Jetzt ausgeschrieben: 15 neue Hubschrauber fürs KSK

Die Bundeswehr hat die Lieferung von 15 neuen leichten Mehrzweckhubschraubern (Light Utility Helicopter, LUH) für die Spezialkräfte ausgeschrieben. Die Marktsichtung, von der im Sommer die Rede war, dürfte damit abgeschlossen sein – jetzt kommt Bewegung in die vom Parlament geforderte Beschaffung dieser Helikopter.

Während ich noch auf die Antwort des Verteidigungsministeriums auf meine entsprechende Anfrage zu dem Thema vom 8. Oktober warte, also fast seit einer Woche, hat ein Leser (vielen Dank!) die entsprechende (europaweite) Ausschreibung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr mit einem Gesamtwert von 162 Millionen Euro (ohne Mehrwertsteuer) entdeckt:

Es sind 15 baugleiche, fabrikneue Leichte Mehrzweckhubschrauber (Light Utility Helicopter, LUH) incl. entsprechender Ausstattungen/Ausrüstungen für die Durchführung von militärischen Missionen bzw. Einsätzen zu liefern.

Bis zum 19. November sollen die Angebote eingereicht werden. Gefordert wird:

Jeder LUH ist in der Lage, zusätzlich zur Luftfahrzeugbesatzung (2) mindestens vier (4) weitere vollausgerüstete Kommandosoldaten (insgesamt mindestens 550 kg Zuladung einschließlich Kommandosoldaten) über eine Strecke von 50 km zu verbringen (Absetzverfahren Fast Rope). Dabei verweilen die LUH mindestens 30 Minuten am Einsatzort in der Luft. Bei Abbruch der Mission ist die Rückführung der Soldaten zum Ausgangsort mit dem Hubschrauber möglich.
Folgende Parameter sind zu berücksichtigen:
Abflugort: Höhe 1.000 ft MSL, Outer Air Temperature (OAT) 35°C
Entfernung zum Zielort: 50 km
Zielort: Höhe 4.000 ft MSL, OAT 30°C
Konstruktionsseitig ist beim LUH eine minimierte Grundsignatur, insbesondere im akustischen Spektrum, vorgesehen.
Die LUH sind im urbanen Gebiet mit kleinen Landezonen ( ≤ 20m x 20m) einsetzbar.
Die Systemsteuerung verfügt über eine System-Override-Funktion, die es der Besatzung erlaubt, den Start/Weiterflug zu erzwingen.
Der Rotorabwind des Hubschraubers ist möglichst gering, um Zerstörungen durch Windbelastungen zu vermeiden und um ein sicheres Absetzen/Anlanden der Kommandosoldaten zu ermöglichen.
Der LUH erhält eine zu den Spezialkräften der Bundeswehr kompatible Kommunikationsausstattung (in allen Luftfahrzeugen; vier Funktionskreise gleichzeitig):
• im VHF-Bereich (FM/AM) einschließlich überwachter Notfrequenz,
• im UHF-Bereich inklusive der Fähigkeit, „HaveQuick II / SATURN“ und überwachter Notfrequenz,
• für taktischen Funk Nahbereich (kompatibel zu PRC-148 JEM),
• für taktischen Funk Fernbereich (kompatibel zu PRC-117 G).
Mindestens ein (1) LUH kann im A400M strategisch verlegt werden. Der LUH kann spätestens zwei (2) Stunden nach Entladung am Zielort nach strategischem Lufttransport den Flugbetrieb wieder aufnehmen.
Am LUH sind bis 300 Flugstunden keine weiteren Inspektionen (nach dem kleinsten periodischen Inspektionsintervall nicht unter 50 Flugstunden) mit Abbau-/Zerlegungen am Luftfahrzeug notwendig.
Der LUH ist zellenseitig vorbereitet, neben dem Rüstsatz zur Verbringung und Aufnahme von Soldaten (s. o. beschriebene Mission) nachfolgende Rüstsätze aufzunehmen:
– Feuerunterstützung aus der Luft
– Aufklärung/Führung
– MedEvac
Der LUH kann mindestens vier (4) Soldaten á 180 kg im Außenlasttransport am qualifizierten und zertifizierten Außenlasthaken transportieren (z.B. SPIE Rig, Escape Basket, Rettungsnetz).

