Drehflügler: Ein paar Sach- und Wasserstände

Das Thema Hubschrauber ist für die Bundeswehr – wie auch für fast alle verbündeten Streitkräfte – ein Dauerbrenner. Es gibt davon eigentlich immer zu wenig. Zu zwei dieser Drehflügler-Themen deshalb ein Sachstand anhand der laufenden Diskussionen in Berlin: weiterlesen

SOF Air geht zur Luftwaffe nach Laupheim

UH72-A_Lakota

Es wird keinen Kenner und hier kaum einen Leser überraschen, aber die Entscheidung wollte ich doch wenigstens noch schnell melden: Die 15 Hubschrauber vom Typ EC645T2 für Spezialkräfte, deren Beschaffung für knapp 200 Millionen Euro der Bundestags-Haushaltsausschuss im Juni beschlossen hat, werden der Luftwaffe zugeordnet.

Aus dem Schreiben von Verteidigungs-Staatssekretär Rüdiger Wolf vom 25. Juli  an den Verteidigungsausschuss :

Aus funktionalen und wirtschaftlichen Gründen hat Herr Bundesminister Dr. de Maizière die Stationierung des Elementes LUH SOF als Teil des Hubschraubergeschwaders 64 (HSG 64) der Luftwaffe am Standort Laupheim entschieden.

(LUH SOF steht für Light Utility Helicopter Special Operations Forces)

Der Standort Laupheim ist sinnvollerweise nah genug an Calw, dem Standort des Kommandos Spezialkräfte (KSK). Organisatorisch wechselt allerdings die Zuständigkeit für die direkte Einsatzfliegerei der KSK-Soldaten vom Heer zur Luftwaffe. Die hatte dafür unter anderem das Argument vorgebracht, dass alle anderen Lufttransporte des KSK auch Aufgabe der Luftwaffe seien – entweder mit Flugzeugen oder mit dem mittleren Transporthubschrauber CH53 (der allerdings erst im Zuge der jüngsten Reform vom Heer zur Luftwaffe wechselte). weiterlesen

Jetzt ausgeschrieben: 15 neue Hubschrauber fürs KSK

Die Bundeswehr hat die Lieferung von 15 neuen leichten Mehrzweckhubschraubern (Light Utility Helicopter, LUH) für die Spezialkräfte ausgeschrieben. Die Marktsichtung, von der im Sommer die Rede war, dürfte damit abgeschlossen sein – jetzt kommt Bewegung in die vom Parlament geforderte Beschaffung dieser Helikopter.

Während ich noch auf die Antwort des Verteidigungsministeriums auf meine entsprechende Anfrage zu dem Thema vom 8. Oktober warte, also fast seit einer Woche, hat ein Leser (vielen Dank!) die entsprechende (europaweite) Ausschreibung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr mit einem Gesamtwert von 162 Millionen Euro (ohne Mehrwertsteuer) entdeckt:

Es sind 15 baugleiche, fabrikneue Leichte Mehrzweckhubschrauber (Light Utility Helicopter, LUH) incl. entsprechender Ausstattungen/Ausrüstungen für die Durchführung von militärischen Missionen bzw. Einsätzen zu liefern.

Bis zum 19. November sollen die Angebote eingereicht werden. Gefordert wird:

Jeder LUH ist in der Lage, zusätzlich zur Luftfahrzeugbesatzung (2) mindestens vier (4) weitere vollausgerüstete Kommandosoldaten (insgesamt mindestens 550 kg Zuladung einschließlich Kommandosoldaten) über eine Strecke von 50 km zu verbringen (Absetzverfahren Fast Rope). Dabei verweilen die LUH mindestens 30 Minuten am Einsatzort in der Luft. weiterlesen

Erst mal keine Hubschrauber fürs KSK

Das Thema leichter Mehrzweckhubschrauber zur Verbringung von Spezialkräften ist hier im Blog schon in ziemlicher Länge diskutiert worden (unter anderem hier und hier), deshalb an dieser Stelle nur der Hinweis auf eine Geschichte von Spiegel Online*: Verspätung von KSK-Helikoptern – Elitekämpfer am Boden. Der Inhalt dürfte die Leser von Augen geradeaus! nicht wirklich überraschen.

Es gab ja mal die Bo105 in der Swooper-Variante, die für die Spezialkräfte gebastelt wurde. Aber diese Maschinen sind/werden ausgephast. (Übrigens, die Fundstelle muss ich noch mal suchen, ist in offiziellen Aussagen des BMVg von einer möglichen Bo105-Abgabe an Pakistan die Rede. Die basteln sich bestimmt daraus dann auch so was.)

 

Bo105 in der „Swooper“-Variante für Spezialkräfte, aufgenommen bei der Informationslehrübung Süd 2008

(* Abweichend von der hier geübten Praxis, Webseiten deutscher Printmedien angesichts der Forderung nach einem Leistungsschutzrecht nicht zu verlinken, werden Artikel von Spiegel Online verlinkt, weil die Redaktion bislang erklärt hat, ein solches Leistungsschutzrecht nicht wahrnehmen zu wollen.)

Nachtrag: Inzwischen habe ich auch ein Schreiben des BMVg an einen Abgeordneten (und ich vermute, es ist eines der Papiere, die bei SpOn zitiert sind) von Anfang Juli. Die wesentlichen Aussagen:

Die Integrierte Arbeitsgruppe Fähigkeitsanalyse (IAGFA) hat am 6. März 2012 die Fähigkeitslücke zur „Verbringung von Spezialkräften bei Nacht und unter Bedrohung“ anerkannt. Für die Schließung der Fähigkeitslücke wurde ein Bedarf an 15 Hubschraubern festgestellt. Derzeit werden die funktionalen Forderungen einschließlich der Missionsprofile erarbeitet, um die Grundlage für eine Bewertung der in Frage kommenden Hubschrauber zu setzen. Sodann erfolgt eine umfassende Marktsichtung. weiterlesen