Bundeswehr startet Reality-Doku-Serie zur Nachwuchsgewinnung (Nachtrag: Gesamtkosten fast 8 Mio)

Die Bundeswehr startet am (heutigen) Montag 1. November die Reality-Doku-Serie Die Rekruten auf Youtube, in der ausgewählte Soldaten in der Grundausbildung begleitet werden. Die Serie soll der Nachwuchswerbung dienen.

Dazu sagt der Beauftragte für die Kommunikation der Arbeitgebermarke Bundeswehr, Dirk Feldhaus:

bw_youtube_feldhaus_24okt2016     

 

Die weiteren Aussagen von Feldhaus bei einer Preview der Serie für Journalisten am (heutigen) Montag dürfen nicht zitiert werden; das bleibt offensichtlich der Bild am Sonntag vorbehalten.

Nachtrag: Ebenfalls am Montag informierte das Ministerium den Verteidigungsausschuss:

Ein Jahr nach dem Start der neuen Arbeitgeberkampagne „Mach, was wirklich zählt“ wird die Bundeswehr mit einem neuen Format noch stärer auf die junge Zielgruppe der 17 bis 25-jährigen zugehen, um auf sich als attraktiver Arbeitgeber aufmerksam zu machen.
Darüber möchten wir Sie und die Mitglieder des Verteidigungsausschusses heute informieren. Zum 1. November 2016 startet die neue Bundeswehrserie mit dem Titel „Die Rekruten“ auf Youtube. In der Reality-Dokumentation werden 12 Rekruten über die gesamte Grundausbildung mit der Kamera begleitet. Jeden Tag gibt es auf dem neuen Youtube-Kanal „Die Rekruten“ eine Folge. Vom ersten Antreten bis hin zum feierlichen Gelöbnis – die Serie zeigt hautnah, wie aus jungen Menschen junge Soldatinnen und Soldaten werden. Der Stil der Serie ist dabei durch rasante Schnitte, eine jugendgerechte Sprache sowie eine besondere Nähe zu den Protagonisten gekennzeichnet. Sie holt die Jugendlichen in ihrer Welt ab und die Zuschauer erleben die persönlichen Höhen und Tiefen der Protagonisten mit.
In den Jahrzehnten vor Aussetzung der Wehrpflicht haben Millionen von Männern die Grundausbildung selbst erlebt und viele Mythen und Geschichten darüber erzählt. Die Serie zeigt jetzt authentisch, wie die Grundausbildung im Jahre 2016 abläuft und warum sich heute jedes Jahr über 20.000 junge Frauen und Männer freiwillig für eine Karriere in der Bundeswehr entscheiden. Mit der Serie wecken wir das Interesse am Arbeitgeber Bundeswehr in einer immer schwieriger zu erreichenden Zielgruppe.
Der Start der Serie wird mit einer Social-Media-Kampagne sowie einer bundesweiten Plakat- und Hörfunkkampagne begleitet. (…)
Die Serie und die begleitende Kampagne werden ohne zusätzliche Mittel komplett aus dem bestehenden Etat Nachwuchsgewinnung (35,3 Millionen Euro) finanziert. Sie wird den Schwerpunkt unserer Werbemaßnahmen im IV. Quartal 2016 bilden. Für die Produktion der Serie sind 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Um die Serie möglichst vielen jungen Menschen unserer Zielgruppe der 17- bis 25-jährigen bekannt zu machen, sind knapp 6,2 Millionen Euro an Medialeistungen (Online, Social Media, Plakate, Postkarten etc. vorgesehen.

Das bedeutet, wenn ich das nicht falsch verstehe, dass diese Serie zusammen mit den dafür vorgesehenen Werbemaßnahmen insgesamt mit knapp acht Millionen Euro zu Buche schlägt.