Jetzt können und sollten die Experten mal erklären, was diese Parameter bedeuten…. Unter der Hand höre ich, dass diese Bedingungen auf ziemlich genau zwei Hubschraubermodelle zutreffen. Aber auch das können Experten bestimmt genauer erklären.

Das Ministerium hatte übrigens schon im Juli darauf hingewiesen: Das Schließen, ggf. die Reduzierung der Fähigkeitslücke LUH ist bislang nicht haushalterisch abgebildet. Im Falle einer positiven Entscheidung zur Schließung/Reduzierung der Fähigkeitslücke kann diese noch in den parlamentarischen Beratungen im laufenden Haushaltsaufstellungsverfahren Berücksichtigung finden. Selbst bei Vorliegen günstiger Rahmenbedingungen wäre mit dem Beginn des Zulaufs der Hubschrauber nicht vor 2015 zu rechnen.

Aber immerhin.

 

89 Gedanken zu „Jetzt ausgeschrieben: 15 neue Hubschrauber fürs KSK

  1. @schleppi: Das mit „Rgt“ v.s. „Geschwader“ sehe ich genauso wie Sie.; eine kleine und feine, aber höchst blamable Quittung über Inkompetenz, wie vom BAAINBw über sich selbst ausgestellt.

  2. Das mit der Bewaffnung des LUHs ist nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch eine Zeitfrage. Dafür muss man ein wenig länger prüfen und verhandeln. Vor der Bundestagswahl will man sicherlich die Verhandlungen abschließen. Das dürfte knapp werden.

  3. @Ben:
    Ein Vertragsschluss vor der Wahl sehe ich noch nicht. Natürlich bedeutet die Bewaffnung auch zeitlichen Aufwand, aber nach Einführung des System wird es auch nicht einfach, dies nachher durchzuführen (siehe Swooper). Daher meine Sichtweise:
    Wenn, dann richtig machen, sonst sind wir ja 2020 noch nicht einsatzfähig.

  4. @Memoria: Dann lasst mal Alles a-priorie „richtig machen“. Dafür ist „Einfach Alles Deutlich Später“ viel zu verquickt in angeblich unabhängie Sub-Contractor. Da hilft nur knallhart ein Bieterkonsortium, welches auch auf der jüngsten ILA ganz bewußt nicht vertreten war und sagen kann: „Liebes BMVg auf eure Aufträge sind wir nicht angewiesen, es sei denn es bringt Etwas und macht Spass. Wenn nicht, lassen wir es eben und werdet mit dem Bisherigen irgendwann vielleicht doch noch glücklich“!

  5. Nachtrag: Man rechne mal ca. 1 Monat für fliegerische und technische Evaluierung der zivilen Serienmaschine ab Vertragsabschluß (August 2013). Weitere 4 Monate bis zur Auslieferung der ersten unbewaffneten Maschine (Dezember 2013). 2 Monate Militärisches Zulassungsverfahren; parallel Herstellung der zweiten Maschine, möglichst schon mit Bewaffnung und Rüstsätzen (Ende Februar). Weitere militärische Zulassung, Anpassung und Optimierung, erste Ausbildung der Ausbilder 4 Monate bzw. bis Ende Juni 2014. zwischenzeitlich Auslieferung einer dritten Maschine. Bis Ende August, Oktober, Dezember 2014, Februar 2015 Fertigung und Auslieferung von jeweils drei Maschinen und Kaderausbildung (fliegerisch und technisch), bis Ende Juni 2015 Ausbildungen der Besatzungen und der Technik sowie Erreichen einer kompletten Einsatzbereitschaft von 1/3 bzw. fünf der Maschinen inklusive Wechselbesatzungen und Technik (samt Logistik und Versorgung) für drei Schichten à 8 Std je Tag.

    Ein derartiger, bislang nie dagewesener Zeitplan, welcher eher undurchfürbar erscheint, erfordert eben eine Vertragsunterzeichnung bis August 2013. Ansonsten hoffe man illusionär und damit absolut sträflich sowie extrem verantwortungslos weiter, dass hoffentlich bis Mitte 2015 kein entsprechender Fall von „Retten und Befreien“ eintritt.

