen Verbot zu überzeugen sein.

  • Greg   |   11. Januar 2017 - 10:03

    @Fussgaenger:

    Jein. Natürlich hat irgendwer gesagt: „Formt jetzt da einen Kreis“. Aber welche Drohne welchen Punkt des Kreises anfliegt, wird im Schwarm ausgehandelt (d.h. ohne zentrale Steuerung), es hat also nicht jede Drohne einen inividuellen Punkt vorab zugewiesen. Indem alle Teilnehmer ihre Sensordaten zusammenlegen, soll sich dann das gewünschte Muster formen – die Teilnehmer, die eher schlecht stehen, rücken dann auf.

    Wenn mehr Drohnen als „Punkte“ da sind, werden sich die überzähligen halbwegs gleichmäßig verteilen, wenn weniger da sind wird das Muster vermutlich bestmöglich angenähert.

    Auch untereinander Abstand halten regelt sich ohne zentrale Steuerung.

    Ein Video, dass man an der Uni dazu gerne gezeigt bekommt, ist das folgende:
    https://www.youtube.com/watch?v=G1t4M2XnIhI

    Leider ohne Audiospur, aber in der verlinkten Seite der ieee gibt es etwas mehr Erklärungen.

    @Mitleser:
    Soweit ich weiß, übernimmt bei der Granit ja eine Rakete die Rolle des „Masters“, welcher die anderen dirigiert. Beim aktuellen Fall gibt es eine solche priviligierte Rolle nicht, d.h. theoretisch können beliebige Teilnehmer des Schwarms entfernt werden bzw. neue hinzukommen, da gibt es schon einen technischen Unterschied (Man korrigiere mich, wenn ich falsch liege).

  • Georg   |   11. Januar 2017 - 10:37

    In Ergänzung zu meinem gestrigen Beitrag.

    Das dort verlinkte Video hat den Stand von 2012 repräsentiert.

    Der gleiche Professor Vijay Kumar hat 2016 einen Vortrag im naturwissenschaftlichen Museum in San Diego gehalten. Wer also Lust hat sich einen Überblick zum Stand der Drohnentechnologie im Jahre 2016 zu verschaffen, dem sei folgendes Video empfohlen
    (ca. 30 Minuten):

    https://www.youtube.com/watch?v=mUeyfLIGtLQ#t=213.754687

  • blücher   |   11. Januar 2017 - 13:08

    Hmm.
    Man möge mir als Heeresmensch die Frage erlauben, sieht noch jemand da eine einzige große Zielscheibe? Da reicht ja sogar MG mit Fliegervisier. Ja, die Intelligenz ist recht beeindruckend, aber das Anwendungsfeld im bewaffneten Konflikt (vom konventionelle Krieg ohne klare Luftüberlegenheit ganz zu schweigen) erschließt sich mir noch nicht ganz.

  • Georg   |   11. Januar 2017 - 13:20

    @ blücher

    Haben Sie schon mal versucht einen aufgeschreckten Wespen-Schwarm, z.b. bei der Entfernung des Nestes aus dem Rollokasten, mit einer Fliegenklatsche zu bekämpfen ?

    So ungefähr dürfte es einen MG-Schützen gehen der versucht einen Schwarm von Kleindrohnen anzugreifen und wie bei den Wespen, eine einzelne Drohne reicht um den Schützen zu vernichten (20 gramm Ladung).

    Mal abgesehen davon kann so ein Schwarm von Kleindrohnen auch ein Transportflugzeug aufhalten, bzw. bekämpfen.

  • JPeelen   |   11. Januar 2017 - 13:53

    Kämpfen als Schwarm ist nicht neu.
    Ein 1000-Bomber Nachangriff (in mehreren Schwärmen) war etwas ganz ähnliches, nur mit humaner statt künstlicher Intelligenz am Steuer.
    Mich stört, dass die Frage der wirksamen Drohnenabwehr (insbesondere Kleindrohnen) anscheinend keine besondere Priorität hat.

  • ThoDan   |   11. Januar 2017 - 14:04

    So verlässt wieder etwas den Bereich der Science Fiction und wird zu moderner Technologie.

    @blücher

    Mir erschliesst sich nicht wie man die Dinger sinnvoll mit MG bekämpfen soll?

    Aufklärung, Suche, Zielmarkierung

  • Heiko Kamann   |   11. Januar 2017 - 14:11

    Georg | 11. Januar 2017 – 13:20
    Daumen hoch

  • Voodoo   |   11. Januar 2017 - 14:13

    Der Sound dieser Schwärme dürfte in einem scharfen Einsatz jedenfalls eine moralische Wirkung nicht verfehlen, erinnert fast schon an die Sirene der berüchtigten frühen Stukas.

