Jetzt online: Bundeswehr-Doku-Serie „Die Rekruten“

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Die Bundeswehr hat am (heutigen) Dienstag auf YouTube ihre neue Doku-Serie Die Rekruten gestartet: Eine Gruppe junger Leute wird durch die Grundausbildung begleitet, auf dem Weg zum Soldaten.

Die ersten Folgen aus dem Leben der neuen Rekruten sind jetzt online, in einem eigenen Video-Kanal (also getrennt vom normalen YouTube-Kanal der Bundeswehr). Das sieht dann zum Beispiel so aus:


(Direktlink: https://youtu.be/P2YkqYzAlKU)

Ich vermute, dass es dazu hier gewissen Diskussionsbedarf gibt… Aber bitte eines im Hinterkopf behalten: Das ist keine Dokumentarserie im journalistischen Sinn. Sondern ein Produkt der Nachwuchswerbung (kostet deshalb ja auch 1,7 Millionen Euro reine Produktionskosten plus 6,2 Millionen Euro begleitende Mediakosten, z.B. für Plakate und weitere Werbung). Jeder andere Arbeitgeber würde auch nicht gerade das in den Vordergrund stellen, was in seinem Laden nicht so funktioniert…

136 Kommentare zu „Jetzt online: Bundeswehr-Doku-Serie „Die Rekruten““

  • marvin   |   04. November 2016 - 16:19

    Mir persönlich würde zwar auch etwas mehr „Kämpfer“ in der BW gefallen (deswegen bin ich auch hin und war dann enttäuscht). Aber da ich öfter in den Staaten bin und einige Leute in meinem Alter kenne die im Marine Corps waren, weiß ich auch, dass man zumindest bei den Jägern auch im Vergleich zu den Marines nicht nur lustig Wandern und Zelten lernt. Klar ist das eine härtere Truppe (mit viel Prestige in der Bevölkerung) die viel Wert auf eine gründliche infanteristische Ausbildung legt. Aber mir wurde mehrfach erklärt, dass die Grundausbildung auch aus viel Show besteht und man das richtige Handwerkszeug zum Rifleman oder Reconmarine schon später und ohne schreinde DI’s lernt. Und die Leute die nicht in den kämpfenden Einheiten gedient haben waren sich trotz dem Stolz es durch die Grundausbildung geschaft zu haben auch bewusst, dass sie deswegen keine superharten Frontschweine sind.

  • Zimdarsen   |   04. November 2016 - 16:30

    @Merseburger

    „Die Leistungsfähigkeit einer Armee macht sich m.E. an ihrer Fähigkeit fest, Feind erfolgreich zu bekämpfen.“

    Das ist nicht die Aufgabe der Bundeswehr in ihren Stabilisierungseinsätzen und Abschreckung.
    Wenn das gefordert wird, ist meist schon was schief gegangen.

    „Diesbezüglich sieht die Bilanz der Bundeswehr nun einmal im Vergleich zu der anderer NATO-Staaten nicht gerade beeindruckend aus. Vielleicht kennen Sie ja Beispiele für besondere Leistungen der Bundeswehr diesbezüglich?“

    Die Bundeswehr ist EIN Instrument der SiPo und ihr Auftrag ergibt sich aus dem GG. Die Bundeswehr nach GG ihren Auftrag in 61 Jahren in jedem Jahr erfüllt.
    Selbst die im Rahmen der Amtshilfe!

    Welchen Auftrag hat die Bw nicht erfüllt?
    Wo haben die USA mit ihrer Armee durch Bombardierung in den letzten 26 Jahren für mehr Sicherheit gesorgt?

  • Zimdarsen   |   04. November 2016 - 16:44

    …..und auch das hat mit Grundausbildung bei der Marine erstmal NICHTS zu tun!
    Unsere Marine hat gut ausgebildete und leistungsfähige Soldaten.
    Es fehlen nicht bessere, sondern mehr Soldaten.

  • Anubiswaechter   |   05. November 2016 - 4:23

    @Zimdarsen | 04. November 2016 – 16:30

    Welchen Auftrag hat die Bw nicht erfüllt?
    Wo haben die USA mit ihrer Armee durch Bombardierung in den letzten 26 Jahren für mehr Sicherheit gesorgt?

    Ich bin zwar nicht gefragt worden, aber so spontan … zu Frage 1: Ruanda 1994. Und zu Frage 2: Syrien/Irak 2016, u.a.