    Oder anders gerechnet: Auswertung des Teilnehmerverfahrens bereits bis Mitte Dezember 2012. Letzte Anpassungen und Optimierungen der Leistungsbeschreibung nebst Bewertungsmatrix auf die dann 2 – 3 in Frage kommenden SOF-LUH-Typen bis Ende Januar. Anfang Februar 2013 nichtöffentliche Diskussion mit der Industrie, letzte Anpassungen und Optimierungen der Forderungen und deren Wichtung bis Ende Februar 2013. Anfang März 2013 Versand der Unterlagen für RFO; Abgabefrist Anfang Mai 2013. Bis Ende Juli 2013 Verhandlungsverfahren und wettbewerblicher Dialog. Bis Ende August 2013 sind Auswahlverfahren, Vertragsverhandlungen und Unterzeichnung abgeschlossen.

    Dass Derartiges nur in engster Kooperation und bei absoluter bzw. wohl noch nie dagewesener Konstruktivität und Offenheit der Industrie sowie nur bei bislang nie gegebenen Erkenntnisvermögen und samt absoluter Unbeeinflusstheit des BAAINBw realisierbar wäre, ist evident!
    Deshalb sollten sich alle final Beteiligten die folgenden vier längst bewährten Verfahrensweisen auf die Fahnen schreiben:

    1.) Gregorius Magnus: ‚Corruptio optimi pessima‘ („Die Entartung des Besten führt zum Schlimmsten“),
    2.) Plinius d. Ä.: ‚Ne sutor supra crepidam‘ („Schuster bleib bei deinen Leisten“),
    3.) Seneca: ‚Turpe est non ire sed ferri, et subito in medio turbine rerum stupentem quaerere, ‚huc ego quemadmodum veni?‘ („Schimpflich ist es, nicht zu gehen, sondern sich treiben zu lassen und mitten im Wirbel der Dinge verblüfft zu fragen: Wie bin ich bloß hierher gekommen?“),
    4.) … und alsdann verbleibt nur noch Juvenal: ‚Difficile est saturam non scribere‘ („Es ist schwierig, darüber keine Satire zu schreiben“)!

  6. Eine elende Mühe ist es, den Brunnen erst zu graben, wenn der Durst den Schlund brennen lässt. (Plautus)

  7. @Elahan: Oder Cicero: ‚Non opus est verbis, sed fustibus!‘ („Hier sind nicht Worte, sondern Prügel am Platz!“)

  8. Wenn man erst nach der Bundeswahl die LUH Suche abschließt, könnte es zu Planänderungen kommen. Entweder gibt es neue Vorgaben oder die LUH Suche wird aufgegeben. Daher dürften alle versuchen, das vor der Wahl abzuschließen. Das muss ja auch erst durch den Haushaltsausschuss. Und das bringt man dort nicht 5 Tage vor der Wahl ein.
    Da stehen ja auch noch Verhandlungen mit EADS über verschiedene Kürzungen aus.

  9. 1.) „Sale & Lease-Back“ könnte der Schlüssel zur Lösung der haushaltsrechtlichen Problematik sein, auch wenn solches erst einmal einen juristischen Kauf, jedoch keine Kaufpreiszahlung erfordert.

    2.) Verhandlungen mit EADS über verschiedene Kürzungen legitimieren noch lange nicht:
    a) Einen Verstoß gegen das Vergabe- und Auftragsrecht.
    b) Eine Vergabe für weniger geeignetes bzw. weniger wirtschaftliches Gerät (Nutzwerterfüllung vs. Kosten) zu Lasten der Truppe, der Steuerzahler und der im konkreten Fall Betroffenen.
    c) Eine weitere Latenz der Beschaffung.
    d) Eine höchst unverantwortliche Handlungsunfähigkeit in der Fähigkeitslücke „Retten und Befreien“, als eine der international und vertraglich absolut festgeschriebenen und nicht debattierbaren Kernfähigkeiten der Bundeswehr.

