Von der Leyen verlängert Amtszeit von Bundeswehr-Generalinspekteur Wieker

Wieker_2013

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, soll nach Erreichen der Altergrenze im März kommenden Jahres ein weiteres Jahr im Amt bleiben. An seine Seite tritt als neuer Stellvertreter der derzeitige Abteilungsleiter Strategie und Einsatz im Verteidigungsministerium, Generalleutnant Markus Kneip. Das verkündete Ressortchefin Ursula von der Leyen am (heutigen) Samstag via Bild am Sonntag. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte diese Angaben. weiterlesen

Ex-RC N-Kommandeur Kneip: Kompakt auftreten – und die Afghanen müssen mehr tun

Generalmajor Markus Kneip, bis Februar Kommandeur im ISAF-Regionalkommando Nord in Afghanistan (und ab 1. April stellvertender Leiter der Abteilung Strategie und Einsatz im Verteidigungsministerium) hat heute vor der Bundespressekonferenz über seine Erfahrungen im RC North berichtet. Zwei, drei Kernaussagen, ehe ich (aus Zeitgründen vorerst) auf den Mitschnitt wesentlicher Teile seines Statements verweise:

Nicht erst seit den jüngsten Green on Blue-Zwischenfällen zählt die Demonstration von Stärke und Sicherheit: Wer Sicherheit produziert und Stärke zeigt, demonstriert im kulturellen Umfeld Afghanistan seine Macht. Dazu gehört auch, sich bei Aktivitäten außerhalb des Lagers nicht zu verzetteln: Wer mit zwei Fahrzeugen losfährt, erkennbar ohne Funkverbindung, ohne Sprachmittler, ohne Beteiligung afghanischer Soldaten, der riskiert, dass es schief geht.

Überhaupt: ohne die Afghanen zu agieren, empfiehlt sich nicht. Lieber einen Tag warten, bis die Afghanen fertig sind, lieber eine Woche warten, als es alleine machen.

Andererseits aber auch: Die afghanischen Sicherheitskräfte müssen mehr gefordert werden. Combat Outposts mit Deutschen zu bemannen, während afghanische Soldaten in der Kaserne sitzen (wie in der Vergangenheit geschen), kann so nicht funktionieren. Da habe sich zwar im Laufe des vergangenen Jahres einiges verbessert, aber: Schnell gesagt, schwer getan – da sind wir immer noch bei.

Kneips Statement (jedenfalls weitgehend), der anschließende Frage-und-Antwort-Teil war leider off the record:

RC N Watch: Kommandoübergabe von Kneip an Pfeffer

In der angespannten Lage in Afghanistan nach – besser: während – den Demonstrationen gegen die Koran-Verbrennung durch US-Soldaten hat im ISAF-Regionalkommando Nord in Masar-i-Scharif die Führung gewechselt. Wie bisher bleibt das Kommando im RC North in deutscher Hand; auf Markus Kneip von der 1. Panzerdivision in Hannover folgt Erich Pfeffer von der 13. Panzergrenadierdivision in Leipzig. Pfeffer übernimmt das Kommando, wie üblich, für ein Jahr.

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Rainer Glatz, überreicht Pfeffer die Truppenfahne (Foto: Alexander Linden/ISAF PAO RC North)

Zur Person Pfeffers verweise ich auf zwei Interviews, die er bereits vor einigen Wochen gegeben hat: „Stell dich drauf ein, dass ich nicht nach Hause komme“, sagte er seiner Frau in der Bild-Zeitung und „Leipzig-Schild in Masar-i-Scharif“ – General Pfeffer übernimmt Kommando in Afghanistan in der Leipziger Volkszeitung.

Der scheidende Kommandeur Kneip war im Mai vergangenen Jahres bei einem Anschlag in Taloqan verwundet worden – und hatte nach Genesung und Rehabilitation in Deutschland das Kommando wieder übernommen.

Kneip (re.) mit Glatz (Foto Alexander Linden/ISAF PAO RC North)

In seiner Abschiedsrede hob Kneip vor allem die Zusammenarbeit mit den afghanischen Sicherheitskräften hervor – auch und gerade bei den Demonstrationen der vergangenen Tage (wie auch ISAF-Kommandeur John Allen). Auszüge:

The ongoing demonstrations in Afghanistan as well as here in the North during the last days and ongoing as we speak have kept us all very busy and concerned. We are especially grateful for our comrades from the ANSF who stepped in between us and the violent demonstrants. weiterlesen

RC N Watch: General Kneip zur Lage

Von seiner Reise nach Afghanistan hat der FAZ-Kollege Stefan Löwenstein ein langes Interview mit dem deutschen Kommandeur im Norden, Generalmajor Markus Kneip, mitgebracht (das habe ich gestern doch glatt übersehen). Empfehle es zur Lektüre, und zwar in Gänze.

Interessant fand ich übrigens die Aussage, dass das deutsche Partnering nächstes Jahr auf afghanische Partner mit mehr Mobilität und Feuerkraft setzt:

Deutschland wird ab Februar nächsten Jahres ein Einsatzbataillon mit gepanzerten Fahrzeugen als mobile Reserve partnern, also unterstützen. Die Fahrzeuge sollen nach meinem Kenntnisstand amerikanische Modelle mit einer Waffenstation sein, vergleichbar mit unserem Dingo.

 

„Wir haben eine sehr gefährliche Zeit vor uns“

Gut einen Monat nach seiner Rückkehr nach Afghanistan hat der deutsche Kommandeur des ISAF-Regionalkommandos Nord, Markus Kneip, der Kollegin Simone Meyer von der Welt ein Interview gegeben – wenn ich nicht eines übersehen habe, ist es das erste Interview nach Kneips schwerer Verwundung bei dem Anschlag in Taloqan.

„Soldaten sind meine Helden des Alltags“

lautet der Titel des Interviews, was schon klar macht: Der Generalmajor redet dort auch über seine persönlichen Empfindungen nach dem Attentat, das zwar in erster Linie dem afghanischen Polizeigeneral Daoud Daoud galt, aber auch zwei deutsche Soldaten das Leben kostete. Aber eben auch über die Lage im Norden Afghanistans und die zunehmende Gefahr durch die gezielten Anschläge der Aufständischen – vor allem auf Funktionsträger und Personal des afghanischen Staates.

Archivbild: Baghlan Province, Afghanistan. (Aug. 13, 2011) Incoming Observation Post North Commander Lt. Col. Peter Mirow poses with International Security Assistance Force Regional Command North Commander Maj. Gen. Markus Kneip and the outpost’s outgoing commander Lt. Col. Heico Hübner at the post’s change of command ceremony on Aug. 13. (RC North Mazar-e Sharif Public Affairs photo by Staff Sgt. Florian Krumbach via flickr/CC-Licence)

(Interessante Anmerkung ganz am Rande: bundeswehr.de hat das Interview kommentarlos in seiner Neuigkeiten-Spalte verlinkt. War bislang auch nicht üblich.)

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