Angriffe in Gao: Chinesischer Blauhelmsoldat getötet, Deutsche nicht betroffen

Niederländische und deutsche Soldaten des Einsatzkontingents MINUSMA im niederländischen Camp Castor in Gao, am 24.02.2016.

Die Angriffe auf die internationalen Truppen im Norden Malis nehmen zu. Am (gestrigen) Dienstagabend gab es in der Stadt Gao, in der auch deutsche Soldaten stationiert sind, simultan einen Selbsmordangriff auf die Truppen der UN-Mission MINUSMA und einen Anschlag auf Mitarbeiter der Anti-Minen-Aktion der Vereinten Nationen (UNMAS). Dabei wurden vier Menschen getötet, inzwischen ist klar, dass dabei erstmals ein chinesischer Blauhelmsoldat in einem UN-Einsatz in Afrika gefallen ist. Die in Gao stationierten deutschen Soldaten waren nach Angaben der Bundeswehr nicht betroffen.

Die Mitteilung von MINUSMA dazu gibt es bislang nur auf Französisch; in diesem Blogeintrag ist der Sachstand vom Dienstagabend auf Englisch wiedergegeben (und noch von einem Raketen- oder Mörserangriff die Rede):

Tuesday night the Multidimensional Integrated Stabilization in Mali (MINUSMA) and the United Nations Mine Action Service (UNMAS) were targeted in Gao by almost simultaneous attacks.

First around 20:45 MINUSMA camp located at Château d’Eau district came under either mortars or rockets attack. Facts still to be confirmed but at least one Chinese peacekeeper killed while three seriously injured. Furthermore, dozens of MINUSMA staff members, including civilians, were slightly injured. While preliminary damages are being assessed, initial information indicates that housing containers for staff were destroyed. The severity of physical damages and earlier reporting from locals about loud explosion indicate possible use of suicide bomber in a vehicle-borne improvised explosive device. France24 reported it was a suicide vehicle-borne improvised explosive device (SVBIED) that targeted Chinese peacekeepers post. One Chinese peacekeeper killed and two others severely injured.Almost simultaneously gunmen attacked a hotel hosting UNMAS experts. Three contractors total killed including two Malian private security officers and one French UNMAS expert.

Nach einer Meldung von Reuters hat sich Al Qaida im islamischen Maghreb (AQIM) zu den beiden Angriffen bekannt:

Al Qaeda in the Islamic Maghreb (AQIM) claimed responsibility on Wednesday for an attack on two United Nations‘ sites in northern Mali where a peacekeeper from China and three civilians were killed and over a dozen others wounded. (…)
AQIM said on social media its al-Mourabitoun division fought „crusader occupation forces“ in Gao on Wednesday, according to SITE Intelligence Group, a monitoring firm.

Nach dem Angriff auf UN-Truppen in Zentralmali am vergangenen Sonntag sind die kombinierten Angriffe in Gao ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Auseinandersetzungen in dem westafrikanischen Land an Härte zunehmen.

Die Bundeswehr ist derzeit mit rund 400 Soldaten unter MINUSMA-Kommando in Gao präsent. Am (heutigen) Mittwoch übernahmsie dort im Camp Castor in Gao die Verantwortung für die Aufklärung in der Region von den Niederlanden, wie das niederländische Verteidigungsministerium berichtete (danke für den Leserhinweis). Die Niederländer bleiben mit vier Apache-Kampfhubschraubern, drei Chinook-Transporthubschraubern, Spezialkräften, Polizeiausbildern und einigen Spezialisten wie Kampfmittelräumern in Gao präsent. Ihr Mandat ist derzeit bis Ende des Jahres befristet. Ohne eine Verlängerung vor allem der Hubschrauber-Komponente dürften die Deutschen allerdings ein Problem haben, weil sie bislang keine eigenen Hubschrauber in Mali haben.

(Archivbild: Niederländische und deutsche Soldaten des Einsatzkontingents MINUSMA im niederländischen Camp Castor in Gao, am 24.02.2016 – Bundeswehr/PAO Gao)

46 Kommentare zu „Angriffe in Gao: Chinesischer Blauhelmsoldat getötet, Deutsche nicht betroffen“

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   01. Juni 2016 - 20:33

    ACHTUNG Wiederholung in Teilen, hatte zuvor bereits in dem Malithread eingestellt.
    Aber auch das ist GAO am heutigen Tag.

    GAO, 12:30 Ortszeit, KAMP Castor
    Übergabe der Aufklärungsverantwortung von NLD an DEU Heeresaufklärungstruppe.
    https://www.defensie.nl/actueel/nieuws/2016/06/01/inlichtingeneenheid-maakt-in-mali-plaats-voor-duitse
    Auftrag, Sicherstellung der Aufklärungs- und MilNW-Leistung im Raum GAO.
    NLD hatte den Auftrag zwei Jahre lang ausgeführt. Wesentliche NEUERUNG dabei die Aufstellung der ASIFU, all sources information unit, eigentlich auf skandinavische Initiative hin. Finnen, Schweden, Norweger und schließlich auch Niederländer stellten die Zelle auf die Füße. Alles in allem waren (sind?) 12 Nationen an ASIFU beteiligt.
    Die Kommandoübergabe im Kamp Castor sah weitere interne Änderungen.
    – Das NLD Joint Support Detachement wurde zum Combined Joint Support Detachement.
    – Das DEU Kontingent erhielt einen neuen Fhr.
    NLD bleibt , vorläufig bis 31.12.16 mit 4 Apache, 3 Chinook, SOF und EOD sowie San- und VerbPers präsent.