  10. @Ben:
    „Daher dürften alle versuchen, das vor der Wahl abzuschließen.“

    Genau diesen guten Willen bezweifle ich.
    Das ganze Thema wurde von außen dem System aufgezwungen – mit spürbaren Verdrängungseffekten bei der eigentlichen Planung.
    Sowohl beim Bedarfträger als auch beim Bedarfsdecker gibt es daher weiterhin erhebliche Vorbehalte bei dem Thema LUH.
    Die wirklichen Nutznießer (KSK) spielen hier nicht wirklich eine Rolle. Hier kommen übergeordnete bzw. sachfremde Überlegungen auf Bedrafsträger- und Bedarfsdeckerseite zum tragen.
    Auf Zeit zu spielen bis der politische Druck nach der Wahl weg ist, ist daher eine elegante Lösung.
    Ein endverhandelten Vertrag dem Bundestag vor der Sommerpause vorzulegen wird wohl sehr knapp. Wenn der politische Druck aufrechterhalten wird, dann kann es klappen.

  11. @Vtg-Amtmann

    „Als anbieterseitiger Insider – nicht für ein ECD-Produkt – versuche ich dennoch um Neutralität und in der Sache bemüht, so neutral, sachlich und fachlich korrekt auf alle offenen Komplexe zu antworten […]“

    So, so, Sie sind also ein anbieterseitiger Insider. Das erklärt nun allerdings EINIGES. Sie haben sich weder in der Vergangenheit um Neutralität in der Sache bemüht, noch tun Sie es heute, weder hier noch in anderen Foren. Von daher ist es auch nicht wirklich überraschend, die so genannte „Neutralität“ in Ihren Kommentaren zu erkennen.

  12. @MK: Behaupten kann man viel. Dann nennen Sie bitte mal konkrete Fakten bzw. Beispiele, wo es sich meinerseits um bewusst subjektive und/oder unbelegte bzw. unfundierte Darstellungen handelt.

  13. @MK
    Was soll das denn jetzt werden?
    Angehörige der Industrie dürfen sich hier nicht mehr melden, geschweige denn inhaltlich beitragen? Und als solche zu erkennen geben schon mal gar nicht?
    Oder wie soll ich Ihren Beitrag jetzt verstehen?

    Wenn Vtg-Amtmann hier Marketing in eigener Sache betreiben würde, hätte es von T. Wiegold schon längst einen Rüffel gegeben.
    Und bisher ist von Marketing in eigener Sache gerade bei Vtg-Amtmann nichts zu erkennen.

  14. Ein Blick in jegliche Themen, die den SOF-LUH hier auf Augengeradeaus.net behandeln, sowie im WHQ Forum und FF.de., würden schon den Verdacht nahe legen, dass Sie überhaupt nicht so neutral sind, wie Sie gerne tun. Meine auch schon auf dem CH-53 Blog diesbezüglich von Ihnen gelesen zu haben.

    Ihre „Lobbyarbeit“ war im WHQ Forum etwas schwammig formuliert. Auf die Frage, ob Sie im Marketingteam einer ausländischen Firma arbeiten, die von einem Deal bzgl. Bundeswehr und Bo 105 profitieren könnte, hieß es nur etwas von einer in Dtld. ansässigen „Interessensgruppe nebst potentiellen Zulieferer in CH, B, F und USA“.

    Im FF.de versuchten Sie – wie hier bereits auch – auf die Produkte der Revue Thommen AG mit höchst blumigen Worten aufmerksam zu machen, weil deren Technologie ja anscheinend der „guten Schweizer Traditionen entsprechend“ anderen Produkten überlegen sind.

    Dazu kann man natürlich noch Ihr „persönliches Interesse“ addieren, soll heißen all die vielen Berechnungen, selbstgemalten Charts und Profile, nebst Einsatzszenarien die hier und andernorts doch schon den Eindruck entstehen lassen, dass ein Produkt aus dem Haus Eurocopter Deutschland schon beträchtliche Mühe hat vom Donauwörther Helipad abheben zu können, während eine KWS’tierte Bo 105 fröhlich alle erdenklichen Aufgaben ohne Probleme erfüllen kann, und ein Modell aus der Sparte AW109 sowieso die Krönung der SOF-LUH Schöpfung darstellt.

    Sie haben Ihre Meinung gemacht und eine Hubschrauber-Entscheidung im Voraus getroffen. Das ist nun wirklich nicht schwer herauszulesen. Insbesondere dann wenn man erfahren hat, dass Sie ein „anbieterseitiger Insider“ sind.