15 Kommentare zu „Bundeswehr startet Reality-Doku-Serie zur Nachwuchsgewinnung (Nachtrag: Gesamtkosten fast 8 Mio)“

  • QuiGon   |   24. Oktober 2016 - 14:44

    Startet heute? Ich dachte am 1. November?

  • klabautermann   |   24. Oktober 2016 - 14:55

    Der „Beobachtereffekt“ sagt in Kürze, „Es klappt eigentlich nur, wenn niemand hinsieht“ ;-)
    Aber da die Ausbilder ja eh hinsehen, macht die Kamera da wohl keinen großen Unterschied – allerdings nimmt die Kamera ja auch die Ausbilder auf…….hm………das ist schon kompliziert mit Reality-Dokus /SCNR

  • T.Wiegold   |   24. Oktober 2016 - 14:58

    @QuiGon

    Entschuldigung, mein Fehler. Ist korrigiert.

  • wwkauz   |   24. Oktober 2016 - 15:36

    Hatten wir sowas nicht schonmal? Vor 10 Jahren ungefähr gab es die Doku Feldtagebuch – Allein unter Männern

  • O. Punkt   |   24. Oktober 2016 - 16:52

    @wwkauz: Ja, und Sie genießt heute noch Kultstatus ;-)
    In der Tat ist die Doku sogar schon 15 Jahre alt.

    So und nun aber wieder Marsch, Marsch, Panzergrenadier Nagel!


    Ich bin gespannt, inwiefern der Untertitel “ Zeigen, wie es ist“ gerecht wird.
    Da gibt es sicher viel Diskussionsbedarf :-)

  • Weber   |   24. Oktober 2016 - 18:55

    Das ist ja eine schöne Idee, nun ist es aber doch nicht so, dass es keine Bilder, Beiträge, Berichte usw. dieser Art noch nicht gäbe.
    Private, wie öffentlich-rechtliche Sender haben dieses Thema zur Genüge aufgegriffen.

    Ich frage mich dabei immer, warum wird der Soldatenallag eigentlich stets auf die AGA eingedampft.
    Es sollen doch verstärkt länger Dienende geworben werden. Wäre es da nicht angebracht zu zeigen, wie das Leben nach der „Schlammschlacht“ aussehen könnte?

  • 36AB00   |   24. Oktober 2016 - 20:24

    @Weber: Vielleicht weil die meisten in den ersten 3 Monaten kündigen und hier insbesondere in den ersten 4 Wochen? Wenn man dadurch zumindest diejenigen auf den Boden der Tatsachen holt, die „sich das ganz anders vorgestellt haben“ (Wie, ich habe kein Einzelzimmer. Was, ich soll sooo früh aufstehen? und das sind Originalzitate), dann spart man wertvolle Lehrgangsplätze für diejenigen, die auch länger dabei bleiben.

  • T.Wiegold   |   24. Oktober 2016 - 20:32

    @all

    Siehe Nachtrag oben.

  • Sachlicher   |   24. Oktober 2016 - 20:34

    Ich bin nicht die Zielgruppe, also ist es entbehrlich meinerseits über den Inhalt etwas zu schreiben.

    Ich wünsche den Machern viel Erfolg. Die Bundeswehr braucht guten Nachwuchs, folglich erstmal gute Bewerberzahlen.

    Ich wünsche den Rekruten viel Soldatenglück und die so notwendige innere Haltung zu diesem herausfordernden wie schönen Soldatenberuf.

  • Aus der Truppe   |   24. Oktober 2016 - 21:37

    Auch wenn es vielleicht nicht angebracht ist, vor Ausstrahlung des Formats hier Kritik zu üben, so finde ich es auch schade, dass nur die Grundausbildung beleuchtet wird.