    Damit haben Sie einen schönen Anlass gegeben, nochmals darauf hinzuweisen, dass der Einsatz von Streitkräften im Mittelpunkt stehen sollte, zumindest jedoch bei einer verantwortungsvollen Nachwuchswerbung nicht völlig ausgeklammert werden sollte.

  • Zimdarsen   |   05. November 2016 - 9:11

    @Anubiswaechter

    Welchen Auftrag hatte die Bw in Ruanda und Syrien/Irak nicht erfüllt?
    Welchen Auftrag hatte die Bundeswehr dort?
    Verwechseln sie evtl Bundeswehr mit BMVg und Regierung?

  • Hans Dampf   |   05. November 2016 - 11:10

    @ Klabautermann

    Als aktiver Stabsoffizier habe ich durchaus Respekt vor Ihnen, Ihren Kenntnissen und dem, was Sie – Ihren Angaben zufolge – dienstlich erreicht haben. Aber Ihre verbalen Aussetzer wie „fauliger Mundgeruch“ oder „Bullshit“ mit der Stoßrichtung, den anderen und dessen Meinung herabzuwürdigen, passen da nicht recht zu. Ich finde, einem KzS a.D. sind solche Äußerungen nicht angemessen und es stünde Ihnen gut zu Gesicht, sich diesbezüglich etwas zurückzuhalten. Es mag sein, dass „an Bord“ ein derartiger Ton herrscht…

    @ Klabautermann und andere

    Prolog 1: Ich kenne Merseburger nicht.
    Prolog 2: Ich teile seine Meinung nicht vollständig.

    Jedoch: Dass ihm hier hier Angriffskriegsphantasien angedichtet werden, ist nicht in Ordnung und überzogen. Seine Kritik an der Bundeswehr ist vielleicht hart und wird vom ein oder anderen „aktiven“ persönlich genommen, doch er hält dieser Bundeswehr – und insbesondere dem Heer – kritisch den Spiegel vor.
    Was wird seitens des Heeres stets und ständig verlautbaren gelassen? Phrasen wie „Der Kampf ist die Klammer“ oder „wir führen am Boden die Entscheidung herbei“. Nicht mehr und nicht weniger, in anderer Fasson, hat Merseburger hier geäußert und hat darauf hingewiesen, dass dies, ganz offenkundig, nicht von jedem verinnerlicht oder als Randnotiz angesehen wird. Von der Tatsache abgesehen, dass die Bundeswehr rein strukturell dazu gar nicht mehr dazu befähigt ist – wie die jüngsten Ereignisse bez. VJTF und Hubschrauber für Mali eindrucksvoll bewiesen haben.
    Und er hat schon recht: Wenn der Hinweis darauf, was den Soldatenberuf in letzter, brutaler und trauriger Konsequenz ausmacht (töten und getötet werden), selbst unter (ehemaligen) Soldaten verpönt ist und mit einem Naserümpfen aufgenommen wird, dann ist das zumindest merkwürdig.

  • klabautermann   |   05. November 2016 - 11:44

    @Hans Dampf

    Sie schreiben „merkwürdig“ oder „nicht angemessen“ und ich schrebe halt „bullshit“, weil ich mich eben als klabautermann nicht mehr dem Diktat der Politischen Korrektheit unterwerfen muß. Abgesehen davon, dass ich auch schon während meiner aktiven Dienstzeit für Klartext bekannt war. Ich bin nun einmal kein Herrenreiter, sondern ein Salzwassermatrose mit derben Seestiefeln;-) Und ich behalte mir eben die Möglichkeit vor eine sogenannte Meinung oder ein sogenanntes Argument schlicht und einfach klar und deutlich abzulehnen indem ich „bullshit“ schreibe und mich nicht in eine rabulistische „Diskussion“ ziehen lasse, mit der dann wieder versucht wird einen Faden von T.W. einen Spin und Drall zu verleihen, der in die immer gleiche atavistisch-militaristische Richtung zielt.

  • Koffer   |   05. November 2016 - 16:50

    @Hans Dampf | 05. November 2016 – 11:10
    „Was wird seitens des Heeres stets und ständig verlautbaren gelassen? Phrasen wie „Der Kampf ist die Klammer“ oder „wir führen am Boden die Entscheidung herbei“. “

    Ihre Kritik in diesem Sinne teile ich, aber das hat nichts mit einer Werbekampagne mit dem Schwerpunkt Marine/Technik zu tun.