  • Hunter   |   01. Juni 2016 - 21:04

    Raketenbeschuss hieß es zunächst. Mittlerweile spricht man (siehe SPON) von einem SVBIED.

  • T.Wiegold   |   01. Juni 2016 - 21:11

    @Hunter

    Ja, die SVBIED-Version habe ich auch gesehen, allerdings scheint es da noch Unklarheiten zu geben – Reuters lässt in seiner jüngsten Version die Art des Angriffs ganz aus.

  • gebauerspon   |   01. Juni 2016 - 21:53

    Die Info VBIED Angriff stammt aus den deutschen Meldungen der Bundeswehr, die über den Tag hinweg aus Gao eingingen, derzeit wird die Lage für die BW bewertet und eventuelle Kosequenzen überdacht, heisst es im Ministerium.

    Wenn man sich die Bilder ansieht, war es eine grössere Ladung aber das will ich den Experten hier überlassen. Das angegriffene chinesische Camp liegt meiner Erinnerung vom letzten Besuch nach etwa vier Kilometer westlich des DEU Camp Castor, die Lager der UN sind ja alle rund um die Rollbahn des Flughafens angesiedelt. Glaubt man den Soldaten vor Ort, war die Detonation deutlich zu spüren im DEU Camp, mehr aber nicht.

    Was der Angriff für die OP-Führung der UN bedeutet, ist noch unklar, morgen sollen darüber die COMs beraten, in Bamako gibt es zudem eine PK der UN.

    Ban Ki-Moon zeigte sich schockiert: https://m.facebook.com/notes/mission-des-nations-unies-au-mali-minusma/fren-d%C3%A9claration-attribuable-au-porte-parole-du-secr%C3%A9taire-g%C3%A9n%C3%A9ral-suite-aux-att/962616333855833

  • Memoria   |   01. Juni 2016 - 22:00

    @gebauerspon:
    Ebenfalls interessant scheint mir der von Ihnen recherchierte Angriff auf einen zivilen Transport mit einem TPz Fuchs vor wenigen Tagen zu sein (http://www.spiegel.de/politik/ausland/mali-terrorattacke-auf-uno-camp-a-1095376.html, letzter Abschnitt).

    Auch die Ankündigung von AQMI Gao weiterhin als Schwerpunkt zu betrachten, ist keine gute Nachricht.

    Anscheinend gehen verschiedene Gruppierungen koordiniert in verschiedenen Bereichen gegen MINUSMA und die malische Armee vor.

    Nur leider überraschend ist es nicht.

  • Bin_dabei   |   01. Juni 2016 - 22:57

    @Klaus-Peter Kaikowsky | 01. Juni 2016 – 20:33

    Kleine Korinthe zu Ihren Ausführungen: ASIFU bedeutet All Sources Information Fusion Unit. Dies ist eher eine eigenständige Einheit und keine Zelle eines GefStd.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   01. Juni 2016 - 23:46

    @Bin_Dabei
    Recht haben Sie, hatte das FUSION übersehen.
    Zur Zuordnung, im luftleeren Raum doch nicht, oder? Entweder als Zentrale des HQ oder als Zelle bei J2 zugeordnet, andere Unterstellung, ich lerne gern dazu.
    Da ASIFU in Bamako stationiert ist, muss von der Zuordnung zum MINUSMA-HQ ausgegangen werden, oder nicht?

  • Memoria   |   02. Juni 2016 - 6:29

    MINUSMA soll offenbar nochmals um mehr als 2000 Soldaten und mehrere Hundert Polizisten vergrößert werden:
    http://www.blick.ch/news/ausland/mali-uno-chef-empfiehlt-aufstockung-der-uno-truppen-in-mali-id5101741.html

    Neben der Quantität wird man sicher auch bald etwas zu den geplanten Fähigkeiten (Enabler?) erfahren.

    Das wird noch sehr aufschlussreich bis zur Bundestagswahl:
    Mehr Verantwortung übernehmen…

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   02. Juni 2016 - 6:50

    @Memoria
    Der bewährte Guderiansche Grundsatz des „klotzen, nicht kleckern“ wird immer noch nicht beherzigt. Folge politischer Einflussnahme auf rein militärische Entscheidungen, die allerdings, da bin ich mir sicher, mundgerecht aufbereitet der IBuK vorgelegt wurden. Vorauseilender Gehorsam.
    Mali schaukelt sich auf, à la ISAF. Habe das bislang nicht geglaubt, zeichnet sich leider ab.

  • diba   |   02. Juni 2016 - 7:24

    „Folge politischer Einflussnahme auf rein militärische Entscheidungen“ – da muss ich erstmal tief durchatmen.