    Fest stehtnach Sichtung des Videos: Ohne eine automatisierte FlaAbwehr oder gänzlich neuen Ansätzen (Netze?!) ist so einem Schwarm nicht beizukommen – wer da noch an „Fliegerabwehr aller Truppen“ denkt, dürfte ein böses Erwachen haben…

  • Mufflon   |   11. Januar 2017 - 14:21

    @Wait&C:

    Dagegen wehrt man sich mit ECM, z.B. Störfeldern, die die Kommunikation des Schwarms lahmlegen oder solchen, die gleich die Elektronik zerstören. Ich zweifle nicht daran, dass Möglichkeiten gefunden und entwickelt werden, so etwas effektiv umzusetzen.

    Nur die Verbreitung davon, da habe ich Zweifel. Die Frage ist in der Tat, ob die Abdeckung durch solche Abwehrmaßnahmen auch gut genug sein wird/sein kann, um Terrorangriffe durch vielleicht nicht eine Milliarde, aber Einhundert fliegende Granaten abzuwehren. Ich denke, wir sehe hier vorallem die Anfänge einer Waffe, die gegen und durch Insurgents/Terroristen eingesetzt werden wird.

  • Georg   |   11. Januar 2017 - 15:07

    Zurücklehnen, entspannen und einfach das Video auf sich wirken lassen:

    https://www.youtube.com/watch?v=aOd4-T_p5fA

  • klabautermann   |   11. Januar 2017 - 15:31

    Ziemlich gemeine Form der Cluster-Bombe, insbesondere gegen weiche, bzw. ungehärtete Ziele. Damit kann man dreidimensionale Räume recht wirksam sperren/verseuchen. Wenn man den Schwarm per soft-kill räumt, dann fallen die Teile zu Boden und ich hab ein Minenfeld-Problem. Eine hard-kill-clearance in der Luft dürfte so ziemlich unmöglich sein.

  • Insider   |   11. Januar 2017 - 20:09

    Es ist aus meiner Sicht nur noch eine Frage der Zeit bis zum ersten Einsatz einer terroristischen Hobbydrohne im öffentlichen Raum. Da bedarf es keiner künstlichen Intelligenz und autonomer Steuerung und die Abwehrmöglichkeiten dagegen sind extrem begrenzt. Hierüber sollte man sich langsam dringend Gedanken machen.

  • Hoppie   |   12. Januar 2017 - 0:17

    Ich frage mich nur, warum die Starrflügler nehmen. Die eignen sich eher zum Angriff als intelligente Clusterbombe, denn für andere Einsätze. M.m.n wären Quadcopter wesentlich besser geeignet, da wesentlich flexibler einsetzbar. Ich stelle mir da folgendes Szenario vor:

    Eine Global Hawk als Relais in der Luft. Zwei Predator mit je 50 Quadcoptern als Delivery Vehicle. Diese des Nachts über einer Stadt wie Kunduz oder meinetwegen Hammelburg mit der Aufgabe gedropped, sich ein schuckliges Plätzchen auf einem Dach zu suchen und zu Landen. Danach ein paar Solarpanels ausgeklappt und WiFi eingeschaltet. Mit einer Technologie wie https://www.youtube.com/watch?v=VZ7Nz942yAY versehen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass ein solcher Schwarm die Bewegungen sämtlicher Einwohner in Echtzeit liefern könnte.
    Wenn diese Informationen vorliegen, können fünf bis sechs größere Aufklärungsdrohnen losgeschickt werden, die die Umgebung kartieren und ein 3D Modell erstellen. Ich denke da an Kinect. Sobald die ersten 3D Daten vorhanden sind, kann man einen weiteren Schwarm Hunter-Killer Quadcopter loslassen, die auch erstmal landen und auf ihren Einsatz warten.
    Ich denke, mit der WiFi Technologie wird es auch möglich sein, die Signatur einer Waffenhaltung zu erkennen. Sobald also jemand eine Waffe aufnimmt und sich an ein Fenster stellt, startet eine Wirkdrohne in unmittelbarer Nähe, folgt einem Aufgrund des 3D Modells vorrausberechneten Pfad ( mit einem Affenzahn. Man kann gerne mal nach Drone Racing suchen ) und kommt am Ziel zur Wirkung.
    Mit Sicherheit auch schön zur Angriffsvorbereitung geeignet. Wenn der Zugführer in Echtzeit sieht, wo sein Gegner ist.