    Grundsatzkritik: sehe ich auch so. Passend zu diesem Diskussionsfaden: Nein.

    @klabautermann | 05. November 2016 – 11:44
    „Diktat der Politischen Korrektheit“

    Ihre Sachkompetenz schätze ich. Inhaltlich bin ich Ihnen in der Kritik an @Merseburger nicht fern.

    Dennoch hier geht es nicht um pc, sondern um Manieren und manche Ihrer Formulierungen (und eben auch die fraglichen gegenüber @Merseburger) sind nach meiner persönlichen Meinung nicht dazu geeignet den sachlichen, kameradschaftlichen und konstruktiven Diskurs in diesem Blog zu erhöhen.

    Die Frage wie wir hier in den Kommentaren dieses Blogs mit einander umgehen ist ja in den letzten Monaten wiederholt thematisiert und kritisiert worden…

  • Der Junge Neue   |   05. November 2016 - 20:55

    Also mich als angesprochene Zielgruppe (20 Jahre) spricht diese Serie sehr an.
    Ich finde es ganz gut gemacht und bin der festen Überzeugung das sich durch die Serie mehr Personal anwerben lässt.
    Ich finde die Selfie Perspektive zwar einwenig zu oft angewendet, aber sonst ist die Serie sehr interessant und zum Teil recht lustig (habe echt schon mehrmals herzhaft gelacht 😂).
    Die Kritik das hier nicht auf möglichen Auslandseinsätze hingewiesen wird finde ich für übertrieben und kann sie zum Teil überhaupt nicht verstehen. Die Serie soll vermitteln wie die ersten Wochen bei der Bw ablaufen. Sie soll einwenig vorbereiten und auch zeigen das dort ein anderer Ton herrscht als man vielleicht erwartet.
    Das sehe ich als Intention der Serie, sie soll einfach einen Vorgeschmack auf die ersten Wochen bei der Bw geben und worauf man sich einstellen muss.
    Das wen man zu Bw geht auch mal in Auslandseinsätze muss und dort kämpft, sollte heute inzwischen eigentlich jedem Bewerber klar sein (kaum ein Thema war in den letzten Jahren sofort in der Presse wie Auslandseinsätze der Bw), deswegen brauch man dieses Thema nicht immer und überall erwähnen.

  • O. Punkt   |   06. November 2016 - 11:09

    Ach wie schön zu sehen, wenn der HG-Hilfsausbilder mal wieder zum „Gott“ wird.

  • Sailor   |   06. November 2016 - 11:47

    Allen Kritikern bezüglich der Thematik Auslandseinsatz, Tod und Verwundung sei an dieser Stelle auch mal gesagt, dass heutzutage ein Bewerber/Interessent vor Eintritt in die Bundeswehr an mindestens 2 Stellen mit dieser Thematik konfrontiert wird:

    1. Beratungsgespräch beim Karriereberater, welches zwingend (!) vor Bewerbung durchgeführt werden muss und in dem die o.g. Themen absolutes Muss als Inhalt des Gespräches sind

    2. Einstellungstest im Karrierecenter / ACFüKrBw und dort allerspätestens beim Gespräch mit dem Psychologen & Prüfoffizier

    Mag sein dass dies zu Zeiten der Wehrpflicht beim damaligen Wehrdienstberater und bei der Musterung etwas anders abgelaufen ist (kann ich nur schwerlich beurteilen, zu meinem Einstellungstest 2001 gab es zwar die Wehrpflicht noch, da ich mich aber direkt als SaZ beworben habe, kann ich wenig zum damaligen Prozedere Musterung bei Wehrpflichtigen sagen) heute ist es aber definitiv nicht mehr der Fall sondern wie oben beschrieben.

    Desweiteren sollte man nicht vergessen, wie schon mehrfach geschrieben, dass es sich hier um eine Grundausbildung bei der Marine in technischen Verwendungsreihen handelt und wir bislang von 12 Wochen genau 4 Tage gesehen haben!