    Beim letzten Satz, befürchte ich, haben sie recht. Allerdings kommen wir noch schneller dahin, wenn wir die „rein militärischen Entscheidungen“ das ganze treiben lassen. Siehe eben auch ISAF …

  • politisch inkorrekt   |   02. Juni 2016 - 7:33

    @KPK

    Klotzen, nicht Kleckern!

    Ich hatte mich dazu schon in vorherigen Beiträgen geäußert… Der Raum Nordmali ist so groß, dass wir selbst bei Einsatz eines10mal größeren Kontingents keine Überwachung sicherstellen können. Die Beteiligung bei MINUSMA ist eine Show und wird keine militärischen Effekte erzielen. Hätten wir dies gewollt, wären Tle der DSK und Luftwaffe zusammen mit den Franzosen bei OPEL BARKHANE im Einsatz.

    Jede Verstärkung von MINUSMA unsererseits macht den Einsatz nur teurer und es wird noch schwerer, da wieder herauszukommen. Es wird keinen positiven Effekte geben.

    pi

  • Jas   |   02. Juni 2016 - 8:50

    @diba

    reden wir vom gleichen Einsatz ISAF? zumindest im RC North unter dt. Kommando trifft hier deutlich die Aussage von KPK zu – und nicht umgekehrt.

    Die Bundeswehr ist hier erstaunlich lernresistent – oder schwer vergesslich.

    ISAF hat – gerade in jetziger rückwirkender Betrachtung – gezeigt, dass doch etwas an alten Grundsätzen dran war:

    Verteidigung führt keine Entscheidung herbei.

    Oder anders: Solange die Politik und damit auch die oberste militärische Führung das Wort „Abnutzungsgefecht“ mit „Stabilisierung“ vertauscht wird sich daran nichts ändern. Einen kämpfenden Gegner ohne feste Strukturen können sie nur im Kampf besiegen. Einen politischen Gegner oftmals auch am grünen Tisch. Sind die beiden nicht ein und die selbe Person sollten sie nicht eingleisig fahren.

  • diba   |   02. Juni 2016 - 9:05

    @Jas:
    ich kann nur für meine Erfahrungen bei ISAF sprechen, war in 8 Jahren 3 mal dort in unterschiedlichsten Bereichen. Wenn an Ihrer und KPKs Argument was dran wäre, müsste im Süden AFG schon lange tiefster Frieden herrschen, die Kräfte dort waren zeitweise massiv und alles andere als zimperlich. Erfolg und Siegerehrung – da hab ich meine Position schon mehrfach geäußert …

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   02. Juni 2016 - 10:50

    @politisch inkorrekt
    Einer der wenigen Fälle, in dem ich Ihre Argumentation nicht nachvollziehen kann.
    MINUSMA setzt sich multinational zusammen. Gemeinsam sind erforderliche Kräfte bereitzustellen, ansonsten können ALLE Beteiligte es gleich sein lassen.
    Bevor die internationale Gemeinschaft richtig drin ist, was soll da die Frage nach „da wieder herauszukommen“. Das ist eine ausschließlich politische Vorgabe. Zunächst ist der Auftrag zu erfüllen, der GESTERN begann.
    Was ist denn Ihr Alternativvorschlag, etwa gar nicht erst beteiligt sein, sollen die dort doch sehen, wie sie zurechtkommen?
    @JAS
    Danke, aber, nicht die Bundeswehr ist „erstaunlich lernresistent“, die deutschen militärpolitisch Verantwortlichen tragen dies Etikett. Der Primat der Politik, Vorrang des Politischen vor jedem anderen Gesellschaftsbereich (was ich keineswegs in Frage stelle) gibt die Richtung vor. Dieser Vorrang bestimmt hinsichtlich „Drall und Richtung“ also die Politik!
    @diba
    Süd-Afghanistan, SP Helmand, auch Uruzgan, stellen „Beispiel richtig“ für angemessene
    Truppenpräsenz dar. Allerdings, sie deuteten es an mit „waren zeitweise massiv …“, dies funktioniert allein unter dem Diktum der NACHHALTIGKEIT, (zu) früher Abzug, wiederum politisch gewollt, bewirkt Gegenteiliges.
    In den nachsten Monaten wird zu erkennen sein, die Attacken unterschiedlicher Mordbrenner, mit/ohne religiösem Deckmantel steigen an, die Truppenpräsenz folgt „kleckerweise“ nach, statt sofort zu klotzen in Ansprache und Lastenteilung mit Partnern.

  • diba   |   02. Juni 2016 - 11:07

    Auch wenn es manche nicht hören wollen, aber die US Variante war definitiv NICHT erfolgreicher als die unsere. Genau das massive Vorgehen mit einseitiger mil Sichtweise, hat zu erheblichen Radikalisierung der „Restbevölkerung“ geführt. Dazu gibt’s hinreichend Berichte und Abhandlungen, ich fange aber nicht an, hier aufzulisten.
    Wenn ich alles, was Bart und Turban trägt erschieße oder zumindest unter Generalverdacht stelle, erzeuge ich Reaktionen. Das waren und sind in der dortigen Region eben IEDs als eine der Varianten. Alles verkürzt und holzschnittartig, aber ich hab keine Lust und Zeit, seitenweise Rotatotrenbeiträge zu erstellen.
    Meine Ansichten beruhen auf eigener Erfahrung, vielfältiger unterschiedlichster kontroverser Lektüre und vielen Diskussionen mit Leuten (Sold u Ziv), die nicht nur vom Hörensagen reden.