    Das schöne dabei ist, man kann das Ganze auch Zivil einsetzen ( bis auf die Wirkladung ). Überwachung von Demos, Absicherung von Hochsicherheitsveranstaltungen ( G7/G8 Treffen ), etc. Schöne, neue Welt.

    Die Frage, die sich mir stellt, ist, wie kriegt man so einen Schwarm aufgehalten?

  • Fux   |   12. Januar 2017 - 6:23

    Wer sich ein wenig belletristisch zu einem solchen Szenario (siehe @Hoppie) abends bei einem Glas Wein auf dem Sofa einlesen moechte, dem sei das Buch

    Kill Decision von Daniel Suarez (2012)

    empfohlen.

  • Fux   |   12. Januar 2017 - 6:25

    Uh .. sorry .. Frank P. 20:14 war schneller.mit der Buchempfehlung.

  • Zimdarsen   |   12. Januar 2017 - 8:36

    @Hoppie

    „Die Frage, die sich mir stellt, ist, wie kriegt man so einen Schwarm aufgehalten?“

    Z.B. mit einem Schwarm Drohnen, mit Laser und ECM uvm.

    Man muss es nur wollen und es tun, doch wir haben noch nicht mal was um eine Drohne zu bekämpfen (Gepard).

  • MFG   |   12. Januar 2017 - 11:46

    Abwehr mit automatischen gurtmunitionierten Schrotwaffen?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Januar 2017 - 11:58

    @MFG @Fux
    Interception – Interference, also smart solution durch jammer?
    Mobiler, schneller verfügbar, weniger Logistik, große Raumabdeckung, effektiver als herhömmliche Waffen?

  • Soenke Marahrens   |   12. Januar 2017 - 13:14

    @Mfg

    Ein Adler tut es auch…..Siehe Niederlande (google)

  • Ottone   |   12. Januar 2017 - 13:19

    Für heute beworbene Anti-Drohnen System suche man nach:
    – „Blighter Anti-UAV Defense System“: Schutz von Flughäfen
    – „Airbus Counter-UAV System“ (Schutz von Kernkraftwerken)
    – SkyWall 100: Netzwerfer
    Es gibt zweifellos noch mehr solcher Lösungen.

  • Zimdarsen   |   12. Januar 2017 - 13:30

    Es muss ja nicht gleich ein Schwarm sein um high tech Armeen zu überraschen.

    „Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat setzt im Kampf um ihre nordirakische Hochburg Mossul nach Angaben der US-Armee verstärkt kleine Drohnen ein. Die Hobby-Drohnen, sogenannte Quadrocopter, würden mit „kleiner Munition“ bestückt gegen die vorrückenden Soldaten eingesetzt, sagte Oberst Brett Sylvia, der im Irak eine Einheit von US-Militärberatern kommandiert. (….) “ (ntv)

    Was haben wir in AFG, Kosovo und Mali zur Abwehr einzelner Drohnen/Modellflugzeuge mit Fernsteuerung?

  • Pustefix   |   12. Januar 2017 - 14:58

    Für Infanteristen beispielsweise denkbar: FF-Posten (.230″) mit Magnum-Treibladung, in Vollautomaten mit Gurtfütterung, für manuell (fern-)gelenktes Sperrfeuer.
    Ebenso denkbar: Kontrolle des Überflugraums durch in die Tiefe des Raums gestaffelte stationäre Active Denial-Systeme (automatisierte Flak) wie die australischen Vollautomaten von Metal Storm https://www.youtube.com/watch?v=d8hlj4EbdsE
    Auch lange Kevlarfäden können die Antriebsachsen der Rotoren stoppen (wie bei der Kettensägen-Schutzhose); wie genau man die im Nahbereich einbringt, ist eine Denksportaufgabe für die Techniker. Völkerrechtliche Konventionen zum Verbot von Drohnenschwärmen werden gewisse Gruppierungen von nichts abhalten.

  • Mufflon   |   12. Januar 2017 - 15:23

    @ MFG, Soenke Marahrens:

    Da werden Sie aber viele automatische Schrotwaffen respektive viele Adler brauchen, sonst überlastet man die Verteidigung ziemlich leicht durch eine große Menge von Drohnen. Außerdem kann man so niemals große Gebiete, zB von der Größe Nordafghanistans oder Deutschlands, abdecken. Dafür sind diese Dinge nicht mobil genug. Es muss schon darauf hinauslaufen, dass man flächenwirksame ECM-Methoden entwickelt, die ihrerseits mobil und autonom agieren. D.h. ECM-Drohnen, die in großer Zahl verteilt werden und dann nach Anforderung (teil-)autonom aufsteigen und ein designiertes Gebiet absichern.