  • Hans Dampf   |   06. November 2016 - 14:12

    Also den wiederholt betonten Hinweis, dass es hierbei um die Grundausbildung an der MTS in Parow geht, verstehe ich semantisch durchaus, aber was daraus folgen soll, nicht so recht. Dass die Kritik anders aussähe, wenn sie beim Heer in Regen oder bei der Luftwaffe in Germersheim abliefe? Die Kritik an der Serie ist ja teilweise grundsätzlicher Natur und Ort/Einheit der Grundausbildung nebensächlich. Im Übrigen heißt der Text ja auch „Eine Bundeswehr Originalserie“, die das The Voice of Germany-mäßige Titelbild überschreibt bzw. „Kulturschock Bundeswehr“.

    @ Koffer:

    Ich bitte darum, mir nachzusehen, dass ich bei der Betrachtung dieser Art von Werbung nicht umhin komme, auf eine übergeordnete Ebene zu „wechseln“.

    @ Klabautermann:

    Tut mir leid, aber worin Sie einen atavistisch-militaristischen Spin und Drall zu sehen glauben, kann ich nicht verstehen. Ich gäbe Ihnen recht, wenn das Soldat-sein nur auf die rein technokratische Waffen(system)bedienung in Söldnermanier reduziert würde. Ich habe schon genügend Diskussionen (im realen Leben) geführt, in denen ich deutlich gemacht habe, dass sich der Wert eines Soldaten nicht nur allein über die fachlichen Fertigkeiten definieren darf, sondern auch vielen anderen ethischen/moralischen/rechtlichen Dimensionen genügen muss. Dass jedoch das Alleinstellungsmerkmal des Soldatenberufes, nach SOL-Manier „eingedampft“, „töten und sterben“ ist, das ist kein Diskussionsbeitrag, sondern schlechterdings eine Tatsache. Keine, mit der man hausieren gehen muss. Keine, auf die man sich etwas einbilden sollte und mit der man andere Berufe herabwürdigt, die aber jedem bewusst sein sollte, der diesen Beruf ergreift.

  • Koffer   |   06. November 2016 - 15:12

    @Hans Dampf | 06. November 2016 – 14:12
    Der häufige Hinweis auf die Tatsache, dass es eine Marine-Technik-Landser Grundausbildung ist, hat natürlich mehrere Ebenen.

    Landser sind nicht FA/BA oder OA. Das erkennt man z.B. an der Schulausbildung der Mehrheit der Protagonisten.

    Marine ist nicht Heer. Das erkennt man z.B. am Umgangston, der Unterbringung und der Struktur der Ausbildung (wobei nach vier Tagen ja noch nicht so viel Ausbildung zu sehen war).

    Technik ist nicht Kampftruppe. Das erkennt man sowohl am „Personal“, als auch am „Duktus“.

    Alles zusammen Grundausbildung ist nicht überall gleich.

    Aber darum geht es auch gar nicht. Mit dieser Werbekampagne betritt die Bw Neuland und versucht mit zeitgemäßen Mitteln Menschen zu interessieren, die vielleicht ansonsten nicht darüber nachgedacht hätten.

    Das ist aus meiner Sicht gut und lobenswert.

    Natürlich kann das nur ein erster Schritt sein, aber für mehr ist Werbung ja auch nicht da.

    Ich bin auch der Meinung, dass die Bw militärischer werben sollte (hat auch etwas mit Imagebildung zu tun).

    Aber dafür ist DIESE Kampagne offensichtlich nicht gedacht.

    Wenn Sie also eine Grundsatzkritik an der nicht ausreichend militärischen Werbung der Bw anbringen wollen (in Richtung Einsatz und Gefahr), dann bin ich durchaus bei Ihnen, aber das hat mit DIESER Kampagne nun einmal wenig zu tun. Und das ist in DIESEM Fall auch gut so.

  • Hans Dampf   |   06. November 2016 - 16:34

    Na gut, dann bin ich mal gespannt, wie das Fazit dieser Sendung ausfallen und wie die (eventuelle) Weiterentwicklung aussehen wird. On verra ;-)!

  • Brommy   |   06. November 2016 - 17:12

    @ Der junge Neue
    Danke für diesen Beitrag aus der anvisierten Zielgruppe!

  • K.B.   |   07. November 2016 - 8:36

    @T. Wiegold:
    „Ach, @ZappMM-Kollegen. Bislang habt ihr euch doch benommen. Und jetzt wollt ihr mich als ein bisschen deppert darstellen?“
    https://twitter.com/thomas_wiegold/status/795321723029782531

    Vielleicht erkenne ich die Zwischentöne nicht richtig. Aber ich empfinde Ihre Antworten auf z.T. kritische Fragen sehr sachlich und gut begründet – „ein bisschen deppert“ in keinem Fall.