  15. @MK: Sie antworten mit aus einem jeweils konkreten Kontext herausgerissenen Fundstellen sowie rein rhetorischen bzw. semantischen Unterstellungen, statt mit klaren Fakten sowie Argumenten und übersehen dabei auch geflissendlich, dass der MD 902 Explorer meinerseits völlig neutral als „die vermeintliche Krönung der LUH-Schöpfung“ bezeichnet wurde.

    Leider ist dieser jedoch weder wirtschaftspolitisch, noch aus logistischen und nachschub- spezifischen Gründen, als auch als amerikanisches „Assembly-Product“ samt weltweit zerstreuter verlängerter Werkbänke und Zulieferer nicht für die Bundeswehr opportun.

    Bleiben wir also tunlichst bei einem den tatsächlichen Anforderungen gerecht werdenden und zumindest nicht minder leistungsfähigen ‚ m a r k t v e r f ü g b a r e m ‚ Europäischen Produkt samt Europäischer Zulieferer und mit einem sicherlich wettbewerbsfähigen Kosten-/Nutzenverhältnis.
    Im Übrigen belebt Konkurrenz den Wettbewerb und bereichert den Markt. Oder ist das daran etwas Schändliches? („Engel“)

  16. Leute, ehe das ausartet:

    Wenn jemand seine Fachkenntnis als Firmen-Mitarbeiter hier einbringt, halte ich das für ok. Wenn es erkennbares Marketing/Werbung für ein bestimmtes Produkt wird, grätsche ich in der Tat dazwischen.

    Und übrigens, wie sich ja zeigt, gibt es auch in den Kommentaren Widerspruch, falls jemand Unsinn verzapft.

  17. EADS hat wohl die Verhandlungen über die Kürzungen mit dem BMVg verzögert, weil EADS sich ganz auf die Fusion konzentriert hatte. Aus der Fusion wird nun nichts mehr. Denke, bis Jahresende wollen sicherlich beide Seiten jetzt Klarheit haben, was und wie gekürzt wird. Und welche neue Möglichkeiten es gibt, neu ins Geschäft zu kommen. TdM möchte die Reduzierungen vertraglich fixieren. Die Gegenseite möchte sicherlich sich um das mögliche Neugeschäft zeitnah bewerben. Das dürfte vieles Beschleunigen.

  18. Naja die Regierung plant ja nicht mehr für AFG ;)
    Aber traurig ist es trotzdem, das nächste Einsatzland dürfte eher weniger die Topografie der Niederlande haben…

  19. @vtg-amtmann
    Also ich finde ihre Posts soweit okay, informativ und auf mich macht das immer einen relativ sachlichen und neutralen Eindruck. Daher bitte weiter so.

  20. Unsere Regierung denkt eh nur noch bis zu nächsten Bundestagswahl im September 2013. Also möglichst keine Fehler bis dahin machen.

  21. Man (die Bundeswehr) versucht ja, krampfhaft aus seinen Fehlern (bei Ausschreibungen) zu lernen-und begangene Versäumnisse (wie beim SHS u. BSHS) nicht zu widerholen….aber da man die Verantworlichen ja alle 2-3 Jahre „wegbefördert“, kommt dies einem totalen Neustart des Systems gleich.

    Jeder „Neue“ hat eigene, neue Ideen und Vorstellungen, wie er das Ganze umsetzen will..

    Schön wäre, wenn die Verantworlichen mal wissen würden, wovon sie reden..

    Ich lade sie gerne ein, mal für ein paar Wochen bei uns vorbeizuschauen…..dann können sie sehen, welche Fähigkeiten (aber auch welche Einschränkungen) ein bestimmtes Produkt aus dem Hause ECD hat….und auch, wie sich dieses Produkt in einem „High-Risk-Environment“ schlägt…

    Bei der Ausschreibung (hier. „System Override Funktion) kam mir in den Sinn:
    Hier geht es um den „Single Engine Emergency Shutdown Override Switch) , der bei den Produkten aus Donauwörth nun mal in der Passagierkabine sitzt-und nur für die Mechaniker zugängig ist…..