  • politisch inkorrekt   |   02. Juni 2016 - 11:24

    @KPK

    Danke für das Lob, dass sie meiner Argumentation meist folgen.

    Ich hole mal etwas aus in meiner Interpretation des Einsatzes:
    DEU Außenpolitik:
    – Ustg der Franzosen um nicht zu sehr im Kampf gegen IS eingebunden zu werden
    – Ablösung der NLD nachdem uns die NLD mit unserem ganzen Anlehnungs- und Framework Nation Konzept Gefasel in die Pflicht nahmen.

    DEU Innenpolitik:
    – ES IST KEIN KAMPFEINSATZ, NUR AUFKLÄRUNG.

    Bundeswehr:
    – Bindung knapper Resourcen in einem neuen Endloseinsatz

    HAufklTr:
    – Erprobung neuer Konzepte, man will diesmal alles besser als in Afghanistan machen

    Zu MINUSMA:
    – diese Ansammlung von 3. Welt Armeen stellt mit derzeitiger Gliederung/Ausrüstung/Ausbildung und Auftrag (+Caveats) keine hinreichende Machtkomponente zur Unterdrückung des doch recht diffusen Feindes dar. Es macht keinen Unterschied ob Deutschland jetzt auf 2000 Sdt aufstockt oder ganz MINUSMA um 10000 Sdt

    => würden wir einen militärischen Beitrag leisten wollen, der über dem bloßen Dabeisein hinausgeht, dann müssten wir zusammen mit den Franzosen unter OP BARKHANE operieren. Weil die aber wirklich zum Menschentöten dort sind, geht das nicht.

    Falls Sie mit dem alten Guderian meinten, wir sollten eher offensiv im obigen Sinne agieren, dann stimme ich Ihnen voll und ganz zu.

    pi

  • Memoria   |   02. Juni 2016 - 11:36

    @KPK:
    Die Probleme auf die Probleme auf die Politik abzuschieben greift zu kurz. Die Bw – und insbesondere das Heer – hat seine Hausaufgaben genauso wenig gemacht.

    Wo ist denn die ehrliche Auseinandersetzung mit COIN in Theorie und Praxis?

    Mehr möchte ich auch nicht schreiben, da dies hier ja schon öfters Thema war – und diese Wiederholungen ja viele Leute abschrecken.

    Ihre Überraschung bzgl. der Lageentwicklung verwundert mich auch etwas, die Signale waren ja schon seit einiger Zeit erkennbar.

    @diba:
    Es fehlt weiter eine Auseinandersetzung der verschiedenen Ansätze. Nur leider setzt man sich bspw. im Heer gar nicht mit der eigenen Leistung und den Ansätzen anderer gar nicht auseinander (der sehr ehrliche Erfahrungsbericht – campaign Stadt -der Briten zu Op Herrick ist im Kdo Heer weitgehend unbekannt. Eine Auswertung gibt es zumindest für die Arbeitsebene nicht).

    Es gibt wohl mittlerweile eine ISAF-Auswertung der Bw, die jedoch eigene Probleme weitgehend ausblenden soll.

  • Memoria   |   02. Juni 2016 - 12:44

    Laut SPON ist die UN vorallem an mehr Fähigkeiten im Bereich Überwachung/ Aufklärung und Konvoischutz interessiert. Also ersteres von westlichen Staaten und zweitens von weiteren Staaten (www.spiegel.de/politik/ausland/ban-ki-moon-fordert-mehr-soldaten-fuer-uno-mission-in-mali-a-1095400.html)
    Mal sehen wie sich hier Deutschland positioniert – über HERON hinaus. Wir nehmen doch bei Aufklärung so gern mehr Verantwortung wahr.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   02. Juni 2016 - 13:15

    @Memoria
    Bei http://www.Bundeswehr/Einsatz.de … ist auf mehreren Seiten detailliert nachzulesen was wir stellen, im wesentlichen durch AufklBtl 6 EUTIN, ObjSchKrLw und PzGrenBtl 401
    (QRF-Zug auf TPz Fuchs) hinsichtlich Aufkl, ObjSch und Konvoischutz.
    Und mich bitte nicht fragen, wieso PzGren auf FUCHS unterwegs sind, ich rege mich nur auf!

  • Patrick Horstmann   |   02. Juni 2016 - 13:21

    @Memoria | 02. Juni 2016 – 11:36

    Ich weiß ja nicht, ob sich mich meinen mit jemanden, den Wiederholungen abschrecken. Ich meine jedenfall stereoype Wiederholungen, nicht per se eine (mehrfache) inhaltliche Auseinandersetzung mit einem wiederkehrenden Themenkomplex.