  • Zimdarsen   |   07. November 2016 - 9:07

    @Koffer

    „Ich bin auch der Meinung, dass die Bw militärischer werben sollte (hat auch etwas mit Imagebildung zu tun).“

    …und wie sieht das dann aus?

    So wie zB in Germersheim?
    Wie in manchen Filmen?

    – Mehr rumschreien?
    – Die Staatsbürger anbrüllen?
    – Bescheuerte Sprüche?
    – Gleich am ersten Tag bei der Kleiderausgabe im Regen stehen lassen (dann die Hälfte krank)?
    – Gleich in der ersten Woche über die HiBa mit Holzgewehren?
    – Mit vier Schuß Üb Mun ins Gelände?

    Zur AGA kommen heute auch lebensältere und lebenserfahrene Bürger, ggf mit eigenen Kindern und einem Leben vor dem Bund. Es geht bei der AGA nicht um das Erlernen eines Bestehens im Kampf, sondern um das unfallfreie Bewegen (einschl Gruß und SG) im Grundbetrieb in DEU. Führen durch Vorbild und es läuft!

    Wer harte Ausbildung der Bw sehen möchte findet auf You Tube genügend Filme.

  • MikeMolto   |   07. November 2016 - 9:52

    @ klabautermann | 05. November 2016 – 11:44
    @ Koffer

    Hier faellt wieder jemand in die Uebersetzungs- und Bedeutunsfalle, offenbar….

    „Bullshit/bullshitting‘ heisst und bedeutet in den Streitkraeften der angelsaechsischen Herkunftslaender ein etwas staerkeres ‚veraeppeln‘ oder ‚Laecherliches erzaehlen‘ – im zivilen Gebrauch gleichbedeutend mit ‚kidding‘.
    Indem das im Deutschen als ’shit‘ uebersetzt empfungen wird entspricht das Wort genau so wenig dem Inhalt wie corn bei Korn.

  • Fux   |   07. November 2016 - 10:28

    @Zimdarsen 09:07

    Ich glaube, Sie haben @Koffer mißverstanden. Ihm ging es bei seiner Forderung nach der Darstellung von mehr militärischen und Einsatzrealitäten explizit NICHT in dieser Kampagne zur Grundausbildung sondern allgemein in eigenständigen Kampagnen.

    Diese „Grundausbildungs-Kampagne“ zielt meiner Ansicht nach aber – wie hier bereits erwähnt – zum einen explizit auf den Mangel an Mannschafter bei der Marine ab und aber zum anderen, um Bewerbern explizit zu zeigen, wie die Grundausbildung abläuft und was sie dort erwartet.
    Viele FWDL brechen gerade in den ersten Grundausbildungswochen ab und kehren den Streitkräften den Rücken, weil sie dort eben NICHT das erleben, was Ihnen bisher in den Werbebotschaften (ich fahre Panzer, ich bin Pilot, ich bin Techniker, ich fahre auf dem Schiff, ich bin PzGren im Wald usw.) gezeigt wurde.
    Diese waren von ihrem Erwartungsbild enttäuscht. Was aber auch verständlich ist, da die Grundausbildung nur selten nachher mit der spezifischen – zuvor bildreich im Schwerpunkt beworbenen – militärischen Fachtätigkeit und Verwendung nur wenig zu tun hat.
    Somit ist der mit DIESER Serie gewählte Ansatz „wir zeigen mal die komplette Grundi“ durchaus geeignet, den einen oder anderen über die ersten 3 Monate zu hiefen ohne das Handtuch zu werfen, bevor er dann überhaupt dort hin kommt, wofür er sich eigentlich interessiert und einstellen lassen hat.