    Was man hier beschreibt, läuft auf einen UH60M hinaus-einer der wenigen Hubschrauber, die mit voller Payload bei einem Tw-Ausfall mit dem verbleibendem Triewerk den Flug normal vorsetzen könn(t)en…….(siehe auch AW139-auch dort reicht EIN Tw für die Operation aus)..

    Nur schade, das es einen solchen Hubschrauber (in der Leistungsklasse, wie ihn die Bw fordert) nicht gibt…

  22. @huey
    wozu haben dann die Kaffemühlen – ausser UH20M – zwei Triebwerke ? Nur totes Gewicht ?

  23. @huey: Das wäre nicht das erstemal ein gefordertes, jedoch technisch unerfüllbares Leistungskriterium in einem Vergabeverfahren. Ich denke da nur mit Grausen an gleich mehrere solcher Fälle bei dem in 2010 geplatzten BSHS-Verhandlungsverfahren zurück, welche sich alle evident auf ein simples „Nicht-Lesen- und Nicht-Verstehen von Flughandbüchern“ sowie ebenso eindeutig auf ein absolut „defizitäres Verständnis von zulassungsrechtlichen Kritrien“ reduzieren ließen!

    Weiter und auch zu OEI-Performances einzelner HS-Typen möchte ich mich hier aus naheliegenden Gründen nicht einlassen, aber mit UH60M und AW139 erscheint mir das Typen-Spektrum nur „bedingt“ erschöpft (in der MTOW-Klasse unter 4 to).

  24. @ Vtg-Amtmann

    Danke für ihren Post mit der Karte und den Erklärungen von Afghanistan.

    Gerade die „Dichtehöhe“ oder Density-Altitude ist doch im praktischen Flugbetrieb das entscheidende Kriterium.
    Also wie hoch kann ein vollgepackter LUH an einem warmen Sommertag im Hochland, Gebirge fliegen ?
    Nun gut, man kann einwenden SOF-Kräfte agieren nachts, da ist es meist kälter.
    Trotzdem die konkrete Frage, wie hoch kann so ein LUH fliegen mit Beladung ?

  25. Nachtrag:
    4000 ft Landeplatzhöhe, bei 30 Grad Celsius Aussentemperatur ergibt bei einem Tiefdruckgebiet von 980 hPa eine Dichtehöhe von knapp 7600 ft. Dies ist wahrscheinlich innerhalb der Specs des anvisierten Modells.

    Wenn man aber den praktischen Fall von 2500 m Höhe, also ein Versteck in den Bergen auf 8250 ft Höhe annimmt, an einem warmen Sommertag mit 15 Grad Aussentemperatur und Standardluftdruck von ca. 1015 hPa wäre dies dann eine Dichtehöhe von 10092 ft. Hier dürfte es schon eng werden für die Hubschraubermuster.

    Mit anderen Worten müssen sich Terroristen, Aufständische nur in den Bergen hoch genug verstecken um mit diesen Hubschrauber nicht mehr erreicht werden zu können ?

    Die Tze-Tze Fliege kommt auch nicht nach Nairobi, weil die Stadt auf 1700 Höhenmeter liegt !

  26. @Georg: Das kommt auf den HS-Typ, dessen individuelles Grossweight (d.h. Leergewicht + Mission-Eqmt + Pilot(en) + Kraftstoff + Payload und dessen individueller „hot & high performance“ an. Ein anonymisiertes Beispiel ohne Angabe des Rüstgewichtes (Leergewicht + Mission-Eqmt) können Sie unter http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/hogeexamplesoshx29wiaek.jpg downloaden. Bei weiterem Interesse sollten Sie je Pilot mit ca. 110 kg und je vollausgerüsteten Infantristen mit ca. 137,5 Kg kalkulieren.

  27. @Georg

    Man kann eben nicht mit einem Flugzeug in fast luftleeren Raum fliegen!
    Ja, es gibt Situationen wo die Feuerwehr mit ihrer Leiter nicht hin kommt!

    Spezielle Aufträge fordern dann spezielle Lösungen und man kann sich sicher sein, dass es dafür Lösungen geben wird!

    99% der wahrscheinlichen Aufträge kann man damit abarbeiten, für den Rest nimmt man dann eine fast leere NH, CH oder entscheidet sich für eine kurzfristige anmietung!