    In diesem Sinne würde mich schon interessieren, was sie damit meinen, dass man sich in der deutschen Sicherheitspolitik nicht ehrlich mit COIN in Theorie und Praxis auseinandersetzt. Ich halte COIN, wie sie von Kilcullen, Nagl und Petraeus angedacht wurde für den zur Zeit besten Ansatz einer Aufstandsbekämpfung in einem failed state/oder einer Vorstufe davon. COIN ist ja mit den Ansätzen der vernetzten Sicherheit/comprehensiv approach zumindest „kompatibel“.

    Theoretisch findet sich dieses auch in Mali mit dem (durchgehenden) deutschen Engagement in den Bereichen wirtschaftliche Zusammenarbeit – EUCAP Sahel Mali – EUTM Mali – MINUSMA. Ob die praktische Umsetzung ausreichend und zielführend ist, steht auf einem anderen Blatt. Wo Defizite beim deutschen Mali-Engagement (auch im Vergleich zu Afghanistan) sind, sollte man durchaus diskutieren.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   02. Juni 2016 - 20:47

    @politisch inkorrekt
    Die zutreffende Benennung von „ES IST KEIN KAMPFEINSATZ, NUR AUFKLÄRUNG“ beschreibt
    – einerseits die Ausgangslage bei Planungsbeginn im vergangenen Herbst, als die NLD ihren Exit ankündigten,
    -andererseits das Maximum dessen, was die Regierung, uns, den Regierten glaubt zumuten zu können. Die Realitäten werden alle einholen, da die politische und militärische Opposition zur Bamako-Regierung die Schwäche von UN/zugeordneten Kräfte selbstverständlich kennt, auswertet, beurteilt und operative Folgerungen zieht.
    Aus diesem Grund – militärische Opposition – einige Anmerkungen zur Feindlage, die Sie zutreffend als „recht diffus“ bewerten.
    Separatismus & Terrorismus in Mali/Westafrika
    Nach-koloniale Grenzziehungen ergaben die Aufteilung der Siedlungsgebiete der TUAREG über Algerien, Libyen, Mali, den Niger und Burkina Faso. Diese kolonialen Nachfolgestaaten, zudem mit künstlichen, ethnische Siedlungsräume ignorierenden Grenzziehungen, sehen sich bis heute mit der Integration der „Söhne der Wüste“ konfrontiert.
    1. Die Tuareg haben ihr Streben nach zumindest kultureller Selbstbestimmung, oft im Laufe der Jahrzehnte auch staatlicher Unabhängigkeit, nie schlussendlich aufgegeben.
    Gegenwärtige politisch-militärische Sammelbewegung der kämpfenden Opposition verkörpert das „Mouvement National de Libération de l‘ Azawad ( MNLA)“.
    2. Zur Jahreswende 2010/11 hob der politische Flügel der Tuareg das „Mouvement National de l‘ Azawad (MNA)“ mit dem Ziel aus der Taufe, die Ambitionen der Stämme auf gesamtstaatlicher Bühne in Bamako zu etablieren.
    Nicht ganz nebensächlich, Tuareg sind weiße Nordafrikaner sunnitischer Konfession, die Regierenden in Bamako überwiegend Schwarzafrikaner mit christlicher Affinität oder Naturreligionen zugehörig. Ebensowenig bedeutungslos muss bewertet werden, die Stämme der Wüste leben nomadisch, unabhängig, solche in Zentral- und Südsudan sesshaft mit und vom Niger und dem Handel in Guinea-Staaten hinein.
    Die Protagonisten der MNA saßen schnell in Gefängnissen, letztlich war der Aufbau der MNLA Resultat der Ausschaltung politischer Eliten der Tuareg.
    3. Innerhalb der malischen Streitkräfte, die generell bemüht sind, alle Stämme in den Führungsgremien repräsentiert zu sehen, streben unterschiedliche Fraktionen entweder der Zentralregierung bzw den separatistischen Tuareg zu.
    Stichworte dazu sind:
    – Ansar Dine, regional in Nordmali aktive Gruppierung
    – AQIM, Al Qaida au Maghreb Islamique,
    – Mouvement Islamique de l‘ Azawad (MIA), eine radikalere Abspaltung der Ansar Dine
    – Mouvement pour l‘ Unicité et le Jihad in Afrique de l‘ Ouest (MUJAO), im Auseinandersetzungen im Raum GAO mit MNLA befindlich.
    4. Boko Haram, im wesentlichen zwar ostwärts im Niger sowie in Burkina Faso aktiv, immer wieder aber Ostmali als Rückzugsraum nutzend.
    5. Wesentliche Stichworte zur umfassenderen Einordnung der Bedrohungslage bilden die Begriffe „Islamique, Jihad und Al Qaida“ die Hinweise auf den Gesamtzusammenhang der Bedrohung mit Blick auf
    6. Libyen geben müssen. Allein Gadaffi gelang es die Unruhe der Tuareg, finanziell unterfüttert, mit weitgehender Nichtbeachtung in ihren traditionellen Siedlungsräumen sich zu erkaufen. Sie bildeten seine Prätorianergarde, waren ihm zum Waffendienst verpflichtet.
    Daesh, mit angeblich bis zu 6.000 Kämpfern in Sirte aktiv, formt Sammelbecken desillusionierter Tuareg.
    Die Heeresaufklärer, gemeinsam mit der ASIFU (All Sources Information Fusion Unit), letztere multinational in Bamako angesiedelt, haben alle Hände voll zu tun „actionable intelligence“ herauszufiltern. Ich hoffe sehr, sie halten enge Verbindung zu den Franzosen, die einzigen denen ich zutraue, das ‚who is who / qui est-ce qui‘ verlässlich zu kennen.