  • Dipl.-Inf(anterist)   |   07. November 2016 - 11:17

    In diesem Zusammenhang bin ich mal gespannt, ob im Rahmen der Sendung(en) noch mal irgendwann erwähnt bzw. thematisiert wird, warum am Ende der ersten Woche bereits 6 Rekruten abgebrochen haben!?
    An der Härte der Ausbildung mag es ja wohl kaum gelegen haben… immerhin wurde ja schon „ausgebildet“ wie ein „Bock“ und ein Spind zu bauen sind, wie man antritt und zum Frühstück geht und wie man den Sportanzug und den Feldanzug anzieht! ;-)

  • Hans Schommer   |   07. November 2016 - 11:34

    @ Dipl.-Inf(anterist) | 07. November 2016 – 11:17:
    Nicht wenige der jungen Leute haben mehrere Eisen in ihrem Feuerchen liegen – bis hin zum Stipendium für einen Studienplatz in Übersee. Weiß ich aus allererster Hand. Die fangen dann beim Bund an, und scheiden (regelkonform!) wieder aus, wenn sich dann Plan A, B oder C realisieren lässt. Heißt, Bw war eigentlich ja nur Plan D.
    Hans Schommer

  • Koffer   |   07. November 2016 - 18:13

    @Zimdarsen | 07. November 2016 – 9:07
    „Es geht bei der AGA nicht um das Erlernen eines Bestehens im Kampf, sondern um das unfallfreie Bewegen (einschl Gruß und SG) im Grundbetrieb in DEU.“

    Da sind wir nicht beieinander. Grundausbildung (AGA heisst sie schon einige Jahre nicht mehr) ist WESENTLICH mehr, als nur reine Fertigkeitsvermittlung.

    Hier geht es um soldatische Prägung im Kern. Dazu gehört Disziplin, soldatisches Selbstverständnis und (für Sdt des Heeres und der SKB) immer auch die Vermittlung der Wichtigkeit des Kampfes und des „Durchhalten Könnens“.

    Hinsichtlich aller anderen Aussagen schließe ich mich allerdings @Fux | 07. November 2016 – 10:28 an.

    @Fux | 07. November 2016 – 10:28
    +1

  • Andreas Moser   |   07. November 2016 - 22:50

    Hmm. Besonders intellektuell kommt die Bundeswehr da nicht rüber. Weder von den Rekruten, noch von den Ausbildern.

  • Closius   |   07. November 2016 - 22:57

    @Hans Schommer: Die BW ist doch selber schuld, wenn Rekruten nach kurzer Zeit wieder abspringen und einen anderen Plan verwirklichen, indem eine Probezeit von 6 Monaten eingeführt wurde. Selbst Auszubildende haben nur eine Probezeit von 4 Monaten und zu einer Grundausbildung passt doch kein Kündigungsrecht von einem Tag, 6 Monate lang.

    Die Lösung wäre einfach, einfach die Probezeit abschaffen. Vertrag ist Vertrag!

  • Koffer   |   08. November 2016 - 7:02

    @Closius | 07. November 2016 – 22:57
    Man geht es als Soldat keinen „Vertrag“ ein! Die Bindewirkung der Verpflichtungserklärung ist wesentlich (!) umfassender.

    Natürlich könnte man das aktuelle System (6 Monate, 1-Tagesfrist) dennoch etwas zurückfahren, aber im Kern ist es doch hilfreich!

    Warum sollten wir Leute halten, die uns ansonsten nur belasten würden??

  • Hans Dampf   |   09. November 2016 - 22:24

    Ich hoffe, es ist nicht allzu OT, aber es passt zum Thema, auch wenn es schon ein paar Jährchen älter ist (und auf englisch):
    https://www.youtube.com/watch?v=kGYeqgbYe0k
    Sehenswert in jedem Fall, vor allem die Sicht der Mannschaften im Vergleich zu der der Offiziere.

  • Hans Schommer   |   10. November 2016 - 0:26

    Closius | 07. November 2016 – 22:57:
    “ … Die Lösung wäre einfach, einfach die Probezeit abschaffen. Vertrag ist Vertrag!“
    Wozu taugen die so „gewonnenen“ Leute dann noch? Dann lieber ab vom Hof – meine ich.
    Hans Schommer

  • Zimdarsen   |   10. November 2016 - 7:23

    @Kofferq

    Schrieb ich doch!

    „Es geht bei der AGA nicht um das Erlernen eines Bestehens im Kampf, sondern um das unfallfreie Bewegen (einschl Gruß und SG)“

    Nach der AGA (so weiß jeder was ich meine) hat keiner die Fähigkeit um im Kampf zu bestehen, dazu ist die Zeit zu kurz und der Lehrplan zu voll (ja, es heißt auch nicht mehr Lehrplan). Disziplin, soldatische Selbstverständnis, Vermittlung der Wichtigkeit des Kampfes und des „Durchhalten Könnens ist Inhalt SG. Die Aufzählung in der Klammer war war natürlich nicht vollständig.