  28. Die Goldrandlösung wäre dann für 99% überpowerd, unwirtschaftlich, nicht einsatzfähig, nicht zu bezahlen und wenn wir sie dann haben überholt!

  29. @Elahan: Also wenn ich mir die Höhenkarte von AFG in http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/evmapafgn9iv2sjlxc.jpg ansehe samt der 25km-Radien um Masar i Sharif und Kundus (bitte „geistig auf 50km verdoppeln und die Höhenprofile beachten) so ansehe, ist man bei den vorläufig für einen SOF-LUH seitens des BAAINBw geforderten Leistungsparametern von den 99% aller warscheinlichen Aufträge ganz weit weg!

    Ein NH90 wird in der Masse der realen Fälle ausscheiden, die CH 53 sind in der zukünftigen SOF-PR-Staffel des HTG 64 in Laupheim für den „äußeren Ring“ bzw. die zweite Welle vorgesehen. Man denke hier auch an die Landeplatzgrößen im urbanen Gebiet oder bei sogen. Confined Aeras von 20 x 20 m!

    Ich bin auch absolut gegen „Goldrandlösungen“, dennoch muß dies nicht bedeuten, dass keine Hubschraubertypen realistisch erforderlicher Leistungsklasse und wirtschaftlicher Nutzwerte (Nutzen vs. Kosten) nicht marktverfügbar sind.

  30. @Vtg-Amtmann

    Welcher könnte all die Forderungen abdecken?

    P.S. Sie reden von Einsatzgebieten der Gegenwart! Ich meinte die der Zukunft und da ich diese nicht kenn, betrachte ich die Möglichen und diese liegen nicht in AFG!

  31. @Elahan: Nehmen wir als „Beispiele der Gegenwart“ z.B. für „Befreien und Retten“ oder „Insertion and Extraction“ die Länder Mali oder Somalia. Hier können aufgrund der Elavationen und Outside Air-Temperatures durchaus ebenso ausgeprägte „Hot & High Performances“, bei ebenso extremen „Density-Altitudes“, wie z.B. in Afghanistan gefordert sein.

    Die An- und Abflugstrecken werden sich auch hier nicht in Bereich von nur 50 km bzw. von nur 0:15 Std bis 0:25 Std an Flugzeit bewegen. In beiden Fällen könnten zudem für einen „Ad-hoc-Einsatz“ Langstrecken-Überführungsflüge erforderlich sein und ebenso eine Navalisierung.

    Aufgrund der bislang noch unbekannten finalen Leistungsbeschreibung nebst Bewertungsmatrix können bei „wirtschafts- und verteidgungspolitisch sowie funktional-realistischer Betrachtung“ sowie je nach exakten Anforderungen, m.M.n. bis zu fünf 5 HS-Muster der MTOW-Class 3 to bis 4 to aus je einer Baureihe als SOF-LUH in Frage kommen (Nutzwerte vs. Budget), welche vom jeweils weltgrößten Hersteller ziviler Hubschrauber oder dem militärischer Hubschrauber stammen und innerhalb der EU produizert werden.

    Die Bundeswehr wird die neuerdings gleich sieben-diminesionale Schere zwischen „Ist-Anforderungen“ vs. „Soll-Fähigkeiten“ vs. „Realitäten“ vs. „Nutzwert-Optimierung“ vs. „Budgetplanung“ und neuerdings wohl auch vs. „Kompensation“ in vorbehaltloser Kooperation mit der Industrie artikulieren, realisisieren, leben und beherrschen müssen (gemäß neuer CPM bzw. neuer AIN-Konzeption)!

    Man sollte – mal „knallhart“ gesagt – sich also neben dem Lesen und Verstehen von Flight- und Maintenance-Manuals, so langsam vielleicht auch mit der virtuell-mehrdimensionalen Vektorenrechnung bzw. mit „Computer-Assisteted Entscheidungsmodellen“ befassen, denn jedes Programm kann nur so intellegent und objektiv wie seine Bediener sein.

  32. Ach ja…..und dann soller auch noch eine geringe Kufenlast aufbringen!

    Da wird eine ganze Palette von Lfz gefordert!