    Unsere jetztigen Möglichkeiten wäre doch sofort mit so einer Situation überfordert. Schusswaffen und Adler können da keine Lösung mit Perspektive für die Zukunft sein.

  • 0815   |   12. Januar 2017 - 15:58

    Positiv sehen!

    Neuer Stabsoffizier Dienstposten beim Cyberkommando in der Unterabteilung „CyDroFla“ (Cyber Drohnen Flugabwehr)…
    oder am besten gleich ein DroAbwKdo (Drohnenabwehr Kommando)…..etc

    Ironie aus!

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   13. Januar 2017 - 12:51

    Eurofighter gegen Drohnren-Schwärme?
    Eurofighter soll mit Laserwaffen um Lufthoheit kämpfen!
    Fähigkeiten und damit Möglichkeiten für den Luftkampf und zur Bekämpfung von Bodenzielen sollen weiter ausgebaut werden.

    Welt/n-24.de
    Dies kündigte der Chef des Eurofighter-Industriekonsortiums, Volker Paltzo, jetzt an.
    Zu den langfristigen Überlegungen gehörten auch Laserwaffen.
    Sie könnten neben der Bekämpfung ballistischer Ziele „eine Antwort auf zukünftig in Schwärmen operierende, unbemannte Drohnen sein“, sagte Paltzo.
    Unter ballistischen Zielen versteht man beispielsweise hoch fliegende Lenkraketen.

  • Milliway   |   13. Januar 2017 - 17:22

    Perdix Drohnen Projekt

    Die US-Streitkräfte haben in Jahr 2014 die ersten Perdix abgeworfen.
    Bereits in Jahr 2015 wurde erstmals das Schwarm verhalten der Perdix getestet.
    Als nächstes ist Geplant 1000 Perdix abzuwerfen.

    https://www.defense.gov/Portals/1/Documents/pubs/Perdix%20Fact%20Sheet.pdf

    @ Zimdarsen | 12. Januar 2017 – 13:30

    Was haben wir in AFG, Kosovo und Mali zur Abwehr einzelner Drohnen/Modellflugzeuge mit Fernsteuerung?

    Nichts mehr !

    Wir haben unsere HFB-320M in Jahr 1994 Außendienst gestellt, ohne das ein Nachfolge Muster Beschafft wurde.
    Ferner besteht die Möglichkeit das Luftfahrzeuge die für die elektronische
    Kampfführung dienen, auch IED (Ferngezündet Sprengvorrichtungen) vorübergehend unbrauchbar machen.

    @ Pustefix | 12. Januar 2017 – 14:58

    „Auch lange Kevlarfäden können die Antriebsachsen der Rotoren stoppen“

    Aktuell wird an den nächsten Generationen low-cost micro-UAV gearbeitet und getestet.

    Diese Drohnen sind Insekten und Vögel nachempfunden und haben keine Rotoren oder Propeller mehr. Diese Drohnen können mit biometrischen Ziele Daten gefüttert wegen, so das die Drohne Autonom diese Ziele neutralisieren, wenn dieses ins Blickfeld der Drohnen kommt. Diese Drohnen werden einzeln oder in Schwarm eingesetzt, da bei löst sich der Schwarm wieder auf um mögliche Ziele, z.B. in einer Stadt abzusuchen, oder Aufzuklären.

    Es gab mehrere Berichte über diese Drohnen, wurden aber alle aus den Netz entfernt !

  • LudgerP   |   13. Januar 2017 - 22:16

    Ich denke, dass hier ein paar Leute an dem Problem vorbeiargumentieren. Die jetzige Drohnengroesse (eventuell hier sichtbar: http://arstechnica.co.uk/information-technology/2017/01/dod-successfully-tests-terrifying-swarm-of-104-micro-drones/) ist noch sehr rudimentaer doch die USA haben schon fuer laengere Zeit die Stroemungsmechanik von Tieren erforscht.

    Hierzu kann ich Interessierten nur empfehlen sich mal die Forschungsschwerpunkte groesserer Aeronautik Departments dort anzusehen. Desto kleiner und agiler die Drohnen werden desto ineffektiver werden Kevlarfaeden und Schrotladungen.

    Effektiv wuerde ich mir wuenschen, dass Deutschland solche Aenderungen mit einer Erhoehung des Forschungsbudgets beantwortet. Eventuell waere es mal eine Idee wert der Deutschen Bundeswehr eine Gruendung eines Startup Accelerator analog zum US-Militaer zu erlauben (https://www.technologyreview.com/s/603084/the-pentagons-innovation-experiment/) und eines gesonderten Forschungsbudgets von betraechtlicheren Ausmassen.

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