  • ht_   |   10. November 2016 - 8:22

    Moin,

    außer das wir die Handy`’s abgeben durften, von morgens um 0500-2200h beschäftigt wurden, uns im Vorfeld schriftlich erläutert wurde das wir 14Tage nicht Hause kommen und nach einer Woche überhaupt das erste Mal mit der Außenwelt kommunizieren durften sehe ich nicht viele Unterschiede von der Serie zu unserer AGA vor 16 Jahren beim Heer.
    Außer einem ganz deutlichen. Wir waren fitter. Die Eignungsprüfung ist doch echt ein Witz.

    Abgesehen davon denke ich das sich die BW mit der Serie mehr schadet als hilft. Es ist echt witzig, wenn es nicht so traurig wäre.

  • Anna Nym   |   10. November 2016 - 9:26

    @Hans Dampf: Es gibt da eine aktuelle Doku aus diesem Frühjahr, die vom Thema und der Machart vergleichbar ist mit „Die Rekruten“, allerdings 8×57 Minuten und vom Fernsehen (Channel4, Großbritannien):
    „Royal Navy School“ (https://www.youtube.com/results?q=royal+navy+school&sp=EgIYAg%253D%253D)
    Die hatten durch die viel längere Sendezeit natürlich die Ruhe, sich mit einzelnen Rekruten zu befassen und denen ein Profil zu geben in der Sendung. Das ist was, das mir bei „den Rekruten“ bisher ein bisschen fehlt –Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann, oder (in meinem Fall als Nicht-Zielgruppe) interessiert ist an ihrem Weg.
    Heimweh und „wie, ich darf mein Handy nicht benutzen?“-Szenen finden sich auch bei der RN :-). Der Ton schien mir etwas rauer.

  • Hubi   |   10. November 2016 - 13:56

    Die Medien berichten aktuell über den stark gestiegenen Anteil minderjähriger Bundeswehrangehöriger.

  • Koffer   |   10. November 2016 - 20:12

    @ht_ | 10. November 2016 – 8:22
    „Abgesehen davon denke ich das sich die BW mit der Serie mehr schadet als hilft. Es ist echt witzig, wenn es nicht so traurig wäre.“

    Warum denken, Sie das die Serie der Bw schadet?

    Die ersten Zahlen aus dem Netz sind ja doch bombastisch gut…

  • Perikles71   |   10. November 2016 - 23:04

    Mit 25 bin ich ja noch halbwegs an der Zielgruppe und obwohl ich zuerst extrem skeptisch war, bin ich eigentlich mit der Serie nach 8 Tagen ziemlich zufrieden. Persönlich hätte ich gerne etwas längere Videos um tiefer in die Materie einzutauchen und der Schnitt bzw die Kameraführung gefällt mir auch nicht so, aber inhaltlich geht das ganze ziemlich in Ordnung..Einzelne Abschnitte werden nachvollziehbar erklärt, auch absurde Aktionen, wie zB das Zählen der Kleiderbügel später aufgelöst. Die Personen sind mir jetzt zwar auch nicht alle unbedingt sympathisch, aber sie wirken authentisch. Auf mich wirkt nichts geschönt, bis auf die schicke Einrichtung unterscheidet sich vom Dargestellten eigentlich nichts großartig von meiner GA zu Wehrpflichtszeiten.

    Für die Zukunft bin ich gespannt, wie sie eher langweilige Sachen wie Unterricht im Hörsaal oder Wiederholungsübungen darstellen. Außerdem würde mich interessieren, ob die Auswirkungen der 41h-Woche angesprochen werden. Ansonsten muss man sagen, dass die Serie Aufmerksamkeitstechnisch ein Riesenerfolg ist. Die älteren Videos haben schon über 650.000 Views, der seit Jahren gepflegte Account der Bw hingegen nur 200.000 Abonnenten. Zum Vergleich: Ein gestern auf dem regulären Account gepostetes Video hat 17.000 Views, dass gestrige Rekrutenvideo knapp 300.000. Dazu kommt, dass die Kommentare unter den Videos inzwischen größtenteils positiv oder zumindest neutrale Fragen sind. In den ersten Tagen gab es noch viele kritische Stimmen, ich schließe mal daraus, dass das Klientel, dass die Bw eher ablehnt sich die Serie nicht mehr anschaut, nachdem sie einmal ihre Meinung vertreten hat.