  • Thomas Melber   |   02. Juni 2016 - 20:58

    @KPK
    Ich sehe die Tuareg eher als Teil der Lösung, nicht als Teil des Problems.

    Nicht zu vergessen: Al Mourabitoune und Macina Liberation Front.

    Davon ab: ist Boko Haram jetzt nicht Islamic State West Africa(n) Province (ISWAP)?

    http://pafi.org/whats-in-a-name-boko-haram-renames-itself-the-islamic-states-west-africa-province-iswap/

  • Memoria   |   02. Juni 2016 - 21:20

    @Patrick Horstmann:
    Vielen Dank für die Rückmeldung.
    Bevor man über einzelne Einsätze spricht, muss man zunächst über die Grundlagen sprechen. Unter anderem die genannten Autoren sind weiterhin kein Kernelement der Offizierausbildung.

    Ohne Probleme kann man nach dem LGAN im BMVg in der Abteilung SE für MINUSMA zuständig sein – ohne sich jemals mit der genannten Literatur beschäftigt zu haben.

    Dieser Kanon der zeitgenössischen COIN-Literatur sollte jedoch ebenfalls differenziert und kritisch betrachtet werden.

    Nagl suchte bspw. angelehnt an Arguilla einen Ausweg für den Irak.
    Jedoch weitgehend technokratisch.
    Kilcullen ist da aus meiner Sicht weitaus umfassender.
    Insbesondere „Accidental Guerilla“ ist nach meinem Verständnis eine Streitschrift gegen westliche Stabiliisierungseinsätze. Der Titel fasst dies recht gut zusammen.

    Aus meiner Sicht unterscheiden sich COIN und vernetzte Sicherheit in einem wesentlichen Punkt:
    Durchdachte Gewaltandrohung und -anwendung (siehe auch hier Kilcullen).

    Diese Sichtweise teilen bspw. britische Offiziere mit tiefen Einblick in die Bundeswehr mit mir.

    Meine Kernkritik am Mali-Engagement:
    1. Es ist strategielos, da es keine stringente Zweck-Ziel-Mittel-Relation gibt.
    2. Wurde aus AFG ressortübergreifend zu wenig gelernt (insbes. strategisch und operativ).

    Nun sitzen wir erneut auf der Rutschbahn – ohne die dahinter liegenden Probleme sauber durchdrungen zu haben.

    Soweit etwas verständlicher?

  • Ziethen   |   02. Juni 2016 - 21:20

    Bei alledem sollte man die Rolle nicht vergessen, die Mali/Westafrika als Drehscheibe der „Untergrund-Wirtschaft“ spielt. Als El-Dorado für Schlepper, Waffenschieber und als „Kokainbrücke“ zwischen Südamerika und Europa.

    Viele der in dieser Region agierenden bewaffneten Gruppen mischen bei diesen Geschäften mit; die Profite daraus sind m.E. eine stärkere Motivation als die religiös-ideologische Verbrämung (ähnlich wie bei der FARC in Kolumbien).

    Das Problem ist daher wohl das Gleiche wie bei den mohnanbauenden Afghanen: Welche ökonomischen Alternativen kann man schaffen, um diesen „Branchen“ das Wasser abzugraben?

    Nur die Fremdenlegion und die FST allein werden das nicht schaffen…

  • Thomas Melber   |   02. Juni 2016 - 21:26

    @Ziethen
    Stimmt. Einige Gruppen sind auch „not amused“, daß sie ihren Geschäften nicht mehr ungestört nachgehen können – also eher „geschäftliche“ denn politisch-motivierte Gewalt. Allerdings hat MINUSMA eben auch die Aufgabe, den Aufbau / Erhalt staatlicher Strukturen zu sichern, was die Mission zwangsläufig in die Nähe der malischen Regierung rückt.

    @Memoria
    Die Bw hat (demnächst) eine Vorschrift in der Reihe TF (vorm. 100er) zur „Aufstandsbewältigung“.

  • Memoria   |   02. Juni 2016 - 21:29

    @Klaus-Peter Kaikowsky   |   02. Juni 2016 – 13:15:
    Was jetzt vor Ort ist, haben wir hier ja bereits schon öfters diskutiert (das Thema PzGren auf TPz hatte ich glaube ich ausgegraben).

    Aber darum geht es ja nicht, wenn die UN MEHR Fähigkeiten im Land haben will. Allein schon die mögliche Bitte JFST zu stellen wäre ein Problem.