    „Im Jahr 1882 gelang dem hannoverschen Mathematiker Ferdinand von Lindemann der Beweis, dass die Quadratur des Kreises unmöglich ist!“

    Wir sollten es im Heli-Bereich spätestens seit dem NH 90 wissen (oder Jet, EF 90)!

  33. Der UH-60 ist wohl eher ein bisschen groß für einen LUH? Wie kommt der denn in die Diskussion? Ein MH-60M würde die Spezialkräfte der Bundeswehr bestimmt weiter bringen, aber ist hier doch eher nicht gefragt?

  34. Auch ein MH 60M bringt zuviel Punktlast auf das Fahrwerk! Forderung Landung Dach-/Decklandung BwK/KH.

    Der Einsatz Raum und Auftrag bestimmt die Plattform und nicht umgekehrt!
    Eine Plattform die alles kann, gibt es nicht! deshalb haben selbst ziv Flugsportvereine und Fluggesellschaften unterschiedliche Muster!

    Würde die Bw heute eine Flugsportgruppe betreiben, dann hätte sie einen viersitzigen Motorsegler mit Elektroantrieb und da wir uns die Ersatzteile/Wartung nicht leisten können und keiner einen viersitzigen Motorsegler braucht, würden man die Gruppe bald auflösen (dummerweise wurden aus einem gleichartigen Grund die Flugsportgruppen aufgelöst).

    P.S. Versteck in den Bergen ist eher selten ein urbanes Gebiet!

  35. @all: So wie es aussieht, hat sich die vom BAAINBw mit der Marktsichtung beauftragte IABG zwar auf die diversen Muster der Baureihen EC145 und AW 109 eingeschossen, aber es bleibt abzuwarten, welcher „Brei“ oder auch „eierlegende Wollmilchsau“ – trotz neuer Beschaffungskonzeption für AIN und neuer CPM – dank Mithilfe der viel zu vielen „Beiköche“ aus dem BMVg und den Ämtern zusammengekocht wird? Bereits das erste mit dem Teilnehmerwettbewerb veröffentlichte Rezept läßt wieder einmal Schlimmes erahnen!

    @Elahan: Landeplätze im urbanen Gebiet können – wenn man an Decks- oder Dachlandungen, an Berge oder Schiffe denkt – sich als wahre Wohltat erweisen. Man vgl.: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/agaconfinedar9id1x830am.png

  36. Die Welt berichtet heute unter dem Titel: „Spezialkräfte bleiben in Afghanistan.
    Dabei klagen sie noch über ihre Ausrüstung.“

    Auch wenn die Nato bis Ende 2014 ihre Kampftruppen aus Afghanistan abziehen will – Spezialoperationen wie die Festnahme Rahmans wird es auch in den Jahren danach noch geben. … Hubschrauber sind für Kommandoaktionen oft unerlässlich, das hat die Aktion am vergangenen Freitag erneut gezeigt. … .“Für 2013 werden die notwendigen finanziellen Mittel jetzt endlich in den Haushalt eingestellt“, sagte die FDP-Verteidigungspolitikerin Elke Hoff der „Welt“. Das Kommando Spezialkräfte benötige seit langem für eine Vielzahl von Aufträgen die Möglichkeit zum Transport mit kleinen und wendigen Hubschraubern, … „Dass diese Fähigkeitslücke nun endlich geschlossen wird, ist nach langem politischen Ringen ein beachtlicher Erfolg. …. Frühestens Ende 2013 könnte das KSK dann einen leichten Hubschrauber zur Verfügung haben“, … Am vergangenen Freitag hätten sie den schon gut gebrauchen können.“

  37. Wenn man ein LUH bis Ende 2013 haben will, dann muss man einen EC 145 T1 oder AW109 aus der laufenden Produktion nehmen. Das mit Waffen dran hängen, dürfte man dann wohl vergessen, da man dafür wohl eine Verstärkte Zelle bräuchte. Ansonsten muss man das Zubehör nehmen, was der Hersteller schon Erprobt hat.

    Die Vorgaben muss man im Verhandlungsverfahren also noch anpassen. Dürfte also spannend bleiben. Genauso spannend, wie der Konflikt zwischen EADS und dem Bund weiter geht.

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