    Natürlich wird das Video jetzt keinen Run auf die Karrierecenter auslösen, ich finde aber, dass es ein Schritt in die richtige Richtung ist. Die Bw spricht gezielt Jugendliche an, die sich ansonsten vielleicht niemals mit der Thematik beschäftigt hätten. Ich glaube die Aufmerksamkeit für die Bw in der breiten Bevölkerung wird hier teilweise stark überschätzt. Zum Beispiel gibt es in meiner Heimatregion im Umkreis von rund 100km keine Kaserne, in den Köpfen der Leute kommt die Bw nicht vor. Die Jugendlichen denken bei ihrer Berufswahl nicht an die Bw, nicht weil alle sie sie ablehnen würden, sondern weil sie für sie praktisch nicht existiert. Von der Thematik hört man vielleicht man am Rande in den Medien oder bei den „Kriegsgeschichten“ der Väter aus Wehrdienstzeiten, aber das wars dann auch schon. Keiner sezt sich so wirklich mit der Thematik auseinander, da kann so eine Serie oder intensivere Werbung zumindest schon einmal erste Denkanstöße liefern.

  • ThoDan   |   10. November 2016 - 23:22

    @Closius

    Da die „Normalität“ frühestens nach der GA beginnt, sind 6 Monate Zeit vielleicht sogar eine Bindungsfördernde Maßnahme und abgesehen davon erhält der Arbeitgeber BW dann auch angemessen Gelegenheit Normalen Dienst zu zeigen.

    Vertrag ist Vertrag, dann gilt das aber für die BW auch, und ich würde Wetten das die Auswahl an potentiellen Rekruten dann stark abnimmt.
    Bei der Vorstellung sagt doch jeder halbwegs normal und vernünftig denkende Mensch Nein, Definitiv.

    Eine Probezeit soll nicht nur dem Arbeitgeber Gelegenheit geben den Arbeitnehmer zu prüfen sondern umgekehrt auch.

    @ht_

    Grund, Legitimation für das Einziehen der Mobiles und Verbot der Kommunikation nach außen?
    Ich glaube bei letzterem hätte es bei uns Ärger gegeben, juristischer Art und wir hatten am ersten WE frei.

  • klabautermann   |   11. November 2016 - 13:07

    Das ist übrigens die U-Tube-Rekrutenwerbung der Bundespolizei:
    https://www.youtube.com/channel/UCl8a1bV9Rl-XNNiJdDKIgdw

    muß man in Verbindung mit diesem Video sehen:
    https://www.youtube.com/watch?v=bbtDZgl7u1g

    Klarer Heim(at)-Vorteil würde ich sagen.

  • Chuck   |   11. November 2016 - 18:29

    Ich habe zwar von dieser neuen Sendeform gehört. Aber erst Gestern gesehen.
    Zur Zeit bin ich auf einer Bundeswehrfachschule, also ein Hort voll, mit altgedienten Soldaten die schon einiges gesehen und erlebt haben.
    In einer Freistunde habe wir uns dann die Dokusoap mal „angetan“

    Ergebnis: Durchweg Positiv, wenn auch nicht ganz für die Situationsdarstellung in der kompletten Bundeswehr geeignet. Viele haben den Punkt mit der Ausstattung in Parow ja schon genannt, dass er keine Allgemeingültigkeit hat.

    Gewünscht hätte Ich mir ja eine Dokumentation aller TSKs Problem: Format wird einfach zu groß.

    Und genau diese kurzen Videos sind eine gelungene Marketing-Strategie für die Bundeswehr, kurzweilige Videos mit Dokumentationscharakter, absolut glaubwürdige Darsteller und schnelle aber übersichtliche Schnitte. Hier hat man von den Youtube-Stars einiges gelernt.

    Selbst ich als eher kritischer Mensch, was die Bundeswehr-PR angeht muss diesmal sagen: Touché

    PS: Was wirklich gar nicht geht, sind die Youtube-Kommentare. Aber das ist ja ein bekanntes Wutbürgerproblem, von Nix eine Ahnung aber überall und ungefragt den Senf beigeben, auch wenn es noch so absurd und unangebracht ist. Dennoch sollte man hier keine Zensur oder Deaktivierung vornehmen. Man soll ja auch was zum Lachen haben ;-)