    Oder mehr Spähaufklärung?

    Früher oder später wird auch das Thema aufkommen SPz Marder dort einzusetzen – im Rahmen der logischen Vergrößerung der QRF.

    Und über Lufttransport, MedEvac etc brauchen wir ja nicht reden.

    Die Reden auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 kommen nun zur Umsetzung – mit dem offenbar noch verdrängten Realitätsschock.

  • Memoria   |   02. Juni 2016 - 21:32

    @Thomas Melber:
    Ja die Weiterentwicklung der KGv COIN und verschiedener Arbeitspapiere. Was ich davon bisher gesehen habe ist ein weichgespülter Abklatsch der US-Vorschrift.

    Es fehlt weiterhin eine ernsthafte Auseinandersetzung über das Thema.

  • Thomas Melber   |   02. Juni 2016 - 21:34

    @Memoria
    JFST !?? Das ist ja sehr (zu) nach an „targeting“, „collateral dammage“ und „kinetisch“ – vulgo: Kampf bzw. „Krieg“.

    Daher: FÜNS. Zumindest sind wir in der mission noch nicht so weit „ge-creeped“.

    Add on: selbst in den USA gab es eine Debatte, ob nun counter ins oder counter terrorism der bessere Ansatz sei. Petraeus ist durchaus nicht unumstritten.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   02. Juni 2016 - 21:57

    @Memoria
    Der erste wirkliche Schwur wird folgen, falls NLD die Verlängerung in 2017 hinein Nicht beschließen sollten. (Was da wohl hinter den Kulissen zwischen Den Haag und Berlin so abgeht, …?) Das kann dort das Kabinett zwar allein beschließen, die Finanzierung muss aber durch die „tweede kamer“, Parlament, außerdem herrscht Konsenskultur. Die Regierung sucht also das Placet der Mehrheit. Gesichert ist Zustimmung keinesfalls.
    Ohne (NLD) Apache, Chinook, SOF, EOD sowie intelligence-Beitrag zu ASIFU brauchen wir über STF, dann auch Targeting mit FAC/JTAC, ganz und gar nicht zu fantasieren.
    Aber, die Realität wird uns einholen, da wie angedeutet, Feind die Schwäche der westlichen Position nur zu gut kennt.

  • Memoria   |   02. Juni 2016 - 22:12

    @KPK:
    Richtig, das grosse Paket bringt dann wohl den Realitätsschock. Nach 3 Jahren Diskussion um Einsatzbereitschaft. JFST war nur ein Beispiel um zu zeigen wie dünn die Decke ist. Also kein Fantasien, sondern lediglich ein plastisches Beispiel. Am grünen Tisch ist schnell entschieden: NLD AH-64/ DEU JFST.

    Wenn wir Teile der verbliebenen Aufgaben übernehmen sollten, dann ist die Stunde der Wahrheit da, die sich noch hinter grünen Ampeln verbirgt.

    Auch da wie bei ISAF (Aufstellung QRF – nach Beendigung der Rolle durch NOR mit Ansage).

  • Thomas Melber   |   02. Juni 2016 - 22:20

    @Memoria
    Ich prognostiziere: aus politischen Gründen wird es keinen JFS geben, höchstens Aufklärer mit diesen / ähnlichen Fähigkeiten. Wenn das überhaupt von den ROE gedeckt wäre (pro-aktives Vorgehen).

  • Memoria   |   02. Juni 2016 - 22:30

    @T.M.:
    In Kunduz gab es extra einen Turm für den FAC zum Feldlagerschutz…

    JFST ist ja nicht gleich proaktives Vorgehen.
    Die HAufklTr kann nicht mehr als CCA durchführen – und schon das ist mit Weltklasse-Funk des Heeres nicht einfach.

    Wir stehen schon bis zum Knie im Sumpf und bald geht er bis zum Bauch. Aber in Berlin glaubt man noch, man liege am Strand.

  • aufreger   |   02. Juni 2016 - 22:44

    @ Thomas Melber | 02. Juni 2016 – 21:34

    „Add on: selbst in den USA gab es eine Debatte, ob nun counter ins oder counter terrorism der bessere Ansatz sei. Petraeus ist durchaus nicht unumstritten.“

    Zustimmung. Jedoch gibt es in den USA wenigstens solche Diskussionen innerhalb & außerhalb der Streitkräfte und das durchaus auch mit quantitativer sowie qualitativer reger Beteiligung.
    In der Bundeswehr könnte eine derartige Debatte höchstens von einer handvoll Soldaten geführt werden und dann haben wir von der Qualtät der Debatte noch nicht gesprochen, geschweige denn von anwendbaren Schlußfolgerungen für das eigene Handeln.
    Da hilft auch eine TF COIN anno 2016 nichts mehr. Das US-Original erschien vor zehn Jahren.
    Das Thema Counter Terrorism ist in Deutschland noch gar nicht diskutiert. Abgesehen von den üblichen allg. Blabla..

  • Thomas Melber   |   03. Juni 2016 - 7:01

    Zudem scheint MINUSMA zunehmend an Glaubwürdigkeit bei der malischen Bevölkerung einzubüßen. Selbst „mehr (VN) Soldaten“ werden nicht als Gewinn sondern eher als lageverschlechternd angesehen.