    Ja, viele ziehen in den ersten 4-12 Wochen die Reißleine, aber viele ziehen sie auch noch in den Monaten 4-6 oder man versucht es verzweifelt nach 6 Monaten.
    Stichwort: „In der Grundausbildung haben sie mir gesagt, ich kann mich versetzen lassen.“
    oder
    „Beim Karrierecenter meinten sie, ich kann nach der Grundausbildung dort bleiben.“

    Der Soldat in der Mannschaftslaufbahn unterschreibt in der Regel bei der Einstellung für 4 oder 8 Jahre und da stellen die ersten 3 Monate, zwar einen prägenden, aber dennoch einen nur sehr kleinen Teil dieser Zeit dar.

    Nach der Grundausbildung geht es ja erst richtig los. Da sitzt der HptGefr irgendwo auf dem Puma, Boxer oder fährt zur See. Da kommen Dinge wie Auslandseinsätze, längere Übungen (auch im Ausland) und Lehrgänge (wenn auch überschaubar) auf einen zu.
    Dann weicht vielleicht die moderne Stube mit 2- oder 4-Mann-Belegung der guten alter 6er-Bude.
    Ich tippe mal das die MTS in Parow infrastrukturell auf einem höheren Niveau ist als die Durchschnittskaserne.

    Ja, wir brauchen guten Nachwuchs, aber dieser sollte schon aus einer gewissen Eigenmotivation zur Bundeswehr kommen und nicht, weil er ne coole Reality-Doku auf Youtube gesehen hat.
    Es bringt auch nichts, wenn dieser Nachwuchs mit den falschen Erwartungen kommt und nach der Grundausbildung enttäuscht und demotiviert sein Dasein fristet.

    Wie gesagt, vielleicht irre ich mich total, die Doku schlägt ein wie sonst was und es werden wirklich alle Facetten unverblümt beleuchtet.

    Lassen wir uns überraschen!

  • Falk Steiner   |   24. Oktober 2016 - 21:45

    Tragen wir mal ganz kurz noch ein paar Details dazu, die man so im Internet findet:

    Produktion der Serie laut deren Website: SpinTV.
    Agentur: Castenow, Düsseldorf.

  • AoR   |   24. Oktober 2016 - 21:53

    Ich schließe mich @Sachlicher an. Dennoch finde ich die Idee überzeugend.

    Ich bin ein großer Fan von Anti-Kriegsfilmen, aber dennoch können derartike Werke kein Maßstab sein für das Bild der Bundeswehr. Ganz im Gegenteil, denn ist nicht die BW ein Beispiel dafür, dass Armee und Gesellschaft gelernt haben?

    Also, dann zeigt man den Jugentlichen mal, was sich da so tut in der Mann(Frau)schafft. Tagesablauf, Charaktere etc. Sicherlich auch interessant für Feldwebel und Unteroffiziere, mal mit Distanz auf die Sache zu blicken.

  • Closius   |   25. Oktober 2016 - 13:22

    Die Kampagne ist jetzt aber auch zum Erfolg verdammt, nachdem diese Serie 22 % des Werbeetats verschlingt.

    Ich prognostiziere jetzt schon mal, unabhängig davon ob diese Kampagne ein Erfolg wird oder nicht, daß der Werbeetat nicht bei 35,7 Millionen in Zukunft wird stehen bleiben können, sondern daß jedes Jahr immer mehr Geld in die Werbung gepumpt werden muss. Die Abschaffung der Wehrpflicht fordert einen hohen Preis…..

  • bonk   |   25. Oktober 2016 - 23:46

    fur mich ein vielversprechendes Konzept. Ich glaube an die mediale Wirkung.
    Ich hodffe es wird am Ende auch noch ne bloopers vwrsion geben. Oder noch besser eine version 2.0. die wochen danach. da lässt sich sicher was machen6. so als spothallenbeauftragter, oder tankwart oder kommandeursfahrer oder MatNachschubaoldat oder Gezi-soldat oder……

  • achtmalklug   |   01. November 2016 - 11:25

    Der erste Teil ist seit ner halben Stunde online:

    Die Einkleidung
    https://www.youtube.com/watch?v=3wB42CGLty8