    Und auch die Fulbe – die ja z.T. schon bei den „terrorist armed groups“ mitmachen – stellen Bürgerwehren zum Selbstschutz, inbes. gegen GoM Kr – auf. Vor diesem Hintergrund scheint mir ein schneller Abschluß bzw. Erfolg des DDR Abkommens fraglich.

    Wenn wir Pech haben stehen wir in ein paar Monaten mitten in einem Bürgerkrieg.

  • Boots on the Ground   |   03. Juni 2016 - 8:33

    @Aufreger & Memoria: Für die Mehrheit, die die Begriffe Counter Insurgency, Comprehensive Approach, Counter Terrorism, State Building, Stabilization and Reconstruction usw. benutzt, sind es sowieso nur inhaltsleere Worthülsen, mit denen Bullshit Bingo gespielt wird. Eine Definition und Abgrenzung der einzelnen Begriffe ist mehr als überfällig – dazu müsste man aber zuerst „Insurgency“ und „Terrorism“ definieren.
    Ich unterstütze die Aussage, dass die bisherigen Ansätze allesamt zu technokratisch sind. Das trifft auch auf das US FM COIN zu. Zudem wurden die bisherigen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Ansätze oft nur teilweise oder nur oberflächlich ausgewertet, sodass die gleichen Fehler immer wieder gemacht werden – das Aufstellen von Milizen / lokalen Polizeikräften in Afghanistan ist eines der besten Beispiele.

    Military Assistance ist übrigens auch so ein netter Begriff – darunter fällt wohl so ziemlich alles von Unconventional Warfare bis Disaster Relief, die Durchführung ist aber primär SOF zugeordnet…

  • T.Wiegold   |   03. Juni 2016 - 9:09

    @Thomas Melber

    Quelle für Ihre Aussage?

  • Thomas Melber   |   03. Juni 2016 - 9:24

    @TW
    Malische Presse.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   03. Juni 2016 - 9:51

    @Boots on the Ground
    Genehmigen Sie sich die AJP 3.4.4 COIN, Sie werden alle Antworten und Abgrenzungen finden, zusätzlich noch ein Blick in die DEU Folgedokumente und Ihr post harrt der Neuformulierung.

  • T.Wiegold   |   03. Juni 2016 - 9:51

    @Thomas Melber

    Die malische Presse bekommen Sie vermutlich nicht als Papier geliefert… Link bitte?

  • Thomas Melber   |   03. Juni 2016 - 10:49

    @TW
    Manchmal bekommt man Presseauswertungen vorgelegt und muß nicht selber suchen.

  • T.Wiegold   |   03. Juni 2016 - 12:02

    @Thomas Melber

    Ich bin kein Fan von Kommentar-Pingpong, aber hier wird es grundsätzlich: „Malische Presse“ ist eine ähnlich präzise Quelle wie „Internet“. Und so eine Quellenangabe mag für eine Presseauswertung (der Bundeswehr?) reichen, hier werden höhere Maßstäbe angesetzt.

    Deshalb in solchen Fällen: Wenn möglich Link (bei ausländischen Medien ja kein Problem), oder zumindest Quellenangabe der Zeitung/des Radiosenders/der Webseite etc.

  • Memoria   |   03. Juni 2016 - 18:02

    @T.W.:
    Hier ein Beispiel:
    http://www.africanews.com/2016/04/18/mali-one-civilian-dead-in-protest-against-foreign-forces/

    Die Bevölkerung sieht MINUSMA wohl nicht nur als Freund.

  • diba   |   03. Juni 2016 - 18:24

    Ist hier wirklich jemand überrascht, dass externe Soldaten anderer Hautfarbe, Kultur die für die hiesigen Verhältnisse sich einen goldenen Arsch verdienen und sich vor allem um die eigene Sicherheit sorgen unbeliebt sind? Von den vielen tausend Soldaten, die in Afg waren, haben ja auch nur ein Bruchteil echte Afg gesehen, die haben nämlich keinen Zutritt zu den Tanzkursen und im Atrium.

  • IvIax   |   15. Juni 2016 - 10:34

    @ all:
    Außerhalb der o.g. Diskussion mal kurz nachgefragt, da ich hierzu keine näheren Informationen im Netz gefunden habe:

    1. Ist bekannt, wann genau in den Niederlanden nach der Sommerpause im Parlament über die Fortführung des niederländischen Kräftebeitrages in Mali abgestimmt wird?

    2. Hat jemand hierzu nähere Informationen (Stand Kräftebeitrag jetzt/ zukünftige Planung)?

    Vielen Dank im Vorraus, falls sich eine Antwort auf diese Frage findet.

  • Abdul Iyodo   |   15. Juni 2016 - 12:04

    Falls es hilft:

    Stand Kräfte 30APR2016: 472

    http://www.un.org/en/peacekeeping/contributors/2016/apr16_3.pdf

    Das Mandat geht ja noch bis zum 31DEZ. Also keine Eile.